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Dokumentenidentifikation DE69608795T2 28.12.2000
EP-Veröffentlichungsnummer 0823060
Titel VERFAHREN ZUR VERARBEITUNG SEISMISCHER DATEN ZUR ERLANGUNG DER LAUFZEITKURVE
Anmelder Geco A.S., Stavanger, NO
Erfinder SONNELAND, Lars, N-4050 Sola, NO;
YRKE, Oyvind, N-4300 Sandes, NO;
TENNEBO, Ola, Per, Ipswich, Suffolk IP3, GB
Vertreter Sparing . Röhl . Henseler, 40237 Düsseldorf
DE-Aktenzeichen 69608795
Vertragsstaaten DE, FR, IT, NL
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 29.04.1996
EP-Aktenzeichen 969121086
WO-Anmeldetag 29.04.1996
PCT-Aktenzeichen GB9601018
WO-Veröffentlichungsnummer 9634301
WO-Veröffentlichungsdatum 31.10.1996
EP-Offenlegungsdatum 11.02.1998
EP date of grant 07.06.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.12.2000
IPC-Hauptklasse G01V 1/30

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Verarbeiten seismischer Daten.

Seismische Daten werden gesammelt, indem eine Anordnung von seismischen Gebern und seismischen Empfängern verwendet wird. Die Daten können an Land gesammelt werden, indem beispielsweise explosive Ladungen als Geber und Geophone als Empfänger verwendet werden; oder die Daten können auf See gesammelt werden, indem beispielsweise Luftschußwaffen als Geber und Hydrophone als Empfänger verwendet werden.

Nachdem die seismischen Rohdaten erfaßt wurden, werden die reflektierten Signale (die als Spuren bekannt sind), die durch jeden der Empfänger als Ergebnis der Betätigung eines Gebers seismischer Energie empfangen wurden, verarbeitet, um eine Darstellung der unterirdischen Oberfläche zu erzeugen. Das Verarbeiten enthält die Schritte des Transformierens (oder des "Wanderns") der Signale zu ihrer tatsächlichen Stelle der unterirdischen Oberfläche. Die Spuren werden anschließend korrigiert, um den Abstand zwischen dem Geber und dem Empfänger, der als Verschiebung bekannt ist, zu berücksichtigen.

Fig. 1 der beigefügten Zeichnung erläutert schematisch eine idealisierte Anordnung aus Geber und Empfänger, die längs einer Linie angeordnet sind. Erste, zweite und dritte Geber 2, 4 bzw. 6 wirken mit ersten, zweiten und dritten Empfängern 8, 10 bzw. 12 zusammen. Die Geber und die Empfänger sind um einem gemeinsamen Mittelpunkt 15 angeordnet. Zur Einfachheit wird angenommen, daß die Zwischenschicht oder der Fels 20 unter den Gebern und Empfängern isotrop ist und erste und zweite horizontale Teilreflektoren 22 bzw. 24 enthält. Die seismische Energie, die durch die Betätigung des ersten Gebers 2 erzeugt wird, wird von den Teilreflektoren 22 und 24 reflektiert und von jedem der Empfänger 8, 10 und 12 empfangen. Wegen der Einfachheit wird jedoch hierin lediglich die Energie betrachtet, die unter dem gemeinsamen Mittelpunkt 15 reflektiert wird. Somit wird in diesem Beispiel lediglich die am ersten Empfänger 8 als ein Ergebnis der Betätigung des ersten Gebers 2 empfangene Energie, die am zweiten Empfänger 10 als Ergebnis der Betätigung des zweiten Gebers 4 empfangene Energie und die am dritten Empfänger 12 als Ergebnis der Betätigung des dritten Gebers 6 empfangene Energie betrachtet. Die "gesamte" Laufzeit der Energie von einem Geber zu einem entsprechenden Empfänger nimmt mit dem Anwachsen des Abstands zwischen dem Geber und dem Empfänger zu. Die Gesamtlaufzeit ist außerdem eine Funktion der Tiefe der Reflektoren 22 und 24. Fig. 2 der beigefügten Zeichnung erläutert schematisch die Laufzeit für die in Fig. 1 gezeigte Situation, wenn die Verschiebung zunimmt. Die Verschiebungsachse von Fig. 2 ist mit 1, 2 und 3 beschriftet, um auf die Laufzeit zwischen dem ersten Geber und dem ersten Empfänger, zwischen dem zweiten Geber und dem zweiten Empfänger bzw. zwischen dem dritten Geber und dem dritten Empfänger Bezug zu nehmen. Die Gesamtlaufzeit in bezug auf die Verschiebung für jeden der Reflektoren definiert eine Kurve, in dieser vereinfachten Situation kann die Kurve durch

t²(Verschiebung) = (Verschiebung)²/(Geschwindigkeit)² + t² (Nullverschiebung)

genau definiert werden, wobei

t die Gesamtlaufzeit ist,

"Verschiebung" der Abstand zwischen Geber und Empfänger ist und

"Geschwindigkeit" die Ausbreitungsgeschwindigkeit der seismischen Signale im Fels ist.

Während der Verarbeitung der seismischen Überwachungsdaten werden die Spuren ihren jeweiligen gemeinsamen Mittelpunkten zugeordnet, so daß die Geologie unter der Linie der Geber und Empfänger an mehreren Positionen untersucht werden kann. Anschließend wird für jeden gemeinsamen Mittelpunkt und tatsächlich für jeden Reflektor 22 und 24 eine Geschwindigkeitsanalyse durchgeführt. Dies wird durch das Spezifizieren einer Reihe von in der obenstehenden Gleichung definierten Hyperbeln, die auf einen Bereich von Geschwindigkeiten bezogen sind, und durch Berechnen der mittleren Reflexionsamplitude längs aller in diesem Bereich spezifizierten Hyperbeln erreicht. Die seismischen Spuren für mehrere Verschiebungen werden anschließend gemäß den Hyperbeln in äquivalente Spuren mit Nullverschiebung umgewandelt, und diese Spuren werden anschließend aufsummiert. Die mittleren Amplituden bei Nullverschiebung werden dann untersucht, um zu bestimmen, welche Hyperbel das beste Ergebnis liefert.

Wenn eine geeignete Hyperbel gewählt worden ist, werden anschließend alle seismischen Daten, die sich auf den gemeinsamen Mittelpunkt beziehen, für den die Hyperbel bestimmt wurde, nach normaler Ausrichtung korrigiert und übereinander angeordnet, um eine übereinanderliegend angeordnete Spur für diesen speziellen gemeinsamen Mittelpunkt zu schaffen. Die übereinanderliegend angeordnete Spur hat im Vergleich zu den Spuren, die an den Empfängern aufgezeichnet werden, ein verbessertes Verhältnis von Signalen zum Rauschen.

Obwohl diese Technik leistungsstark ist und bei der Verarbeitung von seismischen Daten verwendet wird, ist sie nicht problemlos. Die Zwischenschichten oder die Felsen unter der Anordnung aus Empfänger und Geber ist nicht isotrop. Die Schallgeschwindigkeit in der Erde neigt dazu, mit der Tiefe größer zu werden, da die Erdschichten dichter werden. Es kann ferner mehrere Erdschichten geben, wovon jede abweichende Ausbreitungsgeschwindigkeiten besitzen kann. Somit werden die tatsächlichen Gesamtlaufzeiten von der Hyperbel-Annahme abweichen.

Die Genauigkeit der seismischen Datenverarbeitung könnte verbessert werden, wenn die tatsächlichen Gesamtlaufzeiten verwendet werden würden anstatt jenen, die an eine Hyperbelkurve angepaßt sind.

Gemäß der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum Verarbeiten seismischer Datenspuren geschaffen, die einem gemeinsamen Reflexionspunkt zugeordnet sind, umfassend das Analysieren der seismischen Datenspuren, um darin vorhandene ähnliche Merkmale, die auf eine Reflexion seismischer Energie von einem ersten Reflektor bezogen sind, zu bestimmen, und das Ordnen dieser Merkmale in bezug auf wenigstens eine Verschiebung, um dadurch eine Laufzeitoberfläche der vom ersten Reflektor reflektierten seismischen Energie zu identifizieren.

Es ist somit möglich, die tatsächliche Laufzeit gegenüber der Verschiebungsoberfläche (wenn die Laufzeit gegenüber der Verschiebung und wenigstens einer weiteren Variablen, z. B. der Position, abgebildet wird) oder gegenüber der Verschiebungskurve (wenn die Abbildung lediglich in bezug auf die Verschiebung ausgeführt wird) zu definieren und dadurch verbesserte Informationen in bezug auf die Ausbreitungsgeschwindigkeit seismischer Signale in der Geologie unter einer seismischen Anordnung zu extrahieren.

Die Spuren werden vorzugsweise aufsummiert, um eine zusammengesetzte Spur mit einer Nullverschiebung zu bilden. Die seismische Anordnung ist vorteilhafterweise eine Anordnung, die für eine dreidimensionale seismische Überwachung beschaffen ist, und die dadurch verbundenen Spuren werden vor der Analyse in eine Anordnung von Zellen (oder Fächer) einsortiert. Eine genauere Beschreibung des Vorgangs der Einsortierung in Fächer findet sich in GB-A-2 247 751.

Die tatsächlichen Gesamtlaufzeiten in bezug auf die Verschiebung können an eine Kurve angepaßt werden, um eine Laufzeitlinie zu definieren. Das Anpassen kann außerdem in bezug auf die Position des gemeinsamen Reflexionspunkts (in einer oder in zwei Dimensionen) ausgeführt werden, um eine Laufzeitoberfläche in einem drei- oder mehrdimensionalen Raum zu definieren. Die Laufzeitkurve oder die Laufzeitoberfläche besitzen vorzugsweise eine höhere Ordnung als eine hyperbolische Kurve oder eine hyperbolische Oberfläche.

Es wird vorzugsweise ein Geschwindigkeitsmodell verwendet, um den Beitrag der seismischen Spuren zum gemeinsamen Reflexionspunkt zu bestimmen.

Der gemeinsame Reflexionspunkt ist vorzugsweise ein gemeinsamer Mittelpunkt.

Das Verfahren kann für Reflexionen von weiteren Reflektoren wiederholt werden. Das Verfahren kann durch vorher vorhandene Überwachungsdaten oder von Schätzungen der Geologie des Gebiets angeleitet werden. Dies kann den Umfang der an den Daten ausgeführten Berechnungen reduzieren, da die Suche nach ähnlichen Merkmalen ungefähr zur richtigen Position in einem Datenraum geleitet wird, und es werden demzufolge weniger erfolglose Analysen durchgeführt.

Die vorliegende Erfindung wird weiter beispielhaft mit Bezug auf die beigefügte Zeichnung beschrieben, worin:

Fig. 1 eine schematische Erläuterung seismischer Signalwege zu und von einem gemeinsamen Mittelpunkt in einer zweidimensionalen seismischen Überwachung ist;

Fig. 2 die Änderung der Gesamtlaufzeit in bezug auf die Verschiebung seismischer Reflexionen für die in Fig. 1 gezeigte Anordnung erläutert;

Fig. 3 einen vierdimensionalen Raum zum Analysieren der seismischen Messungen schematisch erläutert;

Fig. 4 eine schematische Darstellung einer Kurve der seismischen Reflexionslaufzeit ist, die die Änderung der Laufzeit in bezug auf eine Verschiebung bei einer Suche des gemeinsamen Mittelpunkts zeigt; und

Fig. 5 die Ansicht einer Abbildung ist, die die Änderung der Laufzeit in bezug auf eine Verschiebung und eine Versetzung längs einer Dimension zeigt.

Die vorliegende Erfindung ersetzt den Schritt der Analyse der übereinanderliegend angeordneten Geschwindigkeiten und den Schritt der übereinanderliegend angeordneten Hyperbeln des Standes der Technik durch einen Schritt der Laufzeit-Extraktion und einen Schritt der Aufsummierung längs der extrahierten Zeitkurven oder -oberflächen. Die Laufzeit-Extraktion wird ständig längs der Erfassungslinien durchgeführt. Die Laufzeitkurven können jede Form annehmen und weisen keinerlei hyperbolische Abhängigkeit auf. Die Aufsummierung kann anschließend längs dieser allgemeinen Laufzeitkurven (oder Oberflächen) ausgeführt werden und die mittleren Amplituden oder weitere Amplitudennäherungen werden an der Position festgehalten, an der die Laufzeitkurven die Nullverschiebungs-Achse schneiden.

Alle verfügbaren seismischen Daten für einen gemeinsamen Mittelpunkt können verwendet werden, um die tatsächliche Laufzeitkurve zu entwickeln. Die Spuren werden durch einen Computer überprüft, um deren Teile zu bestimmen, die sich auf die selbe Reflexion beziehen. Der Computer führt ein Programm aus, das die Kontinuität der Reflexionsamplituden bezüglich der Laufzeit und der Verschiebung sowie wahlweise der Versetzung (längs der seismischen Linie) ausnutzt. Ein ausgesuchter Stapel von Laufzeitkurven, die sich auf unterschiedliche Laufzeittiefen beziehen, wird verwendet, um Laufzeiten zu interpolieren, die für die Berechnungen der mittleren Amplituden verwendet werden, die der Nullverschiebungs-Position zugewiesen werden. Die Interpolation ermöglicht, daß der Verarbeitungsschritt die Tatsache berücksichtigt, daß die Verschiebungen in einer unregelmäßigen Anordnung angeordnet sein können (d. h. nicht alle Verschiebungen müssen genau ganzzahlige Vielfache einer Einheitsverschiebung sein). Die Verarbeitung beinhaltet nicht die herkömmliche normale auszugsweise Verarbeitung und vermeidet deswegen die Verzerrung, die durch eine solche Technik in die Spuren eingeführt wird und es werden folglich höhere Frequenzen bei größeren Verschiebungen aufrechterhalten. Die Interpolation kann außerdem zeitlich mit der Genauigkeit von Unterabtastungen ausgeführt werden. Dies ist beim Extrahieren von Informationen aus Spuren mit großen Verschiebungen von Vorteil, da es hilft, die Datenkompression zu überwinden, die bei wachsender Verschiebung auftritt.

Die seismischen Messungen können in einem vierdimensionalen Raum analysiert werden, wie in Fig. 3 gezeigt ist. Die Dimensionen dieses Raums sind x und y als räumliche Koordinaten der Erfassungslinie, eine Verschiebungskoordinate o und eine Laufzeitkoordinate t. Die seismischen Daten können zwischen dem vierdimensionalen Nullverschiebungs-Kubus (dem Hauptplan-Kubus) und einem oder mehreren Unterplan-Kuben, die eine von Null verschiedene Verschiebung aufweisen, transformiert werden. Somit wird der mittlere Amplitudenwert über alle Verschiebungen längs einer im voraus spezifizierten Kurve im Unterplan- Kubus einer jeweiligen Position zugewiesen, an der dieser Kubus die Nullverschiebungs-Ebene tmjn schneidet und die der jeweiligen räumlichen x- und y-Position längs der Erfassungslinie des Hauptplan-Kubus entspricht. Der neue Querschnitt, der aus den mittleren Amplitudenwerten besteht, und tmin werden im Hauptplan-Kubus längs der Koordinaten x und y der Erfassungslinie erzeugt. Es können mehr als ein Unterplan-Kubus verwendet werden, wie in Fig. 3 erläutert ist. Dies stellt eine Situation dar, bei der mehr als ein Wellenmodus gemessen wird, und die nachfolgend beschrieben wird.

Die vorliegende Erfindung extrahiert explizit die genauen Laufzeiten aus den Daten im Verschiebungskubus längs der Erfassungslinie und summiert anschließend längs der Lauflinienkurven, um die mittlere Amplitude an der Nullverschiebungs-Stelle zu erhalten. Dies ergibt eine verbesserte Güte der Nullverschiebungs-Ergebnisse.

Zwischen den extrahierten Wellenfronten (die vom Benutzer gewählt sind) können neue Wellenfronten interpoliert werden. Die maximale Dichte der interpolierten Wellenfronten wird durch die Abtastrate des Nullverschiebungs-Querschnitts bestimmt. Die Position der interpolierten Wellenfront wird durch die benachbarten extrahierten Wellenfronten bestimmt. Die interpolierten Wellenfronten werden zusammen mit den zugehörigen Amplitudenwerten für die von Null verschiedenen Verschiebungen berechnet. Dies ergibt eine erhöhte Wiedergabetreue der Nullverschiebungs-Transformation.

Fig. 4 erläutert schematisch eine Reihe von Spuren des gemeinsamen Mittelpunkts, die in der Reihenfolge der abnehmenden Verschiebung angeordnet sind. Ein gegebenes Merkmal in einer Spur, wie etwa die Reflexion 30 der Spur 80 längs der Verschiebungsachse besitzt ein Gegenstück in den benachbarten Spuren 79 und 81. Der Computer ist so beschaffen, daß er ein gegebenes Merkmal und seine Gegenstücke lokalisiert und den "Weg" dieses Merkmals in der Laufzeit in bezug auf Änderungen der Verschiebung extrahiert.

Der Computer ist im allgemeinen so beschaffen, daß er seine Analyse von einem oder mehreren Ausgangspunkten beginnt. Der Ausgangspunkt ist ein benutzerdefiniertes Ereignis auf einem Ereignisweg oder auf einer Ereignisoberfläche, die verfolgt werden können. Dies beinhaltet nicht notwendigerweise, daß die Ausgangspunkte manuell in der Computer eingegeben worden sind. Tatsächlich kann der Ausgangspunkt oder jeder Ausgangspunkt ein vorgegebenes Ereignis sein, wobei der Computer angewiesen ist, danach zu suchen (wie etwa das erste seismische Signal, das innerhalb eines gegebenen Laufzeitbereichs für eine vorgewählte Verschiebung auftritt). Der Computer überprüft die Daten, die innerhalb einer "Nachbarschaft" des oder jedes Ausgangspunkts auftreten, um ein ähnliches seismisches Signal zu lokalisieren. Eine Nachbarschaft ist ein Bereich eines Datenraums (d. h. x-, y-Koordinaten, Laufzeit, Verschiebung). Das ähnliche seismische Signal kann unter Verwendung einer solchen Vergleichstechnik, wie die Spitzenwertidentifizierung oder die Kreuzkorrelation, identifiziert werden. Wenn ein benachbartes Ereignis identifiziert worden ist, wird es selbst als ein Ausgangspunkt für die nachfolgende Analyse der Daten verwendet. Durch eine Wiederholung des obengenannten Ablaufs kann das Auftreten einer seismischen Reflexion durch einen mehrdimensionalen Datenraum verfolgt werden.

Diese Suche muß nicht ohne Bezugnahme auf andere Führungsdaten erfolgen. Wenn beispielsweise eine frühere seismische Analyse der Geologie zur Verfügung steht oder wenn ein A-priori-Oberflächenmodell (die Geschwindigkeitsverteilung als eine Funktion der Tiefe) zur Verfügung steht, können diese Daten verwendet werden, um Laufzeitdaten zu erzeugen, die als Ausgangspunkte für die Analyse der erfaßten Daten verwendet werden könnten, oder die verwendet werden können, um die nachfolgende Analyse der Daten anzuleiten.

Insbesondere dort, wo die unterirdischen Oberflächen nicht geschichtet sind und ein A-priori-Geschwindigkeitsmodell der unterirdischen Oberflächen vorhanden ist, ist es möglich, eine Kombination von Geber- und Empfängerpositionen zu bestimmen, die zu einem gemeinsamen Reflexionspunkt auf der Nullverschiebungs-Ebene beitragen. Eine solche Technik wird als übereinanderliegende Anordnung von Trajektorien bezeichnet und kann beispielsweise durch Strahlverfolgung erreicht werden.

Eine solche übereinanderliegende Anordnung kann für alle Geber- und Empfängerpositionen um die Nullverschiebungs-Achse herum ausgeführt werden.

In dem Fall, wenn die unterirdische Oberfläche geschichtet sind, entsprechen die übereinanderliegend angeordneten Trajektorien einer Menge paralleler gerader Linien (nicht gezeigt) über den Verschiebungsbereich des Verschiebungskubus (Fig. 3) und der gemeinsame Reflexionspunkt fällt deswegen mit dem gemeinsamen Mittelpunkt zusammen.

Die übereinanderliegend angeordneten Trajektorien können außerdem bestimmt werden, indem das Geschwindigkeitsmodell verwendet wird, wenn die Geber- und Empfängerpositionen von einer gemeinsamen horizontalen Ebene (gegebene Größe) abweichen, indem die Geber- und Empfängerpositionen in bezug auf einen entsprechenden gemeinsamen Reflexionspunkt definiert werden. Der gemeinsame Mittelpunkt fällt jedoch nicht mit dem gemeinsamen Reflexionspunkt zusammen, selbst wenn die unterirdischen Oberflächen geschichtet sind.

Die Verwendung eines Geschwindigkeitsmodells ist besonders nützlich, wenn elastische Wellen, die durch einen seismischen Geber erzeugt werden, in einen anderen Modus der Wellenausbreitung umgewandelt werden, beispielsweise die Umwandlung an der reflektierenden Grenzfläche einer Kompressionswelle (Druckmodus) zu einer Schubwelle (Schubmodus). In einem solchen Fall fällt der gemeinsame Reflexionspunkt nicht mit dem gemeinsamen Mittelpunkt zusammen, selbst wenn die unterirdischen Oberflächen geschichtet sind.

Die Laufzeiten sind aus diesen Spuren extrahiert worden und eine Kurve 32 ist an die Signale angepaßt worden, die die tiefste Reflexion darstellen. Die Kurve 32 stimmt mit der Änderung der Laufzeit in bezug auf die Verschiebung genau überein, die selbst eine schwache Näherung einer Hyperbelfunktion ist.

Die Extraktion der Laufzeitkurven kann längs der Erfassungslinie wiederholt werden, um eine Laufzeitoberfläche zu bestimmen, wie in Fig. 5 gezeigt ist. Die schwarzen Linien in Fig. 5 bilden Konturen in der Laufzeitoberfläche ab.

Es ist somit möglich, Änderungen der Laufzeit bei wachsender Verschiebung zu messen und diese Messungen in einem Aufsummierungsvorgang zu verwenden, um eine verbesserte übereinanderliegend angeordnete Spur an jeder Position eines gemeinsamen Mittelpunkts zu schaffen.


Anspruch[de]

1. Verfahren zum Verarbeiten seismischer Datenspuren, die einem gemeinsamen Reflexionspunkt zugeordnet sind, umfassend das Analysieren der seismischen Datenspuren, um darin vorhandene ähnliche Merkmale, die auf eine Reflexion seismischer Energie von einem ersten Reflektor bezogen sind, zu bestimmen, und das Ordnen dieser Merkmale in bezug auf wenigstens eine Verschiebung, um dadurch eine Laufzeitoberfläche der vom ersten Reflektor reflektierten seismischen Energie zu identifizieren.

2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Spuren analysiert werden, um die Laufzeit als Funktion der Position des gemeinsamen Reflexionspunkts für von dem ersten Reflektor reflektierte seismische Energie zu bestimmen.

3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die seismischen Spuren in eine äquivalente Nullververschiebungs-Spur transformiert werden und die äquivalenten Nullververschiebungs-Spuren aufsummiert werden, um eine zusammengesetzte Spur zu bilden.

4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem ähnliche Teile der Spuren durch Suchen nach Merkmalen, die sich in im wesentlichen stetiger Weise in bezug auf Änderungen der Verschiebung oder der Position des gemeinsamen Reflexionspunkts ändern, identifiziert werden.

5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, ferner mit dem Schritt des Anpassens einer mathematisch definierten Laufzeitoberfläche als eine Funktion wenigstens der Verschiebung an die Laufzeitoberfläche für ähnliche Merkmale der Spuren, die im Analyseschritt identifiziert werden.

6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, ferner mit dem Schritt des Anpassens einer mathematisch definierten Laufzeitkurve als eine Funktion der Verschiebung an die Laufzeitoberfläche für die ähnlichen Merkmale der Spuren, die im Analyseschritt definiert werden.

7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die seismischen Spuren analysiert werden, um darin vorhandene Merkmale, die auf die Reflexion von wenigstens einem zweiten Reflektor bezogen sind, zu bestim men und um eine Laufzeitoberfläche für Reflexionen von dem wenigstens einen zweiten Reflektor zu identifizieren.

8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die im Analyseschritt identifizierten ähnlichen Merkmale aufsummiert werden.

9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem eine Schätzung der geologischen Eigenschaften eines überwachten Gebiets als eine Anfangsschätzung bei der Suche nach Merkmalen in den Datenspuren, die auf eine seismische Reflexion bezogen sind, verwendet wird.

10. Verfahren nach Anspruch 9, bei dem die Schätzung der geologischen Eigenschaften verwendet wird, um die Suche nach Merkmalen in den Datenspuren anzuleiten.

11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem ein Geschwindigkeitsmodell verwendet wird, um den Beitrag der seismischen Spuren zu dem gemeinsamen Reflexionspunkt zu bestimmen.

12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem der gemeinsame Reflexionspunkt ein gemeinsamer Mittelpunkt ist.







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