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Dokumentenidentifikation DE19606887C2 26.10.2000
Titel Wendevorrichtung
Anmelder Böwe Systec AG, 86161 Augsburg, DE
Erfinder Batzer, Josef, Dipl.-Ing., 86391 Stadtbergen, DE;
Eberl, Karlheinz, 86707 Kühlenthal, DE
Vertreter Schoppe, F., Dipl.-Ing.Univ., Pat.-Anw., 81479 München
DE-Anmeldedatum 23.02.1996
DE-Aktenzeichen 19606887
Offenlegungstag 28.08.1997
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 26.10.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.10.2000
IPC-Hauptklasse B65G 47/248
IPC-Nebenklasse B65H 15/02   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Wendevorrichtung, insbesondere eine Wendevorrichtung für Papier, wie sie beispielsweise in Papierhandhabungssystemen zum Einsatz kommt.

Papierhandhabungssysteme, die eine Wendevorrichtung verwenden, finden ihre hauptsächliche Anwendung in großen Unternehmen, Banken, Versicherungsgesellschaften, Dienstleistungsunternehmen etc. Bei diesen Unternehmen werden die Papierhandhabungssysteme zur Verarbeitung großer Mengen Papier, wie z. B. Rechnungen, Mahnungen, Kontoauszüge und ähnlichem, eingesetzt.

Diese Papierhandhabungssysteme verwenden unterschiedliche, im Stand der Technik bekannte Vorrichtungen zum Wenden des Papiers.

Eine erste Vorrichtung, die gemäß dem Stand der Technik zum Wenden von Papier verwendet wird, wendet das Papier in einer schraubenförmigen Bewegung während des Transports. Diese Art des Wendens erfolgt durch eine schraubenförmige Führung des Papiers, und wird auch als schraubenartiges Wenden bezeichnet. Ein Nachteil beim schraubenartigen Wenden des Papiers während des Transports besteht darin, daß lange Strecken erforderlich sind, da das Papier während des Wendens verwunden wird. Bei einer Verarbeitung eines dicken Gutes, wie z. B. einem Stoß von Papieren oder einem Päckchen, muß die Wendestrecke nach der zulässigen Verwindung dimensioniert werden. Bei losen, dicken Päckchen erfolgt durch die Verwindung ein Verrutschen oder Verschieben des zu wendenden Gutes in sich, was zu einer erschwerten Weiterverarbeitung führen kann oder diese verhindert. Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß durch die langen Transportstrecken meistens mehrere Güter in der Wendestrecke unterwegs sind, was beim Auftreten eines Staus in der Nachläuferverarbeitung zu Kollisionen in der Wendestrecke führen kann, da diese mit Permanentantrieben ausgestattet ist und daher nicht schnell genug angehalten werden kann. Wiederum ein weiteres Problem besteht bei der gemischten Verarbeitung von Einzelblättern und dicken Päckchen aus mehreren Blättern, da dort durch die auftretende Vertikalbewegung der Transportriemen Führungsprobleme auftreten, so daß bei einer engen Taktfolge das dünnere Gut zwischen einem vorherlaufenden und nachfolgenden dickeren Gut zu lose geführt wird und daher zwischen den Transportbändern verrutscht. Ein anderer Nachteil dieser Art von Wendestrecke besteht darin, daß keine Möglichkeit besteht, zwischen einem Wenden und einem Nicht-Wenden zu wählen. Erfordert die Verarbeitung von Papier kein Wenden, so muß die Wendestrecke in diesem Fall durch eine Durchlaufstrecke ersetzt werden, was den Ausbau der Wendeeinrichtung aus, und den Einbau der Durchlaufstrecke in das Papierhandhabungssystem erforderlich macht.

Eine weitere Vorrichtung, die gemäß dem Stand der Technik zum Einsatz kommt, ist ein Wenderad mit mehreren Fächern. Bei einem solchen Wenderad sind meist mehrere Fächer zur Aufnahme des zu wendenden Gutes sternförmig zum Drehpunkt des Wenderads zulaufend angeordnet. Der Nachteil dieses Wenderads besteht darin, daß eine großer Wendedurchmesser erforderlich ist, der seinerseits eine große Baugröße bewirkt. Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß durch die Verwendung des Wenderades beim Wenden des Gutes ein großer seitlicher Versatz zwischen dem Einlauf und dem Auslauf des Wenderads auftritt, was wiederum zu einer Verbreiterung der Baugröße führt. Wiederum ein weiterer Nachteil besteht darin, daß durch den großen Wendekreis des Wenderades hohe Massenträgheitsmomente beim Beschleunigen und Abbremsen des Wenderads zu überwinden sind, was eine hohe Antriebsleistung erfordert. Ein anderer Nachteil besteht darin, daß auch bei dieser Art der Wendevorrichtung keine Wahl zwischen Wenden und Nicht-Wenden besteht. Erfordert die Papierverarbeitung kein Wenden, so muß auch hier das Wenderad durch eine Durchlaufstrecke mit Umlenkungen ersetzt werden.

Die FR 2 161 320 beschreibt eine Wendevorrichtung für plattenförmige Elemente, die ein Aufnahmefach umfaßt, in das die Platten eingebracht werden, wobei die Drehachse der Platten mit der Drehachse des Aufnahmefachs im wesentlichen übereinstimmt. Ferner sind Zuführ- und Entferneinrichtung vorgesehen, um die zu wendenden Platten der Wendevorrichtung zuzuführen bzw. die gewendeten Platten aus dieser zu entfernen. Die Zuführ- und Entferneinrichtungen sind in einer festgelegten Entfernung zu dem Aufnahmefach angeordnet.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Wendevorrichtung für Papiergut zu schaffen, die kleine Abmessungen aufweist, wahlweise das Wenden oder Nicht-Wenden von eingebrachten Gütern ermöglicht, und die Handhabung unterschiedlicher Formate des einzubringenden Gutes ermöglicht.

Diese Aufgabe wird durch eine Wendevorrichtung gemäß Anspruch 1 gelöst.

Der Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht darin, daß sowohl ein dünnes als auch ein loses dickes Gut gewendet werden können, wobei die Drehradien aufgrund des Wendens um die Trägheitsachse des Gutes sehr klein sind. Damit wird eine kleine Baugröße sichergestellt, und somit eine geringe erforderliche Antriebsleistung.

Ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht darin, daß der Einlauf und der Auslauf in die Wendevorrichtung in einer Lauflinie liegen, und daß kein Seitenversatz während des Wendens auftritt.

Gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist das Aufnahmefach der Wendevorrichtung mittig in zwei Fächer aufgeteilt, wobei das oben liegende Fach der Gutzuführung dient, und das unten liegende Fach der Gutentnahme dient, wobei die beiden Fächer durch den Wendevorgang ihre Positionen vertauschen, so daß das anfänglich zur Gutzuführung dienende Fach nach dem Wendevorgang zur Gutentnahme dient, und das anfänglich zur Gutentnahme dienende Fach nach dem Wendevorgang zur Gutzuführung dient.

Gemäß einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel ist die Einbringeinrichtung in einer einstellbaren Entfernung in einer Transportrichtung des Gutes vor dem Aufnahmefach angeordnet, und die Entferneinrichtung ist in einer festen Entfernung in Transportrichtung des Gutes hinter dem Aufnahmefach angeordnet. Dies hat den Vorteil, daß durch die Einstellbarkeit des Abstandes zwischen der Einbringeinrichtung und dem Aufnahmefach verschiedene Formate durch die Wendevorrichtung gehandhabt werden können.

Bevorzugte Weiterbildungen der vorliegenden Erfindung sind in den Unteransprüchen definiert.

Bevorzugte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend anhand der beiliegenden Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen

Fig. 1 eine Längsschnittdarstellung der erfindungsgemäßen Wendevorrichtung in Transportrichtung;

Fig. 2 eine Querschnittdarstellung des in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiels;

Fig. 3 eine Querschnittdarstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels der vorliegenden Erfindung; und

Fig. 4 eine Querschnittdarstellung eines dritten Ausführungsbeispiels der vorliegenden Erfindung.

In der nachfolgenden Beschreibung der bevorzugten Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung anhand der beiliegenden Zeichnungen werden in den verschiedenen Zeichnungen für entsprechende Elemente gleiche Bezugszeichen verwendet.

Die erfindungsgemäße Wendevorrichtung wird beispielsweise in einem Papierhandhabungssystem verwendet, in dem es erforderlich ist, Briefumschläge, die mit Dokumenten oder Drucken gefüllt sind, nach dem Füllen zu wenden, um ein Frankieren dieser zu ermöglichen. Bei einem solchen Beispiel liegt die erfindungsgemäße Vorrichtung dann vor der Frankiervorrichtung. Ein weiteres Beispiel zur Verwendung der erfindungsgemäßen Wendevorrichtung ist das beidseitige Bedrucken von vorgedruckten Formularen, in die beispielsweise auf die Vorder- und Rückseite kundenspezifische Informationen eingefügt werden müssen. Zwischen den beiden Druckern, die diese Informationen einfügen, ist dann die erfindungsgemäße Wendevorrichtung vorgesehen, um das Bedrucken beider Seiten des Dokuments zu ermöglichen.

In Fig. 1 ist ein erstes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Wendevorrichtung in einer Längsschnittdarstellung in Transportrichtung gezeigt. Die Transportrichtung verläuft in Fig. 1 von links nach rechts.

Die erfindungsgemäße Wendevorrichtung umfaßt ein Aufnahmefach 100, das um eine Drehachse (in Fig. 1 nicht dargestellt) drehbar gelagert ist. Ein zu wendendes Gut 102 ist in dem Aufnahmefach 100 derart angeordnet, daß dessen Trägheitsachse beim Wenden im wesentlichen mit der Drehachse des Aufnahmefachs 100 übereinstimmt. Die erfindungsgemäße Wendevorrichtung umfaßt ferner eine Einrichtung, die in ihrer Gesamtheit mit dem Bezugszeichen 104 versehen ist, zum Einbringen des Gutes in das Aufnahmefach 100 in Richtung der Drehachse. Eine Einrichtung, die in ihrer Gesamtheit mit dem Bezugszeichen 106 versehen ist, dient zum Entfernen des Gutes aus dem Aufnahmefach 100 in Richtung der Drehachse. In Fig. 1 ist eine aus zwei Halteelementen 108a, 108b bestehende Halteeinrichtung vorgesehen, die das Gut 102 während des Wendens in dem Aufnahmefach 100 hält. Die Ausgestaltung der Halteelemente 108a, 108b wird später anhand der Fig. 2 näher erläutert. Die Wendevorrichtung umfaßt weiterhin eine Antriebseinrichtung 110, die wirksam mit dem Aufnahmefach 100 verbunden ist, um eine Drehung desselben zu bewirken.

Ein trommelförmiges Element 112 ist vorgesehen, in dem das Aufnahmefach 100 derart angeordnet ist, daß die Drehachse des Aufnahmefachs 100 mit einer Drehachse des trommelförmigen Elements 112 übereinstimmt. Das trommelförmige Element 112 ist derart ausgebildet, daß das Aufnahmefach 100 in Richtung der Drehachse über die beiden Stirnflächen 112a und 112b des trommelförmigen Elements 112 hervorsteht. Die Halteelemente 108a, 108b sind innerhalb des Elements 112 angeordnet und stehen bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel teilweise über die Stirnflächen 112a und 112b hervor. Das trommelförmige Element 112 wird durch Lager 114a und 114b getragen und ist über einen Riemen 116 mit der Antriebseinrichtung 110 verbunden. Aufgrund der Verwendung eines trommelförmigen Elements 112 wird die in Fig. 1 dargestellte Wendevorrichtung auch als Wendetrommel bezeichnet.

Die Einbringeinrichtung 104 ist in Transportrichtung des Gutes vor dem Aufnahmefach 100 beabstandet angeordnet. Der Abstand zwischen der Einbringeinrichtung 104 und dem Aufnahmefach 100 ist einstellbar, wohingegen der Abstand der Entferneinrichtung 106 von dem Aufnahmefach 100 fest ist. Durch diese Kombination wird ermöglicht, daß unterschiedliche Größen bzw. Formate des zu wendenden Gutes von der Wendetrommel gehandhabt werden können. Eine Einstellung auf ein neues Format erfolgt einfach dadurch, daß der Abstand zwischen der Einbringeinrichtung 104 und dem Aufnahmefach 100 vergrößert bzw. verkleinert wird. Um das Entfernen des gewendeten Gutes aus dem Aufnahmefach 100 sicherzustellen, muß die Entfernung zwischen der Entferneinrichtung 106 und dem Aufnahmefach 100 konstant und nicht veränderlich sein.

Die in Fig. 1 dargestellte Wendetrommel umfaßt ein Aufnahmefach 100, das in ein erstes Fach 100a und ein zweites Fach 100b unterteilt ist, wobei in Fig. 1 das Gut 102 als in dem Fach 100b angeordnet dargestellt ist. Das Fach 100a ist mit der Einbringeinrichtung 104 ausgerichtet, so daß in das Fach 100a des Aufnahmefachs 100 das zu wendende Gut eingebracht wird. Das Fach 100b ist mit der Entferneinrichtung 106 ausgerichtet, um das gewendete Gut aus dem Aufnahmefach 100 zu entfernen. Während des Betriebs der Wendetrommel, d. h. während eines Wendevorgangs, vertauschen die Fächer 100a und 100b ihre Position, so daß das ursprüngliche Fach 100a, in das das Gut eingebracht wurde, nach dem Wendevorgang das Fach 100b ist, aus dem das gewendete Gut entfernt wird. Das Fach 100b, aus dem das gewendete Gut vor dem nächsten Wendevorgang entnommen wurde, wird nach dem Wendevorgang zum Fach 100a, in das das zu wendende Gut neu eingebracht wird. Das Fach 100a ist von dem Fach 100b durch ein Zwischenblech 118 getrennt.

Um ein sicheres Einbringen des zu wendenden Gutes in das mit der Einbringeinrichtung 104 ausgerichtete Fach des Aufnahmefachs 100 sicherzustellen, ist sowohl das Fach 100a als auch das Fach 100b mit einem Führungsblech 120a, 120b versehen. Es wird darauf hingewiesen, daß die Führungsbleche 120a und 120b auch bei einem Aufnahmefach 100 vorgesehen sein können, das keine Unterteilung aufweist.

In Fig. 1 ist ein Teil einer Einbringeinrichtung 104 dargestellt, die nachfolgend näher beschrieben wird. Die Einbringeinrichtung 104 umfaßt ein Transportband 122, das über eine Rolle 124 geführt ist und auf eine geeignete Art und Weise (nicht dargestellt) angetrieben wird. Auf dem Transportband 122 wird das zu wendende Gut 102 in Transportrichtung bewegt und in das Aufnahmefach 100 der Wendetrommel eingebracht. Ein Niederhalter 126 besteht aus einer ersten und einer zweiten Führungsrolle 128, 130, über die ein Riemen 132 läuft. Über eine Feder 134 ist der Niederhalter 126 gegen das Transportband 122 vorgespannt. Das Gut 102 läuft zwischen dem Transportband 122 und dem Niederhalter 126 hindurch, wobei der Niederhalter 126 einen Druck auf das Gut 102 ausübt. Der Riemen 132 des Niederhalters 126 läuft antriebslos durch die Bewegung des Gutes 102 mit.

Die Entferneinrichtung 106 umfaßt im wesentlichen drei Elemente, ein erste Ineingriffnahmebauteil 106a, ein zweites Ineingriffnahmebauteil 106b, sowie eine Abführeinrichtung 106c. Das erste Ineingriffnahmebauteil 106a besteht aus einem länglichen Bauteil 136, das an einem Ende 138 drehbar gelagert ist. An dem vom Lager 138 entgegengesetzten Ende ist eine angetriebene Rolle 140 angeordnet, die bei einer Verschwenkung des Bauteils 136 aus einer ersten Position, die in Fig. 1 gestrichelt dargestellt ist, in eine zweite Position mit einem gewendeten Gut 102, das im Fach 100b angeordnet ist, Eingriff nimmt.

Das zweite Ineingriffnahmebauteil 106b ist im wesentlichen baugleich zu dem ersten Ineingriffnahmebauteil 106a und umfaßt ein längliches Bauteil 142. Ein Ende 144 des Bauteils 142 ist drehbar gelagert und an dem vom Lager 144 entfernten Ende des Bauteils 142 ist eine angetriebene Rolle 146 vorgesehen, die bei einer Schwenkung des Bauteils 144 aus einer ersten Position, die ebenfalls gestrichelt dargestellt ist, in eine zweite Position mit dem gewendeten Gut 102 Eingriff nimmt. Die Ineingriffnahme durch die Bauteile 106a, 106b erfolgt in Fig. 1 derart, daß das erste Bauteil 106a mit einer ersten Oberfläche des gewendeten Gutes Eingriff nimmt, und daß das zweite Bauteil 106b mit einer zweiten, der ersten Oberfläche gegenüberliegenden Oberfläche des gewendeten Gutes Eingriff nimmt. Die Ineingriffnahmebauteile 106a, 106b bewegen das gewendete Gut nach der Ineingriffnahme in Richtung der Abführeinrichtung 106c. Die Abführeinrichtung umfaßt zwei Rollen 148 und 150, von denen zumindest eine angetrieben ist, und bewegt das gewendete Gut zu einer nachfolgenden Station zur Weiterverarbeitung weiter.

Die Antriebseinrichtung 110 umfaßt einen Motor 152, an dessen Ausgangswelle eine Riemenscheibe 154 befestigt ist, über die der Riemen 116 gelegt ist.

Nachfolgend wird der Betrieb der in Fig. 1 dargestellten Wendetrommel näher erläutert. Während des Betriebs wird das Gut 102 durch die Einbringeinrichtung 104 in das obere Fach 100a des Aufnahmefachs 100 eingebracht, und gleichzeitig wird ein gegebenenfalls in der Wendetrommel im unteren Fach 100b befindliches Gut entfernt. Das Entfernen aus der Wendetrommel erfolgt durch die in den Wendetrommelbereich ein- und ausschwenkbaren Ineingriffnahmebauteile 136 und 142 der Entferneinrichtung 106, wodurch das Gut 102 an die Abführeinrichtung 106c zum Weitertransport übergeben wird. Die Ein- und Ausschwenkzeiten sind hierbei sehr kurz gehalten. In der Wendetrommel liegt das Gut 102 in einem Fach, in dem es mittels der Haltelemente 108a, 108b während des Wendevorgangs festgehalten wird. Werden beispielsweise gefüllte Kuverts gewendet, so sind die Halteelemente 108a, 108b dazu geeignet, die befeuchtete Lasche anzudrücken und geschlossen zu halten. Abhängig von der Ausgestaltung der Halteelemente 108a, 108b werden diese entweder aktiv außerhalb der Wendetrommel gesteuert oder bilden ein passives System. Wie es bereits erwähnt wurde, ist die Einbringeinrichtung 104 verstellbar, so daß der Abstand zwischen der Wendetrommel und der Einbringeinrichtung 104 abhängig von unterschiedlichen Formatlängen eingestellt wird, wobei sichergestellt ist, daß bei unterschiedlichen Formaten des Gutes dieses immer an derselben Formatkante bezüglich der Entferneinrichtung 106 anliegt.

Ein Vorteil der anhand der Fig. 1 beschriebenen Wendetrommel besteht darin, daß diese für den Fall, daß ein Wenden des Gutes nicht erforderlich ist, auch auf einen Betrieb eingestellt werden kann, bei dem das Wenden nicht erfolgt. Mit anderen Worten ist die Wendetrommel in einem ersten Betriebsmodus eingestellt, um in das Aufnahmefach 100 eingebrachtes Gut zu wenden, und in einem zweiten Betriebsmodus eingestellt, um als Durchlaufstrecke wirksam zu sein, d. h. ein Wenden des eingebrachten Gutes erfolgt nicht. Bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel wird für die Einstellung als Durchlaufstrecke die Entferneinrichtung 106 mit dem ersten Fach 100a des Aufnahmefachs 100 mechanisch ausgerichtet, und die Wendetrommel wird durch eine nicht dargestellte Steuereinrichtung derart angesteuert, daß die Funktion Drehen entfällt.

Wird die anhand der Fig. 1 beschriebene Wendetrommel in einem Papierhandhabungssystem eingesetzt, so umfaßt das zu wendende Gut beispielsweise Papier, einzelne Blätter, lose Päckchen von Papier und gefüllte oder ungefüllte Kuverts.

Nachfolgend wird anhand der Fig. 2, die eine Querschnittdarstellung der in Fig. 1 dargestellten Wendetrommel zeigt, die Funktionsweise der Halteelemente 108a, 108b näher erläutert. In Fig. 2 sind Elemente, die bereits anhand der Fig. 1 beschrieben wurden, mit denselben Bezugszeichen versehen. Um die Funktionsweise der Halteeinrichtung zu verdeutlichen, sind in Fig. 2 die beiden Fächer 100a und 100b des Aufnahmefachs 100 mit einem Gut 102a und 102b befüllt dargestellt.

Anhand der Fig. 1 wurde beschrieben, daß beim Wenden des Gutes die Trägheitsachse des Gutes beim Wenden im wesentlichen mit der Drehachse des Aufnahmefachs übereinstimmt. In Fig. 2 ist die Drehachse des Aufnahmefachs mit dem Bezugszeichen 200 versehen. Diese stimmt mit der Drehachse des trommelförmigen Elements 112 überein.

Nachfolgend werden die Halteelemente 108a, 108b näher beschrieben, wobei der Einfachheit halber nur das Element 108a beschrieben wird. Das Element 108b ist dem Element 108a baugleich, und es werden die gleichen Bezugszeichen wie beim Element 108a verwendet, außer daß diese mit dem Zusatz b versehen sind.

Das Halteelement 108a umfaßt drei Abschnitte 202a, 204a und 206a. Der Abschnitt 202a ist an einem Punkt benachbart zu einem Randabschnitt des Aufnahmefachs 100 an der Trommel 112 befestigt. Der Abschnitt 202a erstreckt sich in das innere der Trommel 112, wobei sich der Abstand zwischen dem Abschnitt 202a und dem Führungsblech 120a des Aufnahmefachs 100 vergrößert. Der Abschnitt 202a erstreckt sich bei dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel über die Mitte der Trommel 112 und geht benachbart zur Mitte der Trommel 112 in den Abschnitt 204a über, dessen Verbindungspunkt mit dem Abschnitt 202a weiter von dem Führungsblech 120a des Aufnahmefachs 100 entfernt ist, als dessen Übergangspunkt zum Abschnitt 206a. Der Abschnitt 206a erstreckt sich vom Abschnitt 204a über den äußeren Umfang der Trommel 112 heraus, wodurch ein Vorsprung 208a gebildet ist. Der Abstand zwischen dem Führungsblech 120a und dem Abschnitt 206a erhöht sich hierbei ausgehend von dem Verbindungspunkt zwischen dem Abschnitt 204a und 206a. Ein Ineingriffnahmeabschnitt 210a ist an dem Abschnitt 206a benachbart zum Übergangspunkt zwischen dem Abschnitt 204a und 206a befestigt. Durch die oben beschriebene Struktur des Elements 108a ist dieses in Richtung des Aufnahmefachs 100 vorgespannt, so daß beim Vorhandensein eines Gutes in dem Aufnahmefach 100 der Ineingriffnahmeabschnitt 210a gegen das Gut drückt. Um die Ineingriffnahme zu ermöglichen, ist das Führungsblech 120a mit einer Ausnehmung 212a versehen, durch das der Ineingriffnahmeabschnitt 210a mit dem Gut 102 Eingriff nimmt.

Es wird darauf hingewiesen, daß das Halteelement 108b baugleich zu dem Halteelement 108a ist, jedoch spiegelverkehrt angeordnet ist, um die Symmetrie der Wendetrommel nicht zu beeinflussen.

Benachbart zur äußeren peripheren Oberfläche der Trommel 112 sind zwei baugleiche Zurückhalteeinrichtungen 214a und 214b vorgesehen, die mit dem Vorsprung 208a bzw. 208b der Halteelemente 108a bzw. 108b Eingriff nehmen. Die Zurückhalteeinrichtungen werden nun anhand der Einrichtung 214a beschrieben, wobei für die Zurückhalteeinrichtung 214b gleiche Bezugszeichen verwendet werden, jedoch mit dem Zusatz b. Die Zurückhalteeinrichtung 214a umfaßt ein winkelförmiges Bauteil 216a, das an einem Ende 218a drehbar gelagert ist, wobei das Lager an einem Befestigungsteil 220a gebildet ist. Die Zurückhalteeinrichtung ist in zwei Positionen schwenkbar, wobei in der ersten Position, die in Fig. 2 gestrichelt dargestellt ist, kein Eingriff mit dem Vorsprung 208a erfolgt. In der zweiten Position liegt eine Rolle 222a an der äußeren Oberfläche der Trommel 112 an und nimmt bei einer Drehung der Trommel 112 in die Richtung, die durch den Pfeil 224 angezeigt ist, mit dem Vorsprung 208a Eingriff.

Befindet sich die Wendetrommel in der in Fig. 2 dargestellten Position, so nehmen die Zurückhalteeinrichtungen 214a und 214b mit den Vorsprüngen 208a und 208b Eingriff, wodurch eine Ineingriffnahme der Abschnitte 210a und 210b mit dem im Aufnahmefach 100 enthaltenen Gut 102a bzw. 102b gelöst wird, so daß eine Zuführung bzw. eine Entfernung des Gutes in bzw. aus dem Aufnahmefach 100 durch die Halteelemente 108a bzw. 108b nicht behindert wird. Sobald das Zuführen bzw. das Entfernen des Gutes abgeschlossen ist, wird die Wendetrommel gedreht und gleichzeitig werden die Zurückhalteeinrichtungen 214a und 214b in ihre erste Position geschwenkt, in der kein Eingriff mit den Vorsprüngen 208a und 208b erfolgt. Das Zurückschwenken der Zurückhalteeinrichtungen 214a, 214b erfolgt durch eine nicht dargestellte Steuerungseinheit. Die in Fig. 2 dargestellte Zurückhalteeinrichtung stellt somit eine aktive Zurückhalteeinrichtung dar. Nachdem die Zurückhalteeinrichtungen 214a und 214b in ihre erste Position geschwenkt sind, drücken die Abschnitte 210a und 210b der Halteeinrichtung durch die Vorspannung in Richtung des Aufnahmefachs auf das in dem Fach enthaltene Gut. Diese Ineingriffnahme wird während der gesamten Drehung der Wendetrommel beibehalten, bis die Drehung abgeschlossen ist. Nach Abschluß der Drehung werden die Zurückhalteeinrichtungen 214a und 214b in ihre zweite Position gebracht, in der sie mit den Vorsprüngen 208a und 208b Eingriff nehmen, wodurch bewirkt wird, daß die Ineingriffnahme der Abschnitte 210a und 210b mit dem gewendeten Gut aufgehoben wird, so daß ein Entfernen bzw. ein neues Zuführen durch die Halteelemente 108a bzw. 108b nicht behindert wird.

Es wird darauf hingewiesen, daß selbstverständlich immer nur ein Fach der in Fig. 2 dargestellten Wendetrommel während eines Wendebetriebs gefüllt ist, und daß in Fig. 2 die Situation dargestellt ist, wie sie sich ergibt, wenn gleichzeitig zu wendendes Gut neu zugeführt und bereits gewendetes Gut entfernt wird.

Anhand der Fig. 3 wird nachfolgend ein weiteres Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung beschrieben, das eine alternative Ausführung der Halteelemente 108a, 108b verwendet. Elemente, die bereits anhand der Fig. 1 oder 2 beschrieben wurden, sind in Fig. 3 mit denselben Bezugszeichen bezeichnet. Die Halteelemente 108a und 108b sind im wesentlichen baugleich, so daß lediglich eine Beschreibung anhand des Elements 108a erfolgt und für das Element 108b gleiche Bezugszeichen verwendet werden, die mit dem Zusatz b versehen sind.

Das Element 108a umfaßt eine erste und eine zweite Rolle 300a, 302a, die über ein Verbindungsbauteil 304a verbunden sind. Die Rollen sind federnd gelagert und parallel zur Transportrichtung des in dem Aufnahmefach 100 angeordneten Gutes angeordnet. Die Rollen nehmen mit dem Gut in dem Aufnahmefach 100 Eingriff. Dieses passive System ist für die Verarbeitung von dünnem Gut geeignet. Das Rollensystem ermöglicht ein Einschieben des Gutes in die Trommel und ein Herausziehen des Gutes aus der Trommel, wobei ein Verrutschen des Gutes während des Drehvorgangs durch die sperrende Wirkung eines Reibbelags, der auf den Rollen 300a, 302a vorgesehen ist, verhindert wird, da die Rollen 300a, 302a nur in Transportrichtung beweglich sind, nicht aber in Rotationsrichtung.

Anhand der Fig. 4 wird ein weiteres Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung dargestellt, bei dem anstelle des Aufnahmefachs mit Eingangs- und Ausgangsfach lediglich ein Fach gebildet wird. In diesem Fall ist kein Zwischenblech vorgesehen. Bei diesem Ausführungsbeispiel ist das Eingangsfach gleichzeitig das Ausgabefach. Es muß nur sichergestellt sein, daß das eingebrachte Gut nicht mit dem entfernten Gut kollidiert. Der Vorteil dieser Anordnung besteht darin, daß für den Fall, daß die Wendetrommel als Durchlaufstrecke benutzt werden soll, keine Verstellung der Entferneinrichtung 106 erforderlich ist. Somit ist es möglich bei diesem Ausführungsbeispiel durch eine Steuerungseinrichtung während eines Arbeitsvorgangs wahlweise zu bestimmen, ob ein eingebrachtes Gut zu wenden ist oder nicht zu wenden ist, ohne daß mechanische Änderungen an der Wendevorrichtung erforderlich sind.

Obwohl in den oben beschriebenen Ausführungsbeispielen die Halteeinrichtung als aus zwei Halteelementen 108a und 108b bestehend beschrieben wurde, wird darauf hingewiesen, daß beispielsweise im Fall des Ausführungsbeispiels, das in Fig. 4 beschrieben wurde, bei dem das Aufnahmefach 100 nicht unterteilt ist, prinzipiell ein Halteelement ausreichend sein kann.

Es wird ferner darauf hingewiesen, daß die oben beschriebenen Halteelemente sowohl für eine Zweitaschenwendetrommel, wie sie anhand der Fig. 1 bis 3 beschrieben wurde, als auch für eine Eintaschenwendetrommel, wie sie anhand der Fig. 4 beschrieben wurde, geeignet sind, d. h. die Eintaschenwendetrommel und auch die Zweitaschenwendetrommel können sowohl mit einer aktiven als auch mit einer passiven Haltevorrichtung ausgestattet sein.


Anspruch[de]
  1. 1. Wendevorrichtung, insbesondere für Papiergut, mit

    einem um eine Drehachse (200) drehbar angeordneten Aufnahmefach (100) für das zu wendende Gut (102), in dem das Gut (102) derart angeordnet ist, daß dessen Trägheitsachse beim Wenden im wesentlichen mit der Drehachse (200) des Aufnahmefachs (100) übereinstimmt;

    einer Einrichtung (104) zum Einbringen des Gutes (102) in das Aufnahmefach (100) in Richtung der Drehachse (200); und

    einer Einrichtung (106) zum Entfernen des Gutes (102) aus dem Aufnahmefach (100) in Richtung der Drehachse (200);

    dadurch gekennzeichnet,

    daß die Einbringeinrichtung (104) in einer einstellbaren Entfernung in einer Transportrichtung des Gutes vor dem Aufnahmefach (100) angeordnet ist; und

    daß die Entferneinrichtung (106) in einer festen Entfernung in Transportrichtung des Gutes hinter dem Aufnahmefach (100) angeordnet ist.
  2. 2. Wendevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Entferneinrichtung (106) zwei beweglich angeordnete Bauteile (106a, 106b) umfaßt, die zum Entfernen des Gutes aus dem Aufnahmefach (100) in den Drehbereich der Wendevorrichtung bewegbar sind und mit dem Gut Eingriff nehmen und aus dem Aufnahmefach (100) entfernen.
  3. 3. Wendevorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die zwei beweglichen Bauteile (106a, 106b) der Entferneinrichtung (106) das Gut derart bewegbar sind, daß die zwei beweglichen Bauteile mit dem Gut nach Art einer Zange Eingriff nehmen.






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