PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE10020997A1 16.11.2000
Titel Verfahren zur Ausbildung einer Sollreisslinie in einer Fahrzeug-Armaturentafel
Anmelder Lear Automotive Dearborn, Inc., Southfield, Mich., US
Erfinder Davis jun., Joseph J., Ortonville, Mich., US;
Soncrant, Jeffrey Leon, Sterling Heights, Mich., US
Vertreter Meissner, Bolte & Partner, 80538 München
DE-Anmeldedatum 28.04.2000
DE-Aktenzeichen 10020997
Offenlegungstag 16.11.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.11.2000
IPC-Hauptklasse B29C 69/00
IPC-Nebenklasse B29C 65/74   B29C 37/00   B60R 21/20   B60K 37/04   C08J 7/16   
Zusammenfassung Verfahren zur Bildung einer Fahrzeug-Armaturentafel, mit den Schritten:
(1) Formen eines Armaturentafel-Vorformlings, wobei die Armaturentafel eine dekorative Vorderseite und eine der dekorativen Vorderseite gegenüberliegende Rückseite hat und
(2) anschließendes Ausbilden einer Reißlinie in der Rückseite des Vorformlings.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Ausbildung eines Airbag-Sollreißstreifens in der rückseitigen Oberfläche einer Armaturentafel.

Armaturentafeln haben eine dem Fahrzeuginnenraum zugewandte dekorative äußere Oberfläche und eine vom Fahrzeuginnenraum abgewandte rückseitige Oberfläche. Armaturentafeln werden typischerweise entweder aus einer einzelnen, relativ starren Kunststoffschicht oder aus einer relativ dünnen weichen Haut über einer darunterliegenden Schaumschicht und einer inneren starren Schale geformt. In letzter Zeit ist es allgemeine Praxis geworden, hinter die Armaturentafel in der Nähe des Fahrzeugsitzes einen Airbag zu integrieren. Dem Airbag ist typischerweise eine (Soll-)Reißlinie in der Armaturentafel zugeordnet, so daß die Armaturentafel bei Entfaltung des Airbags aufreißt und es dem Airbag ermöglicht, sich in den Fahrzeuginnenraum zu entfalten. Ursprünglich war die Reißlinie in der äußeren dekorativen Oberfläche der Armaturentafel gebildet. Aus ästhetischen Gründen ist jedoch in jüngster Zeit die Reißlinie in der rückseitigen Oberfläche der Armaturentafel gebildet worden, so daß sie für die Fahrzeuginsassen nicht sichtbar ist.

Formen zur Herstellung vom Armaturentafeln sind üblicherweise mit einem Strukturelement bzw. Aufbau zur Ausbildung der Reißlinie in der rückseitigen Oberfläche der Armaturentafel versehen. Obgleich diese Praxis breit angewandt wird, gibt es einige Nachteile. Zunächst schränkt das zur Bildung der Reißlinie im geformten Kunststoffteil vorgesehene Strukturelement den Fluß des Kunststoffs durch die Form ein. Dies hat mitunter zu einem unerwünscht hohen Anteil an Ausschuß in Folge von ungenügendem Fließen des Kunststoffmaterials innerhalb der Form geführt.

Daneben haben die Reißlinien mitunter lokalisierte Absenkungen in der äußeren Oberfläche der Armaturentafel gebildet, in denen der Kunststoff sich nach innen bewegt hatte, wodurch eine Fehlstelle in der äußeren Oberfläche gebildet wurde. Dies ist unerwünscht und führt ebenfalls zu Ausschuß.

Es wäre wünschenswert, den Anteil des Ausschusses zu minimieren und ein verbessertes Verfahren zur Ausbildung einer Airbag-Reißlinie anzugeben.

In einer hier beschriebenen Ausführungsform dieser Erfindung wird die Armaturentafel ursprünglich ohne die Reißlinie geformt. Die Reißlinie wird dann, bevorzugt durch ein Schweißverfahren, in die rückseitige Oberfläche der Instrumententafel eingeformt. Besonders vorteilhaft ist der Einsatz des Ultraschallschweißens. Am vorteilhaftesten wird die Armaturentafel geformt und kann eine einzelne Schicht aus relativ starrem Kunststoff oder ein Mehrschichtaufbau aus Schaum, Kunststoffhäuten und einer starren Kunststoff-Rückseite sein. Nachdem die Armaturentafel geformt wurde, kann sie aus der Form entnommen werden, obgleich die Entnahme nicht notwendig ist. Das Schweißwerkzeug wird dann in Kontakt mit der rückseitigen Oberfläche der Armaturentafel gebracht, und die Reißlinie wird in die rückseitige Oberfläche eingeschweißt.

Da die Armaturentafel in einer Form ohne jedes begrenzende Element für die Reißlinie geformt wird, gibt es weniger Ausschussteile. Darüber hinaus entstehen keine lokalisierten Absenkungen etc., welche das Ergebnis von eingeformten Reißlinien nach dem Stand der Technik waren.

Nachdem die Reißlinie in die Armaturentafel eingeformt wurde, kann ein Verschluß- oder Gelenkaufbau in an sich bekannter Weise an der rückseitigen Oberfläche angebracht werden.

Diese und andere Merkmale der vorliegenden Erfindung können am besten anhand der nachfolgenden Beschreibung und der Zeichnungen verstanden werden, wobei die nachfolgenden Ausführungen eine kurze Beschreibung darstellen.

Fig. 1 ist eine schematische Darstellung einer Fahrzeug- Armaturentafel, bei der die vorliegende Erfindung angewandt wird.

Fig. 2 zeigt ein Formgebungsverfahren nach dem Stand der Technik.

Fig. 3A zeigt einen ersten Schritt beim erfindungsgemäßen Verfahren.

Fig. 3B zeigt einen nachfolgenden Schritt.

Fig. 3C zeigt einen abschließenden Schritt.

Fig. 4 zeigt eine alternative Ausführungsform.

Eine Armaturentafel 20 gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist mit einer Sollreißlinie 22 auf einer rückseitigen Oberfläche, bevorzugt oberhalb eines Handschuhfaches 24, ausgebildet. Eine dekorative äußere Oberfläche 25 ist dem Fahrzeuginnenraum zugewandt. In bekannter Weise hat die Armaturentafel eine äußere dekorative Oberfläche 25. Die Reißlinie 22 ist in einer rückseitigen Oberfläche gebildet, die dem Fahrzeuginnenraum abgewandt ist.

Wie in Fig. 2 gezeigt, enthielt gemäß dem Stand der Technik eine Form 30 Formteile 32 und 34. Eine Reißlinien-Rippe 36 war an einem der Formteile gebildet und ragte in den Hohlraum 38, wodurch sich dort Abschnitte 40 mit verringerter Dicke ausbildeten. Diese Abschnitte verringerter Dicke bildeten nach Formung der Armaturentafel die Reißlinie. Weiterhin sind im Teil 32 Ausnehmungen gebildet, die eine Befestigungsstruktur 37 ergeben, welche zum Halten des Airbagmoduls dient. Die (in ihrer Dicke) eingeschränkten Abschnitte haben mitunter zu einem ungenügenden Fließen des Kunststoffs in das Gebiet zwischen den Reißlinien-Rippen 36 geführt. Dieses Problem wird durch die Struktur 37 noch verschärft. Weiterhin hat das Vorhandensein der eingeformten Reißlinie mitunter einen unerwünschten "Schatten" oder eine andere Absenkung in der dekorativen Oberfläche 25 in einem mit der Reißlinie zusammenhängenden Gebiet ergeben.

Die vorliegende Erfindung löst dieses Problem durch ein einzigartiges Verfahren, welches schematisch in den Fig. 3A bis 3C dargestellt ist. Wie in Fig. 3A gezeigt, enthält eine Form 50 Formabschnitte 52 und 54, welche zusammen eine Formkavität 56 zur Bildung eines Vorformlings ergeben. Der Vorformling 56 enthält keine Reißlinie.

Der Vorformling 56 wird geformt und kann dann für den Schritt nach Fig. 3B aus der Form entnommen werden. Im übrigen könnte der Schritt nach Fig. 3B auch ausgeführt werden, während der Vorformling sich noch in den Formteilen befindet - bevorzugtermaßen wird aber der Vorformling zuerst entnommen.

Ein schematisch dargestelltes Schweißwerkzeug 58 hat einen Aufbau bzw. ein Strukturelement 60, der/das den bevorzugten Querschnitt der Reißlinie aufweist. Das Strukturelement 60 wird in Kontakt mit der rückseitigen Oberfläche 61 des Vorformlings 56 gebracht. Wie in der Figur zu erkennen, wird dann die Reißlinie 62 in die rückseitige Oberfläche 61 eingebrannt oder eingeschweißt. Auf diese Weise kann die Reißlinie präzise positioniert und exakt dimensioniert werden und führt nicht zu unerwünschten Qualitätsproblemen bezüglich der übrigen Flächen der Armaturentafel.

Wie in Fig. 3C gezeigt, kann nach der Ausbildung der Reißlinie 62 ein Verschlussaufbau 70 mit einem Scharnier 72 an der rückseitigen Oberfläche 61 angebracht werden. Ein Airbagmodul 74 kann an der Befestigungsstruktur 37 angebracht werden. Die Elemente 70, 72 und 74 sind als solche bekannt und bilden keinen Teil der Erfindung.

Die Armaturentafel 20, wie sie in den Fig. 3A, 3B und 3C gezeigt ist, ist aus einer einzelnen starren Kunststoffschicht gebildet. Fig. 4 zeigt eine alternative Ausführungsform, bei der eine Instrumententafel 80 eine Reißlinie 82 hat, die auf ähnliche Weise wie nach den Fig. 3A bis 3C gebildet ist. Jedoch hat die Instrumententafel 80 eine darunterliegende Schaumstoffschicht 84 mit einer weichen Kunststoffhaut 86, welche die dekorative Schicht bildet. Die Reißlinie erstreckt sich in eine steife Rückseiten-Haut 88 und kann sich wahlweise in die Schicht 84 erstrecken. Die Armaturentafel wird durch ein zum obigen Verfahren ähnliches Verfahren gebildet, obgleich zur Ausbildung der Schichten 84, 86 und 88 ein etwas anderes Formgebungsverfahren eingesetzt werden kann. Es wird auch hier zunächst ein Vorformling erzeugt und die Reißlinie 82 dann nach Bildung des Vorformlings ausgebildet.

Oben sind bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung beschrieben. Der Fachmann erkennt jedoch, daß bestimmte Abwandlungen in den Schutzbereich der Erfindung fallen. Aus diesem Grund bestimmen die nachfolgenden Ansprüche den tatsächlichen Schutzbereich und Inhalt der Erfindung.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Bildung einer Fahrzeug-Armaturentafel, mit den Schritten:
    1. 1. Formen eines Armaturentafel-Vorformlings, wobei die Armaturentafel eine dekorative Vorderseite und eine der dekorativen Vorderseite gegenüberliegende Rückseite hat, und
    2. 2. anschließendes Ausbilden einer Reißlinie in der Rückseite des Vorformlings.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, die Reißlinie eine im wesentlichen geschlossene Form definiert.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, die Reißlinie durch ein Heißform- bzw. Schweißwerkzeug gebildet wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, das Schweißwerkzeug ein Ultraschall-Schweißwerkzeug ist.
  5. 5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Schritt (2) um mindestens einen Abschnitt der Reißlinie auf der Rückseite ein Verschlusselement angebracht wird.
  6. 6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorformling aus einer einzelnen Schicht eines relativ starren Kunststoffs gebildet wird.
  7. 7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorformling aus einem Mehrschichtaufbau gebildet wird, der eine Schaumkomponente und eine Kunststoffhaut aufweist.
  8. 8. Fahrzeug-Armaturentafel, welche aufweist:
    1. - eine im wesentlichen ebene Fläche, welche eine dekorative Vorderseite und eine Rückseite hat, wobei in die Rückseite eine Reißlinie eingeformt ist, welche nach Formung der ebenen Fläche eingeformt wurde, und
    2. - ein an der Rückseite angebrachtes Verschluß- bzw. Scharnierelement.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com