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Dokumentenidentifikation DE19758494C2 28.12.2000
Titel Absenkbare Schwenklafette
Anmelder Heckler & Koch GmbH, 78727 Oberndorf, DE
Erfinder Gattnar, Johann Ernst, 73266 Bissingen, DE
Vertreter Samson & Partner, Patentanwälte, 80538 München
DE-Anmeldedatum 25.08.1997
DE-Aktenzeichen 19758494
File number of basic patent 19736948.0
Offenlegungstag 22.04.1999
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 28.12.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.12.2000
IPC-Hauptklasse F41A 23/34
IPC-Nebenklasse F41A 23/02   F41A 23/20   F41A 23/24   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine absenkbare Schwenklafette für eine Feuerwaffe wie z. B. ein Maschinengewehr o. dgl., die zur Anbringung an einer Turmluke etwa eines Panzerfahrzeugs eingerichtet ist.

Solche Schwenklafetten sind etwa seitlich vor der Turmluke z. B. eines Panzers angebracht und tragen im Einsatz ein Maschinengewehr.

Diese Schwenklafetten weisen den folgenden Nachteil auf: da die von der Lafette getragene Waffe über einer Lukenöffnung liegen muß, muß vor der Luke ein im wesentlichen vertikaler Träger angebracht sein. Auf der Oberseite des Trägers ist ein Drehlager angebracht. Der Träger ist etwa bei einer Lafette mit Schwenkarm ortsfest auf dem Fahrzeugdeck montiert. Bei anderen Lafettenbauarten kann der Träger aber auch beweglich sein. Es können sogar mehrere Träger oder zumindest Träger-Unterteile vorgesehen sein.

Nun sind im Bereich einer solchen Luke aber meist Sichtfenster angeordnet, die mit Periskopeinrichtungen, Winkelspiegeln o. dgl. ausgestattet sind. Durch diese Einrichtungen und die Sichtfester ist der Fahrzeugbesatzung eine nur beschränkte Sicht ermöglicht. Diese ohnehin schon beschränkte Sicht wird aber nun noch durch Lafettenteile oder sogar die auf der Lafette montierte Waffe weiter beeinträchtigt.

Aus der DE 43 04 761 A1 (MaK System GmbH) ist eine absenkbare Schwenklafette bekannt. Bei der dort erläuterten Schwenklafette, die auch dazu beitragen soll, Beschränkungen des Sichtbereichs zu vermeiden, ist das Drehlager im Bereich der Luke starr auf dem Fahrzeugdeck angebracht. Das Absenken der Schwenklafette erfolgt durch ein fest mit der Luke verbundenes Prallelogrammgestänge. Bei dieser Konstruktion ist die Luke dem Schützen beim Feuern stets im Weg.

Diesen Nachteil vermeidet der Gegenstand der vorliegenden Anmeldung, indem bei ihm nicht nur die Feuerwaffe und die Schwenklafette sondern auch das Drehlager durch eine Absenkeinrichtung abgesenkt werden können wobei auch der Vorteil erzielt wird, daß durch die Versenkbarkeit aller Waffenkomponenten eine flachere Fahrzeugsilhouette erzeugt wird.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schwenklafette so auszubilden, daß sie möglichst leicht und weit abgesenkt werden kann, ohne daß der Schütze durch die Absenkeinrichtung beim Feuern behindert wird. Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß (Anspruch 1) vorgeschlagen, daß das Drehlager auf einer Absenkeinrichtung angebracht ist, mittels deren es zusammen mit der Lafette und der Feuerwaffe absenkbar ist.

Werden die genannten Sichtfenster benötigt, d. h. bei geschlossener Luke, so kann die von der Lafette getragene Waffe ohnehin nicht verwendet werden. Durch das erfindungsgemäß mögliche Absenken der Lafette und insbesondere der Waffe ist aber nicht nur die Sicht verbessert, sondern auch die Waffe vor Beschädigungen geschützt. Zudem ist die Silhouette des gesamten Fahrzeugs niedriger, da das Turm-Maschinengewehr meist den höchsten Punkt des Fahrzeugs darstellt.

Ein Träger der Schwenklafette kann als vertikale, teleskopartig ausfahrbare Stange ausgebildet sein, etwa als Kolbenstange, und kann vom Fahrzeuginneren her von Hand oder durch Kraftantrieb angehoben und abgesenkt werden.

Da aber im Inneren solcher Fahrzeuge der zur Verfügung stehende Raum schon anderweitig voll genutzt ist, liegt eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung darin (Anspruch 2), daß die Absenkeinrichtung eine Kippvorrichtung ist, mittels derer das Drehlager um einen unter ihm befindlichen Schwenkpunkt bis zur Auflage auf dem Fahrzeugdeck oder in einer in diesem ausgebildeten Mulde hinunterschwenkbar ist. Es ergibt sich somit eine geschützte Unterbringung der Waffe. Der Schwenkpunkt liegt unter den Sichtfenstern und bevorzugt möglichst dicht über dem Fahrzeugdeck.

Es wäre grundsätzlich möglich, zum Abkippen das Oberteil des Trägers zu ergreifen und nach dem Entriegeln von Hand nach unten umzulegen. Da aber in einer solchen Gefahrensituation, die das Schließen der Luke erfordert, der Schütze gezwungen wäre, sich voll aus der Luke herauszubeugen, ist es erfindungsgemäß bevorzugt (Anspruch 3), daß die Kippvorrichtung zum Absenken und Aufrichten der Lafette einen Betätigungshebel, eine elektrische Antriebsvorrichtung oder eine hydraulische Antriebsvorrichtung aufweist.

Der Betätigungshebel sollte sich dabei mit seiner Handhabe möglichst nahe am Lukenrand befinden, um das Umschwenken der Lafette zu ermöglichen, wenn der Schütze schon nahezu voll durch die Luke abgetaucht ist. Mit einer kraftgetriebenen Antriebsvorrichtung ist das Absenken der Lafette vom Fahrzeuginneren her auslösbar.

Die Kippvorrichtung kann eine Rast aufweisen, die sie in aufrechter Lage hält. Es besteht dann aber die Gefahr, daß die Rast z. B. bei einem heftigen Fahrbahnstoß nachgibt. Deshalb ist es erfindungsgemäß bevorzugt (Anspruch 4), daß die Kippvorrichtung eine Einrichtung zum Fixieren ihrer aufgerichteten Lage aufweist. Eine besonders einfache Einrichtung wäre etwa ein Verriegelungsbolzen, doch wäre dieser nur schlecht zugänglich. Auch elektrische oder hydraulische Verriegelungen sind denkbar, die fernbedienbar sind.

Besonders einfach und zuverlässig ist eine handbetätigbare Fixierung, die jedoch nahe vom Lukenrand her betätigbar sein sollte. Deshalb ist es besonders bevorzugt (Anspruch 5), daß die Einrichtung zum Fixieren der aufgerichteten Lage zwei Gelenkhebel aufweist, die mit den einen Enden miteinander und mit den anderen Enden mit den beiden zueinander abkippbaren Teilen der Kippvorrichtung verbunden sind und einen Kniehebelmechanismus bilden, der in der aufgerichteten Lage überknickt ist. Ein solcher Kniehebelmechanismus ist imstande, hohe Kräfte aufzunehmen, kann aber dennoch mit nur geringen Kräften eingelegt und gelöst werden.

Bevorzugt (Anspruch 6) ist der Betätigungshebel, die elektrische Antriebsvorichtung oder die hydraulische Vorrichtung zum Überknicken und Lösen des Kniehebelmechanismus eingerichtet. Hierdurch entfällt eine gesonderter Betätigungsschritt zum Ver- und Entriegeln der Kippvorrichtung, und die Benutzung der Lafette wird noch einfacher und schneller.

Der Gegenstand der Erfindung wird anhand der beigefügten schematischen Zeichnung beispielsweise noch näher erläutert. In dieser zeigt:

Fig. 1 die Draufsicht auf einen Teil des Turmes eines Kampfpanzers, mit offener Luke, Schütze und Maschinengewehr in feuerbereiter und abgesenkter Lage, und

Fig. 2 die Seitenansicht eines Teils des Turmes der Fig. 1, mit Maschinengewehr in feuerbereiter und abgesenkter Lage.

In beiden Figuren sind durchgehend gleiche Bezugszeichen für jeweils gleiche Elemente verwendet. Es ist ein Maschinengewehr 9, 9' jeweils in mehreren Lagen gezeigt, von denen es jeweils nur eine einzige einnehmen kann. In Fig. 1 ist die Draufsicht auf das Deck des Turmes 1 eines Kampfpanzers gezeigt. Dieser Turm 1 weist zwei nebeneinanderliegende, durch einen Deckel verschließbare Luken 3 auf, von denen nur die rechte gezeigt ist. Unterhalb der Luke 3 sind Sichtfenster 33 angeordnet, durch welche die Sicht nach außen möglich ist, wenn die Luke 3 geschlossen ist. In der Luke 3 ist ein Schütze 23 schematisch dargestellt; wie ersichtlich, ist die Luke 3 so eng, daß der Schütze nur sehr wenig Bewegungsspielraum hat.

Rechts vor der Luke 3 ist ein Träger 5 angeordnet, der in seiner Betriebslage vertikal steht, aber, wie in Fig. 2 näher gezeigt, in eine horizontale Lage gekippt werden kann.

An der Oberseite des Trägers 5, wenn sich dieser in aufrechter bzw. vertikale Lage befindet, ist ein Drehlager 7 angebracht, in dem ein Schwenkarm 11 mit seinem vorderen Ende drehbar gelagert ist. Dieser Schwenkarm 11 trägt an seinem hinteren Ende eine Schwenk- und Gewichtausgleichseinrichtung 25, an welcher ein Maschinengewehr 9 nahe seinem hinteren Ende schwenkbar gelagert ist.

Die Schwenk- und Gewichtausgleichseinrichtung 25 weist eine kräftige Feder auf, die dafür sorgt, daß sich das Maschinengewehr 9 mit gefülltem Gurtkasten (gestrichelt angedeutet) in nahezu horizontaler Lage befindet. Sie kann so blockiert werden, daß sich das Maschinengewehr 9 in fester horizontaler Lage befindet, etwa während der Fahrt oder beim Absenken der Schwenklafette. Die Schwenk- und Gewichtausgleichseinrichtung 25 läßt für das Maschinengewehr 9 eine volle horizontale und eine begrenzte vertikale Schwenkbewegung zu, die gegebenenfalls auch die Bekämpfung von Flugzielen ermöglicht.

Der Schwenkarm 11 besteht aus einem vorderen Teil 13 und einem hinteren Teil 15, die durch ein Gelenk 17 mit vertikaler Achse miteinander verbunden sind. Das Gelenk 17 ist durch eine federbelastete Feststelleinrichtung in mehreren Winkellagen blockierbar. Ein Lösehebel 19 mit einer Handhabe 21 an seinem Ende dient dazu, die Feststelleinrichtung bei seiner Betätigung zu lösen. Wird er losgelassen, so kann sich das Gelenk 17 noch bis zur nächsten feststellbaren Winkellage bewegen und ist dann blockiert.

Wie aus Fig. 2 ersichtlich, sitzt der Träger 5 auf einer Kippvorrichtung 35 und weist einen Feststellhebel 47 auf, mit dessen Hilfe das Drehlager 7 in mehreren Winkellagen feststellbar ist, und zwar mindestens in einer Winkellage, in welcher die Mündung des Maschinengewehrs 9 nach links weist. Ist das Drehlager 7 auf diese Weise festgestellt, und befindet sich der Schwenkarm 11 in einer Lage, in welcher seine beiden Teile 13, 15 genau übereinanderliegen (diese Lage ist im Gelenk 17 feststellbar), dann kann das Maschinengewehr 9' mittels der Kippvorrichtung 35 zusammen mit seiner Schwenklafette nach vorne und unten abgekippt werden, wo das abgekippte Maschinengewehr 9' auf einem Polster 41 aufliegt, das auf dem Deck des Turmes 1 angebracht ist. In dieser Lage behindert es nicht die Sicht aus den Sichtfenstern 33.

Die Kippvorrichtung 35 weist, eine horizontale Querachse als Schwenkachse auf (nicht gezeigt), sowie einen Feststellmechanismus, der aus zwei Kniehebeln 43, 45 gebildet ist, von denen sich in aufrechter Lage der Kippvorrichtung 35 der eine 43 oben und der andere 45 unten befindet. Mit dem oberen Kniehebel 43 ist ein Betätigungshebel 39 verbunden, der in aufrechter Lage der Kippvorrichtung 35 nach oben ragt und in einer Handhabe neben und über der Luke 3 endet. In dieser aufrechten Lage ist der Kniehebelmechanismus überknickt, das heißt, die gelenkige Verbindung der beiden Kniehebel 43, 45 wird durch das Gewicht der Schwenklafette und des Maschinengewehres 9 gegen einen Anschlag gedrückt.

Wird die Handhabe des Betätigungshebels 39 nach vorne gedrückt, dann schwenkt dieser den oberen Kniehebel 43 und damit die gelenkige Verbindung der beiden Kniehebel 43, 45 nach hinten über den Totpunkt der beiden Kniehebel 43, 45 hinweg. Nun kann die Schwenklafette zusammen mit dem Maschinengewehr 9, 9' nach vorne und unten kippen. Dort wird der Betätigungshebel 39 mit einer Rast gehalten oder das Maschinengewehr 9, 9' wird festgezurrt.

Selbst wenn das Maschinengewehr 9, 9' nicht gehalten werden sollte, kann es doch nur durch Fahrbahnstöße o. dgl. so nach oben schwenken, daß es stets wieder auf das Polster 41 zurückfällt.

Zum Aufrichten des Trägers 5 ist es nur notwendig, den Betätigungshebel 39 an seiner Handhabe zu ergreifen und nach oben zu schwenken. Dann kann das Maschinengewehr 9 nach Lösen des Feststellhebels 47 mit der linken Hand des Schützen 23 am Handgriff 31 und mit seiner rechten Hand am Griffstück 29 ergriffen, gerichtet und betätigt werden.

Eine Absenkeinrichtung der gezeigten Art ist nicht nur für eine Schwenklafette verwendbar, sondern auch für andere Lafetten.


Anspruch[de]
  1. 1. Schwenklafette mit einem zur Anbringung auf einem Fahrzeugdeck eingerichteten, eine vertikale Schwenkachse festlegenden Drehlager (7), wobei das Drehlager (7) auf einer Absenkeinrichtung angebracht ist, mittels der es zusammen mit der Schwenklafette und der Feuerwaffe absenkbar ist.
  2. 2. Schwenklafette nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Absenkeinrichtung eine Kippvorrichtung (35) ist, mittels der das Drehlager (7) um einen unter ihm befindlichen Schwenkpunkt bis zur Auflage auf dem Fahrzeugdeck oder in eine in diesem ausgebildete Mulde hinunterschwenkbar ist.
  3. 3. Schwenklafette nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kippvorrichtung (35) zum Absenken und Aufrichten der Schwenklafette einen Betätigungshebel (39), eine elektrische Antriebsvorrichtung oder eine hydraulische Antriebsvorrichtung aufweist.
  4. 4. Schwenklafette nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kippvorrichtung (35) eine Einrichtung zum Fixieren ihrer aufgerichteten Lage aufweist.
  5. 5. Schwenklafette nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zum Fixieren der aufgerichteten Lage zwei Kniehebel (43, 45) aufweist, die mit den einen Enden miteinander und mit den anderen Enden mit den beiden zueinander abkippbaren Teilen der Kippvorrichtung (35) verbunden sind und einen Kniehebelmechanismus bilden, der in der aufgerichteten Lage überknickt ist.
  6. 6. Schwenklafette nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Betätigungshebel (39), die elektrische Antriebsvorichtung oder die hydraulische Antriebsvorrichtung zum Überknicken und Lösen des Kniehebelmechanismus eingerichtet sind.






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