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Dokumentenidentifikation DE10037202A1 15.02.2001
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Zerlegen von Reifen
Anmelder Werner, Gernot, 76287 Rheinstetten, DE;
Götz, Thomas, Dipl.-Ing., 76474 Au, DE
Erfinder Werner, Gernot, 76287 Rheinstetten, DE;
Götz, Thomas, Dipl.-Ing., 76474 Au, DE
Vertreter Patent- und Rechtsanwälte Bardehle, Pagenberg, Dost, Altenburg, Geissler, Isenbruck, 81679 München
DE-Anmeldedatum 31.07.2000
DE-Aktenzeichen 10037202
Offenlegungstag 15.02.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.02.2001
IPC-Hauptklasse B26D 3/24
IPC-Nebenklasse B26D 7/01   B26D 5/04   B29B 17/02   
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Zerlegen von mindestens einem umlaufenden Kraftschlußverbindungskörper an Fahrzeugen, insbesondere von Reifen, wobei das Verfahren mindestens den folgenden Schritt aufweist:
a) Teilen des mindestens einen umlaufenden Kraftschlußverbindungskörpers in einzelne Segmente mittels mindestens einer Zerlegvorrichtung.
Ferner betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Zerlegung mindestens eines umlaufenden Kraftschlußverbindungskörpers, insbesondere eines Reifens, wobei die Vorrichtung mindestens die folgenden Elemente aufweist:
a) mindestens einen Drehtisch, auf welchem der mindestens eine zu zerlegende umlaufende Kraftschlußverbindungskörper plaziert wird;
b) mindestens eine Zerlegeinrichtung zum Teilen des mindestens einen umlaufenden Kraftschlußverbindungskörpers;
c) mindestens eine Einrichtung zum Inkontaktbringen der mindestens einen Zerlegeinrichtung mit dem zu zerlegenden umlaufenden Kraftschlußverbindungskörper;
d) mindestens eine Halterungseinrichtung zur Halterung der mindestens einen Zerlegeinrichtung und der mindestens einen Einrichtung zum Inkontaktbringen der mindestens einen Zerlegeinrichtung mit dem zu zerlegenden umlaufenden Kraftschlußverbindungskörper.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Zerlegen von umlaufenden Kraftschlußverbindungskörpern an Fahrzeugen, insbesondere von Reifen.

Alte, nicht mehr verwendbare Pkw- und/oder Lkw-Reifen wurden bisher hauptsächlich unbehandelt, d. h. rollfähig, verbrannt. Ausgediente Reifen mit einem größeren Durchmesser, nämlich einem Durchmesser von bis zu 6 m, sogenannte EM-Reifen, wurden bislang unbehandelt auf Halde gelagert bzw. eingegraben. Diese Form der Reifenentsorgung ist aus ökologischer Sicht nahezu untragbar.

Aufgrund der enormen Größe der EM-Reifen ist es bislang nicht gelungen, eine entsprechende Vorrichtung bereitzustellen bzw. ein entsprechendes Verfahren zu entwickeln, mit dessen Hilfe eine Zerlegung der Reifen möglich gewesen wäre. Auch kleinere Reifen wurden bislang nur mit großem Aufwand zerkleinert, da der in jedem Reifenwulst zur Stabilisierung eingearbeitete Wulstdraht von einer derartigen Stärke ist, daß beim Schreddern dieses Drahtes bereits nach wenigen Arbeitsgängen das Schneidwerk soweit verschlissen war, daß es ausgetauscht werden muß. Ein solch notwendiges häufiges Auswechseln des Schneidwerks ist jedoch sehr Zeit- und kostenaufwendig. Insofern war bislang auch eine Wiederverwertung des hochwertigen Kunststoffs, aus dem die Reifen gefertigt sind, beispielsweise im Straßenbau für Straßenbeläge, nur bedingt möglich, was mit einem erheblichen ökonomischen und ökologischen Nachteil verbunden ist.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es nun, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Zerlegung von umlaufenden Kraftschlußverbindungskörpern an Fahrzeugen, insbesondere von Reifen, bereitzustellen, mit deren Hilfe die oben genannten Nachteile und Mißstände vermieden bzw. beseitigt werden können.

Unter umlaufenden Kraftschlußverbindungskörpern an Fahrzeugen sollen im Rahmen der vorliegenden Erfindung alle Vorrichtungen verstanden werden, mit deren Hilfe eine kraftschlüssige Fortbewegung eines Fahrzeugs auf einer Unterlage ermöglicht wird, wie beispielsweise Reifen, Panzerketten, Raupenketten u. ä.

Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1 und eine Vorrichtung gemäß Anspruch 7. Weitere Ausgestaltungsmöglichkeiten und Vorteile werden in den Unteransprüchen angegeben.

Demgemäß wird erfindungsgemäß ein Verfahren zum Zerlegen von mindestens einem umlaufenden Kraftschlußverbindungskörper eines Fahrzeugs, insbesondere von Reifen bereitgestellt, das mindestens den folgenden Schritt aufweist:

  • a) Teilen des mindestens einen umlaufenden Kraftschlußverbindungskörpers in einzelne Segmente mittels einer Zerlegeinrichtung.

Unter Segment soll hierbei ein vorher bestimmbarer Ausschnitt des mindestens einen umlaufenden Kraftschlußverbindungskörpers verstanden werden, im Gegensatz zu den Produkten eines Schreddervorgangs, die bezüglich ihrer Größe und Gestalt im wesentlichen undefiniert anfallen.

Vorzugsweise werden mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens Reifen zerkleinert.

Vorzugsweise erfolgt das Teilen des mindestens einen Reifens mittels mindestens eines Schneidmessers in Richtung der Drehachse des Reifens. Der Reifen liegt dabei plan auf einem Tisch, vorzugsweise einem Drehtisch und wird dann von einem senkrecht über ihm sich befindlichen Schneidmesser, das durch eine spezielle Drückvorrichtung auf den Reifen heruntergedrückt werden kann, in einzelne Segmente geteilt. Das mindestens eine Schneidmesser kann dabei einstückig sein oder aber auch aus mehreren Einzelsegmenten bestehen. Im ersten Fall wird der Reifen je nach dem Größenverhältnis zwischen der Schneide des Schneidmessers und dem Reifendurchmesser an zwei gegenüberliegenden Stellen gleichzeitig oder aber nur an einer Stelle durchtrennt. Besteht das Schneidmesser aus mehreren, in einem bestimmten Winkel angeordneten Schneiden, die vorzugsweise wiederum aus Einzelsegmenten bestehen, so kann somit der Reifen, auch wieder in Abhängigkeit von der Größe seines Durchmessers, gleichzeitig an mehreren Stellen durchtrennt werden, beispielsweise sternförmig. Mit Hilfe eines Drehtisches, auf dem der zu teilende Reifen plaziert ist, wird der Reifen zwischen den zwei aufeinanderfolgenden einzelnen Schneidevorgängen unter dem Schneidmesser um einen bestimmten, einstellbaren Winkel gedreht, bevor dann in der neuen Winkelposition des Reifens ein erneuter Schneidevorgang einsetzt. Vorzugsweise kann die Drehung des Rotationstisches und die Schneidvorgänge mittels einer steuerbaren Automatik, beispielsweise mit Hilfe eines Computers, zeitlich aufeinander abgestimmt werden. Vorzugsweise ist auch der Winkel zwischen zwei aufeinanderfolgenden Positionen des Reifens variabel und kann vorzugsweise mit einer dafür vorgesehenen Automatik, insbesondere eines Computers, eingestellt werden.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die einzelnen Segmente des geteilten Reifens nochmals geteilt, vorzugsweise in stapelbare Teile. Somit erhält man relativ handliche Einzelteile, die gut transportiert werden können. Vorzugsweise werden in diesem Schritt des erfindungsgemäßen Verfahrens die Flankenteile der einzelnen Segmente des Reifens von den Laufflächenteilen der einzelnen Segmente des Reifens getrennt. Somit ist auch eine Trennung der einzelnen Gummiqualitäten gewährleistet.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die Einzelsegmente in einem weiteren Schritt noch geschreddert. Es handelt sich dabei um eine Zerkleinerungsmaschine, die mit gegeneinander rotierenden Messerwerken arbeitet.

Ferner betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Zerlegung von mindestens einem umlaufenden Kraftschlußverbindungskörper an einem Fahrzeug, insbesondere eines Reifens, wobei die Vorrichtung mindestens die folgenden Elemente aufweist:

  • a) mindestens einen Drehtisch, auf welchem der mindestens eine zu zerlegende umlaufende Kraftschlußverbindungskörper plaziert wird;
  • b) mindestens eine Zerlegeinrichtung zum Teilen des mindestens einen umlaufenden Kraftschlußverbindungskörpers;
  • c) mindestens eine Einrichtung zum Inkontaktbringen der mindestens einen Zerlegeinrichtung mit dem zu zerlegenden umlaufenden Kraftschlußverbindungskörper;
  • d) mindestens eine Halterungseinrichtung zur Halterung der mindestens einen Zerlegeinrichtung und der mindestens einen Einrichtung zum Inkontaktbringen der mindestens einen Zerlegeinrichtung mit dem zu zerlegenden umlaufenden Kraftschlußverbindungskörper.

In einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist die Zerlegeinrichtung ein Schneidmesser.

In einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist die mindestens eine Halterungseinrichtung transversal verschiebbar.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung besteht die Schneide des Schneidmessers aus mindestens zwei Einzelsegmenten, die hintereinander angeordnet sind. Dadurch lassen sich erhebliche Kosten einsparen. In einer anderen bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist das Schneidmesser mindestens zwei, vorzugsweise mehrere, in einem bestimmten Winkel zueinander angeordnete Schneidsegmente auf. Somit läßt sich bei einem einzigen Schneidevorgang der Reifen, je nach der Größe seines Durchmessers, gleichzeitig an mehreren Stellen teilen bzw. durchtrennen. Die einzelnen Schneidsegmente können beispielsweise sternförmig zueinander angeordnet sein. Dadurch wird der Teilungsvorgang des Reifens erheblich beschleunigt.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird die mindestens eine Einrichtung zum Inkontaktbringen der mindestens einen Zerlegeinrichtung mit dem zu zerlegenden umlaufenden Kraftschlußverbindungskörper hydraulisch betrieben. Dafür ist mindestens einer, vorzugsweise zwei oder mehr Hydraulikzylinder an der Halterungseinrichtung vorgesehen, mit deren Hilfe die. Zerlegeinrichtung, vorzugsweise das Schneidemesser senkrecht nach unten in Richtung Drehtisch, auf welchem der zu teilende umlaufende Kraftschlußverbindungskörper, vorzugsweise ein Reifen, plaziert ist, bewegt werden kann. Dies erfolgt mit einer ausreichend großen, d. h. zur Teilung des Reifens erforderlichen Kraft.

In einer anderen bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird die mindestens eine Einrichtung zum Inkontaktbringen der mindestens einen Zerlegeinrichtung mit dem zu zerlegenden umlaufenden Kraftschlußverbindungskörper mit mindestens einem Elektromotor betrieben.

Vorzugsweise ist die erfindungsgemäße Vorrichtung mobil. Somit können die Reifen Vorort zerlegt und entsorgt werden. Dies ist sehr Zeit- und kostensparend.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird der mindestens eine Reifen vor dem Teilen des mindestens einen Reifens in einzelne Segmente entwulstet, d. h. der in den Reifenwulst zu dessen Stabilisierung eingearbeitete Wulstdraht wird zunächst entfernt. Dies kann auf verschiedene Weise vorgenommen werden. In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird der Draht mit Hilfe einer geeigneten Vorrichtung, einem sogenannten Entwulster, aus dem Reifen gerissen. Weiter bevorzugt wird der Draht als Ganzes aus dem Reifen gerissen ohne den Draht vorher mindestens einmal zu zerschneiden und entlang der Längsseite des Drahts zu ziehen.

Die Erfindung betrifft somit auch einen Entwulster, wobei der Entwulster mindestens die folgenden Elemente aufweist:

  • a) mindestens einen Stützrahmen zum Einstellen und Haltern des zu entwulstenden umlaufenden Kraftschlußverbindungskörpers, insbesondere eines Reifens;
  • b) mindestens ein, vorzugsweise mindestens zwei Haken;
  • c) mindestens eine Zugvorrichtung.

Bei Verwendung obiger Vorrichtung wird der zu entwulstende Reifen in den Stützrahmen gestellt. In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist dabei eine Seite des Stützrahmens fest, während die gegenüberliegende Seite verschiebbar ist und mittels einer dafür vorgesehenen Andrückvorrichtung gegen die feste Seite des Stützrahmens bewegt werden kann, so daß der darin eingestellte Reifen zuverlässig in dem Stützrahmen gehalten, bzw. eingeklemmt wird. Zum Entwulsten greift mindestens ein, vorzugsweise zwei speziell dafür vorgesehene Haken, die durch eine spezielle Form mit entsprechenden Ausschnittvorrichtungen versehen sind, beidseitig durch die innere Öffnung des Reifens auf dessen Innenseite, schneiden den Reifen an, haken dort ein und werden dann mittels einer geeigneten Zugvorrichtung, vorzugsweise hydraulisch, unter Mitnahme des Drahtes wieder nach außen gezogen. Durch dieses spezielle Zugverfahren stellt sich während des Zuges ein Kräftegleichgewicht ein.

Vorzugsweise ist die Zugvorrichtung in Abhängigkeit von dem zu entwulstenden Reifen bzw. vom Wulstdraht auswechselbar.

In einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Entwulsters werden im Stützrahmen je nach Reifen- bzw. ja nach Wulstdrahtdicke weitere Hilfsvorrichtungen zum Ausschneiden des Reifens vorgesehen. Beim Herausreißen des Wulstdrahtes wird der Reifen durch die Zugkräfte des Drahtes je nach Angriffspunkt des Zughakens nach oben, unten oder zur Seite gedrückt. Diese Reifenbewegung wird durch entsprechende Hebe- bzw. Schiebevorrichtung unterstützt.

Je nach Größe des Reifens liegt die zum Rausreißen des Drahtes aufzubringende Kraft in einem Bereich von etwa 50 kN bis 3000 kN. Neben einer hydraulisch arbeitenden Vorrichtung kann man als Zugvorrichtung beispielsweise auch einen Seilzug oder eine Gewindespindel verwenden.

In einer anderen bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird der Wulstdraht mittels eines Rotationsmessers aus dem Reifen herausgeschnitten. Hierbei wird allerdings der Draht zusammen mit einem Teil des ihn umgebenden Kunststoff von dem Reifen getrennt, der Draht liegt nach dem Entwulsten somit nicht isoliert vor.

In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird der Draht an einer Stelle durchgeschnitten und sodann aus dem Reifenwulst herausgezogen. Vorzugsweise werden hierbei die beiden Drahtenden unter Strom gesetzt und der Draht glühend herausgezogen.

Der Wulstdraht kann eingeschmolzen und somit wiederverwertet werden.

Ferner betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung des Verfahrens gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5 und/oder der Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 7 bis 13 zur Zerlegung von EM-Reifen, d. h. von sogenannten Erdmaschinenreifen. Solche Reifen werden beispielsweise bei Muldenkippern, Kranfahrzeugen, Dumpern, Scrapern und einigen Militärfahrzeugen verwendet.

Weitere vorteilhafte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung werden anhand der nachfolgenden Beispiele in Zusammenhang mit den Figuren beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1 Schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Zerlegung von mindestens einem umlaufenden Kraftschlußverbindungskörper eines Fahrzeugs, insbesondere von einem Reifen;

Fig. 2 Schematische Darstellung der einzelnen Schritte (Fig. 2a, 2b, 2c) eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Zerlegung von mindestens einem umlaufenden Kraftschlußverbindungskörper eines Fahrzeugs, insbesondere von einem Reifen;

In Fig. 1 ist eine erfindungsgemäße Vorrichtung 1 zur Zerlegung von mindestens einem umlaufenden Kraftschlußverbindungskörper eines Fahrzeugs, insbesondere von einem Reifen, skizziert. Der zu zerlegende Reifen 2, der hier im Schnitt dargestellt ist, wird auf einem Drehtisch 3 plaziert. Der Drehtisch 3 läßt sich vorzugsweise stufenlos drehen, besonders bevorzugt erfolgt dabei die Drehung mittels einer dafür vorgesehenen Automatik, insbesondere mittels eines Computers. Oberhalb des Drehtisches 3 ist ein Schneidmesser 4 angeordnet. Das Schneidmesser 4 kann aus einem Stück gefertigt sein oder aber auch aus mehreren, in einem bestimmten Winkel angeordneten Schneiden, die wiederum aus Einzelsegmenten bestehen. Das Schneidmesser 4 wird nun mittels einer oder mehrerer Drückvorrichtungen 5 auf den Reifen 2 heruntergedrückt, wodurch der Reifen 2 mindestens an einer Stelle, vorzugsweise an mehreren Stellen gleichzeitig, durchgeschnitten wird. Das Schneidmesser 4 und die Drückvorrichtungen 5 werden von einer Halterungseinrichtung 6 gehaltert.

Vorzugsweise ist die Halterungseinrichtung 6 als Schlitten ausgebildet, der sich horizontal verschieben läßt. Somit läßt sich das Schneidmesser 4 zusammen mit den Drückvorrichtungen 5 entsprechend der Lage des zu zerlegenden Reifens 2 zur Durchführung eines Schnittes optimal positionieren. Ferner ist an der Halterungseinrichtung 6 noch ein Schiebestück 7 angeordnet, das zur Einstellung der Reifenbreite verwendet wird. In einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung 1 ist die gesamte Vorrichtung 1 mobil, d. h. sie läßt sich auf eine Transporteinrichtung, wie beispielsweise einen Tieflader verladen. Zu diesem Zwecke sind in einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Verladen auf einen Tieflader Abstützungen 8 vorgesehen. Mit Hilfe dieser Abstützungen 8 lassen sich sehr schnell und einfach Unebenheiten ausgleichen, so daß die Vorrichtung ordnungsgemäß betrieben werden kann. Desweiteren ist die Schlittenführung 9, d. h. die Schiene, auf welcher der Schlitten 6 geführt wird, aus- und einfahrbar. Vorzugsweise sind auch die seitlichen Abstützungen 10 der erfindungsgemäßen Vorrichtung aus- und einklappbar.

In Fig. 2 sind einzelne erfindungsgemäße Verfahrensschritte dargestellt. Fig. 2a zeigt dabei den Schritt des Entwulstens des Wulstdrahtes 1 aus dem zu zerlegendenden Reifen 2 mittels eines Entwulsters (hier nicht im Ganzen gezeigt). Dabei wird der zu entwulstende Reifen 2 in einen Stützrahmen 3 gestellt. Zum Entwulsten greift mindestens ein, vorzugsweise zwei speziell dafür vorgesehene Haken 4, die durch eine spezielle Form mit entsprechenden Ausschnittvorrichtungen versehen sind, beidseitig durch die innere Öffnung 5 des Reifens 2 auf dessen Innenseite, schneiden den Reifen 2 an, haken dort ein und werden dann mittels einer geeigneten Zugvorrichtung, vorzugsweise hydraulisch, unter Mitnahme des Drahtes wieder nach außen gezogen. Durch dieses spezielle Zugverfahren stellt sich während des Zuges ein Kräftegleichgewicht ein. Vorzugsweise ist die Zugvorrichtung in Abhängigkeit von dem zu entwulstenden Reifen 2 bzw. vom Wulstdraht 1 auswechselbar.

Fig. 2b stellt den erfindungsgemäßen Verfahrensschritt des Teilens des Reifens 2 in einzelne Segmente 6 mittels eines Schneidmessers 7 dar. Vorzugsweise erfolgt das Teilen des mindestens einen Reifens 2 mittels mindestens eines Schneidmessers 7 in Richtung der Drehachse 8 des Reifens 2. Der Reifen 2 liegt dabei plan auf einem Tisch, vorzugsweise einem Drehtisch (hier nicht dargestellt) und wird dann von einem senkrecht über ihm sich befindlichen Schneidmesser 8, das durch eine spezielle Drückvorrichtung (hier nicht dargestellt) auf den Reifen 2 heruntergedrückt werden kann, in einzelne Segmente 6 geteilt. Das mindestens eine Schneidmesser 7 kann dabei einstückig sein oder aber auch aus mehreren Einzelsegmenten bestehen. Im ersten Fall wird der Reifen 2 je nach dem Größenverhältnis zwischen der Schneide des Schneidmessers 7 und dem Reifendurchmesser an zwei gegenüberliegenden Stellen gleichzeitig oder aber nur an einer Stelle durchtrennt. Besteht das Schneidmesser 7 aus mehreren, in einem bestimmten Winkel angeordneten Schneiden, die vorzugsweise wiederum aus Einzelsegmenten bestehen, so kann somit der Reifen 2, auch wieder in Abhängigkeit von der Größe seines Durchmessers, gleichzeitig an mehreren Stellen durchtrennt werden, beispielsweise sternförmig. Mit Hilfe eines Drehtisches, auf dem der zu teilende Reifen 2 plaziert ist, wird der Reifen 2 zwischen den zwei aufeinanderfolgenden einzelnen Schneidevorgängen unter dem Schneidmesser 7 um einen bestimmten, einstellbaren Winkel gedreht, bevor dann in der neuen Winkelposition des Reifens 2 ein erneuter Schneidevorgang einsetzt.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die einzelnen Segmente 6 des geteilten Reifens 2 nochmals geteilt, vorzugsweise in stapelbare Teile. Somit erhält man relativ handliche Einzelteile, die gut transportiert werden können. Vorzugsweise werden in diesem Schritt des erfindungsgemäßen Verfahrens die Flankenteile 10 der einzelnen Segmente 6 des Reifens 2 von den Laufflächenteilen 9 der einzelnen Segmente 6 des Reifens 2 getrennt. Somit ist auch eine Trennung der einzelnen Gummiqualitäten gewährleistet.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die Einzelsegmente in einem weiteren Schritt noch geschreddert. Es handelt sich dabei um eine Zerkleinerungsmaschine, die mit gegeneinander rotierenden Messerwerken arbeitet.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Zerlegen von mindestens einem umlaufenden Kraftschlußverbindungskörper an Fahrzeugen, insbesondere von Reifen, wobei das Verfahren mindestens den folgenden Schritt aufweist:
    1. a) Teilen des mindestens einen umlaufenden Kraflschlußverbindungskörpers in einzelne Segmente mittels mindestens einer Zerlegvorrichtung.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Verfahren vor Schritt a. noch mindestens den folgenden weiteren Schritt aufweist:
    1. 1. a'. Entwulsten des mindestens einen umlaufenden Kraftschlußverbindungskörpers.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Teilen in Schritt a. in Richtung der Drehachse des mindestens einen umlaufenden Kraftschlußverbindungskörpers vollzogen wird.
  4. 4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Verfahren nach Schritt a. noch mindestens den folgenden weiteren Schritt aufweist:
    1. a) Teilen der einzelnen Segmente aus Schritt a. in stapelbare Teile.
  5. 5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Verfahren nach Schritt a. noch mindestens den folgenden weiteren Schritt aufweist:
    1. a) Schreddern der einzelnen Segmente des mindestens einen umlaufenden Kraftschlußverbindungskörpers und/oder der stapelbaren Teile der einzelnen Segmente des mindestens einen umlaufenden Kraftschlußverbindungskörpers.
  6. 6. Vorrichtung zum Entwulsten mindestens eines umlaufenden Kraftschlußverbindungskörpers, wobei die Vorrichtung mindestens die folgenden Elemente aufweist:
    1. a) mindestens einen Stützrahmen zum Einstellen und Haltern des zu entwulstenden umlaufenden Kraftschlußverbindungskörpers, insbesondere eines Reifens;
    2. b) mindestens ein, vorzugsweise mindestens zwei Haken;
    3. c) mindestens eine Zugeinrichtung.
  7. 7. Vorrichtung zur Zerlegung mindestens eines umlaufenden Kraftschlußverbindungskörpers, insbesondere eines Reifens, wobei die Vorrichtung mindestens die folgenden Elemente aufweist:
    1. a) mindestens einen Drehtisch, auf welchem der mindestens eine zu zerlegende umlaufende Kraftschlußverbindungskörper plaziert wird;
    2. b) mindestens eine Zerlegeinrichtung zum Teilen des mindestens einen umlaufenden Kraftschlußverbindungskörpers;
    3. c) mindestens eine Einrichtung zum Inkontaktbringen der mindestens einen Zerlegeinrichtung mit dem zu zerlegenden umlaufenden Kraftschlußverbindungskörper;
    4. d) mindestens eine Halterungseinrichtung zur Halterung der mindestens einen Zerlegeinrichtung und der mindestens einen Einrichtung zum Inkontaktbringen der mindestens einen Zerlegeinrichtung mit dem zu zerlegenden umlaufenden Kraftschlußverbindungskörper.
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die mindestens eine Einrichtung zum Inkontaktbringen der mindestens einen Zerlegeinrichtung mit dem zu zerlegenden umlaufenden Kraftschlußverbindungskörper hydraulisch betrieben wird.
  9. 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung mobil ist.
  10. 10. Verwendung des Verfahrens gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5 und/oder der Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 7 bis 9 zur Zerlegung von EM-Reifen.






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