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Dokumentenidentifikation DE19916157A1 26.10.2000
Titel Aufbewahrungsbehälter für ein dentales Instrumentensortiment
Anmelder Dürr Dental GmbH & Co KG, 74321 Bietigheim-Bissingen, DE;
Hahn, Rainer, Dr., 72074 Tübingen, DE
Erfinder Hahn, Rainer, Dr., 72074 Tübingen, DE;
Grotz, Uwe, Dipl.-Ing., 74369 Löchgau, DE
Vertreter U. Ostertag und Kollegen, 70597 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 11.04.1999
DE-Aktenzeichen 19916157
Offenlegungstag 26.10.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.10.2000
IPC-Hauptklasse A61C 19/02
IPC-Nebenklasse A61C 19/00   
Zusammenfassung Ein Aufbewahrungsbehälter für ein dentales Instrumtensortiment, insbesondere zur Schall- oder Ultraschallbehandlung der Parodontitis oder zur Zahnpräparation, umfaßt ein aus Oberteil (2) und Unterteil (3) zusammengesetztes Gehäuse (1). Dieses besteht aus einem autoklavierbaren Material. Es weist Dampfdurchtrittsöffnungen (15) auf, über welche im Autoklaven sterilisierender Dampf in den Innenraum des Gehäuses (1) eintreten kann. Dort ist ein Instrumententräger (17) für eine Mehrzahl von Instrumenten (26) enthalten, der ebenfalls aus einem autoklavierbaren Werkstoff besteht und eine Mehrzahl von Halteeinrichtungen (25) für die zu dem Sortiment gehörenden Instrumente (26) aufweist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Aufbewahrungsbehälter für ein dentales Instrumentensortiment mit einem ein Oberteil und ein Unterteil umfassenden Gehäuse.

In jüngster Zeit werden zunehmend die Vorteile erkannt, die mit der Anwendung oszillierender Instrumente, z. B. im Schall- oder Ultraschallbereich, bei der Parodontitis- Therapie, Zahnreinigung, Zahnpräparation, Wurzelkanalbehandlung oder Periimplantitis-Therapie, verbunden sind. Bei dieser Behandlung wird ein in Ultraschall-Schwingungen versetztes Behandlungsinstrument, welches von einem Fluid umspült ist, beispielsweise in die Zahntaschen des Patienten eingeführt oder mit dem zu präparierenden Zahnhartgewebe in Kontakt gebracht. Hierzu ist im allgemeinen ein ganzes Sortiment unterschiedlich geformter und unterschiedliche Größe aufweisender Instrumente erforderlich.

Ähnliche Instrumentensortimente benötigt der Zahnarzt bei anderen Arten der Behandlung.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Aufbewahrungsbehälter zu schaffen, in dem der Zahnarzt nach seinen Wünschen ein individuelles Instrumentensortiment zusammenstellen, sterilisieren und keimfrei bis zur Anwendung am Patienten aufbewahren kann.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß

  • a) das Gehäuse aus einem autoklavierbaren Material besteht;
  • b) das Gehäuse Dampfdurchtrittsöffnungen aufweist;
  • c) im Inneren des Gehäuses ein Instrumententräger angeordnet ist, der ebenfalls aus einem autoklavierbaren Werkstoff besteht und eine Mehrzahl von Halteeinrichtungen für die zu dem Sortiment gehörenden Werkzeuge aufweist.

Erfindungsgemäß werden also die zur Behandlung von Zahnhart- und/oder -weichgewebe eingesetzten Instrumente nicht mehr einzeln autoklaviert und einzeln aufbewahrt, um sodann bei der Behandlung entsprechend den jeweiligen Erfordernissen herausgesucht zu werden. Vielmehr stellt der Zahnarzt im voraus bestimmte Instrumentensortimente zusammen, die sich seiner Erfahrung nach für bestimmt Arten der Behandlung besonders eignen, oder auch solche, von denen er erfahrungsgemäß weiß, daß er mit ihnen im Regelfall auskommt. Dieses Instrumentensortiment wird insgesamt in einen Instrumententräger eines Aufbewahrungsbehälters eingestellt. Dieser wird insgesamt, also mit dem die Instrumente enthaltenden Instrumententräger, in einem Autoklaven sterilisiert, wobei der vom Autoklaven erzeugte Dampf durch die Dampfdurchtrittsöffnungen ins Innere des Gehäuses eintreten und dort den Instrumententräger und die von ihm gehaltenen Instrumente beaufschlagen kann. Nach Abschluß der Autoklaven-Behandlung wird der Aufbewahrungsbehälter mit dem darin enthaltenen Instrumentensortiment, z. B. in einem Schrank, bis zur Behandlung bereitgestellt.

Der Instrumententräger kann an das Gehäuse direkt angeformt sein; bevorzugt ist jedoch der Instrumententräger als gesondertes Teil aus dem Gehäuse herausnehmbar. Dies ist mit verschiedenen Vorteilen verbunden; Wird nur der Instrumententräger bei der eigentlichen Behandlung dem Zahnarzt bereitgestellt, so fällt es diesem leichter, die Instrumente zu entnehmen. Nach Behandlungsende kann der Instrumententräger mit den darin zurückgestellten Instrumenten direkt in ein Desinfektionsbad eingebracht werden. Erst nach geeigneter Desinfektion werden dann die gebrauchten Instrumente ggf. mechanisch gereinigt, z. B. von Blutresten befreit. Durch die vorausgehende Desinfektion ist das Infektionsrisiko im Rahmen von Verletzungen beim Reinigen der Instrumente erheblich reduziert. Danach werden die Instrumente wieder in den Instrumententräger zurückgestellt; dieser wird in das Gehäuse reponiert, das Gehäuse verschlossen und die gesamte Einheit sterilisiert und steril gelagert bis zum nächsten Gebrauch.

Besonders vorteilhaft ist diejenige Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Aufbewahrungsbehälters, bei welcher eines der beiden Gehäuseteile ein Betätigungsorgan zur Betätigung der Spanneinrichtung eines dentalen Behandlungsgeräts für ein Instrument enthält. Die zur Behandlung des Patienten dem Aufbewahrungsbehälter entnommenen einzelnen Instrumente müssen ja in der Spanneinrichtung des Behandlungsgerätes fixiert werden. Das mit dem Betätigungsorgan versehene Gehäuseteil dient als jederzeit zur Verfügung stehender Schraubschlüssel für die Spanneinrichtung, so daß der Zahnarzt keinen gesonderten Spannschlüssel benötigt.

Vorteilhaft ist, wenn das Betätigungsorgan eine Mehrkantausnehmung ist. Diese wirkt mit einem komplementär geformten Mehrkant-Schraubteil an der Spanneinrichtung des Behandlungsgerätes zusammen.

Besonders bevorzugt wird dabei diejenige Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Aufbewahrungsbehälters, bei welcher das Betätigungsorgan in einem Drehteil angeordnet ist, welches sich gegenüber dem Gehäuseteil verdrehen kann, wobei eine Ratscheneinrichtung vorgesehen ist, welche das Drehmoment, welches vom Gehäuseteil auf das Drehteil übertragbar ist, auf einen Maximalwert begrenzt. Zum Spannen des Werkzeugs in der Spanneinrichtung des Behandlungsgerätes verdreht also der Zahnarzt das Gehäuseoberteil bei in Eingriff mit der Spanneinrichtung stehendem Betätigungsorgan so lange, bis die Ratscheneinrichtung durchdreht. Er weiß dann, daß das zum zuverlässigen Spannen des Werkzeuges erforderliche Drehmoment erreicht ist. Beim Lösen des Werkzeuges aus der Spanneinrichtung des Behandlungsgerätes nach abgeschlossener Behandlung kann der Zahnarzt über die in dieser Richtung nicht durchdrehende Ratscheneinrichtung das volle Drehmoment aufbringen.

Vorteilhaft ist ferner, wenn sich die Dampfdurchtrittsöffnungen im Boden des Gehäuse-Unterteiles befinden und das Gehäuse-Unterteil Füße besitzt, die einen Abstand zwischen dem Boden des Gehäuse-Unterteils und dessen Aufstandsfläche herstellen. Ist ein solcher Aufbewahrungsbehälter in einen Autoklaven eingestellt, so können die sich dort entwickelnden Dämpfe unbehindert durch die Durchtrittsöffnungen im Boden eintreten, im Innenraum des Gehäuses aufsteigen und dort ihre Wirkung entfalten.

Eine zweckmäßige Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Aufbewahrungsbehälters zeichnet sich dadurch aus, daß sie einen Schleifstein zur Entfernung von Graten an den Instrumenten aufweist. Derartige Grate können sich nach längerer Benutzung der Instrumente bilden und müssen von Zeit zu Zeit entfernt werden. Auch diesbezüglich findet der Zahnarzt an dem erfindungsgemäßen Aufbewahrungsbehälter alles, was er für die dentalen Instrumente benötigt.

Der Schleifstein kann dabei an einem sich nach oben erstreckenden Hals des Instrumententrägers angeordnet sein. Der Hals überragt die in dem Instrumententräger angeordneten Instrumente nach oben, so daß der Schleifstein stets frei zugänglich ist. Bei in das Gehäuse eingesetztem Instrumententräger kann der Schleifstein so nahe an eine Mehrkantausnehmung, die sich als Betätigungsorgan in dem Gehäuse befindet, herangeführt werden, daß die durch die Mehrkantausnehmung gebildete Öffnung zumindest grob verschlossen wird und so keine größeren Partikel in den Innenraum des bestückten Aufnahmebehälters gelangen können.

Besonders bewährt hat sich eine Halteeinrichtung für die verschiedenen Instrumente am Instrumententräger, die sich dadurch auszeichnen, daß der Instrumententräger in axialem Abstand zwei radial vorspringende ringförmige Rippen aufweist und zwischen den Rippen ein O-Ring angeordnet ist und daß eine Mehrzahl von Aufnahmebohrungen in dem Instrumententräger vorgesehen ist, deren Achsen in den von den Rippen freien Bereichen auf der Mantelfläche des Instrumententrägers liegen, derart, daß nur im Bereich der Rippen die Aufnahmebohrungen vollständig geschlossen sind, in den anderen Bereichen der Mantelfläche sich dagegen seitlich öffnen. In den voll umgrenzten Bohrungsbereichen im Bereich der Rippen werden die Halteschäfte der Werkzeuge seitlich in allen Richtungen fixiert. Dort jedoch, wo die Aufnahmebohrungen seitlich offen liegen, kann der O-Ring an der frei liegenden Mantelfläche der Halteschäfte der Instrumente anliegen und diese so zusätzlich elastisch und reibschlüssig fixieren.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert; Es zeigen

Fig. 1 einen vertikalen Schnitt durch einen Aufbewahrungsbehälter für dentale Werkzeuge, z. B. zur Parodontitisbehandlung;

Fig. 2 eine Innenansicht des Deckels des Aufbewahrungsbehälters von Fig. 1, dort von unten gesehen;

Fig. 3 eine Ausschnittvergrößerung aus Fig. 1.

Der Aufbewahrungsbehälter für dentale Werkzeuge zur Parodontitisbehandlung weist ein Gehäuse 1 auf, das aus einer oberen Gehäusehälfte 2 und einer unteren Gehäusehälfte 3 zusammengesetzt ist. Die obere Gehäusehälfte 2 ist auf die untere Gehäusehälfte 3 im Preßsitz aufgesetzt; das Gehäuse 1 läßt sich also durch Zug an der oberen Gehäusehälfte 2 öffnen. Beide Gehäusehälften 2, 3 bestehen aus einem autoklavierbaren Werkstoff, insbesondere Kunststoff.

Die obere Gehäusehälfte 2 ist griffartig ausgestaltet und trägt hierzu an ihrer Mantelfläche in Umfangsrichtung von einander beabstandet achsparallele Greifrippen 4. In der oberen Stirnfläche der oberen Gehäusehälfte 2 ist eine gestufte Durchgangsbohrung 5 ausgebildet, die nach oben hin durch ein Drehteil 6 verschlossen ist. Bei letzterem handelt es sich um eine kreisrunde Platte, an welche oben ein radial überstehender Flansch 7 angeformt ist. Die Stufenbohrung 5 verläuft komplementär zur Außenform des Drehteiles 6. In das Drehteil 6 ist eine metallische Scheibe 8 eingespritzt, in die in der Mitte eine Mehrkantausnehmung 9 eingeformt ist. Die Mehrkantausnehmung 9 ist von oben her über eine Bohrung 10 des Drehteiles 6 zugänglich.

Der in Fig. 1 untere, ins Innere des Gehäuse-Oberteiles 2 weisende Bereich der Durchgangsbohrung 5 ist mit über den Umfang verteilten sägezahnförmigen Ratschenausnehmungen 11 versehen, die insbesondere in Fig. 2 gut zu erkennen sind. Zwei elastisch federnde Ratschenringhälften 12, 13 stehen in Drehverbindung mit dem Drehteil 6 im Gehäuse- Oberteil 2 und tragen an ihren Enden jeweils sägezahnförmige Ratschenvorsprünge, welche in eine der sägezahnförmigen Ratschenausnehmungen 11 des Gehäuse-Oberteils 2 eingreifen. Die Anordnung ist so, daß sich das Drehteil 6 aufgrund der Ratschenverbindung, die von den Ratschenringhälften 12, 13 und den Ratschenausnehmungen 11 des Gehäuse-Oberteils 2 gebildet wird, nach Überwindung eines bestimmtem Drehmoments in einer Richtung gegenüber dem Gehäuse-Oberteil 2 verdrehen kann, nämlich in derjenigen Richtung, in welcher die flachen Flanken der sägezahnförmigen Ratschenvorsprünge 14 der Ratschenringhälften 12, 13 entlang der flachen Flanken der Ratschenausnehmungen 11 des Gehäuse-Oberteils 2 gleiten. In der entgegengesetzten Richtung dagegen, in welcher die steilen Flanken der Ratschenvorsprünge 14 der Ratschenringhälften 12, 13 an den steilen Flanken der entsprechenden Ratschenausnehmungen 11 des Gehäuse-Oberteils 2 anstoßen, ist eine Verdrehung auch bei einem großen Drehmoment nicht möglich.

Das Gehäuse-Unterteil 3 ist als nach oben offener Becher ausgestaltet, der in seiner Bodenfläche eine Vielzahl von Dampfeintrittsöffnungen 15 aufweist. An die Unterseite des unteren Gehäuseteiles 3 sind mehrere Füße 16 angeformt, so daß der Aufbewahrungsbehälter auf diesen Füßen 16 aufgestellt werden kann, ohne die Dampfdurchtrittsöffnungen 15 zu versperren.

Im Inneren des Gehäuses 1 ist ein Instrumententräger 17 untergebracht. Dieser weist einen unteren, zylindrischen Bereich 18 auf, der auf dem Boden des unteren Gehäuseteiles 3 über eine Kreisrippe 19 aufsteht. An den zylindrischen Bereich 18 des Instrumententrägers 17 ist ein nach oben verlaufender Hals 20 angeformt, der oben in einem vergrößerten Kopf 21 endet. In den Kopf 21 des Instrumententrägers 17 ist ein von oben her zugänglicher Schleifstein 21 eingelassen.

An den zylindrischen Bereich 18 des Instrumententrägers 17 sind zwei radial überstehende Rippen 22, 23 angeformt, zwischen denen ein O-Ring 24 einliegt. Eine Vielzahl von achsparallelen Aufnahmebohrungen 25 für Instrumente 26 durchsetzt die Rippen 22 und 23 auf einem Radius, der dem Radius der Mantelfläche des zylindrischen Bereiches 18 entspricht. Diese Aufnahmebohrungen 25 schneiden also in denjenigen Bereichen der Mantelfläche des zylindrischen Bereiches 18, an denen sich nicht die Rippen 22, 23 befinden, diese Mantelfläche im Querschnitt nur halbkreisförmig an. In die Aufnahmebohrungen 25 ist ein Sortiment von Instrumenten 26 unterschiedlicher Größe, Form und ggfs. unterschiedlichen Materials eingeführt. Aufgrund der oben geschilderten Position der Aufnahmebohrungen 25 liegt der radial äußere Bereich des Halteschaftes dieser Instrumente 26 direkt an dem O-Ring 24 an; hierdurch werden die Instrumente 26 am Instrumententräger 17 fixiert. Sie lassen sich durch Zug nach oben leicht entnehmen.

Der Umgang mit dem oben beschriebenen Aufbewahrungsbehälter bei der dentalen Parodontosebehandlung ist wie folgt:

Der Zahnarzt bestückt zunächst den Instrumententräger 17 mit einem Sortiment von Instrumenten 26, welches er entweder individuell für einen bestimmten Patienten zusammengestellt hat oder seiner Erfahrung nach generell für eine bestimmte Behandlung geeignet ist. Im letzteren Falle trägt das Gehäuse 1 eine entsprechende Farbcodierung. Der Instrumententräger 17 wird in das Gehäuse- Unterteil 3 eingestellt. Wenn eine sterile Lagerung vorgesehen ist, z. B. bei Instrumenten für die Parodontitis- Therapie, wird zwischen dem Instrumententräger 17 und dem Boden des Gehäuse-Unterteils 3 eine Vliesscheibe eingelegt, welche die Öffnungen 15 grob verschließt, jedoch für den Dampf im Autoklaven durchlässig ist. In Fällen von Zahnpräparationsinstrumenten müssen diese nur hygienisch sauber aber nicht steril gelagert werden. In diesem Fall kann auf eine Vliesscheibe verzichtet werden. Nun wird das Gehäuse-Oberteil 2 auf das Gehäuse-Unterteil 3 aufgesteckt; der nahe an der Mehrkant-Ausnehmung 9 im Drehteil 6 angeordnete Schleifstein 21 verschließt den durch die Mehrkant-Ausnehmung 9 gebildeten Durchgang zumindest grob.

Ist eine sterile Lagerung über einen längeren Zeitraum gewünscht, wird auch zwischen das Gehäuse-Oberteil 2 und das Gehäuse-Unterteil 3 eine in der Zeichnung nicht dargestellte Dichteinlage, z. B. eine Gummischeibe, ein Vlies oder eine Hartpapierscheibe, eingefügt, welche den Restspalt zwischen dem Schleifstein 21 und der Mehrkant- Ausnehmung 9 bakteriendicht verschließt.

Es schließt sich eine Sterilisierung des gesamten, vorbestückten Aufnahmebehälters im Autoklaven an, bei welcher der im Autoklaven erzeugte Dampf durch die Öffnungen 15 im unteren Gehäuseteil 3 und durch das diese Öffnungen überdeckende Vlies ins Innere des Gehäuses 1 gelangt. Das Vlies ist mit einem Farbstoff gefärbt, der bei der zur Sterilisation erforderlichen Temperatur die Farbe wechselt. Nach abgeschlossener Behandlung im Autoklaven wird der gesamte sterilisierte Aufbewahrungsbehälter mit Inhalt zu seiner späteren Verwendung bereitgestellt. Die Farbe des Vlieses, die durch die Dampfdurchtrittsöffnungen 15hindurch erkennbar ist, signalisiert den sterilisierten Zustand des Aufbewahrungsbehälters samt Inhalt.

Zur Behandlung an einem Patienten wählt der Zahnarzt aus einer Vielzahl so bereitgestellter, eine unterschiedliche Instrumentenkollektion enthaltender Aufbewahrungsbehälter den für den Einzelfall geeigneten aus. Hierzu kann entsprechend dem im Aufbewahrungsbehälter enthaltenden Instrumentensortiment das Gehäuse 1 mit unterschiedlichen Farben oder sonstigen Kodierungen versehen sein. Der Zahnarzt öffnet das Gehäuse 1 durch Abziehen des Gehäuse-Oberteiles 2 und entnimmt für die Behandlung des Patienten das ihm jeweils geeignet erscheinende Instrument 26.

Dieses Instrument 26 wird in die Spannvorrichtung des zum Behandlungsgerät gehörenden Handstücks eingeführt. Diese weist als Spannorgan ein Sechskant-Schraubteil auf, welches zur Sechskant-Aufnehmung 9 im Gehäuse-Oberteil 2 des Aufbewahrungsbehälters komplementär ist. Der Zahnarzt benutzt nunmehr das Gehäuse-Oberteil 2 als Werkzeug zum Festziehen des in das Behandlungsgerät eingesetzten Instruments 26, wobei er von der Ratschenwirkung Gebrauch macht: Die Drehrichtung des Gehäuse-Oberteil 2 beim Spannen des Instrumentes 26 ist diejenige, bei welcher sich das Drehteil 6 im Gehäuse-Oberteil 2 nach Überwindung eines bestimmtem Drehmoments verdrehen kann: Wird ein bestimmtes, zum Spannen des Werkzeugs 26 ausreichendes Drehmoment überschritten, so dreht die Ratschenverbindung durch. Der Zahnarzt weiß nunmehr, daß das Instrument 26 im Behandlungsgerät ausreichend fest gespannt ist.

Nach Abschluß der Behandlung bzw. des Behandlungsabschnittes entnimmt der Zahnarzt das jeweilige Instrument 26 wieder dem Behandlungsgerät, wobei er erneut das Gehäuse- Oberteil 2 als Werkzeug einsetzt. Die Drehrichtung des Gehäuse-Oberteiles 2 ist nunmehr diejenige, bei welcher eine Verdrehung des Drehteiles 6 gegenüber dem Gehäuse- Oberteil 2 nicht möglich ist. Der Zahnarzt kann daher mit großer Kraft die Spanneinrichtung des Behandlungsgerätes lösen und das Instrument 26 entnehmen. Die Behandlung kann nunmehr mit einem anderen Instrument 26 aus dem im Aufbewahrungsbehälter enthaltenen Sortiment fortgesetzt werden.

Nach Gebrauch werden die Instrumente in den Instrumententräger 17 zurückgestellt. Dieser wird zunächst in ein Desinfektionsmittel, z. B. Alkohol, mit den Instrumenten eingebracht. Danach erfolgt ggf. eine mechanische Reinigung der Instrumente und/oder des Instrumententrägers 17 unter fließendem Wasser von Hand mit Bürste. Soweit die Instrumente dem Instrumententräger 17 hierbei entnommen wurden, werden diese wieder in den Instrumententräger eingestellt, der seinerseits in das Gehäuse 1 eingebracht wird. Ist eine Sterillagerung gewünscht, wird die Vliesscheibe zuvor in das Gehäuse-Unterteil 3 eingelegt und zwischen dem Gehäuse-Oberteil 2 und dem Schleifstein 21 je nach vorgesehener Lagerzeit ggfs. die Dichteinlage eingefügt. Der Aufbewahrungsbehälter wird nunmehr verschlossen und im Autoklaven sterilisiert. Dabei schlägt die Farbe in der Vliesscheibe um. Der gesamte Aufbewahrungsbehälter mit Inhalt kann nunmehr gelagert werden. Sollte das Sterildatum dabei überschritten werden, kann der geschlossen gehaltene Aufbewahrungsbehälter ggf. übersterilisiert werden.

Den im Kopf des Instrumententrägers 17 enthaltenen Schleifstein kann der Zahnarzt dazu benutzen, sich im Laufe der Zeit bildende Grate an den Instrumenten 26 zu entfernen. Hierzu wird das jeweilige Instrument 26 in das Ultraschall- Behandlungsgerät eingespannt und bevorzugt trocken gegen den Schleifstein 21 gehalten. Auf diese Weise können nicht nur spitze Winkel, gerade oder scharfe Kanten verrundet sondern die Instrumente individuell formverändert werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Aufbewahrungsbehälter für ein dentales Instrumentensortiment mit einem ein Oberteil und ein Unterteil umfassenden Gehäuse, dadurch gekennzeichnet, daß
    1. a) das Gehäuse (1) aus einem autoklavierbaren Material besteht;
    2. b) das Gehäuse (1) Dampfdurchtrittsöffnungen (15) aufweist;
    3. c) im Inneren des Gehäuses (1) ein Instrumententräger (17) angeordnet ist, der ebenfalls aus einem autoklavierbaren Werkstoff besteht und eine Mehrzahl von Halteeinrichtungen (24, 25) für die zu dem Sortiment gehörenden Instrumente (26) aufweist.
  2. 2. Aufbewahrungsbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Instrumententräger (17) an das Gehäuse (1) angeformt ist.
  3. 3. Aufbewahrungsbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Instrumententräger (17) ein gesondertes, aus dem Gehäuse (1) herausnehmbares Teil ist.
  4. 4. Aufbewahrungsbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß eines (2) der beiden Gehäuseteile (2, 3) ein Betätigungsorgan (9) zur Betätigung der Spanneinrichtung eines dentalen Behandlungsgerätes für ein Instrument (26) enthält.
  5. 5. Aufbewahrungsbehälter nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Betätigungsorgan eine Mehrkantausnehmung (9) ist.
  6. 6. Aufbewahrungsbehälter nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Betätigungsorgan (9) in einem Drehteil (6) angeordnet ist, welches sich gegenüber dem Gehäuseteil (2) verdrehen kann, wobei eine Ratscheneinrichtung (11, 12, 13, 14) vorgesehen ist, welche das Drehmoment, welches vom Gehäuseteil (2) auf das Drehteil (6) übertragbar ist, auf einen Maximalwert begrenzt.
  7. 7. Aufbewahrungsbehälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Dampfdurchtrittsöffnungen (15) im Boden des Gehäuse- Unterteiles (3) befinden und daß das Gehäuse-Unterteil (2) Füße (16) besitzt, die einen Abstand zwischen dem Boden des Gehäuse-Unterteiles (3) und dessen Aufstandsfläche herstellen.
  8. 8. Aufbewahrungsbehälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es einen Schleifstein (21) zur Entfernung von Graten an den Instrumenten (26) aufweist.
  9. 9. Aufbewahrungsbehälter nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Schleifstein (21) an einem sich nach oben erstreckenden Hals (20) des Instrumententrägers (17) angeordnet ist.
  10. 10. Aufbewahrungsbehälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Instrumententräger (17) in axialem Abstand zwei radial vorspringende ringförmige Rippen (22, 23) auf weist und zwischen den Rippen (22, 23) ein O-Ring (24) angeordnet ist und daß eine Mehrzahl von Aufnahmebohrungen (25) in dem Instrumententräger (17) vorgesehen ist, deren Achsen in den von den Rippen (22, 23) freien Bereichen auf der Mantelfläche des Instrumententrägers (17) liegen, derart, daß nur in Bereichen der Rippen (22, 23) die Aufnahmebohrungen (25) vollständig geschlossen sind, in den anderen Bereichen der Mantelfläche sich dagegen seitlich öffnen.






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