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Dokumentenidentifikation DE19936638A1 15.02.2001
Titel Vorrichtung zur Umbettung von Personen
Anmelder RMT Lift & Transfer GmbH, 63128 Dietzenbach, DE
Erfinder Sander, Wolfgang, 61197 Florstadt, DE;
Resch, Bernhard G., 63128 Dietzenbach, DE
Vertreter Linser, H., Pat.-Anw., 16548 Glienicke
DE-Anmeldedatum 04.08.1999
DE-Aktenzeichen 19936638
Offenlegungstag 15.02.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.02.2001
IPC-Hauptklasse A61G 7/14
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Umbettung von Patienten oder bettlägerigen Personen von einer Liegefläche auf eine andere. Die Vorrichtung weist eine an ihren Längsenden mittels jeweils einer Haltevorrichtung (4, 5) gelagerte und höhenverstellbare Patientenaufnahmeplattform (1) auf, welche als mechanisch angetriebenes Wickelbord (2) ausgebildet ist. Jede Haltevorrichtung (4, 5) ist als Tragesäule ausgebildet und weist einen mittels Hall-Generatoren synchron betreibbaren Antrieb zur Auf- und Abbewegung der Patientenplattform auf. Jeder Antrieb der Haltevorrichrung (4, 5) weist eine Kugelrollspindel auf und jede Kugelrollspindel ist zur Entlastung der elektrischen Antriebsmotoren mittels einer Gasdruckfeder verstärkt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Umbettung von Patienten oder bettlägerigen Personen von einer Liegefläche auf eine andere.

Zum Transport einer bettlägerigen Person, beispielsweise eines für eine Operation vorbereiteten Patienten, von einem Krankenhauszimmer in den Operationsraum ist es erforderlich, eine Schleuse zu passieren, in oder vor der eine Umbettung erfolgen muß, damit sein unsteriles Bett keine bakteriologische Verschmutzung des Operationsraumes bewirkt. Die Umbettung des Patienten wird zur Zeit durch Hilfskräfte durchgeführt, wobei mindestens zwei Personen notwendig sind um die Person anzuheben und umzulagern.

Entsprechendes gilt auch für bettlägerige Personen, welche umgebettet werden müssen, um das Bett neu herzurichten oder frisch zu beziehen.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde eine mechanische Hilfsvorrichtung einzusetzen, um den Hilfskräften die Arbeit zu erleichern und den Patienten auch von ungeübten Kräften schonend umlagern zu können.

In der Patentanmeldung DE 199 20 898.0 wurde zur Lösung dieser Aufgabe bereits vorgeschlagen eine an ihren Längsenden mittels einer Haltevorrichtung aufgehängten Patientenplattform vorzusehen, wobei die Haltevorrichtung an ihrem der Patientenplattform abgewandten Ende jeweils mit dem Kopf eines schwenkbar gelagerten Parallelogramm-Gestänges drehbar verbunden ist.

Zur Durchführung der Schwenkbewegung der Patientenplattform sind gemäß dem älteren Vorschlag motorische Antriebe vorhanden, welche mit dem Parallelogramm-Gestänge kraftschlüssig verbunden sind.

Nach der älteren Erfindung sind die elektromotorischen Antriebe jeweils in einem Gehäuse angeordnet, von denen die Parallelogramm-Gestänge ausgehen.

Die motorischen Antriebe sind vorzugsweise als Gleichstrom- Actuatoren ausgebildet und durch Fernbedienung betätigbar.

Die Patientenplattform durchläuft während ihres Bewegungsablaufs einen Kreisbogen und hält dabei ihre vertikale Lage im Raum unverändert ein.

Die Patientenplattform ist in jeder Position anhaltbar, so daß unterschiedliche Höhen der Bett- oder Liegefläche ausgleichbar sind.

Während des Patiententransfers umschließen Sicherheitsschranken die Patientenplattform, so daß der Patient gegen Herausfallen gesichert ist.

Die Patientenplattform weist ferner einen abnehmbaren und rutschfähigen Textilbezug auf, so daß die Umlagerung des Patienten dadurch erleichtert wird.

Die Vorrichtung nach der Erfindung wird vorzugsweise in oder vor einer Schleuse zu einem sterilen Raum oder einem Operationsraum angeordnet.

Die vorliegende Erfindung löst das gleiche Problem mit ähnlichen und weiter vereinfachten Mitteln, wobei die Übernahme des Patienten aus seinem Bett auf die Patientenplattform noch wesentlich verbessert bzw. erleichtert wird.

Zur Lösung dieser Aufgabe wird gemäß der vorliegenden Erfindung eine an ihren Längsenden mittels jeweils einer Haltevorrichtung gelagerten und höhenverstellbaren Patientenaufnahmeplattform vorgeschlagen, welche als mechanisch angetriebenes Wickelbord ausgebildet ist. Mit diesen Mitteln wird insbesondere die Übernahme des Patienten auf die Plattform wesentlich vereinfacht und verbessert.

Nach der Erfindung ist jede Haltevorrichtung als Tragesäule ausgebildet und weist einen mittels Hall-Generatoren synchron betreibbaren Antrieb zur Auf- und Abbewegung der Patientenplattform auf. Die Steuerung durch Hallgeneratoren sorgt dafür, daß die Antriebe beider Tragesäulen absolut synchron laufen, so daß keine Verkantungen oder Schrägstellung der Plattform durch unterschiedliche Bewegungsabläufe auftreten können.

Jeder Antrieb der Haltevorrichtung ist mit einer leichtgängigen Kugelrollspindel versehen, wobei jede Kugelrollspindel zur Entlastung der elektrischen Antriebsmotoren mittels einer Gasdruckfeder verstärkt sein kann.

Die elektrischen Antriebsmotoren sind ebenfalls vorzugsweise als Gleichstrom-Actuatoren ausgebildet, welche über ein Netzteil mit Akkupuffer versorgt sind. Damit ist in vielerlei Hinsicht eine große Sicherheit gegeben. So erfolgt die Versorgung mit 24 V Schwachstrom, so daß von der elektrischen Seite auch bei Beschädigungen kein gefährlicher Starkstrom auftreten kann und bei Netzausfall liegt eine gesicherte Eigenversorgung durch den stets aufgeladenen Akkuteil vor.

Die Patientenplattform weist nach der vorliegenden Erfindung an ihren Längsseiten Umlenkrollen auf, welche einen die Plattform vollständig umgebenden und in sich geschlossenen Textilbezug über die Plattform gleitend führen.

Die Patientenplattform ist in jeder Höhenposition anhaltbar, so daß unterschiedliche Höhen der Bett- oder Liegefläche zur Übernahme und Abgabe der Patienten ausgleichbar sind.

Der angetriebene und bewegliche Textilbezug weist auf seiner der Plattform zugekehrten Seite eine geringere Haftreibung als auf seiner nach außen, dem Patienten zugekehrten Seite auf.

Unter der Patientenplattform befinden sich zwei umsteuerbar angetriebene Walzen, welche den Textilbezug wechselweise auf- bzw. abrollen. Hierdurch ist der Textilbezug stets gespannt und auch leicht auswechselbar. Der Antrieb der Walzen erfolgt mittels eines Zahnradantriebs.

Die Patientenplattform mit ihren Antrieben zur Bewegung des umlaufenden Textilbezuges, welche der vorliegenden Erfindung zugrundeliegt, kann auch mit einem abgeänderten Trägersystem verwendet werden, beispielsweise mit einem Trägersystem, welches bei der Vorrichtung nach der zuvor genannten Voranmeldung eingesetzt wird, indem lediglich ein Austausch der Patientenplattform mit ihrem Antrieb für den Umlauf des Textilbezuges erfolgt.

Die Erfindung vereinfacht wesentlich die Übernahme des Patienten auf die Patientenplattform. Hierzu wird lediglich der Patient auf die Seite gelegt, wozu nur ein einfaches Umrollen erforderlich ist. Wegen ihrer einfachen Höhenverstellbarkeit kann die Patientenplattform bis an den Rücken des Patienten herangefahren werden, wobei der Patient beim Zurückrollen in seine ursprüngliche Lage bereits auf die Patientenplattform gelangt, welche durch ihren Antrieb und ihre gute Haftreibung auf der dem Patienten zugekehrten Seite den Patienten auf die Mitte der Plattform bewegt. Hier ist gegebenenfalls nur eine geringe Hilfestellung einer Hilfsperson erforderlich.

Die Erfindung wird anhand der Zeichnung näher erläutert. Hierbei zeigen:

Fig. 1 eine perspektivische Darstellung der Vorrichtung nach der Erfindung,

Fig. 2 einen vergrößerten Querschnitt durch das Wickelbord der Patientenplattform, und

Fig. 3 eine Darstellung für den weiteren Einsatz der Patientenplattform mit einem geänderten Tragsystem.

Die Fig. 1 gibt eine Ausführungsform der Vorrichtung nach der Erfindung vollständig wieder. Die Patientenplattform 1 wird dabei an ihren Enden durch ein Trägersystem 4 und 5 höhenverstellbar (s. Pfeil) gehalten und ruht selbst auf einem Geräterahmen 6, der zum rollenden Transport mit abbremsbaren und feststellbaren Rollen 7 versehen ist. Die Patientenplattform 1 ist mit einem Textilbezug 2 umwickelt, welcher ähnlich einem Laufband um die Plattform 1 bewegt werden kann. Dieser Aufbau geht aus Fig. 2 hervor, in der ein Querschnitt durch die Patientenplattform 1 wiedergegeben ist.

Um den um die Patientenplattform 1 angeordneten Textilbezug 2 umlaufen lassen zu können ist es erforderlich, an den Längsseiten der Plattform Umlenkrollen 13 und 14 anzuordnen. Der Antrieb für den Textilbezug 2 befindet sich unter der Patientenplattform 1 und besteht aus Wickelwellen 10 und 11, auf die der Textilbezug wechselweise auf- und abgewickelt wird, und dem Motor 12 mit Wechselgetriebe. Durch diesen Aufbau ist der Textilbezug leicht abnehmbar, so daß Reinigungen in einfacher Weise durchführbar sind. Der Antrieb der Wickelwellen 10 und 11 erfolgt durch ein Zahnradgetriebe. Der Textilbezug 2 weist an seiner nach außen gerichteten Fläche eine große Haftreibung auf, während die nach innen gerichtete Seite eine geringe Haftreibung besitzt, so daß der Textilbezug 2 sich relativ leicht über die Fläche der Plattform 1 ohne namhafte Reibverluste bewegen läßt.

Die gesamte Vorrichtung ist leicht verfahrbar und kann mit dem Bügel 3 gehandhabt werden. Vom Steuerpult 8 und der Verstelleinheit 9 aus erfolgt die gesamte Steuerung des Gerätes, nämlich die Höhenverstellung der Patientenplattform 1 und der Vorwärts- und Rückwärtslauf des Textilbandes 2.

Die Fig. 3 zeigt eine Ausführungsform, welche in der genannten Voranmeldung beschrieben ist. Für eine solche Ausführungsform läßt sich die Patientenplattform 1 der vorliegenden Erfindung einsetzen, in dem die dort vorhandene Patientenplattform gegen diejenige der vorliegenden Erfindung ausgetauscht wird.

Die Patientenplattform 1 ist hierbei mit Hilfe von Tragbändern 6' an einem Parallelogramm 3' befestigt, welches in einem Halbbogen bewegt werden kann. Die Parallelogramme 3' gehen jeweils von einem Gehäuse 9' bzw. 10' aus, in denen sich der nicht näher dargestellte Antrieb befindet. Dieser besteht im vorliegenden Fall aus vier parallel angesteuerten Gleichstrom - Actuatoren, von denen jeweils zwei in einem Gehäuse 9' bzw 10' angeordnet sind.

Zum sicheren Transport des Patienten sind zwei getrennt bewegbare Sicherheitsschranken 4 und 5 vorhanden, die während des Transfers nach unten geklappt werden. Die Plattform 1 ist, wie eingangs beschrieben, von einem Textilbezug 2 ummantelt. In einem Gehäuse ist ein Bedienfeld 11' integriert. Es kann aber auch als Pult an beliebiger Stelle angeordnet werden. Alle Elektrokomponenten arbeiten auch hier mit 24 V Gleichspannung und werden über ein Netzteil und Akkupuffer versorgt, so daß auch bei Netzausfall ein problemloser Notbetrieb möglich ist. Bei einem Schaden an der Elektrik kann keine Hochspannung im Bereich des Patienten auftreten.

Die vollständige Einheit ist aus hygienischen Gründen aus Chromnickel-Edelstahl gefertigt.

Sowohl die Gelenkarme 3' des Parallelogramme als auch die Plattformaufhängungen 6' sind in Rastern einstellbar. Damit kann eine einwandfreie Anpassung an die Liegeflächen eines Bettes oder eines Operationstisches erfolgen.

Um während des Transfers eine Mitnahme von Infusionsflaschen zu ermöglichen sind die Plattformaufhängungen 6' mit Aufnahmevorrichtungen für Infusionsflaschenhalter versehen. Der Netzanschluß 12' des Gerätes befindet sich im frei zugänglichen Innenbereich. Die Steuerteile sind im Gehäuseteil 10 untergebracht, der auch das Bedienfeld 10 aufweist.

Die Gestängeteile 7' und 8' verbinden die Sicherheitsschranken 4' und 5' mit dem Parallelogramm-Gestänge 3'.

Die Plattform 1 kann mit einer Heizung ausgerüstet werden in Form einer Folienflächenheizung mit einer stufenlosen Temperaturregelung bis 40°C. Zur Temperaturüberwachung dient ein LCD-Display.

Der Nutzhub und der Transferweg sind manuell justierbar. Die Steuerung arbeitet mit drehzahlüberwachtem Parrallelgleichlauf für vier Gleichstromgetriebe-Actuatoren.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zur Umbettung von Patienten oder bettlägerigen Personen von einer Liegefläche auf eine andere, gekennzeichnet durch eine an ihren Längsenden mittels jeweils einer Haltevorrichtung (4, 5) gelagerten und höhenverstellbaren Patientenaufnahmeplattform (1), welche als mechanisch angetriebenes Wickelbord (2) ausgebildet ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jede Haltevorrichtung (4, 5) als Tragesäule ausgebildet ist und einen mittels Hall-Generatoren synchron betreibbaren Antrieb zur Auf- und Abbewegung der Patientenplattform aufweist.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Antrieb der Haltevorrichtung (4, 5) eine Kugelrollspindel aufweist.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß jede Kugelrollspindel zur Entlastung der elektrischen Antriebsmotoren mittels einer Gasdruckfeder verstärkt ist.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 2, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die elektrischen Antriebsmotoren als Gleichstrom- Actuatoren ausgebildet sind, welche über ein Netzteil mit Akkupuffer versorgt sind.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Patientenplattform (1) Antriebsrollen (10, 11) und Umlenkrollen (13, 14) aufweist, welche einen die Plattform (1) vollständig umgebenden Textilbezug (2) über die Plattform (1) gleitend antreiben.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Patientenplattform (1) in jeder Höhenposition anhaltbar ist, so daß unterschiedliche Höhen der Bett- oder Liegeflächen zur Übernahme und Abgabe der Patienten ausgleichbar sind.
  8. 8. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Textilbezug (2) auf seiner der Plattform zugekehrten Seite eine geringere Haftreibung als auf seiner nach außen, dem Patienten zugekehrten Seite aufweist.
  9. 9. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die an den Seitenenden der Patientenplattform (1) befindlichen Umlenkwalzen (13, 14) die Antriebskräfte verringern.
  10. 10. Vorrichtung zur Umbettung von Patienten oder bettlägerigen Personen von einer Liegefläche auf eine andere, gekennzeichnet durch eine an ihren Längsenden mittels einer Haltevorrichtung (6') aufgehängten Patientenplattform (1), wobei die Haltevorrichtung an ihrem der Patientenplattform (1) abgewandten Ende jeweils mit dem Kopf eines schwenkbar gelagerten Parallelogramm-Gestänges (3') drehbar verbunden ist, und die Patientenplattform (1) als elektromechanisch angetriebenes Wickelbord (2) ausgebildet ist.






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