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Dokumentenidentifikation DE19701511C2 26.10.2000
Titel Tülle zur Durchführung von elektrischen Leitungen durch Wandungen, insbesondere in Kraftfahrzeugen
Anmelder Lisa Dräxlmaier GmbH, 84137 Vilsbiburg, DE
Erfinder Brunner, Johann, 84494 Neumarkt-Sankt Veit, DE;
Käspaizer, Erwin, 84137 Vilsbiburg, DE;
Wagner, Rudolf, 84137 Vilsbiburg, DE
Vertreter HOFFMANN · EITLE, 81925 München
DE-Anmeldedatum 17.01.1997
DE-Aktenzeichen 19701511
Offenlegungstag 24.07.1997
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 26.10.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.10.2000
IPC-Hauptklasse H02G 15/013
IPC-Nebenklasse H02G 3/22   

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Die Erfindung bezieht sich auf eine Tülle zur Durchführung von elektrischen Leitungen durch Wandungen, insbesondere in Kraftfahrzeugen, nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Derartige Tüllen sind in den veschiedensten Ausführungsformen bekannt und werden insbesondere in Kraftfahrzeugen in Verbindung mit der Montage von elektrischen Leitungen oder von Kabelbäumen eingesetzt, um eine für den Leitungs- oder Kabelbaumdurchtritt vorgesehene Öffnung in einer Wandung gegen Feuchtigkeit, Schmutz und andere Einflüsse abzudichten. Bei den Wandungen, durch die Leitungen oder Kabel durchgeführt werden müssen, kann es sich um Wandungen in der Karosserie, um Wandungen in Ausstattungsteilen des Kraftfahrzeugs, etwa Gehäuseboxen mit elektrischen oder mit elektronischen Bauteilen, oder vergleichbare Wandungen handeln.

Stand der Technik

Bisher werden solche Tüllen beispielsweise bei der Konfektionierung eines Kabelbaums auf dessen Stamm oder Ast aufgesetzt und in der jeweils vorgesehen Lage durch Hilfsmittel fixiert, um beispielsweise während des Transports oder während einer Zwischenlagerung ein Abfallen der Tülle vom Kabelbaum zu verhindern. Als Hilfsmittel zur Fixierung wird häufig ein Klebeband verwendet, mit dem die Tülle umwickelt wird.

Diese Art der Festlegung und Sicherung der Tülle weist jedoch verschiedene Nachteile auf. Zunächst ist eine beträchtliche Handarbeit erforderlich, um bei der Herstellung bzw. Konfektionierung des Kabelbaums die Tülle mit dem Klebeband zu fixieren. Weiterhin muß das Klebeband unmittelbar vor der Montage der Leitungen bzw. des Kabelbaums wieder abgenommen werden, da die Tülle nicht mit dem herumgewickelten Klebeband in die vorgesehene Öffnung einer Wandung eingesetzt werden kann. Dadurch fällt wiederum ein beträchtliches Maß an Handarbeit an. Das Abnehmen des Klebebands hat zudem zur Folge, daß sich die Schlitzung der Tülle wieder öffnen kann, was das Einsetzen der Tülle in den vorgesehenen Ausschnitt der Wandung stark erschweren kann. Außerdem bringt das Umwickeln der Tülle bei der Kabelbaumherstellung einen entsprechenden Materialaufwand mit den zugehörigen Kosten mit sich, und es kommt der Aufwand für die Entsorgung des Umwicklungsmaterials beim Einbau des Kabelbaums hinzu.

Eine Tülle der vorgenannten Art ist beispielsweise aus der DE 41 05 117 A1 bekannt. So ist insbesondere aus der Fig. 2 dieser Druckschrift ersichtlich, daß ein hier als Steckkörper bezeichnetes Tüllenelement mit einer Durchgangsbohrung sowie einer sich hierzu vom Außenumfang aus erstreckenden Schlitzung versehen ist. Außerdem ist zumindest teilweise am Außenumfang eine Dicht- und Haltelippenanordnung (hier Führungsnut genannt) zur Festlegung in einem Ausschnitt einer Wandung vorhanden. Bei der hieraus bekannten Tülle erstreckt sich aber die Schlitzung von der Seite des Außenumfangs zur Durchgangsöffnung, die bei eingesetztem Steckkörper von dem Ausschnitt der Wandung umschlossen ist. Hiermit wird das Aneinanderdrücken der Schnittflächen der Schlitzung nur bei eingesetztem Steckkörper gewährleistet. Damit treten die zuvor genannten Probleme auch bei dem hieraus bekannten Steckkörper bzw. der Tülle auf.

Eine mehrteilige Tülle ist aus der DE 40 28 570 C2 bekannt. Diese Tülle umfaßt zwei separate Tüllenteile, die jeweils eine Halbschale bilden, um einen separaten Zwischenring mit einer Durchgangsöffnung für eine elektrische Leitung oder ein Kabel aufzunehmen. Dieser Zwischenring ist mit einem radial verlaufenden Längsschlitz versehen, der bis zur Kabeldurchführungsöffnung reicht. Eine Fixierung des Zwischenrings in den zwei darüberzustülpenden Tüllenteilen erfolgt dadurch, daß die Tüllenteile außenseitig mit einer Nut versehen sind, die in eine entsprechend gestaltete Gehäuseöffnung einzusetzen bzw. einzuknöpfen sind. Auch bei dieser bekannten Ausführungsform einer Tülle ist eine Fixierung der Einzelelemente bei noch nicht eingesetzter Tülle in der später vorgesehenen Gehäuseöffnung beispielsweise nur durch ein Klebeband möglich, wie es eingangs erläutert wurde.

Ein der zuvor erläuterten Ausführung sehr ähnliches Tüllenelement ist auch in der DE 44 05 328 A1 offenbart. Auch diese Tülle umfaßt zwei Halbschalen, in die ein Dichtungselement einlegbar ist. Das Dichtungselement ist mit einer Durchgangsöffnung für ein Kabel versehen. Die Durchgangsöffnung ist mit der Außenseite über eine radiale Schlitzung verbunden. Wiederum erfolgt eine Fixierung der Halbschalen und des darin aufgenommenen Dichtungsteils dadurch, daß an der Außenseite der Halbschalen Nuten ausgebildet sind, die in entsprechend ausgestaltete Aussparungen eines Bodenblechs einzuschieben sind. Die Halbschalen weisen Rastelemente bzw. Gegenrastelemente auf. Vor dem Einschieben in eine Aussparung in dem Bodenblech werden die zwei Halbschalen miteinander verrastet. Zwar kann mit dieser Lösung das Dichtungselement durch die zwei Halbschalen umschlossen auf dem Kabel vormontiert werden, jedoch sind hierzu weiterhin mehrere Teile notwendig und verhältnismäßig viele per Hand durchzuführende Arbeitsschritte notwendig.

Aus der nachveröffentlichten DE 44 41 478 A1 ist eine Tülle für Kabel, Schläuche oder Leitungen bekannt, bei der mindestens eine Zugentlastung vorhanden ist, die sowohl mit dem Kabel als auch mit der Tülle verbindbar ist. Die Zugentlastung in Form einer Zunge und einer Lasche wird um das Kabel herum gelegt und dann mit der Tülle verbunden, so dass die Tülle über die Zugentlastung mit dem Kabel verbunden ist. Die Schlitzung zum Einbringen des Kabels in den Tüllenkörper ist hiervon aber nicht betroffen. Die Zugentlastung hat keinen unmittelbaren Einfluß auf die Schlitzung zum Einbringen eines oder mehrerer Kabel.

Aus der DE 43 12 064 C1 ist eine Tülle-Halter-Vorrichtung bekannt, bei der die Tülle in Aufnahmen eines Halters einschnappbar ist. Die Tülle selbst weist keine am Außenumfang umlaufende Dicht- und Haltelippenanordnung zur Festlegung in einem Ausschnitt einer Wandung auf. Diese bekannte Tülle ist somit offensichtlich nicht zur Festlegung in einer Wand vorgesehen, sondern sie soll selbst in dem genannten Halter angebracht werden, der bereits vormontiert ist, beispielsweise in einer Karosserie. Nach der Vormontage der Tülle an einer Leitung ist diese bis zur eigentlichen Montage an den Halter im Fahrzeug nicht zusätzlich fixiert und somit besteht, wie bereits zuvor erläutert, auch hier das Problem, dass die Tülle verloren gehen kann.

Ein Abdichtungssystem für Leitungen, wie Kabel oder Rohre, das mit einem Aufnahmekörper für das Einlegen der Leitungen und mit dem Aufnahmekörper umfassenden, einander befestigbaren Schalensegmenten ausgestattet ist, ist aus der DE 35 44 785 A1 bekannt. Der hieraus bekannte Aufnahmekörper umfaßt mehrere Durchgangsöffnungen für mehrere Kabel, die jeweils einen separaten Schlitz zur Einlegung des Kabels in die Durchgangsöffnungen aufweist. Zwei miteinander einklipsbare Dichtungsstreifen bilden die Umhüllung des Aufnahmekörpers. Die Dichtungsstreifen sind nicht speziell zur Aufnahme in eine Öffnung oder dergleichen gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 ausgebildet.

Schließlich ist aus der EP 0 465 725 A1 eine Kabeleinführungsdichtung bekannt, bei der ein oder mehrere Durchgangsöffnungen in einem aus verformbaren Material gebildeten Kabeleinführungsdichtungselement ausgebildet sind. Jede Durchgangsöffnung für ein Kabel ist mit einem Längsschnitt mit dem Umfang des Dichtungselementes verbunden. Vorteilhafterweise ist dieser Längsschnitt spiralförmig ausgeführt.

Darstellung der Erfindung

Der Erfindung liegt daher das technische Problem zugrunde, eine Tülle zu schaffen, die bereits vor dem Einbau der Leitungen bzw. des Kabelbaums hierauf fixierbar ist, und bei der die Montage der Tülle im vorgesehenen Ausschnitt der Wandung vereinfacht ist.

Dieses technische Problem wird erfindungsgemäß von einer Tülle mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.

Vorteilhafte Ausführungsformen sind in den weiteren Unteransprüchen umschrieben.

Erfindungsgemäß ist ein Kupplungselement vorhanden, das die zumindest eine Schlitzung überbrückend am Tüllenkörper befestigbar ist. Die Befestigung des Tüllenkörpers erfolgt so, daß die beiden, die zumindest eine Schlitzung begrenzenden Stirnflächen aneinander anliegend fixierbar sind. Mit Hilfe dieses Kupplungs- bzw. Klammerelements kann die Tülle zuverlässig auf dem Kabelbaum oder auf einem elektrischen Leiter bzw. Leiterbündel festgelegt werden, wobei nur ein geringfügiger manueller Arbeitsaufwand anfällt.

Die mittels des Kupplungselements fixierte Tülle ist dann nicht nur während des Transports gegen ein Herabfallen gesichert, sondern kann erfindungsgemäß in diesem fixierten Zustand ohne weitere Änderungen an der Tülle in den vorgesehenen Ausschnitt der Wandung eingesetzt werden.

Damit wird die Fixierung der Tülle auf dem Kabelbaum wesentlich vereinfacht, da lediglich das Kupplungselement in seine fixierende Position gebracht werden muß. Weiterhin entfällt das Abnehmen und Entsorgen von Hilfsmaterialien, wie z. B. Klebebändern, vor der Montage der Tülle in der zugehörigen Wandung. Neben dieser Arbeitsersparnis und den logistischen Vorteilen ist durch das Kupplungselement auch gewährleistet, daß sich die Schlitzung der Tülle während des Einbaus in die Wandung nicht öffnen kann, wodurch auch der Einbauvorgang erheblich erleichtert wird.

Die erfindungsgemäße Tülle kann neben den zuvor erläuterten Einsatzgebieten in Zusammenhang mit einem Kraftfahrzeug ebenso auch für vergleichbare Anwendungen in anderen Bereichen eingesetzt werden, bei denen Leitungen durch eine Öffnung in einer Wandung hindurchgeführt werden müssen. Zusätzlich zu elektrischen Leitungen oder anstelle elektrischer Leitungen können auch andere Arten von Leitungen oder Schläuchen durch die erfindungsgemäße Tülle hindurchgeführt werden.

In einer Ausführungsform weist die Tülle eine zentrale Durchgangsöffnung auf, durch die eine oder mehrere Leitungen hindurchgeführt werden. Die Leitungen werden von außen über die Schlitzung in die Durchgangsöffnung eingeführt. Ebenso können mehrere Durchgangsöffnungen vorgesehen sein, die im Tüllenkörper in einer gewünschten Anordnung ausgebildet sind. Dabei können die Durchgangsöffnungen in einer symmetrischen oder asymmetrischen Anordnung, zentral oder dezentral im Tüllenkörper vorgesehen sein.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung sind mehrere Durchgangsöffnungen vorgesehen, die jeweils mit einer einstückig angeformten, ab- oder durchtrennbaren Verschlußkappe oder -membran versehen sind. Auf diese Weise können, z. B. bei verschiedenen Ausstattungsvarianten eines Kraftfahrzeugs, je nach Bedarf nur einzelne oder alle der zunächst verschlossenen Durchgangsöffnungen geöffnet werden, indem z. B. die Verschlußkappen abgeschnitten oder durchstoßen werden. Durchgangsöffnungen, die bei einzelnen Ausstattungsvarianten des Kraftfahrzeugs nicht benötigt werden, bleiben auf diese Weise durch die Verschlußkappen bzw. -membrane verschlossen und damit abgedichtet.

In einer günstigen Ausgestaltung ist eine Hauptschlitzung vorgesehen, von der aus Abzweigschlitzungen zu mehreren Durchgangsöffnungen herstellbar sind. Beispielsweise bei der zuvor erläuterten Ausführung mit Verschlußkappen oder - membranen können so - ausgehend von der Hauptschlitzung - je nach Bedarf einzelne Abzweigschlitzungen zu den gerade benötigten Durchgangsöffnungen gesetzt werden, z. B. durch Einschneiden oder Durchzwicken. Durch solche bei Bedarf herstellbaren Abzweigschlitzungen und die oben beschriebenen zunächst verschlossenen und bei Bedarf aktivierbaren Durchgangsöffnungen kann die erfindungsgemäße Tülle, die dann beispielsweise in einer Grundbauform mit Verschlußkappen und einer Hauptschlitzung vorliegt, vor dem Aufsetzen der Tülle auf die elektrischen Leitungen an die jeweiligen Anforderungen angepaßt werden.

In einer weiteren Ausführungsform weist die Tülle mehrere Schlitzungen auf, die jeweils vom Außenumfang des Tüllenkörpers zu jeweils einer Durchgangsöffnung verlaufen.

Es können also mehrere Durchgangsöffnungen vorgesehen sein, die jeweils über getrennte Schlitzungen zugänglich sind. Hierbei sind auch Kombinationen denkbar, z. B. dadurch, daß einige der Durchgangsöffnungen einer gemeinsamen Hauptschlitzung zugeordnet sind, von der aus Abzweigschlitzungen herstellbar sind.

Vorzugsweise ist das Kupplungselement klammerförmig ausgebildet. Auf diese Weise kann das Kupplungselement die beiden Stirnflächen, die jeweils eine Schlitzung begrenzen, zusammenklammern, d. h. in gegenseitiger Anlage festhalten.

In einer günstigen Ausführungsform ist das Kupplungselement abnehmbar. Das Kupplungselement ist also ein separates Element, daß beispielsweise aus einem formstabilen Kunststoff gefertigt ist, während der Tüllenkörper vorzugsweise aus einem Gummiwerkstoff hergestellt ist.

In einer anderen günstigen Ausführungsform ist das Kupplungselement einstückig mit dem Tüllenkörper ausgebildet. Vorzugsweise ist das Kupplungselement an den Tüllenkörper angespritzt oder angegossen. Diese Ausführung bringt den Vorteil mit sich, daß das Kupplungselement unverlierbar mit dem Tüllenkörper verbunden ist und nach dem Einführen der Leitungen lediglich in seine klammernde bzw. fixierende Position gebracht werden muß, z. B. durch Umklappen oder ähnliches. Bei der einstückigen Ausführung ist der Tüllenkörper ebenfalls vorzugsweise aus einem Gummiwerkstoff gefertigt, während das Kupplungselement beispielsweise entweder aus einem formstabilen Kunststoff in die Herstellungsform für den Tüllenkörper eingelegt und angeformt wird oder beispielsweise die Gummimischung für den Bereich des Kupplungselements härter eingestellt wird als für den übrigen Tüllenkörper. Das Kupplungselement sollte deswegen aus einem formstabilen oder wenig verformbaren Werkstoff hergestellt sein, damit es seine Funktion des Zusammenhaltens der Stirnflächen der Schlitzung auch gegen Rückstellkräfte des Tüllenkörpers aus Gummi ausüben kann.

In einer zweckmäßigen Ausgestaltung weisen die Tüllenkörper Eingriffsöffnungen auf, und zwar in Bereichen, die der zumindest einen Schlitzung benachbart sind, und das Kupplungselement weist dazu passende Eingriffsschenkel auf. Auf diese Weise kann also das Kupplungselement wie eine Klammer oder ein Bügel mit seinen Eingriffsschenkeln in die zugehörigen Eingriffsöffnungen am Tüllenkörper eingesetzt werden, um so die Stirnflächen der zugehörigen Schlitzung aneinander zu halten. In einer Ausführungsform verjüngen sich die Eingriffsschenkel zu ihren freien Enden hin keilförmig. Die zugehörigen Eingriffsöffnungen sind dann entsprechend ausgebildet. Durch die keilförmige Gestaltung wird ein guter Sitz des Kupplungselements im Tüllenkörper erreicht. In einer weiteren Ausgestaltung weisen die Eingriffsschenkel T-förmige Querschnitte auf, wodurch eine gute Stabilität der Eingriffsschenkel erreicht wird. So können diese gut in die Eingriffsöffnungen eingedrückt werden. Um das Kupplungselement in seiner Eingriffsposition gegen ein Herauslösen zu sichern, weisen die Eingriffsschenkel vorzugsweise Widerhaken oder Rastnasen auf. Die konkrete Gestalt der Eingriffsschenkel des Kupplungselements kann auf vielfältige Weise variiert werden.

In einer günstigen Ausgestaltung sind die Eingriffsschenkel des Kupplungselements durch einen Verbindungssteg miteinander verbunden. Somit ergibt sich also eine klammerförmige Gestalt. Falls nur eine einzige Schlitzung überbrückt werden muß, weist ein solches zweckmäßiges Kupplungselement eine U- förmige Gestalt auf, die von einem Verbindungssteg und zwei Eingriffsschenkeln gebildet wird. Falls mehrere Schlitzungen im Tüllenkörper von einem Kupplungselement überbrückt und zusammengehalten werden sollen, kann der Verbindungssteg zwischen den beiden Eingriffsschenkeln entsprechend verlängert werden und es können auch zusätzliche Eingriffsschenkel am Verbindungssteg angeordnet werden, etwa derart, daß jede Schlitzung von zwei benachbarten Eingriffsschenkeln zusammengehalten wird. Hierbei ergibt sich eine kammförmige Gestalt des Kupplungselements. Ebenso ist es natürlich auch möglich, mehrere einzelne Kupplungselemente zu verwenden, falls mehrere Schlitzungen fixiert werden müssen. Aus Gründen einer möglichst einfachen Montage ist es jedoch bevorzugt, nur ein einziges Kupplungselement pro Tülle vorzusehen.

Vorzugsweise weist der Tüllenkörper Ausnehmungen auf, die sich von den Eingriffsöffnungen bis in die Stirnflächen der zumindest einen Schlitzung erstrecken. Auf diese Weise ist eine Ausnehmung vorhanden, die sich über die Schlitzung hinweg fortsetzt und in der der Verbindungssteg des Kupplungselements zu liegen kommt, wenn das Kupplungselement mit seinen Eingriffsschenkeln in die zugehörigen Eingriffsöffnungen des Tüllenkörpers eingesetzt wird. Günstigerweise sind die Gestalt des Kupplungselements und die zugehörigen Eingriffsöffnungen bzw. Ausnehmungen auf seiten des Tüllenkörpers so aufeinander abgestimmt, daß das in die Eingriffsöffnungen und Ausnehmungen eingesetzte Kupplungselement eine bündige Oberfläche mit der umgebenden Oberfläche des Tüllenkörpers ausbildet. Beispielsweise kann hierzu eine ebene Rückfläche des Kupplungselements vorgesehen sein, die dann im eingesetzten Zustand eine durchgehende bündige Ebene mit dem umgebenden Tüllenkörper bildet.

In einer Ausführungsform ist die Dicht- und Haltelippenanordnung zumindest teilweise als Nut ausgebildet. In diese Nut kann dann die Begrenzung des Wandungsausschnitts, in den die Tülle eingesetzt wird, eingreifen. Die eine Schlitzung begrenzenden Stirnflächen sind vorzugsweise als Nut- und Federanordnung ausgebildet. So greifen die beiden Stirnflächen ineinander und im Einbauzustand ist die Schlitzung der Tülle zuverlässig abgedichtet.

In einer vorteilhaften Ausführung ist die zumindest eine Durchgangsöffnung als Dichtmanschette gestaltet. So werden die hindurchgeführten Leitungen durch die sich anschmiegende Manschette gut abgedichtet. In einer anderen Ausgestaltung ist die mindestens eine Durchgangsöffnung an ihrem Innenumfang mit einer rippen- oder wellenförmigen Profilierung zum Eingriff in den Außenumfang eines Wellrohrs oder -schlauchs versehen. Die Tülle ist dann gegen ein durchgeführtes Wellrohr, in dem elektrische Leitungen verlaufen, gut abgedichtet.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Nachfolgend wird nun die Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele mit Bezug auf die Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 ein erstes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Tülle mit eingesetztem Kupplungselement in einer Seitenansicht;

Fig. 2 die Tülle von Fig. 1 in einer Schnittansicht entlang der Linie II-II;

Fig. 3 die Tülle von Fig. 1 in einer Schnittansicht entlang der Linie III-III;

Fig. 4 das Kupplungselement von Fig. 1 in einer Seitenansicht;

Fig. 5 das Kupplungselement von Fig. 4 in einer Draufsicht;

Fig. 6 die Tülle von Fig. 1 in einer Draufsicht;

Fig. 7 ein zweites Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Tülle mit Kupplungselement in einer schematischen perspektivischen Explosionsdarstellung.

Beschreibung von Ausführungsbeispielen

In den Fig. 1 bis 3 und in Fig. 6 ist ein erstes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Tülle dargestellt, mit einem Tüllenkörper 1 aus einem Gummiwerkstoff und einer als Kupplungselement in den Tüllenkörper eingesetzten Klammer 10 aus einem formstabilen Kunststoff. Der Tüllenkörper 1 weist eine zentrale Durchgangsöffnung 2 auf. Eine Schlitzung 5 erstreckt sich vom Außenumfang des Tüllenkörpers bis zu dieser Durchgangsöffnung. Durch diese Schlitzung 5 kann ein (nicht dargestelltes) Wellrohr mit darin befindlichen elektrischen Leitungen in die Durchgangsöffnung eingeführt werden. Der Innenumfang der Durchgangsöffnung 2 ist hierfür mit einer rippenförmigen Profilierung 16 versehen, die in den Außenumfang des Wellrohrs eingreift und die Abdichtung gewährleistet. Am Außenumfang weist der Tüllenkörper 1 Nuten 3 und Lippen 4 auf, die die Tülle an einem (nicht dargestellten) Ausschnitt einer Wandung, z. B. aus Blech oder Kunststoff, befestigen und abdichten.

Die Klammer 10 ist in passende Ausnehmungen 6, 7 (siehe Fig. 7) am Tüllenkörper eingesetzt und überbrückt die Schlitzung 5. Dabei hält die Klammer 10 die beiden Stirnflächen 14, 15, die die Schlitzung 5 begrenzen, in gegenseitiger Anlage. Entsprechend einer Nut-/Federanordnung ist die Stirnfläche 14 mit einer Nut 8 versehen, während die Stirnfläche 15 mit einer vorspringenden Leiste 9 ausgebildet ist. So greifen die beiden Stirnflächen in ihrer durch die Klammer fixierten Anlageposition ineinander und bewirken eine sichere Abdichtung der Schlitzung.

Die Klammer 10 weist einen Verbindungssteg 11 und zwei dazu senkrechte Eingriffsschenkel 12 auf, die mit Widerhaken 13versehen sind und einen sich etwas verjüngenden T-förmigen Querschnitt haben. Die Eingriffsöffnungen 6 und Ausnehmungen 7 am Tüllenkörper (siehe Fig. 7) sind passend zur Klammer 10 ausgebildet.

Beim zweiten Ausführungsbeispiel in Fig. 7 sind gleiche oder sich entsprechende Komponenten mit den gleichen Bezugszeichen versehen wie beim ersten Ausführungsbeispiel und es wird auf die dortigen Ausführungen verwiesen.

Anstelle einer zentralen Durchgangsöffnung sind nun mehrere Durchgangsöffnungen 22 mit unterschiedlichen Durchmessern vorgesehen, die von der Hauptschlitzung 5 aus einzeln über Abzeigschlitzungen 30 zugänglich gemacht werden können. Die Abzweigschlitzungen 30 werden je nach Art und Zahl der gerade benötigten Durchgangsöffnungen vor dem Einführen der elektrischen Leitungen z. B. mit einem Seitenschneider gesetzt. Die Durchgangsöffnungen 22 sind (in Fig. 7) auf der Rückseite des Tüllenkörpers durch einstückig ausgebildete Verschlußkappen verschlossen und werden je nach Bedarf vor dem Einführen der elektrischen Leitungen z. B. durch Abschneiden der Kappen geöffnet. Nachdem die gerade benötigte Anzahl von elektrischen Leitungen eingeführt worden ist, wird die Klammer 10 in Pfeilrichtung eingesetzt, um die Stirnflächen der Schlitzung 5 in gegenseitiger Anlage und damit die Tülle auf den Leitungen zu fixieren.


Anspruch[de]
  1. 1. Tülle zur Durchführung von elektrischen Leitungen durch Wandungen, insbesondere in Kraftfahrzeugen, mit einem Tüllenkörper (1),
    1. - der mindestens eine Durchgangsöffnung (2; 22) für eine oder mehrere elektrische Leitungen aufweist,
    2. - an seinem Außenumfang mindestens eine zumindest bereichsweise umlaufende Dicht- und Haltelippenanordnung (3, 4) zur Festlegung in einem Ausschnitt einer Wandung aufweist und
    3. - mit mindestens einer durch zwei Stirnflächen (14, 15) begrenzten Schlitzung (5) versehen ist, die sich, zum Einführen zumindest einer elektrischen Leitung, vom Außenumfang zu zumindest einer Durchgangsöffnung (2; 22) erstreckt,
    dadurch gekennzeichnet, daß ein Kupplungselement (10) vorhanden ist, das die zumindest eine Schlitzung (5) überbrückend am Tüllenkörper so befestigbar ist, daß die beiden, die zumindest eine Schlitzung (5) begrenzenden Stirnflächen (14, 15) aneinander anliegend fixierbar sind.
  2. 2. Tülle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine zentrale Durchgangsöffnung (2) vorgesehen ist.
  3. 3. Tülle nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Durchgangsöffnungen (22) vorgesehen sind, die jeweils mit einer einstückig angeformten, ab- oder durchtrennbaren Verschlußkappe oder -membran versehen sind.
  4. 4. Tülle nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine Hauptschlitzung (5) vorgesehen ist, von der aus Abzweigschlitzungen (30) zu mehreren Durchgangsöffnungen (22) herstellbar sind.
  5. 5. Tülle nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Schlitzungen (5) vorgesehen sind, von denen jede vom Außenumfang des Tüllenkörpers (1) zu jeweils einer Durchgangsöffnung (2) verläuft.
  6. 6. Tülle nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Kupplungselement (10) klammerförmig ausgebildet ist.
  7. 7. Tülle nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Kupplungselement (10) abnehmbar ist.
  8. 8. Tülle nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Kupplungselement (10) einstückig mit dem Tüllenkörper (1) ausgebildet ist.
  9. 9. Tülle nach Anspruch 8 dadurch gekennzeichnet, daß das Kupplungselement (10) an den Tüllenkörper (1) angespritzt oder angegossen ist.
  10. 10. Tülle nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Tüllenkörper (1) Eingriffsöffnungen (6) in Bereichen aufweist, die der zumindest einen Schlitzung (5) benachbart sind, und daß das Kupplungselement (10) dazu passende Eingriffsschenkel (12) aufweist.
  11. 11. Tülle nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Eingriffsschenkel (12) sich zu ihren freien Enden hin keilförmig verjüngen.
  12. 12. Tülle nach Anspruch 10 oder 11 dadurch gekennzeichnet, daß die Eingriffsschenkel (12) T-förmige Querschnitte aufweisen.
  13. 13. Tülle nach einem der Ansprüche 10 bis 12 dadurch gekennzeichnet, daß die Eingriffsschenkel (12) Widerhaken (13) oder Rastnasen aufweisen.
  14. 14. Tülle nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Eingriffsschenkel (12) durch einen Verbindungssteg (11) miteinander verbunden sind.
  15. 15. Tülle nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß der Tüllenkörper (1) Ausnehmungen (7) aufweist, die sich von den Eingriffsöffnungen (6) bis in die Stirnflächen (14, 15) der zumindest einen Schlitzung (5) erstrecken.
  16. 16. Tülle nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß das in die Eingriffsöffnungen (6) und die Ausnehmungen (7) eingesetzte Kupplungselement (10) eine bündige Oberfläche mit der umgebenden Oberfläche des Tüllenkörpers (1) ausbildet.
  17. 17. Tülle nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Dicht- und Haltelippenanordnung zumindest teilweise als Nut (3) ausgebildet ist.
  18. 18. Tülle nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß die jeweils eine Schlitzung (5) begrenzenden Stirnflächen (14, 15) als Nut- und Federanordnung (8, 9) ausgebildet sind.
  19. 19. Tülle nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß die mindestens eine Durchgangsöffnung (2) als Dichtmanschette ausgestaltet ist.
  20. 20. Tülle nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß die mindestens eine Durchgangsöffnung (2) an ihrem Innenumfang mit einer rippen- oder wellenförmigen Profilierung (16) zum Eingriff in den Außenumfang eines Wellrohrs oder -schlauchs versehen ist.






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