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Dokumentenidentifikation DE19920039A1 26.10.2000
Titel Verfahren zur asymmetrischen Dihydroxylierung von Olefinen mittels Osmium-Katalysatoren
Anmelder Bayer AG, 51373 Leverkusen, DE
Erfinder Beller, Matthias, Prof. Dr., 18119 Rostock, DE;
Döbler, Christian, Dr., 18107 Elmenhorst/Lichtenhagen, DE;
Mehltretter, Gerald, Dipl.-Chem., 18059 Rostock, DE
DE-Anmeldedatum 25.04.1999
DE-Aktenzeichen 19920039
Offenlegungstag 26.10.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.10.2000
IPC-Hauptklasse C07B 41/02
IPC-Nebenklasse C07B 53/00   C07C 29/50   C07C 33/26   
IPC additional class // C07M 7:00,B01J 23/46,27/13,31/00  
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur asymmetrischen Dihydroxylierung von Olefinen mittels Osmium-Katalysatoren zur Herstellung von mono-, bi- oder/und polyfunktionellen chiralen 1,2-Diolen der Formel I,
R1R2C(OH)-C(OH)R3R4
indem erfindungsgemäß Olefine mit molekularem Sauerstoff in Gegenwart einer Osmiumverbindung und einem chiralen Aminliganden in Wasser oder in einem Wasser enthaltenden Lösemittelgemisch bei einem pH-Wert von 7,5 bis 13 umgesetzt werden.
Die chiralen Diole finden als Vorprodukte für Agrochemikalien, Kosmetika und chirale Polymere Anwendung.
Das Verfahren ist einfach und mit großer Selektivität durchführbar und von ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten her eine vorteilhafte Methode.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von chiralen 1,2- Diolen aus Olefinen mit Katalysatoren auf Basis von Osmiumverbindungen.

Chirale 1,2-Diole haben technische Bedeutung als Feinchemikalien und als Zwischenprodukte für Arzneimittel sowie Agrowirkstoffe.

Die Standardmethode zur Synthese von chiralen 1,2-Diolen ist die sogenannte Sharpless-Dihydroxylierungsreaktion, bei der Olefine in Gegenwart von Osmiumtetroxid, chiralen Stickstoffliganden und überstöchiometrischen Mengen von Kaliumhexacyanoferrat und Kaliumcarbonat als Oxidationsmittel umgesetzt werden. Übersichtsartikel, die diese Methodik beschreiben, findet man beispielsweise in "Asymmetric Dihydroxylation Reactions" M. Beller, K. B. Sharpless, in B. Cornils, W. A. Herrmann (Eds.), VCH, 1996, Weinheim und H. C. Kolb, M. S. Van Nieuwenhze, K. B. Sharpless, Chem. Rev. 1994, 94, 2483.

Ein entscheidender Nachteil der Sharpless-Dihydroxylierung ist der Einsatz von mehreren Equivalenten Kaliumhexacyanoferrat als Oxidationsmittel (Y. Ogino, H. Chen, H. L. Kwong, K. B. Sharpless, Tetrahedron Lett. 1991, 32, 3965). Neben dem Preis des Oxidationsmittels sind insbesondere der große Anfall von Salz- und Metallabfällen ökologisch unvorteilhaft. Damit ist für eine Synthese der Diole in technisch größerem Maßstab sowohl der Preis als auch die überstöchiometrische Menge an aufzuwendendem Eisenkomplex (3 Mol = 990 g für 1 Mol Substrat) unter Zusatz von Kaliumcarbonat (3 Mol = 420 g) ein erheblicher Nachteil. Auch bei Verfahren zur elektrochemischen Oxidation des bei der Reaktion entstehenden Na4[Fe(CN)6] zu Na3[Fe(CN)6] (Sepracor Inc. (Y. Gao, C. M. Zepp), PCT Int. Appl. WO 9.317.150, 1994; Anon., Chem. Eng. News. 1994, 72 (24), 41) ist eine großtechnische Umsetzung schwierig, da elektrochemische Verfahren aufgrund der benötigten apparativen Voraussetzungen generell zu teuer sind.

Obwohl in der Literatur kostengünstigere Oxidationsmittel für Dihydroxylierungen bekannt sind (bspw. Chlorate: K. A. Hofmann, Chem. 1912, 45, 3329; H2O2 in tert. Butanol: N. A. Milas, J.-H. Trepagnier, J. T. Nolan, M. Ji. Iliopolus, J. Am. Chem. Soc. 1959, 81, 4730; tert.-Butylhydroperoxid in Gegenwart von Et4NOH: K. B. Sharpless, K. Akashi, J. Am. Chem. Soc. 1976, 98,1986; P. H. J. Carlsen, T. Katsuki, V. S. Martin, K. B. Sharples, J. Org. Chem. 1981, 46, 3936; F. X. Webster,J. Rivas- Enterrios, R. M. Silverstein, J. Org. Chem. 1987, 52, 689; V. S. Martin, M. T. Nunez, C. E. Tonn, Tetrahedron Lett. 1988, 29, 2701; M. Caron, P. R. Carlier, K. B. Sharpless, J. Org. Chem. 1988, 53, 5185; tertiäre Aminoxide und in den meisten Fällen N-Methylmorpholin-N-oxid: W. P. Schneider, A. V. Mclntosh, US 2.769.824 (1956); V. Van Rheenen, R. C. Kelly, D. Y. Cha, Tetrahedron Lett. 1976, 17, 1973) erlauben alle genannten Prozesse keine Darstellung von chiralen Diolen mit guten Enantioselektivitäten.

Zur Vermeidung der aufgezeigten Nachteile des bekannten katalytischen Verfahrens mit Kaliumhexacyanoferrat ist es Aufgabe der Erfindung, ein neues Vefahren zur asymmetrischen Dihydroxylierung zu entwickeln, das chirale 1,2-Diole in hoher Ausbeute, Enantioselektivität und Reinheit liefert, wobei ein kostengünstiges Reoxidationsmittel eingesetzt wird, und das für eine großtechnische Durchführung geeignet ist.

Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur asymmetrischen Dihydroxylierung von Olefinen mittels Osmium-Katalysatoren, indem erfindungsgemäß mono-, bi- oder/und polyfunktionelle 1,2-Diole der Formel I,



R1R2C(OH)-C(OH)R3R4 (I)



worin

R1 bis R4 unabhängig voneinander Wasserstoff, Alkyl, CN, COOH, COO-Alkyl, COO-Aryl, CO-Alkyl, CO-Aryl, O-Alkyl, O-Aryl, O-CO-Aryl, O-CO-Alkyl, OCOO-Alkyl, N-Alkyl2, NH-Alkyl, N-Aryl2, NH-Aryl, NO, NO2, NOH, Aryl, Fluor, Chlor, Brom, Iod, NO2, SiAlkyl3, CHO, SO3H, SO3-Alkyl, SO2-Alkyl, SO-Alkyl, CF3, NHCO-Alkyl, CONH2, CONH-Alkyl, NHCOH, NHCOO-Alkyl, CHCHCO2-Alkyl, CHCHCO2H, PO-(Aryl)2, PO-(Alkyl)2, PO3H2, PO(O-Alkyl)2 bedeuten, und wobei Alkyl für eine aliphatische Kohlenstoffgruppe mit 1 bis 18 C-Atomen, die linear, verzweigt und/oder auch cyclisch ist, steht und Aryl einen 4 bis zu 14 C-Atome enthaltenden fünf-, sechs- oder siebengliedrigen aromatischen Ring, wobei dieser Ring anneliert sein kann und 0 bis 3 Heteroatome wie N, O, S enthalten kann, bedeutet und wobei die Alkyl- als auch die Arylgruppe gegebenenfalls bis zu sechs weitere Substituenten tragen können, die unabhängig voneinander Wasserstoff, Alkyl, O-Alkyl, OCO-Alkyl, O-Aryl, Aryl, Fluor, Chlor, Brom, Iod, OH, NO2, NO, SiAlkyl3, CN, COOH, CHO, SO3H, NH2, NH-Alkyl, N-Alkyl2, PO-Alkyl2, SO2-Alkyl, SO-Alkyl, CF3, NHCO-Alkyl, COO-Alkyl, CONH2, CO-Alkyl, NHCOH, NHCOO-Alkyl, CO-Aryl, COO-Aryl, POAryl2, PO3H2, PO(O-Alkyl)2, SO3-Alkyl bedeuten, wobei Alkyl und Aryl die oben genannte Bedeutung haben,

durch Umsetzung von Olefinen der allgemeinen Formel II,



R1R2C=CR3R4 (II)



worin

R1 bis R4 die oben genannten Bedeutungen besitzen, mit molekularem Sauerstoff in Gegenwart einer katalytischen Menge einer Osmiumverbindung und eines chiralen Amins in Wasser oder einem Wasser enthaltenden Lösemittelgemisch bei einem pH-Wert von 7,5 bis 13 erhalten werden.

Insbesondere werden zur Herstellung von Verbindungen der Formel I Olefine der Formel II eingesetzt, wobei die Substituenten R1 bis R4 unabhängig voneinander Wasserstoff, Alkyl, CN, COOH, COO-Alkyl, COO-Aryl, CO-Alkyl, CO-Aryl, O-Alkyl, O-Aryl, NAlkyl2, Aryl, Fluor, Chlor, Brom, Iod, CHO, CF3, NHCO-Alkyl, CONH2, CONH-Alkyl, NHCOO-Alkyl bedeuten. Dabei hat Alkyl und Aryl die oben genannten Bedeutungen.

Besonders bevorzugt ist ein Verfahren, bei dem Diole der Formel I hergestellt werden, worin R1 bis R4 unabhängig voneinander Wasserstoff, Alkyl, CN, COOH, COO-Alkyl, CO-Alkyl, CO-Aryl, O-Alkyl, O-Aryl, Aryl, Fluor, Chlor, Brom, CHO, NHCO-Alkyl bedeuten. Dabei hat Alkyl und Aryl die oben genannten Bedeutungen.

Das erfindungsgemäße Verfahren wird in Gegenwart von Wasser durchgeführt. Als vorteilhaft hat es sich erwiesen, neben dem Olefin ein weiteres organisches Lösemittel zuzusetzen. Das erfindungsgemäße Verfahren kann bei verschiedenen Olefinen auch im Gemisch Olefin/Wasser ohne weiteres Lösemittel durchgeführt werden. Als weitere Lösungsmittel finden im allgemeinen inerte organische Lösungsmittel Verwendung. Geeignet sind aliphatische Ether, aromatische oder aliphatische Kohlenwasserstoffe, Alkohole und Ester, halogenierte Kohlenwasserstoffe, dipolar aprotische Lösungsmittel wie Dialkylsulfoxide, N,N-Dialkylamide von aliphatischen Carbonsäuren sowie deren Gemische. Hierbei sind Alkohole, Ester und Ether bevorzugt. Als Wasserphase wird im allgemeinen eine basische wässrige Lösung mit einem pH-Wert von 7.5 bis 13 verwendet. Der basische pH-Wert der Lösung wird durch den Zusatz einer Base zum Wasser erzielt. Generell ist es vorteilhaft in gepufferten wässrigen Lösungen, vorzugsweise bei pH 8 bis 13, zu arbeiten. Die gepufferte Lösung wird durch den Zusatz von bekannten Puffern zu Wasser zubereitet.

Mitunter ist es für die Abtrennung der Diolprodukte vorteilhaft, wenn an Stelle von Wasser oder gepufferten wässrigen Lösungen als Lösungsmittel eine wässrige Salzlösung oder gepufferte wässrige Salzlösung - beispielsweise wässrige Lösung eines Alkali- oder Erdalkalihalogenids - eingesetzt wird.

Als Oxidationsmittel wird im erfindungsgemäßen Verfahren molekularer Sauerstoff oder eine Gasmischung, die molekularen Sauerstoff enthält, eingesetzt. Bevorzugt sind Gasmischungen, die mindestens 15 Volumenprozent Sauerstoff enthalten. Besonders bevorzugt sind Luft und Sauerstoffgas mit einem Sauerstoffanteil von > 95%.

Die Reaktion läuft vorzugsweise bei Temperaturen von 20 bis 150°C ab. In vielen Fällen hat es sich bewährt, bei Temperaturen von 30 bis 120°C, bevorzugt 40 bis 80°C, zu arbeiten. Das erfindungsgemäße Verfahren kann drucklos, z. B. durch Durchleiten von Sauerstoff durch die Reaktionslösung, durchgeführt werden. Jedoch ist es für die Reaktionsgeschwindigkeit vorteilhaft, wenn ein Sauerstoffüberdruck angewandt wird. Das Verfahren kann bei Drücken bis zu 200 bar umgesetzt werden, wobei üblicherweise nur bis zu einem Druck von 60 bar und vorzugsweise im Bereich des Normaldrucks bis zu 20 bar gearbeitet wird.

Als chirale Liganden werden in der Literatur bekannte (H. C. Kolb, M. S. VanNieuwenhze, and K. B. Sharpless, Chem. Rev. 1994, 94, 2483-2547) chirale Amine wie Diaminocyclohexanderivate, substituierte Diaminoethane, bis-Piperazin-, bis-Pyrrolidin-, bis-Tetrahydropyridin-Verbindungen, 1,4-Diazabicyclo[2,2,2] octan-Derivate, substituierte Isoxazolidine, insbesondere (DHQD)2PHAL (Hydrochinidin-1, 4-phthalazindiyl-diether) und (DHO)2PHAL (Hydrochinin-1,4-phthalazindiyl-diether) sowie (DHQ)2Pyr[Hydrochinin-(2,5-diphenyl-4,6-pyrimidindiyl)-diether] eingesetzt. Die eingesetzten Osmiumkatalysatoren sind in der Regel Osmiumverbindungen in den Oxidatiosstufen +8 und +6. Es ist jedoch auch möglich Osmiumpräkatalysatoren in niedrigeren Oxidationsstufen einzusetzen. Diese werden unter den Reaktionsbedingungen in die katalytisch aktiven Os(VIII)- und Os(VI)-Spezies umgewandelt. Als Osmium-Katalysatoren oder Katalysatorvorstufen können beispielsweise OsO4, K2Os2(OH)4, Na2Os2(OH)4, Os3(CO)12, OsCl3, H2OsCl6, [CF3SO3Os(NH3)5](OsSCF3)2, OsO4 auf Vinylpyridin, ButNOsO3 eingesetzt werden.

Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wird der Osmiumkatalysator in katalytischen Mengen bezüglich des Olefins eingesetzt. Generell werden zwischen 0,2 und 0,00001 Equivalente bezogen auf Olefin, bevorzugt 0,1 bis 0,0001 und besonders bevorzugt 0,08 bis 0,0005 Equivalente verwendet.

Das Verhältnis Amin zu Osmium beträgt zwischen 0,01 : 1 bis 1000 : 1, vorzugsweise zwischen 0,1 : 1 bis 100 : 1. Besonders bevorzugt werden Verhältnisse von Amin zu Osmium von 1 : 1 bis 50 : 1 verwendet.

Bei Einsatz von sterisch anspruchsvollen Olefinen, besonders tri- und tetrasubstituierten Olefinen ist es mitunter vorteilhaft, einen Co-Katalysator zur Hydrolyse der intermediär entstehenden Osmatester zuzusetzen. Dieser Co-Katalysator ist ein die Hydrolyse vereinfachendes Amid wie beispielsweise Sulfonamide oder/und Carbonsäureamide. Besonders bevorzugt ist der Zusatz von Methylsulfonsäureamid.

Der Co-Katalysator wird in einer Menge von 0.01 Mol% bis 10 Mol% (bezogen auf Olefin) und bevorzugt von 0,1 bis 5 Mol% eingesetzt.

Der besondere Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die Verwendung von Sauerstoff oder sauerstoffenthaltenden Gasen als Reoxidationsmittel. Trotz des vergleichsweise schwierigen Reoxidationsprozesses können hohe Enantioselektivitäten erreicht werden. Die Katalysatorproduktivität kann erhöht werden, indem die einmal eingesetzte wässrige Katalysatorphase erneut mit Olefin versetzt wird. Dadurch werden die Katalysatorkosten für das erfindungsgemäße Verfahren minimiert, so daß sogar technische Prozesse ökonomisch durchführbar sind.

Das erfindungsgemäße Verfahren ist insofern besonders überraschend und neu, da in der Vergangenheit keine asymmetrischen osmiumkatalysierten Dihydroxylierungsreaktionen zu 1,2-Diolen mit Sauerstoff als Reoxidanz bekannt sind. Die im erfindungsgemäßen Verfahren beschriebene neue Kombination von Ligandenzusatz, der die Dihydroxylierung beschleunigt, und die Durchführung des Verfahrens in einer gepufferten stark basischen Lösung führt überraschenderweise zu einem enantioselektiven Dihydroxylierungsprozess auch in Gegenwart von Sauerstoff. Das erfindungsgemäße Verfahren zeigt hier erstmals, daß die Vorstellungen in der bekannten Literatur zur osmiumkatalysierten Dihydroxylierung mit Sauerstoff falsch sind.

Die besonderen Vorteile des neuen Prozesses bestehen in dem Preisvorteil des Oxidationsmittels, der Einfachheit der Durchführung und der großen Selektivität des Verfahrens im Vergleich zum bekannten Verfahren mit Kaliumhexacyanoferrat.

Die erfindungsgemäß hergestellten chiralen 1,2-Diole können unter anderem eingesetzt werden als Vorprodukte für Agrochemikalien, Kosmetika, Pharmazeutika und chiralen Polymeren.

Die nachstehenden Beispiele dienen zur Erläuterung des erfindungsmäßigen Verfahrens, ohne es darauf zu beschränken.

Ausführungsbeispiele Beispiel 1

In ein Schlenkgefäß werden 18,4 mg K2OsO4 × 2H2O (0,05 mmol) eingewogen. Dazu werden unter Rühren mittels eines Magnetrührers 25 ml 0,4-0,5 molarer Pufferlösung Na3PO4/Na2HPO4 vom pH 11,2 und 10 ml 2-Methyl-2-propanol gegeben, es bilden sich 2 Phasen. Das Gefäß wird in einem Wasserbad auf 50°C erwärmt und mit Sauerstoff gespült. Nach Zugabe von 173 µl Styren (1,5 mmol) wird das Reaktionsgefäß mit einer Bürette, gefüllt mit Sauerstoff, verbunden, und die Reaktionslösung wird bei 50°C unter leichtem O2-Überdruck (ca. 50 cm Wassersäule) 24 Stunden gerührt.

Es wird wie im folgenden beschrieben aufgearbeitet:

Zu der Reaktionslösung werden 2 g Natriumbisulfit und 10 ml Essigester gegeben. Nach 10 minütigem Rühren wird die obere organische Phase abgtrennt und die wässrige Phase mit 10 ml Essigester ausgeschüttelt. Die organischen Phasen werden vereinigt, mit wasserfreiem Natriumsulfat getrocknet, im Rotationsverdampfer wird bis zur Trockne eingeengt.

Man erhält 130 mg (R)/(S)-1-Phenyl-1,2-ethandiol, 63%.

Zur Isolierung eventuell entstandener saurer Produkte wird die wässrige Lösung angesäuert und 2 × mit 15 ml Ether ausgeschüttelt. Man erhält 20 mg eines kristallinen Produktes, das zu mehr als 90% aus Benzoesäure besteht.

Beispiel 2

Es wird wie im Beispiel 1 beschrieben verfahren, zu dem Osmiumsalz werden 7,8 mg (0,01 mmol) (DHQD)2PHAL (Hydrochinidin-1,4-phthalazindiyl-diether) hinzugefügt. Man erhält 155 mg (R)-(+)-1-Phenyl-1,2-ethandiol (75%), ee 65% (HPLC) und 30 mg Benzoesäure.

Beispiel 3

In ein Schlenkgefäß werden 18,4 mg K2OsO4 × 2H2O (0,05 mmol) und 7,8 mg (0,01 mmol) (DHQD)2PHAL eingewogen. Dazu werden unter Rühren mittels eines Magnetrührers 25 ml 0,3 molarer Pufferlösung Borax/NaOH vom pH 10,2, 4 g NaCl und 10 ml 2-Methyl-2-propanol gegeben, es bilden sich 2 Phasen. Das Gefäß wird in einem Wasserbad auf 50°C erwärmt und mit Sauerstoff gespült. Nach Zugabe von 288 µl Styren (2,5 mmol) wird das Reaktionsgefäß mit einer Bürette, gefüllt mit Sauerstoff, verbunden, und die Reaktionslösung wird bei 50°C unter leichtem O2-Überdruck (50 cm Wassersäule) 24 Stunden gerührt. Es wird wie in Beispiel 1 angegeben aufgearbeitet.

Man erhält 200 mg (R)-(+)-1-Phenyl-1,2-ethandiol(58%), ee 82% (HPLC) und 40 mg Benzoesäure.

Beispiel 4

Wie in Beispiel 1 beschrieben werden 1,5 mmol Styren mit 18,4 mg K2OsO4 × 2H2O (0,05 mmol) und 7,8 mg (0,01 mmol) (DHQD)2PHAL umgesetzt, die Reaktionstemperatur betrug hier 30°C, die Reaktionszeit 62 Stunden. Man erhält nach Aufarbeitung 107 mg überwiegend (R)-(+)-1-Phenyl-1,2-ethandiol (52%), ee 71% (HPLC) und 40 mg Benzoesäure.

Beispiel 5

Es werden wie im Beispiel 1 beschrieben 18,4 mg K2OsO4 × 2H2O (0,05 mmol) mit 1,5 mmol Styren umgesetzt. Vor der Styrenzugabe werden 8,8 mg (0,01 mmol) (DHQ)2Pyr [Hydrochinin-(2,5-diphenyl-4,6-pyrimidindiyl)-diether] hinzugefügt. Man erhält 141 mg überwiegend (S)-(-)-1-Phenyl-1,2-ethandiol (68%), ee 23% (HPLC) und 40 mg Benzoesäure.

Beispiel 6

Es wird wie im Beispiel 1 angegeben verfahren. Als Substrat werden 231 mg 2-Vinylnaphthalin (1,5 mmol) mit 18,4 mg K2OsO4 × 2H2O (0,05 mmol) unter Zusatz von 7,8 mg (0,01 mmol) (DHQ)2PHAL (Hydrochinin-1,4-phthalazindiyl-diether) umgesetzt, die Reaktionszeit betrug abweichend hier 7 Stunden. Man erhält nach Aufarbeitung 227 mg (S)-1-(2-Naphthyl)-1,2-ethandiol (80)%, ee 82% (HPLC). Aus der etherischen Lösung werden 34 mg eines kristallinen Produktes erhalten, welches überwiegend aus 2-Naphthylcarbonsäure besteht.

Beispiel 7

Analog Beispiel 1 werden 18,4 mg K2OsO4 × 2H2O (0,05 mmol) mit 195 µl (1,5 mmol) α-Methylstyren unter Zusatz von 7,8 mg (0,01 mmol) (DHQ)2PHAL in dem angegebenen 2-Phasensystem umgesetzt.

Man erhält nach Aufarbeitung in der angeführten Weise 180 mg überwiegend (S)-2- Phenyl-1,2-propandiol (79%), ee 60% (GC).

Beispiel 8

Analog Beispiel 1 werden 18,4 mg K2OsO4 × 2H2O (0,05 mmol) mit 130 µl (1 mmol) trans-β-Methylstyren unter Zusatz von 7,8 mg (0,01 mmol) (DHQD)2PHAL umgesetzt. Man erhält nach der üblichen Aufarbeitung 126 mg (R,R)-1-Phenyl-1,2- propandiol (80%).


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur asymmetrischen Dihydroxylierung von Olefinen mittels Osmiumkatalysatoren zur Herstellung. von mono-, bi- oder/und polyfunktionellen chiralen 1,2-Diolen der Formei I,



    R1R2C(OH)-C(OH)R3R4 (I)



    worin

    R1 bis R4 unabhängig voneinander Wasserstoff, Alkyl, CN, COOH, COO-Alkyl, COO-Aryl, CO-Alkyl, CO-Aryl, O-Alkyl, O-Aryl, O-CO-Aryl, O-CO-Alkyl, OCOO- Alkyl, N-Alkyl2, NH-Alkyl, N-Aryl2, NH-Aryl, NO, NO2, NOH; Aryl, Fluor, Chlor, Brom, Iod, NO2; SiAlkyl3, CHO, SO3H, SO3-Alkyl, SO2-Alkyl, SO-Alkyl, CF3; NHCO-Alkyl, CONH2, CONH-Alkyl, NHCOH, NHCOO-Alkyl, CHCHCO2-Alkyl, CHCHCO2H, PO-(Aryl)2, PO-(Alkyl)2, PO3H2, PO(O-Alkyl)2, bedeuten und dabei Alkyl für eine aliphatische Kohlenstoffgruppe mit 1 bis 18 C-Atomen, die linearen, verzweigt und/oder auch cyclisch ist, steht und Aryl einen 4 bis zu 14 C-Atome enthaltenden fünf-, sechs- oder siebengliedrigen aromatischen Ring, wobei dieser Ring anneliert sein kann und 0 bis 3 Heteroatome wie N, O, S enthalten kann, bedeutet, wobei sowohl die Alkyl- als auch die Arylgruppe gegebenenfalls bis zu sechs weitere Substituenten tragen, die unabhängig voneinander Wasserstoff, Alkyl, O-Alkyl, OCO-Alkyl, O-Aryl, Aryl, Fluor, Chlor, Brom, Iod, OH, NO2, NO, SiAlkyl3, CN, COOH, CHO, SO3H, NH2, NH-Alkyl, N-Alkyl2, PO-Alkyl2, SO2-Alkyl, SO-Alkyl, CF3, NHCO-Alkyl, COO-Alkyl, CONH2, CO-Alkyl, NHCOH, NHCOO-Alkyl, CO-Aryl, COO-Aryl, POAryl2, PO3H2, PO(O-Alkyl)2, SO3-Alkyl bedeuten, wobei Alkyl und Aryl die oben genannten Bedeutungen haben, gekennzeichnet dadurch, daß Olefine der allgemeinen Formel II,



    R1R2C=CR3R4 (II)



    worin

    R1 bis R4 die oben genannten Bedeutungen besitzen, mit molekularem Sauerstoff in Gegenwart einer Osmiumverbindung, einem chiralen Aminliganden in Wasser oder einem Wasser enthaltenden Lösemittelgemisch bei einem pH-Wert von 8, 5 bis 13 umgesetzt werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1 zur Herstellung von Verbindungen der Formel I, dadurch gekennzeichnet, daß Olefine der Formel II eingesetzt werden, wobei die Substituenten R1 bis R4 unabhängig voneinander Wasserstoff, Alkyl, CN, COOH, COO-Alkyl, COO-Aryl, CO-Alkyl, CO-Aryf, O-Alkyl, O-Aryl, NAlkyl2, Aryl, Fluor, Chlor, Brom, Iod, CHO, CF3, NHCO-Alkyl, CONH2, CONH-Alkyl, NHCOO-Alkyl bedeuten, und Alkyl und Aryl dabei die oben genannten Bedeutungen besitzen.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß chirale Diole der Formel I hergestellt werden, worin R1 bis R4 unabhängig voneinander Wasserstoff, Alkyl, CN, COOH, COO-Alkyl, CO-Alkyl, CO-Aryl, O-Alkyl, O-Aryl, Aryl, Fluor, Chlor, Brom, CHO, NHCO-Alkyl bedeuten und Alkyl und Aryl die oben genannten Bedeutungen besitzen.
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Reaktionsmedium eine wässrige Lösung, Olefin und ein organisches Lösemittel verwendet werden.
  5. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß als organisches Lösemittel aliphatische Ether, aromatische oder aliphatische Kohlenwasserstoffe, Alkohole und Ester, halogenierte Kohlenwasserstoffe, dipolar aprotische Lösungsmittel wie Dialkylsulfoxide, N,N-Dialkylamide von aliphatischen Carbonsäuren sowie deren Gemische verwendet werden.
  6. 6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß als Oxidationsmittel Sauerstoff oder eine Gasmischung, die mindestens 15 Volumenprozent Sauerstoff enthält, verwendet werden.
  7. 7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Reaktion bei Temperaturen von 20 bis 150°C, vorzugsweise von 30 bis 120°C, besonders bevorzugt 40 bis 80°C abläuft, wobei der Druck bis zu 200 bar betragen kann.
  8. 8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß als chirale Amine Diaminocyclohexanderivate, substituierte Diaminoethane, bis-Piperazin-, bis-Pyrrolidin-, bis-Tetrahydropyridin-Verbindungen, 1, 4-Diazabicyclo[2,2,2]octan-Derivate, substituierte Isoxazolidine, insbesondere (DHQD)2PHAL (Hydrochinidin-1,4-phthalazindiyl-diether) und (DHQ)2PHAL (Hydrochinin-1,4-phthalazindiyl-diether) sowie (DHQ)2Pyr [Hydrochinin-(2, 5-diphenyl-4,6-pyrimidindiyl)-diether] eingesetzt werden.
  9. 9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß Sulfonamide wie Methylsulfonsäureamid oder/und Carbonsäureamide als Co-Katalysatoren zugesetzt werden.
  10. 10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß als Katalysatoren und/oder Präkatalysatoren die Osmiumverbindungen OsO4, K2Os2(OH)4, Na2Os2(OH)4, Os3(CO)12, OsCl3, H2OsCl6, [CF3SO3OS(NH3)5](O3SCF3)2, OsO4 auf Vinylpyridin, ButNOsO3 eingesetzt werden.
  11. 11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die eingesetzten Osmiumkatalysatoren zwischen 0,2 und 0,00001 Equivalente bezogen auf Olefin, bevorzugt 0,1 bis 0,0001 und besonders bevorzugt 0,08 bis 0,0005 Equivalente verwendet werden.
  12. 12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis Amin zu Osmium zwischen 0,01 : 1 bis 1000 : 1, vorzugsweise zwischen 0,1 : 1 bis 100 : 1, besonders bevorzugt von 1 : 1 bis 50 : 1 beträgt.






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