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Dokumentenidentifikation DE19903686C1 26.10.2000
Titel Einzungen-Rückfallweiche
Anmelder Dolezal, Günter, 20537 Hamburg, DE
Erfinder Dolezal, Günter, 20537 Hamburg, DE
DE-Anmeldedatum 01.02.1999
DE-Aktenzeichen 19903686
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 26.10.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.10.2000
IPC-Hauptklasse B61L 5/02
IPC-Nebenklasse E01B 7/02   
Zusammenfassung Auf der beigefügten Zeichnung "Blatt 1" wird eine Eisenbahnweiche vorgestellt, die im Prinzip mit nur einer Stellzunge auskommt. Sie wird mit Federkraft gegen die Backenschiene gedrückt und läßt sich als "Rückfallweiche" leicht und verschleißarm "aufschneiden". "Blatt 2" zeigt in vier Querschnitten das nicht stellbare "Gabelstück" mit den wesentlichen Abmessungen - hier in der Versuchsausführung (später Fix-Konstruktion). Es sorgt für einen ruhigen Überlauf des von der Zungen-Rückflanke geführten Radsatzes. "Blatt 3" veranschaulicht die eigentliche "Stellvorrichtung", bei der ein manuell, mit Pedal oder (elektrisch) fernbedienter Hydraulik-Stempel von der Backenschiene her an der Zunge gegen die Federkraft wirkt und somit die "Grundstellung" auflöst. Das übliche Stellgestänge samt Verriegelungen kann im wesentlichen entfallen. Knaggen auf den Gleitstühlen sorgen für die saubere Spurhaltung bei Fahrt in der Ablenkung und verhindern ein Durchbiegen der Zunge.
Anzeigen über die Weichenstellung kommen über entsprechende Signallampen, die über "Zungenfühler" geschaltet werden oder über mechanisch abgelenkte "Laternen".
Für verschiedene Verwendungszwecke lassen sich aus dieser Grundbauart entsprechende Formationen bzw. Geometrien, bis hin zu Betriebshofweichen entwickeln, die allesamt auf geringsten Verschleiß und Unterhaltungsaufwand ausgerichtet sind. Dazu kommt die Unempfindlichkeit bei Schnee.
Der Bedienhebel für die Hydraulikpumpe könnte praktisch den ...

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Weiche, die mit nur einer stellbaren Zunge auskommt, in der Kombination mit einer Stellvorrichtung.

Moderne Nahverkehrsbahnen setzen vermehrt auf Taktverkehre, dichtere Fahrpläne, die auch eine höhere Anzahl von Ausweichstellen an eingleisigen Strecken bedingen. Weiter gibt es eine große Anzahl Weichen mit recht unterschiedlicher Belastung (Ausweichen an Hauptgleisen, Güterbedienung, Abstellanlagen usw.). Der Unterhaltungsaufwand für Weichen ist hoch. Daher baute und baut z. B. die Deutsche Bahn vielerorts vermeintlich "unnötige" Weichen aus. Damit verliert allerdings die Bahn ihre Flexibilität im Betriebsablauf - insbesondere bei Störungen. - Die Weiche "an sich" und in der Unterhaltung muß vereinfacht werden. Die konventionelle "Rückfall-Weiche" (die nach der Durchfahrt aus dem Nebenstrang wieder durch Gewichtshebel- oder Federkraft automatisch in die ursprüngliche Lage zurückfällt) "leidet" z. B. darunter, daß sie "unter Last" aufgeschnitten wird. Entsprechend groß ist der Verschleiß.

Es ist bekannt, daß die Spurmaße der Eisenbahnen, bis auf die Abnutzungstoleranzen, absolut gleich sind. Dabei hat sich herausgestellt, daß für abzweigende Fahrten in der Weiche auch nur eine Zunge nötig ist. Solches ist bislang bei Straßenbahnen im Rillengleis, insbesondere bei verschachtelten Konstruktionen, mittels "Einzungenweichen" realisiert worden.

Eine solche Einzungenweiche ist in der Zeitschrift "Railway-Gazette", Band 111, Nr. 3, 28. Aug. 1959 Anzeigenseite 56 beschrieben.

Weiterhin ist aus der Zeitschrift "Deutsche Eisenbahntechnik", 1970, H. 9, S. 439 bekannt, eine Auffahrweiche mit einer Rückführfeder in einer definierten Weichenlage zu halten.

Ein elektrohydraulischer Weichenantrieb, der eine Stellstange betätigt, die auf die Weichenzungen einwirkt, ist in der DE-PS 8 25 555 angegeben.

Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Rückfallweiche für den Eisenbahnbetrieb anzugeben, die einen gegenüber herkömmlichen Weichen vereinfachten Aufbau aufweist.

Diese Aufgabe wird mit den im einzigen Patentanspruch aufgezeigten Merkmalen gelöst.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen

Fig. 1: eine Gesamtansicht einer Einzungen-Rückfallweiche mit einer feststehenden und einer beweglichen Zunge in einem Eisenbahngleis

Fig. 2A-2D: Verschiedene Schnittdarstellungen der feststehenden Weichenzunge der Weiche gemäß Fig. 1

Fig. 3: eine Schnittdarstellung der beweglichen Weichenzunge und deren Antrieb gemäß Fig. 1.

Wie Fig. 1 und 3 veranschaulichen, übernimmt die Zunge (1) mit ihrer Rückflanke die Führung des Radsatzes, während auf der gegenüberliegenden Seite, gemäß Fig. 2A-2D, eine entsprechende Konstruktion der feststehenden Zunge (6) dafür sorgt, daß der Radsatz (bemessen auf ein mittleres Verschleißmaß) sicher und ohne allzugroße Abnutzung oder Schläge von der Backenschiene (10) auf die Gabelspitze (9) rollt. - Bewußt ist in Fig. 1 die Formation in der ungünstigsten Laufgeometrie (mit leichter "Knickbildung" im Auslauf) gezeichnet. Bei der zunehmenden Verwendung von Drehgestellfahrzeugen ist das nicht weiter tragisch. Lauftechnisch "eleganter" sind alle Formen, bei denen die Zungen (1, 6) in den Bogen führen, und das Gabelstück geradeaus.

Hauptvorteil dieser Weichenbauart ist der Fortfall des gesamten Stellgestänges, der Verriegelungen usw. - Es drückt lediglich eine Feder (ggf. mit "Bruchsicherung") aus dem mit einer Nachstellvorrichtung (5) versehenen Federtopf (2) über eine Druckstange (8) mit einer experimentell ermittelten Stärke - damit der Spurkranz die Zunge (1) sicher aufdrücken kann - gegen die Backenschiene (7). Knaggen auf den Gleitstühlen sorgen für die saubere Spurhaltung bei Ablenkung und verhindern ein Durchbiegen der Zunge (1). Ein Hydraulikstempel (3), der manuell, mittels Pedal (4) mit dem Fuß, oder auch elektrisch betätigt wird, löst die Grundstellung der Weiche auf. Anzeigen über die Stellung der Weiche durch Signallampen bewerkstelligen nicht dargestellte Zungenfühler, auch eine mechanisch bewegte Weichenlaterne wäre anlenkbar.

Ein Zusatzvorteil der Weichenbauform liegt, neben der allgemein einfacheren Unterhaltung, im Winterdienst bei Schneefall, weil sich kaum noch Schneeklumpen zwischen Zunge und Backenschiene bilden können, da die Zunge praktisch nur "ins Freie" schiebt.

Die erfindungsgemäße Weiche soll in Betriebshöfen und auch in höherwertigen Gleisen eingesetzt werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Weiche, die nur eine stellbare Zunge (1) aufweist, in der Kombination mit einer Stellvorrichtung (2-8), die dadurch gekennzeichnet ist, daß in der ersten Weichenlage eine Druckstange (8) aus einem Federtopf (2) die Weichenzuge (1) gegen die Backenschiene (7) preßt, daß über einen dort angebrachten, manuell oder pedal bedienten bzw. über eine elektrische Leitung fernangetriebenen Hydraulikzylinder (3) die Kraft aufhebbar ist, daß der Hydraulikzylinder einen Stößel (9) aufweist, über den die Zunge (1) in die zweite Weichenlage bringbar ist, wobei die Rückflanke der Zunge (1) dabei die Führung des Radsatzes übernimmt, und daß die Federkraft für die Druckstange (8) derart ausgelegt ist, daß der Spurkranz bei Fahrt aus dem Nebengleis die Zunge aufdrücken kann, die nach Durchfahrt bzw. Zurückschalten des Hydraulikzylinders (3) wieder in die erste Weichenstellung zurückfällt.






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