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Dokumentenidentifikation DE19705608C2 12.10.2000
Titel Spannvorrichtung für ein textiles Handarbeitsstück
Anmelder Fetter, Anita, 96052 Bamberg, DE
Erfinder Fetter, Anita, 96052 Bamberg, DE
Vertreter Patentanwälte Dipl.-Ing. E. Kessel, Dipl.-Ing. V. Böhme, 90402 Nürnberg
DE-Anmeldedatum 14.02.1997
DE-Aktenzeichen 19705608
Offenlegungstag 27.08.1998
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 12.10.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.10.2000
IPC-Hauptklasse D06C 3/08

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Spannvorrichtung für ein Textilstück, bei der ein in sich verwindungssteifer Tragrahmen zur Aufnahme des Textilstücks und zum Verlauf mit Abstand vom Textilstück ausgebildet ist, bei der an dem Tragrahmen über dessen Länge verteilt Federungsfunktion aufweisende Verbindungsstücke einerends angebracht sind, die anderenends jeweils mit einem Befestigungsmittel versehen sind, und bei der die Befestigungsmittel zur zugfesten Festlegung am Textilstück und zur leicht lösbaren Befestigung des Textilstücks ausgebildet sind.

Unter einem textilen Handarbeitsstück wird hier ein Handarbeitsstück verstanden, das gehäkelt, kunstgestrickt, geklöppelt, geknüpft oder filetgearbeitet ist, d. h. aus Faden besteht. Das Handarbeitsstück ist nach der händischen Herstellung, insbesondere nach einem Wasch- und Trockenvorgang nicht in einer Ebene plan, sondern uneben und faltig. Deshalb wird das Handarbeitsstück im feuchten, gestärkten Zustand maßgerecht aufgespannt, damit es beim Trocknen die gewünschte Form beibehält.

Bei einer durch die Praxis bekannten Spannvorrichtung für ein textiles Handarbeitsstück ist ein Tragkörper eine mit einem Tuch versehene Platte aus Schaumkunststoff und sind die Befestigungsmittel Stecknadeln. Das Handarbeitsstück wird auf die mit dem Tuch versehene Platte aufgelegt und durch Einstecken von Stecknadeln in die Platte festgelegt, d. h. gegen ein Verziehen oder Verwerfen gesichert. Vor dem Stecken wird das Handarbeitsstück in Form geschoben. Das Einstecken und Herausziehen der Vielzahl von Stecknadeln ist eine zeitraubende Tätigkeit. Durch das Informschieben wird das Handarbeitsstück in vielen Fällen nicht ausreichend plan gemacht und die eingesteckten Stecknadeln können nur relativ niedrige Spannungen bzw. kleine Zugkräfte des Handarbeitsstücks aufnehmen. Das Handarbeitsstück liegt auf einer Seite an der mit dem Tuch versehenen Platte an und auf den beiden Seiten des Handarbeitsstücks herrschen verschiedene Trocknungsverhältnisse.

Bei einer bekannten (DE 91 11 273 U1) für ein Textilstück vorgesehenen Spannvorrichtung der eingangs genannten Art sind die Verbindungsstücke Stegbereiche von Gleit- oder Rollelementen, wobei diese Stegbereiche in sich starr sind. An den Stegbereichen sind Haken vorgesehen, in die ein Seidentuch einhakbar ist. Die Gleit- oder Rollelemente sind am Tragrahmen nicht fest positioniert, sondern aufgrund von Führungsnuten entlang dem Tragrahmen verstellbar. Die Gleit- oder Rollelemente sind an dem Tragrahmen dauerhaft angebracht. Diese bekannte Spannvorrichtung dient als Einspannrahmen zum Bemalen eines Seidentuches und dieses Seidentuch ist ein vorgefertigtes Textilstück, das im wesentlichen in einer Ebene plan ist und faltenfrei ist. Die bekannte Spannvorrichtung ist zu einem Spannen eines textilen Handarbeitsstückes nur schlecht geeignet. Die Gleit- und Rollelemente neigen dazu, sich in der Position an die jeweiligen Spannungsverhältnisse anzupassen und die starren Verbindungsstück- Stegbereiche der Gleit- oder Rollelemente lassen es nicht zu, eine ausreichende Spannung auf ein Handarbeitsstück auszuüben. Auch wenn die Gleit- oder Rollelemente aufgrund von "Kunststoffahnen" eine gewisse Federungsfunktion haben, ist es nicht möglich, auf das Handarbeitsstück vom feuchten Zustand bis zum trocknen Zustand ausreichend Spannung auszuüben.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Spannvorrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, die mit einfach zu betätigenden Mitteln eine erhöhte Zugspannung gleichmäßiger verteilt auf ein Handarbeitsstück vom feuchten Zustand bis zum trockenen Zustand ausübt. Die erfindungsgemäße Spannvorrichtung ist, diese Aufgabe lösend, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsstücke elastisch dehnbare Verbindungsbänder sind und die Einrichtungen zur Anbringung der Verbindungsbänder am Tragrahmen jeweils an einer Anbringungsstelle vorgesehen sowie jeweils leicht lösbar ausgebildet sind.

Die Anbringung des Handarbeitsstücks ist vereinfacht, weil man nur eine der Anzahl der Verbindungsbänder entsprechende Anzahl von Befestigungsmitteln am Handarbeitsstück und zwar an dessen umlaufenden Randstreifen festzulegen hat. Die elastisch dehnbaren Verbindungsbänder, die gedehnt sind, wenn sie das Handarbeitsstück halten, üben eine der elastischen Dehnung entsprechende Zugspannung auf das Handarbeitsstück aus. Da die Verbindungsbänder an dem Rahmen über den Umfang des Handarbeitsstücks hin verteilt sind, ist die Verteilung der Zugspannung über die Fläche des Handarbeitsstücks hin vergleichmäßigt. Die Befestigungsmittel dienen dazu, das Handarbeitsstück mit den Verbindungsbändern leicht lösbar und entsprechend der von den Verbindungsbändern aufgebrachten Zugspannung zugfest zu verbinden. Als elastisch dehnbare Verbindungselemente sind nicht metallene Wendelfedern, sondern Bänder vorgesehen, die textiler Gestaltung sind. Das in dem Rahmen gehaltene Handarbeitsstück kann ohne weiteres auf beiden Seiten den gleichen Trocknungsverhältnissen ausgesetzt sein. Wenn die Verbindungsbänder im Rahmen dauerhaft fest angebracht sind, ist es schwierig, ein schadhaftes Verbindungsband gegen ein ordnungsgemäßes Verbindungsband auszutauschen. Daher sind die Einrichtungen zur Anbringung der Verbindungsbänder am Rahmen jeweils leicht lösbar ausgebildet. Dies erleichtert das Anbringen und Abnehmen der Verbindungsbänder, wenn diese z. B. ausgetauscht oder aufbewahrt werden sollen.

Der Rahmen hat z. B. einen eckigen Verlauf. Wenn der Rahmen einen runden Verlauf hat, erleichtert dies das Arbeiten mit der erfindungsgemäßen Spannvorrichtung. In der Regel ist der Rahmen rundum in sich geschlossen. Er besteht z. B. aus Holz oder Kunststoff. Der Rahmen ist z. B. über seine Länge hin einstückig oder aus mehreren Rahmenstücken zusammengesetzt.

Besonders zweckmäßig und vorteilhaft ist es auch, wenn jedes Befestigungsmittel an dem zugeordneten Verbindungsband befestigt ist, indem das Verbindungsband einen Bereich des Befestigungsmittels umgreift. Dies ist eine einfache und dauerhafte Art der zugfesten Verbindung von Befestigungsmittel und Verbindungsband.

Die zugfest wirksamen Befestigungsmittel sind z. B. als Klemmen ausgebildet. Besonders zweckmäßig und vorteilhaft ist es jedoch, wenn die Befestigungsmittel als Haken ausgebildet sind. Die Haken lassen sich vereinfacht an dem Handarbeitsstück anbringen und von diesem lösen. Da das Handarbeitsstück textil ist, d. h. Durchbrüche aufweist, lassen sich die Haken ohne Beschädigung des Handarbeitsstücks an diesem ansetzen.

Wenn die Verbindungsbänder, abgesehen von der elastischen Dehnbarkeit, eine vorgegebene Länge haben, dann sind sie nur für Handarbeitsstücke bestimmter Abmessungen geeignet. Besonders zweckmäßig und vorteilhaft ist es daher, wenn die Verbindungsbänder in der Länge verstellbar sind. Die Verbindungsbänder lassen sich also in der Länge an die jeweiligen Abmessungen des im gegebenen Fall zu spannenden Handarbeitsstücks anpassen.

Eine besonders zweckmäßige und vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung liegt vor, wenn der Rahmen mit, z. B. knopfartigen oder hakenartigen Vorsprüngen versehen ist und die Verbindungsbänder mit Knopflöchern versehen sind, die zum Aufbringen auf die Vorsprünge ausgebildet sind. Diese leicht lösbare Anbringungseinrichtung ist vereinfacht zu betätigen. Wenn jedes Verbindungsband mit einer Reihe von Knopflöchern versehen ist, dann lassen diese Knopflöcher die Veränderung der Länge eines Verbindungsbands vereinfacht zu. Nicht jeder knopfartige Vorsprung wird bei jedem Handarbeitsstück eingesetzt.

Besonders zweckmäßig und vorteilhaft ist es sodann, wenn jeder Anbringungsstelle für ein Verbindungsband an dem Rahmen eine in Richtung des gespannten Verbindungsbands diametral gegenüber angeordnete Anbringungsstelle zugeordnet ist. Bei dieser Anordnung der Anbringungsstellen wird die Spannung des Handarbeitsstücks flächenmäßig vergleichmäßigt.

In der Zeichnung ist eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung dargestellt und zeigt

Fig. 1 eine Draufsicht auf eine Spannvorrichtung für ein textiles Handarbeitsstück,

Fig. 2 einen Schnitt eines Teiles der Spannvorrichtung gemäß Fig. 1, in einem gegenüber Fig. 1 vergrößerten Maßstab, und

Fig. 3 eine Draufsicht auf die Darstellung in Fig. 2.

Die Spannvorrichtung gemäß Zeichnung besitzt einen kreisringförmigen, durchgehend in sich geschlossenen, einstückigen Rahmen 1, der reifenartig gestaltet ist, im Querschnitt rechteckig ist und einen Durchmesser von 50-100 cm aufweist. Der Rahmen ist an einer seiner beiden Seiten mit Anbringungsstellen 2 versehen, an denen jeweils ein knopfartiger Vorsprung 3 sitzt. Die Anbringungsstellen 2 sind mit je gleichen Abständen voneinander angeordnet und 5-7 cm voneinander beabstandet. Wenn man dem Rahmen 1 einen Mittelpunkt zuordnet, dann ist um den Mittelpunkt herum nach jeweils einem Winkelabstand von 5° bis 8° eine Anbringungsstelle vorgesehen. Jeder knopfartige Vorsprung 3 ist ein taillierter Zapfen bzw. ein sanduhrförmiges Gebilde aus Kunststoff.

Es ist ein gehäkeltes Handarbeitsstück 4 vorgesehen, das einen im wesentlichen kreisrunden, jedoch wellig verlaufenden Außenumfang aufweist und konzentrisch im Rahmen 1 angeordnet ist. In gleichmäßigen Abständen um das Handarbeitsstück 4 herum ist an jedem dritten knopfartigen Vorsprung 3 ein elastisch dehnbares Verbindungsband 5 mittels eines Knopflochs 6 angeknöpft. Das Verbindungsband 5 ist textil und flach, d. h. es weist eine Breite auf, die um ein Vielfaches größer ist als die Dicke. Das Verbindungsband 5 endet an einem Befestigungsmittel 7, läuft als Rücklaufband 8 zurück zum knopfartigen Vorsprung 3, ist an diesem mittels eines Knopflochs angeknöpft und setzt sich von diesem weg als Verlängerungsstück 9 fort. Über die gesamte Länge des Bandes hin sind in einer Reihe gleiche Knopflöcher 6 vorgesehen. Das Befestigungsmittel 7 bildet eine Öse 10, durch die der Übergang vom Verbindungsband 5 zum Rücklaufband 8 umgreifend geführt ist, und einen Haken 11, der in einem randnahen Durchbruch des Handarbeitsstücks 4 verhakt ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Spannvorrichtung für ein Textilstück,

    bei der ein in sich verwindungssteifer Tragrahmen zur Aufnahme des Textilstücks und zum Verlauf mit Abstand vom Textilstück ausgebildet ist,

    bei der an dem Tragrahmen über dessen Länge verteilt Federungsfunktion aufweisende Verbindungsstücke einerends angebracht sind, die anderenends jeweils mit einem Befestigungsmittel versehen sind, und

    bei der die Befestigungsmittel zur zugfesten Festlegung am Textilstück und zur leicht lösbaren Befestigung des Textilstücks ausgebildet sind,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß die Verbindungsstücke elastisch dehnbare Verbindungsbänder (5) sind und die Einrichtungen (3, 6) zur Anbringung der Verbindungsbänder am Tragrahmen (1) jeweils an einer Anbringungsstelle (2) vorgesehen sowie jeweils leicht lösbar ausgebildet sind.
  2. 2. Spannvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Befestigungsmittel (7) an dem zugeordneten Verbindungsband (5) befestigt ist, indem das Verbindungsband einen Bereich des Befestigungsmittels (7) umgreift.
  3. 3. Spannvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Befestigungsmittel (7) als Haken (11) ausgebildet sind.
  4. 4. Spannvorrichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsbänder (5) in der Länge verstellbar sind.
  5. 5. Spannvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Tragrahmen (1) mit Vorsprüngen (3) versehen ist und die Verbindungsbänder (5) mit Knopflöchern (6) versehen sind, die zum Aufbringen auf die Vorsprünge (3) ausgebildet sind.
  6. 6. Spannvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß jede Anbringungsstelle (2) für ein Verbindungsband (5) an dem Tragrahmen (1) eine in Richtung des gespannten Verbindungsbands (5) diametral gegenüber angeordnete Anbringungsstelle zugeordnet ist.






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