PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19736252C2 12.10.2000
Titel Palettenwechsler
Anmelder Ex-Cell-O GmbH, 73054 Eislingen, DE
Erfinder Feinauer, Achim, 71282 Hemmingen, DE;
Staiger, Hans, 73033 Göppingen, DE
Vertreter WINTER, BRANDL, FÜRNISS, HÜBNER, RÖSS, KAISER, POLTE, Partnerschaft, 85354 Freising
DE-Anmeldedatum 20.08.1997
DE-Aktenzeichen 19736252
Offenlegungstag 04.03.1999
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 12.10.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.10.2000
IPC-Hauptklasse B23Q 7/02
IPC-Nebenklasse B23Q 11/08   B23Q 41/02   F16P 1/02   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Palettenwechsler gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Üblicherweise werden bei der spanabhebenden Bearbeitung von Werkstücken Kühlschmiermittel zugeführt, um einerseits die Standfestigkeit des Werkzeuges durch Kühlung und Schmierung zu erhöhen und andererseits die durch den Zerspanungsprozeß in das Werkstück und in das Werkzeug eingebrachte Wärme möglichst schnell von der Bearbeitungsstelle abzuführen.

In der Automobilindustrie ist man dazu übergegangen, Motor-, Fahrwerks- oder Karosseriekomponenten aus Leichtmetallen, vorzugsweise aus Aluminium- oder Magnesiumlegierungen zu verwenden. Die Verarbeitung derartiger magnesiumhaltiger Legierungen ist jedoch relativ problematisch, da die anfallenden Bearbeitungsspäne leicht entflammbar sind, so daß ein verhältnismäßig hoher Aufwand zur Wahrung der erforderlichen Produktionssicherheit betrieben werden muß. Die Verwendung von Kühlschmiermitteln auf der Grundlage wasserhaltigen Basen ist nur bedingt möglich, da Magnesium mit diesen Komponenten reagiert, so daß ölhaltige Kühlschmiermittel verwendet werden müssen. Derartige ölhaltige Kühlschmiermittel haften jedoch häufig an dem zu bearbeitenden Werkstück, so daß dieses nach der spanabhebenden Bearbeitung mit geeigneten Reinigungsmitteln gereinigt werden muß. Die zur Kühlung und Reinigung verwendeten Mittel müssen im Anschluß an den Bearbeitungs-/Reinigungszyklus entsorgt oder aufgetrennt werden, was mit einem relativ hohen Aufwand verbunden ist.

Um diese Nachteile zu überwinden, geht man in zunehmendem Maße dazu über, die Werkstücke trocken, d. h. ohne Kühlschmiermittel, zu bearbeiten. Wesentlich bei dieser Bearbeitung ist, daß die Bearbeitungsspäne während des Zerspanungsprozesses möglichst schnell vom Werkstück wegtransportiert werden. Um dies zu gewährleisten, werden die zur Trockenbearbeitung eingesetzten Werkzeugmaschinen mit geschlossenen Bearbeitungskammern ausgerüstet, in dem sich das zu bearbeitende Werkstück befindet und in die die Arbeitsspindel der Werkzeugmaschine eintaucht.

In besonderen Fällen kann die Zerspanung in der Bearbeitungskammer noch unter Inertgas erfolgen, so daß die Betriebssicherheit erhöht ist.

Derartige Bearbeitungszentren für die Bohr- und Fräsbearbeitung werden durch Ausrüstung mit Palettenwechslern und Palettenspeichern zu flexiblen Fertigungszellen erweitert. Bei den bekannten Palettenwechseleinrichtungen unterscheidet man prinzipiell Palettenwechsler mit einer linear wirkenden Palettenverschiebestation und Palettenwechsler, die als Schwenkwechsler ausgebildet sind. Beide Systeme arbeiten mit zumindest zwei Paletten, von denen sich die eine in einer Bearbeitungsposition befindet, in der sie auf einem Werkstückträger aufgespannt ist, und die andfere in einer Übergabeposition, in der ein zu bearbeitendes Werkstück aufgespannt wird, das dann nach Bearbeitung des einen Werkstückes ohne Zeitverzögerung in die Bearbeitungsposition schwenkbar ist. Durch diese Maßnahmen läßt sich die Span- zu-Span-Zeit gegenüber Werkzeugmaschinen ohne Palettenwechsler absenken.

Fig. 1, auf die bereits jetzt Bezug genommen sei, zeigt eine Draufsicht auf ein Bearbeitungszentrum 1, bei dem ein in X- und Y-Richtung (senkrecht zur Zeichenebene) bewegbarer Spindelträger 2 über eine Kreuzführung an einem Ständer 4 geführt ist. Der Spindelträger 2 trägt eine horizontale Arbeitsspindel 6 zur Aufnahme eines Bearbeitungswerkzeuges.

Das Bearbeitungszentrum 1 hat desweiteren einen Werkzeugwechsler, der beispielsweise als seitlich angeordnetes Trommelmagazin 8 ausgebildet sein kann, in dem die der Arbeitsspindel 6 zuzuführenden Werkzeuge 10 aufgenommen sind.

Ein Werkstückträger (Tisch) 12 des Bearbeitungszentrums 1 ist in Vorschubrichtung (Z) verfahrbar auf einem nicht gezeigten Maschinenbett gelagert. Der Werkstückträger 12 und die Arbeitsspindel 6 sind von einer Bearbeitungskammer 14 umgeben, so daß eine Trockenbearbeitung ermöglicht ist. Zur Verringerung der Span-zu-Span-Zeiten ist dem Werkstückträger 12 ein Palettenwechsler 16 zugeordnet, bei dem zwei Paletten 18, 20 auf einer Schwenkeinrichtung 22 gelagert sind.

In der in Fig. 1 dargestellten Position befindet sich die Palette 18 in ihrer Bearbeitungsposition, in der sie über geeignete Spannmittel auf dem Werkstückträger 12 festgespannt ist.

Die andere Palette 20 befindet sich in einem Ladebereich in der Übergabeposition, in der ein zuvor bearbeitetes Werkstück entnommen und ein zu bearbeitendes Werkstück aufgespannt werden kann.

Der Palettenwechsler 16 trägt eine Schwenktüre 26, im folgenden Trennwandung 26 genannt. Diese bildet gemeinsam mit den Seitenwandungen 15 und kreisbogenförmig gekrümmten Umfangswandungen 24 der Bearbeitungskammer 14 eine Vollkapselung des Arbeitsbereichs, die eine Naß- und Trockenbearbeitung erlaubt. Der Palettenwechsler 16 hat desweiteren eine kreisbogenförmige Schiebetüre 25, die einen Ladebereich für die Palette 20 abschließt und die als Bedienschutz beim Palettenwechsel dient.

Die Trennwandung 26 liegt dichtend an der Umfangswandung 24 an, so daß der Raum, in dem sich die im Bearbeitungsbereich befindliche Palette 18 befinder, vom Werkstück-Ladebereich getrennt ist, in dem die andere Palette 20 angeordnet ist.

Die geschlossene Bearbeitungskammer 14 wird somit durch die sich entlang der Führung für den Werkstückträger 12 erstreckenden Seitenwandungen der Kabine, die in Fig. 1 obere Hälfte der Umfangswandung 24 und die Trennwandung 26 begrenzt. Letztere ist auf der Schwenkeinrichtung 22 gelagert, so daß die Trennwandung 26 bei Verschwenkung der Paletten um 180° mitgedreht wird.

In der DE-PS 31 15 584 ist ein ähnlicher Palettenwechsler gezeigt, bei dem die Bearbeitungskammer von einer verschwenkbaren Trennwandung abgeschlossen ist. Zum Palettenwechsel wird die Trennwandung gedreht, wobei die Bearbeitungskammer derart ausgebildet ist, daß keine Kollision mit der Umfangswandung der Bearbeitungskammer erfolgen kann.

Nachteilig bei den vorbeschriebenen Ausführungsformen ist, daß das von der Umfangswandung und der Trennwandung umgriffene Volumen vergleichsweise groß ist, und eine zuverlässige Späneabfuhr aus der Bearbeitungskammer schwierig möglicht ist.

Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Palettenwechsler zu schaffen, bei dem der Bearbeitungsraum auf ein Minimum reduziert ist.

Diese Aufgabe wird durch einen Palettenwechsler mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.

Durch die erfindungsgemäßen Maßnahmen werden die Umfangswandungen und die Trennwandung gemeinsam verschwenkt, so daß die Geometrie der Umfangswandungen nicht mehr an den Schwenkradius der Trennwandung angepaßt werden muß, sondern im wesentlichen nach der Palettenform ausgelegt werden kann, so daß der von den Umfangswandungen umgriffene Raum auf ein Minimum reduziert ist. Die Bearbeitungskammer läßt sich damit gegenüber der herkömmlichen Lösung erheblich verkleinern, so daß der Totraum der Bearbeitungskammer geringer ist und somit die Späneabfuhr erleichtert wird und die Gefahr einer Entflammung reduziert ist.

Bei einer besonders bevorzugten Variante bilden die Trennwand und die Umfangswandung gemeinsame einen H-förmigen Körper, wobei die beiden Schenkel des H durch die Umfangswandungen gebildet sind und jeweils eine der beiden Paletten in geringem Parallelabstand umgreifen.

Bei diesem Ausführungsbeispiel ist es bevorzugt, wenn die Umfangswandungen und die Trennwandung einstückig ausgebildet werden, so daß keinerlei Dichtigkeitsprobleme im Übergangsbereich zwischen der Trennwandung und der Umfangswandung auftreten. Die Seitenkanten der H-Schenkel werden mit Dichtkanten versehen und bilden gemeinsam mit dem die Werkstückträgerführung umgebenden Seitenwandungen der Kabine eine geschlossene Bearbeitungskammer.

In einem alternativen Ausführungsbeispiel sind die Seitenwandungen durch zwei U-Schenkel gebildet, die mit Bezug zur Trennwandung entlang ihrer Längsachse verschiebbar sind, so daß die beiden U-Schenkel teilweise eine der beiden Paletten umgreifen können. Prinzipiell wird, somit durch die Längsverschieblichkeit der beiden U-Schenkel über einen Palettenwechselzyklus wiederum ein H gebildet, so daß praktisch das gleiche Prinzip wie bei der vorbeschriebenen Lösung verwendet wird.

Die U- oder H-förmige Palettentür, bestehend aus Trennwandung und zugeordneten Umfangswandungen kann mittels einer Hubeinrichtung in Vertikalrichtung aus einer Richtposition angehoben werden, so daß die Verschwenkung ohne Abgleiten der Umfangskanten an dem Kabinenboden erfolgen kann.

Die Konstruktion ist besonders einfach, wenn die vorbeschriebene Tür des Palettenwechslers mit teleskopierbaren Abschnitten versehen wird, an denen die Hubeinrichtung angreift, so daß nicht die gesamte Tür sondern lediglich die teleskopierbaren Teilabschnitte angehoben werden.

Um die Abdichtung am Dachbereich der Bearbeitungskammer zu vereinfachen, kann auch dieser Bereich mit teleskopierbaren Abschnitten der Tür ausgebildet werden, an denen eine Betätigungseinrichtung zum Absenken angreift, so daß die Tür gemeinsam mit den Paletten frei verschwenkbar ist, ohne an dem Dach oder der Auflagefläche der Bearbeitungskammer anzuliegen.

Die Abdichtung zum unbeweglichen Teil der Bearbeitungskammer erfolgt ebenfalls über Dichtungen, die vorteilhafterweise an den Seitenkanten der feststehenden Kabinenwandungsteile angeordnet sind.

Im folgenden werden vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung anhand schematischer Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 eine Draufsicht auf ein Bearbeitungszentrum mit einem herkömmlichen Palettenwechsler;

Fig. 2 eine dreidimensionale Darstellung eines erfindungsgemäßen Werkzeugwechslers;

Fig. 3 eine Draufsicht auf den Werkzeugwechsler aus Fig. 2; und

Fig. 4 eine Prinzipskizze eines weiteren Ausführungsbeispiels einer Palettentür für einen Werkzeugwechsler.

Fig. 2 zeigt eine schematische dreidimensionale Darstellung eines Palettenwechslers 16, der einer Werkzeugmaschine, beispielsweise einem Bearbeitungszentrum 1 gemäß Fig. 1, zugeordnet sein kann.

Der erfindungsgemäße Palettenwechsler 16 ist um eine parallel zur Y-Richtung (Fig. 1) verlaufende Schwenkachse 28 über einen Stützrahmen 30 auf einem nicht dargestellten Maschinenbett einer Werkzeugmaschine, beispielsweise eines Bearbeitungszentrums gelagert. Auf dem Stützrahmen 30 ist eine in der Darstellung nach Fig. 2 vertikal verlaufende Schwenkwelle 32 (koaxial zur Schwenkachse 28) gelagert, an der ein Querträger 34 befestigt ist.

Der Antrieb der Schwenkwelle 32 erfolgt über einen in Radialrichtung mit Bezug zur Schwenkachse 28 angeordneten Schwenkmotor 36, dessen Drehbewegung über ein Winkelgetriebe 38 auf die Schwenkwelle übertragen wird, so daß diese gemeinsam mit dem Querträger 34 um die Schwenkachse 28 drehbar ist.

Die Paletten 18, 20, von denen in der Darstellung nach Fig. 2 lediglich die zum Betrachter hinweisende Palette 20 mit durchgezogenen Linien dargestellt ist, sind an Stützkonsolen 40 des Querträgers 34 befestigt. Die austauschbaren Paletten 18, 20 weisen einheitliche Schnittstellen zum nicht gezeigten Werkstückträger des Bearbeitungszentrums auf. Neben einigen herstellerspezifischen Ausführungen werden vor allem Paletten mit genormter Schnittstelle Vorrichtung eingesetzt, wobei die gezeigte quadratische oder rechteckige Palette 18, 20 aufspannseitig mit Rasterbohrungen oder parallel angeordneten T-Nuten versehen ist.

Um eine Kollision der Paletten 18, 20 während der Schwenkbewegung mit dem Werkstückträger oder mit sonstigen Elementen des Maschinenbettes zu verhindern, ist der Palettenwechsler 16 mit einer Hubeinrichtung 42 versehen, die die Paletten 18, 20 mit Bezug zur Werkstückträgerfläche oder zur Grundfläche des Maschinenbettes bzw. des Kabinenbodens in Y-Richtung anhebbar ist.

Am Querträger 34 ist desweiteren eine H-förmige Palettentür 44 gelagert, deren mittige Trennwandung 46 sich zwischen den beiden Paletten 18, 20 entlang des Querträgers 34 erstreckt. Quer zur Trennwandung 46 sind zwei die H-Schenkel bildende Umfangswandungen 48, 50 angeordnet, die sich bei den in Fig. 2 angedeuteten Paletten 18, 20 mit rechteckförmiger Aufspannfläche im Parallelabstand zu den Seitenflächen 52, 54 der Paletten 18, 20 erstrecken. D. h., die Paletten werden von den benachbarten Abschnitten der Umfangswandungen 48, 50 und von der Trennwandung 46 umgriffen, so daß der zum Betrachter hinweisende Abschnitt der Palette 20 und der zur Arbeitsspindel hinweisende Abschnitt der Palette 18 offen bleibt.

Fig. 3 zeigt eine schematisierte Draufsicht auf den Palettenwechsler 16 aus Fig. 2. Daraus geht hervor, daß sich die werkstückträgerseitigen Schenkel 48a, 50a der Umfangswandungen 48, 50 und die Trennwandung 46 mit Seitenwandungen 56, 58 und einem nicht dargestellten Kabinendach sowie der Grundfläche des Werkstückträgers bzw. einem Kabinenboden zu einer geschlossenen Bearbeitungskabine ergänzen, deren Umfangswandungen in der Darstellung nach Fig. 3 schraffiert dargestellt sind.

An den zu den Schenkeln 48a, 50a benachbarten Seitenkanten der Seitenwände 56, 58 sind Dichteinrichtungen 64, 66, beispielsweise Labyrinthdichtungen angeordnet, die in dichtende Anlage an die Seitenkanten 60, 62 der Schenkel 48a, 50a bringbar sind, so daß die Bearbeitungskammer im Übergangsbereich zwischen den Seitenwänden 56, 58 zur Palettentür 44 abgedichtet ist.

Wie in Fig. 3 angedeutet ist, können entsprechende Dichtungen 68 auch an den horizontal verlaufenden Ober- und/oder Unterkanten (parallel zur Zeichenebene in Fig. 3) der Palettentür 44 angeordnet werden, so daß die Spalte zwischen dem Kabinendach bzw. dem Kabinenboden/Werkstückträger abgedichtet werden können. Die Trennwandung 46 ist in entsprechender Weise mit Dichtungen 68 versehen.

Bei einer starren Palettentür 44 würden diese Dichtungen 68 oder ggf. (bei dichtungslosen Konstruktionen) die entsprechenden Ober-/Unterkanten während des Verschwenkens der Palettentür 44 am Kabinendach bzw. dem Kabinenboden/Werkstückträger schleifen, so daß die Anlagefläche einem übermäßigen Verschleiß ausgesetzt ist. Um dies zu vermeiden wird die Palettentür 44 bei dem in Fig. 2 dargestellten Palettenwechsler 16 mit teleskopierbaren Auflageflächen ausgebildet. Bei dem angedeuteten Ausführungsbeispiel sind diese teleskopierbaren Bereiche der Palettentür 44 durch Teleskopwandungen 70, 72 gebildet, die überlappend an den Umfangswandungen 48, 50 bzw. der Trennwandung 46 angeordnet sind und über die jeweilige Ober- bzw. Unterkante hervorstehen, so daß die Anlageflächen an der Kabinentür bzw. am Kabinenboden an den Teleskopwandungen 72 bzw. 70 ausgebildet sind, während die Abschlußkanten der Seitenwandungen 48, 50 und der Trennwandung 46 im Abstand zu den Anlageflächen angeordnet sind. Diese umlaufenden Teleskopwandungen 70, 72 lassen sich zum Verschwenken der Palettentür 44 von der jeweiligen Anlagefläche (Kabinenboden/Werkstückträger, Kabinendach) abheben, so daß die Kabinentür 44 frei verschwenkbar ist. Zur Betätigung der Teleskopwandungen 70, 72 können diese beispielsweise über geeignete Koppel-/Umlenkvorrichtungen mit der Hubeinrichtung 42 verbunden sein, so daß die Hubbewegung der Paletten 18, 20 auch zum Betätigen der Teleskopwandungen 70, 72 ausnützbar ist. Selbstverständlich können auch andere Teleskopkonstruktionen, wie beispielsweise Faltenbälge etc. verwendet werden, um die Anlageflächen der Palettentür 44 auszubilden. Es ist auch möglich, lediglich in die Unterkanten der Palettentür 44 durch eine Teleskopwandung 70 auszubilden, während die Oberkante bei der Schwenkbewegung in Anlage am Kabinendach bleibt. Zur Betätigung der oberen Teleskopwandungen 72 kann die Hubeinrichtung 42 mit einer Umlenkvorrichtung versehen werden, durch die die Palettenhubbewegung um 180° in eine Wandungsabsenkbewegung umgelenkt wird.

Bei einem Palettenwechsel wird das zu bearbeitende Werkstück auf der sich in der Übergabeposition befindlichen Palette 20 festgespannt und die Klemmung der sich in der Bearbeitungsposition befindlichen Palette 18 auf dem Werkstückträger gelöst. Anschließend wird die Hubeinrichtung 42 angesteuert, so daß die Palette 18 vom Werkstückträger abgehoben wird. Gleichzeitig wird die Hubbewegung der Hubeinrichtung 42 über eine nicht gezeigte Koppel auf die Teleskopwandungen 70 und - falls vorhanden - 42 übertragen, so daß die Teleskopwandungen 70, 72 aufeinander zubewegt werden und die Dichtungen 68 vom Kabinenboden/Werkstückträger bzw. vom Kabinendach abgehoben werden.

Anschließend wird durch Ansteuerung des Schwenkmotors 36 der Querträger um 180° verschwenkt, so daß das auf der Palette 18 festgespannte fertig bearbeitete Werkstück in die Übergabeposition und das sich auf der Palette 20 befindliche Werkstück in die Bearbeitungsposition gebracht wird. Die Relativanordnung der Palettentür 44 mit Bezug zu den beiden Paletten 18, 20 bleibt während dieser Schwenkbewegung aufrecht erhalten.

Nach erfolgter Verschwenkung wird die Palette 20 durch ansteuernde Hubeinrichtung 42 auf den Werkstückträger abgesenkt und mit diesem verklemmt. Gleichzeitig werden die Teleskopwandungen 70, 72 wieder in ihre Anlageposition gebracht, so daß die Bearbeitungskammer wieder dicht verschlossen ist. Die Bearbeitung kann nunmehr unter Absaugen der anfallenden Werkzeugspäne und/oder unter einer Inertgasatmosphäre erfolgen, so daß die Explosions- /Entflammgefahr auf ein Minimum reduziert ist.

Da die Umfangswandungen 48, 50 in relativ geringem Abstand zu den benachbarten Seitenflächen 52, 54 der Paletten 18, 20 angeordnet sind, ist das Volumen der Bearbeitungskammer gegenüber den bekannten Lösungen mit kreisbogenförmigen Umfangswandungen beidseitig um den in Fig. 3 gestrichelt angedeuteten Anteil verringert, so daß die Späneabfuhr aus der Bearbeitungskammer aufgrund des Minimalvolumens wesentlich vereinfacht wird.

Bei der Auslegung der Maschine ist lediglich darauf zu achten, daß der in Fig. 3 kreisbogen angedeutete Schwenkbereich frei bleibt, so daß eine Kollision mit Peripheriegeräten oder mit der Bedienperson ausgeschlossen ist.

Der von dem Werkstückträger abgewandte Bereich der Palettentür 44 ist frei zugänglich, so daß während der Bearbeitung des einen Werkstückes, ein neues Werkstück ohne Behinderungen auf der Palette 20 festspannbar ist.

In Fig. 4 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel dargestellt, bei dem anstelle einer einstückigen, H-förmigen Palettentür 44 eine U-förmige Palettentür 80 verwendet wird. Auch bei diesem Ausführungsbeispiel ist die Trennwandung 46 auf dem Querträger befestigt, wobei allerdings die Umfangswandungen durch Schenkel 80, 82 gebildet sind, die quer zur Trennwandung 46 verschiebbar auf dem Querträger gelagert sind. Die in Fig. 4 angedeutete Verschiebung aus der durchgezogenen Position in die gestrichelte Position ermöglicht es, daß je nach Stellung der Schenkel 82, 84 eine der beiden Paletten von den Umfangswandungen umgriffen wird, während die andere Palette frei zugänglich ist. In der in Fig. 4 dargestellten Position der Schenkel 82, 84 liegen die senkrecht zur Zeichenebene verlaufenden Seitenkanten 86, 88 an den Dichteinrichtungen 64, 66 an. Um die gestrichelt angedeutete Palette 20 mit dem darauf festgespannten Werkstück in die Bearbeitungsposition zu bringen, wird der Schwenkmotor 36 betätigt, so daß die Trennwandung 46 und die beiden Schenkel 82, 84 um 180° um die Schwenkachse 28 gedreht werden, so daß der in Fig. 4 schraffierte Bereich nach unten hin offen ist. Anschließend werden die beiden Schenkel 82, 84 durch einen geeigneten Verschiebemechanismus auf dem Querträger verschoben, bis sie die gestrichelte Position erreicht haben und dabei die Palette 20 umgreifen. Bei verschwenkter Palettentür 44 liegen dann die Seitenkanten 90, 92 an den Dichteinrichtungen 62, 64 an, so daß wiederum eine dichte Bearbeitungskammer gebildet ist.

Die in Fig. 4 beschriebene Variante hat gegenüber der vorbeschriebenen Ausführungsform den Vorteil, daß lediglich eine Hälfte der Umfangswandungen 48, 50 mit den entsprechenden Dichteinrichtungen ausgebildet werden muß, so daß das zu verschwenkende Gewicht reduziert und die Anzahl der zu verbauenden Dichtungen verringert ist.

Anstelle der in den Fig. 2 und 4 gezeigten Ausführungsbeispielen mit ebenen Umfangswandungen 48, 50 bzw. 82, 84 können auch Palettentüren mit gekrümmten Umfangswandungen ausgeführt werden, um die Geometrie der Bearbeitungskammer an die Geometrie der verwendeten Palette anzupassen.

Offenbart ist eine Palettentür für einen Palettenschwenkwechsler, bei der eine Trennwandung zwischen Bearbeitungs- und Ladebereich (Übergabebereich) für zwei Paletten gemeinsam mit zumindest eine der Paletten umgreifenden Umfangswandungsabschnitten verschwenkbar ist, wobei die Umfangswandungen und die Trennwandungen sich gemeinsam mit einer einen Werkstückträger zumindest abschnittsweise umgebenden Kabine zu einer geschlossenen Bearbeitungskammer ergänzen.


Anspruch[de]
  1. 1. Palettenwechsler mit zumindest zwei Paletten (18, 20), die jeweils durch einen Drehantrieb (36) aus einer Übergabeposition in eine Bearbeitungsposition bringbar sind, in der eine Palette (18, 20) auf einem Werkstückträger festspannbar ist, wobei zumindest die sich in Bearbeitungsstellung befindliche Palette (18) des Palettenwechslers (16) von einer Umfangswandung (48, 50; 82, 84) umgeben und zwischen den Paletten (18, 20) eine Trennwandung (46) angeordnet ist, die sich gemeinsam mit einer den Werkzeugträger umgebenden Kabine (56, 58) zu einer Bearbeitungskammer ergänzen, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein an die Trennwandung (46) angrenzender Teilabschnitt der Umfangswandung (48, 50; 82, 84) mit der Trennwandung (46) verschwenkbar ist.
  2. 2. Palettenwechsler nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Trennwandung (46) und die beiden Umfangswandungen (82, 84) gemeinsam eine U-förmige Palettentür (44) bilden.
  3. 3. Palettenwechsler nach Patentanspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden die U-Schenkel bildenden Umfangswandungen (82, 84) entlang ihrer Längsachse von einer Seite zur anderen Seite der Trennwandung (46) verschiebbar sind.
  4. 4. Palettenwechsler nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Umfangswandungen (48, 50) und die Trennwandung (46) gemeinsam eine H-förmige Palettentür (44) bilden und jeweils eine Palette (18, 20) innerhalb eines durch die Trennwandung (46) und zwei Umfangswandungsabschnitte (48a, 50a) definierten Raumes angeordnet ist.
  5. 5. Palettenwechsler nach Patentanspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Umfangswandungen (48, 50) und die Trennwandung (46) einstückig ausgebildet sind.
  6. 6. Palettenwechsler nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, gekennzeichnet durch eine Hubeinrichtung (42) durch die die Umfangswandungen (48, 50; 82, 84) und die Trennwandung (46) vom Kabinenboden oder vom Kabinendach abhebbar sind.
  7. 7. Palettenwechsler nach Patentanspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandungen (46; 48, 50; 82, 84) teleskopierbare Auflageabschnitte (70) haben, die durch die Hubeinrichtung (52) vom Werkstückträger abhebbar sind.
  8. 8. Palettenwechsler nach Patentanspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandungen (46; 48, 50; 82, 84) im Anlagebereich an ein Kabinendach mit teleskopierbarem Abschnitten (72) versehen sind, die von einer Betätigungseinrichtung (42) betätigbar sind.
  9. 9. Palettenwechsler nach Patentanspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß entlang der Auflagekanten der Auflageabschnitte (70) und/oder der Abschnitte (72) Dichtungen (68), vorzugsweise Labyrinthdichtungen angeordnet sind.
  10. 10. Palettenwechsler nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenkanten (60, 62; 86, 88; 90, 92) der Umfangswandungsabschnitte als Dichtkanten ausgebildet sind.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com