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Dokumentenidentifikation DE19917147A1 26.10.2000
Titel Problem/Problemlösung und Beispiel mit Zeichnungen
Anmelder Harder, Thomas, Dipl.-Phys., 52428 Jülich, DE
Erfinder Harder, Thomas, Dipl.-Phys., 52428 Jülich, DE
DE-Anmeldedatum 16.04.1999
DE-Aktenzeichen 19917147
Offenlegungstag 26.10.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.10.2000
IPC-Hauptklasse G09F 19/18
IPC-Nebenklasse G02F 1/15   
Zusammenfassung Informationsanzeigesysteme sind im Sportbereich und anderen Anwendungsbereichen als Laserdisplaysysteme, LCD-Bildschirme, Leuchtdiodenarrays, Overhead-Projektoren, Wandtafeln, Dia-Projektoren oder Anzeigetafeln bekannt. Das hier vorgestellte System kann in weiten Feldern die genannten Systeme ersetzen.
Die zur Anzeige geeigneten Flächen oder Objekte werden dazu mit thermo-, photo- oder elektrochromem Beschichtungsaufbau versehen, der vorzugsweise durch Bestrahlung einen dauerhaften, auch nach Abschalten der Bestrahlungseinheit vorhandenen, Farbumschlag bzw. einen Umschlag von transparent und opak erfahren, um die Information sichtbar zu machen. Zur Bestrahlung können Stifte, Handgeräte oder fest installierte Scaneinheiten benutzt werden. Die Beschriftung ist reversibel ein- und ausschaltbar.
Diese Anordnung wird z. B. in Sporthallen, Verkaufshallen, Messen, Schulen und Universitäten, Seminargebäuden als Leitsystem, in Schaufenstern und auf anderen Flächen mit bildähnlicher Funktion oder dem Zweck der Informationsanzeige eingesetzt.

Beschreibung[de]

Bei der Erfindung handelt es sich um eine reversibel, mittels elektromagnetischer oder thermischer Strahlung/Licht beschreib- und löschbaren Wandtafel bzw. Projektionssystem, daß horizontal oder vertikal zum Boden angeordnet werden kann.

Bekannt sind Informationssysteme in verschiedenen Ausformungen: Monitore, LCD-Displays, Diodenarrays, Laser-Displaysysteme, Overhead-Projektoren, Kreidetafeln, Schreibtafeln, sowie Wandtafeln, die mit einem trockenen oder nassen Schwamm gereinigt werden können.

Alle diese Systeme sind inzwischen mehrfarbig beschreibbar.

Die mit elektronischer Ansteuerung versehenen Displaysysteme erfordern eine permanente Ansteuerung, um die Informationseinheiten sichtbar machen zu können. Das Ausschalten der elektronischen Steuerung läßt die Information unmittelbar erlöschen.

Die konventionell mittels Stiften oder Kreide beschreibbaren Systeme stellen die gewünschten Informationen über nahezu einen unendlichen Zeitraum zu. Jedoch sind per Computer bzw. elektronischer Ansteuerung erzeugte Abbildungen bisher nicht auf diesen Systemen projizierbar.

Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, daß auf heutigen Wandtafeln eine Projektion und Beschriftung mittels Computer nicht möglich ist. Wandtafeln zum Beschreiben mit Kreide oder Stiften sind bekannt. Die aufgetragenen Farbmarkierungen werden mit einem in Wasser getränkten oder trockenen Schwamm gelöscht. Es ist jedoch nicht möglich, die in einem Computer oder ähnlichem bildbearbeitenden oder darstellenden System vorliegenden Grafiken bzw. Bilder auf die Tafel zu projizieren bzw. aufzuschreiben und die Grafik dann mittels geeigneter Stifte weiterzuentwickeln. Heutige Systeme zum Projizieren von Bildern müssen zudem dauerhaft angeschaltet sein, um die Projektion beizubehalten.

Diese Probleme werden dadurch gelöst, daß eine Wandtafel oder Projektionsfläche mit einer ein- oder mehrschichtigen Matrix beschichtet wird, in die ein oder mehrere photochrome oder thermochrome Pigmente eingebracht sind. Diese photochromen, thermochromen oder ähnlichen Pigmente werden mittels eines elektromagnetische oder Wärmestrahlung ausstrahlenden Stiftes, der mit Strahlausweitungsoptik ausgestattet ist, oder einer dauerhaft oder temporär mit einem handelsüblichen PC verbundenen elektromagnetische oder Wärmestrahlung ausstrahlenden tragbaren oder feststehenden Projektoreinheit, zum Beispiel mittels einfacher Dia-Projektionstechnik, Over- Head-Projektionstechnik oder mehrachsiger Strahlablenkungseinheit für Laser, ein- oder ausgeschaltet. Durch den Einsatz verschiedener Pigmente, z. B. in mehreren Schichten, kann ein mehrfarbiges System realisiert werden. Den Schichten werden Substanzen beigegeben, die als optische Filter dienen. Als Schichten können Kunststoffolien oder streichbare Farben oder Kombinationen davon dienen. Die Strahleinheiten können eine oder mehrere verschiedene Frequenzen aussenden. Als Ausschalteinheit kann auch eine Art Schwamm eingesetzt werden, der die gewünschte elektromagnetische oder thermische Strahlung abgibt und so ein Beschreiben oder Löschen der Tafel oder Projektionsfläche gewährleistet. Der Stift kann zusätzlich mit der Möglichkeit der Darstellung verschiedener geometrischer Formen (z. B. Strich, Kreis, Pfeil, Rechteck) in verschiedenen Größen und einer Anzeige der Strichbreite ausgestattet sein. Das System kann mit einem Scanner oder Bildlesesystem, z. B. digitalem Photoapparat, ausgestattet sein, daß die auf die Projektionsfläche zusätzlich aufgeschriebenen Informationen einliest und zur Dokumentation des Arbeitsfortschrittes oder zur weiteren Bearbeitung der Grafiken oder Texte im Computer zur Verfügung stellt.

Ein Vorteil, der mit dieser Erfindung erreicht werden kann, liegt im darin, daß mittels Computer erstellte Grafiken für die Dauer einer Präsentation, eines Vortrages, einer Schulung oder Projektsitzung auf die Projektionsfläche geschrieben werden können. Ferner ist sowohl eine computergesteuerte Löschung, als auch eine Löschung einzelner Elemente der Grafik bzw. Beschriftung per Hand möglich. Ein weiterer Vorteil liegt darin, daß die Projektoreinheit nach dem Beschriftungsvorgang ausgeschaltet werden kann, die Grafik jedoch sichtbar bleibt. Auf diese Art wird zum Beispiel im Vergleich zu bisher eingesetzten Overheadprojektoren erheblich Energie eingespart. Das zusätzliche Scansystem ermöglicht das Einlesen der modifizierten Grafiken und eine Weiterbearbeitung im Computer. Als Ersatz für handelsübliche Flip-Charts können Stifte und damit chemisch bedenkliche Substanzen wie auch Papier eingespart werden. Das Handling des System kombiniert heute üblichen Präsentationstechniken und erlaubt den Einsatz von Körpersprache und einen aktiven Umgang mit den präsentierten Informationen. Zudem sind Lehrveranstaltungen und die gemeinsame Entwicklung von Ideen und Theorien, zum Beispiel in Lehrveranstaltungen möglich. Die Scaneinheit erlaubt zudem ein schnelles Vervielfältigen der erarbeiteten Inhalte. Das Mitschreiben kann somit entfallen, allen Teilnehmern stehen gleiche Informationen zur Verfügung und die Teilnehmer können sich auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren, ohne auf den Besitz einer persönlichen Dokumentation des Arbeitsergebnisse verzichten zu müssen. Vorträge können flexibler gestaltet werden, ohne auf die Vorteile einer Vorbereitung verzichten zu müssen. Der Vortragende spart Zeit, weil er Grafiken vorbereiten kann, diese jedoch nicht nochmal zeichnen muß. Auf diese Art lassen sich auch kompliziertere Systeme darstellen und gemeinsam weiterentwickeln.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur permanenten reversiblen Aufbringung von Informationen auf flächigen und dreidimensionalen Gebilden, dadurch gekennzeichnet, daß sich Informationen in frei festlegbarer Kombination, Größe, Farbe und Zeitfolge durch elektromagnetische Felder, optische Strahlung oder thermische Einflußnahme (Licht- oder Wärmeenergie) dauerhaft reversibel Beschreiben und Löschen lassen.
  2. 2. Vorrichtung nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das zu beschreibende Objekt gleichmäßig mit einer für Farben und dem Anwendungsbereich üblichen Trägersubstanz bzw. Matrix, wie zum Beispiel PU, PVC oder Harze bearbeitet wird und in diese Trägersubstanz gleichmäßig verteilt eine oder mehrere optisch aktive bzw. photochromische Substanzen für unterschiedliche Farbdarstellung, wie zum Beispiel Spiropyrane, Spirooxazine, Fulgide, Fulgimide oder Dihydroindolizine eingebracht sind, die durch Bestrahlung mit unterschiedlichen Bestrahlungsquellen nacheinander eine oder mehr Farben annehmen können.
  3. 3. Vorrichtung nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das zu beschreibende Objekt gleichmäßig mit einer Grundfarbe bearbeitet wird und je vorher festgelegter Informationseinheit eine andere optisch aktive Substanzkombination, wie zum Beispiel Spiropyrane, Spirooxazine, Fulgide, Fulgimide oder Dihydroindolizine eine oder mehrere Farben annehmen können und diese optisch aktiven Substanzen nur an den für die festgelegten Informationseinheiten notwendigen Stellen aufgebracht werden.
  4. 4. Vorrichtung nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß für das Einschalten bzw. Ausschalten eine optische Vorrichtung, wie ein UV- bzw. IR-Stift oder Block, eine fest installierte Schreib- und Löscheinrichtung oberhalb oder unterhalb des zu beschreibenden Objektes verwendet wird.
  5. 5. Vorrichtung nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Ein- und Ausschalten durch ein computergesteuertes System erfolgt, das sowohl für die Strahlführung als auch die Bilderkennung ausgerüstet ist.
  6. 6. Vorrichtung nach Patentanspruch 1-5, dadurch gekennzeichnet, daß die zum Beschriften vorgesehene Fläche selbststehend, an der Wand hängend oder an geeigneten Flächen, wie Wänden oder Türen, die zur Beschriftung vorgesehene Beschichtung aufgebracht wird.
  7. 7. Vorrichtung nach Patentanspruch 1-6, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschriftung mit einem geeignete Strahlung aussendenden Stift, der auch mit einer Blendenoptik mit voreingestellten Zeichen (z. B. Pfeilen, Kreisen etc.) ausgestattet sein kann, oder einem Handscansystem, oder einem festinstallierten Schreib-, Lösch- und Lesesystem vorgenommen wird.
  8. 8. Vorrichtung nach Patentanspruch 1-7, dadurch gekennzeichnet, daß die Schreib-, Lösch- und Lesevorrichtung computersteuerbar ist.
  9. 9. Verwendung der Vorrichtungen nach Anspruch 1-8 dadurch gekennzeichnet, daß Wände, Türen in Seminargebäude mit Flächen zur Beschriftung nach genannten Ansprüchen ausgestattet sind.
  10. 10. Verwendung der Vorrichtungen nach Anspruch 1-8 dadurch gekennzeichnet, daß Böden und Wände in Messehallen oder Kaufhäusern mit Flächen zur Beschriftung nach genannten Ansprüchen ausgestattet sind.
  11. 11. Verwendung der Vorrichtungen nach Anspruch 1-8 dadurch gekennzeichnet, daß Wände oder Wandtafeln in Räumen für Lehrveranstaltungen mit Flächen zur Beschriftung nach genannten Ansprüchen ausgestattet sind.






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