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Dokumentenidentifikation EP0732047 26.10.2000
EP-Veröffentlichungsnummer 0732047
Titel Aufnahmegerät für eine selbstfahrende Lade- und Reinigungsvorrichtung für Zuckerrüben oder dgl.
Anmelder Paintner, Hermann, 84097 Herrngiersdorf, DE
Erfinder Paintner, Hermann, 84097 Herrngiersdorf, DE
DE-Aktenzeichen 59508733
Vertragsstaaten AT, BE, DE, FR, IT, NL
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 30.08.1995
EP-Aktenzeichen 951135862
EP-Offenlegungsdatum 18.09.1996
EP date of grant 20.09.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.10.2000
IPC-Hauptklasse A01D 51/00
IPC-Nebenklasse A01D 33/10   A01D 89/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Aufnahmegerät für eine selbstfahrende Lade- und Reinigungsvorrichtung für Zuckerrüben oder dgl. mit einem in Fahrtrichtung vorn angebrachten Aufnehmerorgan und nachgeordneten Sammelwalzen für die Übergabe der Rüben in einen Weitergabeförderer.

Mit Hilfe einer derartigen Lade- und Reinigungsvorrichtung werden geerntete und zu großen Haufen geschichtete Zuckerrüben oder dgl. aufgenommen, um sie in einen bereitstehenden Lastkraftwagen zu entladen. Bei den bisher verwendeten Aufnahmegeräten der eingangs beschriebenen Bauart werden die Rüben auf den Sammelwalzen nach innen gefördert, wo sie von dem mittig angeordneten Weitergabeförderer erfaßt werden. Sowohl auf dem Aufnehmerorgan als auch auf den Sammelwalzen findet eine Vorreinigung der Rüben statt.

Bei kegelförmigen oder kegelstumpfförmigen Rübenhaufen lagert über die Breite des Aufnehmerorgans gesehen die größte Rübenmenge und damit auch die größte Schmutzmenge im mittleren Bereich des Haufens. Beim Einsatz der bisher bekannten Aufnahmegeräte kommt es daher häufig zu Erdaufstauungen und Verstopfungen, da die in der Mitte aufgenommenen und stark verschmutzten Rüben größtenteils im mittleren Bereich des Aufnahmegerätes vorgereinigt werden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Aufnahmegerät der angegebenen Gattung so weiterzubilden, daß die Reinigung der Rüben weiter verbessert wird, bevor diese auf den Weitergabeförderer gelangen.

Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß dem Aufnehmerorgan eine Einheit zum etwa gleichmäßigen Verteilen der Rüben über die ganze Breite des Aufnahmegerätes zugeordnet ist.

Mit dieser Lösung wird erreicht, daß die Rüben hinter dem Aufnehmerorgan nicht sogleich zur Mitte hin transportiert werden, wo sie auf den Weitergabeförderer gelangen, sondern daß sie zuvor nach beiden Seiten hin auseinandergezogen werden, so daß der Weg der Rüben vor der Übergabe auf den Weitergabeförderer vergrößert wird, was sich auf eine Reinigung der Rüben sehr vorteilhaft auswirkt. Die Rüben werden mitsamt dem anhaftenden und beigemengten Erdreich aus der Haufenmitte entnommen und auf dem Aufnahmegerät nach außen hin verteilt, wodurch auch eine gleichmäßige Erdverteilung gewährleistet ist.

Die Einheit gemäß der Erfindung kann aus einer die Rüben seitlich nach außen fördernden Räumeinrichtung bestehen, die vor oder über dem Aufnehmerorgan angebracht ist, beispielsweise ein quer über dem Aufnehmerorgan hin- und herbeweglicher Schieber oder eine über dem Aufnehmerorgan angebrachte Schneckenwalze.

Bei einer anderen Ausführungsform ist vorgesehen, daß die Einheit zum Verteilen der Rüben Verteilerwalzen aufweist, die zwischen dem Aufnehmerorgan und den Sammelwalzen angeordnet sind.

Es ist vorteilhaft, wenn die Verteilerwalzen - ebenso wie die Sammelwalzen - als Schneckenwalzen ausgebildet sind. Dabei kann vorgesehen werden, daß jede Schneckenwalze an ihrem nach außen weisenden Ende einen Abschnitt mit zu den übrigen Schraubengängen gegenläufigen, nach innen fördernden Schraubengängen hat. Auf diese Weise werden die Rüben an den äußeren Enden der Verteilerwalzen bereits wieder zur Mitte hin umgelenkt, so daß ein Stau oder eine Haufenbildung an den beiden Seitenwänden des Gerätes vermieden wird.

Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist zwischen den Verteilerwalzen und den Sammelwalzen eine konische Übergabewalze angeordnet, deren Ende kleineren Durchmessers an der Außenseite des Aufnahmegerätes liegt. Diese Übergabewalze sorgt für einen störungsfreien Weitertransport der Rüben zu den Sammelwalzen.

Die Erfindung ist nachstehend an Ausführungsbeispielen erläutert, die in der Zeichnung dargestellt sind. Es zeigen:

  • Figur 1 eine Ansicht einer selbstfahrenden Lade- und Reinigungsvorrichtung für Rüben mit einem Aufnahmegerät gemäß der Erfindung,
  • Figur 2 die Draufsicht eines Aufnahmegerätes nach einer Variante der Erfindung,
  • Figur 3 eine Seitenansicht des Aufnahmegerätes der Figur 2,
  • Figur 4 eine Draufsicht eines nochmals abgeänderten Ausführungsbeispiels und
  • Figur 5 die Seitenansicht des Aufnahmegerätes der Figur 4.

Figur 1 zeigt einen Rübenlader 10 mit einem Landbaufahrzeug 12 mit Steuerkabine 14. An der Frontseite des Landbaufahrzeuges 12 ist ein Aufnahmegerät 16 angebaut, das mit Hilfe eines Aufnehmerorgans 18 unter die Rüben eines Sammelhaufens fährt. Die aufgenommenen Rüben werden mit Hilfe des Aufnehmerorgans 18 in Richtung der eingezeichneten Pfeile zu einem mittig angeordneten Weitergabeförderer 20 transportiert, der als Bauchgurt ausgebildet ist und die Rüben in bekannter Weise zu einem heckseitig angebrachten Überlader 22 transportiert. Der Überlader 22 fördert die auf dem gesamten Weg vom Erdreich befreiten Rüben in einen bereitstehenden Lastkraftwagen 24.

Das Aufnahmegerät 16 der Figur 1 hat in bekannter Weise das bereits erwähnte Aufnehmerorgan 18 in Form von Aufnahmeketten, das an seinem oberen Ende die Rüben über eine Auskämmwalze 26 auf drei parallel hintereinander angeordnete Sammelwalzen 28 fördert. Die Sammelwalzen 28 sind als Schneckenwalzen ausgebildet, deren Schraubengänge 30 so verlaufen, daß die Rüben in Richtung auf den mittig angeordneten Weitergabeförderer 20 transportiert werden, der im dargestellten Fall der Figur 1 als Bauchgurt ausgebildet ist.

Damit die Rüben etwa gleichmäßig über die Breite des Aufnahmegerätes 16 verteilt werden, ist vor und über dem Aufnehmerorgan 18 eine Räumeinrichtung 52 angeordnet, die einen quer über dem Aufnehmerorgan 18 hin- und herbeweglichen, gabelförmigen Schieber 54 hat. Dieser steht vom Ende eines teleskopischen Schwenkarms 56 nach unten ab und greift in den Rübenhaufen, aus dessen Mitte er die Rüben während der Übernahme durch das Aufnehmerorgan 18 nach beiden Seiten hin verteilt, so daß diese in Richtung der eingezeichneten Pfeile zu dem mittig angebrachten Weitergabeförderer 20 gelangen. Der in Richtung des Doppelpfeiles schwenkbare Arm 56 ist an einer vertikalen Achse am Fahrzeug 12 gelagert. Während der Schwenkbewegung durch einen nicht weiter dargestellten Antrieb kann dieser dafür sorgen, daß der Teleskoparm 56 periodisch ein- und ausgefahren wird, damit sich der Schieber 54 annähernd auf einer Geraden bewegt.

Die Figuren 2 und 3 zeigen ein Aufnahmegerät 16, das gemäß einer Variante der Erfindung ausgebildet ist. Dieses hat ebenfalls am in Fahrtrichtung f vorderen Ende ein Aufnehmerorgan 18, das hier als Fingerwalze 32 ausgebildet ist, von der radiale Finger 34 abstehen, die schraubengangartig angeordnet sind. Hinter den beiden axial nebeneinander angeordneten Fingerwalzen 32 befinden sich zwei ebenfalls axial nebeneinander gelagerte putzerwalzen 36 (Auskämmwalzen), von denen jede aus einer Vielzahl sechseckiger Scheiben 38 besteht, welche so auf einer Welle 40 befestigt sind, daß die Finger 34 der Fingerwalze 32 in die Zwischenräume der Scheiben 38 eingreifen können.

Zur seitlichen Lagerung der Fingerwalzen 32 und der Putzerwalzen 36 sind an beiden Seiten des Aufnahmegerätes 16 Platten 42 angebracht, in denen nicht weiter dargestellte Lager sitzen; die Platten 42 dienen gleichzeitig als Ablenkorgane für die Rüben und verhindern, daß diese während der Aufnahme und des Weitertransports seitlich von dem Aufnahmegerät 16 herunterfallen. Die mittige Lagerung der genannten Walzen 32 und 36 ist nicht weiter dargestellt; in Figur 2 ist zu erkennen, daß die entsprechenden Wellenenden so ausgebildet sind, daß sie in Lager eingreifen können.

Am oberen Ende des Aufnahmegerätes 16 sind zu beiden Seiten des bekannten, mittig angeordneten Weitergabeförderers 20 je drei Sammelwalzen 28 gelagert, deren Achsen im wesentlichen parallel zu den Längsachsen der Fingerwalzen 32 und der Putzerwalzen 36 verlaufen. Die Schraubengänge 30 der als Schneckenwalzen ausgebildeten Sammelwalzen 28 sind so ausgerichtet, daß sie die Rüben von den beiden seitlich angebrachten Platten 42 zur Mitte hin, d. h. auf den Weitergabeförderer 20 transportieren.

Gemäß der Erfindung ist hier vorgesehen, daß in Fahrtrichtung f hinter den beiden Putzerwalze 36 und vor den Sammelwalzen 28 Verteilerwalzen 44 eingebaut sind, die ebenfalls als Schneckenwalzen ausgebildet sind. Wie Figur 2 zeigt, sind beim Ausführungsbeispiel auf beiden Seiten des Aufnahmegerätes 16 je drei Verteilerwalzen 44 vorgesehen, deren Achsen im wesentlichen parallel zueinander verlaufen. Die Schraubengänge 46 der Verteilerwalzen 44 verlaufen auf dem größten Teil der Länge der Verteilerwalzen 44 gegenläufig zu den Schraubengängen 30 der Sammelwalzen 28, so daß die aufgenommenen Rüben in Richtung auf die beiden seitlichen Platten 42 des Aufnahmegerätes 16 verteilt werden, wodurch eine gegenüber der bisher unvermeidlichen Haufenbildungen eine Vereinzelung der Rüben stattfindet, die bis zur Übergabe auf die Sammelwalzen 28 einen verhältnismäßig langen Weg zurücklegen, der zu einer besseren Reinigung beiträgt.

Wie Figur 2 zeigt, sind im Bereich der äußeren, in den beiden seitlichen Platten 42 gelagerten Enden die Verteilerwalzen 44 so ausgebildet, daß sie dort etwa einem Viertel der Länge entsprechenden Abschnitt 48 haben, auf dem die Schraubengänge 46' gegenläufig zu den Schraubengängen 46 verlaufen, so daß dort eine Umkehrung der Förderrichtung stattfindet und die Rüben von den seitlichen Platten 42 nach innen hin gefördert werden.

An die in Fahrtrichtung f letzten beiden, axial hintereinander liegenden Verteilerwalzen 44 schließen sich zwei konische Übergabewalzen 50 an, die eine glatte Oberfläche haben und so eingebaut sind, daß die Enden kleineren Durchmessers an den beiden seitlichen Platten 42 gelagert sind. Diese beiden Übergabewalzen 50 sorgen für einen störungsfreien Weitertransport der Rüben zu den Sammelwalzen 28, die diese zur Mitte hin auf den Weitergabeförderer 20 transportieren.

Die Figuren 4 und 5 zeigen eine weitere Variante, bei der die Räumeinrichtung 52 aus einer Verteilerwalze 44 besteht, die über dem Aufnehmerorgan 18 in Form von Aufnahmeketten angebracht ist. Die Verteilerwalze 44 ist eine Schneckenwalze, deren Schraubengänge 46 von der Mitte aus in Richtung auf die seitlichen Platten 42 hin gegenläufig sind, so daß auch hier die aufgenommenen Rüben über die Breite des Aufnehmerorgans 18 verteilt werden. Die Reinigungswirkung des Aufnahmegerätes 16 wird zusätzlich dadurch verbessert, daß wenigstens eine der Sammelwalzen 28, beispielsweise die mittleren Sammelwalzen 28', gegenläufig zu den benachbarten Sammelwalzen rotiert, so daß dadurch das von den Rüben abgefallene Erdreich zerquetscht und durch den Spalt zwischen den Sammelwalzen 28, 28' nach unten abgeworfen wird.


Anspruch[de]
  1. Aufnahmegerät für eine selbstfahrende Lade- und Reinigungsvorrichtung für Zuckerrüben oder dgl. mit einem in Fahrtrichtung vorn angebrachten Aufnehmerorgan und nachgeordneten Sammelwalzen für die Übergabe der Rüben in einen Weitergabeförderer, dadurch gekennzeichnet, daß dem Aufnehmerorgan (18) eine Einheit zum Verteilen der Rüben über die Breite des Aufnahmegerätes (16) zugeordnet ist.
  2. Aufnahmegerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einheit aus einer die Rüben seitlich nach außen fördernden Räumeinrichtung (52) besteht, die vor oder über dem Aufnehmerorgan (18) angebracht ist.
  3. Aufnahmegerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Räumeinrichtung (52) eine Verteilerwalze (44) aufweist.
  4. Aufnahmegerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einheit wenigstens eine die Rüben seitlich nach außen fördernde Verteilerwalze (44) aufweist, die zwischen dem Aufnehmerorgan (18) und den Sammelwalzen (28) angeordnet ist.
  5. Aufnahmegerät nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Verteilerwalze (44) als Schneckenwalze ausgebildet ist.
  6. Aufnahmegerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß jede Schneckenwalze an ihrem äußeren Ende einen Abschnitt (48) mit zu den übrigen Schraubengängen (46) nach innen fördernden Schraubengängen (46') hat.
  7. Aufnahmegerät nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Verteilerwalzen (44) und den Sammelwalzen (28) eine konische Übergabewalze (50) angeordnet ist, deren Ende kleineren Durchmessers an der Außenseite des Aufnahmegerätes (16) liegt.
  8. Aufnahmegerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine Sammelwalze (28') eine zu den benachbarten Sammelwalzen (28) entgegengesetzte Drehrichtung hat.






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