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Dokumentenidentifikation DE19916668A1 26.10.2000
Titel Vorrichtung zum Transportieren von flach liegenden Zuschnitten
Anmelder Michael Hörauf Maschinenfabrik GmbH & Co KG, 73072 Donzdorf, DE
Erfinder Messerschmid, Uwe, 73095 Albershausen, DE
Vertreter Patentanwälte Wilhelm & Dauster, 70174 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 14.04.1999
DE-Aktenzeichen 19916668
Offenlegungstag 26.10.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.10.2000
IPC-Hauptklasse B65H 5/14
Zusammenfassung Beschrieben wird eine Vorrichtung zum Transportieren von flach liegenden Zuschnitten aus Karton oder dergleichen, insbesondere an Buchdecken- oder Briefordnermaschinen. Die Vorrichtung enthält wenigstens zwei parallel zueinander verlaufende, über Umlenkräder geführte und getaktete Transportriemen. An den Transportriemen sind Greifer zum Festhalten der Zuschnitte angebracht. Die Greifer enthalten schwenkbare, jeweils an den Umlenkrädern öffenbare gesteuerte Klemmelemente.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Transportieren von flach liegenden Zuschnitten aus Karton oder dergleichen, insbesondere an Buchdecken- oder Briefordnermaschinen, mit wenigstens zwei parallel zueinander verlaufenden, über Umlenkräder geführten und getakteten Transportriemen, an denen Greifer zum Festhalten der Zuschnitte angebracht sind.

Eine Vorrichtung dieser Art ist durch den Hörauf-Prospekt BDM 30 Stand der Technik. Die Ausführung der Greifer ist in diesem Prospekt nicht näher beschrieben, doch war die zugehörige praktische Maschine so ausgeführt, dass die Zuschnitte zwischen Klemmstücken eingespannt waren, die an zwei gegenüberliegenden Kanten des Zuschnittes angriffen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art hinsichtlich der Greifer zu verbessern.

Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Greifer schwenkbare, jeweils an den Umlenkrädern öffenbare gesteuerte Klemmelemente enthalten.

Derart ausgebildete Greifer sind in der Lage, einen Zuschnitt sicher und positionsgenau festzuhalten. Sie können ferner einen Zuschnitt an einem Umlenkrad rechtzeitig erfassen und am anderen Umlenkrad rechtzeitig freigeben. Der Aufwand hierfür ist gering.

Vorteilhaft sind die Greifer mittels Befestigungselementen in den Zahnlücken der als Zahnriemen ausgebildeten Transportriemen angeklemmt. Mit dieser Befestigungsart lassen sich die Greifer nicht nur leicht an den Transportriemen anbringen, sondern sie sind bei Bedarf auch verstellbar oder auswechselbar.

Zweckmäßig weisen die Greifer einen Tragkörper auf, an dem das zugehörige Klemmelement mit einer Schwenkachse gelagert ist. Auf diese Weise werden die Greifer in ein Halteelement und ein Funktionselement aufgeteilt.

In Ausgestaltung der Erfindung sind die Klemmelemente als im Wesentlichen L-förmige Finger ausgebildet, deren freie Schenkel in ihrer axialen Richtung dem Zuschnitt zustellbar sind. Diese Ausgestaltung erfordert am Zuschnitt die kleinstmöglichen Klemmflächen. Durch derart ausgebildete Klemmelemente werden die von der Maschine auszuführenden Arbeitsschritte, beispielsweise an Buchdeckenmaschinen ein Kanteneinschlag mittels rotierender Bürsten, nicht behindert.

Vorteilhaft sind die Klemmelemente der in Transportrichtung vorderen Kante der Zuschnitte zugeordnet. Dadurch werden die Zuschnitte ausschließlich gezogen und somit sicher transportiert. Die übrigen Kanten des Zuschnittes sind frei, so dass dort ungehindert Arbeitsschritte der Maschine durchgeführt werden können.

Es ist vorgesehen, dass im Abstand zweier Greifer - in Transportrichtung der Transportriemen - die als Zahnriemenräder ausgebildeten Umlenkräder jeweils einen abgefrästen Zahn aufweisen. Dadurch entsteht beispielsweise einmal pro Umfang eines Umlenkrades eine Zahnlücke, in welche bei ihrem Durchlauf die Befestigungsmittel eingreifen können, die somit nicht von der Bauart des Umlenkrades behindert werden.

In weiterer Ausgestaltung sind zum Steuern der Klemmelemente koaxial zu den Umlenkrädern angeordnete Kurvenscheiben vorgesehen, auf denen mit den Klemmelementen verschwenkbare, federbelastete Rollen anliegen. Dadurch lassen sich die Klemmelemente im Bereich der Umlenkräder auf einfache Weise steuern, und zwar dort, wo ein Öffnen der Greifer erforderlich wird. Separate Antriebe für die Steuerung können dadurch entfallen.

Zum Überbrücken der Öffnungsphase der Klemmelemente können im Bereich der Umlenkräder die Zuschnitte führende Klemmwalzen vorgesehen sein. Dadurch bleibt der jeweilige Zuschnitt zu keinem Zeitpunkt sich selbst überlassen und ungeklemmt, auch nicht an den Umlenkrädern.

Zweckmäßigerweise ist vorgesehen, dass die Rollen, welche auf den Kurvenscheiben aufliegen, außerhalb der Bereichs der Kurvenscheiben auf parallel zu den Transportriemen verlaufenden Schienen abgestützt sind. Dies verhindert ein Verformen der Zuschnitte während des Transportes durch zu große Wege der Klemmelemente.

Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels.

Es zeigen:

Fig. 1 eine schematische Seitenansicht auf eine erfindungsgemäße Vorrichtung,

Fig. 2 eine Ansicht in Richtung des Pfeiles II der Fig. 1,

Fig. 3 in vergrößerter Darstellung einen erfindungsgemäßen Greifer in einer Ansicht entsprechend der Pfeilrichtung III der Fig. 5,

Fig. 4 einen Schnitt durch den Greifer längs der Schnittfläche IV-IV der Fig. 3,

Fig. 5 eine Ansicht des Greifers in Richtung des Pfeiles V der Fig. 3,

Fig. 6 in vergrößerter Darstellung einen Ausschnitt eines als Zahnriemenrad ausgebildeten Umlenkrades,

Fig. 7 die schematisch dargestellte zeitliche Abfolge des Öffnens des Greifers am in Transportrichtung vorderen Umlenkrad.

Die in Fig. 1 und 2 nur sehr schematisch und stark verkleinert dargestellte Vorrichtung zum Transportieren von Zuschnitten 1, 2, 3 und 4 ist insbesondere für eine Buchdecken- oder Briefordnermaschine anwendbar, jedoch nicht auf diese Maschinenart beschränkt. Bei den Zuschnitten 1 bis 4 handelt es sich um flach liegende, beispielsweise aus Karton hergestellte Vorprodukte, die gegebenenfalls mit Kunststoff kaschiert sein können. In der Darstellung befinden sich nur die Zuschnitte 2 und 3 auf der Vorrichtung, während der Zuschnitt 1 kurz vor dem Erreichen der Vorrichtung und der Zuschnitt 4 kurz nach Verlassen der Vorrichtung dargestellt ist. Mit A ist die Transportrichtung bezeichnet.

Die Vorrichtung enthält im vorliegenden Falle drei parallel zueinander angeordnete Transportriemen 5, 6 und 7, die an ihren Enden jeweils über Umlenkräder 8 und 9 geführt sind, von denen eines angetrieben ist.

An den äußeren Transportriemen 5 und 7 sind Greifer 10 befestigt, während der mittlere Transportriemen 6 vorzugsweise frei von Greifern ist. Diese Greifer 10 sind in Fig. 1 und 2 nur angedeutet und werden später anhand der Fig. 3 bis 5 noch genauer beschrieben. Die Greifer sind im Bereich der Umlenkräder 8 und 9 öffenbar, jedoch beim Transport der Zuschnitte 2 und 3geschlossen. Ebenso sind die Greifer 10 beim nicht transportierenden Rücklauf geschlossen. Zum Festhalten der Zuschnitte 2 und 3 enthalten die Greifer 10 jeweils ein Klemmelement 12, welches um eine Schwenkachse 11 verschwenkbar ist. Die Klemmelemente 12 sind als L-förmige Finger ausgebildet, die zum Erfassen bzw. Freigeben der Zuschnitte 1 bzw. 4 an den Umlenkrädern 8 und 9 öffenbar sind. Die Klemmelemente 12 sind mit ihrem freien Schenkel jeweils dem betreffenden Zuschnitt 2 und 3 zustellbar. Die Zuschnitte 2 und 3 sind nur im Bereich ihrer vorderen Kanten 13 von den Greifern 10 festgehalten.

Koaxial zu den Umlenkrädern 8 und 9 sind stationär angeordnete Kurvenscheiben 14 und 15 vorgesehen, welche dem Steuern der Klemmelemente 12 dienen. Die einzelnen Greifer 10 weisen hierzu jeweils zwei Rollen 16 auf, die zusammen mit den Klemmelementen 12 verschwenkbar sind und federbelastet auf den Kurvenscheiben 8 und 9 abrollen. Dadurch lassen sich die Greifer 10 im Bereich der Umlenkräder 8 und 9 öffnen und schließen. Im Bereich zwischen den Umlenkrädern 8 und 9, also außerhalb der Kurvenscheiben 14 und 15, sind die Rollen 16 auf Schienen 17 und 18 geführt.

Unmittelbar vor Verlassen der Transportriemen 5, 6 und 7 ist der dort befindliche Zuschnitt 3 von einer Klemmwalze 19 angedrückt, die nur am greiferlosen mittleren Transportriemen 6 anliegt und frei drehbar ist. Unmittelbar vor dem ersten Umlenkrad 8 und unmittelbar nach dem letzten Umlenkrad 9 befinden sich zwei Klemmwalzenpaare 20 und 21, die jeweils als Transporteinrichtung ausgebildet sind und die Zuschnitte 1 und 4 sicher führen, bevor sie von den Greifern 10 ergriffen werden bzw. nachdem sie den letzten Greifer 10 verlassen haben. Diese Klemmwalzen 19, 20 und 21 überbrücken also im Bereich der Umlenkräder 8 und 9 die Öffnungsphasen der Klemmelemente 12 und führen dann die Zuschnitte 1, 3 und 4.

Die nun zu beschreibenden Fig. 3, 4 und 5 zeigen den Greifer 10 im Detail und in vergrößertem Maßstab. Man erkennt die bereits beschriebene Schwenkachse 11 sowie das dort schwenkbar gelagerte Klemmelement 12.

Die Greifer 10 enthalten einen am Transportriemen 5 befestigbaren Tragkörper 22, an welchem ein im Wesentlichen L-förmiger Finger 23 als Klemmelement 12 angebracht ist. Der freie Schenkel 24 des Fingers 23 ist in seiner axialen Richtung dem hier nicht dargestellten Zuschnitt zustellbar.

Für den Finger 23 ist am Tragkörper 22 ein zwei Wangen 25 und 26 enthaltendes verschwenkbares Halteteil angeordnet. Die Wangen 25 und 26 nehmen auch die mit dem Finger 23 verschwenkbaren Rollen 16 auf.

Wie ersichtlich, ist der Transportriemen 5 bevorzugt als Zahnriemen 27 ausgebildet, in dessen Zahnlücken 28 die Befestigungselemente 29 zum Anbringen des Tragkörpers 22 angeordnet sind. Die Befestigungselemente 29 enthalten beispielsweise einen Bolzen, der an seinen Enden verstemmt ist. Dadurch lassen sich die Greifer 10 am Transportriemen 5 anklemmen.

Die einzelnen Greifer 10 enthalten jeweils noch eine Schenkelfeder 30, durch welche die Rollen 16 belastet und an die Kurvenscheiben 14 und 15 angedrückt werden.

In Fig. 6 ist in vergrößertem Maßstab ein Ausschnitt des in Transportrichtung A vorderen Umlenkrades 9 dargestellt. Wie ersichtlich, ist dieses als Zahnriemenrad 31 ausgebildet, welches an seinem Umfang Zähne 32 mit dazwischen befindlichen Zahnlücken 28 enthält. An wenigstens einer Stelle des Umfanges ist ein abgefräster Zahn 33 vorgesehen, wodurch Platz für den Bolzen der Befestigungselemente 29 geschaffen wird. Der Umfang des Zahnriemenrades 31 entspricht in diesem Falle dem Abstand zweier Greifer 10.

Anhand der Fig. 7 wird nun das Öffnen der Greifer 10 im Bereich des Umlenkrades 9 erläutert. Wie ersichtlich, ist gerade der Zuschnitt 3 kurz vor dem Umlenkrad 9 angekommen, und seine vordere Kante 13 ist durch einen Greifer 10 festgehalten, dessen Finger 23 mit seinem freien Schenkel 24 den vorderen Bereich des Zuschnittes 3 an den Transportriemen 5 andrückt.

Während der Transportriemen 5 dem Umfang des Umlenkrades 9 folgt, muss der Zuschnitt 3 nach Verlassen des Umlenkrades 9 der strichpunktiert dargestellten gedachten Verlängerung 34 des Transportriemens 5 folgen, ohne vom Greifer 10 dabei behindert zu werden.

Die Fig. 7 zeigt beispielhaft insgesamt zehn aufeinanderfolgende Phasen a bis k von momentanen Positionen der vorderen Kante 13 des Zuschnitts 3. Zu diesen Phasen a bis k gehören die jeweiligen augenblicklichen Positionen a' bis k' des Verbindungsknickes der beiden Schenkel des L-förmigen Fingers 23. Diese momentanen Positionen a' bis k' definieren eine Hüllkurve 35, die unter die gedachte Verlängerung 34 eingetaucht sein muss, bevor die vordere Kante 13 des Zuschnittes 3 dort angekommen ist. Wie ersichtlich, befindet sich der kritische Bereich zwischen den Phasen g und h bzw. zwischen den Positionen g' und h'.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Transportieren von flach liegenden Zuschnitten aus Karton oder dergleichen, insbesondere an Buchdecken- oder Briefordnermaschinen, mit wenigstens zwei parallel zueinander verlaufenden, über Umlenkräder geführten und getakteten Transportriemen, an denen Greifer zum Festhalten der Zuschnitte angebracht sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Greifer (10) schwenkbare, jeweils an den Umlenkrädern (8, 9) öffenbare gesteuerte Klemmelemente (12) enthalten.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Greifer (10) mittels Befestigungselementen (29) in den Zahnlücken (28) der als Zahnriemen (27) ausgebildeten Transportriemen (5, 7) angeklemmt sind.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Greifer (10) einen Tragkörper (22) aufweisen, an dem das zugehörige Klemmelement (12) mit einer Schwenkachse (11) gelagert ist.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmelemente (12) als im Wesentlichen L-förmige Finger (23) ausgebildet sind, deren freie Schenkel (24) in ihrer axialen Richtung dem Zuschnitt (1, 2, 3, 4) zustellbar sind.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmelemente (12) der in Transportrichtung A vorderen Kante (13) der Zuschnitte (1, 2, 3, 4) zugeordnet sind.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass im Abstand zweier Greifer (10) - in Transportrichtung (A) der Transportriemen (5, 7) - die als Zahnriemenräder (31) ausgebildeten Umlenkräder (8, 9) jeweils einen abgefrästen Zahn (33) aufweisen.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zum Steuern der Klemmelemente (12) koaxial zu den Umlenkrädern (8, 9) angeordnete stationäre Kurvenscheiben (14, 15) vorgesehen sind, auf denen mit den Klemmelementen (12) verschwenkbare, federbelastete Rollen (16) anliegen.
  8. 8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Umlenkräder (8, 9) zum Überbrücken der Öffnungsphase der Klemmelemente (12) die Zuschnitte (1, 3, 4) führende Klemmwalzen (19; 20; 21) vorgesehen sind.
  9. 9. Vorrichtung Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Rollen (16) außerhalb des Bereichs der Kurvenscheiben (14, 15) auf parallel zu den Transportriemen (5, 7) verlaufenden Schienen (17, 18) abgestützt sind.






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