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Dokumentenidentifikation DE19915434A1 26.10.2000
Titel Verfahren zur Herstellung einer Druckform für den Tiefdruck
Anmelder DDV Dresdner Druck- und Verlagshaus GmbH & Co. KG, 01129 Dresden, DE
Erfinder Schwarze, Edelbert, Dr., 01129 Dresden, DE
Vertreter Feddersen Laule Scherzberg & Ohle Hansen Ewerwahn, 20354 Hamburg
DE-Anmeldedatum 06.04.1999
DE-Aktenzeichen 19915434
Offenlegungstag 26.10.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.10.2000
IPC-Hauptklasse B41C 1/00
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Druckform für den Tiefdruck unter Einsatz einer zylindrischen Druckwalze mit auf der Oberfläche angeordneten Naben zur Aufnahme von Druckfarbe. Das erfindungsgemäße Verfahren ist durch die folgenden Verfahrensschritte gekennzeichnet:
(a) Vollständiges Ausfüllen der Naben mit einer lichtempfindlichen Masse;
(b) Abdecken der Walzenoberfläche mit einem lichtdurchlässigen Film;
(c) Belichten der Druckwalze, wonach Bereiche ausgehärteter lichtempfindlicher Masse und Bereiche flüssiger lichempfindlicher Masse entstanden sind, und die lichtempfindliche Masse in den flüssigen Bereichen durch Adhäsionskräfte am Film anhaftet;
(d) Entfernen des Films, wobei Teile der flüssigen lichtempfindlichen Masse, die durch die Adhäsionskräfte tröpfchenförmig am Film anhaften, aus den Naben entfernt werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Druckform für den Tiefdruck unter Einsatz einer zylindrischen Druckwalze mit auf der Oberfläche angeordneten Narben zur Aufnahme von Druckfarbe.

Als Druckformen werden im Tiefdruck Druckwalzen verwendet, deren Oberfläche eine Vielzahl an kleinen Vertiefungen unterschiedlichen Volumens, sogenannte Narben oder Näpfchen, aufweist, die während des Drucks zur Aufnahme von Druckfarbe dienen, um diese auf das Papier zu übertragen. Das gewünschte Druckbild mit unterschiedlichen Tonwerten ergibt sich so aus der Anordnung und Größe der druckenden Farbpunkte.

Z. Z. im Einsatz befindliche Verfahren zur Herstellung von Druckformen basieren darauf, daß jedes einzelne Näpfchen exakt durch äußere mechanische oder optoelektronische Kräfte erzeugt wird. Durch die erforderliche schrittweise Ansteuerung jeder einzelnen Narbe und der Erzeugung unterschiedlicher Narbendurchmesser und -tiefen bei rascher Abfolge sind teure Regelkreise und ein erheblicher apparativer Aufwand notwendig, wobei die Zeit zur Erzeugung einer kompletten Druckform sehr groß ist. Darüber hinaus ist die Druckwalze nur nach aufwendiger Aufarbeitung wiederverwendbar.

Aus der DE 27 48 062 A1 ist ein anderes Verfahren zur Herstellung einer Druckwalze, insbesondere für den Rotationsdruck bekannt. Gemäß diesem Vorschlag wird von einer Zylinderoberfläche mit gravierten Narben einheitlicher Größe ausgegangen. Alle Narben werden mit einer lichtempfindlichen Masse voll ausgefüllt. Die Zylinderoberfläche wird dann mit einem gewünschten Objekt fotografisch belichtet, wodurch in den Narben unterhalb lichtdurchlässiger Bereiche die lichtempfindliche Masse vollständig aushärtet. In den übrigen Narben hingegen verbleibt die Masse im flüssigen Zustand. Danach ist die Walzenoberfläche mit einer geeigneten Flüssigkeit zu waschen, wobei die flüssige Masse aus den nicht vom Licht sensibilisierten Narben vollständig entfernt wird. Die Walze kann danach zum Druck eingesetzt werden, in dem diese entleerten Narben Druckfarbe aufnehmen. Diese Bereiche der Zylinderoberfläche drucken.

Dieses vorbekannte Verfahren hat verschiedene Nachteile. Einerseits werden nur volle oder leere Narben erzeugt. Um jedoch Tonwertabstufungen von lichten bis tiefen Tönen im Druck zu erzeugen, sind größenvariable Narben, welche dem jeweiligen Tonwert angepaßte definierte Farbvolumina aufnehmen können, notwendig. Andererseits muß die Walze als zusätzlicher Arbeitsschritt mit einer geeigneten Flüssigkeit gewaschen werden. Dabei handelt es sich um aggressive, wenig umweltverträgliche Flüssigkeiten, deren Einsatz möglichst beschränkt werden soll.

Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung einer Druckform für den Tiefdruck vorzustellen, welches gegenüber den bekannten Verfahren weitaus Zeit- und kostengünstiger ist, jedoch trotzdem die erforderlichen Tonwertabstufungen im Druck gewährleistet.

Erfindungsgemäß wird ein Verfahren zur Herstellung einer Druckform für den Tiefdruck unter Einsatz einer zylindrischen Druckwalze mit auf der Oberfläche angeordneten Narben zur Aufnahme von Druckfarbe vorgestellt, das gekennzeichnet ist durch folgende Verfahrensschritte:

  • a) Vollständiges Ausfüllen der Narben mit einer lichtempfindlichen Masse;
  • b) Abdecken der Walzenoberfläche (1) mit einem teilweise lichtdurchlässigen Film (4);
  • c) Belichten der Druckwalze, wonach Bereiche ausgehärteter lichtempfindlicher Masse und Bereiche flüssiger lichtempfindlicher Masse entstanden sind, und die lichtempfindliche Masse in den flüssigen Bereichen durch Adhäsionskräfte am Film anhaftet;
  • d) Entfernen des Films, wobei Teile der flüssigen lichtempfindlichen Masse, die durch die Adhäsionskräfte tröpfchenförmig am Film anhaften, mit aus den Narben entfernt werden.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird eine übliche zylindrische Druckwalze verwendet, auf deren Oberfläche Narben zur Aufnahme von Druckfarbe angeordnet sind. Vorzugsweise ist die Oberfläche der Druckwalze in einem gleichmäßigen Raster mit Narben, insbesondere in Form von kegelstumpfartigen Näpfchen, überzogen.

Die Oberfläche wird dann mit einer lichtempfindlichen Masse versehen, so daß die Narben vollständig ausgefüllt sind.

Die lichtempfindliche Masse muß so gewählt werden, daß sie entweder gleichmäßig in den Narben unter Raumklima aushärtet, bei Bestrahlung mit Licht einer bestimmten Wellenlänge aber wieder aufweicht und sich verflüssigt (Variante 1) oder zunächst unter Raumklima im flüssigen Zustand verharrt und erst durch Belichtung aushärtet (Variante 2).

Die mit der lichtempfindlichen Masse versehene Walzenoberfläche wird dann mit einem teilweise lichtdurchlässigen Film abgedeckt. Vorzugsweise ist der Film mit einem gleichmäßigen Raster an Punkten unterschiedlicher Durchmesser versehen. Dabei ist gemäß einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens das Punktraster des Films dem Näpfchenraster der Walzenoberfläche hinsichtlich Rasterabstand angepaßt.

Ist die eingesetzte Masse unter Raumklima aushärtend (Variante 1), sollte der Film vorzugsweise vollständig lichtdurchlässig sein und lichtundurchlässige Punkte enthalten. Bleibt hingegen die Masse unter Raumklima zunächst flüssig (Variante 2), sollte der Film vorzugsweise lichtundurchlässig sein und nur lichtdurchlässige Punkte aufweisen.

Im nächsten Verfahrensschritt wird die mit dem Film abgedeckte Walzenoberfläche belichtet. Entweder weicht dadurch die lichtempfindliche Masse unterhalb der transparenten Punkte wieder auf und verflüssigt sich, wobei jedoch die Masse in den Narben außerhalb der transparenten Punkte im ausgehärteten Zustand verbleibt (Variante 1), oder es wird nur der Narbeninhalt außerhalb der lichtundurchlässigen Punkte ausgehärtet, während die Masse unterhalb der Punkte flüssig bleibt (Variante 2).

Das verwendete Licht kann beispielsweise UV- oder Infrarotlicht sein.

Nach beiden Varianten ist die Masse in den Narbenbereichen unter den Filmpunkten im Ergebnis im flüssigen Zustand. Durch Adhäsionskräfte haften nun Tropfen der flüssigen Masse mit einem durch die Punktgröße definierten Volumen unter den Punkten am Film an.

Im nächsten Schritt wird der Film von der Walzenoberfläche entfernt, wobei die am Film anhaftenden Tröpfchen der flüssigen lichtempfindlichen Masse aus den Narben der Walzenoberfläche mit herausgehoben werden.

Das erfindungsgemäße Verfahren hat somit zum einen den Vorteil, daß die Zeitdauer zur Herstellung einer Druckform gegenüber den bekannten Verfahren erheblich reduziert wird, da alle zu erzeugenden Näpfchen einer Druckform gleichzeitig parallel entstehen.

Zum anderen hat es gegenüber dem aus der DE 27 48 062 A1 bekannten Verfahren den Vorteil, daß es möglich ist, die Narben oder Näpfchen auf der Walzenoberfläche auch nur teilweise von der lichtempfindlichen Masse zu befreien. Dies geschieht insbesondere dadurch, daß bei einem mit einem Raster an lichtdurchlässigen Punkten versehenen Film die Rasterpunkte unterschiedliche Durchmesser aufweisen, so daß die flüssigen Bereiche der lichtempfindlichen Masse unterschiedlich groß sind. Im Ergebnis entstehen auf der Walzenoberfläche runde Vertiefungen zur Farbaufnahme mit unterschiedlicher Öffnungsgröße und -tiefe. Das darin aufnehmbare unterschiedliche Farbvolumen bringt im Druck die gewünschte Tonwertabstufung von lichten bis tiefen Tönen.

Darüber hinaus entfällt bei Anwendung dieses erfindungsgemäßen Verfahrens das anschließende Waschen der Walze, wodurch der Verbrauch an schädlichen Lösungsmitteln erheblich reduziert werden kann.

Die Erfindung wird im folgenden anhand eines in Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert:

Fig. 1a und 1b zeigen Ausschnitte aus möglichen Filmen 1 mit teilweise lichtdurchlässigen Bereichen, wobei der in Fig. 1a dargestellte Film transparente Punkte kleinen Durchmessers 2a und transparente Punkte großen Durchmessers 2b sowie lichtundurchlässige Bereiche 3a aufweist, in denen er vollkommen schwarz ist. Die Punkte sind im gleichmäßigen Rasterabstand A (z. B. konventionelles Tiefdruckraster) angeordnet.

Der in Fig. 1b dargestellte Film ist transparent und weist lichtundurchlässige Punkte 2a, 2b gleicher Anordnung wie der in Fig. 1a dargestellte Film auf.

Im folgenden werden die beiden wichtigsten Verfahrensversionen erläutert, wobei die Unterschiede anhand der jeweiligen Abbildungen a und b verdeutlicht werden.

Fig. 2 zeigt schematisch einen Querschnitt durch eine zylindrische Druckwalze 4 mit auf der Oberfläche angeordneten Narben 5 im gleichen Rasterabstand A wie die Punkte 2 des Films. Die Größe der Narben 5 kann z. B. heutigen Volltonnäpfchen mit einer Tiefe von ca. 200 µm entsprechen.

In Fig. 3 sind die Näpfchen 5 in der Druckwalzenoberfläche mit einer lichtempfindlichen Masse 6 aufgefüllt. In Fig. 3a wird eine Masse gewählt, die gleichmäßig aushärtet, während die in Fig. 3b gewählte Masse zunächst flüssig bleibt.

In Fig. 4 wird dann der Film 1 mit den enthaltenen Punkten 2 auf die Walzenoberfläche aufgelegt. Das Punkteraster des Films 1 wird mit dem Näpfchenraster in Überdeckung gebracht.

In Fig. 5 wird die mit dem Film 1 bedeckte Walzenoberfläche mit Licht der Wellenlänge L belichtet. Dabei wird der Anteil der lichtempfindlichen Masse 6 in den Narben unterhalb der transparenten Punkte 2 des Filmes in Fig. 5a wieder flüssig. Die vom Licht sensibilisierte verflüssigte Masse ist mit 7 gekennzeichnet. Die ausgehärtete lichtempfindliche Masse 6 unterhalb lichtundurchlässiger Filmbereiche bleibt hingegen unverändert.

In Fig. 5b hingegen härtet die lichtempfindliche Masse in den Narben außerhalb der lichtundurchlässigen Punkte aus. Unmittelbar unter den Punkten in der Mitte der Narben bleibt die Masse aber im flüssigen Zustand. Die nach wie vor flüssige Masse ist mit 7 gekennzeichnet.

In Fig. 6 ist zu erkennen, wie ein Tropfen 8 flüssiger lichtempfindlicher Masse 7, der durch Adhäsionskräfte am Film anhaftet, beim Entfernen des Filmes 1 mit aus der Narbe gehoben wird. In Fig. 6a wurde die Masse durch die Belichtung wieder verflüssigt, während sie in Fig. 6b nach wie vor flüssig ist. Das Tropfenvolumen mit seiner durch den Filmpunktdurchmesser vorgegebenen Größe ist so groß einzustellen, daß das später zu übertragende Farbvolumen dem heutigen Übertragungsvolumen im Tiefdruckprozeß entspricht.

In Fig. 7 ist die fertige Druckform 4 zu erkennen, welche zum einen Narben mit ausgehärteter lichtempfindlicher Masse abzüglich des Tropfenvolumens als Vertiefungen 9a unterschiedlicher Oberflächenöffnung und Tiefenmaß enthält. Dabei können die Narben im Maximum auch ganz von der Masse befreit werden. Zum anderen enthält die Druckform auch Narben 9b, die vollkommen mit der ausgehärteten Masse ausgefüllt bleiben, da sich diese Narben unter lichtundurchlässigen bzw. lichtdurchlässigen Bereichen des Filmes befanden.

Wird die Druckwalze 4 mit Druckfarbe überzogen, wird eine unterschiedliche Menge an Druckfarbe in den Vertiefungen entsprechend deren Größe aufgenommen und während des Druckprozesses auf das Papier übertragen. So lassen sich im Druck Tonwertabstufungen von lichten bis tiefen Tönen erzeugen. In den Druckwalzenbereichen mit vollständig ausgefüllten Narben wird keine Druckfarbe aufgenommen, d. h. diese Bereiche sind nicht druckend und befinden sich in Druckbildbereichen, die farbfrei bleiben sollen.

Nach Ausdruck oder Zwecks entsprechender Korrektur ist der Zylinder lediglich vollständig zu reinigen, so daß die Masse aus sämtlichen Narben entfernt ist, und es kann das gleiche Verfahren mit einem neuen Film wiederholt werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Herstellung einer Druckform für den Tiefdruck unter Einsatz einer zylindrischen Druckwalze (4) mit auf der Oberfläche angeordneten Narben (5) zur Aufnahme von Druckfarbe, gekennzeichnet durch folgende Verfahrensschritte:
    1. a) Vollständiges Ausfüllen der Narben (5) mit einer lichtempfindlichen Masse;
    2. b) Abdecken der Walzenoberfläche mit einem teilweise lichtdurchlässigen Film (1);
    3. c) Belichten der Druckwalze, wonach Bereiche ausgehärteter lichtempfindlicher Masse (6) und Bereiche flüssiger lichtempfindlicher Masse (7) entstanden sind, und die lichtempfindliche Masse in den flüssigen Bereichen durch Adhäsionskräfte am Film (1) anhaftet;
    4. d) Entfernen des Films (1), wobei Teile der flüssigen lichtempfindlichen Masse (8), die durch die Adhäsionskräfte tröpfchenförmig am Film anhaften, mit aus den Narben (5) entfernt werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche der Druckwalze in einem gleichmäßigen Raster mit Narben (5) überzogen ist.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die lichtempfindliche Masse nach dem Auftragen vollständig aushärtet und durch Belichtung wieder erweicht wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die lichtempfindliche Masse durch Belichtung aushärtet und in den nicht belichteten Bereichen flüssig bleibt.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Film (1) mit einem gleichmäßigen Raster von lichtdurchlässigen Punkten (2a, 2b) versehen ist.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Film mit einem gleichmäßigen Raster von lichtundurchlässigen Punkten (2a, 2b) versehen ist.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Rasterpunkte (2a, 2b) des Films (1) unterschiedliche Größen aufweisen.
  8. 8. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Abmessungen (A) des Näpfchenrasters der Walzenoberfläche und des Punktrasters des Films (1) übereinstimmen und in Überdeckung gebracht werden.






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