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Dokumentenidentifikation DE19918796A1 02.11.2000
Titel Prozeßlose Offsetdruckplatte
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Suhr, Jörg, 24782 Rickert, DE
DE-Anmeldedatum 26.04.1999
DE-Aktenzeichen 19918796
Offenlegungstag 02.11.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.11.2000
IPC-Hauptklasse B41N 1/14
IPC-Nebenklasse B41C 1/10   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Offsetdruckplatte (2) für ablative Belichtung mittels Laserlicht (8). Die Offsetdruckplatte besteht aus einer Trägerschicht (4) aus Polyester und einer dünnen wasserannehmenden Schicht (6) auf der Trägerschicht. Die Offsetdruckplatte (2) kann zu einer Rolle aufgewickelt werden, wodurch sie in einem konventionellen Filmbelichter für Trockenfilme verarbeitet und dabei druckfertig belichtet werden kann. Geringfügige Modifizierungen am Filmbelichter genügen, um ihn wahlweise sowohl als Filmbelichter als auch als Druckplattenbelichter verwenden zu können.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine prozeßlose Offsetdruckplatte, Verwendungen dafür sowie ein Verfahren zur ablativen Belichtung der Offsetdruckplatte.

Es gibt Filmbelichter wie z. B. den Hercules Pro der Heidelberger Druckmaschinen AG, mit denen neben den auf Silberhalogenid basierenden Filmen auch auf Silberhalogenid basierende Polyesterdruckplatten belichtet werden können. Hierzu kann eine Laserlichtquelle geringer Leistung (ca. 5 mW) verwendet werden. Sowohl der Film als auch die Polyesterdruckplatte erfordern nach der Belichtung einen Prozeß zum Entwickeln, Fixieren, Wässern und Trocknen des Materials. Mit dem Wechsel der Materialien muß auch die Entwicklerchemie gewechselt werden.

Außerdem gibt es physikalisch entwickelnde Filmbelichter für Trockenfilme wie z. B. den DrySetter der Heidelberger Druckmaschinen AG. Nach der Belichtung mit einem Leistungslaser (ca. 3 W) wird das Filmmaterial in einem . Schäl- und Laminiergerät getrennt und laminiert. Dieses Verfahren führt zu einem deutlich ökonomischer und ökologischer hergestellten Endprodukt.

Von der Firma Presstek gibt es eine Presstek Pearl Gold genannte Technologie zur Herstellung von druckfertigen Offsetdruckplatten ohne chemische Nachbehandlung. Man verwendet 0,3 mm dicke Aluminium-Druckplatten, die auf einer Seite dünn mit einer farbannehmenden Schicht aus Polyester und einer wasserannehmenden Schicht aus Titanoxid beschichtet sind. Durch Belichtung mit einem infraroten Leistungslaser wird die oberste, wasserannehmende Schicht bildpunktweise abgetragen, um die farbabnehmende Schicht bloßzulegen, wonach eine fertige Offsetdruckplatte vorliegt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine prozeßlose Offsetdruckplatte zu schaffen, die in einem Filmbelichter für Trockenfilme druckfertig gemacht werden kann.

Eine erfindungsgemäße Offsetdruckplatte besteht aus einer Trägerschicht aus Polyester und einer dünnen wasserannehmenden Schicht auf der Trägerschicht.

Das erfindungsgemäße Druckplattenmaterial ist flexibel genug, um es auf Rollen mit kleinem Durchmesser zu wickeln, wie man sie in einem Filmbelichter benötigt. Außerdem weist der Transportweg in einem Filmbelichter mehrere Biegungen mit kleinem Radius auf, um eine kompakte Bauweise zu ermöglichen. Diesen Biegungen kann das erfindungsgemäße Druckplattenmaterial folgen, ohne beschädigt zu werden. Am Ausgang des Filmbelichters kann das fertig belichtete Stück Rollenmaterial, das die gewünschte fertige Offsetdruckplatte darstellt, mit irgendeiner Schneidevorrichtung abgeschnitten werden. Da das Druckplattenmaterial von der Rolle gefahren werden kann, ist ein vollautomatischer und kostengünstiger Computer-to-Plate- Betrieb möglich.

Die Erfindung ermöglicht es, ein und dasselbe Gerät wahlweise zur prozeßlosen Belichtung sowohl von Trockenfilmen als auch von Trocken-Polyesterdruckplatten zu nutzen. Zwischen diesen Verwendungsarten kann sehr schnell gewechselt werden, indem einfach das dem Belichter zugeführte Rollenmaterial gewechselt wird. Wenn Offsetdruckplatten zu bearbeiten sind, wird ein vorhandenes Schäl- und Laminiergerät für die Trockenfilme deaktiviert. Das Schäl- und Laminiergerät ist häufig ein separates Gerät, das bei Bedarf mit dem Filmbelichter in Reihe angeordnet wird. In diesem Fall kann das Schäl- und Laminiergerät einfach vom Filmbelichter weggefahren werden, wenn Offsetdruckplatten hergestellt werden. Es steht dann zur Verwendung an einem anderen Filmbelichter zur Verfügung.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Offsetdruckplatte ungefähr 0,3 mm dick und ist die wasserannehmende Schicht um mehrere Größenordnungen dünner als die Trägerschicht. Falls die wasserannehmende Schicht aus Titanoxid besteht, genügt eine Dicke in der Größenordnung von Nanometern. Eine so dünne Schicht kann mit der Laserleistung, wie sie in einem Filmbelichter für Trockenfilme zur Verfügung steht, sehr schnell abgetragen werden. Die Geschwindigkeit der ablativen Belichtung von erfindungsgemäßen Offsetdruckplatten, die mit der Laserleistung eines konventionellen Filmbelichters für Trockenfilme möglich ist, ist wesentlich höher als die Geschwindigkeit, mit der das Druckplattenmaterial an einem Belichtungskopf vorbei transportiert werden könnte, wie es z. B. in einem Außentrommelbelichter geschieht. Daher ist das erfindungsgemäße Druckplattenmaterial besonders zur Verwendung in einem Innentrommelbelichter geeignet, bei dem es auf der Innenseite einer feststehenden Trommel aufliegt. Mittels eines Spiegelsystems werden ein oder mehrere Laserstrahlen mit hoher Geschwindigkeit schraubenförmig über die Innenseite geführt, um das Druckplattenmaterial bildpunktweise zu belichten. Das in den belichteten Bereichen abgetragene Material der wasserannehmenden Schicht wird nahe am Entstehungsort abgesaugt.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung einschließlich des Verfahrens zur ablativen Belichtung der Offsetdruckplatte sind in den Unteransprüchen angegeben.

Es folgt die Beschreibung eines Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand der Zeichnung. Darin zeigen Fig. 1, 2 und 3 eine Polyesterdruckplatte vor, während bzw. nach dem Belichtungsprozeß.

Die in Fig. 1 gezeigte Polyesterdruckplatte 2 besteht aus einer Polyesterfolie 4, die mit einer wasserannehmenden Schicht 6 beschichtet ist. Polyester ist farbannehmend. Die wasserannehmende Schicht 6 besteht zum Beispiel aus Titanoxid. Die Polyesterdruckplatte 2 ist ungefähr 0,3 mm dick, wobei die Dicke der wasserannehmenden Schicht 6 nur einen winzigen Bruchteil davon ausmacht, zum Beispiel einige Nanometer.

Die Polyesterdruckplatte 2 liegt als Endlosmaterial vor, das aufgrund seiner Flexibilität zu einer kompakten Rolle aufgewickelt werden kann. Anders als bei konventionellen Druckplatten, die normalerweise in Plattenform vorliegen und nur mit Einschränkungen gekrümmt werden dürfen, unterliegt die Form einer Rolle aus der Polyesterdruckplatte 2 keinerlei Einschränkungen. Insbesondere muß kein Mindestdurchmesser vorgeschrieben werden. Somit können Zufuhr und Transport der Polyesterdruckplatte 2 sehr einfach durchgeführt werden, ebenso einfach wie bei Filmmaterial in einem Filmbelichter.

Die Polyesterdruckplatte 2 wird durch bildpunktweise Bestrahlung mit einem intensiven infraroten Laserstrahl 8 belichtet, wie in Fig. 2 gezeigt. Die Laserenergie läßt die wasserannehmende Schicht 6 zerstäuben. Die gas- und partikelförmigen Abbrandprodukte werden mittels einer nicht gezeigten ringförmigen Düse nahe am Entstehungsort abgesaugt und in einem Filter abgeschieden. Abbrandprodukte fallen nur in äußerst geringer Menge an und können problemlos entsorgt werden.

Wie in Fig. 3 gezeigt, erhält man eine druckfertige Polyesterdruckplatte 2, die keiner weiteren Bearbeitung bedarf, mit Nichtbildbereichen 10, in denen die wasserannehmende Schicht 6 stehen geblieben ist, und Bildbereichen 12, in denen die farbannnehmende Polyesterfolie 4 bloßliegt.

Die Belichtung der Polyesterdruckplatte 2 kann in einem vorhandenen Filmbelichter für Trockenfilme durchgeführt werden, der zu diesem Zweck geringfügig modifiziert worden ist. Zum einen muß eine Absaugvorrichtung für die Abbrandprodukte vorgesehen werden, zum anderen müssen unterschiedliche Empfindlichkeiten der Filme berücksichtigt werden, wie nachfolgend beschrieben wird.

Der für den Filmbelichter DrySetter vorgesehene Film mit dem Namen Polarold DryTech hat eine Empfindlichkeit von 80 mJ/cm2, während eine erfindungsgemäße Polyesterdruckplatte, deren wasserannehmende Schicht die gleiche Dicke und Zusammensetzung wie bei der Offsetdruckplatte Presstek Pearl Gold hat, eine Empfindlichkeit von 200 mJ/cm2 hat. Bei der Belichtung muß man daher entweder die Laserleistung etwas heraufsetzen, wenn man die gleiche Belichtungsgeschwindigkeit wie bei der Filmherstellung erzielen will, oder man muß die Belichtungsgeschwindigkeit etwas herabsetzen. Alternativ besteht die Möglichkeit, die Dicke und Zusammensetzung der laserempfindlichen Schichten des Trockenfilms bzw. der Polyesterdruckplatte so aufeinander abzustimmen, daß sich bei gleicher Laserleistung gleiche Belichtungsgeschwindigkeiten ergeben.

Außerdem wird der Polaroid DryTech Film im Filmbelichter DrySetter unter einem Winkel von 25° zur Einfallsebene belichtet, während für die erfindungsgemäße Offsetdruckplatte eine Belichtung unter einem Winkel von 0° zur Einfallsebene wünschenswert ist. Ein Wechsel zwischen diesen Belichtungsarten kann leicht mit Hilfe eines Drehspiegels im Strahlengang durchgeführt werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Offsetdruckplatte (2), bestehend aus einer Trägerschicht (4) aus Polyester und einer dünnen wasserannehmenden Schicht (6) auf der Trägerschicht.
  2. 2. Offsetdruckplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie zu einer Rolle aufgewickelt ist.
  3. 3. Offsetdruckplatte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie ungefähr 0,3 mm dick ist.
  4. 4. Offsetdruckplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die wasserannehmende Schicht (6) um mehrere Größenordnungen dünner als die Trägerschicht (4) ist.
  5. 5. Offsetdruckplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die wasserannehmende Schicht (6) aus Titanoxid besteht.
  6. 6. Verwendung einer Offsetdruckplatte (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche zur Herstellung einer fertigen Offsetdruckplatte in einem Innentrommelbelichter.
  7. 7. Verwendung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Innentrommelbelichter außerdem zur Herstellung von Trockenfilmen für die Reproduktionstechnik verwendet werden kann.
  8. 8. Verfahren zur ablativen Belichtung einer Offsetdruckplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die wasserannehmende Schicht (6) direkt belichtet wird, so daß sie in den belichteten Bereichen (12) abgetragen wird, wobei die Abbrandprodukte nahe am Abtragungsort abgesaugt werden.
  9. 9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Belichtungslicht (8) infrarotes Laserlicht ist.
  10. 10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß es in einem Innentrommelbelichter durchgeführt wird.






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