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Dokumentenidentifikation DE69702940T2 28.12.2000
EP-Veröffentlichungsnummer 0799568
Titel Mit einem Desinfektionsmittel imprägnierte Träger
Anmelder Financière Elysées Balzac, Paris, FR
Erfinder Pierre, Michel, 60000 Beauvais, FR;
Bourgeois, Michel, 69003 Lyon, FR
Vertreter Herrmann-Trentepohl und Kollegen, 81476 München
DE-Aktenzeichen 69702940
Vertragsstaaten DE, ES, FR, GB, IT
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 03.04.1997
EP-Aktenzeichen 974007726
EP-Offenlegungsdatum 08.10.1997
EP date of grant 30.08.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.12.2000
IPC-Hauptklasse A01N 25/02
IPC-Nebenklasse A01N 25/34   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft mit Desinfektionszusammensetzungen imprägnierte Träger. Diese Zusammensetzungen sind flüssig und auf der Basis eines Lösungsmittels S. Sie enthalten in dem Lösungsmittel S eine wirksame Menge mindestens eines Desinfektionsmittels D. Unter einem Desinfektionsmittel ist in dieser Patentanmeldung ein bei Umgebungstemperatur flüssiges oder festes Produkt zu verstehen, das eine spezifische Wirkung auf einen oder mehrere Mikroorganismen entfaltet, um die Vermehrung des/der Mikroorganismus/Mikroorganismen zu hemmen und sogar zu beenden, wobei diese Wirkung in einer antibakteriellen (bakteriostatischen und/oder bakteriziden), antifungalen (Schimmelpilz und/oder Hefepilz bekämpfenden), Algen und Viren bekämpfenden Wirkung bestehen kann.

Die Anmelderin hat sich mit dem Problem der Herstellung nichtflüchtiger aktiver desinfizierender Zusammensetzungen befasst, die sich insbesondere für die Dekontaminierung von Oberflächen, Oberflächen von Gegenständen (wie Arbeitsplatten, Toilettenschüsseln, Telefonhörern, Türen und Fenstern) oder Oberflächen von Körpern, eignen. Diese Zusammensetzungen können zur Reinigung von Oberflächen durch bekannte Tauch-, Wasch- und Sprühverfahren, gegebenenfalls mit einem Träger für das Aufbringen wie einem Tuch, Schwamm und Papier, verwendet werden. Diese Zusammensetzungen sind insbesondere zur Herstellung imprägnierter Träger geeignet, die für die Dekontaminierung von Oberflächen vorgesehen sind, wobei diese Träger ohne besondere Vorkehrungen gelagert werden können. Die Zusammensetzungen, die als solche oder auf einem Träger imprägniert vorliegen, können ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen in unkomplizierten Verpackungen oder sogar ohne Verpackung dann aufbewahrt werden, wenn man keine Verdunstung feststellt, die für ihre Aktivität schädlich wäre. Dies wird in dieser Beschreibung weiter unten erläutert.

Gemäß dem Stand der Technik werden für den Handel unterschiedliche Produkte zur Desinfizierung von Oberflächen vorgeschlagen, insbesondere

a) wässrige Lösungen, die Desinfektionsmittel enthalten und auf die Oberflächen in einem Bad - beispielsweise zur Desinfizierung von chirurgischen Instrumenten oder Babyflaschen - oder durch Zerstäuben, Versprühen oder auch mit Hilfe eines Trägers aufgebracht werden; diese wässrigen Lösungen haben den Nachteil, dass sie verdunsten,

b) desinfizierende Schaumstoffe oder Massen,

c) desinfizierende Aerosole auf Basis von Ölen und Naturbenzinen,

d) imprägnierte feuchte Träger, die den Nachteil haben, dass sie an der Luft und auch bei der Lagerung austrocknen, so dass sie nur in hermetisch verschlossenen Schachteln oder verschließbaren Beuteln zur Verfügung stehen,

e) imprägnierte trockene Träger, die nach Befeuchten verwendbar sind, und

f) Reinigungsträger mit permanenter antibakterieller Wirkung, die sich aber auf die Gewährleistung der inneren Hygiene dieser Träger beschränkt; in diesen Trägern sind adäquate Biozide eingebaut.

Es kann festgestellt werden, dass sich die erfindungsgemäßen imprägnierten Träger im Bereich obiger Produkte d) befinden, ohne deren Nachteile aufzuweisen.

Gemäß dem Stand der Technik sind insbesondere desinfizierende Mittel auf der Basis von Trägern beschrieben worden, die mit wässrigen oder hydrophoben Desinfektionszusammensetzungen beschichtet sind.

So ist in der Patentanmeldung FR-A-2 623 993 eine mit einer wässrigen Zusammensetzung imprägnierte Textilie für die Konditionierung in hermetisch verschlossenen Verpackungen beschrieben, die insbesondere zur Reinigung von Oberflächen wie Glas und Spiegeln geeignet ist. Die wässrige Zusammensetzung ist vom Typ obiger Produkte a) und die Textilie vom Typ obiger Produkte d).

In der Patentanmeldung FR-A-2 197 556 ist weiterhin ein Wischerzeugnis beschrieben, das aus einem Nonwoven besteht, das mit einem Gemisch aus Mineralöl, Terpentin und bakteriziden und antifungalen Produkten imprägniert ist. Dabei sind die Mineralöle Gemische aus flüchtigen hydrophoben Kohlenwasserstoffen wie Benzinen oder weniger flüchtigen wie Ölen, Wachsen und Paraffinen. Terpentin ist ein aus Bäumen extrahiertes hydrophobes und flüchtiges Gummi. Die hier beteiligte Zusammensetzung ist stark hydrophob und mit Wasser unmischbar.

Darüber hinaus sind in der Patentanmeldung EP-A-38 416 Desinfektionsmittel vorgeschlagen worden, die eine Kombination von aktiven Hauptbestandteilen in einem bipolaren Lösungsmittel enthalten. Dieses Lösungsmittelmedium enthält immer noch Wasser in beträchtlicher Menge.

Hiermit werden neue Träger vorgeschlagen, die mit Desinfektionszusammensetzungen imprägniert und einsatzbereit sind und mindestens ein Desinfektionsmittel D (in wirksamer Menge) in einem Lösungsmittel S enthalten. Diese für die erfindungsgemäßen Aufgaben nützlichen Zusammensetzungen, die auf Grund des Charakters des Lösungsmittels S neu sind, werden anschließend beschrieben. Das Lösungsmittel S hat eine Siedetemperatur von über 200ºC und ist mit Wasser in einem Verhältnis von mindestens 2 Gew.-% Wasser in diesem Lösungs mittel S mischbar. Das Lösungsmittel S macht bei den erfindungsgemäß verwendbaren Desinfektionszusammensetzungen mindestens 80 Gew.-% aus. Diese Zusammensetzungen sind besonders leistungsfähig.

Die erfindungsgemäß verwendbaren Desinfektionszusammensetzungen sind auf Basis eines nichtflüchtigen Lösungsmittels S und zeichnen sich daher unter üblichen Druck- (etwa 1 bar) und Temperaturbedingungen (-20ºC bis +40ºC) durch fehlende bzw. geringe Verdunstung aus. Das Lösungsmittel S besitzt vorteilhafterweise eine Siedetemperatur von über oder gleich 250ºC.

Die erfindungsgemäß verwendbaren Zusammensetzungen können daher gelagert und verwendet, insbesondere auf Trägern imprägniert werden, ohne dass sich das Problem ihrer Verdunstung stellt. Sie und die sie enthaltenden Träger erfordern für ihre Lagerung keine hermetisch verschlossenen, komplizierten Verpackungen. Sie und die sie enthaltenden Träger sind lagerstabil.

Das Lösungsmittel S kann bestehen aus:

- einem reinen Lösungsmittel: S = s,

- einem Gemisch reiner Lösungsmittel: 5 = Σs,

- einem Gemisch aus mindestens einem reinen Lösungsmittel und mindestens einem Produkt P, das den Dampfdruck des reinen Lösungsmittels oder des Gemischs aus reinen Lösungsmitteln senken soll: S = s + P oder S = s + ΣP oder S = Σs + P oder S = Σs + ΣP.

Unabhängig von seiner genauen Zusammensetzung weist es daher eine hohe Siedetemperatur (θb > 200ºC und vorteilhafterweise θb ≥ 250ºC) auf, die deutlich höher als die normale Lager- und Verwendungstemperatur der Desinfektionszusammensetzungen, die es enthalten, ist.

Anschließend wird beispielhaft der Charakter reiner Lösungsmittel beschrieben, die als Basis für die erfindungsgemäß verwendbaren Desinfektionszusammensetzungen dienen können:

- Formamid (θb = 210ºC) CH&sub3;NO,

- Dipropylenglykol (θb = 230ºC) C&sub6;H&sub1;&sub4;O&sub3;,

- Hexylenglykol (θb = 244ºC) C&sub6;H&sub1;&sub4;O&sub2;,

- Cinnamaldehyd (θb = 246ºC) C&sub9;H&sub8;O,

- Diethylenglykol (DEG) (θb = 250ºC) C&sub4;H&sub1;&sub0;O3,

- Diethylenglykoldibutylether (θb = 256ºC) C&sub1;&sub2;H&sub2;&sub6;O&sub3;,

- 2-Ethylhexylhexanoat (θb = 267ºC) C&sub1;&sub4;H&sub2;&sub8;O&sub2;,

- Triethylenglykol (TEG) (θb = 290ºC) C&sub6;H&sub1;&sub4;O&sub3;,

- Glycerin (Gly) (θb = 290ºC) C&sub3;H&sub8;O&sub3;.

Insbesondere sind Lösungsmittel vom Typ höherer Alkohol wie Glycerin, Diethylenglykol, Triethylenglykol oder Dipropylenglykol bevorzugt, die einen leicht hygroskopischen Charakter besitzen.

Die Lösungsmittel wie die oben genannten können sich in Zusammensetzungen, die am Gemisch teilhaben, und Gemischen untereinander und/oder mit mindestens einem dritten Produkt P wie oben genanntem(das in der Lage ist, den Dampfdruck von S zu senken) befinden.

Vorteilhafterweise ist das Lösungsmittel S per se hygroskopisch und/oder enthält mindestens ein hygroskopisches Produkt. Durch eine solche Eigenschaft des Lösungsmittels S - Neigung zur Absorption von Wasser - wird die desinfizierende Aktivität von enthaltenden Zusammensetzungen verstärkt. Im Rahmen dieser Abwandlung wird als Lösungsmittel S Glycerin oder Diethylenglykol gewählt und/oder mindestens ein hygroskopisches Produkt wie Calciumchlorid und/oder Magnesiumchlorid und/oder Harnstoff in ihm in Lösung gebracht.

Ein solches hygroskopisches Produkt kann als Produkt P dienen, d. h., durch seine Beteiligung kann der Dampfdruck des Gemischs gesenkt werden.

In jedem Fall behält das Lösungsmittel S. das gegebenenfalls mindestens ein Produkt P und/oder mindestens ein hygroskopisches Produkt enthält (das ein Produkt P bilden kann), eine Siedetemperatur von über 200ºC (und macht mindestens 80 Gew.-% in den erfindungsgemäß verwendbaren Zusammensetzungen aus).

Das Lösungsmittel S besitzt außer seiner hohen Siedetemperatur ein weiteres wesentliches Merkmal: Es ist mit einem Anteil von mindestens 2 Gew.-% Wasser mischbar. Darunter ist zu verstehen, dass es die Zugabe von mindestens 2 Gew.-% Wasser zu ihm toleriert, ohne trüb zu werden und ohne zwei entmischte Phasen zu bilden. Anders ausgedrückt, weist das Lösungsmittel S einen gewissen hydrophilen Charakter auf.

Die weiter oben genannten reinen Lösungsmittel haben diesen hydrophilen Charakter. An dieser Stelle wird für alle nützlichen Verwendungszwecke festgestellt, dass sich 2-Ethylhexylhexanoat dann eignet, wenn es mit 3,6% Wasser ein Azeotrop bildet.

Aus dieser partiellen Mischbarkeit des Lösungsmittels S mit Wasser ergeben sich für die erfindungsgemäß verwendbaren Desinfektionszusammensetzungen zahlreiche Vorteile, insbesondere für ihre Effizienz.

Die hauptsächliche Anwendung dieser Zusammensetzungen ist die Desinfektion im Haushalt oder im Haus in Gegenwart von Wasser. In diesem Zusammenhang ist es günstig, dass der desinfizierende aktive Hauptbestandteil D, der in diesen Zusammensetzungen enthalten ist, in verschmutztes Wasser migrieren kann und nicht nur an der Grenzfläche von verschmutztem Wasser und Lösungsmittel S wirkt. Auf Grund der wenigstens partiellen Mischbarkeit des Lösungsmittels S mit Wasser werden verschmutzte wässrige Ansammlungen absorbiert, was es dem Desinfektionsmittel D der Zusammensetzung erlaubt, eine Wirkung in situ und nicht nur an der Grenzfläche auszuüben. Auf dieselbe Weise sind die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen dank ihres hydrophilen und vorteilhafterweise hygroskopischen Charakters direkt zugänglich und stehen für eine schnelle biozide Wirkung auf der hydrophilen Oberfläche von Keimen zur Verfügung.

Beispielhaft ist zu nennen, dass eine Zusammensetzung auf der Basis von Paraffinöl (θb ∼ 400ºC), die ein Bakterizid enthält, im Allgemeinen nicht dessen bakterizide Aktivität entfaltet, da jenes nicht hydrophil ist.

Weiterhin wird diese partielle Mischbarkeit von Wasser mit S genutzt

- bei der Herstellung von Trägern, die mit Desinfektionszusammensetzungen auf der Basis von S imprägniert sind, und

- bei der Herstellung dieser Desinfektionszusammensetzungen per se.

Bei der Herstellung der imprägnierten Träger kann so Wasser (oder ein anderes hydrophiles Lösungsmittel), für eine bessere Imprägnierung der (hydrophilen) Träger beteiligt sein, wonach das Wasser (oder das andere hydrophile Lösungsmittel) verdunstet. Durch Wasser (oder ein anderes hydrophiles Lösungsmittel) wird die Benetzbarkeit des hydrophilen Trägers mit der desinfizierenden Zusammensetzung verbessert. Unabhängig vom Charakter des Trägers - ob er einen hydrophilen oder hydrophoben Charakter aufweist - kann Wasser (oder ein anderes Lösungsmittel) als Extender für eine Optimierung der Imprägnierung beteiligt sein.

Durch die wenigstens partielle Mischbarkeit des Wassers mit dem Lösungsmittel S wird schließlich der direkte Einbau in S von Desinfektionsmitteln möglich, die in Lösung in hydrophilen Lösungsmitteln zur Verfügung stehen, im Allgemeinen von in wässriger oder alkoholischer Lösung verfügbaren Desinfektionsmitteln.

Das ist ein nicht zu vernachlässigender Vorteil, der in den meisten Fällen die Herstellung der erfindungsgemäßen Desinfektionszusammensetzungen erleichtert.

Die erfindungsgemäß verwendbaren Zusammensetzungen sind deshalb durch den Charakter des Lösungsmittels S, das sie enthalten, charakterisiert. Dabei handelt es sich um eine nicht-wässrige, gegenüber Verdunstung relativ "inerte" Flüssigkeit, die dennoch in der Lage ist, die Entfaltung der Wirkung des/der Desinfektionsmittels D, das/die sie enthält (in Lösung und/oder Suspension und/oder Mischung), auf benetzten Oberflächen zu ermöglichen.

Die Wahl des Lösungsmittels S, das die erforderlichen Kriterien Siedetemperatur und Mischbarkeit mit Wasser aufweist, wird optimiert, indem beispielsweise seine Fähigkeit zum Lösen des/der beteiligten Desinfektionsmittels, seine Viskosität, seine eigenen desinfizierenden Eigenschaften, sein Gefühl bei Berührung, sein Geruch und seine Harmlosigkeit und/oder Toxizität für denjenigen, der mit ihm umgeht, und/ oder die zu behandelnden Oberflächen berücksichtigt werden.

Weiter oben war zu entnehmen, dass das Lösungsmittel S mindestens 80 Gew.-% der erfindungsgemäß verwendbaren Desinfektionszusammensetzungen ausmacht. Es macht vorteilhafterweise mindestens 90 Gew.-% und besonders bevorzugt mehr als 95 Gew.-% dieser Zusammensetzungen aus.

Es ist festzustellen, dass das/die Desinfektionsmittel D nicht zwangsweise sich im Lösungsmittel S in Lösung befindet/befinden. S und D können eine Lösung, Dispersion oder Emulsion bilden.

Dem Bisherigen ist zu entnehmen, dass das Lösungsmittel S mindestens 80 Gew.-% der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen ausmacht und das Desinfektionsmittel D in diesem Lösungsmittel S in einem Lösungsmittel, im Allgemeinen einem hydrophilen Lösungsmittel vom Typ Wasser oder Alkohol, in Lösung gebracht werden kann.

Unter Berücksichtigung dieser Art und Weise, wie D in S eingebaut wird, oder aus einem anderen Grund können die erfindungsgemäß verwendbaren Zusammensetzungen außer dem/den Desinfektionsmittel/n D und dem Lösungsmittel S (das gegebenenfalls mindestens ein Produkt P und/oder mindestens ein hygroskopisches Produkt enthält) ein weiteres Lösungsmittel S' (reines Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemisch) umfassen. Das Lösungsmittel S' weist ebenfalls eine wenigstens partielle Mischbarkeit mit Wasser (≥ 2 Gew.- %) auf und unterscheidet sich dennoch von S durch seine Siedetemperatur. Es ist flüchtiger: Seine Siedetemperatur beträgt weniger als oder gleich 200ºC. Sein Zusatz darf aber nicht den nichtflüchtigen Charakter der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen beeinträchtigen. Das Lösungsmittel S' (θb ≤ 200ºC) macht immer weniger als 20 Gew.-% der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen, vorteilhafterweise weniger als 10 Gew.-% und besonders bevorzugt weniger als 5 Gew.-% (sogar weniger als 2 Gew.-%) der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen aus. Es besteht vorteilhafterweise aus einem hydrophilen Lösungsmittel, das aus Ether, Aceton, Wasser und Alkoholen ausgewählt wird. Auf noch vorteilhaftere Weise besteht es aus Wasser oder einem Alkohol.

Das Lösungsmittel S' verdunstet auf Grund seines flüchtigen Charakters, weshalb sein Anteil an den erfindungsgemäßen Desinfektionszusammensetzungen im Allgemeinen im Laufe der Zeit sinkt.

In diesem Zusammenhang ist festzustellen, dass erfindungsgemäß verwendete Zusammensetzungen sich im Laufe der Zeit ohne Schaden, was ihre Aktivität betrifft, verändern können. Dabei reichern sie sich mit Lösungsmittel S (auf Kosten des Lösungsmittel S') an. Eine solche Anreicherung kann sich auch in einer Veränderung des Zustandes bemerkbar machen. Ein Desinfektionsmittel D, das in S' in Lösung gebracht worden ist, kann, wenn es in S unlöslich oder nicht mischbar ist, nach einem bestimmten Zeitraum erfindungsgemäße Desinfektionszusammensetzungen mit zwei Hauptphasen bilden:

fest (D)/flüssig (S)

oder

flüssig (D) /flüssig (S).

Solche Zusammensetzungen mit mehreren Phasen können erfindungsgemäß verwendet werden. Weiterhin kann vorteilhafterweise diese "Instabilität" bestimmter Zusammensetzungen genutzt werden, um in der Struktur eines Trägers ein Desinfektionsmittel D abzuscheiden.

Was das Desinfektionsmittel D betrifft, so ist es vorteilhafterweise mit S mischbar, was aber unter Berücksichtigung des zuvor Festgestellten nicht zwingend ist.

An den erfindungsgemäß verwendbaren Zusammensetzungen können alle Typen eines Desinfektionsmittels teilhaben. Entsprechend dem vorgesehenen Verwendungszweck wird das Desinfektionsmittel oder das Desinfektionsmittelgemisch gemäß seinem Wirkungsspektrum unter Berücksichtigung der Eigenschaften Nichttoxizität oder Harmlosigkeit ausgewählt.

So kann/können für eine bakterizide Verwendung das/die Desinfektionsmittel aus bekannten Bakteriziden wie quartären Ammoniumverbindungen, Phenolderivaten, bakteriziden Ölen, Formaldehyd freisetzenden Verbindungen und vorteilhafterweise aus aktiven Bakteriziden mit niedriger Konzentration ausgewählt werden.

So kann/können für eine fungizide Verwendung das/die Desinfektionsmittel aus bekannten Fungiziden wie Naturbenzin, Zinkoxid, quecksilber- oder zinnorganischen Verbindungen, Pentachlorphenol, Dithiocarbamaten, Isothiazolinonen, Tetrachlorpyridinmethylsulfon, (N-Dimethylamino-N-phenol-N'-fluordichlormethylthio)sulfamid und N-Fluordichlormethylthiophthalimid und vorteilhafterweise aus aktiven Fungiziden mit niedriger Konzentration ausgewählt werden.

Insbesondere können in den erfindungsgemäß verwendbaren Zusammensetzungen nachstehende kommerzielle Biozide oder kationische (die sehr effizient, aber empfindlich gegenüber anionischen Waschmitteln sind) und nicht-ionische Desinfektionsmittel verwendet werden:

- BTC 2125 M, wässrige Flüssigkeit mit 50%, kationisches Biozid, das aus einem Gemisch von Benzylalkoniumen besteht, das von MILLCHEM U. K. Ltd. vertrieben wird (dieses Biozid wird in den weiter unten stehenden Beispielen als BTC bezeichnet),

- IRGASAN DP 300, nicht-ionisch und fest, das aus einem Triclosan besteht, das sich in der Positivliste der Kosmetika befindet, in Wasser unlöslich und in Alkoholen löslich ist und von CIBA-GEIGY vertrieben wird (dieses Biozid wird in den weiter unten stehenden Beispielen als Irgasan bezeichnet),

- Chlorhexidingluconat (GdCH), von ICI-Pharma vertriebenes kationisches Biozid,

- Vantocil IB mit 20%, das aus einem kationischen Biguanid besteht und von ZENECA BIOGIDES vertrieben wird,

- PROMEXAL X50 mit 5%, das aus einem nichtionischen Isothiazolinon besteht und von ZENECA BIOCIDES vertrieben wird,

- ACTICIDE 14 mit 14%, das aus einem wässrigen Isothiazolinongemisch besteht, das von THOR vertrieben wird (dieses Biozid wird in den weiter unten stehenden Beispielen als Acticide bezeichnet), und

- biozide Öle wie Thymol und Citronellol, die in Wasser unlöslich und mit Alkoholen mischbar sind (siehe "Ciblage de bactéries cutanées" von C. Viollon und J.-P. Chaumont in "Parfums cosmétiques Arômes", Nr. 116, April, Mai 1994, S. 67-69).

Wenn die erfindungsgemäß verwendbaren Desinfektionszusammensetzungen feste Desinfektionsmittel enthalten, ist festzustellen, dass diese die Aufgabe eines schmirgelnden und/oder Schleif- und desinfizierenden Pulvers erfüllen. Ganz allgemein können insbesondere schmirgelnde und/oder Schleifpulver außerdem den erfindungsgemäßen Zusammensetzungen zugesetzt werden. Dadurch wird deren Reinigungswirkung und damit die Dekontaminierung der Oberfläche verbessert.

Die Erfindung betrifft auch die Herstellung der bisher beschriebenen Desinfektionszusammensetzungen. Die Herstellung umfasst den Einbau mindestens eines Desinfektionsmittels D in ein Lösungsmittel S, wobei das Desinfektionsmittel D gegebenenfalls gelöst in oder im Gemisch mit einem Lösungsmittel S' vorliegt. Nach einem solchen Zusatz entstehen erfindungsgemäß verwendbare Zusammensetzungen vom Typ S + D oder S + D + S' (wobei sich letzterer Zusammensetzungstyp nach Verdunstung von S' zu Zusammensetzungen vom Typ S + D + εs' verändern kann). Diese Typen von Zusammensetzungen, S + D (enthält kein Lösungsmittel S') oder S + D + εS' (enthält weniger als 5 Gew.-% und sogar weniger als 2 Gew.-% S', erfindungsgemäß sehr wenig S' oder erfindungsgemäß etwas mehr S', das anschließend verdunstet), sind besonders bevorzugt. Die Zusammensetzungen vom Typ S + D + εS' resultieren im Allgemeinen aus dem Zusatz mindestens eines Desinfektionsmittels D in handelsüblicher Form, nämlich in wässriger und/oder alkoholischer Lösung in S', wobei die Lösung S' an dem Desinfektionsmittel D stark konzentriert ist, zu S.

Obige Desinfektionszusammensetzungen können als solche ohne einen Anwendungsträger (indem beispielsweise Verfahren wie Eintauchen und Zerstäuben angewendet werden) verwendet werden. Sie können auch mit einem Träger verwendet werden, insbesondere gemäß zweier anschließend beschriebener Ausführungsformen. Dazu wird der Träger mit den Zusammensetzungen imprägniert. Solche mit diesen Desinfektionszusammensetzungen imprägnierte Träger bilden den erfindungsgemäßen Gegenstand. Die Imprägnierung wird durch Eintauchen und Entsättigung, wenn sie stattfindet, durch Klotzen, Beschichten, Bedrucken, Aufsprühen oder ein anderes dem Fachmann bekanntes Verfahren durchgeführt. Dabei kann der Imprägnierungsgrad variabel sein. Ganz allgemein ist erfindungsgemäß die Verwendung der zuvor beschriebenen neuen Zusammensetzungen, insbesondere zur Imprägnierung von Trägern (wobei eine vorhergehende Verdünnung nicht erforderlich ist) ein integrierender Bestandteil. Die erfindungsgemäßen Desinfektionszusammensetzungen sind anwendungsbereit.

Wenn es nur darum geht, die innere Hygiene des Trägers sicherzustellen (in bezug auf das Desinfektionsmittelspektrum von D) - erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Träger - wird aus ökonomischen Gründen darauf geachtet, die Menge Zusammensetzung, die in den Träger eingebaut wird, zu minimieren, wobei es selbstverständlich ist, eine wirksame Menge Desinfektionsmittel einzubauen.

Ist es erwünscht, mit diesen Trägern Mittel für die Desinfektion einer Oberfläche herzustellen, d. h. Mittel, die in der Lage sind, einen aktiven Teil der Desinfektionszusammensetzung abzugeben - zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Träger - ist darauf zu achten, sie mit einem genügenden Anteil derart zu imprägnieren, dass sie bei ihrer Verwendung eine wirksame Menge an Desinfektionsmittel D abgeben. Aus ökonomischen Gründen wird in dieser Ausführungsform ein Träger gewählt, der die Desinfektionszusammensetzung nur sehr wenig zurückhält; anders ausgedrückt, ein Träger, dessen Retention dieser Zusammensetzung gering ist (R ≤ 50%). Die Messmethode für die Retention (R) der Flüssigkeit eines Trägers (aus der Norm DIN 53814 abgeleitete Methode) wird in diese Beschreibung weiter unten an Hand von Beispielen beschrieben. So ist im Rahmen der Erfindung festgestellt worden, dass die Retention nicht flüchtiger Flüssigkeiten wie des Paraffinöls KRISTOL und Glycerin bei ein und demselben Träger anders als die für Wasser ist.

Hierbei ist festzustellen, dass die Mittel, die in der Lage sind, Oberflächen zu desinfizieren - Mittel, die aus einem Träger, der mit einem adäquaten Anteil einer erfindungsgemäßen Desinfektionszusammensetzung imprägniert ist, bestehen oder diesen in ihrer Struktur enthalten - erst recht in der Lage sind, sich vor äußeren Verschmutzungen zu schützen. Diese Eigenschaft ist sehr wichtig, da sie bedeutet, dass nach dem Abwischen einer verschmutzten Oberfläche keine Übertragung von Bakterien oder anderen Mikroorganismen durch das Mittel, durch den imprägnierten Träger, stattfindet. Es kann keine spätere Kontaminierung einer anderen Oberfläche durch das Mittel geben. Die mit einer erfindungsgemäßen Desinfektionszusammensetzung imprägnierten Träger sind gegenüber Mikroorganismen, die gegenüber dem/den Desinfektionsmitteln D dieser Zusammensetzung empfindlich sind, selbstschützend.

Die erfindungsgemäßen Träger, die mit den zuvor beschriebenen Desinfektionszusammensetzungen mehr oder weniger imprägniert sind, können aus Papier, Schwämmen oder Zelluloseschwammtüchern, Geweben, Maschenware oder Nonwoven und sythetischen Schaumstoffen bestehen. Dabei ist diese Liste nicht vollständig. Die Träger - in einer geeigneten nachgiebigen fasrigen oder porösen Form - enthalten im Allgemeinen das Desinfektionsmittel D im Lösungsmittel S gelöst, wobei es aber nicht ausgeschlossen ist, dass sie das Desinfektionsmittel D, wenigstens teilweise, in ihrer Struktur abgeschieden, die mit dem Lösungsmittel S imprägniert ist, enthalten.

Entsprechend einer bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform besteht dieser Träger aus einem Nonwoven aus Polypropylen- und/oder Viskosefasern, dessen Flächengewicht 10 bis 50 g/m² und vorteilhafterweise zwischen 15 und 30 g/m² beträgt.

Dabei ist festzustellen, dass dieser Träger bei Reinigungsvorgängen als solcher oder in die Struktur eines Mittels integriert verwendet werden kann.

Die Erfindung wird anschließend an Hand von Beispielen erläutert.

Es wurden Desinfektionszusammensetzungen und textile Träger hergestellt, die mit einem vorgegebenen Anteil an diesen Zusammensetzungen imprägniert wurden. Die Träger wurden insbesondere durch ihren Retentions- und Imprägnierungsgrad an diesen Zusammensetzungen charakterisiert. Die Leistungsfähigkeit der Träger wurde sowohl unter dem Gesichtspunkt ihrer desinfizierenden Eigenschaften als auch unter dem Gesichtspunkt ihrer inneren Hygiene bewertet.

Bevor der Charakter und die Verfahren zur Herstellung der untersuchten Produkte beschrieben werden, werden anschließend die Vorgänge beschrieben, die durchgeführt wurden zum

- Messen der Retention (oder des Retentionsvermögens) der Träger für diese Zusammensetzungen,

- Untersuchen der Oberflächendekontaminierungseigenschaften der mit diesen Zusammensetzungen imprägnierten Träger und

- Untersuchen ihres inneren Dekontaminierungs-(Hygiene-) Grades.

Messung der Retention der Träger

Die Retention einer Flüssigkeit durch einen Träger wird von der Anmelderin gemäß folgender Methode gemessen, die von der Norm DIN 53814 abgeleitet ist:

- der konditionierte Probekörper (Träger) wird gewogen: m (g),

- Eintauchen in die Flüssigkeit,

- er wird senkrecht in der Trommel einer Zentrifuge angeordnet, deren Innendurchmesser 19,5 cm beträgt (Zentrifuge NEARV) und die mit einem 2,5 mm dicken Filz beschichtet ist,

- danach wird bis zum Einstellwert von 4350 U/min (D = 0,19 m), d. h. mit 2000 g 3 Minuten lang (1 min Geschwindigkeitserhöhung + 2 min bei 2000 g) zentrifugiert; die anschließende Bremsdauer beträgt 20 Sekunden,

- nach dem Zentrifugieren wird der Probekörper gewogen: M (g),

- die Flüssigkeitsretention wird berechnet durch die Formel:

Das Protokoll der Norm DIN 53814 ist analog. Demgemäß wird das Zentrifugieren 20 Minuten lang bei 900 g durchgeführt.

Die Retention der untersuchten Träger ist in Tabelle 2 aufgeführt.

Bewertung der desinfizierenden Eigenschaften A) Prüfung der Oberflächendekontaminierung

Es wurde folgender Stamm von Keimen verwendet:

Staphylococcus aureus (SA) ATCC 9144 (Gram+), ein gegenüber Trocknung resistenter Stamm und von den gegenüber Bakteriziden resistentesten Stämmen.

Es wurde auf folgende Weise verfahren:

- Herstellung einer Suspension von Keimen mit etwa 10&sup7; UFC/ml in Pepton-Wasser, ohne Tensid auf 5% verdünnt. 100 ul dieser Suspension wurden so gleichmäßig wie möglich durch aufeinanderfolgendes ein- oder mehrmaliges Auftragen von etwa 20 Tropfen auf einen sterilen Glasträger (Typ Objektträger) verteilt. Anschließend wurde der so hergestellte Glasträger für die Keime 45 Minuten lang unter einem Abzug mit laminarer Strömung zur Trocknung der Verschmutzung bei einer Temperatur von 25 bis 30ºC angeordnet,

- Abwischen des Glasträgers für die Keime mit dem Probekörper (mit der Desinfektionszusammensetzung imprägnierter Träger), der Abmessungen von 15 mal 15 cm hatte. Der Probekörper wurde unter einem Wagen mit den Abmessungen 10 mal 10 cm mittels eines Gummibandes befestigt. Der getrocknete kontaminierte Glasträger wurde auf einer mit 30º geneigten Ebene angeordnet, die zuvor mit Alkohol bei 70ºC sterilisiert worden war. Der Wagen mit dem Probekörper wurde nach oben bewegt und lief über den Glasträger mit einer Geschwindigkeit von 50 cm/s und einem konstanten Druck von 1 kPa (etwa 1 kg/dm²). Der Wagen kehrte mit derselben Geschwindigkeit in seine Ausgangsposition zurück, wobei der Glasträger ein zweites Mal abgewischt wurde,

- 45minütige Aufbewahrung des abgewischten Glasträgers bei Umgebungstemperatur in einer Petrischale,

- Auszählen der Bakterien auf dem kontaminierten Glasträger. Das Auszählen der UFC (Kolonien bildenden Einheiten) wurde in einem Glaskolben durchgeführt, der 10 ml Pepton-Wasser enthielt, das durch ein Neutralisationsmittel (TWEEN 80® mit 1 g/l für die quartären Ammoniumverbindungen wie BTC) ergänzt worden war. Nach starkem Rühren, um die überlebenden Bakterien vom Glasträger für die Keime zu entfernen, und nach Verdünnungen wurde die Anzahl der UFC gemessen.

Zur Bewertung der Wirksamkeit der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen und insbesondere der enthaltenen bakteriziden Mittel wurden die mit diesen Zusammensetzungen imprägnierten Probekörper mit Bezugsträgern verglichen:

- Bezugsträger T, der aus demselben, aber nicht imprägnierten Träger besteht, und

- Bezugsträger TS, der aus demselben Träger besteht, der mit der Formulierung (S) ohne biozides Mittel beschichtet ist.

Solche Vergleiche sind nützlich, da beispielsweise das alleinige Abwischen einer Oberfläche mit einem mit Lösungsmittel imprägnierten Träger es schon erlaubt, einen großen Teil der Kontaminierung zu entfernen, und das auf herkömmliche Weise mit einem Faktor 100. Weiterhin ist festgestellt worden, dass die Probekörper, die mit nicht flüchtigen Flüssigkeiten wie Glycerin (TS = TGly) imprägniert sind, eine gewisse antibakterielle Aktivität dann aufweisen, wenn diese Flüssigkeiten wasserfrei (hygroskopisch) sind.

Deshalb wurde die vorhergehende Prüfung mit dem Bezugsträger T, mit dem mit dem Lösungsmittel (S) allein (im vorliegenden Fall nur mit Glycerin: TGly) imprägnierten Träger und mit dem Träger, der mit verschiedenen erfindungsgemäßen Zusammensetzungen imprägniert war (Si), durchgeführt.

Bei jeder Prüfung wurden die UFC ausgezählt:

- auf der Oberfläche vor dem Abwischen (UFC&sub0;) und

- auf der Oberfläche nach dem Abwischen mit dem Träger (UFC).

Die Ergebnisse dieser Prüfungen sind in Tabelle 3 aufgeführt.

A) Prüfung der inneren Hygiene

Zur Bewertung der Wirksamkeit der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen wurde diese Prüfung parallel mit Probekörpern, die mit den Zusammensetzungen (Si) imprägniert worden waren, und mit Bezugsprobekörpern (T und TGly, siehe oben) durchgeführt.

Die der Norm SNV 195 924 entsprechende Prüfung wurde mit dem Stamm der Keime Pseudomonas aeruginosa (PA) CIP A22 (Gram-) durchgeführt, der einer der im feuchten Zustand gegenüber Bakteriziden resistentesten Stämme ist. Dieser Stamm überlebt eine Trocknung praktisch nicht und ist daher für eine Prüfung bei Abwischen von Oberflächen ungeeignet.

Es wird auf folgende Weise verfahren:

- Gießen von 100 ul einer Bakteriensuspension mit 10&sup5; UFC/ml auf den Probekörper mit einer Gesamtmasse von etwa 200 mg, der sich in einer Petrischale befindet,

- nach einer Inkubationszeit von 0 Stunden (5 Minuten), 4 oder 24 Stunden Bringen des infizierten Probekörpers in ein Reagenzglas mit 10 ml Pepton-Wasser mit 1 g/l TWEEN 80®. Danach wird das Reagenzglas 1 Minute lang in einem Vortex geschüttelt,

- Verdünnung der Extraktionsflüssigkeit durch Einbringen von 1 ml Suspension in 9 ml Pepton-Wasser. (Erforderlichenfalls werden mehrere aufeinanderfolgende dezimale Verdünnungen durchgeführt, um eine Bakterienpopulation zu erhalten, die ausgezählt werden kann),

- Bringen von 100 ul der Bakteriensuspension auf einen sterilen Müller-Hinton-Agar-Agar. Der Agar-Agar wird 24 Stunden lang bei 37ºC in einem Brutschrank inkubiert. Ohne die zuvor beschriebene Verdünnung ist die Bakterienpopulation auf dem Glasträger zu Beginn (UFC&sub0;) diejenige der Ausgangssuspension, geteilt durch eintausend, d. h. S.I./1000,

- Auszählung der UFC nach einer Beimpfungszeit von 0,4 oder 24 Stunden und

- Bewertung der Wirksamkeit der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen, indem die UFC der mit den erfindungsgemäßen Zusammensetzungen (Si) imprägnierten Probekörper und der Bezugsprobekörper (T und TGly) verglichen werden. Die Ergebnisse dieser Prüfungen sind in Tabelle 4 aufgeführt.

Es wurden Zusammensetzungen 1 bis 5 aus Bestandteilen des Typs Lösungsmittel S, Desinfektionsmittel D, hydrophiles Lösungsmittel S' und Produkt P hergestellt.

In der folgenden Tabelle 1 ist die Zusammensetzung in Gewichtsprozent der Ausgangsgemische angegeben, wie sie hergestellt worden waren, indem im Allgemeinen für die erfindungsgemäß zu verwendenden Zusammensetzungen 1 bis 4 die Desinfektionsmittel D in wässriger Lösung S' hinzugefügt wurden. Die Desinfektionsmittel D konnten auch in alkoholischer Lösung zugegeben werden. Der Wassergehalt dieser Zusammensetzungen kann sich verändern.

Tabelle 1 Desinfektionszusammensetzungen

Bei der Herstellung von Zusammensetzung 1 wurden die zwei beteiligten Desinfektionsmittel (BTC und Acticide) getrennt in wässriger Lösung zum Diethylenglykol zugegeben.

Bei der Herstellung von Zusammensetzung 2 wurden die zwei beteiligten Desinfektionsmittel (BTC und Irgasan) getrennt zum Diethylenglykol zugegeben: BTC in wässriger Lösung und Irgasan in Diethylenglykol gelöst. Nach dem Mischvorgang wurde unter Berücksichtigung der Anwesenheit von Wasser eine Ausfällung von Irgasan beobachtet. Vorteilhafterweise wird die Zusammensetzung 2 erst nach lebhaftem Umrühren, um sie zu homogenisieren, eingesetzt.

Bei Herstellung von Zusammensetzung 3 wurden die zwei beteiligten Desinfektionsmittel (BTC und Acticide) getrennt in wässrigen Lösungen zum Glycerin zugegeben.

Bei der Herstellung von Zusammensetzung 4 wirkte BTC allein als Desinfektionsmittel. Es wurde in wässriger Lösung zum Glycerin zugegeben. Weiterhin wurde Calciumchlorid zugesetzt, um den Dampfdruck der Zusammensetzung zu senken. Durch das Calciumchlorid wird außerdem die Hygroskopizität des Glycerins erhöht.

Zusammensetzung 5, die keine für die erfindungsgemäße Anwendung geeignete Desinfektionszusammensetzung ist, enthielt nur Glycerin.

Mit den Desinfektionszusammensetzungen 1 bis 5 wurde durch Aufsprühen der Proben (Si) ein thermisch gebundenes Nonwoven aus Polypropylenfasern mit 25 g/m² imprägniert.

Die Imprägnierung wurde mit der Zusammensetzung 1 mit verschiedenen Imprägnierungsgraden durchgeführt. Der Imprägnierungsgrad ist gegeben durch die Formel:

Imprägnierung (%) = aufgesprühte Menge / Masse des Probekörpers vor dem Sprühvorgang

In der folgenden Tabelle 2 sind die Charakteristika dieser imprägnierten Probekörper (oder Träger Si) angegeben.

Zum Vergleich sind auch nicht imprägnierte Bezugsträger (T) und mit der Zusammensetzung 5: 100% Glycerin imprägnierte Bezugsträger (TGly) aufgeführt.

Tabelle 2 Imprägnierte Träger

Die desinfizierenden Eigenschaften dieser Probekörper wurden mittels Durchführung der zuvor beschriebenen Prüfungen untersucht.

Für die Prüfungen zur Dekontaminierung von Oberflächen wurde somit der Stamm Staphylococcus aureus (SA) verwendet. Der kontaminierte Glasträger wurde nach 45 Minuten Inkubationszeit mit diesen Probekörpern abgewischt.

Die erhaltenen Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle 3 aufgeführt.

Tabelle 3 Ergebnisse der Dekontaminierungsprüfungen an Oberflächen

Zum Nachweis der inneren Hygiene dieser Probekörper wurde somit der Stamm Pseudomonas aeruginosa (PA) verwendet. Die erhaltenen Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle 4 aufgeführt.

Tabelle 4 Ergebnisse der Hygieneprüfungen von Trägern

Die Auswertung der in den obigen Tabellen wiedergegebenen Ergebnisse erlaubt folgende Feststellungen:

- die alleinige Gegenwart eines hygroskopischen Produkts auf dem Träger (TGly) kann die Bakterienvermehrung einige Stunden lang verzögern, im Vergleich zur schnellen Vermehrung, die auf dem unbehandelten Träger T zu sehen war (siehe Tabelle 3). Jedoch zeigt die Hygieneprüfung (siehe Tabelle 4) auf perfekte Weise, dass nach 24 Stunden die vollständige Hygiene des Trägers nur durch die Gegenwart von Bakteriziden sichergestellt wird,

- die Ergebnisse, die mit den Trägern S&sub1;, S&sub2; und S&sub3; erhalten wurden, die mit der Zusammensetzung 1 (S = DEG) mit unterschiedlichen Imprägnierungsgraden imprägniert worden waren, zeigen, dass die Dekontaminierung der Oberfläche (siehe Tabelle 3) um so besser ist, je höher der Imprägnierungsgrad war. Jedoch ist selbst bei einem niedrigen Imprägnierungsgrad die innere Hygiene des Trägers gewährleistet (siehe Tabelle 4),

- das nach Herstellung der Zusammensetzungen vorhandene Wasser (durch die Bakterizide in wässriger Lösung eingetragen) verdunstet bei der Aufbewahrung. Es wurde nachgewiesen, dass nach Verdunstung des Wassers die Dekontaminierung der Oberflächen durch die Träger und die Hygiene dieser Träger weiterhin gewährleistet bleiben, und

- die gezeigten Ergebnisse wurden erfindungsgemäß erhalten.


Anspruch[de]

1. Träger, der mit einer Desinfektionszusammensetzung imprägniert ist, die mindestens ein Desinfektionsmittel D in einem Lösungsmittel S enthält, dadurch gekennzeichnet, dass das Lösungsmittel S, das wenigstens 80 Gew.-% und vorteilhafterweise wenigstens 90 Gew.-% der Zusammensetzung ausmacht, eine Siedetemperatur von über 200ºC und vorteilhafterweise über oder gleich 250ºC aufweist und mit Wasser in einem Anteil von mindestens 2 Gew.-% Wasser in diesem Lösungsmittel S mischbar ist.

2. Träger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Lösungsmittel S aus einem reinen Lösungsmittel, einem Gemisch von reinen Lösungsmitteln oder einem Gemisch von mindestens einem reinen Lösungsmittel und mindestens einem Produkt P besteht, das vorgesehen ist, den Dampfdruck des reinen Lösungsmittels oder des Gemischs von reinen Lösungsmitteln zu senken.

3. Träger nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Lösungsmittel S aus Glycerin, Diethylenglykol, Triethylenglykol oder Dipropylenglykol besteht oder dieses enthält.

4. Träger nach einem der Anspruche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Lösungsmittel S per se hygroskopisch ist und/oder mindestens ein hygroskopisches Produkt wie Calciumchlorid und/oder Magnesiumchlorid und/oder Harnstoff gelöst enthält.

5. Träger nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Desinfektionszusammensetzung außer dem/den Desinfektionsmitteln D und dem Lösungsmittel S wenigstens ein Lösungsmittel S' enthält, das vorzugsweise aus Wasser, Alkoholen und ihren Gemischen ausgewählt ist, wobei das Lösungsmittel S' eine Siedetemperatur von unter oder gleich 200ºC aufweist und mit Wasser in einem Anteil von mindestens 2 Gew.-% im Lösungsmittel S' mischbar ist.

6. Träger nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass er mit der Desinfektionszusammensetzung in einem ausreichenden Anteil imprägniert ist, damit er während seiner Verwendung als Desinfektionsmittel für Oberflächen eine wirksame Menge Desinfektionsmittel abgibt.

7. Träger nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass er aus Papier, einem Schwamm oder einem Zelluloseschwammtuch, einem Gewebe, einer Maschenware oder einem Nonwoven oder einem Kunstschaumstoff besteht.

8. Träger nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet dass er aus einem Nonwoven von Polypropylen- und/oder Viskosefasern besteht, dessen Flächengewicht 10 bis 50 g/m² und vorteilhafterweise zwischen 15 und 30 g/m² beträgt.







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