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Dokumentenidentifikation DE10037201A1 15.02.2001
Titel Aufspulvorrichtung
Anmelder Barmag AG, 42897 Remscheid, DE
Erfinder Pabst, Ulrich, 42477 Radevormwald, DE
Vertreter Patent- und Rechtsanwälte Bardehle, Pagenberg, Dost, Altenburg, Geissler, Isenbruck, 40474 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 31.07.2000
DE-Aktenzeichen 10037201
Offenlegungstag 15.02.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.02.2001
IPC-Hauptklasse B65H 54/02
IPC-Nebenklasse B65H 75/02   B65H 75/30   B65H 54/54   
Zusammenfassung Es ist eine Aufspulvorrichtung zum Aufwickeln von einem oder mehreren Fäden beschrieben. Hierzu weist die Aufspulvorrichtung eine auskragend an einem Spindelträger angebrachte Spulspindel auf. Die Spulspindel ist mittels eines Lagerträgers an dem Spindelträger befestigt. In dem Lagerträger ist ein Spannfutter drehbar gelagert, das zur Aufnahme einer oder mehrerer Spulhülsen dient. Zur Schwingungsdämpfung der Spulspindel ist am Lagerträger ein Dämpfungsmittel vorgesehen, das erfindungsgemäß als ein Hülsenpaket ausgebildet ist, welches aus mehreren ineinander gesteckten Hülsen gebildet ist. Das Hülsenpaket ist im wesentlichen konzentrisch zu der Achse des Lagerträgers an dem Lagerträger angebracht und erstreckt sich hierbei über eine Teillänge des Lagerträgers.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Aufspulvorrichtung zum Aufwickeln von mehreren Fäden zu jeweils einer Spule gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Eine derartige Aufspulvorrichtung ist aus der US 5,649,670 bekannt.

Derartige Aufspulvorrichtungen werden in Spinnmaschinen zum Aufspulen von frisch gesponnenen synthetischen Fäden zu Spulen eingesetzt. Hierzu sind mehrere Spulhülsen hintereinander auf einem drehbaren Spannfutter einer auskragend einseitig eingespannten Spulspindel gesteckt und werden gleichmäßig mit mehreren Fäden bewickelt. Zur Realisierung der hohen Fadenlaufgeschwindigkeiten von mehr als 6.000 m/Min muß das Spannfutter je nach Durchmesser der Spulen während der Aufwicklung der Fäden einen Drehzahlbereich von ca. 2.000 U/Min bis 22.000 U/Min durchlaufen. Hierbei müssen in besonderem Maße die kritischen Drehzahlen, die eine Resonanz-Schwingung des Spannfutters verursachen, vermieden werden, um die Lagerung des Spannfutters nicht zu zerstören. Eine kritische Drehzahl liegt vor, wenn die Erregerfrequenz mit der Eigenfrequenz des Spannfutters zusammenfällt. Aufgrund der großen Drehzahlspreizung und der Tatsache, daß sich die Drehmassen während des Wickelns der Spulen ständig verändern und damit die kritischen Drehzahlen beeinflussen, treten somit immer wieder derartige Resonanzen auf.

Bei der bekannten Aufspulvorrichtung ist deshalb die Spulspindel mit einem Dämpfungsmittel ausgeführt. Das Dämpfungsmittel ist an einem Lagerträger der Spulspindel angebracht. An dem Lagerträger ist das Spannfutter drehbar gelagert, wobei zumindest ein Lager in einer Buchse angeordnet ist. Das Dämpfungsmittel wird hierbei durch eine zwischen der Buchse und dem Lagerträger ausgebildete Ringkammer, die mit einer Dämpfungsflüssigkeit gefüllt ist, gebildet. Die bekannte Aufspulvorrichtung besitzt den Nachteil, daß nur die Schwingungen mit großen Amplituden hinreichend gedämpft werden können. Derartige Dämpfungsmittel sind jedoch völlig ungeeignet, um Schwingungen mit kleinen Amplituden zu dämpfen. Durch die relativ weiche Lagerung innerhalb des Dämpfungsmittels werden zusätzlich Steifigkeitsprobleme geschaffen.

Aus der DE 42 40 920 ist eine Aufspulvorrichtung bekannt, bei welcher zur Schwingungsdämpfung ein Vibrationsabsorber in dem Maschinengestell angeordnet ist, an welchem die Spulspindel auskragend angebracht ist. Derartige Vibrationsabsorber zeigen nur in einem relativ eingeengten Frequenzbereich ein optimales Dämpfungsverhalten. Damit ist es jedoch nicht möglich, die Schwingungen der Spulspindel über den gesamten Drehzahlbereich zu dämpfen. Im Gegenteil werden die Bereiche der kritischen Drehzahlen nur frequenzmäßig verschoben.

Der Erfindung liegt demnach die Aufgabe zugrunde, eine Aufspulvorrichtung der eingangs genannten Art derart weiterzubilden, daß die Spulspindeln im gesamten Betriebszahlbereich mit großer Drehzahlspreizung sicher betrieben werden kann. Ein weiteres Ziel der Erfindung ist es, ein Dämpfungsmittel in einer Spulspindel zu integrieren, das unabhängig von der Größe der Schwingungsamplitude jede an der Spulspindel auftretende Schwingungsform dämpft.

Diese Aufgabe wird durch eine Aufspulvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Die Erfindung besitzt den besonderen Vorteil, daß ohne wesentliche Beeinflussung der Steifigkeit des Spannfutters eine Dämpfungswirkung durch das Dämpfungsmittel erreicht wird, die selbst bei Schwingungen mit geringen Amplituden, beispielsweise kleiner 10 µm, äußerst wirksam bleibt. Das Dämpfungsmittel wird hierbei durch ein Hülsenpaket gebildet, das aus mehreren ineinander gesteckten Hülsen besteht. Das Hülsenpaket ist im wesentlichen konzentrisch zu der Achse des Lagerträgers an dem Lagerträger angebracht und erstreckt sich über zumindest eine Teillänge des Lagerträgers. Damit wird die durch die Schwingung erzeugte Verformung in dem Lagerträger auf das Hülsenpaket direkt übertragen. In dem Hülsenpaket treten Relativbewegungen zwischen benachbarten Hülsen auf, wodurch eine Reibung entsteht, die zum Tilgen der Schwingungsenergie führt.

Durch das als Hülsenpaket ausgebildete Dämpfungsmittel wird erreicht, daß die Biegefestigkeit des Lagerträgers sowie die Lagerstabilität des Spannfutters erhalten bleiben. Die Fäden werden in jeder Wickelstelle mit gleichmäßiger Fadenspannung ohne wesentliche Resonanzstörungen am Spannfutter zu Spulen gewickelt.

Um die Schwingungsenergie in dem Hülsenpaket zu vernichten, werden zwei Varianten von Dämpfungsmechanismen zur Auslegung des Hülsenpaketes herangezogen. Bei einer ersten besonders vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung sind die Hülsen des Hülsenpaketes in ihren Durchmessern derart bemessen, daß benachbarte Hülsen sich berühren und einen Reibspalt bilden. Hierbei wird die Relativbewegung der in dem Reibspalt sich gegenüberstehenden Hülsen direkt in eine Reibdämpfung umgesetzt. Die Hülsen besitzen vorzugsweise eine Wandstärke von wenigen Millimetern, um in einem begrenzten Bauraum möglichst viele Reibspalte zu erhalten. Dabei werden die Hülsen vorzugsweise durch Übergangspassungen in den Fügestellen zwischen den Hülsen ineinander gesteckt, um das Hülsenpaket zu bilden.

Um eine Vorspannung in den Reibspalten zwischen den Hülsen in radialer Richtung zu erzeugen, um so die Reibwirkung zu erhöhen, ist bei einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung das Hülsenpaket aus zum Teil in Längsrichtung geschlitzten Hülsen gebildet. Hierbei sind benachbarte Hülsen derart zueinander ausgelegt, daß die innere Hülse einen Außendurchmesser aufweist, der größer ist als der Innendurchmesser der äußeren Hülse. Die äußere Hülse des Hülsenpaketes ist vorzugsweise ohne Längsschlitz ausgeführt.

Eine weitere Erhöhung der Reibwirkung in den Reibspalten des Hülsenpaketes läßt sich durch die Aufspulvorrichtung gemäß Anspruch 4 erreichen. Hierbei sind die Hülsen des Hülsenpaketes an den Oberflächen innerhalb des Reibspaltes strukturiert. Die strukturierte Oberfläche kann hierbei durch Riefen, Nuten oder Beschichtungen gebildet sein.

Die zweite Variante, um die Schwingungsenergie zu tilgen, ist in der besonders vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 5 realisiert. Hierbei sind die Hülsen des Hülsenpaketes in ihren Durchmessern derart bemessen, daß zwischen benachbarten Hülsen eine spaltförmige Ringkammer gebildet wird. Die Ringkammer ist nach außen hin im Hülsenpaket abgedichtet und mit einem Fluid gefüllt. Als Fluid können hierbei beispielsweise ein Öl oder ein Fett eingebracht sein. Bei Verformung des Lagerträgers wird das Fluid aufgrund der Relativbewegungen zwischen den Hülsen in den spaltförmigen Ringkammern in Umfangsrichtung hin- und herverschoben, so daß eine Flüssigkeitsreibung zur Dämpfung der Schwingungen entsteht. Das Dämpfungsmaß ist hierbei abhängig von der Spalthöhe der Ringkammer und von der Viskosität des Fluids.

Bei einer geringen Spalthöhe der Ringkammer, die kleiner ist als die Schwingungsamplitude, läßt sich auch vorteilhaft eine Kombination zwischen beiden Dämpfungsvarianten in dem Hülsenpaket gemäß den Merkmalen nach Anspruch 2 und Anspruch 5 erzeugen.

Um die Dämpfungswirkung des Hülsenpaketes einstellen zu können, wird gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Aufspulvorrichtung nach Anspruch 6 vorgeschlagen, an dem Lagerträger oder an dem Hülsenpaket ein Spannmittel vorzusehen, das zur Regulierung eine in radiale Richtung auf das Hülsenpaket wirkende Kraft erzeugt. Damit kann die Vorspannung im Radialspalt oder die Spalthöhe der Ringkammer vorteilhaft derart justiert werden, daß eine optimale Dämpfung erzielt wird.

Das Spannmittel kann hierbei auf einfache Weise durch mehrere Schrauben gebildet werden, die bei einem am Außendurchmesser des Lagerträgers angebrachten Hülsenpaket zwischen einer äußeren Hülse des Hülsenpaketes und dem Lagerträger wirkt. Bei einem an einem Innendurchmesser des Lagerträgers angebrachten Hülsenpaket werden die Schrauben derart eingebracht, daß sie zwischen einer inneren Hülse des Hülsenpaketes und dem Lagerträger wirken.

Um weit auskragende Spulspindeln, die eine Länge von über 1 m aufweisen können, stabil zu lagern und hinreichend zu dämpfen, weist eine Weiterbildung der erfindungsgemäßen Aufspulvorrichtung die Merkmale des Anspruchs 8 auf. Dabei ist der Lagerträger auskragend hohlzylindrisch an dem Spindelträger ausgebildet und ragt in einen hohlzylindrischen Spannmantel des Spannfutters hinein. Der Spannmantel ist mit einer Antriebswelle drehfest verbunden, die innerhalb des Lagerträgers drehbar gelagert ist. Die Antriebswelle erstreckt sich hierbei über die gesamte Länge des Lagerträgers und ist an dem eingespannten Ende des Lagerträgers mit einem Antrieb verbunden. Das Hülsenpaket ist an dem auskragenden Teilstück des Lagerträgers angeordnet. Damit können auch Schwingungsformen mit sehr kleinen Amplituden mit hoher Wirksamkeit gedämpft werden.

Bei einer besonders vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung gemäß Anspruch 9 ist das Hülsenpaket innerhalb des Lagerträgers im wesentlichen konzentrisch um die Antriebswelle in einer Aufnahmebohrung des Lagerträgers spielfrei eingepaßt. Damit wird erreicht, daß der Lagerträger in seiner Struktur im wesentlichen nicht geschwächt wird.

Zur Gewährleistung einer stabilen Lagerung des Spannfutters ist die Antriebswelle bevorzugt außerhalb des Hülsenpaketes am auskragenden Ende des Lagerträgers und am eingespannten Ende des Lagerträgers gelagert.

Da bei lang auskragenden Spulspindeln eine Biegung des Spannfutters durch die zunehmende Belastung der Spulenpakete eintritt, ist zur Lagerung der Antriebswelle am auskragenden Ende des Lagerträgers vorteilhaft eine Lagerbuchse gemäß der Weiterbildung nach Anspruch 11 vorgesehen. Die Lagerbuchse ist mittels elastischer Zentriermittel in dem Lagerträger eingepaßt. Durch diese Ausbildung werden Fluchtungsfehler der Lager bei Verformung des Lagerträgers vermieden.

Die erfindungsgemäße Aufspulvorrichtung sowie ihre Vorteile sind unter Hinweis auf die beigefügten Zeichnungen näher beschrieben.

Es zeigen:

Fig. 1 schematisch einen Querschnitt eines ersten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Aufspulvorrichtung;

Fig. 2 und

Fig. 3 schematisch weitere Ausführungsbeispiele einer erfindungsgemäßen Aufspulvorrichtung.

In Fig. 1 ist schematisch ein Querschnitt durch ein erstes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Aufspulvorrichtung gezeigt. Die Aufspulvorrichtung weist eine Spulspindel 2 auf, die auskragend drehbar an einem Spindelträger 1 befestigt ist. Die auskragende Länge der Spulspindel 2 ist durch eine Bruchlinie am freien Ende der Spulspindel unterbrochen und somit nicht komplett dargestellt. An dem eingespannten Ende der Spulspindel 2 ist die Spulspindel 2 mittels eines Lagerträgers 3 fest mit dem Spindelträger 1 verbunden. An dem Lagerträger 3 ist ein Spannfutter 4 der Spulspindel 2 drehbar gelagert. Zur Aufnahme von mehreren hintereinander liegenden Spulhülsen 9 besitzt das Spannfutter 4 einen Spannmantel 7. Dabei sind die Spulhülsen 9 hintereinander auf den Spannmantel 7 auf gesteckt. Zur Befestigung der Spulhülsen 9 weist der Spannmantel 7 am Umfang Spannelemente 8 auf, die in Fig. 1 nur angedeutet sind und hier nicht näher beschrieben werden. Die Spannelemente 8 können wie beispielsweise aus der DE 196 07 916 bekannt ausgebildet sein.

Das Spannfutter 4 ist mittels einer Antriebswelle 6 in dem Lagerträger 3 gelagert. Hierzu ist der Lagerträger 3 hohlzylindrisch auskragend zum Spindelträger 1 ausgebildet. Das auskragende Ende des Lagerträgers 3 ragt dabei in den hohlzylindrischen Spannmantel 7 hinein, wobei der Spannmantel 7 um das auskragende Ende des Lagerträgers 3 herum frei drehbar ist. Der Lagerträger 3 ist zur Aufnahme und Lagerung der Antriebswelle 6 des Spannfutters 4 hohlzylindrisch ausgebildet. Die Antriebswelle 6 durchdringt den Lagerträger 3 in axiale Richtung derart, daß am eingespannten Ende der Spulspindel 2 die Antriebswelle 6 mit einem Antrieb 14 verbunden ist. Am gegenüberliegenden Ende der Antriebswelle 6 ist der Spannmantel 7 drehfest mit der Antriebswelle 6 verbunden. Hierzu weist die Antriebswelle 6 einen Ansatz 11 auf, der einen Steg 10 des Spannmantels 7 durchdringt. Der Steg 10 ist vorzugsweise im mittleren Bereich des hohlzylindrischen Spannmantels 7 fest mit dem Spannmantel 7 verbunden. Mittels eines Befestigungsmittels 12 ist der Steg 10 mit der Antriebswelle 6 verspannt, so daß eine drehfeste axial festgelegte Befestigung des Spannmantels 7 erfolgt. Die Verbindungsstelle zwischen der Antriebswelle 6 und dem Spannmantel 7 ist durch einen Deckel 31 am freien Ende des Spannmantel 7 nach außen hin abgedeckt. Zur Lagerung des Spannfutters 4 sind am eingespannten Ende der Spulspindel 2 die Lager 13 zwischen der Antriebswelle 6 und dem Lagerträger 3 angeordnet. Am auskragenden Ende des Lagerträgers 3 ist die Antriebswelle 6 durch die Lager 15 in dem Lagerträger 3 drehbar geführt.

An dem auskragenden Teil des Lagerträgers 3 ist am Umfang des Lagerträgers 3 eine zylindrische Eindrehung 18 zur Aufnahme eines Dämpfungsmittels 5 eingebracht. Das Dämpfungsmittel ist als ein Hülsenpaket 5 ausgebildet, das sich im wesentlichen über die gesamte Länge des auskragenden Teils des Lagerträgers 3 erstreckt. Das Hülsenpaket 5 ist spielfrei mit dem Lagerträger 3 verbunden. Das Hülsenpaket 5 wird dabei durch mehrere ineinander gesteckte Hülsen 16 gebildet. Das Hülsenpaket 5 in Fig. 1 besteht beispielhaft aus vier Hülsen 16. Die Hülsen 16 sind ohne Spiel ineinander gepaßt, so daß zwei benachbarte Hülsen 16 jeweils einen Reibspalt 17 bilden.

Zum Aufwickeln mehrerer Fäden wird das Spannfutter 4 der Spulspindel 2 durch den Antrieb 14 zur Rotation angetrieben. Dadurch lassen sich die auf den Spulhülsen 9 gefangenen Fäden jeweils zu einer Spule aufwickeln. Bevor die Fäden auf die Hülsen bzw. Spulenoberflächen auflaufen, werden sie durch eine hier nicht dargestellte Changiereinrichtung in dem Spulbereich hin- und herverlegt. Um die Fäden mit möglichst gleicher Fadenspannung aufwickeln zu können, wird der Antrieb 14 des Spannfutters 4 derart geregelt, daß das Spannfutter 4 mit zunehmendem Spulenaufbau verlangsamt wird, so daß die Umfangsgeschwindigkeit an der Oberfläche der Spulen während des Wickelns der Fäden gleich bleibt. Somit durchfährt das Spannfutter 4 einen weiten Drehzahlbereich, wobei die Gewichtsbelastung des Spannfutters 4 durch die wachsenden Spulen ständig zunimmt. Dabei müssen auch kritische Drehzahlen durchfahren werden. Die an dem Spannfutter 4 erregten Schwingungen werden bei der erfindungsgemäßen Aufspulvorrichtung durch das am Lagerträger 3 befestigte Hülsenpaket 5 gedämpft. Die Schwingungsbewegung wird vom Spannfutter 4 unmittelbar über die Lager 13 und 15 auf den Lagerträger 3 übertragen. In dem Lagerträger 3 wird die Schwingungsbewegung im Hülsenpaket 5 durch Reibung zwischen den einzelnen Hülsen 16 in den Reibspalten 17 aufgenommen, so daß das Spannfutter 4 mit gedämpften Schwingungen die kritischen Drehzahlbereiche ohne Probleme durchlaufen kann. In Fig. 2 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Aufspulvorrichtung gezeigt. Da der grundsätzliche Aufbau im wesentlichen identisch zu dem vorhergehenden Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 ausgeführt ist, werden nachfolgend nur die Unterschiede zu der vorhergehenden Aufspulvorrichtung erläutert. Ansonsten wird auf die vorhergehende Beschreibung aus Fig. 1 Bezug genommen. Die Bauteile gleicher Funktion haben hierbei identische Bezugszeichen erhalten.

Die in Fig. 2 dargestellte Aufspulvorrichtung ist insbesondere für lang auskragende Spulspindeln geeignet. Die Antriebswelle 6 ist in zwei Wellenabschnitten 28 und 29 geteilt, die drehfest, jedoch biegeweich miteinander verbunden sind. Der vordere Wellenabschnitt 28 der Antriebswelle 6 ist über die Lager 15 in einer Lagerbuchse 25 gelagert. Die Lagerbuchse 25 ist am auskragenden Ende des Lagerträgers 3 mittels Zentriermittel 26 in einer Zentrierbohrung 27 des Lagerträgers 3 eingepaßt. Die Zentriermittel 26 sind elastisch ausgebildet. Außerhalb des Lagerträgers 3 ist die Antriebswelle 6 durch den vorderen Wellenabschnitt 28 mit dem Spannmantel 7 drehfest verbunden. Der hintere Wellenabschnitt 29 der Antriebswelle 6 ist in den Lagern 13 im Lagerträger 3 gelagert und außerhalb des Lagerträgers 3 mit dem Antrieb 14 gekoppelt.

Konzentrisch zu der Antriebswelle 6 ist in dem Lagerträger 3 eine Aufnahmebohrung 24 eingebracht. In der Aufnahmebohrung 24 ist ein Hülsenpaket 5 spielfrei mit dem Lagerträger 3 verbunden. Das Hülsenpaket 5 erstreckt sich hierbei von der Lagerbuchse 25 bis zum eingespannten Ende des Lagerträgers 3. Am freien Ende des Lagerträger 3 ist das Hülsenpaket 5 durch ein in der Zentrierbohrung 25 eingepaßten Ring 30 axial fixiert. Das Hülsenpaket 5 ist - wie bereits zuvor beschrieben - aus mehreren Hülsen 16 gebildet, die spielfrei ineinander gesteckt sind. Zur Einstellung der zwischen den Hülsen 16 in den Reibspalten 17 wirkenden Preßkraft ist ein Spannelement 19 vorgesehen. Das Spannelement 19 wird hierbei durch mehrere in axialer Länge gleichmäßig verteilte Schrauben gebildet. Hierzu sind radiale Durchgangsbohrungen 32 in dem Lagerträger 3 und in dem Hülsenpaket 5 eingebracht. Die innerste Hülse des Hülsenpaketes 5 weist am Ende der Durchgangsbohrung 32 ein Gewinde 33 auf. Die Durchgangsbohrung des Lagerträgers und die Durchgangsbohrung des Hülsenpakets 5 werden fluchtend zueinander angeordnet, so daß durch Einsetzen von Schrauben eine Verspannung des Hülsenpaketes in radialer Richtung gegen den Lagerträger erfolgt. Damit läßt sich die Reibwirkung in den Reibspalten 17 des Hülsenpaketes 5 justieren. Um bei höheren Vorspannungen ausreichende Dämpfungswirkung zu erhalten, ist es auch möglich, die Vorspannung durch federnde Spannelemente vorzunehmen. Wesentlich ist hierbei, daß das Spannelement radial gerichtete Kräfte auf das Hülsenpaket 5 erzeugt.

Die in Fig. 2 dargestellte Aufspulvorrichtung ist für lang auskragende Spulspindeln mit einer Länge von größer 1 m besonders geeignet. Durch die Anordnung des Hülsenpaketes 5 innerhalb des Lagerträgers 3 ist eine erforderliche Biegesteifigkeit des Lagerträgers 3 insbesondere am auskragenden Ende gewährleistet. Desweiteren führt die Ausbildung der Antriebswelle 6 in einen vorderen Wellenabschnitt 28 und in einen hinteren Wellenabschnitt 29 sowie die elastische Lagerung in der Lagerbuchse 25 dazu, daß das Spannfutter 4 auch bei hoher Gewichtsbelastung durch die ständig wachsenden Spulen beim Aufwickeln der Fäden sicher betrieben werden kann. Ein Verkanten der Lager 15 ist durch die elastisch eingepaßte Lagerbuchse 25 sowie die biegeweiche Verbindung der Wellenabschnitte 28 und 29 ausgeschlossen.

Während des Aufwickelns der Fäden wird die an dem Spannfutter 4 erregte Schwingung durch das Hülsenpaket 5 gedämpft, indem die Schwingungsenergie durch Reibung in den Reibspalten 17 des Hülsenpaketes S vernichtet oder in Wärme umgewandelt wird.

In Fig. 3 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Aufspulvorrichtung dargestellt. Bei dieser Aufspulvorrichtung sind der Lagerträger 3 sowie das Spannfutter 4 identisch zu dem vorhergehenden Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 ausgebildet. Insoweit wird auf die zu Fig. 2 gemachte Beschreibung Bezug genommen.

Als Dämpfungsmittel wird bei der in Fig. 3 dargestellten Aufspulvorrichtung ein Hülsenpaket 5 eingesetzt, bei welchem die Hülsen 16 mit einem Spiel zueinander zu einem Paket zusammengesteckt sind. Dadurch bildet sich zwischen benachbarten Hülsen 16 eine spaltförmige Ringkammer 20 aus. Die Ringkammer 20 ist an den Enden des Hülsenpaketes 5 durch die Dichtungen 22 und 23 abgedichtet. Die zwischen den Hülsen 16 gebildete und nach außen hin abgedichtete Ringkammer 20 ist mit einem Fluid 21, beispielsweise einem Öl oder einem Fett, gefüllt. Das Hülsenpaket 5 gemäß Fig. 3 ist beispielhaft durch drei ineinander gesteckte Hülsen 16 gebildet, so daß zwei koaxial getrennt voneinander liegende Ringkammern 20 ausgebildet sind.

Bei einem derartigen Dämpfungsmittel wird bei Verformung des Lagerträgers das Fluid in den spaltförmigen Ringkammern hin- und herverschoben, so daß auf grund der Flüssigkeitsreibung eine Dämpfung entsteht. Zur Einstellung der Spalthöhe der Ringkammern 20 können vorteilhaft Spannelemente eingesetzt werden. Damit lassen sich auch bereits Schwingungen mit kleinen Amplituden durch das Hülsenpaket 5 dämpfen.

Der in den zuvor beschriebenen Ausführungsbeispielen gezeigte Aufbau der Spulspindel 2 ist beispielhaft. Es ist ebenfalls möglich, daß der Lagerträger zur Aufnahme und Lagerung des Spannfutters nicht auskragend ausgebildet ist. Der wesentliche Erfindungsgedanke liegt hierbei darin, daß mittels einer Reibdämpfung in dafür vorgesehenen Fügestellen die Schwingungen einer Spulspindel bereits bei sehr geringen Schwingwegen gedämpft werden. So besteht auch die Möglichkeit, den Lagerträger direkt schichtförmig mit mehreren axial ausgerichteten Reibspalten auszubilden. Bezugszeichenliste 1 Spindelträger

2 Spulspindel

3 Lagerträger

4 Spannfutter

5 Dämpfungsmittel, Hülsenpaket

6 Antriebswelle

7 Spannmantel

8 Spannelemente .

9 Spulhülsen

10 Steg

11 Ansatz

12 Befestigungsmittel

13 Lager

14 Antrieb

15 Lager

16 Hülse

17 Reibspalt

18 Eindrehung

19 Spannmittel

20 Ringkammer

21 Fluid

22 Dichtung

23 Dichtung

24 Aufnahmebohrung

25 Lagerbuchse

26 Zentriermittel

27 Zentrierbohrung

28 Wellenabschnitt

29 Wellenabschnitt

30 Ring

31 Deckel

32 Durchgangsbohrung

33 Gewinde


Anspruch[de]
  1. 1. Aufspulvorrichtung zum Aufwickeln von einem oder mehreren Fäden zu jeweils einer Spule auf jeweils einer Spulhülse (9) mit einer an einem Spindelträger (1) auskragend angebrachten Spulspindel (2), welche einen an dem Spindelträger (1) befestigten Lagerträger (3) und ein an dem Lagerträger (3) drehbar gelagertes Spannfutter (4) zur Aufnahme der Spulhülsen (9) aufweist, und mit einem Dämpfungsmittel (5) zur Schwingungsdämpfung der Spulspindel (2), welches an dem Lagerträger (3) der Spulspindel (2) angebracht ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Dämpfungsmittel ein aus mehreren ineinander gesteckten Hülsen (16) gebildetes Hülsenpaket (5) ist und daß das Hülsenpaket (5) sich zumindest über eine Teillänge des Lagerträgers (3) erstreckt und im wesentlichen konzentrisch zu der Achse des Lagerträgers (3) an dem Lagerträger (3) angebracht ist.
  2. 2. Aufspulvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülsen (16) des Hülsenpaketes (5) in ihren Durchmessern derart bemessen sind, daß benachbarten Hülsen (16) sich berühren und einen Reibspalt (17) bilden.
  3. 3. Aufspulvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest die inneren Hülsen (16) des Hülsenpaketes (5) geschlitzt ausgebildet sind, so daß bei benachbarten Hülsen die innere Hülse einen Außendurchmesser aufweist, der größer ist als der Innendurchmesser der äußeren Hülse.
  4. 4. Aufspulvorrichtung nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülsen (16) des Hülsenpaketes (5) in den Reibspalten (17) strukturierte Oberflächen aufweisen.
  5. 5. Aufspulvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülsen (16) des Hülsenpaketes (5) in ihren Durchmessern derart bemessen sind, daß benachbarte Hülsen (16) zwischen sich eine spaltförmige Ringkammer (20) bilden, und daß die Ringkammern (20) im Hülsenpaket (5) nach außen hin abgedichtet und mit einem Fluid (21) gefüllt sind.
  6. 6. Aufspulvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein Spannmittel (19) an dem Lagerträger (3) oder dem Hülsenpaket (5) vorgesehen ist, welches eine in radiale Richtung auf die Hülsen (16) des Hülsenpaketes (5) wirkende Kraft erzeugt.
  7. 7. Aufspulvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Spannmittel (19) durch mehrere Schrauben gebildet wird, die zwischen einer äußeren Hülse des Hülsenpaketes (5) und dem Lagerträger (3) oder zwischen einer inneren Hülse des Hülsenpaketes (5) und dem Lagerträger (3) wirken.
  8. 8. Aufspulvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Lagerträger (3) an dem Spindelträger (1) auskragend hohlzylindrisch ausgebildet ist und in einen hohlzylindrischen Spannmantel (7) des Spannfutters (4) hineinragt, wobei das Spannfutter (4) eine in dem Lagerträger (3) gelagert Antriebswelle (6) aufweist, die mit dem Spannmantel (7) drehfest verbunden ist, und daß das Hülsenpaket (5) an dem auskragenden Teilstück des Lagerträgers (3) angeordnet ist.
  9. 9. Aufspulvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Hülsenpaket (5) innerhalb des Lagerträgers (3) im wesentlichen konzentrisch um die Antriebswelle (6) in einer Aufnahmebohrung (24) des Lagerträgers (3) spielfrei eingepaßt ist.
  10. 10. Aufspulvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebswelle (6) außerhalb des Hülsenpaketes (5) am auskragenden Ende des Lagerträgers (3) und am eingespannten Ende des Lagerträgers (3) gelagert ist.
  11. 11. Aufspulvorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß am auskragendem Ende des Lagerträgers (3) eine Lagerbuchse (25) zur Lagerung der Antriebswelle (6) vorgesehen ist, die durch elastische Zentriermittel (26) in eine Zentrierbohrung (27) im Lagerträger (3) eingepaßt ist.






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