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Dokumentenidentifikation DE19524900C2 28.12.2000
Titel Vorgesteuertes Druckbegrenzungsventil
Anmelder Mannesmann Rexroth AG, 97816 Lohr, DE
Erfinder Krug-Kussius, Karl, 97737 Gemünden, DE
Vertreter WINTER, BRANDL, FÜRNISS, HÜBNER, RÖSS, KAISER, POLTE, Partnerschaft, 85354 Freising
DE-Anmeldedatum 08.07.1995
DE-Aktenzeichen 19524900
Offenlegungstag 16.01.1997
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 28.12.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.12.2000
IPC-Hauptklasse F16K 17/10

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein vorgesteuertes Druckbegrenzungsventil gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Derartige Druckbegrenzungsventile werden bevorzugterweise in geschlossenen Hydraulikkreisläufen verwendet.

Die Besonderheit eines geschlossenen Systems besteht darin, daß die von einem Verbraucher zurückfließende Hydraulikflüssigkeit direkt wieder zu einer Hydro-Pumpe zurückgeführt wird. Das heißt, der geschlossene Kreislauf hat eine Hochdruckseite und eine Niederdruckseite, die je nach Belastungsrichtung wechselt.

Ein derartiger geschlossener Hydraulikkreislauf ist stark vereinfacht in Fig. 1 angedeutet, auf die bereits jetzt Bezug genommen wird.

Demgemäß hat der geschlossene Kreislauf eine Hydro-Pumpe 1, die als Verstellpumpe ausgeführt ist und über die ein Hydromotor angetrieben ist. Dabei ist die Volumenstromrichtung der Pumpe umkehrbar und auch der Motor stufenlos verstellbar. Die Absicherung der Hochdruckseite HD erfolgt über Druckbegrenzungsventile 4, die bei Überschreiten eines vorgegebenen Systemdrucks zur Niederdruckseite ND hin öffnen. Das heißt, das überschüssige Hydraulikfluid wird vom Hochdruckzweig in den Niederdruckzweig am Hydromotor 2 vorbei geführt und verbleibt im Kreislauf. Für den Fall, daß die Volumenstromrichtung der Hydro-Pumpe 1 umgedreht wird, werden der HD- und der ND-Zweig vertauscht, so daß zur Absicherung dieses Zustands ebenfalls ein parallel geschaltetes Druckbegrenzungsventil 4' vorgesehen ist.

Über einen derartigen Hydraulikkreislauf kann beispielsweise ein Lastschaltgetriebe eines landwirtschaftlichen Nutzfahrzeuges angetrieben werden. Um Leckageverluste im geschlossenen Kreislauf ausgleichen zu können, wird den Druckbegrenzungventilen 4, 4' eine Bypass-Schaltung (nicht gezeigt in Fig. 1) zugeordnet, über die Hydraulikfluid in den geschlossenen Kreislauf eingespeist werden kann.

In Fig. 2 ist ein vorgesteuertes Druckbegrenzungventil 10 dargestellt, das die Funktions des Druckbegrenzungsventils 4 aus Fig. 1 und die Bypass-Funktion vom Einspeisen von Hydraulikfluid in einer integrierten Ausführung vereint. Eine derartige Ventilanordnung ist beispielsweise in der DE 28 48 208 B1 offenbart. Dieses vorgesteuerte Druckbegrenzungsventil hat ein Ventilgehäuse 12, in dessen Ventilbohrung 14 ein Hauptkolben 16 einer Hauptstufe, d. h. der den druckbegrenzenden Teil des Druckbegrenzungsventils, verschiebbar geführt ist. Im Gehäuse ist stirnseitig ein erster Anschluß P und radial ein zweiter Anschluß T zugeordnet, wobei der Anschluß P ein Pumpenanschluß oder der Anschluß an den Hochdruckzweig eines Hydrauliksystems sein kann, während der Anschluß T zur Niederdruckseite geführt ist.

Der Hauptkolben 16 ist als tassenförmiger Kolben ausgeführt, wobei sein stirnseitiger Boden von einer Drosselbohrung 18 durchsetzt ist.

Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist das Druckbegrenzungsventil 10 als Sitzventil ausgeführt, wobei der Hauptkolben 16 über eine Regelfeder 20 gegen einen Ventilsitz 22 vorgespannt ist.

Die Führung des Hauptkolbens 16 in der Ventilbohrung 14 des Ventilgehäuses 12 erfolgt über eine Schiebehülse 24, die mit ihrem Außenumfang gleitend in der Ventilbohrung 14 geführt ist und in deren Innenbohrung der Hauptkolben 16 gleitend aufgenommen ist. In der gezeigten Ausgangsstellung liegt die Schiebehülse 24 an einer Radialschulter 26 der Ventilgehäusebohrung 14 an. Wie aus Fig. 2 entnehmbar ist, taucht in dieser Anschlagsposition ein Endabschnitt der Schiebehülse 24 in die Radialbohrung des Tankanschlusses T ein. Die Schiebehülse 24 ist an ihrem oberen Ende mit einer stufenförmigen Erweiterung versehen, in die ein radial erweiterter Anschlagbund 28 des Hauptkolbens 16 eintaucht, so daß eine Anschlagfläche zwischen Radialschulter und benachbarter Stirnfläche des Anschlagbundes 28 gebildet wird.

Das vom Hauptkolben 16 entfernte Ende der Regelfeder 20 ist an einer am Ventilgehäuse 12 befestigten Drosselplatte 30 abgestützt, in der eine Drosselbohrung 32 ausgebildet ist, die im Bereich eines Ventilsitzes 34 des Vorsteuerventils 36 mündet. Am Ventilsitz 34 ist ein Ventilkörper 38 des Vorsteuerventils 36 abgestützt, der über eine Ventilfeder 40 in seine Schließstellung vorgespannt ist. Die Vorspannung der Ventilfeder 40 kann über eine Stelleinrichtung 42 eingestellt werden, die in Gewindeeingriff steht mit einer Ventilbuchse 44 des Vorsteuerventils 36, die in einen radial erweiterten Abschnitt der Ventilgehäusebohrung 14 eingeschraubt ist. In der Ventilbuchse 44 ist eine Axialbohrung ausgebildet, die den Federraum für die Ventilfeder 40 bildet. Des weiteren sind an der Ventilbuchse 44 zwei diametral gegenüberliegende Radialbohrungen 46 ausgebildet, über die ein Anschluß Y im Ventilgehäuse mit dem Federraum verbunden ist.

Zur Begrenzung des maximalen Systemdrucks am Anschluß P wird die Ventilfeder 40 über die Stelleinrichtung 42 vorgespannt, so daß der Ventilkörper 38 in den Ventilsitz 34 gepreßt wird. Das am Anschluß P anliegende Hydraulikfluid tritt über die Drosselbohrung 18 in den Federraum des Hauptkolbens 16 ein, so daß dieser durch die Wirkung der Regelfeder 20 und durch den Druck im Federraum gegen den Ventilsitz 22 gedrückt wird. Beim Überschreiten eines vorbestimmten Systemdrucks am Anschluß P und damit im Federraum des Hauptkolbens 16 wird der Ventilkörper 38 von seinem Ventilsitz 34 abgehoben, so daß sich eine Steuerfluidströmung vom Federraum des Hauptkolbens 16 durch die Drosselbohrung 32 hindurch zu den Radialbohrungen 46 und damit zum Steueranschluß Y ergibt. Durch den aus der Steuerfluidströmung resultierenden Druckabfall in der Drosselbohrung 18 stellt sich an der Federseite des Hauptkolbens 16 ein geringerer Druck als an der Stirnseite (unten in Fig. 2) ein, so daß dieser gegen die Wirkung der Regelfeder 20, die eine sehr geringe Federrate aufweist, vom Ventilsitz 22 abgehoben wird und das mit hohem Druck am Anschluß P anliegende Hydraulikfluid über den Anschluß T zur Niederdruckseite abgeführt wird.

Der Hauptkolben 16 wird wieder in seine in Fig. 2 gezeigte Stellung zurückbewegt, wenn der Systemdruck P und damit der Druck im Federraum soweit abgesunken ist, daß der Ventilkörper 38 wieder auf seinen Ventilsitz 34 gedrückt wird, so daß die Steuerfluidströmung unterbrochen ist und an der Hauptkolbenrückseite wiederum der Systemdruck anliegt, der die Wirkung der Regelfeder 20 unterstützt.

Falls, wie vorstehend beschrieben, im Hydrauliksystem eine Leckage oder ein Betriebszustand auftritt, so daß der Druck am Anschluß T größer oder etwa gleich demjenigen ist am Anschluß P, so wirkt dieser Druck am Anschluß T auf die untere Stirnseite der Schiebehülse 24, so daß diese in Fig. 2 nach oben gedrückt wird, da der auf die andere (obere) Stirnseite wirkende Druck gleich demjenigen im Federraum des Hauptkolbens 16 und damit am Anschluß P ist. Bei dieser Bewegung der Schiebehülse 24 gerät diese mit ihrer Radialerweiterung in Anlage an den Anschlagbund 28, so daß der Hauptkolben 16 mit nach oben (Ansicht nach Fig. 2) genommen und vom Ventilsitz 22 abgehoben wird, so daß Hydraulikfluid über den Anschluß T zum Anschluß P eingespeist werden kann.

Bei der Axialbewegung der Schiebehülse 24 und damit des Hauptkolbens 16 muß das sich im Federraum des Hauptventils befindliche Hydraulikfluid durch die Drosselbohrung 18 hindurch in den Anschluß P verdrängt werden. Da diese Bohrung nur einen sehr geringen Durchmesser hat, ist die Axialgeschwindigkeit der Schiebehülse 24 und des Hauptkolbens 16 begrenzt durch den Volumenstrom, der durch die Drosselbohrung 18 austreten kann.

Eine Vergrößerung des Drosselbohrungsquerschnitts 18 ist in diesem Fall nicht möglich, da dann das Regelverhalten des Hauptventils zur Druckbegrenzung ungünstig beeinflußt würde.

Beim praktischen Betrieb hat es sich gezeigt, daß das Ansprechverhalten beim Wechsel vom Druckbegrenzungsmodus auf den Einspeisemodus den Anforderungen moderner Hydrauliksysteme nicht genügt, da die Umschaltzeit, d. h. diejenige Zeit, die zum Öffnen der Verbindung von T nach P benötigt wird zu lange ist.

Die Druckschrift US-PS 3 100 503 bezieht sich auf ein Druckbegrenzungsventil, bei dem ein Hochdruckanschluß mittels aufsteuerbarer Kanäle mit einem Raum hinter einem äußeren Kolben verbindbar ist. Im Druckbegrenzungsmodus wird der äußere Kolben auf seinen Sitz gedrückt, während beim Nachsaugen der äußere Kolben über die aufsteuerbaren Kanäle schnell entlastbar ist. Die Entlastungskanäle sind durch einen Drosselschieber absperrbar. Auch in diesem Fall ist die Umschaltzeit zum Öffnen der Verbindung von T nach P zu lang.

Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein vorgesteuertes Druckbegrenzungsventil zu schaffen, das bei minimalem vorrichtungstechnischen Aufwand ein optimales Ansprechverhalten, insbesondere ein schnelles Umschalten vom Druckbegrenzungsmodus in den Einspeisemodus erlaubt.

Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.

Durch die Maßnahme, eine Entlastungsleitung auf- oder zuzusteuern, über die das Hydraulikfluid aus einem Federraum des Hauptventils austreten kann, wird für den Einspeisemodus ein größerer Strömungsquerschnitt für das Hydraulikfluid zur Verfügung gestellt, so daß das Ansprechverhalten der erfindungsgemäßen Lösung gegenüber bekannten Druckbegrenzungsventilen erheblich verbessert werden kann.

Bei der Erfindung wird es bevorzugt, daß die Entlastungsleitung im Druckbegrenzungsmodus über den Mitnehmer verschlossen ist, so daß über den Kolben die gewünschte Druckdifferenz zum Öffnen des Hauptkolbens im Druckbegrenzungsmodus einstellbar ist.

Einen besonders einfach aufgebauten Mitnehmer erhält man, wenn dieser als Schiebehülse ausgebildet wird, in der der Hauptkolben geführt ist und die gegen einen Anschlagbund des Hauptkolbens bewegbar ist. Dabei liegt die von dem Anschlagbund entfernte Stirnseite der Schiebehülse in ihrer Ruhestellung, d. h. im Druckbegrenzungsmodus, vorzugsweise an einer Radialschulter des Ventilgehäuses an und ist mit dem Druck im zweiten Anschluß beaufschlagt.

Ein ganz besonders kompakter Aufbau ergibt sich, wenn die Entlastungsleitung im wesentlichen im Hauptkolben des Hauptventils ausgebildet wird, wobei ein erster Leitungsabschnitt an der Stirnseite des Hauptkolbens mündet, während der zweite Leitungsabschnitt im Federraum des Hauptventils mündet und beide Leitungsabschnitte durch einen Verbindungsraum der Schiebehülse miteinander verbindbar sind. Das heißt, Hauptkolben und Schiebehülse wirken hier wie ein 2/2-Wegeventil, das durch die Axialbewegung der Schiebehülse betätigt wird.

Die Anzahl der Bohrungen im Ventilgehäuse läßt sich weiter verringern, wenn auch die Zuführung des Steuerfluids in den Federraum des Hauptventils durch den Hauptkolben hindurch erfolgt, so daß die Entlastungsleitung und auch die Steuerleitung der Ventilanordnung im Hauptkolben auf einfache Weise herstellbar sind.

Die Entlastungsleitung läßt sich auf einfache Weise herstellen, indem sie nach der in Anspruch 5 definierten Geometrie hergestellt wird.

Alternativ zueinander kann das Hauptventil als Sitzventil oder als Schieberventil mit einem Schiebesitz ausgebildet werden.

In dem Fall, daß das Hauptventil mit einem Schiebesitz ausgebildet wird, ist es besonders vorteilhaft, wenn der am zweiten Anschluß anliegende Druck über eine eigene Zweigbohrung zur Stirnseite der Schiebehülse geführt wird, um deren Stellbewegung zu bewirken.

Eine besonders einfach aufgebaute Ventilanordnung erhält man, wenn der Hauptkolben mit einem Ringbund ausgeführt wird, der als Anschlag für die Schiebehülse dient. An dieser ist eine stufenförmige Erweiterung ausgebildet, in die der Ringbund in der Anschlagstellung eintaucht. Um das Steueröl, das im Bereich zwischen dem Ringbund und der stufenförmigen Erweiterung bei der Relativbewegung der Schiebehülse hin zum Anschlagbund einschlossen ist abführen zu können, kann im Bereich des Ringbundes eine Ausgleichsbohrung vorgesehen sein.

Beim praktischen Einsatz des erfindungsgemäßen Ventils hat es sich gezeigt, daß das Ansprechverhalten des Ventils besonders gut ist, wenn der Hauptkolben mit einem Flächenverhältnis von 1 : 1 gewählt wird, so daß bei gleichen Drücken am ersten und zweiten Anschluß Druckgleichgewicht am Hauptkolben herrscht und dieser lediglich durch die Kraft der Regelfeder in seine Schließstellung vorgespannt ist.

Das Vorsteuerventil wird in bekannter Weise über eine Drosselbohrung mit Steuerfluid versorgt, wobei es allerdings bevorzugt wird, daß die Drosselbohrung über Radialdrosselbohrungen in den Federraum des Hauptventils mündet. Durch diese Radialanordnung und die damit verbundene Umlenkung des Steueröls beim Einströmen können Druckschwankungen oder -schläge im Federraum abgefangen werden.

Es wird bevorzugt, das Steuerfluid über einen Steueranschluß im Federraum des Vorsteuerventils drucklos zu einem Tank oder zur Niederdruckseite abzuführen, so daß Druckrückwirkungen auf dem eingestellten Druck im Steuerventil verhindert werden.

Das Ansprechverhalten der Ventilanordnung läßt sich weiter verbessern, wenn die Ventilfeder des Vorsteuerventils mit Hilfe eines Übersetzerkolbens vorgespannt wird, der mit Hilfe eines Steuerdruckes in seine Vorspannposition bewegbar ist.

Die Endlagen des Übersetzerkolbens sind durch einstellbare Anschläge begrenzt, so daß ein fester Minimal- und Maximaldruck einstellbar ist.

Das Hystereseverhalten der Anordung läßt sich verbessern, wenn der Übersetzerkolben dichtungslos im Ventilgehäuse aufgenommen ist.

Weitere vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der sonstigen Unteransprüche.

Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im folgenden anhand schematischer Zeichnungen näher erläutert.

Es zeigen:

Fig. 1 eine schematische Darstellung eines geschlossenen Hydraulikkreislaufs;

Fig. 2 einen Längsschnitt durch ein bekanntes vorgesteuertes Druckbegrenzungsventil mit einer Nachsaugeinrichtung;

Fig. 3 ein vereinfachtes Hydraulikschaltbild eines erfindungsgemäßen vorgesteuerten Druckbegrenzungsventils;

Fig. 4 einen Längsschnitt durch ein erstes konkretes Ausführungsbeispiel eines vorgesteuerten Druckbegrenzungsventils;

Fig. 4a eine Detaildarstellung des Ausführungsbeispiels aus Fig. 1;

Fig. 5 einen Längsschnitt durch ein weiteres Ausführungsbeispiel und

Fig. 6 Kennlinien der in Fig. 4 und 5 gezeigten vorgesteuerten Druckbegrenzungsventile.

In Fig. 3 ist ein Schaltschema eines erfindungsgemäßen vorgesteuerten Druckbegrenzungsventils 50 dargestellt.

Mit diesem soll ein an einem Anschluß P anliegender Systemdruck auf einen vorbestimmten Maximalwert beschränkt werden, indem bei Überschreiten des Maximalwertes eine Verbindung zwischen dem Anschluß P und einem Anschluß T eines Hauptventils 52 aufgesteuert wird, der zu einem Tank oder dem Niederdruckteil des geschlossenen Kreislaufs führt.

Dazu ist eine Stirnseite des Hauptkolbens über eine Steuerleitung X1 mit dem Systemdruck beaufschlagt.

Die an der anderen Stirnseite des Hauptkolbens angreifenden Kräfte werden bestimmt durch ein Vorsteuerventil 54 und eine Vorsteuerventilfeder 56, deren Federvorspannung hydraulisch einstellbar ist, indem über einen Anschluß X Steuerfluid zum Vorspannen der Vorsteuerventilfeder 56 zugeführt wird. Eventuelle Leckagen in diesem Bereich werden über eine Leckölleitung L abgeführt. Dem Vorsteuerventil wird ein Steuerfluid zugeführt, das über eine mit Drosseln versehene Steuerleitung X2 vom Systemdruck abgegriffen wird. Der beim Öffnen des Vorsteuerventils entstehende Steuerfluidvolumenstrom fließt über einen Steueranschluß Y drucklos zur Niederdruckseite ab.

Die Funktion dieser Anordnung ist ähnlich derjenigen, wie sie im Zusammenhang mit Fig. 2 bereits aus dem Stand der Technik bekannt ist.

Das heißt, der Hauptkolben des Hauptventils 52 ist durch den Steuerdruck in der Steuerleitung X1 einerseits und durch die Vorspannung der Vorsteuerventilfeder 56 und durch den Steueröldruck vorgespannt. Überschreitet der Druck in der Steuerleitung X1 und die daraus resultierende Kraft die auf die andere Stirnseite wirkenden Kräfte, so wird das Hauptventil 52 in seine Öffnungsstellung gebracht, in der der Anschluß T und der Anschluß P miteinander verbunden sind.

Wie des weiteren aus Fig. 3 entnehmbar ist, ist das erfindungsgemäße Ventil mit einer Nachsaugeinrichtung 58 versehen, über die Hydraulikfluid über die Anschlüsse T und P in den Hochdruckteil einspeisbar ist. Die Nachsaugeinrichtung 58 ist in Form eines Rückschlagventils ausgebildet, das eine Fluidströmung lediglich in einer Richtung zuläßt.

In den folgenden Figuren werden konkrete Ausführungsbeispiele der Erfindung erläutert, aus denen der detaillierte Aufbau des erfindungsgemäßen Systems entnehmbar ist.

Fig. 4 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen vorgesteuerten Druckbegrenzungsventils 50. Dieses hat ein Ventilgehäuse 60, an dem der Hochdruckanschluß P, der Niederdruckanschluß T, der Steueranschluß Y und der Anschluß X (siehe Fig. 3) ausgebildet sind.

In dem Ventilgehäuse 60 sind das Hauptventil 62 und das Vorsteuerventil 64 aufgenommen.

Über das Hauptventil 62 erfolgt die Auf- und Zusteuerung der Anschlüsse P und T, während das Vorsteuerventil 64 den Druck im Federraum 66 des Hauptventils 62 bestimmt.

In einer Ventilbohrung 68 des Ventilgehäuses 60 ist der Hauptkolben 70 aufgenommen, dessen vom Anschluß T entfernter Endabschnitt als Ringmantel 72 ausgebildet ist, an dessen Endabschnitt ein radial nach außen vorspringender ringförmiger Anschlagbund 74 vorgesehen ist.

Der sich an den Ringmantel 72 anschließende zylinderförmige Teil des Hauptkolbens 70 ist von einer Axialbohrung 76 durchsetzt, deren mittlerer Abschnitt zu einer Drosselbohrung mit geringem Querschnitt verengt ist.

In den unteren (Ansicht nach Fig. 4) erweiterten Endabschnitt der Axialbohrung 76 münden zwei symmetrisch zur Längsachse verlaufende Schrägbohrungen 80, die an ihrem von der Stirnseite des Hauptkolbens 70 entfernten Endabschnitt in Radialbohrungen 82 übergehen, die am Außenumfang des Hauptkolbens 70 münden. Um 90° versetzt zu den beiden Schrägbohrungen 80, d. h. senkrecht zur Zeichenebene, sind zwei diametral gegenüberliegende Radialbohrungen 84 ausgebildet (siehe Fig. 4a, die einen Schnitt entlang der Linie A-A zeigt), die in den in Fig. 4 oben liegenden, erweiterten Endabschnitt der Axialbohrung 76 münden. Wie weiterhin aus Fig. 4a hervorgeht, sind die Radialbohrung 82, 84 in einer Ebene ausgebildet. Die von dem Anschlagbund 74 entfernte Stirnseite des Hauptkolbens 70 liegt an einen Anschlagring 86 an.

Im Axialabstand zum Anschlagring 86 ist die Ventilbohrung 68 über eine Radialschulter 88 erweitert, wobei in diesem erweiterten Teil eine Schiebehülse 90 geführt ist, die mit ihrer unteren Stirnseite dichtend an der Radialschulter 88 anliegt (Grundstellung in Fig. 4). Der Innendurchmesser der Schiebehülse 90 ist so gewählt, daß diese gleitend auf dem Außenumfang des Hauptkolbens 70 geführt ist, so daß letzterer abschnittsweise über die Schiebehülse 90 in der Ventilbohrung 68 geführt ist. In dem von der Radialschulter 88 entfernten Endabschnitt der Schiebehülse 90 ist deren Innenbohrung stufenförmig erweitert, so daß in diesen erweiterten Abschnitt 92 der Anschlagbund 74 des Hauptkolbens 70 eintauchen kann. Die Stirnfläche des Abschnitts 92 bildet eine Anschlagfläche für den Anschlagbund 74. Im Axialabstand hinter dem Anschlagbund 74 ist im Hauptkolben 70 eine Ausgleichsbohrung 94 vorgesehen, die eine Entlastung des vom erweiterten Abschnitt 92 und vom Anschlagbund 74 aufgespannten Raums zwischen Schiebehülse 90 und Hauptkolben 70 ermöglicht.

Im Axialabstand zur unteren Stirnseite der Schiebehülse 90 ist in deren Innenwandung ein Ringraum 96 ausgebildet. Der Axialabstand des Ringraums 96 zur Radialschulter des erweiterten Abschnitts 92 ist dabei so gewählt, daß beim Anliegen der Schiebehülse am Anschlagbund 74 der Ringraum 96 in der Ebene der Radialbohrungen 82 und 84 angeordnet ist (Fig. 4a). Auf diese Weise wird dann über den Ringraum 96 eine Verbindung zwischen den Bohrungen 80, 82 und 84 hergestellt.

Mit anderen Worten gesagt, die Schiebehülse 90 wirkt als Schieber eines 2/2-Wegeventils, dessen Anschlüsse einerseits durch die Radialbohrungen 84 und andererseits durch die Radialbohrungen 82 mit den Schrägbohrungen 80 gebildet sind und die über den Ringraum 96 der Schiebehülse 90 miteinander verbindbar sind. In der gezeigten Ausgangsposition ist diese Verbindung jedoch abgesperrt.

Der Hauptkolben 70 ist über eine Regelfeder 98 gegen den Anschlagring 86 vorgespannt.

Der Anschluß T ist durch einen Bohrungskranz im Ventilgehäuse 60 gebildet, wobei beim gezeigten Ausführungsbeispiel zwei unterschiedliche Bohrungssysteme verwendet werden. Das erste Bohrungssystem des Anschlusses T besteht aus acht gleichmäßig am Umfang verteilten Durchgangsbohrungen 100, wogegen bei der in Fig. 4 gezeigten Schnittdarstellung lediglich eine gezeigt ist. Das zweite Bohrungssystem das Anschlusses T besteht aus Bohrungen 102, 104, deren Durchmesser geringer ist, als derjenige der Bohrungen 100. Von den Bohrungen 102 sind vier Stück gleichmäßig am Umfang verteilt, wobei diese gegenüber den Bohrungen 100 um einen vorbestimmten Winkel versetzt sind. Die axial dazu versetzten Bohrungen 104 haben dieselbe Winkelorientierung wie die Bohrungen 102, wobei allerdings lediglich zwei diametral gegenüberliegende Bohrungen 104 im Ventilgehäuse 60 vorgesehen sind. Die Bohrungen 102 münden in den Bereich der Ventilgehäusebohrung 68, an dem die Radialschulter 88 ausgebildet ist, so daß der Druck im Anschluß T über die Bohrungen 102 zur unteren Stirnseite der Schiebehülse 90 geführt wird.

Der Axialabstand der Bohrungen 104 zum Anschlagring 86 ist derart gewählt, daß diese bei der Stellbewegung des Hauptkolbens 70 aufgesteuert werden, bevor eine wesentliche Aufsteuerung der Durchgangsbohrungen 100 erfolgt.

Der in Fig. 4 obere Endabschnitt der Regelfeder 98 ist an einem Ventilsitzteil 106 abgestützt, das in die Ventilbohrung 68 eingeschraubt ist. Das Ventilsitzteil 106 bildet einen Ventilsitz 108 des Vorsteuerventils 64 aus, gegen den eine Kugel 110 als Ventilkörper über eine Ventilfeder 112 vorgespannt ist.

Der Ventilsitz 108 ist durch eine Axialbohrung gebildet, die sich in einen nabenförmigen Abschnitt 114 des Ventilsitzteils 106 hineinerstreckt und über zwei diametral gegenüberliegende Radialdrosselbohrungen 116 in den Federraum 66 mündet. Im Bereich des Ventilsitzes 108 sind Querbohrungen 118 im Ventilsitzteil 106 ausgebildet, durch die Steuerfluid hin zum Steueranschluß Y geleitet werden kann.

In das in Fig. 4 obere Ende des Ventilgehäuses 60 ist ein Spindelkörper 120 eingeschraubt, dessen untere Stirnseite im Abstand zum Ventilsitzteil 106 endet. Der Spindelkörper 120 ist mit einer sich zum Ventilsitz 108 hin öffnenden Sackbohrung versehen, in die die Ventilfeder 112 mit ihrem oberen Federteller eintaucht. Durch den stirnseitigen Endabschnitt des Spindelkörpers 120 erstreckt sich ein Stempel 122 eines Übersetzerkolbens 124, der dichtungslos in einer Innenbohrung 126 einer Abschlußbuchse 128 geführt ist. Letztere ist mit dem in Fig. 4 oberen Teil des Spindelkörpers 120 verschraubt. An dem benachbarten stirnseitigen Endabschnitt des Spindelkörpers 120 ist eine Rückstellfeder 130 abgestützt, über die der Übersetzerkolben 124 gegen einen verstellbaren Anschlag 132 vorgespannt ist. Beim gezeigten Ausführungsbeispiel ist der verstellbare Anschlag 132 als Stiftschraube ausgeführt, die an der Stirnseite des Übersetzerkolbens 124 anliegt und die Abschlußbuchse 128 mit Gewindeeingriff durchsetzt.

Im Übergangsbereich zwischen Abschlußbuchse 128 und Spindelkörper 120 ist ein Leckölanschluß L ausgebildet, der in die Innenbohrung 126 mündet und durch den Lecköl zum Niederdruckteil oder zum Tank abgeführt werden kann.

Des weiteren mündet in dem von der Stirnseite der Innenbohrung 126 und von der oberen Stirnseite des Übersetzerkolbens 124 gebildeten Raum eine Steuerleitung 134, die sich aufeinanderfolgend durch die Umfangswandungen der Anschlußbuchse 128, des Spindelkörpers 120 und eines Teils des Ventilgehäuses 60 erstreckt und dort zu einem Steueranschluß X geführt ist. Über den Steueranschluß X und die Steuerleitung 134 kann der Übersetzerkolben 124 mit einem Steuerdruck beaufschlagt werden, so daß dieser sich in der Darstellung nach Fig. 4 nach unten bewegt und dann über den Stempel 122, der gleitend in dem Spindelkörper 120 geführt ist, die Ventilfeder 112 vorspannt. Somit läßt sich die Anpreßkraft der Kugel 110 und somit der Druck im Federraum 66 beeinflussen.

Wie weiterhin aus Fig. 4 hervorgeht, ragt der Spindelkörper 120 mit seinem stirnseitigen Endabschnitt 136 in die Innenbohrung 126 vor, in der der Übersetzerkolben 124 geführt ist und bildet somit einen unteren Anschlag für den Übersetzerkolben 124, so daß dessen Axialbewegung einerseits durch den Endabschnitt 136 des Spindelkörpers 120 und andererseits durch den Anschlag 132 begrenzt ist. Da der Spindelkörper in das Ventilgehäuse 60 einschraubbar ist, kann somit auch der Axialabstand des Endabschnitts 136 zum Spindelkörper 124 in seiner Ruhestellung voreingestellt werden. Der durch den Endabschnitt 136 gebildete Anschlag begrenzt die maximale Federvorspannung und somit den Maximaldruck des Druckbegrenzungsventils, während der Anschlag 132 die minimale Federvorspannung der Ventilfeder 112 und somit den minimalen einstellbaren Druck begrenzt.

Die Druckbegrenzungsfunktion dieses erfindungsgemäßen vorgesteuerten Druckbegrenzungsventils 50 ist ähnlich derjenigen aus Fig. 2, so daß auf eine weitgehende Beschreibung verzichtet werden kann. Wie bereits erwähnt, wird bei der Montage des Ventils durch entsprechende Verstellung des Anschlags 132 und durch Einschrauben des Spindelkörpers 120 der Minimal- und Maximaldruck voreingestellt. Im Betriebszustand wird über den Anschluß X und die Steuerleitung 134 ein vorbestimmter Steuerdruck zugeführt, so daß der Übersetzerkolben abhängig von der Höhe des Steuerdrucks vom Anschlag 132 abgehoben und in der Darstellung nach Fig. 4 nach unten bewegt wird, so daß die Ventilfeder 112 über den Stempel 122 in Vorspannung versetzt und die Kugel 110 mit einer vorbestimmten Kraft gegen den Ventilsitz 108 gepreßt wird.

Das am Anschluß P mit dem Systemdruck anliegende Hydraulikfluid tritt durch die Axialbohrung 76 und die Drosselbohrung 78 in den Federraum 66 ein und weiter über die Radialdrosselbohrung 116 zum Ventilsitz 108. Das heißt, der im Federraum 66 herrschende Fluiddruck spannt einerseits den Hauptkolben 70 in seine Schließstellung vor, andererseits wird die Kugel 110 in ihre Öffnungsstellung beaufschlagt. Wenn der Druck im Federraum 66 soweit ansteigt, daß die Vorspannung der Kugel 110 überwunden werden kann, so wird diese vom Ventilsitz 108 abgehoben, so daß ein Steuerfluidstrom über die Radialdrosselbohrungen 116 durch den Ventilsitz 108 hin zum Anschluß Y stattfindet. Durch den daraus resultierenden Druckabfall im Federraum 66 wird der Hauptkolben 70 aus seiner Schließstellung herausbewegt wird, so daß der Anschluß T aufgesteuert wird und der Systemdruck über den Anschluß T entspannbar ist. Beim Erreichen eines Druckgleichgewichtes schließt das Vorsteuerventil 64 und der Hauptkolben 70 wird wieder in seine gezeigte Ausgangsposition zurückbewegt.

Durch die Radialdrosselbohrungen 116 und die damit verbundene 90°-Umlenkung des Steuerölvolumenstroms können Druckschwankungen im Federraum 66 aufgefangen werden, so daß keine Rückwirkung auf das Vorsteuerventil 64 stattfindet. Des weiteren ist durch das drucklose Abströmen des Steueröls durch den Anschluß Y ein optimales Δp-Q-Verhalten gewährleistet, so daß diese Ölmenge auch als Schaltsignal für andere Komponenten verwendet werden kann.

Während die Schiebehülse 90 im Druckbegrenzungsmodus in Anlage an der Radialschulter 88 bleibt, wird diese bei einer Druckerhöhung im Anschluß T von der Radialschulter 88 abgehoben, da dieser erhöhte Druck über die Bohrung 102 zur benachbarten Stirnfläche der Schiebehülse 90 geführt wird.

Diese gleitet dann entlang des Außenumfangs des Hauptkolbens 70, bis sie mit dem erweiterten Abschnitt 92 in Anlage an den Anschlagbund 74 gelangt. Durch die Ausgleichsbohrung 94 ist gewährleistet, daß kein Hydraulikfluid in dem vom erweiterten Abschnitt 92 und vom Anschlagbund 74 gebildeten Raum eingespannt wird. In der Anschlagposition der Schiebehülse 90 am Anschlagbund 74 überdeckt der Ringraum 96 die in diesen einmündenden Radialbohrungen 82 und 84, so daß der Federraum 66 über den oberen erweiterten Abschnitt der Axialbohrung 76, die Radialbohrungen 84, den Ringraum 96, die Radialbohrungen 82, die Schrägbohrungen 80 und den unteren erweiterten Abschnitt der Axialbohrung 76 mit dem Anschluß P verbunden ist, so daß das durch die Schiebehülse 90 und später durch den Hauptkolben 70 verdrängte Fluid aus dem Federraum 66 zum Tank P hin ausweichen kann. Da der Strömungsquerschnitt dieser Bohrungen größer ist, als der Querschnitt der Drosselbohrung 78, kann die Stellbewegung des Hauptkolbens 70 und der Schiebehülse 90 erheblich schneller erfolgen als bei den bisher bekannten Lösungen. Demgemäß wird der Hauptkolben 70 durch die Schiebehülse 90 weg vom Anschlagring 86 bewegt, so daß zunächst die Bohrung 104 des Anschlusses T und anschließend die Bohrungen 100 aufgesteuert werden. Es wird eine Fluidverbindung vom Anschluß T zum Anschluß P geschaffen, die ein Einspeisen von Hydraulikfluid in den Hochdruckteil ermöglicht.

Diese Öffnungsbewegung des Hauptkolbens 70 ist durch das Auflaufen des Anschlagbundes 74 auf die benachbarte Stirnfläche des Ventilsitzteils 106 begrenzt. In dieser Position ist die Verbindung zwischen T und P vollständig aufgesteuert.

Nach Erreichen des Druckgleichgewichtes an diesen Anschlüssen bewegt sich der Kolben 70 und auch die Schiebehülse 90 wieder in die Ausgangsstellung (Fig. 4) zurück, wobei bei der Abwärtsbewegung wiederum eine Ausgleichsströmung über die Schrägbohrungen 80, die Radialbohrungen 82, den Ringraum 96 und die Radialbohrungen 84 zum Anschluß P hin in den Federraum 66 erfolgt, so daß auch die Rückstellbewegung der Bauelemente mit größerer Geschwindigkeit erfolgen kann.

Somit wird durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Druckbegrenzungsventils das Ansprechverhalten des Ventils, insbesondere beim Umschalten vom Druckbegrenzungsmodus in den Einspeisungsmodus erheblich verkürzt ist. Mit dem neuen Ventil lassen sich Umschaltzeiten von etwa 50 ms realisieren.

Wie bereits erwähnt, kann durch Herausdrehen des Anschlags 132 ein minimaler Systemdruck eingestellt werden, wobei durch entsprechende Verringerung des Drucks am Anschluß X die Vorspannung der Ventilfeder 112 soweit verringert werden kann, daß auch schon ein geringer Druck im Federraum 66 ausreicht, um die Kugel 110 vom Ventilsitz 108 zu heben, so daß der Hauptkolben 70 in seine Öffnungsstellung gebracht wird und der Hydraulikfluidvolumenstrom nahezu drucklos vom Anschluß P zum Anschluß T strömen kann, so daß das Ventil aus seinem Druckbegrenzungsmodus in einen nahezu drucklosen Umlaufmodus umschaltbar ist.

In Fig. 5 ist eine weitere Variante des erfindungsgemäßen vorgesteuerten Druckbegrenzungsventils 60 gezeigt, wobei das Vorsteuerventil 64 identisch mit demjenigen aus Fig. 4 ist, so daß auf eine entsprechende Beschreibung verzichtet werden kann.

Im Unterschied zum vorbeschriebenen Ausführungsbeispiel ist bei diesem Ausführungsbeispiel der Hauptkolben 140 nicht als Kolbenventil mit Schiebesitz ausgeführt, sondern als Sitzventil, d. h. der Kolben 140 ist mit einer Dichtkante gegen einen Ventilsitz 142 des Ventilgehäuses 144 vorgespannt. Bei diesem Ausführungbeispiel ist der Anschluß T ebenfalls wieder durch einen Bohrungskranz mit einer Vielzahl von am Umfang verteilten Durchgangsbohrungen 146ausgebildet, wobei diese Durchgangsbohrungen zu den jeweils benachbarten axial versetzt sein können. Bei diesem Ausführungsbeispiel ist der Druck am Anschluß T über einen Ringspalt 148 zwischen Hauptkolben 140 und der Umfangswandung des Ventilgehäuses 144 zur in Fig. 5 unteren Stirnseite der Schiebehülse 90 geführt. Das heißt, durch die Verwendung eines Sitzventils kann der Aufwand zur Herstellung des Anschlusses T mit dem Bohrungskranz vermindert werden, da keine eigene Verbindungsbohrung zur Stirnseite der Schiebehülse 90 vergesehen werden muß. Des weiteren muß auch keine Bohrung 104 mit geringerem Durchmesser ausgebildet werden, um zu Beginn der Abhebebewegung im Einspeisemodus einen vergleichsweise geringen Fluidstrom zwischen T und P zuzulassen.

Da die sonstigen Bauelemente des Hauptventils 62 identisch sind mit denjenigen des vorbeschriebenen Ausführungsbeispiels kann hinsichtlich des Aufbaus und der Funktion des Ventils auf die vorstehenden Ausführungen verwiesen werden.

Die überragenden Eigenschaften des erfindungsgemäßen Druckbegrenzungsventils seien nochmals anhand der schematischen Kennlinien in Fig. 6 verdeutlicht, die das statische Verhalten dieser Ventile wiedergeben. In Fig. 6 oben ist der Druck pe am Anschluß P in Abhängigkeit vom über das Ventil abfließenden Hydraulikfluidstrom Q dargestellt. Wie daraus hervorgeht, zeigen die erfindungsgemäßen Ventile eine ideale Kennlinie, mit einem nahezu waagrechten Verlauf, der sich auch bei anderen Druckstufen einstellt. Bei den erfindungsgemäßen Ventilen konnte praktisch keine Hysterese festgestellt werden, da durch den einfachen Aufbau der Bauelemente und durch die geringen mechanischen und hydraulischen Reibkräfte (Übersetzerkolben 124 dichtungslos etc.) praktisch keine oder lediglich eine vernachlässigbare Hysterese entsteht.

In Fig. 6 unten ist der Eingangsdruck pe in Abhängigkeit vom Steuerdruck pst am Anschluß X dargestellt. Das heißt, es ist die Abhängigkeit des Systemdrucks vom am Übersetzerkolben 124 anliegenden Druck dargestellt. Auch bei diese Kennlinie ist ein ideales Verhalten mit einem linearen Anstieg des Systemdruckes in Abhängigkeit vom Druck am Anschluß X praktisch ohne Hysterese festzustellen.

Auch die dynamischen Testläufe des erfindungsgemäßen Druckbegrenzungsventils zeigten hervorragende Ergebnisse, wobei geringe Umschaltzeiten zwischen Druckbegrenzungs- und Einspeisemodus mit einem hervorragenden Ansprechverhalten festgestellt wurden.

Bei den Testversuchen wurde auch festgestellt, daß das Ventil im praktischen Betrieb selbsttätig entlüftet. Dabei wird das Ventil oftmals mit dem Übersetzerkolben 124 nach unten weisend eingebaut. Es zeigte sich, daß die eingeschlossene Luft über die Gewindeverbindung der einzelnen Bauelemente austreten kann, so daß die Bildung von Luftblasen vermieden wird.

Des weiteren hat es sich bei der Erprobung der erfindungsgemäßen Ventilanordnung gezeigt, daß durch die Entlastungsbohrungen 80, 82 im Druckbegrenzungsmodus keine Störungen durch Leckageströmungen auftreten. Das durch die Schrägbohrung 80 und die Radialbohrung 82 zugeführte Öl kann zum einen durch den Spalt zwischen Schiebehülse 90 und Außenumfang des Hauptkolbens 70 hin zum Tankanschluß T abströmen, zum anderen kann das Lecköl durch den vorgenannten Spalt auch in den Federraum 66 abfließen, wobei die in den Federraum abfließende Menge so gering ist, daß sie keinerlei Rückwirkungen auf das Regelsystem hat.

Bei den vorbeschriebenen Ausführungsbeispielen wurde immer ein vorgesteuertes Druckbegrenzungsventil verwendet. Es sind jedoch auch Konstruktionen vorstellbar, bei denen die vorbeschriebene Konstruktion zum Einspeisen von Hydraulikfluid in geschlossen Kreisläufe etc. auch bei direkt gesteuerten Ventilen anwendbar ist.

In Abweichung von den beschriebenen Ausführungsbeispielen sind des weiteren noch Konstruktionen realisierbar, bei denen die Steuerleitungen zur Druckbeaufschlagung des Federraums 66 und/oder die Entlastungsleitung im Ventilgehäuse ausgebildet sind.

Des weiteren könnten anstelle der Radialbohrungen 84 Längsnuten in der Schiebehülse 90 ausgebildet werden, über die eine Fluidverbindung zum Federraum 66 erfolgt.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorgesteuertes Druckbegrenzungsventil, mit einem Hauptventil (62) über das die Verbindung zwischen einem ersten Anschluß (P) und einem zweiten Anschluß (T) aufsteuerbar ist und mit einer Nachsaugeinrichtung (58) zum Einspeisen von Hydraulikfluid aus dem zweiten Anschluß (T) in den ersten Anschluß (P), wobei die Nachsaugeinrichtung (58) einen in Abhängigkeit von der Druckdifferenz an den beiden Anschlüssen (T, P) verschiebbaren Mitnehmer (90) hat, über den der Hauptkolben (70, 140) des Hauptventils (62) zum Einspeisen des Hydraulikfluids in seine Öffnungsstellung bewegbar ist, wobei im Hauptkolben (70, 140) eine den ersten Anschluß (P) mit dem Federraum (66) des Hauptventils (62) verbindende Axialbohrung (76) mit einem Drosselabschnitt (78) für das Vorsteuerfluid ausgebildet ist, gekennzeichnet durch eine zum Drosselabschnitt (78) parallel ausgebildete, durch den Hauptkolben (70, 140) führende Entlastungsleitung (80, 82, 84), die den ersten Anschluß (P) und den Federraum (66) verbindet und die zum Einspeisen über den Mitnehmer (90) aufsteuerbar ist.
  2. 2. Druckbegrenzungsventil nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Mitnehmer als Schiebehülse (90) ausgebildet ist, die den Hauptkolben (70, 140) abschnittsweise umgreift und gegen einen Anschlagbund (74) des Hauptkolbens (70, 140) bewegbar ist, der vorzugsweise an einem Ringmantelabschnitt (72) des Hauptkolbens (70, 140) ausgebildet ist und die in ihrer Ruhestellung mit einer Stirnseite dichtend an einer Radialschulter (88) des Ventilgehäuses (60) anliegt, wobei die Stirnseite mit dem Druck im zweiten Anschluß (T) beaufschlagbar ist.
  3. 3. Druckbegrenzungsventil nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Entlastungsleitung einen ersten Leitungsabschnitt (82, 80) hat, dessen einer Endabschnitt (80) zum ersten Anschluß (P) führt und einen zweiten Leitungsabschnitt (84), dessen einer Endabschnitt in den Federraum (66) mündet, wobei die anderen Endabschnitte der Leitungsabschnitte (82, 80; 84) über einen Verbindungsraum (96) der Schiebehülse (90) verbindbar sind und daß der erste und zweite Leitungsabschnitt (80 . . .) vorzugsweise im Hauptkolben (70, 140) ausgebildet sind.
  4. 4. Druckbegrenzungsventil nach Patentanspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Leitungsabschnitt zumindest eine, vorzugsweise zwei Schrägbohrungen (80) hat, die jeweils einerseits zu der Stirnseite des Hauptkolbens (70, 140) hin geöffnet sind und andererseits jeweils in einen Radialbohrungsabschnitt (82) übergehen, der in dem von der Schiebehülse (90) umgriffenen Umfangsabschnitt des Hauptkolbens (70, 140) mündet, und daß der zweite Leitungsabschnitt durch eine, vorzugsweise zwei Radialbohrungen (84) gebildet ist, die sich von einem erweiterten Abschnitt der Axialbohrung (76) zu dem Umfangsabschnitt erstrecken und daß der Verbindungsraum der Schiebehülse (90) als Ringraum (96) ausgebildet ist.
  5. 5. Druckbegrenzungsventil nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Hauptkolben als Schieberkolben (70) mit einem Schiebesitz ausgeführt ist.
  6. 6. Druckbegrenzungsventil nach Patentanspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Anschluß (T) eine Zweigbohrung (102) hat, über die die Stirnseite der Schiebehülse (90) mit dem Druck am zweiten Anschluß (T) beaufschlagbar ist.
  7. 7. Druckbegrenzungsventil nach einem der Patentansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Hauptkolben als Sitzkolben (140) ausgeführt ist und über einen Ventilsitz (144) absperrt.
  8. 8. Druckbegrenzungsventil nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Anschlagbund des Hauptkolbens (70, 140) als Ringbund (74) ausgebildet ist und die Durchgangsbohrung der Schiebehülse (90) eine stufenförmige Erweiterung (88) hat, in die der Ringbund (74) in der Anschlagstellung eintaucht, und daß im Hauptkolben (70, 140) im Bereich des Ringbundes (74) eine Ausgleichsbohrung (94) vorgesehen ist, die den vom Ringbund (74) und von der stufenförmigen Erweiterung (88) definierten Raum mit dem Federraum (66) verbindet.
  9. 9. Druckbegrenzungsventil nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Hauptkolben (70, 140) ein Stirnseiten-Flächenverhältnis von 1 : 1 hat.
  10. 10. Druckbegrenzungsventil nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Vorsteuerventil (64) ein über eine Ventilfeder vorgespanntes Sitzventil ist, und daß Steuerfluid über eine Drosselbohrung (116) vom Federraum (66) des Hauptventils (64) zu einem Ventilkörper (110) geführt ist, wobei die Drosselbohrung über Radialdrosselbohrungen (116) in den Federraum (66) mündet.
  11. 11. Druckbegrenzungsventil nach Patentanspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventilfeder (112) des Vorsteuerventils (64) mit ihrem vom Ventilkörper (110) entfernten Endabschnitt an einem Stempel (122) eines Übersetzerkolbens (124) abgestützt ist, der zum Vorspannen der Ventilfeder (112) über eine Steueranschluß (X) mit einem Steuerdruck (pst) beaufschlagbar ist und dessen Axialbewegung durch zwei verstellbare Anschläge (132, 136) begrenzt ist, so daß eine Minimal- und Maximalsteuerdruckeinstellung möglich ist, wobei der Übersetzerkolben (124) durch eine Vorspannfeder gegen denjenigen Anschlag (132) vorgespannt ist, der die Minimalsteuerdruckeinstellung ermöglicht.
  12. 12. Druckbegrenzungsventil nach Patentanspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Übersetzerkolben (124) dichtungslos im Ventilgehäuse (60, 128) geführt ist.






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