Die vorliegende Erfindung betrifft eine Montagehilfe für Unterputzdosen,
sowie ein Verfahren zum Montieren von Unterputzdosen mittels der Montagehilfe.
Sowohl beim Neubau als auch beim Renovieren von Gebäuden werden Unterputzdosen
für z.B. Schalter und Steckdosen in die Wände eingebaut. Nachdem die Löcher für
die Unterputzdosen und die Kanäle für die Kabel in die Wand geschlagen oder geschnitten
wurden, können die Unterputzdosen eingesetzt werden. Hierzu wird die Unterputzdose
zuerst mit ein wenig Gips in das dafür vorgesehene Loch eingeklebt, um so die Unterputzdose
in der Wand zu befestigen. Erst wenn dieser Gips trocken ist, können die Kabel
in die Unterputzdose eingeführt werden, andernfalls besteht die Gefahr, daß die
Unterputzdose verrutscht. Nachdem die Kabel in die Unterputzdose eingeführt wurden,
wird das Loch rund um die Unterputzdose mit Gips, Zementputz oder dergleichen ausgespachtelt.
Dieser Arbeitsvorgang ist ziemlich aufwendig, da man die Unterputzdose
zuerst mit ein wenig Gips 'einkleben' muß bevor man die Kabel einführen kann.
Es ist auch äußerst schwierig die Unterputzdosen mit dieser Methode sauber einzusetzen,
denn solange der Gips nicht trocken ist kann die Unterputzdose leicht verrutschen.
Auch ist es nicht immer einfach mehrfache Dosen sauber auszurichten.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es folglich, eine Montagehilfe
vorzuschlagen die es ermöglicht Unterputzdosen schnell, einfach und sauber einzubauen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Montagehilfe nach Anspruch
1 gelöst.
Eine solche Montagehilfe ermöglicht es, eine Unterputzdose einfach,
schnell und sauber in eine Wand einzusetzen. Die einzubauende Unterputzdose wird
auf ein Formteil der Montagehilfe aufgesteckt und in ein dafür vorgesehenes Loch
in der Wand gesetzt. Das Formteil ist auf einer Tragvorrichtung befestigt. Letztere
wird mittels Befestigungsmittel an der Wand befestigt, so daß die Unterputzdose
in der gewünschten Position gehalten wird. Die Unterputzdose braucht daher nicht
mit Gips 'eingeklebt' zu werden. Die benötigten Kabel können somit gleich nach
der Befestigung der Montagehilfe an der Wand in die Unterputzdose eingeführt werden.
Da die Unterputzdose mittels der Montagehilfe von 'außen' gehalten wird, hat man
beim Einführen der Kabel von allen Seiten Zugriff auf die Unterputzdose. Dies macht
das Einführen der Kabel einfacher und bequemer. Die Unterputzdose wird erst nach
dem Einführen der benötigten Kabel mit Gips, Montageschaum, Zementputz oder dergleichen
in die Wand eingebaut, bevor die Montagehilfe entfernt wird. Hierdurch wird eine
deutliche Reduzierung der Arbeitszeit erreicht. Die Montagehilfe verhindert ein
Verrutschen der Unterputzdose während des ganzen Arbeitsvorganges. Da die Montagehilfe
an der Wand befestigt wird, kann die Unterputzdose weder beim Einführen der Kabel,
noch beim endgültigen Befestigen der Dose verrutschen. Wird die Montagehilfe für
den Einbau von mehreren Unterputzdosen benutzt, können letztere mittels einer Wasserwaage,
die einfach auf die Tragvorrichtung aufgelegt wird, horizontal, bzw. vertikal ausgerichtet
werden und durch die Befestigungsmittel in dieser Position gehalten werden.
Das Formteil ist vorzugsweise der Form der Unterputzdose angepaßt.
Die Unterputzdose kann z.B. eine runde Unterputz-Anschlußdose oder eine quadratische
Unterputz-Verteilerdose sein. Die Unterputzdose soll fest auf dem Formteil aufsitzen,
so daß sie während des Arbeitsvorganges nicht verrutschen kann.
In einer bevorzugten Ausführung sind auf der Tragvorrichtung mehrere
Formteile so angebracht, daß mehrere ineinandergesteckte Unterputzdosen auf die
Tragvorrichtung aufgesteckt werden können. Dies ermöglicht es mehrere Unterputzdosen
nebeneinander in einer Wand einzusetzen.
Die Tragvorrichtung weist vorteilhaft an einem ersten und einem zweiten
Ende jeweils einen Distanzhalter auf. Diese Distanzhalter ermöglichen es die Tragvorrichtung
auf einer bestimmten Distanz von der Wand zu halten. Die Unterputzdose kann somit
auf die richtige Tiefe in der Wand positioniert werden, auch wenn die Wand erst
nachträglich verputzt wird.
In einer bevorzugten Ausgestaltung sind die Distanzhalter mit der
Tragvorrichtung austauschbar verbunden. Distanzhalter in unterschiedlichen Größen
können z.B. auf die Tragvorrichtung aufgeschoben werden. In einer anderen bevorzugten
Ausgestaltung sind die Distanzhalter z.B. mittels einer Stellschraube höhenverstellbar.
Die Distanz zwischen der Mauer und der Tragvorrichtung kann hierdurch kontinuierlich
eingestellt werden. Durch die austauschbaren, bzw. verstellbaren Distanzhalter
läßt sich die Distanz zwischen der rohen und der fertigen Wand einstellen. Dieselbe
Montagehilfe kann also beim Einsetzen von Unterputzdosen sowohl in eine fertig
verputzte Wand als auch in eine Wand die erst nachträglich verputzt wird, verwendet
werden.
Die Befestigungsmittel zum Befestigen der Montagehilfe an der Wand
können z.B. Schrauben, Nägel, Einschlaghaken oder dergleichen sein.
In einer bevorzugten Ausführung umfaßt die Tragvorrichtung einen
Längsbalken und einen Querbalken. Der Querbalken ist vorzugsweise im wesentlichen
rechtwinklig mit dem Längsbalken abnehmbar verbunden. Hierzu weist der Querbalken
z.B. einen Spalt auf in den der Längsbalken eingeschoben werden kann. Je nachdem
von welcher Seite die Kabel in die Unterputzdose eingeführt werden, wird ein Befestigen
des Längsbalken durch die Kabelführung unmöglich gemacht. Die Montagehilfe kann
dann mittels Querbalken an der Wand befestigt werden. Hierdurch werden die Einsatzmöglichkeiten
der Montagehilfe erhöht.
In einer bevorzugten Ausführung ist mindestens eine Wasserwaage an
der Montagehilfe angebracht um das Ausrichten der Dosen zu erleichtern. Die Wasserwaage
kann z.B. parallel zum Längsbalken in letzterem eingebettet sein. Eine zweite Wasserwaage
kann quer zum Längsbalken in letzterem eingebettet sein. Hierdurch wird das horizontale
und vertikale Ausrichten von Mehrfachdosen deutlich erleichtert.
Die Montage von Unterputzdosen unter Benutzung der erfindungsgemäßen
Montagehilfe wird vorteilhaft nach einem Verfahren vorgenommen, das folgende Schritte
umfaßt: ein Aufstecken der Unterputzdose(n) auf die Montagehilfe; Ausrichten der
Montagehilfe an der Wand; Befestigen der Montagehilfe an der Wand; Einführen der
Kabel; Eingipsen der Unterputzdosen(n); und Abnehmen der Montagehilfe. Bei diesem
Verfahren wird kein Gips oder dergleichen benutzt um eine Unterputzdose in einem
Loch zu befestigen. Erst nach dem Einführen der Kabel wird die Unterputzdose von
den Seiten mit Gips umgeben.
Vorzugsweise werden nach dem Aufstecken der Unterputzdose(n) auf die
Montagehilfe jedoch vor dem Positionieren der Montagehilfe an der Wand die Distanzhalter
ausgewählt und aufgesteckt, bzw. eingestellt. Beim Montieren von Unterputzdosen
in eine Rohwand, d.h. in eine Wand die noch zu verputzen ist, kann die Einbautiefe
so eingestellt werden, daß der Dosenrand nach dem verputzen der Wand bündig in
der verputzten Oberfläche liegt.
Beim Montieren von Mehrfachdosen wird vorzugsweise eine Wasserwaage
benutzt um die Dosen in eine Ebene zu bringen. Hierzu kann man entweder eine auf
die Tragvorrichtung gelegte Wasserwaage, oder eine in die Tragvorrichtung eingebettete
Wasserwaage benutzen.
Nachdem die Tragvorrichtung ausgerichtet worden ist, wird sie an der
Wand befestigt, damit die Tragvorrichtung, und somit die Unterputzdose(n), nachträglich
nicht verrutschen kann. Die Tragvorrichtung kann mit allen bekannten Befestigungsmittel
an der Wand befestigt werden, vorzugsweise werden Schrauben oder Einschlaghaken
benutzt, wobei die Schrauben z.B. an zwei Enden durch die Tragvorrichtung dringen
und dann in der Wand eingedreht werden, und wobei die Einschlaghaken unter der
Tragvorrichtung eingeschlagen werden.
Nach dem Einführen der Kabel, kann die Unterputzdose in der Wand eingebaut
werden. Mit Füllmasse, wie z.B. Gips, Montageschaum, oder Zementputz, wird das
Loch in der Wand rund um die Unterputzdose aufgefüllt.
Nach dem Aushärten der Füllmasse kann die Montagehilfe von der Wand
abgenommen werden.
Im folgenden wird nun eine Ausgestaltung der Erfindung anhand der
beiliegenden Figuren beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1:
- Draufsicht von oben auf eine Montagehilfe für bis zu drei Unterputz-Anschlußdosen
- Fig. 2:
- Seitenansicht einer Montagehilfe für bis zu drei Unterputz-Anschlußdosen
- Fig. 3:
- Draufsicht von unten auf eine Montagehilfe für bis zu drei Unterputz-Anschlußdosen
- Fig. 4:
- Seitenansicht eines Querbalkens
- Fig. 5:
- Draufsicht von oben auf eine Montagehilfe für eine Unterputz-Verteilerdose
- Fig. 6:
- Seitenansicht einer Montagehilfe für eine Unterputz-Verteilerdose
- Fig. 7:
- Draufsicht von unten auf eine Montagehilfe für eine Unterputz-Verteilerdose
- Fig. 8:
- Seitenansicht eines abnehmbaren Distanzhalters
Figur 1, 2 und 3 zeigen eine Montagehilfe 10 zum Montieren von bis
zu drei Unterputz-Anschlußdosen. Eine Tragvorrichtung 12 besteht aus einem Längsbalken
14 und einem Querbalken 16. Auf dem Längsbalken sind drei Formteile 18 angebracht,
auf die die Unterputzdosen aufgesteckt werden. Der Querbalken 16 ist in Figur 1,
2 und 3 gestrichelt dargestellt, da es sich hierbei um ein abnehmbares Element
handelt das nur in besonderen Montagesituationen benötigt wird.
Die Formteile sind an den Querschnitt der Unterputz-Anschlußdosen
angepaßt, so daß letztere reibschlüssig auf den Formteilen aufsitzen. Um Mehrfachdosen
zu bilden, werden die Unterputz-Anschlußdosen mit ihren Verbindungsteilen ineinandergesteckt.
Die Formteile sind auf dem Längsbalken so befestigt, daß die ineinandergesteckte
Dosenkombination auf die Montagehilfe gesteckt werden kann.
An den jeweiligen Enden des Längs- und Querbalkens sind Distanzhalter
22 angebracht. Aus Figur 2 ist ersichtlich, daß die Distanzhalter 22 eine Distanzplatte
24 und eine Stellschraube 26 umfassen. Die Distanzplatte kann in einem Bereich
von 0 bis 3 cm kontinuierlich mittels der Stellschraube verstellt werden. In der
0 cm Position ist die Distanzplatte ganz in den Längsbalken eingeführt; die Unterseite
der Distanzplatte und die Unterseite des Längsbalken sind in einer Ebene. Diese
Einstellung wird z.B. benutzt um Unterputzdosen in eine fertig verputzte Wand einzubauen.
Um Unterputzdosen in eine Wand einzubauen die erst nachträglich verputzt werden
soll, werden die Distanzplatten heraus gedreht. In der Regel wird 1 cm Gips auf
die Wand aufgetragen, d.h. die Distanzplatten werden um 1 cm heraus gedreht, um
so einen Abstand von 1 cm zwischen der Wand und der Unterputzdosenrand zu schaffen.
Nach dem Verputzen der Wand ist dann die Unterputzdosenrand mit der Wand in einer
Ebene.
Zwischen den Distanzhaltern 22 und den Formteilen 18 weist der Längsbalken
Bohrungen 28 auf, durch die Befestigungsschrauben zum Befestigen der Montagehilfe
an einer Wand, geführt werden können. Zur Befestigung der Montagehilfe an der Wand,
werden Löcher in die Wand gebohrt, Dübel eingesetzt und durch die Bohrungen Schrauben
eingedreht. Anstatt von Schrauben können zur Befestigung der Montagehilfe an der
Wand auch z.B. Einschlaghaken benutzt werden. In diesem Falle werden die Bohrungen
nicht gebraucht, da die Einschlaghaken unter dem Längsbalken in die Wand eingeschlagen
werden um die Montagehilfe zu halten.
Der Längsbalken 14 weist Wasserwaagen 30 resp. 32 auf, um die Unterputzdosen
in eine horizontale resp. vertikale Ebene zu bringen. Diese Wasserwaagen sind
in dem Längsbalken eingebettet.
Der in Figur 1, 2 und 3 gestrichelt dargestellte Querbalken wird in
Figur 4 näher gezeigt.
Der Querbalken weist eine Führungsnut 34 auf, um den Längsbalken zu
empfangen. Längs- und Querbalken können ggf. mittels einer Schraube 36 miteinander
verbunden werden.
So wie der Längsbalken, weist der Querbalken ebenfalls Distanzhalter
22 auf, um die Montagehilfe auf den richtigen Abstand von der Wand einzustellen,
sowie Bohrungen 28 zum Befestigen des Querbalkens an einer Wand.
Figuren 5, 6 und 7 zeigen eine Montagehilfe 10 zum Montieren von einer
Unterputz-Verteilerdosen. Eine Tragvorrichtung 12 besteht aus einem Längsbalken
14 und einem Querbalken 16. Auf dem Längsbalken ist ein Formteil 18 angebracht,
auf die die Unterputzdose aufgesteckt wird. Der Querbalken 16 ist auf den Figuren
5, 6 und 7 gestrichelt dargestellt, da es sich hierbei um ein abnehmbares Element
handelt das nur in besonderen Montagesituationen benötigt wird. Das Formteil sind
an die Unterputz-Verteilerdose angepaßt, so daß letztere reibschlüssig auf dem
Formteil aufsitzt. Bei Verwendung von Unterputz-Verteilerdosen wird ein quadratisches
Formteil benutzt.
Figur 8 zeigt eine alternative zu den einstellbaren Distanzhaltern.
Der Distanzhalter besteht aus einem Distanzblock 38 der mit einer Nut 40 versehen
ist. Der Längsbalken 14 ist an den Enden mit einer Feder versehen. Der Distanzblock
kann einfach auf den Längsbalken aufgeschoben werden. Distanzblöcke unterschiedlicher
Größe können auf den Längsbalken aufgeschoben werden, um so unterschiedliche Abstände
zwischen der Wand und dem Unterputzdosenrand zu schaffen.