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Dokumentenidentifikation DE19917023A1 26.10.2000
Titel Rettungsringsignalleuchte
Anmelder Rickert, Bernd, Zürich, CH
Erfinder Rickert, Bernd, Zürich, CH
Vertreter Wagner, K., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 80538 München
DE-Anmeldedatum 15.04.1999
DE-Aktenzeichen 19917023
Offenlegungstag 26.10.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.10.2000
IPC-Hauptklasse B63C 9/20
Zusammenfassung Eine Neuerung zur besseren optischen Wahrnehmung von Rettungsringen (1) stellt eine Signalleuchte (4) dar, die am Rettungsring direkt befestigt ist und im Bedarfsfall durch eine Längsdrehung um eine Drehachse (5) automatisch beginnt zu leuchten. Die Leuchte wird durch eine Batterie mit Strom gespeist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Rettungsring 1 nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Der derzeitige Entwicklungsstand von Rettungsringen und selbstzündenden Signalleuchten ist nach dem Internationalen Rettungsmittel-(LSA)-Code, Kapitel II vom 4. Juni 1996 der International Marine Organisation (IMO) wie folgt beschrieben:

Kapitel II - Persönliche Rettungsmittel
  • 1. 2.1. Rettungsringe
  • 2. 2.1.1 Besondere Merkmale der Rettungsringe

    Jeder Rettungsring
    • 1. .1 muß einen äußeren Durchmesser von höchstens 800 Millimeter und einen inneren Durchmesser von mindestens 400 Millimeter haben,
    • 2. .2 muß aus einem Werkstoff mit eigenem Auftrieb hergestellt sein, der nicht auf Binsen, Korkgrus oder irgendeinem anderen losen Grusmaterial beruht;
    • 3. .3 muß in Frischwasser ein Eisengewicht von mindestens 14,5 Kilogramm 24 Stunden tragen können;
    • 4. .4 muß eine Masse von mindestens 2,5 Kilogramm haben;
    • 5. .5 darf, nachdem er er 2 Sekunden lang vollständig von Flammen eingehüllt war, nicht weiterbrennen oder -schmelzen;
    • 6. .6 muß so gebaut sein, daß er ohne Beeinträchtigung seiner Gebrauchsfähigkeit oder seiner Bestandteile einen Wurf in das Wasser aus der Höhe aushält, in der er bei leichtestem Betriebszustand auf hoher See über der Wasserlinie angebracht ist, oder aus 30 Meter Höhe, je nachdem welche Höhe die größere ist;
    • 7. .7 muß, sofern er die Auslösevorrichtung für die selbstätig arbeitenden Rauchsignale und selbstzündenden Leuchten betätigen soll, eine für die Betätigung der Auslösevorrichtung ausreichende Masse haben.
    • 8. .8 muß mit einer Greifleine, von mindestens 9,5 Millimeter Durchmesser ausgerüstet sein, die mindestens viermal so lang ist wie der äußere Durchmesser des Ringkörpers. Die Greifleine ist an vier Punkten in gleichen Abständen um den Kreis des Ringes herum so anzubringen, daß vier gleichmäßige Buchten gebildet werden.
  • 3. 2.1.2 Selbstzündende Leuchten für Rettungsringe

    Die in der Regel III/7.1.3 vorgeschriebenen, selbstzündenden Leuchten
    • 1. .1 müssen so beschaffen sein, daß sie nicht durch Wasser gelöscht werden können;
    • 2. .2 müssen weißes Licht abgeben und entweder mit einer Lichtstärke von mindestens 2 Candela in alle Richtungen der oberen Halbkugel leuchten oder mit einer Rate von wenigstens 50 und höchstens 70 Blitzen in der Minute mit mindestens einer entsprechenden effektiven Lichtstärke leuchten (Entladungsblitze);
    • 3. .3 müssen aus einer Energiequelle gespeist werden, die den Anforderungen des Absatzes 2.1.2.2 für die Dauer von mindestens 2 Stunden genügt;
    • 4. .4 müssen der in Absatz 2.1.1.6 vorgeschriebenen Abwurfprüfung standhalten.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde eine bestmögliche optische Wahrnehmbarkeit des Rettungsringes 1 bei Nacht oder schlechter Sicht mit einer bestmöglichen Handhabung zu verbinden.

Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs gelöst.

Bei der erfindungsgemäßen Lösung ist eine Signalleuchte 4 zur besseren optischen Wahrnehmbarkeit am Rettungsring 1 mittels Bändern 8 befestigt.

Dadurch behält der Retter beim Auswerfen des Rettungsrings 1 eine Hand frei oder kann mit beiden Händen zielsicher den Rettungsring 1 auswerfen, während er bei einem System aus Rettungsring mit seperater Signalleuchte beide Hände zum Auswerfen gebraucht.

Ein weiterer Vorteil der Erfindung liegt in dem geringeren Zeitabschnitt, der für das Auswerfen eines selbstleuchtenden Rettungsringes 1 gegenüber einem Rettungsring mit separater Signalleuchte benötigt wird.

Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel nach Anspruch 1 anhand von Zeichnungen näher erläutert.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung nach Anspruch 1 ist die Signalleuchte 4 mittels ihrer Halterung 3 durch Bänder 8, die zugleich zur Befestigung der Festhalteleine 2 oder als Reflexbänder dienen können, am Rettungsring 1 befestigt. Die Bänder 8 sind durch drei Schlitze 9 in der Signalleuchtenhalterung 3 gezogen. Die Signalleuchtenhalterung 3 ist gekrümmt. Ihr äußerer Krümmungsradius entspricht dem Innenradius des Rettungsringes, so dass sie sich passgenau an den Rettungring 1 anschmiegt.

Zur weiteren Stabilisierung der Signalleuchte 4 ummantelt die Signalleuchtenhalterung 3 teilweise den Rettungsring. In die Signalleuchtenhalterung 3 ist die Signalleuchte 4 beweglich mittels einer Drehachse 5 eingelassen. Die Achse 5 steht radial zur Signalleuchte 4.

Auf der einen Seite der Achse 5 beindet sich in der Signalleuchte 4 im Batteriefach 13 eine Batterie, 1,5 Volt Monozelle. Diese Seite wird im folgenden als Batterieseite bezeichnet. Auf der anderen Seite befindet sich die Einschaltautomatik und die Signalleuchtenkappe mit Glühlampe 6, die im folgenden als Glühlampenseite bezeichnet wird.

Die Batterie dient zugleich als Gegengewicht zur Glühlampenseite. Infolge der horizontalen Lage des Rettungsringes 1 beim Gebrauch schnellt die Glühlampenseite wegen des geringeren Gewichtes nach oben, während die Batterieseite in Richtung Wasser dreht. Eine freies Pendeln der Signalleuchte im unbenutzen Zustand wird durch zwei Stopper 14 verhindert, die in eine Nut des Batteriefachschraubverschlusses etwa einen Zehntelmillimeter greifen, sodass die Signalleuchte erst durch den Aufprall auf die Wasseroberfläche oder durch das Mehrgewicht der Batterieseite ein Drehbewegung ausführt.

Die Signalleuchte 4 ist auf der Glühlampenseite durch eine transparente Kappe 6 mittels Silikonmasse wasserdicht verschraubt. Ebenso ist das Batteriefach 13 wasserdicht durch einen Schraubverschluss 7 verschlossen.

Diese Art der elastischen Verschraubung verhindert zudem ein Lösen durch Vibrationen des Schiffskörpers und erlaubt dennoch ein Wiederöffnen des jeweiligen Verschlusses beispielsweise bei einem Defekt der Glühlampe oder einem Auswechseln der Batterie.

Durch die 90-Grad-Drehung beim Aufprall auf die Wasseroberfläche schaltet sich die Signalleuchte 4 ein. Dies wird durch die Einschaltautomatik nach Anspruch 2 ermöglicht. Der Stromkreis wird durch die im Einschaltautomatikfach 11 frei gelagerte Einschaltkugel 12 durch eine Lageveränderung der Signalleuchte 4 von der Horizontalen in die Vertikale während des Gebrauchs geschlossen. Dabei fällt die nichtrostende, stromleitende Einschaltkugel 12 in einen konisch zulaufenden Kegelstumpf des Einschaltautomatikfachs 11 und schließt die Stromführung 10.

Fig. 1 stellt den Rettungsring 1 mit befestigter Signalleuchte 4 in Draufsicht dar. Die Signalleuchtenhalterung 3 ist mittels dreier Bänder 8 am Rettungsring befestigt. In der Signalleuchtenhalterung 3 ist die Signalleuchte 4 drehbar gelagert.

Fig. 2 stellt den Rettungsring 1 mit Signalleuchte 4 im Querschnitt A:A im ausgeschalteten Zustand dar. Die Signalleuchte 4 liegt parallel zur Rettungsringebene in ihrer Halterung 3.

Fig. 3 stellt den Rettungsring 1 mit Signalleuchte 4 im Querschnitt A:A im eingeschalteten Zustand dar. Die Signalleuchte 4 steht nun im rechten Winkel zur Rettungsringebene. Infolge der größeren Masse dreht das Batteriefach 13 nach unten, während die Signalleuchtenkappe mit Glühlampe 6 nach oben schnellt.

Die Einschaltkugel 12 ist gleichwohl infolge der Schwerkraftwirkung in das untere, konisch zulaufende Zentrum des Einschaltautomatikfaches 11 gefallen und schließt durch die gleichzeitige Berührung mit den beiden Kontakten der Stromführung 6 den Stromkreis.

Fig. 4 stellt die Signalleuchte 4 im Längsschnitt als Schemazeichnung dar. Die Signalleuchte 4 ist in ihrer Signalleuchtenhalterung 3 drehbar gelagert. Zu sehen sind die drei Befestigungschlitze 9 der Signalleuchtenhalterung 3, die zur Befestigung am Rettungsring 1 dienen. Auf eine Darstellung der Befestigungsbänder wurde hier zur Übersichtlichkeit verzichtet. Weiterhin ist die Verschraubung der Signalleuchte 4 mit der transparenten Kappe mit Glühlampe 6 sichtbar. Darunter befindet sich das Einschaltautomatikfach 11. Die Einschaltkugel 12 liegt frei beweglich im Einschaltautomatikfach 11. Sie befindet sich jedoch nicht in dem konisch zulaufenden Kegelstumpfabschnitt mit den beiden Kontakten der Stromführung 10, so dass die Signalleuchte 4 in dieser Darstellung im Ruhezustand gezeigt wird. Gleich unter der Einschaltautomatik ist die Signalleuchte 4 mit der Halterung 3 durch eine Drehachse 5 beweglich verbunden. Die Achse 5 ist so angeordnet, dass eine Bewegung der Signalleuchte 4 senkrecht zur Rettungsringebene ermöglicht wird. Das Batteriefach 13 befindet sich auf der anderen Seite der Achse 5. Durch die beiden Stopper 14 an dem Batteriefachschraubverschluss 7 wird ein freies, störendes Hin- und Herpendeln der Signalleuchte verhindert. Die Stopper 14 greifen ca. einen Zehntelmillimeter in eine Nut am Batteriefachschraubverschluss 7, so dass die Massedifferenz beidseits der Drehachse bei einer horizontalen Lage des Rettungsrings oder ein leichterer Stoß die Stopper 14 aus der Nut rutschen lassen. Bezugszeichenliste 1 Rettungsring

2 Festhalteleine

3 Signalleuchtenhalterung

4 Signalleuchte

5 Dreh- und Befestigungsachse

6 Signalleuchtenkappe mit Glühlampe

7 Batteriefachschraubverschluss

8 Befestigungsbänder

9 Befestigungsschlitze

10 Stromführung

11 Einschaltautomatikfach

12 Einschaltkugel

13 Batteriefach

14 Stopper


Anspruch[de]
  1. 1. Rettungsring (1) nach dem von der IMO, Entschließung MSC.48(66), beschlossenen Internationalen Rettungsmittel-(LSA)-Code, Kap. II in der Fassung vom 4. Juni 1996 dadurch gekennzeichnet,

    dass an den Rettungsring (1) eine Signalleuchte mit Halterung (3; 4) befestigt ist, die bei Gebrauch des Rettungsringes (1) selbstauslösend beginnt zu leuchten,

    dass die Signalleuchte (4) mittels mindestens einer Batterie mit Strom gespeist wird,

    dass die Halterung (3) der Signalleuchte (4) dem Außendurchmesser des Rettungrings (1) angepasst ist, wenn die Signalleuchte (4) außen am Rettungsring befestigt ist,

    dass die Halterung (3) der Signalleuchte (4) dem Innendurchmesser des Rettungrings (1) angepasst ist, wenn die Signalleuchte (4) innen anm Rettungsring (1) befestigt ist,

    dass die Halterung (3) mit, durch Schlitze geführte Bänder (8) am Rettungsring (1) befestigt ist, dass die Signalleuchte (4) mittels einer in Richtung des Ringmittelpunkts weisenden Drehachse (5) mit der Halterung verbunden ist, die sich zwischen der Glühbirne und dem Batteriefach befindet.
  2. 2. Rettungsring nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass der Einschaltmechanismus der Signalleuchte (4) durch eine nichtrostende, elektrisch leitende Einschaltkugel (12) ausgelöst wird,

    dass sich die Einschaltkugel (12) frei beweglich in einem horizontal zur Mittelachse der Signalleuchte (4) stehendem, trichterförmigen, geschlossenem, konisch zulaufenden Einschaltautomatikfach (11) in der Signalleuchte (4) befindet,

    dass im ersten konisch zulaufenden Hohlkegelstumpf des Einschaltautomatikfachs (11) der Verjüngungswinkel zur Mittelsenkrechten des Einschaltautomatikfachs (11) jeweils ca. 80° ist,

    dass im zweiten konisch zulaufenden und mit elektrischen Kontakten (10) ausgestatteten Hohlkegelstumpf des Einschaltautomatikfachs (11) der Verjüngungswinkel zur Mittelsenkrechten des Einschaltautomatikfachs jeweils ca. 10° ist,

    dass der Grundflächendurchmesser des Hohlkegelstumpfes des zweiten Abschnitts nur wenig größer ist als der Kugeldurchmesser,

    dass die Mittelsenkrechte des Einschaltautomatikfachs (11) tangential zu der Signalleuchtenmittelachse steht,

    dass zwei gegenüberliegende, nichtrostende, elektrisch leitende Stromführungskontakte (10) an der Innenmantelseite des zweiten Hohlkegelstumpfes des Einschaltautomatikfachs (11) derart angeordnet sind,

    dass die Einschaltkugel (9) bei einer vertikalen oder nahezu vertikalen Lage der Signalleuchte (4) in den zweiten Hohlkegelstumpf des Einschaltautomatikfachs (8) fällt und die Stromführung (10) schließt.






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