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Dokumentenidentifikation DE19623298C2 16.11.2000
Titel Verbindungselement
Anmelder Moosmann, Richard, 88239 Wangen, DE;
Börsch, Günther, 88171 Weiler-Simmerberg, DE;
Schädler, Felix, 87534 Oberstaufen, DE
Erfinder Moosmann, Richard, 88239 Wangen, DE;
Börsch, Günther, 88171 Weiler-Simmerberg, DE;
Schädler, Felix, 87534 Oberstaufen, DE
Vertreter WINTER, BRANDL, FÜRNISS, HÜBNER, RÖSS, KAISER, POLTE, Partnerschaft, 85354 Freising
DE-Anmeldedatum 11.06.1996
DE-Aktenzeichen 19623298
Offenlegungstag 27.11.1997
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 16.11.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.11.2000
IPC-Hauptklasse E04B 5/00
IPC-Nebenklasse E04B 1/61   E04C 5/06   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verbindungselement zur Verbindung einer Kragplatte mit einem Wand- oder Deckenteil gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Derartige Verbindungselemente sind beispielsweise in der DE-OS 44 36 808 beschrieben. Diese Verbindungselemente werden eingesetzt, um Kragplatten, wie beispielsweise Balkonbodenplatten mit einer Innenbetondecke zu verbinden. Um die Wärmedämmung des Gebäudes zu verbessern, wird dabei in eine Trennfuge zwischen der Kragplatte und der Innenbetondecke Isoliermaterial eingebracht, so daß beide Hauelemente weitestgehend thermodynamisch entkoppelt sind. Die auftretenden Zug-, Druck- und Schubkräfte (Querkräfte) müssen von einem oder mehreren Verbindungselementen aufgenommen werden, die üblicherweise im Parallelabstand zueinander angeordnet sind, so daß sie die Trennfuge durchstrecken.

Die vor dem Anmeldetag der vorstehend genannten Patentanmeldung bekannten Verbindungselemente hatten einen vergleichsweise komplizierten Aufbau, der einen erheblichen fertigungstechnischen und logistischen Aufwand erforderte.

Das in der DE-OS 44 36 808 beschriebene Verbindungselement hat gegenüber herkömmlichen Lösungen den Vorteil, daß es als Stanz-Biegeteil aus Blech herstellbar sind, wobei die Bewehrungsstäbe - beispielsweise Zugstäbe oder Verteilereisen - nachträglich am Verbindungselement befestigt werden können, während sie bei dem zuvor bekannten Stand der Technik bereits bei der Herstellung des Verbindungselements befestigt werden mußten.

Beim Einsatz der plattenförmigen Verbindungselemente zeigte es sich, daß insbesondere bei der Abstützung schwerer Kragplatten eine Vielzahl von Verbindungselementen in vergleichsweise geringem Abstand zueinander angeordnet werden mußten, um die auftretenden Kräfte aufnehmen zu können. Die von einem einzelnen Verbindungselement übertragbaren Kräfte waren im wesentlichen durch die Wandstärke des Plattenmaterials begrenzt, so daß ein Kompriß gefunden werden mußte zwischen einer optimalen Festigkeit einerseits und einem minimalen Materialaufwand andererseits. Des weiteren zeigte es sich, daß aufgrund des plattenförmigen Aufbaus eine Kältebrücke zwischen der Kragplatte und der Innenbetondecke geschaffen wurde, die bei einer Erhöhung der Wandstärke des Verbindungselements zu noch höheren Wärmeverlusten geführt hätte.

In der DE 90 01 016 U1 und der Druckschrift "MES-ISO-Träger- System" Ausgabe 6/1994 der Firma MEA Meisinger Stahl und Kunststoff GmbH ist ein Verbindungsträger offenbart, bei dem eine Zugstrebe über eine Diagonalverbindung mit einem Druckelement verbunden ist. Das Druckelement hat tragplattenseitig und wandungsseitig jeweils eine schräg angestellte Druckplatte, über die Druckkräfte in den Verbindungsträger und die Wandung einleitbar sind. Mit dieser Konstruktion lassen sich zwar die auftretenden Zug- und Druckkräfte auffangen, problematisch ist jedoch die Einleitung von parallel zur Trennfuge verlaufenden Scherkräften.

Beim Gegenstand der DE 37 00 295 A1 werden die Zug- und Druckkräfte durch in Vertikalrichtung angeordnete Druckplatten aufgefangen. Auch bei dieser bekannten Konstruktion bereitet die Einleitung auftretender Schubkräfte erhebliche Probleme.

Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verbindungselement zu schaffen, bei dem mit minimalem vorrichtungstechnischen Aufwand Zug-, Druck- und Schubkräfte einleitbar sind.

Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst. Erfindungsgemäß wird eine kragplattenseitig angeordnete Druckplatte eines Druckelements mit einer Schubplatte zur Einleitung der Schubkräfte ausgeführt. D. h., die Schubkräfte werden über die schräg zur Druckplatte ausgebildete Schubplatte definiert in die Wandung eingeleitet, so daß eine sichere Abstützung der Kragplatte gewährleistet ist.

Ganz besonders vorteilhaft ist es, wenn die Diagonalverbindung mit zwei im Abstand zueinander angeordneten Parallelschenkeln ausgebildet sind, so daß die Materialstärke jedes einzelnen Schenkels minimierbar ist, wobei durch geeignete Wahl des Abstands eine verbesserte Abstützung der Zugstrebe erfolgt, so daß ein Kippen der Zugstrebe verhindert werden kann.

Bei dieser Variante wird es besonders bevorzugt, wenn die beiden Parallelschenkel durch ein U-Teil ausgebildet werden, dessen Basis zur Abstützung des oder der Druckelemente verwendet wird.

Als Druckelemente werden vorzugsweise zwei Druckplatten eingesetzt, die an den beiden Stirnseiten des U-förmigen Basisteils befestigt werden, wobei die Druckplatten vorteilhafterweise zur Vertikalen derart angestellt sind, daß die Verlängerungen ihrer Druckflächen zur Zugstrebe hin zusammenlaufen.

Eine besonders einfache Konstruktion ergibt sich, wenn die kragplattenseitige Druckplatte an ihrem zur Zugstrebe benachbarten Bereich in Richtung zur Horizontalen abgewinkelt wird, so daß durch diesen abgewinkelten Bereich die Schubplatte gebildet ist.

Das Gitterträger- oder Fachwerkprinzip wird besonders vorteilhaft ausgenutzt, wenn die Diagonalverbindung zum kragplattenseitigen Druckelement hin abfallend geneigt ist. Dabei wird es besonders bevorzugt, wenn die Neigung und die Länge der Diagonalverbindung so gewählt ist, daß der zugstrebenseitige Endabschnitt in der Innenbetondecke endet. Als besonders geeignet hat sich ein Neigungswinkel von etwa 50°-60° erwiesen.

An jedem Endabschnitt der Zugstrebe sind Aufnahmen zur Festlegung von Zugbewehrungen vorgesehen, die durch die Aufnahmen formschlüssig und/oder kraftschlüssig aufgenommen werden. Diese Zugbewehrungen können Zugeisen, Glasfaserbündel, Seile (Stahlseile) etc. sein.

Ganz besonders vorteilhaft ist es, wenn die Zugstrebe durch zwei Parallelstreben gebildet werden, wobei jede Parallelstrebe einem der Parallelschenkel der Diagonalverbindung zugeordnet ist.

Durch diese zweigeteilte Ausbildung der Diagonalverbindung und der Zugstrebe wird eine gewisse Querelastizität (parallel zur Trennfuge) zur Verfügung gestellt, über die beispielsweise Maßänderungen durch Temperaturschwankungen auffangbar sind, ohne daß Spannungen in die Betonteile übertragen werden.

Beim Gießen der Innenbetondecke und/oder des Kragteils kann darüber hinaus Beton in die Zwischenräume einfließen, so daß eine hervorragende Einbettung des Verbindungselements erfolgt und die berechnete Kraftübertragung gewährleistet ist.

Das Verbindungselement wird vorzugsweise aus rostfreiem Stahl hergestellt, so daß auch Kondenswasser im Bereich der Trennfuge nicht zu einer Korrision führen kann.

Die Festlegung der Zugeisen (Glasfaserbündel, Seile) an den Endabschnitten der Zugstreben kann durch die Verwendung von Clips vereinfacht und unterstützt werden.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der sonstigen Unteransprüche.

Im folgenden wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand schematischer Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Verbindungselements;

Fig. 2 einen Schnitt entlang der Linie A-A in Fig. 1;

Fig. 3 eine Draufsicht von unten auf den linken Endabschnitt einer Zugstrebe aus Fig. 1; und

Fig. 4 einen Schnitt enlang der Linie B-B in Fig. 1.

Fig. 1 zeigt schematisch die Einbauposition eines erfindungsgemäßen Verbindungselements 1, mit dem eine Kragplatte 2 an einem Wand- oder Deckenteil, beispielsweise einer Innenbetondecke 4, befestigt werden soll. Zur thermodynamischen Entkopplung ist zwischen der Kragplatte 2 und der Innenbetondecke 4 eine Trennfuge 6 ausgebildet, die üblicherweise durch ein (nicht gezeigtes) Isolationsmaterial ausgefüllt ist.

Das Verbindungselement 1 hat eine parallel zur Kragplatten-/Innenbetondecken-Ebene verlaufende Zugstrebe 8 oder Gurte, die über eine Diagonalverbindung 10 mit einem Fußteil 12 verbunden ist. Am Fußteil sind im folgenden noch näher beschriebene Druck-/Schubplatten 14, 16, 18 ausgebildet, die in die Innenbetondecke 4 bzw. die Kragplatte 2 hineinragen.

An den Endabschnitten der Zugstrebe 8 sind Aufnahmen 20 zur Befestigung von Zugeisen 24 ausgebildet. Wie in Fig. 1 des weiteren angedeutet ist, können sowohl in der Kragplatte 2 als auch in der Innenbetondecke 4 senkrecht zur Zeichenebene (Fig. 1) verlaufende Verteilereisen 26 eingebettet werden, über die Kräfte senkrecht zur Zeichenebene übertragbar und auffangbar sind. Demzufolge können durch Zusammenwirken der Zugstrebe 8, der Zugeisen 24, der Diagonalverbindung 10, der Druck-/Schubplatten 14, 16, 18 und gegebenenfalls der Verteilereisen 26 sämtliche zur Abstützung der Kragplatte 2 erforderlichen Stützkräfte auf die Innenbetondecke 4 übertragen werden. Die von der Zugstrebe 8 aufgespannte Ebene verläuft senkrecht zu der durch die Diagonalverbindung 10 definierte Ebene.

Wie insbesondere aus Fig. 4 hervorgeht, ist die Diagonalverbindung 10 durch zwei Parallelschenkel 28, 30 gebildet, die in der Ansicht nach Fig. 4 die U-Schenkel eines U-Blechs sind, dessen Basis das Fußteil 12 bildet. Gemäß Fig. 1 ist das Fußteil 12 gegenüber der Breite jedes Parallelschenkels 28, 30 verbreitert und erstreckt sich etwa in Horizontalrichtung, d. h. parallel zur Deckenebene. Die Diagonalverbindung ist gegenüber der Horizontalen (Fig. 1), d. h. der Achse der Zugstrebe 8 oder der Achse des verbreiterten Fußteils 12 um etwa 50° angestellt. Durch diese Schräganstellung wird gemeinsam mit dem Fußteil 12 und der Zugstrebe 8 ein Fachwerk- oder Gitterträgerelement gebildet, über das bei minimalem Materialaufwand erhebliche Kräfte übertragbar sind. Wie des weiteren aus Fig. 1 hervorgeht, ist die Neigung der Diagonalverbindung 10 so gewählt, daß diese von der Zugstrebe 8 weg hin zu demjenigen Endabschnitt des Fußteils 12 abfällt, der zur Kragplatte 2 hin weist.

Wie des weiteren aus den Fig. 1 und 4 hervorgeht, sind an den offenen Stirnseiten des U-förmigen Fußteils die Druckplatten 14, 16 und die Schubplatte 18 ausgebildet, wobei die Druckplatte 14 an dem Endabschnitt des Fußteils 12 befestigt ist, der in die Innenbetondecke hineinragt, während die Druckplatte 16 und die Schubplatte 18 an dem anderen Endabschnitt des Fußteils 12 befestigt sind, der in die Kragplatte 2 eintaucht. Gemäß Fig. 4 ist die Breite der Druck-/Schubplatten 14, 16 und 18 größer als der Parallelabstand der beiden Parallelschenkel 28, 30 gewählt, so daß die Platten 14, 16, 18 seitlich und auch nach unten (Ansicht nach Fig. 1) überstehen.

Die beiden Druckplatten 14, 16 sind mit einem Winkel von etwa 70° zur Horizontalen (Deckenebene) angestellt, während die Schubplatte 18 mit einem Winkel von etwa 25° angestellt ist. D. h., die Schubplatte 18 ist gegenüber der Druckplatte 16 zur Horizontalen hin geneigt.

Heim gezeigten Ausführungsbeispiel ist es hinreichend, wenn die Schubplatte 18 lediglich am kragplattenseitigen Endabschnitt des Fußteils 12 ausgebildet ist. Des weiteren ist bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel vorgesehen, die Druckplatte 16 und die Schubplatte 18 einstückig aus einem Blechteil auszubilden, das an seinem in Fig. 1 oberen Endabschnitt abgewinkelt ist. Selbstverständlich können jedoch die einzelnen Platten auch als Einzelbauelemente ausgeführt werden. Die Verbindung der Platten 14, 16, 18 mit dem Fußteil 12 und/oder der Diagonalverbindung erfolgt vorteilhafterweise durch Schweißen.

Die Länge (Ansicht nach Fig. 1) des Fußteils 12 ist dabei stets so gewählt, daß die Platten 14, 16 und 18 vollständig in der zugeordneten Innenbetondecke 4 bzw. der Kragplatte 2 eingebettet sind.

Wie insbesondere aus den Fig. 2 bis 4 hervorgeht, ist die Zugstrebe 8 durch zwei im Parallelabstand zueinander stehende Parallelstreben 32, 34 gebildet, die aus Flachstahlabschnitten hergestellt sind. Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist jeweils einer der Parallelschenkel 28, 30 mit einer der Parallelstreben 32 oder 34 - vorzugsweise durch Schweißen - verbunden, so daß die Zugstrebe 8 in optimaler Weise in Horizontalrichtung abgestützt ist.

Wie bereits eingangs erwähnt, ist an jedem Endabschnitt der Zugstrebe 8 bzw. der Parallelstreben 32, 34 eine Aufnahme 20, 22 zur Befestigung der Zugeisen 24 vorgesehen.

Diese Aufnahmen 20, 22 sollen prinzipiell so ausgeführt sein, daß ein Einhängen der Zugeisen nach dem Positionieren des Verbindungselements möglich ist, so daß Zugeisen 24 und Verbindungselement 1 getrennt voneinander gelagert und transportiert werden können. Prinizpiell ist jedwede Halterungsart einsetzbar, die ein nachträgliches Einhängen der Verteilereisen und der Zugbewehrung und eine kraftschlüssige Verbindung gewährleistet.

Bei der in den Fig. 1 bis 4 gezeigten Variante sind die Endabschnitte der Zugstrebe 8 - oder genauer gesagt der beiden Parallelstreben 32, 34 - nach unten (Ansicht nach Fig. 1) hin angewinkelt. Wie aus Fig. 3 hervorgeht, die eine Ansicht von unten auf das in Fig. 1 linke Ende der Zugstrebe 8 darstellt, ist in dem angewinkelten Bereich der Zugstrebe 8 ein Gegenlager 36 befestigt, das in der Ansicht nach Fig. 3 eine U-förmige Draufsicht hat. Die beiden freistehenden Schenkel des Gegenlagers 36 sind auf der Unterseite der zugeordneten Parallelschenkel 28 bzw. 30 befestigt. Die kreisförmig gebogene Basis des Gegenlagers 36 überstreckt die Lücke zwischen den Parallelstreben 32, 34. Die beiden Endabschnitte des Gegenlagers 36 sind an die Neigung der angewinkelten Endabschnitte der Zugstrebe 8 angepaßt und mit diesen verschweißt.

Wie des weiteren insbesondere aus den Fig. 1 und 3 hervorgeht, ist an der Basis des Gegenlagers 36 eine Stützlasche angebracht, auf der das Zugeisen 24 abstützbar ist (siehe Fig. 1).

Gemäß den Fig. 3 und 4 ist die Breite des Gegenlagers 36 etwas geringer als die Gesamtbreite der Zugstrebe 8 gewählt, so daß die nach außen über das Gegenlager 36 überstehenden Randabschnitte der Zugstrebe 8 als Rückhalteabschnitt für die Zugeisen 24 dienen, die eine Bewegung nach oben (in der Ansicht nach Fig. 1) begrenzen.

In den abgewinkelten Endabschnitten der Zugstrebe 8 sind Klemmausnehmungen 42 ausgebildet, die sich jeweils von den Seitenkanten einer Parallelstrebe 32, 34 bis hin zu der benachbarten Seitenwandung des Gegenlagers 36 erstrecken.

Gemäß Fig. 3 sind die beim Ausführungsbeispiel verwendeten Zugeisen U-förmig ausgebildet, wobei die lichte Weite und der Krümmungsradius des U derart gewählt sind, daß die Außenumfangswandung des Gegenlagers 36 vom Zugeisen 24 umgriffen wird und im Einbauzustand die freien Schenkel des Zugeisens 24 die Klemmausnehmungen 42 durchsetzen.

Durch diese Maßnahme kann das Zugeisen 24 formschlüssig in die Aufnahme 20 bzw. 22 eingehängt werden, wobei das Zugeisen durch die Auflagelasche 40 und die benachbarten Randabschnitte der Parallelstreben 32, 34 sowie die Klemmausnehmungen 42 in Vertikalrichtung (Ansicht nach Fig. 1) und durch die Basis des Gegenlagers 36 in Horizontalrichtung (d. h. weg von der Zugstrebe 8) formschlüssig und/oder kraftschlüssig gesichert ist. Die Festlegung in Horizontalrichtung hin zur Diagonalverbindung 10 kann durch geeignete Einsteckclips (nicht gezeigt) erfolgen, die an der in Fig. 1 mit X angedeuteten Position eingefügt werden. Zur Festlegung der Clips kann entweder die Lücke zwischen den beiden Parallelstreben 32, 34 oder eine gesonderte Ausnehmung in der Zugstrebe 8 vorgesehen werden. Die Clips werden so ausgestaltet, daß sie hörbar oder fühlbar in ihre Rastposition einschnappen, in der die Zugbewehrungen festgelegt sind. Dabei kann durch geeignete Konstruktion beim Einschieben des Clips eine Zentrierung der Zugbewehrung erfolgen.

Das Einfügen des Zugeisens 24 erfolgt, indem die Basis von unten in Z-Richtung hinter der Auflagelasche 40 vorbeigeführt wird und dann hin zur Basis des Gegenlagers 36 geschoben wird. Im Anschluß daran werden die beiden U-Schenkel des Zugeisens 24 etwas auseinander gebogen und nach oben bewegt, bis sie in die Klemmausnehmungen 42 einschnappen. Anschließend wird der Clip eingefügt, so daß das Zugeisen 24 formschlüssig in seiner Einbauposition festgelegt ist.

Gemäß Fig. 1 hat das kragplattenseitige Gegenlager 36 eine größere Bauhöhe H als das deckenseitige Gegenlager, so daß das kragplattenseitige Zugeisen 24 in einem größeren Abstand zur Zugstrebe 8 angeordnet ist als das deckenseitige Zugeisen 24 (rechts in Fig. 1). Diese Geometrie ist erforderlich, um die vom Gesetzgeber vorgebenen Betonüberdeckungen sicherzustellen, wobei gefordert ist, daß die Betonüberdeckung kragplattenseitig beispielsweise 3 cm beträgt, während deckenseitig lediglich 2 cm erforderlich sind.

Im Anlieferungszustand werden mehrere Verbindungselemente 1 im Parallelabstand zueinander angeordnet, wobei diese in einem Isolationskörper - beispielweise aus Polystyrol - eingebettet sind. Dieser Isolationskörper hat die Breite der Trennfuge 6 und ist derart ausgestaltet, daß die Druckplatten 14, 16 und die Schubplatte 18 sowie der obere Endabschnitt (Fig. 1) der Diagonalverbindung 10 und die Endabschnitte der Zugstrebe 8 aus dem Polystyrolblock herausstehen.

Der derart vorgefertigte Verbindungskörper (Polystyrolblock und eine Vielzahl von im Parallelabstand zueinander angeordnete Verbindungselemente) wird dann in der vorgesehenen Trennfuge 6 positioniert, anschließend in die Zugeisen 24 eingehängt und dann die Verteilereisen 26 im Kragplattenbereich und im Deckenbereich angeordnet.

Nach dem Ausgießen mit Beton entsteht ein Verbundkörper, bei dem die Verbindungselemente 1 in der in Fig. 1 dargestellten Weise in die Kragplatte 2, die Trennfuge 6 und die Innenbetondecke 4 eingebettet sind.

Durch das Gewicht F der Kragplatte 2 wird dieser Verbundkörper im Bereich der Trennfuge im oberen Abschnitt (Fig. 1) auf Zug beansprucht, wobei diese Zugkräfte durch die Zugstreben 8 aufgenommen werden. Die im unteren Bereich der Kragplatte wirkenden Druckkräfte werden über die Druckplatte 16 und das U-förmige Fußteil 12 sowie die Druckplatte 14 auf die Innenbetondecke übertragen. Die auftretenden Schub- oder Querkräfte (Pfeil Q in Fig. 1) werden über die Schubplatte 18 in das Verbindungselement eingeleitet. Die Diagonalverbindung 10 sorgt dafür, daß die auftretenden Kräfte von der Zugstrebe 8 in idealerweise in das Fußteil 12 eingeleitet werden, dabei wird der ideale Kraftlinienverlauf durch die Schrägstellung der Diagonalverbindung 10 und den Parallelabstand der beiden Parallelschenkel 28, 30 unterstützt.

Durch die Parallelbeabstandung der Parallelschenkel 28, 30 und der beiden Parallelstreben 32, 34 kann der Beton beim Vergießen in die Lücken zwischen diesen Bauelementen und in das Fußteil 12 eintreten, so daß eine sichere Verankerung gewährleistet ist. Auch die Abstützung der Druck- und Zugplatten 14, 16 und 18 ist durch die überstehenden Randabschnitte und die damit verbundenen Hinterschneidungen in optimaler Weise gewährleistet.

Durch die erfindungsgemäße Lösung wird ein Verbindungselement geschaffen, das bei minimalem Materialaufwand eine hochfeste Konstruktion ermöglicht. Durch die Minimierung der Materialanhäufung im Trennfugenbereich wird eine Kältebrückenbildung erheblich vermindert, so daß die erfindungsgemäße Lösung aus thermodynamischer Hinsicht konventionellen Lösungen überlegen ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Verbindungselement zur Verbindung einer Kragplatte (2) mit einem Wand- oder Deckenteil (4), mit einer Zugstrebe (8), an der Zugbewehrungen (24) befestigbar sind, und mit zumindest einem im Abstand zur Zugstrebe (8) angeordneten Druckelement (14, 16, 18) mit einer Druckplatte (16), das über eine gegenüber der Zugstrebe (8) schräg angestellte Diagonalverbindung (10) mit der Zugstrebe verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Druckelement kragplattenseitig eine gegenüber der Druckplatte (16) angestellte Schubplatte (18) trägt.
  2. 2. Verbindungselement nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Diagonalverbindung (10) zumindest zwei Parallelschenkel (28, 30) hat.
  3. 3. Verbindungselement nach Patentanspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Parallelschenkel (28, 30) Schenkel eines U-Teils sind, dessen - vorzugsweise verbreiterte - Basis ein Fußteil (12) zur Abstützung des Druckelements (14, 16, 18) ist.
  4. 4. Verbindungselement nach Patentanspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Druckelement zwei Druckplatten (14, 16) hat, die an den beiden Stirnseiten des Fußteils (12) angeordnet sind, wobei eine Druckplatte dem Kragteil (2) und die andere Druckplatte dem Wandteil (4) zugeordnet ist.
  5. 5. Verbindungselement nach Patentanspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckplatten (14, 16) schräg angestellt sind, so daß ihre Druckaufnahmeflächen zur Zugstrebe (8) hin geneigt sind.
  6. 6. Verbindungselement nach einem der Patentansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Schubplatte (18) einstückig mit der kragplattenseitigen Druckplatte (16) ausgebildet ist.
  7. 7. Verbindungselement nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Neigung der Diagonalverbindung (10) zur kragplattenseitigen Druckplatte (16) hin abfallend ist, wobei der Neigungswinkel vorzugsweise so gewählt ist, daß im Einbauzustand der fußteilseitige Endabschnitt der Diagonalverbindung (10) in einer Trennfuge (6) und der zugstrebenseitige Endabschnitt im Wandteil (4) liegen.
  8. 8. Verbindungselement nach Patentanspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Neigungswinkel etwa 40°-70°, vorzugsweise 50°-60° beträgt.
  9. 9. Verbindungselement nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Zugstrebe (8) zumindest zwei Parallelstreben (32, 34) hat, an deren Endabschnitten Halterungen (20, 22) für die Zugbewehrungen (24) angeordnet sind.
  10. 10. Verbindungselement nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Zugstrebe (8) Halterungen mit U-förmigen Aufnahmen (20, 22) für die Basis von U-Zugbewehrungen (24) hat, deren lichte Weite geringer als die Breite von abgewinkelten Endabschnitten der Zugstrebe (8) ist, wobei in diesen Endabschnitten Klemmausnehmungen (42) vorgesehen sind, in die die Schenkel der U- Zugbewehrungen (24) in Eingriff bringbar sind.
  11. 11. Verbindungselement nach Patentanspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahme (20) am kragplattenseitigen Endabschnitt der Zugstrebe (8) mit Bezug zur Zugstrebe (8) tiefer liegt als die Aufnahme (22) am wandteilseitigen Endabschnitt der Zugstrebe (8).
  12. 12. Verbindungselement nach einem der Patentansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß an jeder Parallelstrebe (32, 34) ein Parallelschenkel (28, 30) der Diagonalverbindung (10) mündet.
  13. 13. Verbindungselement nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Bauelemente aus rostfreiem Stahl hergestellt sind.
  14. 14. Verbindungselement nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Zugstrebe (8) Einrichtungen zum Befestigen von Clips hat, durch die die Zugbewehrungen (24) festlegbar sind.






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