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Dokumentenidentifikation DE19920597A1 09.11.2000
Titel Aufnahmeeinrichtung für wenigstens eine in einem Gehäuse dichtend gelagerte Welle
Anmelder Robert Bosch GmbH, 70469 Stuttgart, DE
Erfinder Cotteverte, Patrick, Illkirch Graffenstaden, FR;
Rohe, Christian, Drusenheim, FR
DE-Anmeldedatum 05.05.1999
DE-Aktenzeichen 19920597
Offenlegungstag 09.11.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.11.2000
IPC-Hauptklasse F16C 33/74
IPC-Nebenklasse B29C 47/58   
Zusammenfassung Eine Aufnahmeeinrichtung für wenigstens eine in einem Gehäuse (11) eines Extruders (10) angeordnete Extruderschnecke (1, 2) weist Aufnahmewellen (25, 26) für die Extruderschnecken (1, 2) auf. Die Aufnahmewellen (25, 26) sind von Gleitringdichtungen (17, 18) umgeben, welche ihrerseits in einem Dichtungsgehäuse (16) angeordnet sind. Die Aufnahmewellen (25, 26) sind samt Gleitringdichtungen (17, 18) und Dichtungsgehäuse (16) auf einem Gestell (29) axial verschiebbar zum Gehäuse (11) angeordnet. Die erfindungsgemäße Aufnahmeeinrichtung vermeidet Beschädigungen oder Vorschädigungen der Gleitringdichtungen (17, 18) beim Aus- oder Einbau der Extruderschnecken (1, 2) in das Gehäuse (11).

Beschreibung[de]
Stand der Technik

Die Erfindung betrifft eine Aufnahmeeinrichtung für wenigstens eine in einem Gehäuse dichtend gelagerte Welle nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Bei einer derartigen bekannten Aufnahmeeinrichtung ist die als Extrusionsschnecke ausgebildete Welle unmittelbar von einer Dichtung umgeben, die die Welle gegen die Gehäusewand eines Extruders abdichtet. Dies hat zur Folge, daß beim Aus- bzw. Einbau der Welle, zum Beispiel wenn das Gehäuseinnere gereinigt werden muss, es zu Beschädigungen oder Vorschädigungen der Dichtung infolge des direkten Kontakts mit der Welle kommen kann. Aufgabe der Erfindung ist es daher, derartige Beschädigungen oder Vorschädigungen beim Aus- bzw. Einbau einer Welle in einem Gehäuse zu vermeiden.

Vorteile der Erfindung

Die erfindungsgemäße Aufnahmeeinrichtung für wenigstens eine in einem Gehäuse dichtend gelagerte Welle mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 hat demgegenüber den Vorteil, daß die Welle von der Dichtung durch ein Schutzelement getrennt ist, so daß kein direkter Kontakt zwischen der Welle und der Dichtung vorhanden ist. Dadurch werden Beschädigungen oder Vorschädigungen der Dichtung beim Aus- bzw. Einbau der Welle wirksam vermieden.

Weitere vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Aufnahmeeinrichtung ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Zeichnung

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 einen Teil eines Extruders mit montierten Extruderschnecken in einer teilweise geschnittenen Seitenansicht und die

Fig. 2 und 3 den Extruder nach Fig. 1 während des Ausbaus der Extruderschnecken und einer Dichtungseinheit, ebenfalls in teilweise geschnittenen Seitenansichten.

Beschreibung des Ausführungsbeispiels

Der in der Fig. 1 mit 10 bezeichnete Extruder dient in der Süßwarenindustrie zum Verarbeiten von Süßwarenmassen. Der Extruder 10 hat ein Gehäuse 11, das an einer Stirnseite mit einem Gehäusedeckel 12 dicht verschlossen ist. Im wesentlichen innerhalb des Gehäuses 11 sind zwei parallel zueinander angeordnete Extruderschnecken 1, 2 angeordnet, deren Antriebsschäfte 3, 4 sich auf der dem Gehäuse 11 abgewandten Seite des Gehäusedeckels 12 befinden. Der Gehäusedeckel 12 weist eine Ausnehmung 13 in Form eines Durchbruches auf. In diese Ausnehmung 13 ist eine Einheit 15, bestehend aus einem hülsenförmigen Dichtungsgehäuse 16, das für jede Extruderschnecke 1, 2 eine Gleitringdichtung 17, 18 umschließt, dichtend einsetzbar. Das Dichtungsgehäuse 16 weist an seinem Innenumfang umlaufende Bunde 19 für jede Gleitringdichtung 17, 18 auf. Die Bunde 19 sind in umlaufenden Ringnuten 21 der Gleitringdichtungen 17, 18 geführt. In die Gleitringdichtungen 17, 18 sind im wesentlichen hülsenförmige Aufnahmewellen 25, 26 für die Antriebsschäfte 3, 4 der Extruderschnecken 1, 2 einsetzbar. Die Länge der Aufnahmewellen 25, 26 ist derart bemessen, daß bei montierten Extruderschnecken 1, 2 zwischen den Stirnseiten der Gleitringdichtungen 17, 18 und den Stirnflächen 23 der Extruderschneckengänge ein axiales Spiel 22 bzw. Abstand ausgebildet ist (siehe Detail der Fig. 1). Dies wird dadurch erreicht, daß die Aufnahmewellen 25, 26 etwas aus den Gleitringdichtungen 17, 18 herausragen.

Die Aufnahmewellen 25, 26 besitzen an ihrem Außenumfang Verzahnungen 27, 28, über die die Extruderschnecken 1, 2 mittels eines nicht dargestellten Antriebs antreibbar sind. Die axiale Fixierung der Extruderschnecken 1, 2 in den Aufnahmewellen 25, 26 erfolgt mittels Befestigungsmuttern 5, 6, die auf die aus den Aufnahmewellen 25, 26 herausragenden Enden der Antriebsschäfte 3, 4 montierbar sind.

Die Aufnahmewellen 25, 26 sind in einem Gestell 29 gelagert, welches seinerseits Führungsaugen 30 aufweist, in denen Führungsstangen 31 geführt sind. Die Führungsstangen 31 sind zusammen mit einer Abschlußplatte 32 am Gehäusedeckel 12 des Extruders 10 befestigt. Zusätzlich ist die Einheit 15 mittels Schrauben 33 mit der zugewandten Stirnseite 34 des Gestells 29 verbindbar.

Die oben beschriebene Ausbildung bewirkt, daß die Aufnahmewellen 25, 26 zur Einheit 15 und zur Ausnehmung 13 in dem Gehäusedeckel 12 ausgerichtet sind. Zum Ausbau der Extruderschnecken 1, 2 aus dem Gehäuse 11 müssen lediglich die Befestigungsmuttern 5, 6 abgeschraubt werden, so daß die Extruderschnecken 1, 2 aus den Aufnahmewellen 25, 26 herausgezogen werden können (Fig. 2). Dabei sind die Extruderschnecken 1, 2 von den Gleitringdichtungen 17, 18 mechanisch entkoppelt, d. h. daß keinerlei Belastungen/Beschädigungen über die Extruderschnecken 1, 2 auf die Gleitringdichtungen 17, 18 erfolgen können. Der Einbau der Extruderschnecken 1, 2 erfolgt sinngemäß in umgekehrter Reihenfolge. Auch dabei ist ein Kontakt der Extruderschnecken 1, 2 bzw. deren Antriebsschäften 3, 4 mit den Gleitringdichtungen 17, 18 aufgrund der Antriebswellen 25, 26 und zusätzlich aufgrund des axialen Spiels 22 zu den Stirnflächen 23 der Extruderschneckengänge unmöglich.

Wenn die Gleitringdichtungen 17, 18 ausgetauscht werden sollen, so wird das Gestell 29 (nach dem Ausbau der Extruderschnecken 1, 2) in den Führungsstangen 31 vom Gehäusedeckel 12 des Extruders 10 wegbewegt, wobei die Einheit 15 aus der Ausnehmung 13 gezogen wird. Anschließend können die Schrauben 33 gelöst werden, so daß die Einheit 15 samt Gleitringdichtungen 17, 18 demontiert sind (Fig. 3).


Anspruch[de]
  1. 1. Aufnahmeeinrichtung für wenigstens eine in einem Gehäuse (11) dichtend gelagerte Welle (1, 2), mit einer jeder Welle (1, 2) in einer Ausnehmung (13) einer Gehäusewand (12) zugeordneten Dichtung (17, 18) und mit Mitteln (3, 4, 5, 6) zum Ein- und Ausbauen der Welle (1, 2) im Gehäuse (11), dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtung (17, 18) auf der der Welle (1, 2) zugewandten Seite von einem hülsenförmigen Schutzelement (25, 26) umgeben ist.
  2. 2. Aufnahmeeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Schutzelement als Aufnahmekörper (25, 26) für die Welle (1, 2) ausgebildet ist.
  3. 3. Aufnahmeeinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtung (17, 18) auf der dem Aufnahmekörper (25, 26) abgewandten Seite von einer Dichtungshülse (16) umgeben ist.
  4. 4. Aufnahmeeinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtung (17, 18) an ihrem Außenumfang eine ringnutförmige, umlaufende Ausnehmung (21) aufweist, in der ein umlaufender Bund (19) der Dichtungshülse (16) eingreift.
  5. 5. Aufnahmeeinrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtung (17, 18) zu einer Stirnfläche (23) der Welle (1, 2) ein axiales Spiel (22) aufweist und daß der Aufnahmekörper (26, 27) die Dichtung (17, 18) auf der der Welle (1, 2) zugewandten Seite überragt.
  6. 6. Aufnahmeeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtung (17, 18) und die Dichtungshülse (16) eine an der Gehäusewand (12) austauschbar angeordnete Einheit (15) ausbilden.
  7. 7. Aufnahmeeinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Einheit (15) von der der Welle (1, 2) gegenüberliegenden Seite der Gehäusewand (12) in diese einsetzbar ist.
  8. 8. Aufnahmeeinrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufnahmekörper (25, 26) auf einem mit der Einheit (15) ausgerichteten Gestell (29) auf der der Welle (1, 2) gegenüberliegenden Seite der Gehäusewand (12) axial verschiebbar angeordnet ist.
  9. 9. Aufnahmeeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Welle eine Extrusionsschnecke (1, 2) und das Gehäuse das Gehäuse (11) eines Extruders (10) ist.






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