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Dokumentenidentifikation DE19706573C2 28.12.2000
Titel Edelstein
Anmelder Atelier Bunz GmbH, 75335 Dobel, DE
Erfinder Bunz, Georg, 75335 Dobel, DE
Vertreter Mayer, Frank und Reinhardt, 75173 Pforzheim
DE-Anmeldedatum 20.02.1997
DE-Aktenzeichen 19706573
Offenlegungstag 03.09.1998
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 28.12.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.12.2000
IPC-Hauptklasse A44C 17/00

Beschreibung[de]
Technischer Hintergrund

Die Erfindung betrifft einen Edelstein gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Geschliffene Edelsteine sind beispielsweise aus der DE-PS 15 57 625 bekannt, bei der es um die Brillanz von Edelsteinen geht, deren Oberteil und Unterteil eine gleiche Anzahl (mindestens vier) von Facetten aufweist. Dort ist auch das Problem des "Brillanzloches" angesprochen, einer Erscheinung, die darin besteht, dass bei Draufsich auf den geschliffenen Edelstein im Bereich der Spitze die gewünschten Spiegelungseffekte unterbrochen werden.

Im Gegensatz zu Diamanten, bei denen eine Facettierung entsprechend der Kristallstruktur dieses Materials unumgänglich ist, ist es bei anderen Edelsteinen und Halbedelsteinen, insbesondere mineralischen oder synthetischen Steinen, durchaus möglich, Ober- und/oder Unterteil nicht facettiert auszubilden, beispielsweise eine Kombination von Facetten im Unterteil und gewölbten Flächen im Oberteil vorzusehen. Solche Edelsteine sind bekannt, die Formgebung beruht hier jedoch ausschließlich auf ästhetischen Erwägungen hinsichtlich des äußeren Erscheinungsbildes, ohne Brillanzeffekte zu berücksichtigen.

Stand der Technik

Die gattungsbildende US 3,898,869 zeigt einen Fingerring, bei dem der Edelstein lediglich einen Bestandteil darstellt; die aus der Figur grob entnehmbaren Winkel α und β zeigen eindeutig, dass der Winkel α offensichtlich größer als der Winkel β gewählt ist. Die dort angesprochene brillianzähnliche Wirkung dieses Fingerrings (Spalte 3, Zeile 47-49) ergibt sich nicht aus der gewählten Winkelkonstellation, sondern aus anderen Effekten, insbesondere dem dort vorgesehenen Spiegel, der zu Reflexionen führt.

Die Auslegeschrift DE-AS 21 26 572 beschäftigt sich mit einer speziellen Brillantform (mit als Seitenflächen von Pyramiden bzw. Stümpfen ausgebildeten und zu einer Rondistenebene geneigten Ober- und Rückfacetten) und beinhaltet als wesentliche technische Lehre, dass die Oberfacetten Winkel zur Rondistenebene sowohl unter 25° als auch über 70° und die Unterfacetten Winkel zur Rondistenebene zwischen 45° und 52° aufweisen. Bei diesen Winkelkonstellationen treten Brillanzeffekte nicht ohne weiteres auf und sind auch nicht Gegenstand dieser Neuerung, die sich ausschließlich mit Brillanten, die zwangsläufig mit facettiertem Oberteil ausgeführt sein müssen, und deren Eigenheiten, insbesondere in fertigungstechnischer Hinsicht (Schleifverluste, Gewichtssteigerung, Wertzuwachs) beschäftigt.

Beschreibung der Erfindung

Aufgabe der Erfindung ist es, auch bei solchen Edelsteinen oder Halbedelsteinen, also mineralischen oder synthetischen Steinen, ohne notwendige Facettierung hohe Brillanzeffekte zu erreichen, wobei möglichst flache Oberteile bevorzugt sein sollen.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gemäß dem kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1 gelöst.

Die Erfindung hat erkannt, dass überraschenderweise bei Verzicht auf eine Facettierung des Oberteils bei Einhaltung der angegebenen Parameter hinsichtlich der Facettenanzahl und der Winkelbereiche sich bei Aufsicht auf den derart geschliffenen Edelstein ein Brillanzeffekt in Form eines Sternes mit einer der Anzahl der Facetten entsprechenden Zackenanzahl darbietet, ohne dass das eingangs erwähnte Brillanzloch auftritt.

Die Erfindung schafft somit die Möglichkeit, hochwertige Brillanzeffekte bei einem weiten Bereich von synthetischen oder mineralischen Edelsteinen zu erreichen, mit einer durch den Verzicht auf die Facettierung des Oberteils weitaus größeren ästhetischen Spielraum als bisher.

Hierbei hat sich insbesondere herausgestellt, dass auch sehr flache Oberteile, beispielsweise in Kugelabschnittform oder in Kegelform möglich sind, deren Winkel zur Rondistenebene bei 18° liegen kann, wenn der Winkel zwischen dem Unterteil und der Rondistenebene einen Wert von 48° nicht übersteigt. Voraussetzung für das Eintreten der gewünschten Brillanzeffekte ist letzten Endes ein Höhenverhältnis zwischen Oberteil und Unterteil, das innerhalb eines durch die entsprechenden Winkel gegebenen Toleranzbereichs verläuft.

Beschreibung der Ausführungsbeispiele

Einige Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Lösung werden anhand von Zeichnungen näher erläutert, die jeweils Schnittdarstellungen zeigen:

Die Fig. 1 und 2 zeigen zwei Ausführungsbeispiele, bei denen das Oberteil 20 als Kugelabschnitt ausgebildet ist, mit einem Durchmesser D der Rondistenebene R und einem Winkel β zwischen Unterteilfacetten F und Rondistenebene R von 28° als erstem bevorzugtem Ausführungsbeispiel.

Demgegenüber zeigt Fig. 2 ein zweites bevorzugtes Ausführungsbeispiel, mit kleinerem Radius RK und dementsprechend höherem Oberteil 20, in Anpassung an das entsprechend "tiefere" Unterteil 10 mit dem gegenüber Fig. 1 größeren Winkel β von 48°.

Es wird hieraus deutlich, dass die Höhen bzw. Tiefen von Oberteil 20 und Unterteil 10 und damit auch die entsprechenden Winkel α und β in einer gewissen Korrelation insofern zueinander stehen, dass zur Erzeugung des gewünschten Brillanzeffektes zu einem sehr flachen Oberteil 20 ein entsprechend flaches Unterteil 10 "gehört" bzw. umgekehrt zu einem relativ hohen Oberteil 20, ein entsprechend tiefes Unterteil 10. Anders ausgedrückt, eine Zunahme eines der Winkel α oder β erfordert auch eine Zunahme des jeweils anderen Winkels β oder α in der angegebenen Bandbreite, um den gewünschten Brillanzeffekt zu erreichen bzw. zu erhalten.

Die entsprechende Aussage hinsichtlich dieser Zusammenhänge gilt auch für die in den Fig. 3 und 4 entsprechend dargestellten dritten und vierten bevorzugten Ausführungsbeispiele, bei denen das Oberteil 20 kegelförmig ausgebildet ist. Hier ist herausgefunden worden, dass bei einem Winkel β von 28° zwischen Rondistenebene R und Unterteilfacetten F der "brillanz-optimierte" Winkel α zwischen Oberteil 20 und Rondistenebene 10 bei 12° liegen sollte (Fig. 3), entsprechendes gilt bei der optimierten Winkelkombination der Fig. 4, wo bei einer Vergrößerung des Winkels β auf 47° eine Vergrößerung des Winkels α auf 20° zur genannten "Brillanzoptimierung" erforderlich ist.

Es versteht sich von selbst, dass die aufgeführten vier Beispiele lediglich die Extreme in dem Sinne darstellen, dass eine weitere Vergrößerung bzw. Verkleinerung der Winkel α und β zu einer wesentlichen Reduzierung des Brillanzeffektes führt, wogegen selbstverständlich Winkelkombinationen in den jeweiligen Zwischenbereichen beliebig möglich sind, sofern bei der Wahl eines Winkels β zwischen 28° und 47° ein entsprechend "passender" Winkel α im Wertebereich zwischen 12° und 20° gewählt wird.

Allen oben erläuterten bevorzugten Ausführungsbeispielen ist gemeinsam, dass die Anzahl der Facetten F 24 beträgt; es hat sich herausgestellt, dass dies bei den angegebenen Abmessungen eine optimierte Facettenanzahl ist, hinsichtlich des Brillanzeffektes einerseits und der Verarbeitungsmöglichkeiten andererseits.


Anspruch[de]
  1. 1. Edelstein mit einem Unterteil mit Facettenschliff mit mindestens 16 gleichen Facetten und einem facettenfreien Oberteil, das sich über der Rondistenebene erhebt, mit einem ersten Winkel (α) zwischen einer Tangentialebene an das Oberteil an der Schnittlinie mit der Rondistenebene und der Rondistenebene, und einem zweiten Winkel (β) zwischen den Unterteilfacetten und der Rondistenebene, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel (α) zwischen der Tangentialebene an das Oberteil (20) und der Rondistenebene (R) in einem ersten Bereich zwischen 12° und 20° liegt, dass der Winkel (β) zwischen den Unterteilfacetten (F) und der Rondistenebene (R) in einem zweiten Bereich zwischen 28° und 48° liegt, und dass dis beiden Winkel (α, β) zur Brillanzoptimierung derart korreliert sind, dass einem flachen Oberteil (20) mit kleinem Winkel (α) innerhalb des ersten Bereichs ein flaches Unterteil (10) mit kleinem Winkel (β) innerhalb des zweiten Bereichs zugeordnet ist, und umgekehrt.
  2. 2. Edelstein nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Oberteil (20) als Kugelabschnitt ausgebildet ist.
  3. 3. Edelstein nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Oberteil (20) als Kegel ausgebildet ist.
  4. 4. Edelstein nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Radius (RK) des Kugelabschnitts etwa 12 mm, der Durchmesser (D) der Rondistenebene (R) etwa 17,5 mm, und der Winkel (β) zwischen Unterteilfacetten (F) und Rondistenebene (R) 28° beträgt (Fig. 1).
  5. 5. Edelstein nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Oberteil (20) als Kugelabschnitt ausgebildet ist, dass der Radius (RK) des Kugelabschnitts etwa 9 mm, der Durchmesser (D) der Rondistenebene (R) etwa 13,5 mm, und der Winkel (β) zwischen Unterteilfacetten (F) und Rondistenebene (R) 48° beträgt (Fig. 2).
  6. 6. Edelstein nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel (α) zwischen der Tangentialebene an das Oberteil (20) und Rondistenebene (R) 12°, und der Winkel (β) zwischen Unterteilfacetten (F) und Rondistenebene (R) 28° beträgt (Fig. 3).
  7. 7. Edelstein nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel (α) zwischen der Tangentialebene an das Oberteil (20) und Rondistenebene (R) 20°, und der Winkel (β) zwischen Unterteilfacetten (F) und Rondistenebene (R) 47° beträgt (Fig. 4).






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