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Dokumentenidentifikation DE19903330C1 26.10.2000
Titel Selbstlade-Handfeuerwaffe mit einem zwischen einer Schießanlage und einer offenen Lage beweglichen Verschluß
Anmelder Heckler & Koch GmbH, 78727 Oberndorf, DE
Erfinder Murello, Johannes, 78652 Deißlingen, DE;
Fischbach, Wilhelm, 78652 Deißlingen, DE;
Weldle, Helmut, 78727 Oberndorf, DE
Vertreter Samson & Partner, Patentanwälte, 80538 München
DE-Anmeldedatum 28.01.1999
DE-Aktenzeichen 19903330
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 26.10.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.10.2000
IPC-Hauptklasse F41A 9/38
IPC-Nebenklasse F41A 3/26   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Selbstlade-Handfeuerwaffe, mit
- einem Verschluß (5), der längs einer Verschluß-Bewegungsbahn zwischen einer Schließlage und einer offenen Lage beweglich ist,
- einem Magazin (9), das durch Federkraft Patronen quer zur Verschluß-Bewegungsbahn bis in diese nachführt, und
- einer Sperre (13), welche die jeweils erste Patrone (11) des Magazins (9) erst dann in die Verschluß-Bewegungsbahn nachrücken läßt, wenn der Verschluß (5) sich in oder nahe seiner offenen Lage befindet.
Bevorzugt ist die Sperre von einer sich parallel zur Verschluß-Bewegungsbahn erstreckenden und in ihrer Erstreckungsrichtung beweglichen Platte (13) geschaffen, die sich zwischen die jeweils erste Patrone (11) und die Verschluß-Bewegungsbahn schiebt und diese Patrone (11) so lange zurückhält, bis der Verschluß (5) seine offene Lage erreicht oder nahezu erreicht hat.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Selbstlade-Handfeuerwaffe mit einem längs einer Bewegungsbahn zwischen einer Schließlage und einer offenen Lage beweglichen Verschluß und mit einem Magazin, das durch Federkraft oder dergleichen Patronen aufeinanderfolgend quer zur Verschluß-Bewegungsbahn bis in eine Nachführlage fördert, in welcher die jeweilige erste oder oberste Patrone mindestens teilweise in die Verschluß-Bewegungsbahn ragt (Oberbegriff des Anspruch 1). Eine solche Waffe ist aus der DE 195 01 397 A1 bekannt.

Wenn im folgenden Lagebegriffe wie "oben", "vertikal" o. dgl. verwendet werden, so wird immer von einer Waffe in normaler Feuerstellung ausgegangen, in welcher der Lauf horizontal verläuft; "vorne" ist in Schußrichtung.

Bei Selbstladewaffen der eingangs genannten Art, mit beispielsweise einem Stangenmagazin, wird die jeweils erste bzw. oberste Patrone von der Magazinfeder gegen den Verschluß oder hinter dem Verschluß in dessen Bewegungsbahn angedrückt, wenn der Verschluß sich in Schließlage befindet. Läuft dieser infolge des Abfeuerns in seine offene Lage zurück, dann schleift er an der obersten Patrone bis er sich seiner offenen Lage annähert. Erst jetzt kann die oberste Patrone in ihre Nachführlage nachrücken. In dieser wird sie von mindestens einer Magazinlippe gehalten und befindet sich mindestens teilweise vor dem Verschluß.

Bewegt sich nun der Verschluß wieder in seine Schließlage vor, dann schiebt er von hinten die Patrone in das Patronenlager ein, wobei die Patrone einen mehr oder weniger ausgeprägten Zickzackweg zurücklegt. Dieser Zickzackweg ist umso flacher, je weiter sich die Nachführlage in der Bewegungsbahn des Verschlusses befindet. Je flacher dieser Zickzackweg ist, desto schonender ist dabei der Transport der Patrone und desto geringer ist die Möglichkeit einer Ladehemmung. Desto kräftiger wird aber auch die erste Patrone von der Magazinfeder gegen den bewegten Verschluß gepreßt. Ist die Patrone mechanisch empfindlich, etwa eine Schrotpatrone mit Papphülse, dann kann sie beim Nachladen beschädigt werden. Dies ist einer der Gründe, warum jagdliche Selbstlade-Schrotflinten ein Röhrenmagazin verwenden, welches die jeweils erste Patrone auf einen Ladelöffel fördert, auf dem sie lose unter dem bewegten Verschluß liegt, und erst dann in die Bewegungsbahn des Verschlusses schwenkt, wenn dieser offen ist. Selbstlade-Schrotflinten für den Polizeieinsatz dagegen, die ein Stangenmagazin aufweisen, können aus diesem Grunde solche empfindliche Munition nicht störungsfrei verschießen.

Auch für Sportschützen, die eine verschossene Patronenhülse mehrfach wiederladen, ist eine gattungsgemäße Selbstladewaffe nachteilig. Der an der angedrückten Patrone entlanggleitende Verschluß verschrammt nämlich zwangsläufig deren Hülse und beschädigt sie dabei so, daß sie weniger oft wiedergeladen werden kann als etwa die Hülse einer Patrone, die aus einem Einzellader verschossen wird.

Bei einem Scharfschützengewehr kann das Verschrammen des Geschosses zu einer Abnahme der Schußgenauigkeit führen.

Dieses Verschrammen von Geschoß und Hülse ist besonders dann gravierend, wenn der Verschlußkopf nach unten vorstehende, scharfkantige Vorsprünge und Warzen aufweist, wie etwa beim US-Militärgewehr M 16.

In letzter Zeit wurde eine sog. "intelligente Munition" entwickelt. Das ist eine Munition für Handfeuerwaffen, deren Geschoß eine Elektronik aufnimmt, welche das Verhalten des abgeschossenen Geschosses beeinflußt. So ist es etwa möglich, mittels einer an der Waffe angebrachten Zielelektronik einem drallstabilisierten Geschoß noch beim Abschuß die Entfernung mitzuteilen, in der es detonieren soll. Dabei ermittelt die Zielelektronik die Entfernung zum Ziel und teilt dem Geschoß die Anzahl von Umdrehungen mit, die es bis zum Ziel zurücklegen muß. Die Geschoßelektronik zählt die tatsächlichen Geschoßumdrehungen und zündet bei Erreichen der vorgegebenen Anzahl eine Sprengladung. Bei dieser Munition macht die Patronenhülse nur etwa 40% der Patronenlänge aus. Das mit der Elektronik bestückte Geschoß hat eine Länge von etwa 2/3 der Patronenlänge. Der Geschoßmantel muß bei diesem Geschoß nicht als Drallführung und Splittermantel dienen, sondern nur als Abdeckung. Die Drallführung bewirkt ein Kunststoffring am Geschoßheck, der auch wie ein Treibspiegel gegenüber den Treibgasen abdichtet. Natürlich ist ein solcher Geschoßmantel gegenüber mechanischen Beschädigungen empfindlich.

Das beschriebene Geschoß ist noch in anderen Hinsicht empfindlich: es läßt sich nicht immer vermeiden, daß der Verschluß, der ja aus Stahl besteht, im Laufe der Zeit leicht permanentmagnetisch wird. Bei seiner Materialauswahl haben nämlich dessen mechanische Eigenschaften absoluten Vorrang vor etwaigen magnetischen Eigenschaften. Die Gefahr einer Verschluß-Magnetisierung besteht besonders nach längerer Lagerung der Waffe in einem Arsenal, in welchem der Verschluß längere Zeit mit unveränderter Ausrichtung im Erdmagnetfeld liegt. Hierdurch kann sich merkliche Permanentmagnetisierung einstellen. Wenn nun dieser Verschluß mehr oder minder stark magnetisiert ist und unmittelbar am Geschoß vorbeibewegt wird, kann er in der Geschoßelektronik Störspannungen induzieren. Diese wiederum können die Elektronik beeinträchtigen.

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß sich die Erfindung nur mit solchen Selbstladewaffen befaßt, in welchen die erste Patrone in ihrer Nachführlage, d. h. einer Lage, um unmittelbar nachfolgend in das Patronenlager des Laufes eingeführt zu werden, sich noch im Magazin befindet. Es sind nämlich Selbstladewaffen bekannt, bei welchen die Nachführlage der jeweils ersten Patrone nicht mit ihrer obersten Lage im Magazin zusammenfällt. Bei solchen Waffen wird beispielsweise die jeweils erste Patrone nach dem Entnehmen aus dem Magazin oder einem Gurt zunächst mittels eines zusätzlichen Mechanismus in eine Wartelage und erst dann in die Nachführlage befördert.

Ausgehend von der weiter oben umrissenen Problemlage liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die eingangs genannte, selbstladende Handfeuerwaffe dahingehend weiterzubilden, daß die Patrone, besonders das Geschoß, beim Nachladevorgang möglichst unversehrt bleibt. Von Vorteil wäre es auch, einen etwaigen Einfluß eines ggf. magnetisierten Verschlusses auf ein Geschoß mit Elektronik zu verringern.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch den Gegenstand des Anspruchs 1 gelöst, also dadurch, daß die eingangs genannte Selbstlade-Handfeuerwaffe eine vom Verschluß lösbare Sperre aufweist, welche die jeweils erste Patrone von ihrem Eintritt in die Verschluß-Bewegungsbahn zunächst zurückhält und zur Freigabe dieser Patrone erst dann vom Verschluß gelöst wird, wenn letzterer sich an seine hintere Endlage bzw. offene Lage annähert.

Hierdurch kann der Verschluß zurücklaufen, ohne die als nächste nachzuführende Patrone zu berühren oder gar zu schrammen. Erst wenn der Verschluß über die Patrone, mindestens deren Geschoß, hinweg gelaufen ist, wird die Patrone von der Sperre freigegeben, schnappt nach oben in die Nachführlage und kann nachfolgend von dem wieder nach vorne laufenden Verschluß erfaßt und nachgeladen werden. Bei der erfindungsgemäßen Waffe liegt die Patrone während des Verschlußrücklaufes nicht gegen den Verschluß an, sondern ist von diesem entfernt, wenn auch nur um eine geringe Strecke. Diese geringe Entfernung aber kann genügen, auch etwaige magnetische Einflüsse des Verschlusses auf die Geschoßelektronik ausreichend zu verringern.

Durch die DE-OS 18 11 246 ist ein Magazin bekannt, dessen Magazinlippen ein vom Magazingehäuse gesondertes, nach oben bewegliches Teil bilden, so daß bei offenem Verschluß die Magazinlippen so nach oben bewegt werden, daß der Verschluß die oberste Patrone erfassen und in das Patronenlager einführen kann. Kurz vor dem Schließen läuft der Verschluß gegen Vorsprünge an den Magazinlippen auf und drückt diese wieder nach unten.

Dieses Magazin verhindert das Verschrammen der nachgeführten Patronen, aber nur im Bereich der Geschoße, da dort die genannten Vorsprünge den Verschluß von der Patrone fernhalten. Es wird aber das Magazin erheblich aufwendiger als das Magazin, das bei der Erfindung verwendet ist und herkömmlich aufgebaut sein kann; so wird die Wahrscheinlichkeit von Ladehemmungen erhöht, und bei Militärwaffen, für die viel mehr Magazine als Waffen produziert werden, werden die Gesamtkosten gegenüber der Erfindung erhöht.

Es ist grundsätzlich möglich, die Sperre bereits innerhalb des Magazines oder in dieses eingreifend auszubilden, etwa mittels eines Sperrvorsprungs, der seitlich in das Magazin durch eine Öffnung in dessen Wand eingreift. Bevorzugt ist jedoch die Sperre als Platte ausgebildet, die sich parallel zur Bewegungsbahn des Verschlusses erstreckt, in Richtung ihrer Erstreckung zwischen einer Sperrstellung und einer Freigabestellung beweglich ist und in ihrer Sperrstellung zwischen dem Verschluß und der jeweils ersten Patrone zu liegen kommt (Anspruch 2). Diese Platte hält die gegen sie anliegende erste Patrone zurück, beschädigt sie aber nicht. Hierzu ist die Platte auf ihrer der Patrone zugewandten Seite bevorzugt glatt ausgebildet. Die Platte dient also der Schonung der Patrone.

Ein Selbstladegewehr, welches die oben erwähnte "intelligente Munition" verschießt, baut sehr groß, weil die verwendete Patrone ein Kaliber von etwa 20 mm aufweist. Das Gewicht, das ein Selbstladegewehr aufweisen darf, ist aber beschränkt. Hier führt die Erfindung in unerwarteter Weise zu einer Gewichtsverringerung: Früher mußte der Verschluß einer Selbstladewaffe an seiner Unterseite eine glatte Fläche aufweisen, um die Patrone nicht zu beschädigen und nicht an dieser hängenzubleiben. Er wies deshalb an seiner Unterseite einen massiven, stegförmigen Ansatz auf, der zu seiner eigentliche Funktion, das Patronenlager beim Schuß zu verschließen, nichts beitrug. Aufgrund der Erfindung kann nun der Verschluß auf seine funktionswesentliche und dem Gesicht nach optimierte Ausbildung reduziert und deshalb im Gewicht deutlich verringert werden. Die Platte zur Schonung der ersten Patrone kann dagegen aus dünnem und/oder leichtem Material ausgebildet sein, so daß sich insgesamt eine Gewichtsverringerung der Waffe ergibt. Auch bei Selbstladewaffen für deutlich kleinere Patronen wird stets eine Gewichtsverringerung angestrebt. Hier wirkt sich der erfindungsgemäße Vorteil einer Gewichtsverringerung in weniger bezeichnender Weise aus als bei den obengenannten Großkaliber-Selbstladebüchsen. Bei Selbstlade- Schrotflinten mit Stangenmagazin hat dagegen die Erfindung eine ähnliche, gewichtsverringernde Wirkung wie bei Großkaliber-Selbstladebüchsen.

Diese Sperr- oder Schutzplatte könnte lose geführt sein und eine Rast für ihre wirksame, die erste Patrone zurückhaltene Lage sowie eine weitere Rast für ihre unwirksame, die erste Patrone freigebende Lage aufweisen. Die Platte könnte aber auch am Verschluß befestigt sein. Bevorzugt ist sie jedoch von diesem unabhängig und weist eine Feder auf, die sie in ihre wirksame Lage drückt. Zusätzlich greift die Platte derart in die Bewegungsbahn des Verschlusses ein, etwa mit einem Vorsprung oder dergleichen, daß sie vom Verschluß bei dessen Rücklauf mitgenommen wird. Dabei unterstützt diese Feder die dem Verschluß zugeordnete Schließfeder mindestens beim Öffnen des Verschlusses (Anspruch 3).

Die Platte kann sich über die gesamte Oberseite des Magazines hin erstrecken und könnte hierdurch zusätzlich verhindern, daß - bei entnommenem Magazin und geschlossenem Verschluß - grobe Fremdkörper in die Verschluß-Bewegungsbahn gelangen. Besteht hierbei die Platte aus einem elektrisch leitenden, aber nicht magnetisierbaren Material, kann sie zusätzlich als magnetische Abschirmung der bereits genannten "intelligenten Munition" gegen den magnetisierten Verschluß dienen.

Besonders vorteilhaft ist es jedoch, daß die Platte in ihrer Sperrlage nur einen Teil der Patrone übergreift (Anspruch 4), und zwar besonders nur die Patronenhülse oder (bei einer Schrotflinte) die Metallhülse, die das Ende der Patronenhülse bildet. Die Platte ersteckt sich dabei von der hinteren Kante des Magazines nach vorne und endet vor der vorderen Magazinkante, wobei sie vom Verschluß nach hinten zurückgezogen werden kann, bis die erste Patrone freikommt.

Diese Maßnahme hat besonders bei der erwähnten "intelligenten Munition" den Vorteil, daß die Platte das Geschoß nicht berühren kann und sich auch nicht in dessen Nähe befindet. Es ist somit möglich, die Platte aus Stahl auszubilden, ohne eine induktive Beeinflussung der Geschoßelektronik befürchten zu müssen. Ferner nimmt der Verschluß bei seinem Rücklauf die Platte erst dann mit, wenn er schon durch die Schließfeder erheblich abgebremst wurde. Die Platte scheuert also nur noch mit geringer Geschwindigkeit und damit auch geringer Intensität über die Patronenhülse.

Es ist ergänzend oder statt dessen auch möglich, die Platte aus einem Nichteisenmetall auszubilden, besonders aus Leichtmetall, oder auch aus Kunststoff. Gerade im letztgenannten Fall kommt es nicht nur zu einer Gewichtsersparnis, sondern auch zu einer besonders schonenden Behandlung der ersten Patrone, die gegen die Platte anliegt. Es kann nämlich nicht ausgeschlossen werden, daß die Platte durch grobe und unfachmännische Behandlung einen Grat erhält, der dann die Patrone beschädigen könnte. Bei einem entsprechenden Kunststoff ist die Möglichkeit eines Grates nahezu ausgeschlossen. Auch würde er die Patrone nicht in dem Maße beschädigen wie ein Grat einer Metallplatte. Die Auswahl eines geeigneten Kunststoffes ist jedem Fachmann ohne weiteres möglich. Der Kunststoff kann auch als Beschichtung auf eine Platte aus Metall aufgebracht sein.

Um die Möglichkeit der Beschädigung der Platte beim Zerlegen und Reinigen der Waffe zu minimieren, ist es gemäß Anspruch 6 besonders von Vorteil, die Platte mit ihrer Feder und Führung auf der Seite der Abschlußkappe des Waffengehäuses anzuordnen, welche dessen Innenseite zugewandt ist.

Unter "Abschlußkappe" wird bei einem Gewehr der "Bullpup"-Bauweise die rückwärtige Abdeckkappe des Waffengehäuses verstanden, die auf der Schulter des Schützen abzustützen ist. Bei einem Gewehr der "Bullpup"-Bauweise ist der sonst übliche Hinterschaft weggelassen, das Waffengehäuse erstreckt sich bis zur Schulter des Schützen und ist dort durch die Abschlußkappe verschlossen. Das Griffstück befindet sich vor dem Magazin. Die Erfindung ist jedoch nicht auf Gewehre der "Bullpup"-Bauweise beschränkt.

Zum Entnehmen des Verschlusses wird zunächst die Abschlußkappe zusammen mit der gesamten Anordnung zum Führen der Platte entnommen, wobei deren Eingriff mit dem Verschluß gelöst werden kann.

Der Gegenstand der Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der beigefügten, schematischen Zeichnung noch näher erläutert. In dieser zeigt:

Fig. 1 einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes Selbstladegewehr mit offenem Verschluß, wobei das Griffstück und der Handschutz der Einfachheit halber weggelassen sind, mit einer separaten Anordnung zum Führen einer "Patronenschoner"-Platte;

Fig. 2 einen Querschnitt analog zu dem der Fig. 1, jedoch mit nach vorne fahrendem Verschluß;

Fig. 3 einen Querschnitt analog zu dem der Fig. 1, wobei jedoch der Verschluß gerade über das Magazin hinweggelaufen ist und eine Patrone ins Patronenlager einführt;

Fig. 4 die Abschlußkappe integriert mit Platte und Führung, im Schrägbild;

Fig. 5 einen Längsschnitt durch die in Fig. 4 gezeigten Elemente, längs Linie A-A in Fig. 7;

Fig. 6 eine Seitenansicht durch die in Fig. 4 gezeigten Elemente; und

Fig. 7 eine Draufsicht auf die in Fig. 4 gezeigten Elemente.

Die Bezugszeichen sind durchgehend für gleiche Elemente beider Anordnungen bezeichnet.

Soweit solche Elemente in einer der Figuren nicht bezeichnet oder bei der Beschreibung einer der Figuren nicht erläutert sind, gilt die Bezeichnung oder Beschreibung in einer anderen Figur.

In den Fig. 1 bis 3 ist schematisch und im Schnitt ein Großkaliber-Selbstladegewehr in einer ersten Ausführungsform gezeigt - das Griffstück ist der besseren Deutlichkeit halber entnommen.

Ein Waffengehäuse 3 trägt an seinem vorderen Ende einen Lauf 1 und an seinem rückwärtigen Ende eine Abschlußkappe 7. Zwischen dem hinteren Laufende und der Innenseite der Abschlußkappe 7 ist die Bewegungsbahn eines Verschlusses 5 ausgebildet, der in seiner vorderen Lage (nicht gezeigt) auf dem hinteren Laufende aufsitzt und gegen die Kraft einer Schließfeder (nicht gezeigt, oberhalb der Seelenachse) in seine hintere Lage (Fig. 1) beweglich ist. Die Bewegungsbahn des Verschlusses 5 verläuft etwa parallel zur Seelenachse oder Mittelachse des Laufes 1. Bei der Rückwärtsbewegung wird eine leere Patronenhülse aus dem Lauf 1 ausgezogen und seitlich (senkrecht zur Bildebene) ausgeworfen. Bei der Vorwärtsbewegung des Verschlusses wird die erste oder oberste Patrone 11 im Magazin 9 ergriffen (Fig. 2) und in den Lauf 1 eingeführt.

Das Magazin 9 ist in diesem Ausführungsbeispiel als gerades Stangenmagazin ausgebildet und erstreckt sich etwa senkrecht zur Bewegungsbahn des Verschlusses 5. In ihm sind mehrere Patronen aufgenommen und werden von unten her durch einen Zubringer (nicht gezeigt) mittels Federkraft nach oben gegen die Bewegungsbahn des Verschlusses 5 gedrückt. Die erste Patrone 11 nimmt am obersten Ende des Magazines 9 eine Nachführlage ein. In dieser ragt sie (von unten her) so in die Bewegungsbahn des Verschlusses 5 hinein (Fig. 1), daß sie von desssen vorderer Stirnfläche erfaßt und nach vorne geschoben werden kann. Dabei läuft die erste Patrone 11 mit ihrer Geschoßspitze über eine flache Rampe 17, führt dabei eine flache Zickzackbewegung nach vorne und oben durch (Fig. 2) und wird schließlich in das Patronenlager des Laufes 1 eingeführt (Fig. 3).

In einer zweiten Ausführungsform ist an der Abschlußkappe 7 ist eine Führung 21 (Fig. 4 bis 7) mit zwei seitlichen, einander zugewandten Nuten ausgebildet, in die eine ebene, längliche Schutzplatte 13 mit ihren Längskanten längsbeweglich eingesetzt ist. In der Unterseite der Führung 21 ist eine Aufnahmebohrung für eine Spiral- Druckfeder 19 ausgebildet, die sich ebenfalls parallel zur Bewegungsbahn des Verschlusses 5 erstreckt.

Diese Feder 19 stützt sich mit ihrem hinteren Ende auf der Abschlußkappe 7 und mit ihrem vorderen Ende auf einem Querstollen 23 (Fig. 5) ab, der an der Unterseite der Schutzplatte 13 ausgebildet ist. Die Feder 19 belastet somit die Schutzplatte 13 nach vorne und wird zusammengedrückt, wenn die Schutzplatte 13 nach hinten bewegt wird.

Am rückwärtigen Ende der Schutzplatte 13 ist ein nach oben ragender Eingriffssteg 15 ausgebildet, der bei zusammengebauter Waffe den Verschluß 5 hintergreift.

Die Führung kann mit der Abschlußkappe 7 einstückig ausgebildet sein oder aus gesonderten Teilen bestehen, die gegebenenfalls getrennt in das Waffengehäuse 3 einzubauen sind. Im gezeigten Beispiel (Fig. 4-7) besteht die Führung 21 aus einem in die Abschlußklappe integrierten Teil.

Die Abschlußkappe 7, die Führung 21 und gegebenenfalls auch die Schutzplatte 13 sind aus Kunststoff hergestellt und gegebenenfalls mit Fasern und/oder Einlagen, etwa aus Stahl, verstärkt.

Das gezeigte Ausführungsbeispiel arbeitet wie folgt:

Bei geschlossenem Verschluß 5 ist die Ruhelage der Schutzplatte 13 so, wie in Fig. 3 gezeigt: sie überdeckt von hinten her die Patronenhülse der ersten Patrone 11 im Magazin 9 und hält so die gesamte Patrone 11 unterhalb der Bewegungsbahn des Verschlusses 5 fest. Da die erste Patrone 11 von unten her durch eine andere Patrone oder den Zubringer des Magazins 9 abgestützt wird, richtet sie sich an der Schutzplatte 13 aus und kann nicht mit dem Geschoß nach oben kippen. Das Geschoß kann somit einen geringen Abstand zum Verschluß 5 behalten.

Nach einem Schuß läuft der Verschluß 5 zurück und trifft gegen den Eingriffssteg 15 an. Der Verschluß 5 hat in diesem Augenblick schon seine hohe Anfangsgeschwindigkeit eingebüßt, da er von der (nicht gezeigten) Schließfeder beim Rücklauf abgebremst wird. Außerdem ist er nahezu völlig nach unten hin von der Schutzplatte 13 verdeckt. Lediglich der Verschlußkopf, d. h. der vordere Teil des Verschlusses 5, steht dann ein wenig über die vordere Querkante der Schutzplatte 13 über.

Beim weiteren Rücklauf nimmt der Verschluß 5 die Schutzplatte 13 mit nach hinten. Sobald die Schutzplatte 13 und dann auch der Verschlußkopf völlig über die erste Patrone 11 hinweg nach hinten gelaufen sind, kann diese Patrone nach oben in die Nachführlage springen. Diese Lage ist in Fig. 1 gezeigt.

Schließlich erreicht der Verschluß 5 seine hintere Endlage. Er wird dann wieder nach vorne beschleunigt, wobei die Feder 19 auch die Schutzplatte 13 wieder nach vorne schiebt. Der Eingriffssteg 15 verbleibt somit in Eingriff mit der Rückseite des Verschlusses 5. Während die erste Patrone 11 nun vom Verschluß 5 nach vorne geschoben wird, läuft sie zunächst die Magazinlippen (nicht gezeigt) entlang und verbleibt somit etwa in Höhe der Nachführlage. Währenddessen folgt die Schutzplatte 13 der Vorwärtsbewegung des Verschlusses 5 und schiebt sich zwischen diesen und die nachfolgende Patrone. Dieses Stadium ist in Fig. 2 dargestellt.

Die erste Patrone 11 gleitet nun über die sehr lange und somit sehr flache Rampe 17 in das Patronenlager des Laufes 1 hinein. Schon vorher hat die Schutzplatte 13 ihre vordere Endlage erreicht und verharrt dort, so daß der Eingriffssteg 15 gegenüber dem Verschluß 5 zurückbleibt. Die nachfolgende Patrone im Magazin 9 kann nach oben nachrücken, aber nur bis zur Schutzplatte 13. Diese Stellung ist in Fig. 3 gezeigt. Wie in dieser Figur deutlich zu sehen, hat die oberste Konturlinie des Geschosses dieser nunmehr obersten Patrone einen deutlichen Abstand von der unteren Kante des darüber hinweglaufenden Verschlußkopfes. Der Verschluß 5 kann das empfindliche Geschoß nie erreichen oder gegen dieses anlaufen. Die Nachladefunktion der Waffe wird in keiner Weise beeinträchtigt.


Anspruch[de]
  1. 1. Selbstlade-Handfeuerwaffe mit
    1. a) einem längs einer Bewegungsbahn zwischen einer Schließlage und einer offenen Lage beweglichen Verschluß (5) und
    2. b) einem Magazin (9), das durch Federkraft oder dergleichen Patronen aufeinanderfolgend, quer zur Verschluß-Bewegungsbahn bis in eine Nachführlage fördert, in welcher die jeweilige Patrone (11) mindestens teilweise in die Verschluß-Bewegungsbahn ragt,
    gekennzeichnet dadurch, daß
    1. a) eine durch den Verschluß (5) lösbare Sperre (13), welche die jeweils erste Patrone (11) von ihrem Eintritt in die Verschluß-Bewegungsbahn zunächst zurückhält, und zur Freigabe dieser Patrone (11) vom Verschluß (5) erst gelöst wird, wenn letzterer sich in oder nahe der offenen Lage befindet.
  2. 2. Selbstlade-Handfeuerwaffe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Sperre als Platte (13) ausgebildet ist, die sich parallel zur Verschluß-Bewegungsbahn erstreckt, in Richtung ihrer Erstreckung zwischen einer Sperrstellung und einer Freigabestellung beweglich ist und in ihrer Sperrstellung zwischen den Verschluß (5) und die jeweils erste Patrone (11) zu liegen kommt.
  3. 3. Selbstlade-Handfeuerwaffe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Feder (19) vorgesehen ist, welche die Platte (13) aus ihrer gelösten Lage in ihre Sperrlage belastet, und daß die Platte (13) ein in die Verschluß-Bewegungsbahn eingreifendes Eingriffsteil (15) aufweist, das vom Verschluß (5) bei dessen Bewegung in seine offene Lage mitnehmbar ist.
  4. 4. Selbstlade-Handfeuerwaffe nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Platte (13) in ihrer Sperrlage im wesentlichen nur die Patronenhülse der jeweils ersten Patrone (11) übergreift.
  5. 5. Selbstlade-Handfeuerwaffe nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Platte (13) mindestens weitgehend aus bevorzugt gleitförderndem Kunststoff und/oder aus Leichtmetall besteht.
  6. 6. Selbstlade-Handfeuerwaffe in Kurzbauweise mit einer das Waffengehäuse (3) nach hinten verschließenden, zur Abstützung auf der Schulter des Schützen eingerichteten Abschlußkappe (7), nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Platte (13) und bevorzugt auch ihre Feder (19) in einer Führung (21) beweglich aufgenommen ist bzw. sind, die bevorzugt an der Abschlußkappe (7) befestigt oder ausgebildet ist.






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