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Dokumentenidentifikation DE19654967C2 16.11.2000
Titel Vorrichtung zur Kuhlenbildung in einem rieselfähigen Material
Anmelder Haslauer, Paul, Salzburg, AT
Erfinder Haslauer, Paul, Salzburg, AT
Vertreter Andrae Flach Haug, 83022 Rosenheim
DE-Anmeldedatum 24.06.1996
DE-Aktenzeichen 19654967
File number of basic patent 19625220.2
Offenlegungstag 16.04.1998
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 16.11.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.11.2000
IPC-Hauptklasse A61H 33/04
IPC-Nebenklasse E04H 1/12   H05B 1/02   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Kuhlenbildung in einem rieselfähigen Material.

Wärmebehandlungen beispielsweise in Form von Packungen, Kräuterbadanwendungen oder auch in Form von Dampf- und Kräuterdampfanwendungen gegebenenfalls auch unter Verwendung von Licht- und Musikeffekten sind bekannt, z. B. teilweise aus der DE 42 15 764 C2.

Schließlich ist aus der DE-AS 10 30 512 eine Anordnung zum Erwärmen von Sandbädern und aus der EP 00 81 254 A1 eine Psammotherapieanlage, namentlich zur Körperbehandlung mittels heißen Sandes, bekannt geworden.

All diesen Anwendungen liegt zugrunde, daß sie nicht nur dem allgemeinen Wohlbefinden und der körperlichen Fitness dienen, sondern daß sie auch die Körperfunktion stabilisierende und stärkende Wirkungen ausüben.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine verbesserte Vorrichtung insbesondere für Behandlungsanlagen mit rieselfähigem Material zu schaffen.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß bezüglich den im Anspruch 1 angegebenen Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

Um insbesondere bei einer nachfolgend auch kurz als Sandbaden bezeichneten Behandlung eine Optimierung durchzuführen, wird erfindungsgemäß eine Vorrichtung zur Kuhlenbildung vorgeschlagen. Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Kuhlenbildung ermöglicht es, auf einer sandigen Fläche möglichst leicht eine Kuhle zu bilden, in der sich ein Gast oder Patient möglichst optimal in rieselfähiges Material hineinlegen kann.

Eine derartige Vorrichtung zur Kuhlenbildung kann zudem mit einer Heizeinrichtung versehen sein, um in der, Kuhle möglicherweise über die Tiefe der Kuhle hinweg sogar eine unterschiedliche Wärmeabgabe zu ermöglichen. Dabei kann der Sand unten in der Kuhle wärmer und oben vergleichsweise kühler sein (also umgekehrt zur Natur). Dazu können Heizeinrichtungen vorgesehen sein, die so gesteuert werden können, daß unterschiedliche Partien des Rückens auf unterschiedliches Temperaturniveau eingestellt werden.

Ein Anwendungsfall, also ein Einsatzzweck der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Durchführung der Kuhlenbildung soll anhand folgender allgemeiner Überlegungen verdeutlicht werden, die nicht Teil der vorliegenden Erfindung sind.

Bekannt ist, daß das Sonnenbaden am Sandstrand am Meer von vielen als höchst angenehm empfunden wird. Es hat sich nunmehr allerdings gezeigt, daß bei einem derartigen "Natur-Sand-Baden" durchaus nachteilige Effekte auftreten, die durch die vorliegende Erfindung überwunden werden.

Es wird nämlich beim Sonnenbaden im Sand als unangenehm empfunden, wenn sich der Sand durch eine zu starke Sonneneinstrahlung zu stark erwärmt hat. Bei zu starker Sonnenbestrahlung jedoch kann der Sand sogar so stark aufgeheizt werden, daß es zu unerwünschten Überhitzungen oder sogar Verbrennungen kommen kann.

Aber selbst bei einer als angenehm empfundenen Aufwärmung des Sandes tritt der nachteilige Effekt ein, daß durch die Schattenbildung des eigenen Körpers die Temperatur im Rücken- und Lendenbereich permanent sinkt, während im Brust- und Bauchbereich durch die gegebenenfalls intensive Sonneneinstrahlung eine als unangenehm empfundene Überwärmung festzustellen ist.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Kuhlenbildung kann beispielsweise in einem Raum eingesetzt werden, auf dessen Boden rieselfähiges Material vorgesehen ist, um beispielsweise für einen Gast eine optimale Wärmebehandlung im Rückenbereich durchzuführen, wobei - was aber ebenfalls nicht Teil der vorliegenden Erfindung ist - bei Bedarf auch noch eine ergänzende Licht- oder Lichteffekt-Bestrahlung zum Einsatz kommen kann, die zum subjektiven und objektiven Wohlbefinden beitragen kann.

Obgleich für die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Kuhlenbildung Sand eine geeignete Form als Untergrund ist, können auch andere Mittel für ein derartiges rieselfähiges Material für sich alleine oder in einer Durchmischung mit Sand eingesetzt werden.

Als vorteilhaft erweist sich die Verwendung von Glas- und/ oder Keramikpartikel. Die Verwendung von feinkörnigem Sand führt zu, einer guten Entschlackungswirkung, da feinkörniger Sand eine größere Oberfläche aufweist. Gröberer Sand bietet eine schlechtere Entschlackung, jedoch eine leichtere Dekontamination, d. h. eine Wiederaufbereitung des Sandes, bevor sich eine nächste Person in den Sand zum Sand- und Lichtbaden legt. Allerdings bietet eine geringere Oberfläche auch geringere Möglichkeiten für eine Anlagerung von Feststoffen, Keimen und Pilzen. Quarzsand wiederum bietet eine sogenannte selektive Sorbtion (besonders eiweißhaltige Schlackstoffe werden angelagert). Die Verwendung von Salz führt zu einer höheren Wasserbindungsfähigkeit und damit beispielsweise zu einer besseren Schweißbindung. Da Salz bekanntermaßen aus einer Vielzahl kleiner Kristalle besteht, wird darüber auch das auftreffende Licht anders als bei Verwendung von Sand reflektiert, wobei die an den Seiten des Körpers aufgehäufte Menge reflektorisch und sekundär- bis unendlich wiederholt den Lichteffekt potentieren kann. Die guten Erfolge der bekannten Sole-Phototherapie werden teilweise mit diesem Effekt erklärt, da die Sole auf der Haut eintrocknet und Kristalle auf der Haut bildet, die in den Hautrillen eigene Reflexionsverhältnisse erzeugen.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigen im einzelnen:

Fig. 1 eine schematische vertikale Querschnittsdarstellung durch eine Anlage mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Kuhlenbildung;

Fig. 2 eine auszugsweise Querschnittsdarstellung entsprechend zu Fig. 1 unter Verwendung einer separaten Trennfolie 29 in der rieselfähigen Schicht;

Fig. 3 eine schematische auszugsweise Querschnittsdarstellung durch einen Liegebereich mit einer Kuhlenbildung-Hilfseinrichtung;

Fig. 4 ein zu Fig. 3 abgewandeltes Ausführungsbeispiel; und

Fig. 5 ein weiteres zur Fig. 2 abgewandeltes Ausführungsbeispiel.

In Fig. 1 ist in schematischer Querschnittsdarstellung eine Anlage zum Sand- und Lichtbaden gezeigt, bei welcher eine Vorrichtung zur Kuhlenbildung eingesetzt wird.

Die Anlage befindet sich beispielsweise in einem Raum 1. Auf dem eigentlichen Raumboden 3 ist eine Heizungseinrichtung 5 vorgesehen. Diese kann eine Vielzahl von einzelnen Heizelementen 5' umfassen, die gegebenenfalls auch einzeln unterschiedlich ansteuerbar sind.

In der Regel ist die Anlage zumindest derart aufgebaut, daß für jeden Sand- und Lichtbadenden 4 - in Fig. 1 ist in schematischer Querschnittsdarstellung nur angedeutet, daß hier drei Personen 4 in Längsrichtung (also senkrecht zur Zeichenebene) im Sand liegen - zur Anpassung an seine individuellen Bedürfnisse oder der für ihn günstigen Behandlungsparameter die für seinen Liegebereich zugeordneten Heizelemente 5' separat von den für die anderen Liegeplätze vorgesehenen Heizeinrichtungen einstellbar ist. Gegebenenfalls können auch für jeden einzelnen Liegeplatz 7 mehrere Heizelemente vorgesehen sein, um unterschiedliche Körperbereiche auf unterschiedliche Wärme einzustellen.

Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Heizeinrichtung 5 nicht direkt auf dem Raumboden 3, sondern auf einer Isolierschicht 9 vorgesehen. Hierfür eignen sich beispielsweise Polyurethan-Isolierplatten. Oberhalb der beispielsweise aus einem Elektroheizregister oder einem Fußbodenheizregister bestehenden Heizeinrichtung 5 bzw. den Heizelementen 5' ist im gezeigten Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 eine dünne Folie 11, in der Regel eine Kunststoffolie verlegt. Oberhalb der Kunststoffolie befindet sich eine rieselfähige Schicht 13, die beispielsweise aus Sand bestehen kann.

Im gezeigten Ausführungsbeispiel sind an den Raumwänden 15 im Bodenbereich separat steuerbare Lampenanlagen 17 vorgesehen. Im Deckenbereich können gekrümmte Spiegel oder Reflektoren 19 oder beispielsweise auch eine oder mehrere von der Wand herabhängende Fig. 20 vorgesehen sein, die an der Oberfläche Licht reflektieren oder beispielsweise auch transparent sind und Lichtstrahlen hindurchlassen und aufgrund ihrer Raumform die Lichtstrahlen unterschiedlich brechen.

An den Wänden selbst können ebenfalls unterschiedliche Reflexionen hervorrufende nicht eben gestaltete Reflektoreinrichtungen 23 vorgesehen sein. Möglich sind auch mit einem Diffusor versehene oder die Lichtstrahlen unterschiedlich brechende Seitenlampenanlagen 25, wie dies in Fig. 1 auf der rechten Seite angedeutet ist. Durch eine unterschiedliche Brechungen und Reflexionen erzeugende zumindest teiltransparente Abschirmung 27 können unterschiedliche Lichtbrechungen und Lichteffekte erzeugt werden.

Die Lampen können so ausgewählt werden, daß ein unterschiedliches, den jeweiligen optimalen Behandlungen entsprechendes Licht-Frequenzspektrum bzw. eine entsprechende Lichtintensität einstellbar ist. Insbesondere auch der Anteil der UV-Strahlung und dabei wiederum des UV-B-Lichtanteils kann entsprechend optimiert eingestellt werden, so daß durch die gewünschte hohe Helligkeit vor allem auch der sogenannten Winter-Depression entgegengewirkt werden kann. Dabei kann der UV-Lichtanteil so eingestellt werden, daß unter Umständen eine gewünschte und als ausreichend empfundene Bräunungswirkung der Haut festzustellen ist, ohne Gefahr zu laufen, daß wie bei zu intensiver Sonneneinstrahlung von Hautverbrennungen und Sonnenbrand entstehen können.

Durch diese Anordnung läßt sich gewährleisten, daß durch jeden Sandbadenden für die gesamte Dauer der Wärmeanwendung im Rücken- und Lendenbereich ein als höchst angenehm empfundener wohltuender konduktiver Wärmetransport aufrecht erhalten wird. Dieser kann über die Dauer der Wärmebehandlung sogar unterschiedlich eingestellt werden, sogar mit beispielsweise leicht ansteigender Tendenz, also gerade umgekehrt wie beim Sonnenbaden am Strand, wo durch die Schattenwirkung des eigenen Körpers die gegebenenfalls hohe Aufheizung des Sandes permanent abnimmt.

Die Lichtstrahlung kann dabei ebenfalls auf die Bedürfnisse optimal so eingestellt werden, daß im Brust- und Kopfbereich eine als höchst angenehm empfundene konvektive Wärme in milder Form spürbar ist. Insbesondere durch den entsprechend vorgewählten Grad der Lichthelligkeit wird in subjektiver Hinsicht ein Gefühl von Wärme auf Brust, Bauch und Kopf vermittelt, und dies, obgleich eine höchst milde Raumtemperatur einstellbar ist. Durch eine separat vorgesehene Raumheizung oder Klimaanlage kann die Lufttemperatur im Raum ebenfalls separat geregelt werden.

Als rieselfähiges Material 13 kann, wie erwähnt, Sand verwendet werden. Aber auch Glaspartikel in entsprechender Körnungsgröße sowie Keramikpartikel kommen in Frage. Mischungen aus Sand, Glas- und/oder Keramikpartikel sind ebenso geeignet.

Als höchst interessant hat sich jedoch die Verwendung eines zumindest ausreichend hohen Anteiles von Salz herausgestellt. Die Verwendung eines Anteiles von mehr als 5%, insbesondere mehr als 10% oder sogar 20%, 30%, 40% oder 50% Anteile von Salz als Beimengung zum Sand führt zur Erzielung hygienischer Verhältnisse nicht nur durch die Wasserbindungsfähigkeit, sondern auch durch die keimtötende Wirkung des Salzes, insbesondere dann, wenn aufgrund der eingestellten Temperaturen eine Schweißbildung festzustellen ist.

Auch die Bildung von Salzkristallen auf der Haut führt aufgrund der vielfachen Reflexionen und Brechungen zu höchst interessanten und noch nicht völlig erforschten Effekten.

Aus Hygienegründen können und sollen jedoch Maßnahmen getroffen werden, damit jeder nächste Besucher eines derartigen Studios hygienische Verhältnisse an den betreffenden Liegebereichen 7 vorfindet.

Diesem Ziel dient u. a. die in Fig. 2 dargestellte Folie 29. Diese ist im mittleren oder oberen Schichtdickenbereich der rieselfähigen Schicht 13 vorgesehen. Dabei kann die Anordnung derart sein, daß sich oberhalb dieser Trennfolie 29 nur eine vergleichsweise dünne Sandschicht 13 befindet, die gegebenenfalls nach Abschluß einer Behandlungsphase ausgewechselt und/oder gereinigt oder dekontaminiert werden muß. Die sich unterhalb dieser Folie 29 befindliche rieselfähige Materialschicht 13 kann durch die Schutzfolie 29 bakteriell nicht in Mitleidenschaft gezogen werden.

Die Reinigung der nach einer Behandlung durchgeführten obersten Sandschicht 13 oberhalb der wasserdichten Trennfolie 29 kann dadurch erfolgen, daß die Folie 29 angehoben und damit die unmittelbar mit dem Körper 4 in Berührung kommende Sandschicht zunächst einmal entfernt wird. Nachdem die Folie 29 erneut oder eine neue Folie 29 ausgebreitet wurde, kann entweder neuer Sand ausgelegt werden oder der zuvor mit dem Körper 4 in Kontakt gekommene Sand gereinigt werden, beispielsweise durch Waschen des Sandes und nachfolgendes Trocknen.

Möglich ist aber auch, daß zwischen den Behandlungsphasen über der obersten Sandschicht 13 eine nochmalige Folie übergelegt wird, nachdem der Sand zuvor zum Dekontaminieren chemisch behandelt wird, indem beispielsweise verdampfende Alkohole auf den Sand gegossen werden. Die darüber gelegte Folie verhindert das sofortige Verdampfen und erhöht die Einwirkdauer. Nach dem Aufrollen der zuobersten Abdeckfolie verdampft der Alkohol allmählich. Nach dem Durchlüften ist der Sand dekontaminiert.

Grundsätzlich möglich wäre auch, eine Reinigung des Sandes durch Abflämmen durchzuführen. Dazu könnte ein Gasbrenner mit einer Flasche verwendet werden, wobei die heiße Flamme auch in die Zwischenräume eindringt. Durch die Konvektion wird der Sand aufgewirbelt, so daß auch noch untere Schichten dekontaminiert werden. Dabei sollte allerdings darauf geachtet werden, daß die erwähnte Folie 29 der Hitzeeinwirkung standhält (oder diese Folie wird zuvor entfernt).

Die anhand von Fig. 2 erwähnte Folie 29 kann auch durch die in Fig. 1 dargestellte Folie 11 gebildet werden, die dann nicht unmittelbar über den Heizeinrichtungen 5, sondern, wie erwähnt, durch die rieselfähige Schicht 13 bevorzugt in deren oberen Schichtbereich verlaufend angeordnet ist. In der Regel wird aber die Folie 11 zur Trennung des rieselfähigen Materials von der Heizeinrichtung S verwendet, wohingegen die zweite Folie 29 dem Ziel dient, daß nur vergleichsweise kleine Mengen des rieselfähigen Materials ausgewechselt oder zum Reinigen entsprechend behandelt werden müssen.

Anhand der von Fig. 1 und 2 allgemein beschriebenen Anlage wird nunmehr erläutert, wie bei einer derartigen Anlage eine Vorrichtung zur Kuhlenbildung integriert ist, die es ermöglicht, in einer ansonsten mehr oder weniger ebenen Sandschicht problemlos eine als angenehm empfundene Kuhle zu bilden.

Anhand von Fig. 3 ist ein Ausführungsbeispiel gezeigt, bei welchem der Bereich unterhalb der in diesem Ausführungsbeispiel wasserdurchlässigen Folie 11 (oder wenn nur eine Folie vorgesehen ist der Folie 11 oder 29) mit Gas oder bevorzugt mit flüssigem, d. h. zumindest fließfähigem Material durchflutet werden kann. Dazu wird hier für die Folie 11 ein Vlies oder Gewebe verwendet. Das Vlies oder Gewebe bietet den Vorteil, daß es zwar gas- oder flüssigkeitsdurchlässig ist, andererseits aber zumindest weitgehend den darüber befindlichen Sand zurückhält, und daß darüber der Sand von der Heizungseinrichtung und den nachfolgend noch erläuterten Zufluß-Abflußrohr ferngehalten wird.

In dem Sandgemisch 13 ist wiederum die erwähnte wasser- undurchlässige, d. h. gegebenenfalls auch gasundurchlässige, Trenn-Folie 29 vorgesehen, wodurch das oberhalb der Folie 29 befindliche trockene, rieselfähige Material 13' von dem darunter befindlichen, durch das nachfolgend beschriebene Verfahren durchnäßbare, rieselfähige Material getrennt ist.

Ferner ist in diesem Ausführungsbeispiel ein Tank 33 vorgesehen, der mit einer Pumpe 35 in Reihe geschaltet ist, wobei ein Pumpenauslaufrohr 37 zu dem Folienunterraum 39 und ein weiteres Zuführrohr 41 vom Folienunterraum 39 wiederum zum Tank 33 führt.

Durch entsprechendes Fluten des Raumes unterhalb der Trennfolie 29 kann ein Behandlungsbereich, d. h. ein Liegeplatzbereich 7, so ausreichend mit fließfähigem Medium versorgt und der unterhalb der Folie 29 befindliche Sand (oder das verwendete rieselfähige Material) so durchflutet und gegebenenfalls geschlämmt werden, daß eine Person aufgrund ihres Gewichtes automatisch entsprechend tief einsinkt und dadurch eine tiefere Kuhle bildet und in diese gleitet. Durch den Druck des flüssigen Mediums übt die Folie 11 oder 29 auch auf den Seitenbereich des Körpers Druck aus und drückt das oberhalb der Folie 11 oder 29 befindliche rieselfähige Material an den Seitenbereich des Körpers 4 an. Anschließend kann das fließfähige Material wieder unterhalb des Liegeplatzes 7 abgepumpt werden, damit eine stabile und feste Auflage geschaffen wird.

Dadurch wird eine automatische Kuhlenbildung ermöglicht. Um die entsprechende Kuhlenbildung mit der vorstehend erläuterten Einrichtung zu erleichtern, können die Liegeplatz-Bereiche 7 auch mit einer umlaufenden und eine ausreichende Höhe aufweisenden Wandung 43 versehen sein, um für jeden einzelnen Liegeplatz 7 eine entsprechende Flutung in ausreichender Höhe zur Erleichterung durchzuführen. Ansonsten kann die Flutung für alle Liegeplätze gemeinsam durchgeführt werden, nachdem alle Personen ihren Liegeplatz eingenommen haben.

Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 4 wird an sich ein vergleichbares Prinzip angewendet. Unterschiedlich zu dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 ist lediglich, daß die an sich feste Liegefläche durch eine absenkbare und anhebbare Plattform 47 gebildet ist. In üblicher Wärmebehandlungs- Liegestellung ist die Plattform 47 beispielsweise über einen hydraulisch betätigbaren Hubkolben 49 soweit angehoben, daß eine feste Grundfläche geschaffen ist, auf der sich die Heizeinrichtung, die zumindest eine Folie 29 oder das Vlies/Gewebe 11 und die Folie 29 und das entsprechende rieselfähige Material befinden.

Unterhalb der Ebene der Plattform 47 befindet sich bevorzugt flüssiges, d. h. zumindest fließfähiges Material 51. Um die Kuhlenbildung zu erleichtern, wird bei diesem Ausführungsbeispiel die Plattform 47 in das fließfähige Material abgesenkt, so daß auf diese Weise durch das Gewicht der betreffenden Person wieder der entsprechende Flüssigkeitsdruck auf den Seitenbereich des Körpers erzeugt werden kann, so daß das dort befindliche rieselfähige Material auf den Körper zu angedrückt wird und diesen auch im Seitenbereich optimal umgibt. Dabei kommt es zu einem entsprechenden Materialtransport oberhalb der Plattform derart, daß die entsprechende Kuhle ausgebildet ist und auch beim Anheben der Plattform 47 mehr oder weniger verbleibt.

Grundsätzlich könnte aber auf jede wasserdichte Folie 29 und sogar die in Fig. 2 gezeigte wasserdurchlässige Folienanordnung oder das dort wiedergegebene Vlies, Gewebe etc. verzichtet werden. In diesem Falle würde der Sand je nach Flutungshöhe u. U. vollständig gebessert werden, wodurch eine Kuhlenbildung, ähnlich wie am Sandstrand am Meer unter Einwirkung der Wellen, erfolgen kann.

Dabei kann die Einrichtung zur Kuhlenbildung gemäß Fig. 3 oder 4 so ausgebildet sein, daß für jeden Liegeplatz eine eigene Einrichtung zur Kuhlenbildung vorgesehen ist, oder aber, daß die Einrichtung zur Kuhlenbildung für alle Liegeplätze gemeinsam zuschaltbar ist, daß also, wie im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3, für alle Liegeplätze die Flutung des Bereichs unterhalb der Folie 29 erfolgt und im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 4 lediglich eine Plattform vorgesehen ist, die für alle Liegeplätze gemeinsam angehoben oder abgesenkt wird.

Anhand von Fig. 5 ist eine weitere Maßnahme zur Unterstützung der Kuhlenbildung gezeigt. Dieses Ausführungsbeispiel entspricht an sich dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 2. Ergänzend ist dort für jeden Liegeplatz einzeln oder für alle Liegeplätze gemeinsam eine Rüttlereinrichtung 51 vorgesehen. Im gezeigten Ausführungsbeispiel besteht diese aus einem Exzenter-Rüttler 51a, der benachbart - vorzugsweise in Längsrichtung des Liegeplatzes verlaufend - jeweils eine Exzenterrolle 53 aufweist, die über ein bevorzugt mit gewissen Erhebungen oder Noppen 54 versehenes Netz verbunden ist. Durch Teilrotationsbewegung der Exzenterrollen 53 wird dadurch die netzartige Verbindung 55 im rieselfähigen Material verlaufend hin- und herbewegt, wobei durch die erzeugte Körnchenbewegung des rieselfähigen Materials der Körper in dieses Material zunehmend hineinsinkt. Die Schaltung kann beispielsweise durch den Gast selbst betätigt werden. Dabei können, wie erläutert, für jeden Liegeplatz einzeln ansteuerbare Rüttler vorgesehen sein, oder aber eine Rütteleinrichtung für alle Liegeplätze oder mehrere Liegeplätze gemeinsam. Darüber hinaus können auch pro Liegeplatz unterschiedlich ansteuerbare Rüttler vorgesehen sein. Dabei ließe sich z. B. erzielen, daß der Becken- und Oberkörperbereich tiefer in das rieselfähige Material einsinken, um zielgerichtet dort eine stärkere Überwärmung zu ermöglichen, während z. B. die Beine oben auf dem Sand liegen bleiben, da in diesem Bereich ein Rüttler nicht vorgesehen oder nicht zugeschaltet wird. Insbesondere dort ist die Bewärmung durch die Wärmeabgabe an die Luft geringer. Dies führt in der Regel zu einer besseren Verträglichkeit.

Anstelle des erwähnten Exzenter-Rüttlers 53 können aber auch andersartig aufgebaute Rütteleinrichtungen, beispielsweise vergleichbar einem Betonrüttler, vorgesehen sein, beispielsweise auch in Form von durch das rieselfähige Material verlaufende Längsstäbe, die mit in Umfangsrichtung sitzenden Erhebungen zur Erzeugung einer Rüttelbewegung zu sehen sind.

Mit einer derartigen Anlage kann also die gewünschte Wärme- und Lichtbehandlung durchgeführt werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zur Kuhlenbildung in einem rieselfähigen Material (13), wobei die Vorrichtung zur Kuhlenbildung eine Flutungseinrichtung umfaßt, mit der zumindest ein Teilbereich, d. h. eine Teilhöhe, der rieselfähigen Schicht (13) mit einem gasförmigen und/oder flüssigen, d. h. zumindest fließfähigen, Medium spülbar ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest eine untere rieselfähige Schicht (13'') mittels eines gasförmigen oder flüssigen Mediums zur Unterstützung einer Kuhlenbildung beflutbar ist.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Pumpe (35) vorgesehen ist, wodurch der Folienunterraum (39) unterhalb einer zumindest einen Teil der rieselfähigen Schicht (13'') überdeckenden wasserdichten Folie (29) mit einem flüssigen Medium spülbar ist, und einem Ablaufrohr (41) zum Ablauf des Mediums nach erfolgter Kuhlenbildung, vorzugsweise in einem mit der Pumpe (35) verbundenen Tank (33).
  4. 4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß oberhalb einer Heizungseinrichtung (5) bzw. oberhalb von Heizelementen (5') eine gas- und/oder flüssigkeitsdurchlässige Folie, Vlies und/oder Gewebe zur Flutung der unterhalb der Trenn-Folie (29) befindlichen Schicht des rieselfähigen Materials (13'') vorgesehen ist.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine anheb- und absenkbare Plattform (47) vorgesehen ist, wodurch zur Erzielung einer Kuhlenbildung beim Absenken der Plattform (47) ein darunter befindliches flüssiges Medium (51) eine Flutung zumindest einer unteren rieselfähigen Schicht (13''), vorzugsweise unterhalb einer vorgesehenen Trennfolie (29) bewirkbar ist, und daß durch Anheben der Plattform (47) die zuvor erfolgte Kuhlenbildung stabilisierbar ist.
  6. 6. Vorrichtung insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß im rieselfähigen Material (13) oder darunter eine Rütteleinrichtung zur Kuhlenbildung vorgesehen ist.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß diese aus einer Rütteleinrichtung (51) besteht, die für Teile eines einzelnen Liegeplatzes (7), für einen gesamten Liegeplatz (7) und/oder für mehrere Liegeplätze (7) insgesamt oder für Teile mehrerer Liegeplätze vorgesehen ist.
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Rütteleinrichtung (51) nach Art eines Beton-Rüttlers gebildet ist.
  9. 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das rieselfähige Material zumindest aus einer oder mehreren der Materialkomponenten an Glaspartikel, Keramikpartikel und gegebenenfalls Sand besteht.
  10. 10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Salzanteil am volumen- oder gewichtsmäßigen Gesamtanteil des rieselfähigen Materials (13) höher als 5%, insbesondere höher als 20% ist.






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