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Dokumentenidentifikation DE19917188A1 26.10.2000
Titel Rettungsgerät für Personen
Anmelder Diehl Stiftung & Co., 90478 Nürnberg, DE
Erfinder Schleicher, Ulrich, Dr., 91217 Hersbruck, DE
DE-Anmeldedatum 16.04.1999
DE-Aktenzeichen 19917188
Offenlegungstag 26.10.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.10.2000
IPC-Hauptklasse A62B 1/20
IPC-Nebenklasse B63C 9/30   B64D 25/14   
Zusammenfassung Ein Rettungsgerät für Personen aus Schiffen ist als Sicherheitsrutsche in Form eines aufblasbaren Schlauches (3) ausgebildet. Der Schlauch (3) ist aufgrund einer Innenwand (4) und einer Außenwand (6) doppelwandig und aufblasbar. In der inaktiven Position des Schlauches (3) ist der Stauraum klein.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Rettungsgerät für Personen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Aus der Zeitung DER BOTE für Nürnberger Land der Nürnberger Nachrichten 163. Jahrgang, Seite 3 vom 12.06.1996 ist ein einwandiger Rettungsschlauch aus Kunststoff zur Rettung von Personen bekannt. Der Rettungsschlauch hängt in einer Vorrichtung, die an dem Gebäude abgestützt ist. Die Person verformt beim vertikalen Durchgang mehr oder weniger die Kunststoffhülle, so daß ein ausreichender Bremseffekt erreicht wird und kein freier Fall vorliegt. Daraus resultiert, daß nur ein bestimmter Personenkreis durch diesen Rettungsschlauch gerettet werden kann. Personen, deren Körpergröße, insbesondere die Schulterbreite nicht in Bezug auf den Rettungsschlauch abgestimmt ist, also Personen die wesentlich kleiner sind, können wegen mangelnder Reibung an der Kunststoffhülle nicht durch den Rettungsschlauch gerettet werden.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein einfaches Rettungsgerät für alle Personen zu schaffen, die aus großer Höhe, insbesondere von Schiffen, Gebäuden, Flugzeugen zu evakuieren sind.

Die Lösung dieser Aufgabe ist den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 zu entnehmen. Vorteilhafte Weiterbildungen gehen aus den Unteransprüchen hervor. Mit dem aufblasbaren, doppelwandigen Schlauch können Personen aus einer Höhe weit über 10 m gerettet werden. Der aufblasbare Schlauch liegt in Form einer schrägen Notrutsche vor, wobei der Schlauch allseitig geschlossen ist. Der allseitig geschlossene Schlauch gewährleistet, daß die Personen sicher am Zielort ankommen. Die Auftreffgeschwindigkeit der Person ist klein. Der aufblasbare Schlauch ist einfach zu handhaben. Dies betrifft sowohl das Aufblasen als auch das Verankern am Einstiegsort und am Zielort. Schließlich ist der aufblasbare Schlauch preiswert und besteht aus umweltfreundlichem Werkstoff.

Wesentlich ist auch, daß der Schlauch aufgrund seiner großen Steifigkeit selbsttragend ist, d. h., es sind keine Stützen, bspw. auf halber Länge, notwendig und damit die Funktion eines Balkens hat.

Außerdem sind keine Druckschleusen am Ein- und Ausstieg notwendig, wie dies bei einem einwandigen, mit Überdruck gefüllten Schlauch erforderlich ist.

Durch den Ringraum des Schlauches ist das Gasvolumen gering, d. h., die Betriebskosten sind klein.

Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden wie folgt beschrieben. Es zeigt in schematischer Darstellung:

Fig. 1 ein Schiff mit einem Rettungsgerät,

Fig. 2 das Rettungsgerät nach Fig. 1 im Schnitt II-II,

Fig. 3 einen Ausschnitt einer radialen Stütze für das Rettungsgerät nach Fig. 1,

Fig. 4 ein flach ausgerolltes Rettungsgerät,

Fig. 5 ein aufgerolltes Rettungsgerät,

Fig. 6 ein gefaltetes Rettungsgerät und

Fig. 7 ein weiteres Rettungsgerät.

Nach Fig. 1 besteht zwischen einem Schiff 1 und einem Rettungsboot 2 eine Personenverbindung in Form eines aufgeblasenen Schlauches 3. Der Schlauch 3 ist in nicht gezeigter Weise sowohl mit dem Schiff 1 als auch mit dem Rettungsboot 2 verankert.

Der Schlauch 3 weist einen kreisrunden Querschnitt und stirnseitige Einstiegs- bzw. Ausstiegsöffnungen 14 auf und besitzt eine Innenwand 4 mit einem Durchmesser von etwa 1 bis 1,5 m sowie in einem Abstand 5 von etwa 0,2 m eine Außenwand 6. Ein dadurch definierter Ringraum 7 enthält Abstandsfäden 8, die mit der Innen- als auch mit der Außenwand 4, 6 fest verbunden sind. Die Abstandsfäden 8sind kreuzweise angeordnet und verleihen dadurch dem Schlauch 3 eine hohe Steifigkeit. Radiale Abstandsfäden erfüllen dieselbe Funktion.

Damit ist gewährleistet, daß bei Druckkräften, die in Längsrichtung des Schlauches 3 wirken eine Knickung des Schlauches 3 nicht eintritt. Derartige Druckkräfte treten bei entsprechendem Wellengang in der Weise auf, daß das Schiff 1 und das Rettungsboot 2 sich aufeinander zubewegen. Andererseits ist bei der entgegengesetzten Bewegung zu gewährleisten, daß der Schlauch aufgrund von Zugkräften sowohl mit dem Schiff 1 als auch mit dem Rettungsboot 2 verbunden bleibt. Dies wird durch Verankerungen erreicht. Der Schlauch 3 wirkt also als Abstandshalter. Ankermittel, die den Schlauch 3 mit dem Schiff 1 und mit dem Rettungsboot 2 verbinden, sind mit 9 bezeichnet.

Eine Entlastung von Zugkräften geschieht entsprechend Fig. 2 durch drei, im Winkel von 120° angeordnete, längs am Schlauch 3 verlaufende Stahlseile 10. Die Stahlseile 10 sind über Schlaufen 11 mit dem Schlauch 3 verbunden.

Längs verlaufende Trennwände 12 teilen den Schlauch 3 in drei Kammern 13. Dadurch wird die Sicherheit des Schlauches 3 erhöht.

Nach Fig. 3 erfolgt die Versteifung eines Schlauches 20 durch gelochte Stege 21 aus einem geeigneten Gewebe. Derartige Stege 21 verbinden die Innenwand 4 mit der Außenwand 6 des Schlauches 20.

Ein flach ausgelegter Schlauch 3 mit an den Stirnwänden 30, 31 vorgesehenen Ventilen 32 geht aus Fig. 4 hervor.

Fig. 5 und 6 haben verschiedene Packformen von Schläuchen 50, 60 zum Gegenstand. Nach Fig. 5 ist der Schlauch 50 gerollt, während der Schlauch 60 nach Fig. 6 gefaltet ist.

Ein ovaler Schlauch 70 nach Fig. 7 besteht aus der Innenwand 4 und aus mehreren, am Umfang der Innenwand 4 angeordneten, aufblasbaren sogenannten Stabschläuchen 71, 72, die von einer Außenhülle 73 umgeben sind. Der etwa U-förmige Schlauch 72 bildet die Basis des Schlauches 70 in Bezug auf eine Hochachse 74und auch die Personenrutschfläche 75. Die Stabschläuche 71 sind über den restlichen Umfang an der Innenwand 4 verteilt angeordnet. Die Stabschläuche 71, 72 sind mit der Innenwand 4 und mit der Hülle 73 verbunden. Im nicht aufgeblasenen Zustand hat der Schlauch 70 etwa die Größe, wie sie durch die strichpunktierte Linie 76 angegeben ist.

Neben den gezeigten Querschnitten der Schläuche 3, 20, 50, 60, 70 sind auch andere Querschnitte möglich. Wesentlich ist, daß Personen aufrecht sitzend oder auf dem Rücken liegend durch den Schlauch 3, 70 rutschen können.

Bei dem Schlauch 3 ist am oberen Ende eine seitliche Öffnung 80 vorgesehen, diese dient als Personeneinstieg. Daneben kann der Schlauch 3 neben der vorgenannten Öffnung noch weitere seitliche oder sonstige Öffnungen aufweisen, die es erlauben, aus verschiedenen Höhen seitlich ein- bzw. nach unten auszusteigen. Die Öffnungen 80 sind so anzuordnen, daß eine Person beim Rutschen nicht gefährdet ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Rettungsgerät für Personen aus Schiffen, Flugzeugen, Häusern oder anderen hochgelegenen Aufenthaltsorten, dadurch gekennzeichnet, daß ein aufblasbarer Schlauch (3) vorgesehen ist, dessen Innenquerschnitt als Rutsche für die zu evakuierende Person bzw. Personen dient.
  2. 2. Rettungsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch (3) einen Querschnitt aufweist, der wenigstens der Schulterbreite einer Person entspricht, der Schlauch (3) durch wenigstens ein luftgefülltes Element (4, 6; 71, 72) im Querschnitt aufweitbar und wenigstens entsprechend der zu überbrückenden Distanz bezüglich seiner Länge entfaltbar ist.
  3. 3. Rettungsgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch (3) doppelwandig ist, dessen Ringraum (7) durch ein Medium füll- und entleerbar ist.
  4. 4. Rettungsgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch (3) über Ventile (32) mit einem Medium, wie Luft, Flüssigkeit, flockiges oder körniges Material oder aushärtbaren Schaum oder durch eine Kombination derselben füllbar ist.
  5. 5. Rettungsgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,

    daß der Schlauch (3) wenigstens eine Innenwand (4) und wenigstens eine Außenwand (6) aufweist,

    diese Wände (4, 6) durch abschnittsweise, perforierte Schotten und/oder durch Abstandsfäden (8) miteinander verbunden sind,

    der Schlauch (32) wenigstens ein Einfüll- bzw. Auslaßventil (32) aufweist, und

    der Schlauch (3) jeweils stirnseitig geschlossen oder durch Wände (31) geschlossen ist.
  6. 6. Rettungsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß am Schlauch (3) jeweils stirnseitig Ankermittel (9) angeordnet sind.
  7. 7. Rettungsgerät nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß mit dem Schlauch (3) wenigstens ein längsverlaufendes Seil (10) mit geringer Dehnung verbunden ist, und die Ankermittel (9) am Schlauch (3) oder am Seil (10) angeordnet sind.
  8. 8. Rettungsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wände (4, 6) des Schlauches (3) aus Gummi, Gummigewebe, Kunststoff oder aus durchsichtigem Werkstoff bestehen.
  9. 9. Rettungsgerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Abstandsfäden (8) kreuzweise oder radial angeordnet sind.
  10. 10. Rettungsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch (3) wenigstens eine aufblasbare bzw. füllbare Kammer (13) aufweist.






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