PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19951955A1 26.10.2000
Titel Hubeinrichtung für einen Brücken- oder Portalkran
Anmelder Gustav Glismann GmbH & Co., 25355 Barmstedt, DE
Erfinder Kremer, Thies, 25335 Elmshorn, DE
Vertreter Nehls, H., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 25469 Halstenbek
DE-Anmeldedatum 28.10.1999
DE-Aktenzeichen 19951955
Offenlegungstag 26.10.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.10.2000
IPC-Hauptklasse B66C 11/00
Zusammenfassung Hubeinrichtung für einen Brücken- oder Portalkran mit zwei parallel beabstandeten Kranträgern, die miteinander verbunden quer zu deren Längsrichtung verfahrbar sind, wobei auf den beiden Oberseiten der Kranträger jeweils eine Schiene befestigt ist, auf denen eine selbsttätig fahrende Laufkatze angeordnet ist, deren Räder in zwei Längsträgern befestigt sind, die durch zwei Querträger verbunden sind, wobei die Laufkatze die Hubeinrichtung mit Elektromotor, Getriebe und Hubseiltrommel trägt.
Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß die Hubseiltrommel sich zwischen den beiden Längsträgern erstreckt und mit ihren beiden Enden drehbar auf ihnen gelagert ist, daß am Umfang der Hubseiltrommel in der Nähe jedes Längsträgers zwei Seile einander gegenüber liegend befestigt sind, so daß bei Drehung der Hubseiltrommel die vier Seile gleichmäßig auf- und abwickelbar sind, daß jedes Seil über eine zugeordnete erste Umlenkrolle läuft, die mit senkrecht stehender Achse auf dem Querträger nahe dessen Ende befestigt ist, und dann über eine zugeordnete zweite Umlenkrolle, die mit waagerecht stehender Achse an der Außenseite des Längsträgers befestigt ist, und dann nach unten hängt und am freien Ende einen Haken trägt.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Hubeinrichtung für einen Brücken- oder Portalkran mit zwei parallel beabstandeten Kranträgern, die miteinander verbunden quer zu deren Längsrichtung verfahrbar sind, wobei auf den beiden Oberseiten der Kranträger jeweils eine Schiene befestigt ist, auf denen eine selbsttätig fahrende Laufkatze angeordnet ist, deren Räder an zwei Längsträgern befestigt sind, die durch zwei Querträger verbunden sind, wobei die Laufkatze die Hubeinrichtung mit Elektromotor, Getriebe und Hubseiltrommel trägt.

Derartige Hubeinrichtungen sind aus dem praktischen Betrieb bekannt. Die damit ausgerüsteten Brücken- oder Portalkräne können durch die Verfahrbarkeit der Laufkatze in zwei rechtwinklig zueinander liegenden Richtungen Lasten innerhalb eines rechteckigen Feldes, z. B. einer Halle oder eines Lagerplatzes heben, senken und verfahren. Wenn große Lasten, z. B. Container bearbeitet werden sollen, werden die Container an einem Spreader angeschlagen, der dann von einer Hakenflasche gehoben und gesenkt wird. Ein solcher Spreader ist schwer und sperrig und verringert die Nutzlast. Wenn er bei anderen Lasten nicht benötigt wird, muß er abgelegt werden, was Zeit und Platz erfordert.

Nun wäre es möglich, auf einer Laufkatze mehrere Hubwerke anzuordnen, die jeweils über ein Seil einen Container heben und senken. Es wären vier Hubwerke nötig, um einen Spreader überflüssig zu machen, wobei die Hubwerke synchron arbeiten müßten. Die Synchronisation läßt sich dadurch erreichen, daß vier Elektromotoren elektrisch synchronisiert werden, oder daß z. B. eine elektrisch angetriebene Hydraulikpumpe vier Hydraulikmotoren synchron antreibt.

Dabei wäre jedoch in jedem Falle das hohe Gewicht auf der Laufkatze nachteilig.

Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine gattungsgemäße Hubeinrichtung so weiterzuentwickeln, daß ohne Spreader mit einfachen, leichten Bauteilen Container, aber auch Wechselpritschen und Paletten gehoben, verfahren und abgesenkt werden können.

Die Lösung der Aufgabe erfolgt mit einer gattungsgemäßen Hubeinrichtung mit den Merkmalen des Kennzeichnungsteils des Patentanspruchs 1.

Dadurch, daß die Hubseiltrommel sich zwischen den beiden Längsträgern erstreckt und mit ihren beiden Enden drehbar auf ihnen gelagert ist, daß am Umfang der Hubseiltrommel in der Nähe jedes Längsträgers zwei Seile einander gegenüber liegend befestigt sind, so daß bei Drehung der Hubseiltrommel die vier Seile gleichmäßig auf- und abwickelbar sind, daß jedes Seil über eine zugeordnete erste Umlenkrolle läuft, die mit senkrecht stehender Achse auf dem Querträger nahe dessen Ende befestigt ist, und dann über eine zugeordnete zweite Umlenkrolle, die mit waagerecht stehender Achse an der Außenseite des Längsträgers befestigt ist, und dann nach unten hängt und am freien Ende einen Haken trägt, wird erfindungsgemäß die Wirkung erzielt, daß die vier Haken an den vorhandenen Ösen eines Containers angeschlagen werden und dieser gleichmäßig ohne Schräglage gehoben, gesenkt und verfahren werden kann. Auch ein entsprechender Transport von Wechselpritschen und Paletten ist auf diese Weise möglich. Die eingesetzten Bauelemente sind einfach und sicher und erfordern nur wenig Wartung.

Vorteilhaft ist vorgesehen, daß die Hubeinrichtung etwa mittig zwischen den beiden Querträgern der Laufkatze auf einem von deren Längsträgern angeordnet ist, wobei die Querträger jeweils nahe den Enden der Längsträger angeordnet sind. Damit wird eine gute Lastverteilung und Stabilität erreicht.

Zweckmäßig ist in der Nähe des einen Querträgers der Laufkatze ein Fahrantrieb angeordnet, der über eine Welle zwei Räder der Laufkatze antreibt. Dieser Laufkatzenantrieb ist als solcher bekannt.

Aus Gründen der einfachen Fertigung haben die Längs- und Querträger der Laufkatze einen kastenförmigen Querschnitt. Sie werden zweckmäßig verschweißt.

Um sich den Standardabmessungen eines Containers möglichst gut anzupassen, ist bevorzugt vorgesehen, daß die vier Seile der Hubeinrichtung einen Längsabstand von etwa 6,00 m und einen Querabstand von etwa 2,60 m aufweisen. Wenn andere Abmessungen der Last vorliegen, stehen die vier Seile etwas schräg, was jedoch die Funktionalität der Hubeinrichtung nicht wesentlich beeinträchtigt.

Wenn ein vorhandener Brücken- oder Portalkran mit mindestens einer Laufkatze zusätzlich mit der erfindungsgemäßen Hubeinrichtung versehen werden soll, ist zweckmäßig vorgesehen, daß die beiden Kranträger jeweils an ihrer Unterseite einen nach innen vorragenden Steg aufweisen, der eine Schiene trägt, auf denen mindestens eine weitere auf Rädern selbstfahrende Laufkatze angeordnet ist, die eine Hubeinrichtung trägt.

Zweckmäßig weist die Hubeinrichtung der mindestens einen weiteren Laufkatze einen Elektromotor mit Hubseiltrommel und Seil auf, das am freien Ende einen Haken trägt.

Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung wird nunmehr anhand einer Zeichnung näher erläutert. Sie zeigt in

Fig. 1 eine Frontansicht, in

Fig. 2 eine Seitenansicht, und in

Fig. 3 eine Draufsicht.

Mit Bezugnahme auf Fig. 1 fährt eine Laufkatze 3 mit Rädern 31 auf zwei Schienen 2, die auf Kranträgern 1 befestigt sind. Die Räder 31 sind an zwei Längsträgern 32 drehbar gelagert, die durch zwei Querträger 33 verbunden sind. Längs- und Querträger 32, 33 haben jeweils einen kastenförmigen Querschnitt und sind miteinander verschweißt. Die in Fig. 1 sichtbaren Räder 31 sind durch eine Welle 81 miteinander verbunden, die durch einen Fahrantrieb 8 antreibbar sind. Links oben in Fig. 1 ist eine von insgesamt vier ersten Umlenkrollen 5 sichtbar, über die ein Seil 4 verläuft, das weiter über eine von insgesamt vier zweiten Umlenkrollen 6 geführt ist, dann herabhängt und am freien Ende einen Haken 7 trägt. Diese Anordnung ist symmetrisch auch auf der rechten Seite von Fig. 1 ausgeführt.

Die beiden Kranträger 1 besitzen jeweils an der Unterseite einen nach innen ragenden Steg 11, auf dem jeweils eine Schiene 12 befestigt ist, auf der eine weitere Laufkatze 13 verfahrbar ist. Nicht dargestellt ist eine Verriegelung der beiden Laufkatzen 3,13 dergestalt, daß sie sich nicht gegenseitig in den Weg fahren.

Fig. 2 zeigt in Seitenansicht die Laufkatze mit der Anordnung der Räder 31 am Längsträger 32, der an den Enden abgeschrägt ist. Auf diesem ist das Hubwerk mit einem Elektromotor 34, einem Getriebe 35 und einer Hubseiltrommel 36 befestigt, wobei zwischen Motor und Getriebe eine Bremse (nicht bezeichnet) angeordnet ist. Sichtbar sind nahe den Enden des Längsträgers 32 jeweils die ersten und zweite Umlenkrolle 5, 6. Von der Seiltrommel 36 gehen die Seile 4 aus, von denen zwei am Umfang der Seiltrommel 36 unten und zwei oben angeschlagen sind. Dadurch bewegen sich die vier Seile 4 synchron ab- und aufwärts.

Fig. 3 zeigt in Draufsicht die Laufkatze mit den Längsträgern 32 und den Querträgern 33, wobei die Positionierung der Umlenkrollen 5, 6 mit den darüber geführten Seilen 4 deutlich wird. Die Hubseiltrommel 36 erstreckt sich bis nahe an die Längsträger 32.

Die Hubeinrichtung ist auf dem in der Figur unteren Längsträger 32 angeordnet. Links in der Figur ist der Fahrantrieb 8 dargestellt.


Anspruch[de]
  1. 1. Hubeinrichtung für einen Brücken- oder Portalkran mit zwei parallel beabstandeten Kranträgern (1), die miteinander verbunden quer zu deren Längsrichtung verfahrbar sind, wobei auf den beiden Oberseiten der Kranträger (1) jeweils eine Schiene (2) befestigt ist, auf denen eine selbsttätig fahrende Laufkatze (3) angeordnet ist, deren Räder (31) an zwei Längsträgern (32) befestigt sind, die durch zwei Querträger (33) verbunden sind, wobei die Laufkatze (3) die Hubeinrichtung mit Elektromotor (34), Getriebe (35) und Hubseiltrommel (36) trägt, dadurch gekennzeichnet, daß die Hubseiltrommel (36) sich zwischen den beiden Längsträgern (32) erstreckt und mit ihren beiden Enden drehbar auf ihnen gelagert ist, daß am Umfang der Hubseiltrommel (36) in der Nähe jedes Längsträgers (32) zwei Seile (4) einander gegenüber liegend befestigt sind, so daß bei Drehung der Hubseiltrommel (36) die vier Seile (4) gleichmäßig auf- und abwickelbar sind, daß jedes Seil (4) über eine zugeordnete erste Umlenkrolle (5) läuft, die mit senkrecht stehender Achse auf dem Querträger (33) nahe dessen Ende befestigt ist, und dann über eine zugeordnete zweite Umlenkrolle (6), die mit waagerecht stehender Achse an der Außenseite des Längsträgers (32) befestigt ist, und dann nach unten hängt und am freien Ende einen Haken (7) trägt.
  2. 2. Hubeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie etwa mittig zwischen den beiden Querträgern (33) der Laufkatze (3) auf einem von deren Längsträgern (32) angeordnet ist, wobei die Querträger jeweils nahe den Enden der Längsträger angeordnet sind.
  3. 3. Hubeinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in der Nähe des einen Querträgers (33) der Laufkatze (3) ein Fahrantrieb (8) angeordnet ist, der über eine Welle (81) zwei Räder (31) der Laufkatze (3) antreibt.
  4. 4. Hubeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Längs- und Querträger (32, 33) der Laufkatze (3) einen kastenförmigen Querschnitt haben.
  5. 5. Hubeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die vier Seile (4) der Hubeinrichtung einen Längsabstand von etwa 6,00 m und einen Querabstand von etwa 2,60 m aufweisen.
  6. 6. Hubeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Kranträger (1) jeweils an ihrer Unterseite einen nach innen vorragenden Steg (11) aufweisen, der eine Schiene (12) trägt, auf denen mindestens eine weitere auf Rädern selbstfahrende Laufkatze (13) angeordnet ist, die eine Hubeinrichtung trägt.
  7. 7. Hubeinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Hubeinrichtung der mindestens einen weiteren Laufkatze (13) einen Elektromotor mit Hubseiltrommel und Seil aufweist, das am freien Ende einen Haken (7) trägt.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com