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Dokumentenidentifikation DE19618640C2 15.02.2001
Titel Motorkettensäge mit einer Kettenbremseinrichtung
Anmelder Fa. Andreas Stihl, 71336 Waiblingen, DE
Erfinder Wieland, Dieter, Dipl.-Ing., 71686 Remseck, DE;
Armbruster, Herbert, Ing.(grad.), 71686 Remseck, DE;
Meyer, Gerhard, Ing.(grad.), 71642 Ludwigsburg, DE
Vertreter Patentanwalt Dipl.-Ing. Walter Jackisch & Partner, 70192 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 09.05.1996
DE-Aktenzeichen 19618640
Offenlegungstag 14.11.1996
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.02.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.02.2001
IPC-Hauptklasse B27G 19/00
Zusammenfassung Die Motorkettensäge (1) weist eine Kettenbremseinrichtung (2) auf, die aus einer Bremstrommel (3) und einem die Bremstrommel (3) umschlingenden Bremsband (4) besteht, welches von einem Bremsbandhebel (7) von einer Lösestellung in eine Bremsstellung (30) überführbar ist. Die Motorkettensäge (1) weist zwei zum Auslösen der Kettenbremseinrichtung (2) vorgesehene Betätigungsvorrichtungen auf, die als Rückschlagbremse und als Auslaufbremse ausgebildet sind. Die Rückschlagbremse umfaßt einen Handschutzbügel (5) und einen von einer Rückschlag-Bremsfeder (14) beaufschlagten Stellhebel (8), wobei der Stellhebel (8) bei Überführen der Rückschlagbremse von einer Bereitschaftsstellung (31) in eine das Bremsband (4) in Bremsstellung (30) versetzende Betätigungsstellung den Bremsbandhebel (7) um eine gehäusefeste Drehachse (10) verschwenkt. Die Auslaufbremse besteht aus einem zwischen einem Bedienungselement (6) zur Inbetriebnahme der Motorkettensäge und dem Bremsbandhebel (7) angeordneten Übertragungsglied (12) und einer das Bremsband (4) in Bremsstellung (30) beaufschlagenden Auslauf-Bremsfeder (15).
Um die Motorkettensäge (1) so auszubilden, daß bei einem Auslösen der Rückschlagbremse das Bedienungselement (6) im wesentlichen frei von Reaktionskräften bleibt, ist vorgesehen, daß der Bremsbandhebel (7) eine zweite Drehachse (11) aufweist, die parallel zur ersten Drehachse (10) angeordnet ist, und um die der Bremsbandhebel (7) bei Betätigung der Auslaufbremse verschwenkbar ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Motorkettensäge mit einer Kettenbremseinrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.

Eine derartige Motorkettensäge ist aus der DE 34 30 840 A1 bekannt. Die Kettenbremseinrichtung dieser Motorkettensäge kann von zwei Betätigungsvorrichtungen ausgelöst werden, die zum einen als Rückschlagbremse und zum anderen als Auslaufbremse ausgebildet sind. Die Rückschlagbremse dient dazu, in einer Gefahrensituation die Sägekette in kürzester Zeit abzubremsen. Hierfür wird die Kraft einer großen Rückschlag-Bremsfeder über einen Stellhebel auf einen am Bremsband angreifenden Bremsbandhebel übertragen, der eine Schwenkbewegung ausführt und das Bremsband in seine Bremsstellung überführt.

Der Auslaufbremse ist eine kleinere Auslauf-Bremsfeder zugeordnet, die am Bremsbandhebel angreift und das Bremsband in Bremsstellung versetzt. Die Auslaufbremse weist ein Übertragungsglied auf, das zwischen einem Bedienungselement der Motorkettensäge, z. B. einer Gashebelanordnung, und dem Bremsbandhebel angeordnet ist. Die Auslaufbremse wird immer dann aktiviert, wenn die Gashebelanordnung in Außerbetriebsstellung liegt.

Wird die Rückschlagbremse ausgelöst, führt das Übertragungsglied, bedingt durch die Schwenkbewegung des Bremsbandhebels, eine Rückschlagbewegung aus. In dem Übertragungsweg zwischen der Gashebelanordnung und dem Bremsbandhebel ist eine Ausgleichsfeder angeordnet, die den von dem Übertragungsglied übertragenen Rückschlag auf die Gashebelanordnung bei Betätigung der Rückschlagbremse mindern soll. Diese Feder muß größer dimensioniert sein als die Auslauf-Bremsfeder, um zu gewährleisten, daß bei Betätigung der Gashebelanordnung die Auslaufbremse gegen die Kraft der Auslauf-Bremsfeder gelöst wird. Infolge der relativ groß dimensionierten Feder wird die Reaktionskraft auf die Gashebelanordnung bei Betätigung der Rückschlagbremse lediglich teilweise gemildert, so daß auf die Gashebelanordnung und auf die Hand der Bedienungsperson eine impulsartige Reaktionskraft wirkt. Weiterhin ist nachteilig, daß die Ausgleichsfeder im Übertragungsweg zwischen der Gashebelanordnung und dem Bremsbandhebel der Federkraft der Rückschlag-Bremsfeder entgegengerichtet ist, so daß die Bremskraft der Rückschlagbremse nicht vollständig auf das Bremsband wirken kann. Um den Verlust an Bremswirkung auszugleichen, muß die Rückschlag-Bremsfeder sehr stark dimensioniert sein.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Motorkettensäge mit Kettenbremseinrichtung so auszubilden, daß bei einem Auslösen der Rückschlagbremse die Gashebelanordnung im wesentlichen frei von Reaktionskräften bleibt, wobei die Kettenbremseinrichtung einfach aufgebaut sein soll.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einer Motorkettensäge nach dem Oberbegriff mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst.

Der Bremsbandhebel wird bei Betätigung der Rückschlagbremse und bei Betätigung der Auslaufbremse um unterschiedliche Drehachsen verschwenkt, so daß die Stellbewegungen des Bremsbandhebels bei Betätigung von Rückschlagbremse und Auslaufbremse voneinander entkoppelt sind. Auslaufbremse und Rückschlagbremse arbeiten im wesentlichen unabhängig voneinander, so daß keine Reaktionskräfte einer Bremse auf die jeweils andere Bremse wirken. Insbesondere ist das Übertragungsglied zwischen dem Bedienungselement zur Inbetriebnahme der Motorkettensäge und dem Bremsbandhebel von den Reaktionskräften der Rückschlagbremse weitgehend frei, so daß Rückschläge auf das Bedienungselement und weiter auf die Hand der Bedienungsperson im wesentlichen vermieden sind. Da die Bewegungen zum Auslösen der Rückschlagbremse und zum Auslösen der Auslaufbremse voneinander entkoppelt sind, kann auf eine Ausgleichsfeder zur Entlastung des Bedienungselementes von Reaktionskräften der Rückschlagbremse verzichtet werden, wodurch die Anordnung einfach aufgebaut ist.

In einer vorteilhaften Ausführung ist die zweite Drehachse, um die der Bremsbandhebel beim Lösen und Betätigen der Auslaufbremse verschwenkbar ist, die Achse eines Lagers, über das der Bremsbandhebel am Stellhebel gelagert ist. Beim Niederdrücken des Bedienungselementes wird die Auslaufbremse gelöst, wobei der Bremsbandhebel um die am Stellhebel gelagerte zweite Drehachse verschwenkt wird. Beim Betätigen der Rückschlagbremse im Falle einer Gefahrensituation wird danach der Bremsbandhebel um die gehäusefeste erste Drehachse verdreht.

Zweckmäßig ist die gehäusefeste erste Drehachse des Bremsbandhebels identisch mit der Drehachse des Stellhebels, wobei die Schwenkbewegung des Bremsbandhebels um die zweite Drehachse von einem Anschlag am Stellhebel begrenzt sein kann, der zweckmäßig von einem Lagerzapfen des Stellhebels durch die erste Drehachse gebildet ist. Durch Niederdrücken des Bedienungselementes wird demzufolge der Bremsbandhebel um seine zweite, am Stellhebel gelagerte Drehachse bis zum Anschlag an den Lagerzapfen verschwenkt.

Das am Bremsbandhebel angreifende Ende des Übertragungsgliedes kann in der Betriebsstellung des Bedienungselementes benachbart zur gehäusefesten ersten Drehachse von Bremsbandhebel und Stellhebel liegen, so daß das Übertragungsglied von der durch die Rückschlagbremse ausgelösten Schwenkbewegung im wesentlichen unbeeinflußt bleibt.

Weitere Merkmale und vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den weiteren Ansprüchen. Anhand der Zeichnungen ist die Erfindung nachfolgend näher beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1 eine Motorkettensäge in Außerbetriebsstellung mit einer Kettenbremseinrichtung, die über eine Rückschlagbremse und eine Auslaufbremse auslösbar ist,

Fig. 2 eine Darstellung nach Fig. 1, wobei die Motorkettensäge in Betriebsstellung und die Rückschlagbremse in Betätigungsstellung versetzt ist,

Fig. 3 eine vergrößerte Darstellung des Hebelmechanismus zum Betätigen der Kettenbremseinrichtung,

Fig. 4 eine Darstellung einer Kettenbremseinrichtung gemäß Fig. 1 mit einem Bowdenzug als Übertragungsglied,

Fig. 5 eine seitliche Ansicht der Hebelanordnung zur Auslösung der Kettenbremseinrichtung,

Fig. 6 eine Ansicht einer Gashebelanordnung mit an der Gashebelsperre angeschlossenem Bowdenzug als Übertragungsglied.

Fig. 1 zeigt einen Schnitt durch eine Motorkettensäge 1, die eine von einem Kettenrad 33 betriebene Sägekette 34 aufweist. Koaxial zum Kettenrad 33 ist eine Kupplungs- und Bremstrommel 3 angeordnet, die drehfest mit dem Kettenrad 33 verbunden ist. Die Kupplungs- und Bremstrommel 3 ist von der Welle eines Antriebsmotors angetrieben, wobei der Antriebsmotor ein Verbrennungsmotor oder ein Elektromotor sein kann. Die Bremstrommel 3 ist etwa topfförmig ausgebildet und bildet gemeinsam mit einem die Bremstrommel 3 umschlingenden Bremsband 4 eine Kettenbremseinrichtung 2. Bei Aufbringen einer Bremskraft auf das Bremsband 4 legt sich das Bremsband 4 reib- bzw. kraftschlüssig an die zylindrische Mantelfläche der Bremstrommel 3 an, die dadurch abgebremst wird und das drehfest mit der Bremstrommel 3 umlaufende Kettenrad 33 und die Sägekette 34 stillsetzt.

Die Kettenbremseinrichtung 2 kann von zwei unterschiedlichen Betätigungsvorrichtungen ausgelöst werden, die zum einen als Rückschlagbremse und zum anderen als Auslaufbremse ausgebildet sind.

Die Rückschlagbremse besteht aus einem Handschutzbügel 5 und einem Stellhebel 8, an dem eine Rückschlag-Bremsfeder 14 angreift. Die Rückschlagbremse kann von der in Fig. 1 gezeigten Bereitschaftsstellung 31 in die in Fig. 2 gezeigte Betätigungsstellung 32 verstellt werden. Die Stellbewegung wird durch Verschwenken des Handschutzbügels 5 um die gehäusefeste Drehachse 35 in Richtung des Pfeiles 36 ausgelöst, der einen am Handschutzbügel 5 angeordneten Hebel 37 mitnimmt. Der Hebel 37 wirkt auf eine Kniegelenkanordnung 9 und verschwenkt diese aus ihrer Raststellung über ihre Strecklage hinaus in eine Freigabestellung. Die Kniegelenkanordnung 9 ist mit dem Stellhebel 8 verbunden und stützt in ihrer Raststellung den Stellhebel 8 gehäusefest ab, indem die auf den Stellhebel 8 wirkende Kraft der Rückschlag-Bremsfeder 14 über die Kniegelenkanordnung 9 und den am Handschutzbügel 5 angeordneten Hebel 37 auf die gehäusefeste Drehachse 35 des Handschutzbügels 5 übertragen wird. In Betätigungsstellung 32 ist der Stellhebel 8 von der Kniegelenkanordnung 9 freigegeben, also nicht mehr abgestützt. Er wird daher von der Rückschlag-Bremsfeder 14 um eine gehäusefeste Drehachse 10 verschwenkt. Über ein Lager 13 ist am Stellhebel 8 ein Bremsbandhebel 7 verschwenkbar gelagert, wobei der Bremsbandhebel 7 mit dem Bremsband 4 verbunden ist. Die Drehachse 11 des Lagers 13 liegt vorzugsweise genau parallel zur ersten gehäusefesten Drehachse 10. Über das Lager 13 wird die von der Rückschlag-Bremsfeder 14 ausgeübte Bremskraft in Betätigungsstellung 32 der Rückschlagbremse von dem Stellhebel 8 auf den Bremsbandhebel 7 übertragen, wobei bei dieser Auslösung der Rückschlagbremse der Bremsbandhebel 7 die gleiche Drehbewegung um die gehäusefeste Drehachse 10 ausführt wie der Stellhebel 8; das Bremsband 4 wird aus seiner Lösestellung in seine Bremsstellung 30 verstellt. In Bremsstellung 30 ist das Bremsband 4 mit der hohen Federkraft der Rückschlag- Bremsfeder 14 an die Bremstrommel 3 angelegt, wodurch die Bremstrommel 3 und damit die Sägekette 34 in Bruchteilen von Sekunden abgebremst ist.

Die Kettenbremseinrichtung 2 kann auch von der zweiten, als Auslaufbremse ausgebildeten Betätigungsvorrichtung ausgelöst werden. Hierzu ist zwischen einem Bedienungselement 6 der Motorkettensäge 1, z. B. einer Gashebelanordnung, vorzugsweise einem Gashebel 20, und dem Bremsbandhebel 7 ein Übertragungsglied 12 angeordnet, welches mit einer Auslauf- Bremsfeder 15 am Bremsbandhebel 7 angreift. In Außerbetriebsstellung 18 der Gashebelanordnung (Fig. 1) ist die Auslaufbremse betätigt, in Betriebsstellung 19 der Gashebelanordnung (Fig. 2) ist die Auslaufbremse gelöst. In Außerbetriebsstellung 18 beaufschlagt die Auslauf-Bremsfeder 15 den Bremsbandhebel 7 derart, daß er um die Drehachse 11 des Lagers 13 derart dreht, daß das Bremsband 4 an die Bremstrommel 3 angelegt wird. Bei Betätigung der Gashebelanordnung, z. B. des Gashebels 20 in Fig. 2, in seine Betriebsstellung 19 wird das Übertragungsglied 12 mitgenommen und verschwenkt den Bremsbandhebel 7 entgegen der Kraft der Auslauf-Bremsfeder 15 um dessen Drehachse 11; das Bremsband 4 wird in seine Lösestellung verstellt, so daß die Bremstrommel 3 freigegeben ist und das die Sägekette 34 antreibende Kettenrad 33 dreht.

Zweckmäßig ist die Auslauf-Bremsfeder 15 zwischen dem Bremsbandhebel 7 und dem Stellhebel 8 angeordnet und beaufschlagt den Bremsbandhebel 7 um die zweite Drehachse 11 in Richtung Bremsstellung 30 des Bremsbandes 4. Der Stellhebel 8 weist einen in Höhe des Lagers 13 angeordneten Kragarm 38 auf, an dessen freiem Ende die Auslauf-Bremsfeder 15 angreift. Der Kragarm 38 liegt etwa rechtwinklig zum Stellhebel 8 und hat eine Erstreckung, die etwa der halben Distanz zwischen der ersten und zweiten Drehachse 10 und 11 entspricht (Fig. 3). Es kann zweckmäßig sein, die Auslauf- Bremsfeder 15 nicht am Stellhebel 8, sondern gehäusefest einzuhängen. Das dem Kragarm 38 abgewandte Ende der Auslauf-Bremsfeder 15 ist mit dem Bremsbandhebel 7 verbunden, wozu das Federende in einen Haken 39 des Bremsbandhebels 7 eingreift. Der Haken 39 liegt auf der der gehäusefesten ersten Drehachse 10 abgewandten Seite des Bremsbandhebels 7etwa in einer Verlängerung des zwischen der Gashebelanordnung und dem Bremsbandhebel 7 angeordneten Übertragungsgliedes 12. Sowohl die Rückschlag-Bremsfeder 14 als auch die Auslauf-Bremsfeder 15 sind als Zugfedern, vorzugsweise Schraubenfedern, ausgebildet. Die Auslauf-Bremsfeder 15 bewirkt entsprechend ihrer Federkraft und der gewählten Hebelanordnung ein Drehmoment auf den Bremsbandhebel 7 um die Drehachse 11, welches über den Anlenkpunkt 44 des Bremsbandhebels 7 auf das Bremsband 4 übertragen wird. Die Kraftangriffspunkte 46 und 47 der Auslauf-Bremsfeder 15 an dem Kragarm 38 und am Haken 39 bestimmen eine gedachte Linie, die etwa parallel zu einer durch die beiden Drehachsen 10 und 11 bestimmten Ebene liegt. Die Drehachse 10, die Drehachse 11 und die Kraftangriffspunkte 46 und 47 bilden die Eckpunkte etwa eines Rechteckes.

Die Hebelverhältnisse sind gemäß Fig. 3 vorteilhaft so gewählt, daß der Hebelarm des Bremsbandhebels 7 zwischen der gehäusefesten ersten Drehachse 10 und dem Anlenkpunkt 44 des Bremsbandes 4 am Bremsbandhebel 7 nur etwa halb so groß ist wie der Abstand zwischen der gehäusefesten Drehachse 10 und der Drehachse 11. Dieses Hebelverhältnis verstärkt die auf das Bremsband 4 wirkende Federkraft der Rückschlag- Bremsfeder 14. Der Kraftangriffspunkt 45 der Rückschlag- Bremsfeder 14 am Stellhebel 8 liegt dabei etwa im Bereich des halben Abstandes zwischen den beiden Drehachsen 10 und 11.

Bei Betätigung des Gashebels 20 zieht das Übertragungsglied 12 am Bremsbandhebel 7 und bewirkt eine Drehung des Bremsbandhebels 7 um die zweite Drehachse 11, wodurch die Auslaufbremse gelöst wird. Zweckmäßig ist die dabei erfolgende Schwenkbewegung des Bremsbandhebels 7 um die Drehachse 11 von einem Anschlag am Stellhebel 8 begrenzt, wobei der Anschlag vorteilhaft ein über die Oberfläche des Stellhebels 8 überstehender Lagerzapfen 16 ist, der die gehäusefeste gemeinsame Drehachse 10 des Stellhebels 8 und des Bremsbandhebels 7 bildet (Fig. 2). Der Bremsbandhebel 7 weist auf seiner dem Lagerzapfen 16 zugewandten Seite eine etwa teilkreisförmige Ausnehmung auf, in der der Lagerzapfen 16 in Betriebsstellung 19 der Gashebelanordnung aufgenommen ist. Der Stellhebel 8 und der Bremsbandhebel 7 liegen dabei in zwei nebeneinander angeordneten parallelen Ebenen, so daß eine entkoppelte Bewegung der beiden Hebel 7 und 8 möglich ist.

Das am Bremsbandhebel 7 angreifende Ende 17 des Übertragungsgliedes 12 liegt zweckmäßig benachbart zur gehäusefesten ersten Drehachse 10. In Betriebsstellung 19 (Fig. 2) der Gashebelanordnung, in der die Auslaufbremse gelöst ist und der Bremsbandhebel 7 am Lagerzapfen 16 anliegt, hat dies den Vorteil, daß eine Schwenkbewegung des Bremsbandhebels 7 - z. B. bei Betätigung der Rückschlagbremse - im wesentlichen keinen Einfluß auf die Lage des Übertragungsgliedes 12 hat. Das Betätigen der Rückschlagbremse hat somit keine Rückwirkung auf die Gashebelanordnung.

Das Ende 17 des Übertragungsgliedes 12 ist vorteilhaft als in eine Ausnehmung des Bremsbandhebels 7 einragender Zapfen ausgebildet. Das andere Ende 29 des vorteilhaft als Stange ausgebildeten Übertragungsgliedes 12 greift in eine Schleppöffnung 22 eines drehbar gelagerten Schlepphebels 21 ein, in der das Ende 29 längsverschiebbar geführt ist. Das Ende 29 ist hierzu vorteilhaft zapfenförmig ausgebildet und liegt in der schlitzförmig ausgebildeten Schleppöffnung 22. Der Schlepphebel 21 hat eine parallel zur Drehachse 24 des Gashebels 20 liegende Drehachse 23, wobei die Drehachse 23 mit dem Schlepphebel 21 zusammen mit dem Gashebel 20 um die Drehachse 24 drehbar ist. In Betriebsstellung 19 des Gashebels 20 (Fig. 2) liegen zweckmäßig die Enden 17 und 29 des Übertragungsgliedes 12 und die Drehachsen 23 des Schlepphebels 21 sowie die Drehachse 24 des Gashebels 20 etwa auf einer Geraden. Dabei liegt die Drehachse 23 des Schlepphebels 21 näher an dem dem Gashebel 20 zugewandten Ende 29 des Übertragungsgliedes 12 als die Drehachse 24 des Gashebels 20. In Betriebsstellung 19 überträgt das Übertragungsglied 12 eine Zugkraft, wobei diese Zugkraft das Bremsband 4 entgegen der Kraft der Auslauf-Bremsfeder 15 in Lösestellung hält. Durch die gewählte Anordnung der Drehachsen 23, 24 und der Enden 17, 29 des Übertragungsgliedes 12 etwa auf einer Geraden ist der Gashebel 20 in Betriebsstellung 19 im wesentlichen frei von einer von der Bedienungsperson aufzubringenden Haltekraft; die aufgebrachte Zugkraft wird im wesentlichen von dem Lager des Gashebels 20 aufgenommen.

Der Schlepphebel 21 ist zweiarmig ausgebildet, wobei in einem ersten Arm 25 die Schleppöffnung 22 eingebracht ist und der zweite Arm 26 an einem gehäusefesten Anschlag 27 abstützbar ist. Der zweite Arm 26 hat eine dem Anschlag 27 zugewandte gewölbte Abstützfläche, wobei der freie Endbereich der Abstützfläche vorteilhaft sowohl in Außerbetriebsstellung 18 (Fig. 2) als auch in Betriebsstellung 19 (Fig. 1) des Gashebels 20 an dem zylindrischen Anschlag 27 anliegt. Der Schlitz der Schleppöffnung 22 ist einseitig offen, so daß das zapfenförmige Ende 29 des Übertragungsgliedes 12 in Längsrichtung beweglich in der Schleppöffnung 22 liegt. Sollte bei Betätigung der Rückschlagbremse das Übertragungsglied eine Längsbewegung ausführen, was bei gelöster Auslaufbremse auftreten kann, kann das Ende des Übertragungsgliedes 12 ausweichen, so daß keine Reaktionskräfte auf die Gashebelanordnung wirken.

Der Gashebel 20 ist vorteilhaft von einer Drehfeder 28 in seine Außerbetriebsstellung 18 beaufschlagt. Die Drehfeder 28 liegt koaxial zur Drehachse 23 des Schlepphebels 21, wobei ein Federende der Drehfeder 28 den Gashebel 20 beaufschlagt und das zweite Federende der Drehfeder 28 den Schlepphebel 21 mit seiner Anlagefläche an dem gehäusefesten Anschlag 27 hält.

Der Antriebsmotor ist im gezeigten Ausführungsbeispiel als Elektromotor ausgebildet, der die als Hohlrad ausgebildete Bremstrommel 3 antreibt. Der Elektromotor ist von einem vom Gashebel 20 zu betätigenden Taster 40 ein- und ausschaltbar, siehe Fig. 1. Auf einen Schaltstift 41 des Tasters 40 wirkt der Gashebel 20. Der Schaltstift 41 ist von einer inneren Druckfeder in seine Aus-Stellung beaufschlagt. Wird der Gashebel 20 in seine Außerbetriebsstellung überführt, wird zunächst der Taster 40 und somit der Elektromotor ausgeschaltet, bevor die Auslaufbremse betätigt wird.

Um bei Betätigung der Rückschlagbremse den Antriebsmotor auszuschalten, ist ein Mikroschalter 42 vorgesehen, dessen Schaltstift 43 von dem Kragarm 38 des Stellhebels 8 betätigbar ist. Sobald die Rückschlagbremse betätigt wird, verschwenkt der Stellhebel 8 zusammen mit dem einteilig angeformten Kragarm 38, wodurch der Schaltstift 43 niedergedrückt und der elektrisch in Reihe mit dem Taster 40 liegende Mikroschalter 42 ausgeschaltet wird.

In dem in den Fig. 4 bis 6 gezeigten Ausführungsbeispiel ist als Antriebsmotor ein Verbrennungsmotor vorgesehen, der zweckmäßig als Zweitaktmotor ausgebildet ist. Die Bremstrommel 3 bildet gleichzeitig die Kupplungstrommel einer nicht näher dargestellten Fliehkraftkupplung, welche von dem Verbrennungsmotor angetrieben ist.

Der Aufbau und die Funktion der als Rückschlagbremse und als Auslaufbremse auszulösenden Kettenbremseinrichtung 2 entspricht dem Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 bis 3, weshalb für gleiche Teile gleiche Bezugszeichen verwendet sind.

Insbesondere aus der Seitenansicht gemäß Fig. 5 sind die in parallelen Ebenen nebeneinander angeordneten Hebel 7, 8 und 37 ersichtlich, die um gehäusefeste Zapfen 16 und 35 schwenken.

Als Übertragungsglied zum Lösen der Auslaufbremse durch Verschwenken des Bremsbandhebels 7 gegen die Kraft der Auslauf-Bremsfeder 15 ist ein Bowdenzug vorgesehen, der aus einer Bowdenzughülle 120 und einem flexiblen Bowdenzugkabel 121 besteht. Das vordere, dem Bremsbandhebel 7 zugewandte Ende des Bowdenzugkabels 121 ist als steife Endstange 170 ausgebildet, deren freies Ende 17 zapfenförmig abgebogen ist und in eine entsprechende Öffnung des Bremsbandhebels 7 eingreift. Aus den Fig. 4 und 5 ist ersichtlich, daß das Bowdenzugkabel 121 an dem der Kettenbremseinrichtung zugewandten Ende in einer Gehäuseöffnung 100 gehäusefest abgestützt ist; das andere Ende der Bowdenzughülle 120 ist im Bereich eines hinteren Handgriffes 50 der Motorkettensäge in einem Haltestück 51 gehalten, welches mittels einer Schraube 52 am Handgriff 50 festgelegt ist. Das Haltestück 51 ist längs des Handgriffes 50 um einen Ausgleichsweg z mittels einer Exzenterlagerung verschiebbar, wodurch der Bowdenzug eingestellt werden kann.

Das aus dem handgriffseitigen Ende der Bowdenzughülle 120 austretende Bowdenzugkabel 121 endet in einem stangenartigen Endstück 290, dessen freies Ende 29 zapfenartig abgebogen ist und in eine Schleppöffnung 22 eines Schlepphebels 21 eingreift, der um eine gehäusefeste Drehachse 230 verschwenkbar ist. Hierzu weist der Schlepphebel 21 entsprechend der Ausführungsform nach den Fig. 1 bis 3 eine bogenförmige Anlagefläche 210 auf, welche einem Betätigungsnocken 201 der Einschaltsperre 200 gegenüberliegt. Die Einschaltsperre 200 ist im gezeigten Ausführungsbeispiel nach Fig. 6 eine Gashebelsperre, welche mit dem Gashebel 20 zusammenwirkt. Die Einschaltsperre 200 ist auf der dem Gashebel 20 gegenüberliegenden Seite des Handgriffes 50 angeordnet und um eine gehäusefeste Drehachse 49 verschwenkbar, in deren Bereich ferner eine Schenkelfeder 48 angeordnet ist, die die Einschaltsperre 200 in ihrer Außerbetriebsstellung 18 kraftbeaufschlagt. Entsprechend den Ausführungen zur Funktion der Auslaufbremse arbeitet auch die Ausführungsform nach den Fig. 4 bis 6. Durch Niederdrücken der Einschaltsperre 200 wird der Schlepphebel 21 um die gehäusefeste Drehachse 230 verschwenkt und nimmt das Endstück 290 des Bowdenzugkabels 121 mit, wodurch das Bowdenzugkabel 121 verlagert wird und der Bremsbandhebel 7 gegen die Kraft der Auslauf-Bremsfeder 15 in die Lösestellung des Bremsbandes 4 überführt wird.

Wird die Einschaltsperre 200 losgelassen, stellt sich diese durch die Schenkelfeder 48 sowie die wirkende Kraft der Auslauf-Bremsfeder 15 in ihre Ausgangsstellung zurück; der Schlepphebel 21 schwenkt zurück in seine Ruhestellung und läßt das Bowdenzugkabel 121 nach. Die Auslauf-Bremsfeder 15 verschwenkt den Bremsbandhebel 7 in Pfeilrichtung 55 um die Drehachse 11, wodurch das Bremsband 4 an die Bremstrommel 3 angelegt und abgebremst wird.

Es kann zweckmäßig sein, die Auslauf-Bremsfeder 15 nicht an einem Kragarm 38, sondern unmittelbar am Gehäuse der Motorkettensäge 1 einzuhängen, wie in den Fig. 1 und 3 strichliert angedeutet ist. Hierzu ist ein gehäusefester Einhängezapfen 60 vorgesehen.


Anspruch[de]
  1. 1. Motorkettensäge mit einer Kettenbremseinrichtung, die aus einer Bremstrommel (3) und einem die Bremstrommel (3) umschlingenden Bremsband (4) besteht, welches von einem am Bremsband (4) angreifenden Bremsbandhebel (7) von einer Lösestellung in eine Bremsstellung (30) überführbar ist, mit zwei zum Auslösen der Kettenbremseinrichtung (2) vorgesehenen Betätigungsvorrichtungen, die als Rückschlagbremse und als Auslaufbremse ausgebildet sind, wobei die Rückschlagbremse einen Handschutzbügel (5) und einen von einer Rückschlag-Bremsfeder (14) beaufschlagten Stellhebel (8) umfaßt, welcher bei Überführen der Rückschlagbremse von einer Bereitschaftsstellung (31) in eine das Bremsband (4) in Bremsstellung (30) versetzende Betätigungsstellung (32) den Bremsbandhebel (7) um eine gehäusefeste Drehachse (10) verschwenkt, und die Auslaufbremse aus einem zwischen einem Bedienungselement (6) zur Inbetriebnahme der Motorkettensäge (1) und dem Bremsbandhebel (7) angeordneten Übertragungsglied (12) und einer das Bremsband (4) in Bremsstellung (30) beaufschlagenden Auslauf-Bremsfeder (15) besteht, dadurch gekennzeichnet, daß der Bremsbandhebel (7) eine zweite Drehachse (11) aufweist, die parallel zur ersten Drehachse (10) angeordnet ist und um die der Bremsbandhebel (7) bei Betätigung der Auslaufbremse verschwenkbar ist.
  2. 2. Motorkettensäge nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Drehachse (11) die Lagerachse eines Lagers (13) ist, über das der Bremsbandhebel (7) verschwenkbar am Stellhebel (8) gelagert ist.
  3. 3. Motorkettensäge nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Auslauf-Bremsfeder (15) zwischen dem Bremsbandhebel (7) und dem Stellhebel (8) vorgesehen ist und den Bremsbandhebel (7) in Drehrichtung um die zweite Drehachse (11) kraftbeaufschlagt.
  4. 4. Motorkettensäge nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Stellhebel (8) um die gehäusefeste erste Drehachse (10) des Bremsbandhebels (7) verschwenkbar ist.
  5. 5. Motorkettensäge nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkbewegung des Bremsbandhebels (7) um die zweite Drehachse (11) von einem Anschlag des Stellhebels (8) begrenzt ist, insbesondere von einem Lagerzapfen (6) des Stellhebels(8).
  6. 6. Motorkettensäge nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das am Bremsbandhebel (7) angreifende Ende (17) des Übertragungsgliedes (12) benachbart zur gehäusefesten ersten Drehachse (10) liegt.
  7. 7. Motorkettensäge nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß am Bedienungselement (6) drehbar ein Schlepphebel (21) gelagert ist, in dessen Schleppöffnung (22) das zugewandte Ende (29) des Übertragungsgliedes (12) eingehängt und in Zugrichtung des Übertragungsgliedes (12) beweglich geführt ist.
  8. 8. Motorkettensäge nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehachse (23) des Schlepphebels (21) parallel zu einer Drehachse (24) des Bedienungselementes (6) liegt.
  9. 9. Motorkettensäge nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlepphebel (21) als zweiarmiger Hebel ausgebildet ist, wobei in einem ersten Arm (25) ein offener Längsschlitz als Schleppöffnung (22) eingebracht ist und der zweite Arm (26) an einem gehäusefesten Anschlag (27) abstützbar ist.
  10. 10. Motorkettensäge nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß in Betriebsstellung (19) des Betätigungselementes (6) die Enden (17, 29) des Übertragungsgliedes (12) und die Drehachse (24) des Bedienungselementes (6) etwa auf einer Geraden liegen.
  11. 11. Motorkettensäge nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Bedienungselement (6) ein Einschalthebel oder Gashebel (20) der Motorkettensäge (1) ist.
  12. 12. Motorkettensäge nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Bedienungselement (6) die einem Einschalthebel oder Gashebel (20) zugeordnete Einschaltsperre (200) ist.






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