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Dokumentenidentifikation DE19832697C2 16.11.2000
Titel Vorrichtung und Verfahren zur Reduktion von Schwingungen längs einer Schwingungsausbreitung, insbesondere in einem Hubschrauber
Anmelder Eurocopter Deutschland GmbH, 80993 München, DE
Erfinder Zeller, Siegfried, 85667 Oberpframmern, DE
DE-Anmeldedatum 21.07.1998
DE-Aktenzeichen 19832697
Offenlegungstag 03.02.2000
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 16.11.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.11.2000
IPC-Hauptklasse B64C 27/51

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Reduktion von Vibrationen einer Struktur längs einer Schwingungsausbreitung, insbesondere in einem Hubschrauber, bei der sich zwei Schwingkörper der Masse m1 und m2 an den Enden einer Feder befinden, wobei die Feder und/oder die Schwingkörper derart ausgebildet sind, daß die Resonanzeigenschaften in einem für die Reduktion der Vibrationen maßgeblichen Bereich über Aufnahme von Parametern und Umrechnung dieser zu Stellgrößen variabel einstellbar sind, sowie ein Verfahren zur Reduktion von Vibrationen einer Struktur.

Zellenstrukturen von Hubschraubern unterliegen merklichen Vibrationen. Diese werden z. B. durch die Rotation des Hauptrotors verursacht und verlaufen unter anderem auch längs einer Schwingungsausbreitungsrichtung im Innenraum der Kabine. Insbesondere sind sie für die Kabinenvibrationen am Pilotensitz verantwortlich, was zu einer wesentlichen Beeinflussung des Piloten führt.

Zur Reduktion der Vibrationen werden am Hauptrotor üblicherweise Vibrationstilger verwendet, mit denen zwar statische Kräfte übertragen, Vibrationen aber herausgefiltert werden können. Aus EP 0519786 B1 ist ein derartiger Vibrationstilger bekannt. Dieser besteht im wesentlichen aus zwei koaxial liegenden Gehäusen, zwischen denen elastische Rückholmittel angebracht sind, die die beiden Gehäuse miteinander verbinden.

Bei dem bekannten Vibrationstilger besteht das Problem, daß das Gesamtgewicht des Hubschraubers merklich erhöht wird. Außerdem können derartige Schwingungstilger aufgrund der ständig ändernden Drehzahl des Hauptrotors keine optimale Wirkung entfalten, da sich die Fähigkeiten zur Tilgung von Vibrationen mit variierenden Schwingungsdauern bei den bekannten Vibrationstilgern nicht mit der notwendigen Geschwindigkeit anpassen lassen. Hinzu kommt, daß der Aufbau sehr komplex ist.

FR-OS 2 747 098 offenbart eine Vorrichtung, bei der zur Reduktion von Vibrationen Schwingkörper an einer Feder angebracht sind und die Feder und/oder die Schwingkörper derart ausgebildet sind, daß deren Resonanzeigenschaften variabel einstellbar sind, indem Parameter aus der Struktur aufgenommen werden und zu Stellgrößen zur Veränderung der Resonanzeigenschaften umgerechnet werden.

Nachteilig wirkt sich bei einer derartigen Vorrichtung aus, daß Parameter, wie Beschleunigung, Spannung oder Kräfte, die an der Struktur aufgenommen werden, nur über komplizierte Algorhythmen in Steilsignale umgewandelt werden können. Dafür sind aufwendige Mikroprozessoren notwendig.

Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zur Reduktion von Vibrationen einer Struktur zu schaffen, die einfach aufgebaut ist und mit der es möglich ist, Vibrationen mit ständig variierenden Schwingungsdauern wirksam zu reduzieren. Außerdem soll die Vorrichtung leicht am vibrationsfrei zu haltenden Ort, z. B. dem Pilotensitz in der Kabine, angebracht werden können.

Zur Lösung der Aufgabe besitzt eine Vorrichtung der eingangs beschriebenen Art erfindungsgemäß an den Schwingkörpern und im Fußpunkt, d. h. im mittleren Bereich der Feder, Mittel zur Messung der Bewegung, um in Abhängigkeit der Phasendifferenz zwischen den schwingkörperseitigen Bewegungen und der fußpunktseitigen Bewegung die Resonanzeigenschaften zu verändern.

Zur Regelung der Resonanzeigenschaften der Vorrichtung sind Mittel an den Schwingkörpern und in der Mitte, d. h. im Fußpunkt, der Feder angebracht, mit denen die Bewegung dieser Komponenten relativ zur Umgebung aufgenommen werden. Abhängig von der Phasendifferenz zwischen der Schwingung des Schwingkörpers der Masse m1 und der Schwingung des Fußpunktes einerseits und der Phasendifferenz zwischen der Schwingung des Schwingkörpers der Masse m2 und des Fußpunktes andererseits verändern daraus abgeleitete Stellgrößen die Resonanzeigenschaften des Feder/Masse- Systems so lange, bis die Absorption der Vibrationen durch die Vorrichtung, d. h. die Reduktion der Vibrationen der Struktur, maximal ist.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung reduziert die auftretenden Vibrationen in einem weiten Frequenzspektrum. Dabei paßt sie sich den dauernd wechselnden Frequenzen selbständig und schnell an. Sie ist kompakt und läßt sich aus diesem Grund auch leicht innerhalb der Kabine, z. B. neben dem Pilotensitz anbringen, um diesen Bereich vibrationsfrei zu halten.

Zur Bestimmung der Phasendifferenz zwischen den Bewegungen der Schwingkörper und der Bewegung des Fußpunktes enthält die Vorrichtung bevorzugt Phasendetektoren mit einem Regelausgang, der mit den dort abgegebenen Stellgrößen in Abhängigkeit der von den Detektoren festgestellten Phasendifferenzen die Resonanzeigenschaften ändert. Somit ist über die Phasendetektoren ein Regelkreis ausgebildet, der an den verschiedenen Positionen die Schwingungen des Feder/Masse-Systems über die Mittel zur Messung der Bewegung aufnimmt, in den Phasendetektoren vergleicht und über die Regelausgänge so lange die Resonanzeigenschaften ändert, bis die Reduktion der Vibrationen der Struktur optimal ist. Bei den Phasendetektoren handelt es sich vorteilhafterweise um Multiplexer mit Regelausgang.

Bevorzugt findet auch ein Vergleich der Bewegungen der Schwingkörper untereinander statt, indem an den Schwingkörpern angebrachte Mittel die Bewegung der Schwingkörper aufnehmen, um in Abhängigkeit der Amplitudendifferenz der Bewegungen die Resonanzeigenschaften des Feder/Masse-Systems zu verändern, bis die Unterschiede der beiden Schwingungsamplituden sich in einem vorgegebenen Intervall befinden.

Werden Mittel zur Messung der Bewegung eingesetzt, sind diese vorzugsweise als Beschleunigungssensoren ausgebildet. Es sind aber durchaus auch andere Detektoren einsetzbar, mit denen es möglich ist, die beschleunigten Bewegungen der Schwingkörper, d. h. die Schwingungen, aufzunehmen. Bei gleichzeitiger Messung der Bewegung der Schwingkörper zur Ermittlung der Phasendifferenz und Messung der Bewegung der Schwingkörper zur Ermittlung der Amplitudendifferenz ist an jedem Schwingkörper nur ein Mittel zur Messung der Bewegung angebracht, gleichbedeutend damit, daß für beide Messungen nur ein Beschleunigungssensor ausgebildet ist und die Signale der Beschleunigungssensoren sowohl für den Phasenvergleich als auch für den Amplitudenvergleich Verwendung finden.

Bevorzugt werden Amplitudenregler mit einem Regelausgang in der Vorrichtung eingesetzt, um die Amplitudendifferenz zwischen den Bewegungen der beiden Schwingkörper der Masse m1 und m2 zu bestimmen. Die über den Ausgang in Abhängigkeit der vom Amplitudenregler festgestellten Amplitudendifferenz abgegebenen Stellgrößen verändern daraufhin die Resonanzeigenschaften des Feder/Masse-Systems. Der hier über den Amplitudenregler ausgebildete Regelkreis nimmt die Bewegungen der Schwingkörper auf und vergleicht die Amplituden der Schwingungen mit einem Sollwert bzw. einem Sollwertintervall, woraufhin der Regelausgang des Amplitudenreglers die Resonanzeigenschaften so lange ändert, bis die gemessene Amplitudendifferenz den vorgegebenen Wert erreicht bzw. im vorgegebenen Intervall liegt. Bei dem Amplitudenregler handelt es sich vorteilhaft um einen Komparator mit Regelausgang.

Bei gleichzeitiger Regelung der Resonanzeigenschaften über die Phasendifferenz zwischen den Bewegungen der Schwingkörper und des Fußpunktes der Feder und Regelung über die Amplitudendifferenz zwischen den Bewegungen der Schwingkörper enthält die Vorrichtung vorzugsweise ein Logikbauteil, welches die Stellgrößen aus den beiden Regelkreisen aufnimmt und zu Gesamtstellgrößen zur Veränderung der Resonanzeigenschaften zusammenfaßt.

Die Veränderung der Resonanzeigenschaften des Feder/Masse-Systems können über Modifikationen an der Feder oder dem Federmaterial vorgenommen werden, um die Federkonstante und somit die Resonanzeigenschaften der Feder direkt zu beeinflussen bzw. zu verändern. Vorteilhaft ist es aber, wenn zumindest Massenanteile Δm1 und Δm2 der Schwingkörper der Massen m1 und m2 längs der Schwingungsausbreitungsrichtung verschiebbar angebracht sind. Durch diese Verlagerung der Massenschwerpunkte der Schwingkörper verändern sich die Schwingungseigenschaften des Feder/Masse-Systems der Vorrichtung, was zu einer Änderung der Resonanzeigenschaften führt. Natürlich ist es auch möglich, die gesamten Schwingkörper der Masse m1 und m2 längs der Schwingungsausbreitungsrichtung zu verschieben.

Zur Verschiebung der Massenanteile Δm1 und Δm2 können beliebige Mittel beitragen, bevorzugt verschieben aber Verstelleinrichtungen die Massenanteile längs der Schwingungsausbreitungsrichtung, so daß sich abhängig von der durch die Verstelleinrichtung vorgegebenen Stellung der Massenanteile Δm1 und Δm2 die Schwerpunkte der Schwingungskörper nach außen bzw. nach innen verschieben. Selbiges gilt natürlich auch für die Verschiebung der gesamten Schwingkörper der Massen m1 und m2.

Vorteilhaft handelt es sich bei den Verstelleinrichtungen um Steppermotoren, die über Spindelantriebe das Verschieben der Massenanteile Δm1 und Δm2 bzw. der gesamten Schwingkörper der Massen m1 und m2 bewerkstelligen.

Durch den Einsatz von Steppermotoren ist die jeweilige Stellung des Motors bekannt und kann gezielt verändert werden. Die Spindelantriebe wandeln die Rotationsbewegung der Steppermotoren in eine lineare Verschiebung der Massenanteile bzw. der gesamten Schwingkörper entlang der Schwingungsausbreitungsrichtung um. Eine gezielte Veränderung der Stellung der Motoren verschiebt somit die Massenanteile in die gewünschte Richtung um eine vorgegebene Strecke.

Der folgende Teil der Beschreibung bezieht sich auf ein Verfahren zur Reduktion von Vibrationen längs einer Schwingungsrichtungsrichtung, insbesondere in einem Hubschrauber.

Die Aufgabe der Erfindung soll weiterhin sein, ein Verfahren zur Reduktion von Vibrationen längs einer Schwingungsausbreitungsrichtung bereitzustellen, mit der insbesondere in einem Hubschrauber durch einfache Art Vibrationen mit ständig variierenden Schwingungsdauern wirksam reduziert werden.

Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren der vorbeschriebenen Art, erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, daß die Bewegung zweier an den Enden einer Feder angebrachten Schwingkörper der Masse m1 und m2 und die Bewegung des mittleren Bereiches der Feder, d. h. des Fußpunktes, aufgenommen werden und die Resonanzeigenschaften des Systems aus Feder und Schwingkörper in Abhängigkeit der Phasendifferenz zwischen den masseseitigen Bewegungen und der fußpunktseitigen Bewegung bis zum Erreichen eines Zielwerts der Phasendifferenz über Stellgrößen verändert werden.

Es ist von Vorteil, wenn der Zielwert der Phasendifferenz bei 90° eingestellt wird, da unter normaler Versuchsdurchführung hier ein Maximum an Reduktion der Vibrationen erreicht wird. Allerdings können auch Umstände vorliegen, die es notwendig machen, daß der Zielwert der Phasendifferenz auf einen anderen Wert als 90° eingestellt wird.

Bevorzugt werden auch die Bewegungen der Schwingkörper aufgenommen und die Resonanzeigenschaften in Abhängigkeit der Amplitudendifferenz zwischen den Bewegungen der Schwingkörper über Stellgrößen verändert, bis die gemessene Amplitudendifferenz einen eingestellten Sollwert erreicht oder innerhalb eines Sollwertintervalls liegt.

Bei gleichzeitiger Regelung der Resonanzeigenschaften über die Messung der Phasendifferenz zwischen den Bewegungen der Schwingkörper und der Bewegung des Fußpunktes der Feder und über die Messungen der Amplitudendifferenz zwischen den Bewegungen der Schwingkörper ist es zwar möglich, daß die Regelungen nacheinander durchgeführt werden, vorteilhaft ist es aber, die aus den verschiedenen Messungen resultierenden Stellgrößen zu Gesamtstellgrößen zusammenzufassen, womit eine Beeinflussung der beiden Regelungen untereinander unterbunden wird, bei der unterschiedliche Änderungen der Resonanzeigenschaften nacheinander abgearbeitet werden.

Bei einer Zusammenfassung der verschiedenen Stellgrößen zu einer Gesamtstellgröße wird die Regelung der Resonanzeigenschaften aus der Messung der Phasendifferenz vorteilhafter Weise so lange ausgesetzt, wie eine Regelung aus der Messung der Amplitudendifferenz stattfindet. Dabei wird der anstehende Regelvorgang aus dem gemessenen Phasenvergleich ausgesetzt und nicht anschließend abgearbeitet, da eine Regelung aus dem Amplitudenvergleich Einfluß auf eine Regelung des Phasenvergleichs haben kann, so daß diese Regelung wieder eingesetzt wird, wenn der Amplitudenabgleich abgeschlossen ist.

Die Erfindung wird im folgenden anhand zweier in Zeichnungen dargestellter Ausführungsbeispiele näher beschrieben, aus denen sich weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorzüge ergeben.

Es zeigt

Fig. 1 eine in einem Diagramm dargestellte erfindungsgemäße Vorrichtung zur Reduktion von Vibrationen längs einer Schwingungsausbreitungsrichtung mit einer Regelung über die Messung der Phasendifferenz,

Fig. 2 eine Ausführungsform gemäß Fig. 1 mit einer zusätzlichen Regelung über die Messung der Amplitudendifferenz.

Fig. 1 zeigt eine Vorrichtung 1 zur Reduktion von Vibrationen in einer Struktur längs an einer Schwingungsausbreitungsrichtung I-II. Hierbei handelt es sich um eine als Blattfeder ausgebildete Feder 10 an deren Enden sich zwei Schwingkörper der Massen m1 und m220, 20' befinden, um ein Feder/Masse- System zu bilden, das durch die Vibrationen in Resonanz gebracht wird, wodurch diese in der Struktur reduziert werden.

Die Schwingkörper 20, 20' sind derart ausgebildet, daß Massenanteile (21, 21') Δm1 und Δm2 über Spindelantriebe 22 bzw. 22' längs der Achse I-II relativ zur Feder verschoben werden, um die Resonanzeigenschaften zu verändern. Die Hauptmassenanteile 23, 23' der Schwingkörper 20, 20' verändern ihre Position bezüglich der Feder nicht und dienen gleichzeitig zur Aufnahme der Spindelantriebe 22, 22' auf der masseseitigen Seite. Auf der jeweils gegenüberliegenden Seite der Massenanteile 21, 21' werden die Spindelantriebe 22, 22' von Motoren 24, 24' aufgenommen, die gleichzeitig für den Antrieb der Spindelantriebe 22, 22' und somit für ein Verschieben der Massenanteile 21, 21' sorgen. Somit bilden die Motoren 24, 24' über die von diesen angetriebenen Spindelantriebe 22, 22' einen Übergang zu den Hauptmassenanteilen 23, 23', wobei die Massenanteile 21, 21' auf Spindelantrieben, d. h. den Verbindungen, durch Drehung dieser längs der Schwingungsausbreitungsrichtung verschoben werden. Eine Veränderung der Resonanzeigenschaften kann aber auch dadurch umgesetzt werden, daß die gesamten Schwingkörper 20, 20' längs der Schwingungsausbreitungsrichtung I-II verschoben werden. Hierzu müssen allerdings Aufhängungspunkte für die Spindelantriebe 22, 22' auf den den Motoren 24, 24' abgewandten Seiten an der Feder angebracht werden, da die Hauptmassenanteile 23, 23' entfallen.

Zur Aufnahme der Bewegung und somit zur Bestimmung der aktuellen Resonanzeigenschaften des Systems aus Feder 10 und Schwingkörper 20, 20' sind am Fußpunkt 11 der Feder 10 und an den Schwingkörpern 20, 20' Beschleunigungssensoren 30, 31, 32 angebracht. Die Signale 30', 32' der Bewegungen der schwingkörperseitigen Beschleunigungssensoren 30, 32 werden jeweils in einem Phasendetektor 40 und 41 mit Regelausgang 40a bzw. 41a mit dem Signal 31' der Bewegung des fußpunktseitigen Beschleunigungssensors 31 verglichen. Die Phasendetektoren 40, 41 überprüfen die Phasenlage zwischen dem am Fußpunkt 11 befestigten Beschleunigungssensors 31 mit jeweils einem schwingkörperseitigen Beschleunigungssensor 30 bzw. 32. Über die Regelausgänge 40a, 41a geben die Phasendetektoren die Ausgangssignale 40' bzw. 41' aus, die über Signalverstärker 50, 51 in Stellgrößen für die Motoren 24, 24' verstärkt werden. Selbstverständlich kann bei Phasendetektoren mit hoher Ausgangsleistung auf Signalverstärker verzichtet werden.

Stellt ein Phasendetektor 40 bzw. 41 eine Abweichung von der eingestellten Phasendifferenz von 90° zwischen den jeweiligen schwingkörperseitigen Bewegungen und der fußpunktseitigen Bewegung fest, so steuert er über die Ausgangssignale 40', 41' d. h. die Stellgrößen 50', 51' so lange den der abweichenden schwingkörperseitigen Bewegung zugeordneten Motor 24 bzw. 24' an und verschiebt somit über die Spindelantriebe 22 bzw. 22' die Massenanteile 21 bzw. 21', bis die Resonanzeigenschaften sich soweit geändert haben, bis die Phasendifferenz 90° beträgt.

Die in Fig. 2 dargestellte Ausführungsform enthält neben der in Fig. 1 beschriebenen Regelung über die Phasendifferenz zwischen der schwingkörperseitigen Bewegung und der fußpunktseitigen Bewegung eine zusätzliche Regelung über die Amplitudendifferenz der schwingkörperseitigen Bewegung.

Diese zusätzliche Regelung verringert den möglichen Fehler unter Extrembedingungen, der durch eine Beeinflussung beider Schwingkörper 20, 21 in ihrer Bewegung über die Feder 10 untereinander und bei einer alleinigen Regelung über die Phasendifferenz zu einem unkorrekten Abgleich führen kann.

Für diese zusätzliche Regelung vergleicht ein Amplitudenregler 60 mit Regelausgang 60a die Signale 30' und 32' der Bewegungen der schwingpunktseitigen Beschleunigungssensoren 30, 32 untereinander. Unterscheiden sich die Amplituden der beiden Schwingungen um mehr als 10%, so reagiert der Amplituderegler 60 über seinen Regelausgang 60a mit einem Regelsignal 60', um die Amplituden wieder in das vorgegebene Intervall zu bringen. Um Beeinflussungen der Regelung über die Phasendifferenz und über die Amplitudendifferenz zu unterbinden, werden die Ausgangssignale 40', 41' aus den Phasendetektoren 40, 41 und das Regelsignal 60' in einem Logikbaustein 70 zusammengefaßt, welches mit Ausgangsgrößen 70' bzw. 70" reagiert. Diese Ausgangsgrößen 70', 70" werden über Signalverstärker 50, 51 in Gesamtstellgrößen 50", 51" für die Motoren 24, 24' an den Schwingkörpern 20, 20' verstärkt. Liegen die Amplituden der beiden schwingkörperseitigen Bewegungen innerhalb des vorgegebenen Intervalls, so gibt der Amplitudenregler 60 kein Regelsignal 60' über den Regelausgang 60a aus, was dazu führt, daß die Ausgangssignale 40', 41' ohne Beeinflussung durch den Logikbaustein geführt werden.

Bei einer Abweichung der Amplituden aus dem vorgegebenen Intervall werden die Ausgangssignale 40', 41' der Phasendetektoren 40, 41 im Logikbaustein 60 solange unterdrückt, wie die Regelung über den Amplitudenregeler 60 aktiv ist. Dabei gibt der Logikbaustein Ausgangsgrößen 70', 70" aus, die einen Motor 24 bzw. 24' so ansteuern, daß die zuletzt ausgeführt Bewegungsrichtung umgekehrt wird und ein Massenanteil 21 bzw. 21' so lange in diese Richtung verschoben wird, bis die Regelung durch den Amplitudenregler 60 stoppt und die Regelung über die Phasendetektoren wieder einsetzt, weil die Amplituden der Bewegungen der Schwingkörper 20, 20' im vorgegebenen Intervall liegen. Über eine derartige Regelung durch zwei kombinierte Regelkreise lassen sich eventuelle Regelfehler möglichst gering halten.

Die Vorrichtung die hier für den Einsatz in einem Hubschrauber beschrieben wurde und über den Fußpunkt der Feder am Pilotensitz befestigt werden kann, kann aber aufgrund der kompakten Bauweise überall dort eingesetzt werden, wo Vibrationen längs einer Schwingungsausbreitungsrichtung in einem System gedämpft werden sollen, was auch z. B. im Automobilbau notwendig sein kann.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung (1) zur Reduktion von Vibrationen einer Struktur längs einer Schwingungsausbreitung, insbesondere in einem Hubschrauber, bei der sich zwei Schwingkörper (20, 20') der Masse m1 und m2 an den Enden einer Feder (10) befinden, wobei die Feder (10) und/oder die Schwingkörper (20, 20') derart ausgebildet sind, daß die Resonanzeigenschaften in einem für die Reduktion der Vibrationen maßgeblichen Bereich über Aufnahme von Parametern und Umrechnung dieser zu Stellgrößen (50', 51') variabel einstellbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß an den Schwingkörpern (20, 20') und im Fußpunkt (11), d. h. im mittleren Bereich der Feder (10) Mittel zur Messung der Bewegung angebracht sind, um in Abhängigkeit der Phasendifferenz zwischen den schwingkörperseitigen Bewegungen und der fußpunktseitigen Bewegung die Resonanzeigenschaften zu verändern.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Messung der Phasendifferenz Phasendetektoren (40, 41) mit Regelausgang (40a, 41a) für die Stellgrößen ausgebildet sind.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Phasendetektoren (40, 41) mit Regelausgang (40a, 41a) als Multiplexer mit Regelausgang ausgebildet sind.
  4. 4. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorausgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an den Schwingkörpern (20, 20') weitere Mittel zur Messung der Bewegung angebracht sind, um in Abhängigkeit der Amplitudendifferenz der schwingkörperseitigen Bewegungen die Resonanzeigenschaften über Stellgrößen (50', 51') zu verändern.
  5. 5. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorausgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel zur Messung der Bewegung als Beschleunigungssensoren (30, 31, 32) ausgebildet sind.
  6. 6. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorausgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zur Messung der Amplitudendifferenz ein Amplitudenregler (60) mit einem Regelausgang (60a) für die Stellgrößen ausgebildet ist.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Amplitudenregler (60) mit Regelausgang (60a) als Komparator mit Regelausgang ausgebildet ist.
  8. 8. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorausgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Logikbauteil (70) die Stellgrößen aus der Regelung des Amplitudenvergleichs und die Stellgrößen aus der Regelung des Phasenvergleichs überprüft und zu Gesamtstellgrößen (70', 70") zusammenfaßt.
  9. 9. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorausgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest Massenanteile (21, 21') Δm1 und Δm2 an den Schwingkörpern (20, 20') der Massen m1 und m2 längs der Schwingungsausbreitung verschiebbar angebracht sind.
  10. 10. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorausgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Verstelleinrichtungen die Massenanteile (21, 21') Δm1 und Δm2 verschieben.
  11. 11. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorausgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstelleinrichtungen Spindelantriebe (22, 22') und Steppermotoren (24, 24') umfassen.
  12. 12. Verfahren zur Reduktion von Vibrationen einer Struktur längs einer Schwingungsausbreitungsrichtung, insbesondere in einem Hubschrauber, dadurch gekennzeichnet, daß die Bewegungen zweier an den Enden einer Feder (10) angebrachten Schwingkörper (20, 20') der Massen m1 und m2 und die Bewegung des Fußpunktes (11), d. h. des mittleren Bereiches der Feder (10), aufgenommen werden und die Resonanzeigenschaften des Systems aus Feder (10) und Schwingkörper (20, 20') in Abhängigkeit der Phasendifferenz zwischen den schwingkörperseitigen Bewegungen und der fußpunktseitigen Bewegung bis zur Erreichung eines Zielwertes der Phasendifferenz über Stellgrößen (50', 51') verändert werden.
  13. 13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Zielwert der Phasendifferenz bei 90° eingestellt wird.
  14. 14. Verfahren nach einem oder mehreren der vorausgehenden Ansprüche 12 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Bewegungen der Schwingkörper (20, 20') aufgenommen werden und die Resonanzeigenschaften in Abhängigkeit der Amplitudendifferenz zwischen den schwingkörperseitigen Bewegungen bis zur Erreichung eines Sollwertes der Amplitudendifferenz über Stellgrößen verändert werden.
  15. 15. Verfahren nach einem oder mehreren der vorausgehenden Ansprüche 13 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Stellgrößen aus der Regelung der Amplitudendifferenz und die Stellgrößen aus der Regelung der Phasendifferenz zu Gesamtstellgrößen (70', 70") zusammengefaßt werden.
  16. 16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Regelung aus dem Phasenvergleich während der Regelung aus der Amplitudendifferenz ausgesetzt wird.






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