PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19903293C1 26.10.2000
Titel Werkzeug zum Bearbeiten von Kunststoffrohren
Anmelder Seppelfricke Gesellschaft für Systemtechnik Heizsysteme Sanitärsysteme mbH, 48493 Wettringen, DE
Erfinder Lücke, Rolf, Dipl.-Ing., 48629 Metelen, DE
Vertreter Patentanwälte von Kreisler, Selting, Werner et col., 50667 Köln
DE-Anmeldedatum 28.01.1999
DE-Aktenzeichen 19903293
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 26.10.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.10.2000
IPC-Hauptklasse B29C 37/02
Zusammenfassung Das Werkzeug zum Bearbeiten von Kunststoffrohren ist mit einem sich von einem ersten Ende (16) zu einem diesem abgewandten zweiten Ende (18) erstreckenden, eine Längsachse (24) aufweisenden Schaft (14) versehen, der zwischen seinen beiden Enden (16, 18) einen Bearbeitungsabschnitt (20) zum Einführen in ein Rohr (50) und zum Bearbeiten von dessen Innen- und Stirnseite (56, 52), wobei der Schaft (14) an seinem ersten Ende (16) zum Befestigen des Schafts (14) an einem manuell oder maschinell drehbaren Drehorgan (12) vorgesehen ist. Der Bearbeitungsabschnitt (20) weist einen Kalibrierteil (26) auf, der voneinander abgewandte, konvexe, im wesentlichen zylindrische Krümmungsaußenseitenabschnitte (32) und diese verbindende Verbindungsaußenseitenabschnitte (34) aufweist, die gegenüber einer durch die Krümmungsaußenseitenabschnitte (32) verlaufenden gedachten Mantelfläche zurückspringen. Ferner weist der Bearbeitungsabschnitt (20) einen sich zum ersten Ende (16) des Schafts (14) hin an dem Kalibrierteil (26) anschließenden Schneidteil (28) mit einer ersten Schneidkante (42) zum Abtragen von Kunststoffmaterial von der Innenseite (56) des Rohres (50) auf, wobei der Schneidteil (28) sich über einen Bereich erstreckt, der zumindest gleich dem Abstand der beiden Krümmungsaußenseitenabschnitte (32) des Kalibrierteils (26) ist, und gegenüber zumindest einer der beiden Verbindungsaußenseitenabschnitte (34) des Kalibrierteils (26) zurückspringt und wobei die Schneidkante (42) parallel ...

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Werkzeug zum Bearbeiten von Kunststoffrohren, wie es beim Entgraten des Übergangsbereichs zwischen der Innenseite und dem stirnseitigen Ende eines Kunststoffrohres erforderlich ist.

Beim Abschneiden von Kunststoffrohren, wie sie für die Sanitär- oder Heizungsinstallation eingesetzt werden, entsteht an der Innenkante der Schnittfläche, also an der Innenkante der Ringfläche des stirnseitigen Rohrendes ein Grat. Dieser Grat muß entfernt werden, da er im Falle des Anschlusses des Rohrendes an einen Fitting o. dgl. die Dichtigkeit der Anlage der Rohrinnenfläche an dem Fitting beeinträchtigen kann. Darüber hinaus erschwert, ein derartiger Grat das Aufschieben des Kunststoffrohres auf den Fitting.

Aus DE 41 01 678 A1 ist ein kombiniertes Bohr- und Zentrierwerkzeug bekannt, das einen Schaftteil und mindestens einen Schneidteil aufweist. In US 4 720 219 ist ein stirnfräsartiges Werkzeug zum Bearbeiten der ringförmigen Stirnfläche eines Rohres bekannt, das einen in das Rohr eintauchbaren Abschnitt und einen von diesem radial abstehenden Fräsabschnitt mit Schneidwerkzeugen aufweist. Ferner ist es bekannt, Bohrlöcher in Werkstücken durch Bohr-, Stufen- oder andere Arten von Senkern nachzubearbeiten, um beispielsweise Anfasungen und Entgratungen vornehmen zu können (siehe beispielweise Hardt, H.: Das Bohren mit Hartmetallwerkzeugen. In: Das Industrieblatt, Stuttgart, Oktober 1958, S. 419-425).

Zum Entgraten von stirnseitigen Rohrenden existieren handbetriebene oder maschinell betriebene Werkzeuge mit Schneidkanten zum Entfernen des Grats. Diese Werkzeuge entgraten die Innenkante insbesondere dann nicht gleichmäßig, wenn das Rohr nicht exakt kreisrund sondern zum Beispiel oval ist, was im Regelfall gegeben ist. Ferner lassen sich die bekannten Werkzeuge nur schwer in die zu entgratenden Rohrenden einführen, was ebenfalls seinen Ursprung in einer Ovalität des Rohres hat. Die Ovalität des Rohres ist darüber hinaus auch der Grund dafür, daß trotz Entgraten sich das Rohrende nicht problemlos auf den Fitting aufschieben läßt. Denn dessen Stützkörper, auf den das leicht ovale Rohr aufgeschoben wird, ist kreisrund. Da der Außendurchmesser des Stützkörpers nur geringfügig kleiner sein darf als der Innendurchmesser des Rohres, um nämlich im angeschlossenen Zustand des Rohres dessen Dichtigkeit zu garantieren, ist bereits eine leichte Ovalität des Rohres beim Aufschieben auf den Stützkörper des Fittings hinderlich.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Werkzeug zum Bearbeiten von Kunststoffrohren zu schaffen, dessen Handhabung vereinfacht und dessen Wirkung bezüglich des Materialabtrages an der Innenkante des Stirnendes und der Innenseite des Rohrendes verbessert ist.

Zur Lösung dieser Aufgabe wird mit der Erfindung ein Werkzeug zum Bearbeiten von Kunststoffrohren vorgeschlagen, das versehen ist mit

  • - einem sich von einem ersten Ende zu einem diesem abgewandten zweiten Ende erstreckenden, eine Längsachse aufweisenden Schaft, der zwischen seinen beiden Enden einen Bearbeitungsabschnitt zum Einführen in ein Rohr und zum Bearbeiten von dessen Innen- und Stirnseite, wobei der Schaft an seinem ersten Ende zum Befestigen des Schafts an einem manuell oder maschinell drehbaren Drehorgan vorgesehen ist und der Bearbeitungsabschnitt versehen ist mit
  • - einem Kalibrierteil, der voneinander abgewandte, konvexe, im wesentlichen zylindrische Krümmungsaußenseitenabschnitte und diese verbindende Verbindungsaußenseitenabschnitte aufweist, die gegenüber einer durch die Krümmungsaußenseitenabschnitte verlaufenden gedachten Mantelfläche zurückspringen,
  • - einem sich zum ersten Ende des Schafts hin an dem Kalibrierteil anschließenden Schneidteil mit einer ersten Schneidkante zum Abtragen von Kunststoffmaterial von der Innenseite des Rohres, wobei der Schneidteil sich über einen Bereich erstreckt, der zumindest gleich dem Abstand der beiden Krümmungsaußenseitenabschnitte des Kalibrierteils ist, und gegenüber zumindest einer der beiden Verbindungsaußenseitenabschnitte des Kalibrierteils zurückspringt und wobei die Schneidkante parallel zur Längsachse des Schafts verläuft, und
  • - einem sich zum ersten Ende hin an den Schneidteil anschließenden Entgratteil zum Entgraten der Innenkante der Stirnseite des Rohres, wobei der Entgratteil eine zweite Schneidkante aufweist, die schräg zur ersten Schneidkante verläuft und über diese übersteht.

Das erfindungsgemäße Werkzeug weist einen flachen Schaft auf, der sich zwischen einem ersten Ende und einem diesem abgewandten zweiten Ende erstreckt und eine Längsachse aufweist. An seinem ersten Ende ist der Schaft zum Befestigen an einem manuell oder maschinell drehbaren Drehorgan (z. B. einem Handgriff oder einem maschinell antreibbaren Spannfutter) ausgebildet. Mit seinem zweiten Ende läßt sich der Schaft in das zu bearbeitende Rohr einführen.

Entlang der Längsachse des Schaftes ist ein Bearbeitungsabschnitt angeordnet, der mehrere Teilbereiche aufweist. Dem zweiten Ende zugewandt ist ein Kalibrierteil, das symmetrisch zu einer in der Längsachse liegenden Ebene ausgebildet ist. Das Kalibrierteil weist zwei im wesentlichen zueinander parallele Verbindungsaußenseitenabschnitte auf, an die sich zwei voneinander abgewandte, konvexe Außenseitenabschnitte anschließen, die im wesentlichen teilzylindrisch gekrümmt sind. Damit weist der Kalibrierteil des Bearbeitungsabschnitts die Form eines mittleren Teils eines Zylinders auf, der dadurch entstanden ist, daß der Zylinder an diametral gegenüberliegenden Enden seiner Mantelfläche abgeflacht ist. Die dabei entstehenden zueinander parallelen Außenflächen bilden die Verbindungsaußenseitenabschnitte, während die verbleibenden Außenseitenabschnitte teilzylindrisch konvex gekrümmt sind. Der Abstand der Krümmungsaußenseitenabschnitte des Kalibrierteils ist auf den Innendurchmesser des zu bearbeitenden Kunststoffrohres abgestimmt, um dieses zu kalibrieren. Der Kalibrierteil weist bezüglich dieser Dimension ein leichtes Übermaß gegenüber dem Innendurchmessers des Rohres auf, so daß dieses nach dem Einführen des Kalibrierteils unter Bildung einer Rückstellkraft leicht aufgeweitet wird.

In Richtung auf das erste Ende des Schaftteils hin schließt sich an den Kalibrierteil des Schaftes des erfindungsgemäßen Werkzeuges ein Schneidteil an, der eine erste Schneidkante zum Abtragen von Kunststoffmaterial von der Innenseite des Rohres aufweist. Der Schneidteil ist mit einer Schneidkante versehen, die parallel zur Längsachse des Schaftes verläuft. Diese erste Schneidkante ist derart angeordnet, daß sie entweder mit dem Krümmungsaußenseitenabschnitt des Kalibrierteils fluchtet oder gegenüber diesem geringfügig radial auswärts vorspringt. Während das Schneidteil, was seine Erstreckung in Abstandserstreckung der Krümmungsaußenseitenabschnitte des Kalibrierteils betrifft, gleich diesem Abstand bzw. gegebenenfalls geringfügig größer als dieser ist, weist es in rechtwinklig dazu verlaufender Richtung eine Erstreckung auf, die geringer ist als der Abstand der Verbindungsaußenseitenabschnitte des Kalibrierteils. Vorzugsweise fluchtet ein Außenseitenabschnitt des Schneidteils mit einem der Verbindungsaußenseitenabschnitte des Kalibrierteils, während der diesem Außenseitenabschnitt des Schneidteils gegenüberliegende Außenseitenabschnitt gegenüber dem korrespondierenden Verbindungsaußenseitenabschnitt des Kalibrierteils zurückspringt, und zwar insbesondere um etwa die Hälfte des Abstandes der beiden Verbindungsaußenseitenabschnitte des Kalibrierteils. An der Übergangskante des zurückspringenden Außenseitenabschnitts des Schneidteils zur in Verlängerung des Krümmungsseitenabschnitts des Kalibrierteils angeordneten Außenseitenabschnitts des Schneidteils ist die Schneidkante ausgebildet, die parallel zur Längsachse des Schaftes des erfindungsgemäßen Werkzeuges verläuft. Aufgrund der Aufweitung des zu bearbeitenden Rohres durch das Kalibrierteil kommt es zu einer elastischen Rückstellfähigkeit des Rohres. Wird das Kalibrierteil in das Rohr eingeschoben, so versucht derjenige Teil des Rohres, der sich oberhalb des Kalibrierteils befindet, seine ursprüngliche Form wieder einzunehmen. Dabei drückt sich die Innenseite dieses Teils des Rohres gegen die Schneidkante des Schneidteils, so daß durch Drehen des Schaftes durch die Schneidkante von der Innenseite des Rohres Material abgetragen wird. Dieser Materialabtrag erfolgt entsprechend der Ovalität des Rohres, so daß sich idealerweise anschließend eine im wesentlichen zylindrische Innenseitenfläche des Rohres an dessen Rohrende, an dem die Schneidkante beim Drehen des Schaftes entlanggestrichen ist, einstellt.

Um schließlich auch den Übergang der Innenseite des Rohres zur Stirnseite zu bearbeiten, schließt sich an das Schneidteil in Richtung zum ersten Ende des Schaftes hin ein Entgratungsteil an, das eine schräg oder konisch verlaufende zweite Schneidkante aufweist. Diese zweite Schneidkante steht radial über die erste Schneidkante über und verläuft in einem spitzen Winkel zur Längsachse des Schaftes, so daß beim Hineindrücken des Schaftes in das zu bearbeitende Rohr in der Endphase der Hineindrück- und Drehbewegung ein Entgratungsvorgang an der Innenkante des stirnseitigen Endes des Rohres erfolgt.

Der Bearbeitungsabschnitt des Schaftes des erfindungsgemäßen Werkzeuges kann ein oder mehrere Gruppen von zusammengehörenden Kalibrier-, Schneid- und Entgratteilen aufweisen, deren Abmessungen den Innendurchmessern unterschiedlich großer Rohre angepaßt sind. Die bezüglich ihrer Abmessungen kleinsten Gruppen von Kalibrier-, Schneid- und Entgratteilen befinden sich am zweiten Ende des Schaftes, während die Kalibrier-, Schneid- und Entgratteile zum ersten Ende des Schaftes hin stufenweise größer werden. Auf diese Weise entsteht insgesamt ein Werkzeug mit einem sich stufenweise verbreiternden Schaft. Ein derartiges Werkzeug wird auch Stufenkalibrierer genannt. Das erfindungsgemäße Werkzeug ist nicht konisch bzw. zylindrisch, sondern flach ausgebildet, weshalb insoweit auch von einem Flachkalibrierer gesprochen werden kann. Ein derartiges Werkzeug hat gegenüber einem Rundkalibrierer den Vorteil, daß es sich leichter in Rohre mit einer gewissen Ovalität einführen läßt.

In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung ist ferner vorgesehen, daß das bzw. jedes Schneidteil mehrere erste Schneidkanten aufweist. Insbesondere weist das bzw. jedes Schneidteil zwei erste Schneidkanten auf, die vorzugsweise diametral gegenüberliegend angeordnet sind. Das Vorsehen mehrerer Schneidkanten, die insbesondere gleichmäßig verteilt angeordnet sind, hat den Vorteil, daß zum Materialabtrag an der gesamten Innenseite des Rohres nicht mehr eine Drehung des Werkzeuges um 360° in dem Rohr erforderlich ist bzw. daß, wenn man eine derartige Drehung mit dem Werkzeug vollzieht, die Schneidkanten mehrfach längs der Innenseite des Rohres bewegt worden sind.

Wie beim Schneidteil so ist es auch beim Entgratteil von Vorteil, wenn dieses mehrere zweite Schneidkanten aufweist. Auch diese zweiten Schneidkanten sind gleichmäßig verteilt über den Umfang bzw. die Außenfläche des Entgratteils angeordnet. Insbesondere sind auch hier zwei zweite Schneidkanten vorgesehen, die diametral gegenüberliegend angeordnet sind. Sofern das erfindungsgemäße Werkzeug mehrere Entgratteile (für unterschiedlich dimensionierte Rohre) aufweist, ist jeder Entgratteil in obiger Weise auszubilden.

Nachfolgend werden anhand der Figuren zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung näher erläutert. Im einzelnen zeigen:

Fig. 1 eine Seitenansicht auf die Schmalseite eines Flach-Stufenkalibrierers gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung,

Fig. 2 eine Seitenansicht auf die breitere Seite des Stufenkalibrierers gemäß Fig. 1,

Fig. 3 und 4 Querschnitte entlang der Linien III-III und IV- IV der Fig. 2,

Fig. 5 bis 8 Längs- und Querschnittansichten des Rohres bzw. des Stufenkalibrierers während der unterschiedlichen Phasen der Bearbeitung des Rohres,

Fig. 9 einen Längsschnitt durch das Ende des Rohres nach dessen Bearbeitung an der Innenseite und der Innenkante der Stirnseite,

Fig. 10 eine Seitenansicht auf die Schmalseite eines Flach-Stufenkalibrierers gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel und

Fig. 11 eine Schnittdarstellung entlang der Linie XI-XI der Fig. 10 zur Verdeutlichung, daß der Stufenkalibrierer gemäß Fig. 10 zwei Schneidkanten pro Schneidteil aufweist.

Anhand der Fig. 1 bis 4 wird nachfolgend ein erstes Ausführungsbeispiel eines Flach-Stufenkalibrierers 10 näher beschrieben. Der Stufenkalibrierer 10 weist einen Handgriff 12 auf, von dem ein Schaft 14 absteht. Der Schaft 14 weist ein dem Handgriff 12 zugewandtes erstes Ende 16 sowie ein vom Handgriff 12 beabstandetes zweites Ende 18 auf. Zwischen diesen beiden Enden 16 und 18 erstreckt ein Bearbeitungsabschnitt 20. Dieser Bearbeitungsabschnitt 20 weist im Falle dieses Beispiels vier Gruppen 22 von einzelnen für die Bearbeitung von Rohren unterschiedlicher Dimensionen erforderlichen Teilen auf. Diese Gruppen 22 sind in Richtung der Längsachse 24 des Schaftes 14 nebeneinanderliegend angeordnet. Der Schaft 14 verjüngt sich (bei Betrachtung auf seine breitere Seite gemäß Fig. 2) vom ersten Ende 16 zum zweiten Ende 18 hin von Gruppe zu Gruppe stufenweise.

Der Aufbau des Bearbeitungsabschnitts 20 des Schafts 14 innerhalb einer Gruppe 22 wird nachfolgend anhand der ausgehend vom ersten Ende 16 zweiten Gruppe 22 näher erläutert.

Jede Gruppe 22 weist einen Kalibrierteil 26, einen sich an den Kalibrierteil 26 in Richtung zum ersten Ende 16 des Schaftes 14 hin anschließenden Schneidteil 28 und einen, sich an diesen anschließenden Entgratteil 30 auf. Einen Querschnitt durch den Kalibrierteil 26 zeigt Fig. 3, während Fig. 4 einen Querschnitt durch den Schneidteil 28 zeigt. Wie aus der Darstellung gemäß Fig. 3 ersichtlich ist, weist jeder Kalibrierteil 26 zwei teilzylindrische Krümmungsaußenseitenabschnitte 32 auf, die diametral gegenüberliegend angeordnet sind. Diese Krümmungsaußenseitenabschnitte 32 sind durch zueinander parallele Verbindungsaußenseitenabschnitte 34 miteinander verbunden. Insgesamt weist damit jeder Kalibrierteil 26 die Form eines an zwei diametral gegenüberliegenden Seiten abgeflachten Zylinders auf.

Jeder Schneidteil 28 weist in Verlängerung der Krümmungsaußenseitenabschnitte 32 des zugehörigen Kalibrierteils 26 fluchtende ebenfalls gekrümmte Außenseitenabschnitte 36 auf, die durch einen mit einem der Verbindungsaußenseitenabschnitte 34 des zugehörigen Kalibrierteils 26 fluchtenden Außenseitenabschnitt 38 verbunden sind und ferner durch einen Außenseitenabschnitt 40 verbunden sind, der gegenüber dem zugeordneten Verbindungsaußenseitenabschnitt 34 des zugehörigen Kalibrierteils 26 zurückspringt (s. Fig. 4). In den Übergangsbereichen dieses Verbindungsaußenseitenabschnitts 34 mit den Krümmungsaußenseitenabschnitten 36 des Schneidteils 28 ist eine Schneidkante 42 angeordnet, die, wie später noch beschrieben werden wird, dem Materialabtrag an der Innenseite eines Rohres dient.

Wie in den Fig. 1 und 2 dargestellt ist, schließt sich an jeden Schneidteil 28 ein zugehöriger Entgratteil 30 an, der eine konisch verlaufende Schneidkante 44 aufweist. An einen derartigen Entgratteil 30 schließt sich dann der Kalibrierteil 26 der nächstgrößeren Gruppe 22 an. Andererseits schließt sich an den Kalibrierteil 26 eine Gruppe 22 zum zweiten Ende 18 des Schaftes 14 hin der Entgratteil 30 der nächstkleineren Gruppe 22 an.

Wie man der Darstellung der Fig. 1 entnehmen kann, weist der Stufenkalibrierer 10 eine flache Ausgestaltung auf, wobei die eine eben ausgeführte Seite 46 durch die Verbindungsaußenseitenabschnitte 34 und 38 der Kalibrierteile 26 und der Schneidteile 28 sowie die korrespondierenden Außenseitenabschnitte 48 der Entgratteile 30 gebildet ist. Der Verlauf der Schneidkanten 42 der Schneidteile 28 ist parallel zur Längsachse 24 des Schaftes 14. In diesem Ausführungsbeispiel erstrecken sich die Schneidkanten 42 der Schneidteile 28 in Verlängerung der Krümmungsaußenseitenabschnitte 32 der zugehörigen Kalibrierteile 26; die Schneidkanten 44 der Entgratteile 30 schließen sich an die Schneidkanten 42 der Schneidteile 28 an und verlaufen schräg zu diesen radial nach außen.

Die Funktionsweise des Kalibrierers 10 wird nachfolgend anhand der Fig. 5 bis 8 erläutert. Ein zu behandelndes Rohr 50 weist eine Stirnseite 52 mit einer Innenkante 54 und einer Innenseite 56 auf. Der Kalibrierer 10 wird mit dem zum Innendurchmesser des Rohres 50 passenden Kalibrierteil 26 in das Rohr 50 eingeführt. Die flache Ausgestaltung des Kalibrierers 10 im Bereich des Kalibrierteils 26 macht es dabei möglich, den Kalibrierer 10 auch in leicht ovale Rohre 50 leichtgängig einzuführen, was in Fig. 6 dargestellt ist. Wie anhand von Fig. 5 zu erkennen ist, wird das Rohr 50 an seinem Ende durch den Kalibrierteil 26 leicht aufgeweitet. Dadurch ist es das Rohr 50 sozusagen nach innen vorgespannt. Wird nun der Schaft 14 des Stufenkalibrierers 10 so weit in das Rohr eingeführt, daß sein Schneidteil 28 in das Rohrende hineinragt, kann durch Drehen des Schaftes 14 mittels der Schneidkante 42 des Schneidteils 28 Material von der Innenseite 56 des Rohres 50 abgetragen werden (s. Fig. 5 und 7). Aufgrund der Elastizität und Flexibilität des Kunststoffmaterials des Rohres 50 legt sich das Rohr von außen dicht an die Schneidkante 42 an, so daß bei Bewegung der Schneidkante 42 längs der Innenseite 56 von dort Kunststoffmaterial abgetragen wird.

Das Ergebnis dieses Prozederes ist in Fig. 8 dargestellt. Aufgrund der Ovalität des Rohres 50 ist der Materialabtrag an der Innenseite 56 derart, daß sich insgesamt, im stirnseitigen Endbereich des Rohres 50 eine im wesentlichen kreisrunde Öffnung ergibt (s. Fig. 8).

In der Endphase des Eintreibens des Schafts 14 gelangt die Schneidkante 44 des Entgratteils 30 in Kontakt mit der Innenkante 54 der Stirnseite 52, so daß bei Drehung des Schaftes 14 auch in diesem Bereich Material abgetragen wird, was zu einer Entgratung der Innenkante 54 führt. Nach der Bearbeitung des Rohres 50 stellt sich die in Fig. 9 dargestellte Situation ein; sowohl an der Innenseite 56 als auch an der Innenkante der Stirnseite 52 ist Kunststoffmaterial abgetragen worden. Jetzt weist das Rohr 50 an diesem Ende eine Form auf, die es dem Installateur ermöglicht, das so bearbeitete Rohr 50 auf einfache Weise auf einen Anschlußfitting aufzuschieben.

Fig. 10 und 11 zeigen Darstellungen einer alternativen Ausgestaltungsform eines Flach-Stufenkalibrierers 10' mit zwei Schneidkanten 42 pro Schneidteil 28. So weit die einzelnen Teile des Stufenkalibrierers 10' denen des Stufenkalibrierers 10 der Fig. 1 bis 9 entsprechen, sind sie mit denselben Bezugszeichen versehen.

Wie bei dem Stufenkalibrierer 10 ist auch der Stufenkalibrierer 10' mit parallel zur Längsachse 24 verlaufenden Schneidkanten 42 in seinen Schneidteilen 28 versehen. Diese Schneidteile 28 weisen gegenüber dem Verbindungsaußenseitenabschnitten 34 der zugehörigen Kalibrierteile 26 zurückspringende Außenseitenabschnitte 38 auf, an deren Übergängen zu den Krümmungsaußenseitenabschnitten 36 zwei diametral gegenüberliegende Schneidkanten 42 ausgebildet sind. Diese Schneidkanten 42 springen gegenüber den Krümmungsaußenseitenabschnitten 32 der Kalibrierteile 26 geringfügig nach außen vor, was in Fig. 11 zu sehen ist. Im übrigen ist der Stufenkalibrierer 10' ansonsten wie der Stufenkalibrierer 10 aufgebaut.


Anspruch[de]
  1. 1. Werkzeug zum Bearbeiten von Kunststoffrohren mit
    1. - einem sich von einem ersten Ende (16) zu einem diesem abgewandten zweiten Ende (18) erstreckenden, eine Längsachse (24) aufweisenden Schaft (14), der zwischen seinen beiden Enden (16, 18) einen Bearbeitungsabschnitt (20) zum Einführen in ein Rohr (50) und zum Bearbeiten von dessen Innen- und Stirnseite (56, 52), wobei der Schaft (14) an seinem ersten Ende (16) zum Befestigen des Schafts (14) an einem manuell oder maschinell drehbaren Drehorgan (12) vorgesehen ist und der Bearbeitungsabschnitt (20) versehen ist mit
      1. - einem Kalibrierteil (26), der voneinander abgewandte, konvexe, im wesentlichen zylindrische Krümmungsaußenseitenabschnitte (32) und diese verbindende Verbindungsaußenseitenabschnitte (34) aufweist, die gegenüber einer durch die Krümmungsaußenseitenabschnitte (32) verlaufenden gedachten Mantelfläche zurückspringen,
      2. - einem sich zum ersten Ende (16) des Schafts (14) hin an dem Kalibrierteil (26) anschließenden Schneidteil (28) mit einer ersten Schneidkante (42) zum Abtragen von Kunststoffmaterial von der Innenseite (56) des Rohres (50), wobei der Schneidteil (28) sich über einen Bereich erstreckt, der zumindest gleich dem Abstand der beiden Krümmungsaußenseitenabschnitte (32) des Kalibrierteils (26) ist, und gegenüber zumindest einer der beiden Verbindungsaußenseitenabschnitte (34) des Kalibrierteils (26) zurückspringt und wobei die Schneidkante (42) parallel zur Längsachse (24) des Schafts (14) verläuft, und
      3. - einem sich zum ersten Ende (16) hin an den Schneidteil (28) anschließenden Entgratteil (30) zum Entgraten der Innenkante (54) der Stirnseite (52) des Rohres (50), wobei der Entgratteil (30) eine zweite Schneidkante (44) aufweist, die schräg zur ersten Schneidkante (42) verläuft und über diese übersteht.
  2. 2. Werkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Schneidkante (42) des Schneidteils (28) in Verlängerung einer der beiden Krümmungsaußenseitenabschnitte (32) des Kalibrierteils (26) verläuft.
  3. 3. Werkzeug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Schneidkante (42) des Schneidteils (28) mit dem Krümmungsaußenseitenabschnitt (32) des Kalibrierteils (26) fluchtet.
  4. 4. Werkzeug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Schneidkante (42) des Schneidteils (28) gegenüber dem Krümmungsaußenseitenabschnitt (32) des kalibrierteils (26) vorspringt.
  5. 5. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Schneidteil (28) mehrere erste Schneidkanten (42) aufweist.
  6. 6. Werkzeug nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Schneidteil (28) zwei erste Schneidkanten (42) aufweist, die diametral gegenüberliegend angeordnet sind, wobei jede Schneidkante (42) in Verlängerung jeweils eines der Krümmungsaußenseitenabschnitte (32) angeordnet ist.
  7. 7. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Entgratteil (30) mehrere zweite Schneidkanten (44) aufweist.
  8. 8. Werkzeug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Entgratteil (30) zwei zweite Schneidkanten (44) aufweist, die diametral gegenüberliegend angeordnet sind.
  9. 9. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß eine zweite Schneidkante (44) des Entgratteils (30) sich an eine erste Schneidkante (42) des Schneidteils (28) anschließt.
  10. 10. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Bearbeitungsabschnitt (20) des Schaftes (14) mehrere Gruppen (22) von Kalibrier-, Schneid- und Entgratteilen (26, 28, 30) aufweist, die in Erstreckung der Längsachse (24) des Schaftes (14) aufeinanderfolgend angeordnet sind.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com