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Dokumentenidentifikation DE69701409T2 23.11.2000
EP-Veröffentlichungsnummer 0788992
Titel Vorrichtung zum Transport von Papierbahnrollen
Anmelder Valmet Corp., Helsinki, FI
Erfinder Joutsjoki, Jukka, 04400 Järvenpää, FI;
Ruohio, Raimo, 16800 Koski HL, FI;
Nieminen, Esko, 05480 Hyvinkää, FI
Vertreter Zipse & Habersack, 80639 München
DE-Aktenzeichen 69701409
Vertragsstaaten AT, CH, DE, FR, GB, IT, LI, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 16.01.1997
EP-Aktenzeichen 976600056
EP-Offenlegungsdatum 13.08.1997
EP date of grant 15.03.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.11.2000
IPC-Hauptklasse B65H 19/30
IPC-Nebenklasse B65G 35/00   B61B 9/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Wagen- und Schienenvorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 zum Transportieren von Papier- und Papprollen entlang eines geneigten Gleises.

In einer Papierfabrik hergestellte Rollen müssen oft selbst über längere Strecken mittels verschiedener Transportsysteme bewegt werden. Vor dem Verpacken der Rollen in eine schützende Verpackung müssen diese vorsichtig behandelt werden, um Beschädigungen der Rollen durch Stöße auf ihre äußeren Lagen oder durch Reibungskräfte auf die Rolle aufgrund von Änderungen in der Rollgeschwindigkeit zu vermeiden. Ein besonderes Problem beim Transport beschichteten oder geglätteten Papiers ist das sogenannte Teleskopieren oder Ausfahren der Rolle, das heißt das Hinausgleiten der inneren Lagen der Rolle in bezug auf die äußeren Lagen der Rolle, so daß das Zentrum der Rolle von einem Ende der Rolle hervorsteht. Gewöhnlich kann eine Beschleunigung der Rolle in ihrer axialen Richtung während des Starts und Stopps der longitudinalen Transportbewegung der Rolle hinreichend klein gehalten werden, so daß das Teleskopieren der Rolle vermieden wird. Jedoch verhindert die Gefahr des Teleskopierens oder Auseinanderschiebens einen longitudinalen Transport von Rollen glatter Papierarten entlang geneigter Gleise, weil die Lagen der Papierrolle in bezug aufeinander leicht gleiten, selbst bei kleinen Neigungswinkeln des Gleises. Dies verhindert die Verwendung geneigter Transportgleise. In der Tat muß jeglicher Transport der Rollen, welcher möglicherweise in vertikaler Richtung von einer Höhe zu einer anderen notwendig ist, unter Zuhilfenahme vertikaler Verschiebungen ausgeführt werden, oder alternativ muß eine entsprechende Anlage so ausgestaltet sein, daß sämtliche stattfindenden Bewegungen auf derselben vertikalen Höhe er folgen. Dies schränkt die Ausgestaltung einer Anlage offensichtlich ein und erzeugt zusätzliche Kosten.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Transportvorrichtung zu schaffen, welche in der Lage ist, Rollen, selbst die glatten Papiers, entlang eines geneigten Gleises zu bewegen.

Das Ziel der Erfindung wird erreicht durch Anordnung eines Doppelgleises zumindest für die Länge des geneigten Abschnitts des Gleises und durch Ausrüsten des Transportwagens mit abgestimmten Radsätzen, so daß der Vorderradsatz des Wagens auf einer Spur läuft, die von der vom Hinterradsatz verwendeten separiert ist, wobei zumindest ein Ende des Wagens zwei benachbarte Radsätze mit unterschiedlichen Abständen ihrer Rollumkreise von der Ladeplattform des Wagens aufweist.

Insbesondere ist die erfindungsgemäße Vorrichtung durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gekennzeichnet.

Die Erfindung liefert bemerkenswerte Vorteile.

Durch die erfindungsgemäße Vorrichtung wird es möglich, Rollen glatten Papiers oder Papiers mit harten Oberflächen entlang eines geneigten Gleises zu transportieren. Selbst bei überlangen Rollen - Jumbo-Rollen genannt - mit einer Länge von 3,5 m bis 4 m kann der Neigungswinkel des Transportgleises bis zu 2-3º steil sein. Bei kürzeren Rollen kann das Gleis auch bis 5-6º geneigt sein. Diese Anordnung ermöglicht einen merklichen Spielraum bei der Ausgestaltung von Rollentransportsystemen und beim Anlagenlayout. Die Ladeplattform des Transportwagens kann in einer gewünschten Stellung gehalten werden, ohne sich auf Ausgleichseinrichtungen verlassen zu müssen, die die Verwendung aktiv getriebener Aktuatoren notwendig macht. Das Transportsystem arbeitet ohne jegliches sich bewegendes Aktuatorelement und ohne zusätzliche Steuereinrichtungen, seine Funktion ist vollständig in sich geschlossen. Die Erfindung kann sowohl auf aufwärts als auch auf abwärts geneigte Transportgleise angewandt werden.

Nachfolgend wird die Erfindung detaillierter unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert, in welchen

Fig. 1 eine schematische Seitenansicht eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Wagens ist;

Fig. 2 eine schematische Draufsicht auf ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Wagens ist;

Fig. 3 eine schematische Seitenansicht eines anderen Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Wagens ist und

Fig. 4 eine schematische Draufsicht eines anderen Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Wagens ist.

Unter Bezugnahme auf die Fig. 1 und 2 ist dort ein Transportwagen mit zwei Radsätzen 3, 4 am Vorderende des Wagens und mit einem Radsatz 2 an seinem hinteren Ende gezeigt. Die Radsätze 3, 4 sind übereinander angeordnet, so daß der obere Radsatz 3 mit engerer Spurweite in demselben Abstand von der Ladeplattform 1 des Wagens angeordnet ist wie der hintere Radsatz 2 und daß diese Radsätze am vorderen Ende und am hinteren Ende des Wagens die gleiche Spurweite aufweisen. Im Gegensatz dazu ist der untere Radsatz 4 am Vorderende des Wagens für eine weitere Spurweite ausgelegt. Der Niveaubereich oder ebene Bereich des Gleises weist nur ein schmales Gleis 6 auf, und der Wagen ist ausgebildet, auf diesem derart zu laufen, daß der vordere Radsatz 3 geringerer Spurweite und der hintere Radsatz 2 mit derselben Spurweite auf diesem Gleis 6 rollen. Zusätzlich sind entlang der Länge des geneigten Bereichs des Transportgleises benachbart parallel zu den Schienen des engeren Hauptgleises Schienen eines anderen, weiter beabstandeten Gleises 5 ausgebildet, welche zu der Spurweite des weiter beabstandeten vorderen Radsatzes 4 passen. Wenn der Wagen auf den geneigten Bereich des Gleises rollt trifft der Radsatz 4 breiterer Spurweite auf die Schienen des breiteren Gleises 5 und das vordere Ende des Wagens wird durch das Laufen auf diesen Rädern getragen. Am Anfang des geneigten Bereiches des Transportgleises laufen das breitere Gleis und das engere Gleis auf verschiedenen Höhen, die so angepaßt sind, daß sie der Höhendifferenz zwischen den Radsätzen des Wagenvorderendes entsprechen. Diese Höhendifferenz ist so eingerichtet, daß sie sich über eine Gleislänge ungefähr gleich dem Radstand des Wagens derart angleicht, daß nach der Übergabelänge des geneigten Bereichs des Transportgleises beide Gleise 5, 6 wieder auf derselben Höhe laufen. Wenn der Wagen wieder auf dem Niveaubereich des Transportgleises i läuft, setzt das Vorderende des Wagens auf ähnliche Art und Weise die Fahrt fort, aber in der umgekehrten Reihenfolge, daß er auf dem vorderen Radsatz engerer Spurweite läuft. Die Höhendifferenz zwischen den vorderen Radsätzen ist gemäß dem Neigungswinkel des Transportgleises so eingestellt, daß die Ladeplattform 1 des Wagens während der Fahrt des Wagens über den geneigten Bereich des Transportgleises horizontal verbleibt.

Unter Bezugnahme auf die Fig. 3 und 4 wird eine alternative Ausführungsform gezeigt, welche vordere Radsätze 3, 4 aufweist, die an derselben Achse angeordnet sind, wobei für die zwei Radsätze Räder unterschiedlichen Durchmessers verwendet werden. Die Übergabefahrt des Wagens über den geneigten Bereich des Transportgleises und zurück auf einen Niveaubereich erfolgt in der gleichen Art und Weise, wie sie oben beschrieben wurde. Die Durchmesser der Radsätze sind so gewählt, daß die Ladeplattform des Wagens an sämtlichen Stellen längs des Transportgleises horizontal verbleibt.

Neben den oben beschriebenen Ausführungsbeispielen kann die Erfindung auch weitere alternative Ausführungsformen aufwei sen. Zum Beispiel kann das Transportsystem mittels einer Kette aneinandergekoppelte Wagen aufweisen, wobei die Kette durch einen Elektromotor angetrieben wird. Alternativ können die Wagen mit eigener Energieversorgung versehen sein, oder sie können unabhängig voneinander durch einen externen Aktuator verschoben werden.

Für verpackte Rollen können die Neigungswinkel der Transportgleise mindestens verdoppelt werden, und zwar durch Anordnen der Ladeplattform des Wagens und der Beladungsstationen in gegeneinander geneigten Stellungen, weil die Verpackung das Risiko des Teleskopierens der Rolle verhindert. Auf diese Art und Weise kann der Neigungswinkel auf 10-12º erhöht werden. Tatsächlich ist der größtmögliche Neigungswinkel ausschließlich durch die Stabilität der Rolle auf der Ladeplattform limitiert. Die benachbart oder konzentrisch angeordneten Radsätze können durch konische Räder ersetzt werden, wobei eines der Gleise des geneigten Bereichs am Anfang und am Ende des geneigten Bereichs des Transportgleises gleichmäßig erweitert bzw. verengt ist. Durch eine derartige Anordnung kann die Spurweite des konischen Rades gleichzeitig mit dem Abrolldurchmesser des Rades derart variiert werden, daß die Ladeplattform des Wagens in einer horizontalen Stellung verbleibt. Die Gleise können über den Niveaubereich des Transportgleises unterschiedliche Spurweiten aufweisen, und die Räder können im geneigten Bereich des Transportgleises auf einem einzigen Gleispaar laufen. Die Ladeplattform muß nicht notwendigerweise in jedem Bereich des Transportgleises horizontal ausgerichtet sein. Ihre Längsneigung kann variieren. Der Gleiswinkel darf jedoch in keinem Bereich des Transportgleises so steil werden, daß die Gefahr des Teleskopierens oder Ausfahrens der Rolle besteht.


Anspruch[de]

1. Vorrichtung zum Transport von Papierrollen, umfassend

- ein Transportgleis (5, 6) und

- mindestens einen Transportwagen mit Radsätzen (2, 3, 4) zum Bewegen des Wagens auf dem Gleis, sowie eine Ladeplattform (1),

dadurch gekennzeichnet, daß

- die Vorrichtung mindestens über der Länge einer bestimmten Sektion des Transportgleises ein Doppelgleis (5, 6) umfaßt, wobei die Gleise verschiedene Spurweiten aufweisen, und

- mindestens ein Ende des Wagens mit einer Radvorrichtung (3, 4) versehen ist, wobei die Distanz des Rollumkreises von der Ladeplattform (1) bei verschiedenen Spurweiten der Vorrichtung variiert derart, daß die Radvorrichtung auf den Gleisen (5, 6) zu laufen angeordnet werden kann derart, daß bei der Radvorrichtung die Rollumkreise der Elemente (3, 4), die auf verschiedenen Gleisen laufen, vertikal in verschiedenen Höhen bezüglich der Ladeplattform (1) liegen.

2. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß

- die Vorrichtung mindestens über die geneigte Länge des Transportgleises ein Doppelgleis (5, 6) umfaßt, wobei die Gleise verschiedene Spurweiten aufweisen, und.

- mindestens ein Ende des Wagens mit einer Radvorrichtung (3, 4) versehen ist, wobei der Rolldurchmesser bei verschiedenen Spurweiten variiert derart, daß die Radvorrichtung auf der geneigten Länge der Gleise auf den Gleisen (5, 6) zu laufen angeordnet werden kann derart, daß die Rolldurchmesser der verschiedenen Teile der Radvorrichtung auf verschiedenen Gleisen vertikal in verschiedenen Höhen bezüglich der Ladeplattform (1) liegen.

3. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Radvorrichtung mindestens zwei Radsätze (3, 4) mit verschiedenen Spurweiten aufweist.

4. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Radvorrichtung zwei konische Räder aufweist.

5. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ladeplattform (8) in einer geneigten Position angeordnet ist.

6. Vorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß beide mit verschiedenen Spurweiten angeordneten Gleise des Doppelgleises auf derselben Ebene über der geneigten Sektion des Transportgleises verlaufen.

7. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die mit verschiedenen Spurweiten angeordneten Gleise des Doppelgleises am Anfang und Ende der geneigten Sektion des Transportgleises in verschiedenen Höhen verlaufen.

8. Vorrichtung gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die mit verschiedenen Spurweiten angeordneten Gleise des Doppelgleises über der Länge der geneigten Sektion des Gleises auf derselben Ebene verlaufen, und die Spurweite eines Gleises des Doppelgleises gleichmäßig am Anfang und am Ende der geneigten Sektion des Transportgleises verändert ist.







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