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Dokumentenidentifikation DE19916225A1 26.10.2000
Titel Vorrichtung zum Transport von Gegenständen, insbesondere von Behältern
Anmelder Rolf Hantelmann Verpackungstechnik GmbH & Co., 38112 Braunschweig, DE
Erfinder Hantelmann, Rolf, 38162 Cremlingen, DE
Vertreter Leine & Wagner, 30163 Hannover
DE-Anmeldedatum 10.04.1999
DE-Aktenzeichen 19916225
Offenlegungstag 26.10.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.10.2000
IPC-Hauptklasse B65G 33/04
Zusammenfassung Vorrichtung zum Transport von Gegenständen, insbesondere von Behältern, beispielsweise Dosen, Flaschen oder dergleichen, zu einer Arbeitsstation (14) und von dieser weg. Die Vorrichtung weist eine Förderschnecke (2) mit einem Schneckengang (6) zur Aufnahme von zu transportierenden Gegenständen auf, wobei die Steigung der Förderschnecke (2) in Förderrichtung an einer Haltestelle über einen Drehwinkel kleiner 360° null ist. Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist außer der Förderschnecke (2) keine beweglichen Bauteile auf und ist dadurch billig zu fertigen und sicher gegen Verschmutzung, Korrosion und Verschleiß.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung der im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Art zum Transport von Gegenständen.

Eine allgemein bekannte Vorrichtung der betreffenden Art weist eine Mitnehmerkette auf, der die Dosen nach vorheriger Beschleunigung durch einen Mitnehmerstern auf die Geschwindigkeit der Mitnehmerkette zugeführt werden. Sie werden von der Mitnehmerkette übernommen, die sie dann gleichmäßig bis zu einer Verschließstation weitertransportiert. Noch bevor die Dose die Mitte der Verschließstation erreicht hat, beginnt von unten her eine Pinole zu steigen, die die Dose nach oben bewegt, während die Mitnehmerkette sie gleichzeitig horizontal bewegt. Diese gleichzeitige Bewegung dauert solange, bis die Dose ihren Kettenmitnehmer in horizontaler Richtung verlassen hat und dann in vertikaler Richtung weiter ansteigt. Die Dose und der dazugehörige Deckel, der über ein Deckelabstapelmagazin zugeführt wird, erreichen gleichzeitig die Verschließstation, in der Dose und Deckel zwischen Pinole und einem vertikal von oben herangeführten Verschließkopf eingespannt werden. In dieser Lage erfolgt der Verschließvorgang, bei dem Verschließrollen den Deckel unter den Bördelfalzen und einen Doppelfalz bilden.

Nach Beendigung dieses Vorganges bewegt sich die Pinole mit der verschlossenen Dose abwärts in die Zuführebene, in der die Dose durch die Mitnehmerkette abtransportiert wird.

Ein Nachteil dieser bekannten Vorrichtung besteht darin, daß sie aus einer Vielzahl mechanischer Bauteile besteht, die anfällig gegen Verschmutzung, Korrosion und Verschleiß sind.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten Art zu schaffen, bei der die Zahl mechanischer Bauteile und die Anfälligkeit gegen Verschmutzung, Korrosion und Verschleiß verringert ist.

Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird durch die im Kennzeichen des Anspruchs 1 gegebene Lehre gelöst.

Der Grundgedanke dieser Lehre besteht darin, statt einer Mitnehmerkette eine Förderschnecke zu verwenden, wie sie zum Fördern von Schüttgütern bekannt ist. Das besondere besteht gegenüber einer bei Schüttgütern bekannten Förderschnecke jedoch darin, daß die Steigung im Bereich der Arbeitsstation über einen bestimmten Drehwinkel null ist, sodaß der zu transportierende Gegenstand auch keine Förderbewegung erfährt, ohne daß die Förderschnecke stillgesetzt wird, was eine zusätzliche und störanfällige Steuerung erfordern würde. Während sich also die Schnecke weiter dreht und trotzdem sich der transportierte Gegenstand nicht bewegt, kann die Arbeitsstation in Funktion treten, beispielsweise einen Deckel auf einem beförderten Behälter, beispielsweise einer Dose, anbringen.

Aufgrund der auf null verringerten Steigung im Bereich der Arbeitsstation und der dadurch bedingten Verweilzeit könnte es bei aufeinanderfolgender Zuführung von Gegenständen zu Kollisionen im Bereich der Arbeitsstation kommen. Um dieses zu vermeiden, nimmt gemäß einer Weiterbildung der Erfindung die Steigung der Förderschnecke in Förderrichtung zu der Haltestelle im Bereich der Arbeitsstation zu. Dadurch erfolgt eine kontinuierliche Vereinzelung der Gegenstände auch bei kontinuierlicher Zuführung am Fördereinlauf, sodaß kein Stau im Bereich der Haltestelle erfolgen kann, in der die Steigung der Förderschnecke null ist. Diese Vorteile werden auch dann erzielt, wenn gemäß einer Ausführungsform der Erfindung die Drehgeschwindigkeit der Förderschnecke konstant ist.

Im allgemeinen genügt es, daß sichergestellt ist, daß die geförderten Gegenstände teilweise in den Schneckengang der Förderschnecke eingreifen, so daß sie mitgenommen werden. Es ist jedoch zweckmäßig, wenn der lichte Querschnitt des Gewindeganges in Tangentialrichtung wenigstens teilweise komplementär zu dem Umfang der zu fördernden Gegenstände ist. Der Gewindegang umschließt somit teilweise im wesentlichen formschlüssig den zu fördernden Gegenstand. Um die zu fördernden Gegenstände mit dem Schneckengang in Eingriff zu halten, kann es genügen, die zu fördernden Gegenstände ganz einfach durch ihr Gewicht anzudrücken. Eine besondere zweckmäßige Ausführungsform der Erfindung sieht jedoch die Verwendung von Führungsmitteln vor, die die zu fördernden Gegenstände mit dem Schneckengang der Förderschnecke in Eingriff halten. Vorteilhaft ist es, wenn die Führungsmittel eine Führungsschiene, einen Transportriemen, ein Transportband, oder eine Transportkette aufweisen, die bzw. der bzw. das sich seitlich von der Förderschnecke über deren gesamte Länge erstreckt. Auch können die Führungsmittel einen Auflagetisch, eine Führungsbahn, einen Transportriemen, ein Transportband oder eine Transportkette aufweisen, der bzw. die bzw. das unterhalb des Transportweges der zu transportierenden Gegenstände angeordnet ist und auf dem bzw. der die zu transportierenden Gegenstände aufgrund ihres Gewichts aufliegen und gleiten oder mitgenommen werden. Vorteilhafterweise ist die Geschwindigkeit des Transportriemens, des Transportbandes oder der Transportkette höher, vorzugsweise 5-10% höher als die Fördergeschwindigkeit der Förderschnecke.

Anhand der Zeichnung soll die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.

Fig. 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung gemäß der Erfindung in der Draufsicht.

Fig. 2 ist ein Schnitt II-II durch Fig. 1.

Fig. 1 zeigt eine Förderschnecke 2, die über einen Antriebsmotor 4 und der Zwischenschaltung eines nicht dargestellten Getriebes rotierend angetrieben ist. Die Förderschnecke 4 weist einen Schneckengang 6 auf, dessen Grund 8 in tangentialer Richtung, also senkrecht auf die Zeichnungsebene gesehen, teilkreisförmig ist und somit im wesentlichen komplementär zu Dosen 10 ausgebildet ist, von denen nur zwei im Einlaufbereich der Förderschnecke 2 und eine weitere Dose 12 im Bereich einer Arbeitsstation 14 zum Verschließen der Dosen gezeigt ist.

Der Schneckengang 6 weist einen Abschnitt 16 auf, der sich über einen Drehbereich von etwa 270° erstreckt und in dem die Steigung des Schneckenganges 6 null ist, sodaß sich die Dose 12 nicht in durch Pfeile 18 und 20 angedeutete Förderrichtung bewegt, also in Ruhe ist, sodaß die Arbeitsstation einen Verschließvorgang an der in Ruhe befindlichen Dose 12 ausführen kann. In einem Abschnitt 22 hat der Schneckengang 6 eine große Steigung, sodaß die in der Arbeitsstation 14 mit Deckeln versehenen Dosen schnell abtransportiert werden.

Neben der Förderschnecke 2 erstreckt sich über deren gesamte Länge eine Führungsschiene 24, deren Abstand von der Förderschnecke 2 so bemessen oder einstellbar ist, daß die Dosen 10, 12 ständig mit dem Schneckengang 6 in Eingriff gehalten sind. Unterhalb des Förderweges der Dosen 10 befindet sich eine Auflageschiene 26, auf der die Dosen 10, 12 aufgrund ihres Gewichts aufliegen.

Fig. 2 zeigt einen Schnitt II-II durch Fig. 1 im Bereich der Arbeitsstation 14 zum Verschließen der Dosen 10. Die Darstellung in Fig. 2 ist nur teilweise geschnitten und gegenüber der Darstellung aus Fig. 1 aus Gründen der Klarheit vergrößert. Die Arbeitsstation 14 weist ein Unterteil 28 auf, in dem eine Pinole 30 vertikal beweglich gelagert ist, sie kann über einen Stempel 32 mittels einer nicht dargestellten Vorrichtung, beispielsweise eines Hydraulikzylinders, angehoben werden. In der in Fig. 2 dargestellten Lage ist die Pinole 30 angehoben und damit auch die auf ihr aufliegende Dose 12, sodaß diese nach oben in ein Oberteil 34 bewegt wird, wo in nicht dargestellter Weise ein Deckel zugeführt und damit die Dose 12 verschlossen wird. Danach bewegt sich die Pinole 30 wieder abwärts. Während dieser gesamten Zeit hat sich die Förderschnecke 2 gleichmäßig weitergedreht, während sich die Dose 12 im Abschnitt 16 des Schneckenganges 6 nicht bewegt hat. Nach dem Absenken der Pinole 30 befindet sich die Dose 12 wieder in der normalen Förderhöhe, in der jetzt die Dose 12 aus dem Abschnitt 16 heraustritt und im Abschnitt 22 schnell in Richtung des Pfeiles 20 abtransportiert wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Transport von Gegenständen, insbesondere von Dosen, zu einer Arbeitsstation und von ihr weg, gekennzeichnet durch eine Förderschnecke (2) mit einem Schneckengang (6) zur Aufnahme von zu transportierenden Gegenständen, wobei die Steigung der Förderschnecke (2) in Förderrichtung an einer Haltestelle über einen Drehwinkel kleiner 360° null ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Steigung der Förderschnecke (2) in Förderrichtung zu der Haltestelle hin zunimmt.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehgeschwindigkeit der Förderschnecke (2) konstant ist.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der lichte Querschnitt des Schneckenganges (6) in Tangentialrichtung wenigstens teilweise komplementär zu dem Umfang der zu fördernden Gegenstände ist.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Führungsmittel vorgesehen sind, die die zu fördernden Gegenstände mit dem Schneckengang (6) der Förderschnecke (2) in Eingriff halten.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsmittel eine Führungsschiene (24), einen Transportriemen, ein Transportband oder eine Transportkette aufweisen, die bzw. der bzw. das sich seitlich von der Förderschnecke (2) über deren gesamte Länge erstreckt.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsmittel einen unterhalb des Transportweges der zu transportierenden Gegenstände einen Auflagetisch, eine Auflageschiene (26), einen Transportriemen, ein Transportband oder eine Transportkette aufweisen.
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Fördergeschwindigkeit des Transportriemens, des Transportbandes oder der Transportkette größer, vorzugsweise 5-10% größer ist als die Fördergeschwindigkeit der Förderschnecke (2).






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