PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE3919158C2 26.10.2000
Titel Verfahren zum Erhöhen der Haftzugfestigkeit sowie diesbezüglich verbesserte kieferorthopädische Hilfsmittel, insbesondere Brackets
Anmelder Dentaurum J. P. Winkelstroeter KG, 75228 Ispringen, DE
Vertreter HOEGER, STELLRECHT & PARTNER PATENTANWÄLTE GBR, 70182 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 12.06.1989
DE-Aktenzeichen 3919158
Offenlegungstag 13.12.1990
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 26.10.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.10.2000
IPC-Hauptklasse A61C 13/10
IPC-Nebenklasse A61C 7/16   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 ein Verfahren zum Erhöhen der Haftzugfestigkeit sowie gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 8 diesbezüglich verbesserte kieferorthopädische Hilfsmittel, wie z. B. Brackets mit einer auf eine Zahnoberfläche aufklebbaren Verbindungsbasis.

Kieferorthopädische Hilfsmittel, wie beispielsweise Brackets, werden zu ihrer Verbindung mit Zähnen in der Regel auf die Zähne aufgeklebt. Das Aufkleben von mehreren Brackets geschieht auf einer Reihe von Zähnen nebeneinander, wobei dann die Brackets durch einen Drahtmiteinander verbunden werden. Dieser Draht wird an der Bracketaußenseite eingeklemmt. Hierdurch entsteht eine Klammervorrichtung, durch welche die Zahnstellung, insbesondere bei Kindern, korrigiert werden soll.

Problematisch ist vor allem die Haftzugfestigkeit der Brackets auf den menschlichen Zähnen. Gegenwärtig finden Kleber Anwendung, die zwar ausgezeichnet auf den Zähnen haften, deren Haftvermögen an der Bracketbasis jedoch unbefriedigend ist.

Der Erfinder hat sich zum Ziel gesetzt, die Haftzugfestigkeit der Verbindung von Kleber und Basis des Hilfsmittels, insbesondere von Brackets, erheblich zu verbessern, bzw. solcherart verbesserte kieferorthopädischen Hilfsmittel vorzuschlagen.

Die Lösung dieser Aufgabe wird für das Verfahren durch die Merkmale des Anspruch 1 und für das kieferorthopädische Hilfsmittel durch die Merkmale des Anspruchs 8 gelöst.

Diese Beschichtung hat den Zweck, die Oberfläche der Verbindungsbasis als rauhe Oberfläche auszugestalten, so dass der Kleber besser haftet.

Die Plasma-Pulverbeschichtung ist einfach und relativ kostengünstig.

Brackets können beispielsweise aus Kunststoff, Keramik oder auch Metall bestehen. Für die Beschichtung bietet sich vor allem Metallplasma an, wobei im Augenblick der Vorzug dem Titanplasma oder einem Chrom-/Nickel-Plasma gegeben wird. In letzterem Fall besteht das Verhältnis in der Beschichtung Chrom/Nickel 20 : 80.

Ferner hat es sich als günstig erwiesen, wenn vor dem Beschichten ein Retentionsnetz auf das Hilfsmittel aufgebracht wird. Dieses Retentionsnetz kann beispielsweise ein Metallnetz sein, wobei das Aufbringen durch Diffusionsglühen erfolgt. Auf dem Metallnetz wird dann das Plasmapulver aufgebracht, wodurch eine sehr aufgerauhte Oberfläche mit gegebenenfalls unterschiedlichen Rauhtiefen entsteht und die Haftzugfestigkeit eines Adhäsivs um etwa 30% gesteigert wird.

Das Beschichten und gegebenenfalls Aufbringen des Metallnetzes kann auf einfertiges Bracket erfolgen. Ökonomischer ist es jedoch, bereits den Werkstoffstreifen mit einem entsprechenden Metallnetz bzw. einer entsprechenden Beschichtung zu belegen, wobei erst danach das Ausformen des Brackets aus dem Werkstoffstreifen erfolgt. Das Ausformen geschieht in der Regel durch Ausstanzen.

Die vorliegende Erfindung betrifft auch ein kieferorthopädisches Hilfsmittel mit einer auf eine Zahnoberfläche aufklebbaren Verbindungsbasis, beispielsweise zum Korrigieren von Zahnstellungen, insbesondere sogenannte Brackets, die an ihrer Verbindungsbasis eine Plasmapulverbeschichtung aufweisen.

Das vorliegende erfindungsgemäße Verfahren hat sich bereits jetzt in der Laboruntersuchungsphase als äußerst erfolgreich und wirtschaftlich herausgestellt. Weitere Versuche werden zeigen, ob beispielsweise auf das Aufbringen eines Metallnetzes vor dem Beschichten gänzlich verzichtet werden kann, wodurch der wirtschaftliche Einsatz nochmals verbessert wird.

Die angestellten Versuche bezogen sich auf die Verwendung von Brackets mit Titanplasmabeschichtung unter Zwischenlegung eines Retentionsnetzes bzw. mit Chrom-/Nickel-Beschichtung ohne Retentionsnetz. Bei Keramikbrackets wurden Versuche mit einer Beschichtung von Aluminiumoxid als sehr erfolgreich durchgeführt.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Erhöhen der Haftzugfestigkeit der Verbindung von insbesondere kieferorthopädischen Hilfsmitteln, wie z. B. Brackets, auf Zähnen, dadurch gekennzeichnet, dass das Hilfsmittel zumindest im Bereich einer der Verbindung mit den Zähnen dienenden Verbindungsbasis mit einer Plasma- Pulverbeschichtung versehen wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Plasma-Pulverbeschichtung ein Metallplasma verwendet wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zur Beschichtung ein Titanplasma oder ein Chrom-Nickelplasma verwendet wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Chrom-Nickelplasma 20 Gew.-% Chrom und 80 Gew.-% Nickel aufweist.
  5. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Beschichten der Verbindungsbasis auf diese ein Retentionsnetz aufgebracht wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Beschichten als Retentionsnetz ein Metallnetz durch Diffusionsglühen auf das Hilfsmittel aufgebracht wird.
  7. 7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung und - soweit gewünscht - das Aufbringen des Retentionsnetzes vor einem Ausformen des kieferorthopädischen Hilfsmittels aus einem Werkstoffstreifen erfolgt.
  8. 8. Kieferorthopädisches Hilfsmittel, insbesondere Bracket, mit einer auf eine Zahnoberfläche aufklebbaren Verbindungsbasis, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsbasis eine Plasma-Pulverbeschichtung aufweist.
  9. 9. Kieferorthopädisches Hilfsmittel nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Verbindungsbasis ein Retentionsnetz angeordnet ist und dass die Pulverbeschichtung auf die das Retentionsnetz aufweisende Verbindungsbasis aufgebracht ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com