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Dokumentenidentifikation DE19949933C1 15.02.2001
Titel Kindersitz für Fahrzeuge
Anmelder DaimlerChrysler AG, 70567 Stuttgart, DE
Erfinder Lohrmann, Gerhard, 71679 Asperg, DE
DE-Anmeldedatum 16.10.1999
DE-Aktenzeichen 19949933
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.02.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.02.2001
IPC-Hauptklasse B60N 2/26
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Kindersitz für Fahrzeuge mit einem am Fahrzeugboden verankerten Sitzgestell und einer auf dem Sitzgestell befestigten Sitzschale. Zwecks Schaffung eines Kindersitzes, der insbesondere bei Verwendung in einer Großraumlimousine eine bequeme Handhabung beim Hineinheben und Herausheben des Kleinkindes bietet, die Betreuung des Kleinkindes während der Fahrt erleichtert und ein großes Maß an Sicherheit für das Kind gewährleistet, ist das Sitzgestell fußseitig in die Bodenverankerung eines Einzelsitzes, vorzugsweise eines in einer Sitzreihe einer Großraumlimousine seitentürnah angeordneten Einzelsitzes, im Austausch zu diesem einsetzbar ausgebildet und die Sitzschale lösbar auf dem Sitzgestell befestigt, um die Hochachse des Sitzgestells drehbar und in mindestens einer Drehstellung arretierbar.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Kindersitz für Fahrzeuge gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Es ist ein Kindersitz der eingangs genannten Art bekannt (US 47 62 364), der auf einen in einem Fahrzeug vorhandenen Sitz aufgesetzt und mittels eines Sicherheitsgurtes an diesem Sitz befestigt wird. Der fahrzeugseitige Sicherheitsgurt wird durch Öffnungen des unterseitigen Sitzgestells des Kindersitzes hindurchgeführt. Auf dem Sitzgestell ist lösbar eine Sitzschale angebracht, die in Bezug auf das Sitzgestell um dessen Hochachse drehbar und in mindestens einer Drehstellung arretierbar ist. Hierzu ist die Sitzschale lösbar an einer zwischen dem Sitzgestell und der Sitzschale angeordneten Aufnahmeplatte angebracht, die mittels eines Lagerzapfens an dem darunter befindlichen Sitzgestell drehbar gehalten ist. Die Aufnahmeplatte weist einen mit Löchern versehenen Ring auf, der mit einem zugeordneten Ring des Sitzgestells zur Führung zusammenwirkt. Ferner weist der Kindersitz eine Arretiervorrichtung auf. Diese weist in einem am Sitzgestell befindlichen Gehäuse einen federbelasteten Stift auf, dem am unteren Ring der Aufnahmeplatte vorgesehene Löcher zugeordnet sind, in die der Stift der Arretiervorrichtung zur Verrastung der relativen Drehstellung eingreifen kann. Die untere Seite des Sitzgestells ist derart abgeschrägt, dass die Höhe des Sitzgestells von hinten nach vorn abnimmt. Dies erfolgt in Anpassung an die entsprechende Neigung der Oberseite des Sitzkissens üblicher Fahrzeugsitze, die vom Sitzvorderrand in Richtung nach hinten zur Lehne des Sitzes schräg abfallen. Durch die Abschrägung der Unterseite des Sitzgestells wird beim Aufsetzen des Kindersitzes auf das Sitzkissens eines Fahrzeugsitzes dessen Neigung nach hinten ausgeglichen. Ersichtlich lässt eine derartige lösbare Verbindung des Kindersitzes mittels eines fahrzeugseitigen Sicherheitsgurts an einem Einzelsitz zu wünschen übrig, da die Festlegung des Kindersitzes auf diese Weise keine zuverlässig feste Verbindung mit dem Fahrzeug gewährleistet.

Aus der US 4 082 350 ist ein Kindersitz bekannt, der mittels eines Sitzgestells fest mit dem Fahrzeug verbunden ist und dabei zwischen einem Vordersitz und einem Rücksitz platziert ist.

Aus der GB 22 07 043 A ist ein Kindersitz bekannt, der mittels eines als Platte ausgebildeten Unterteils auf einen fahrzeugseitigen Sitz gesetzt und dort mittels des vorhandenen Sicherheitsgurtes befestigt wird. Die Platte ist vorn und hinten mit Schlitzen versehen, durch die die fahrzeugseitigen Sicherheitsgurte hindurchgeführt werden. Auch bei diesem Kindersitz ist aufgrund der Festlegung dieses mittels des Sicherheitsgurtes keine zuverlässig feste Verbindung mit dem Fahrzeug gewährleistet.

Ein bekannter Kindersitz für einen Personenkraftwagen (DE 21 47 248 C2) weist eine gepolsterte Sitzschale und ein im Bereich der Sitzfläche auf dem Schalenrand aufliegendes, mit Ausbuchtungen zum Durchführen der Beine versehenes Aufprallpolster auf, das durch mindestens eine Sperre mit der Sitzschale verbunden ist und nach deren Lösen zur Erleichterung des Besteigungsvorgangs visierartig in Richtung Rückenlehne der Sitzschale hochgeklappt werden kann. Die Sitzschale ist auf einer fahrzeugfesten Konsole aufgenommen, die zwischen den Vorder- und Rücksitzen etwa in Wagenmitte angeordnet ist. An der Konsole ist eine gepolster Fußstütze höhenverstellbar befestigt.

Aus der DE 37 38 523 A1 ist eine Vorrichtung zur Aufnahme von Arbeitshilfsmitteln für die Verwendung in einem Personenkraftwagen bekannt. Diese besteht aus einem Rahmengestell mit Gestellfüßen, das so ausgebildet ist, daß an ihm Anbauten für die Aufnahme von Schubläden, Fachböden o. dgl. anbringbar sind. Das Rahmengestell kann im Austausch zum Beifahrersitz mit seinen Gestellfüßen in die Halterung des Beifahrersitzes am Fahrzeugboden eingeschoben werden.

Aus der DE 44 05 396 C2 ist es bekannt, die Vordersitze eines Personenkraftwagens um eine exzentrisch angeordnete Hochachse schwenkbar auszubilden, damit zur Erleichterung des Einsteigvorgangs für behinderte Personen der Sitz um 90° so gedreht werden kann, dass die Vorderkante der Sitzfläche zur Türöffnung weist.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Kindersitz der eingangs genannten Art zu schaffen, der zuverlässig und sicher mit dem Fahrzeug verbindbar und auswechselbar und entfernbar ist.

Die Aufgabe ist erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst. Dadurch, dass das Sitzgestell fußseitige Mittel zum lösbaren Einsetzen in die Bodenverankerung des Fahrzeugbodens aufweist, kann der Kindersitz unter Zuhilfenahme der fahrzeugseitig vorhandenen Bodenverankerung sicher und fest mit dem Fahrzeug lösbar verbunden werden und bei Bedarf auch wieder entfernt werden, wobei dies im Austausch z. B. mit einem an dieser Stelle platzierten Einzelsitz eines Fahrzeugs geschehen kann. Der erfindungsgemäße Kindersitz bietet dem Kleinkind einen vollwertigen Sitz mit großem Freiraum für die Betreuungsperson zur Versorung und Ablenkung des Kleinkindes während der Fahrt, so dass keine Notwendigkeit besteht, hierzu das Rind aus dem Kindersitz herauszunehmen. Bei Nichtbenötigung des Kindersitzes lässt sich die Sitzschale vom Sitzgestell abnehmen, wobei das Sitzgestell als Multifunktionskonsole benutzt und beispielsweise zum Aufspannen einer Tischplatte oder eines Laptops od. dgl. verwendet werden kann, so dass eine auf einem Sitz neben oder hinter dem Sitzgestell sitzende Person die Autofahrt zum Arbeiten nutzen kann.

Vorteilhafte Ausführungsformen mit zweckmäßigen Weiterbildungen und Ausgestaltungen des Kindersitzes gemäß der Erfindung sind in den weiteren Patentansprüchen enthalten. Aufgrund der Drehbarkeit der Sitzschale ist das Hineinsetzen eines Kleinkindes in den Kindersitz erleichtert, da die Sitzschale in eine Stellung gedreht werden kann, in der das Kind ergonomisch günstig in diese Schale hineingehoben und darin gesichert werden kann. Hiernach kann die Sitzschale zurückgedreht werden, so dass das Kind in Fahrtrichtung schaut, wobei das Sitzgestell in dieser Position arretiert wird. Auch während der Fahrt kann zwecks Betreuung des Kindes durch eine neben oder hinter dem Kindersitz platzierte Person die Sitzschale am Sitzgestell entriegelt und um 90° oder 180° gedreht und dann verriegelt werden. Auch das Herausheben des Rindes aus dem Sitz wird wesentlich erleichtert, da die Sitzschale immer so geschwenkt werden kann, dass das Kind von vorn gegriffen und nach vorn herausgehoben werden kann. Die Verankerung der Sitzschale am Sitzgestell und die Verankerung des Sitzgestells am Fahrzeugboden ist zuverlässig und hält den bei Crash auftretenden hohen Verformungskräften stand.

Die Erfindung ist anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels im folgenden näher beschrieben. Es zeigen teilweise in schematischer Darstellung:

Fig. 1 eine Draufsicht eines aufgeschnittenen Fahrzeuginnenraums einer Großraumlimousine,

Fig. 2 eine Explosionsdarstellung eines Kindersitzes für die Großraumlimousine in Fig. 1,

Fig. 3 ausschnittweise einen Schnitt einer Aufnahmeplatte des Kindersitzes in Fig. 2 im Bereich ihrer Drehlagerung auf einer Grundplatte,

Fig. 4 ausschnittweise einen Schnitt von Aufnahmeplatte und Grundplatte des Kindersitzes in Fig. 2 im Bereich einer Arretiervorrichtung,

Fig. 5 ausschnittweise einen Schnitt einer Bodenverankerung des Kindersitzes in Fig. 2 im Fahrzeugboden der Großraumlimousine in Fig. 1,

Fig. 6 eine Seitenansicht einer Sitzschale mit Aufnahmeplatte des Kindersitzes in Fig. 2,

Fig. 7 einen Schnitt längs der Linie VII-VII in Fig. 6,

Fig. 8 ausschnittweise eine Seitenansicht des Kindersitzes in Fig. 2 mit angestecktem Beschäftigungsobjekt, weitgehend schematisiert,

Fig. 9 eine vergrößerte Darstellung des Ausschnitts IX in Fig. 8 im Längsschnitt,

Fig. 10 eine perspektivische Darstellung eines als Spieltisch ausgebildeten Beschäftigungsobjekts,

Fig. 11 einen Längsschnitt der Aufnahmeplatte des Kindersitzes in Fig. 2 mit einem aufgespanntem Laptop.

Der in Fig. 1 in Draufsicht schematisch dargestellte aufgeschnittene Innenraum 10 einer Großraumlimousine ist mit zwei Vordersitzen 11, 12 und zwei hinteren Sitzreihen 13, 14 mit je drei Sitzplätzen ausgestattet. Von den drei Sitzplätzen der hinter den Vordersitzen 11, 12 angeordneten Sitzreihe 13 ist der einer Schiebetür 15 nächstliegende Sitz als Einzelsitz ausgeführt, der in zwei im Fahrzeugboden 16 verankerten Längsschienen 17, 18 verschiebbar gehalten ist und in jeder Verschiebeposition arretiert werden kann. In der Darstellung der Fig. 1 ist dieser Einzelsitz aus seiner bodenseitigen Verankerung herausgenommen und durch einen Kindersitz 20 ersetzt, wie er in Fig. 2 im einzelnen dargestellt ist. Zur Vervollständigung der Ansicht des Fahrzeuginnenraums 10 sind noch ein dem Fahrersitz 11 zugeordnetes Lenkrad 19, ein entlang der Frontscheibe sich erstreckendes Armaturenbrett 21 und eine vom Armaturenbrett 21 aus sich bis zwischen die Vordersitze 11, 12 erstreckende Mittelkonsole 22 schematisch angedeutet. Die von der Schiebetür 15 verschließbare Türöffnung, über welche die Belegung der beiden hinteren Sitzreihen 13, 14 erfolgt, ist mit 23 angedeutet.

Der in Fig. 2 in Explosionsdarstellung zu sehende Kindersitz 20 weist ein Sitzgestell 24, das fußseitig in die Bodenverankerung des Einzelsitzes der ersten Sitzreihe 13 einsetzbar ausgebildet ist, und eine gepolsterte Sitzschale 25 auf, die lösbar auf dem Sitzgestell 24 befestigt und um die Hochachse des Sitzgestells 24 drehbar und in mindestens einer Drehstellung arretierbar ist. Das Sitzgestell 24 weist hierzu fußseitig zwei im Parallelabstand voneinander sich erstreckende Führungsleisten 26 mit T-förmigem Querschnittsprofil auf, die in den Längsschienen 17 bzw. 18 längsverschiebbar aufgenommen sind, wie dies in Fig. 5 für die Führungsleiste 26 in der Längsschiene 17 dargestellt ist. Mittels einer Verriegelungsvorrichtung 27 kann die Führungsleiste 26 in jeder Verschiebestellung des Sitzgestells 24 in der Längsschiene 17 festgeklemmt und damit unverschieblich festgelegt werden. Die in Fig. 5 beispielhaft dargestellte Verriegelungsvorrichtung 27 besteht aus zwei Exzenternocken 28, die beidseitig des Mittelteils 261 der T- förmigen Führungsleiste 26 auf einem im Mittelteil 261 drehbar gelagerten Bolzen 29 drehfest sitzen. Die Exzenternocken 28 stützen sich mit ihrem Umfang am Sitzgestell 24 ab, während die Führungsleiste 26 relativ zum Sitzgestell 24 höhenverschiebbar im Sitzgestell 24 gehalten ist. Wird der Bolzen 29 mittels eines Verriegelungshebels 30 gedreht, so ziehen die am Sitzgestell 24 sich abstützenden Exzenternocken 28 die Führungsleiste 26 nach oben und spannen das Querteil 262 der Führungsleiste 26 an den das Querteil 262 übergreifenden Schultern 171 der Längsschiene 17 fest. Wird der Bolzen 29 gegensinnig gedreht, so wird diese Verspannung wieder aufgehoben und die Führungsleisten 26 können in den Längsschienen 17, 18 verschoben werden.

Zur lösbaren Befestigung der Sitzschale 25 am Sitzgestell 24 ist auf der Oberseite des Sitzgestells 24 eine Grundplatte 31 befestigt, was z. B. durch Schraubenverbindungen, die durch in der Grundplatte 31 und in der Oberseite des Sitzgestells 24 vorgesehene Bohrungen 32 bzw. 33 hindurchgeführt sind, erfolgt. Auf der Grundplatte 31 ist eine Aufnahmeplatte 34, auf welcher die Sitzschale 25 lösbar befestigt ist, drehbar gelagert. Dabei kann die Aufnahmeplatte 34 um 360° gedreht werden und in einer Vielzahl von Drehpositionen mittels einer Arretiervorrichtung 35 festgesetzt werden.

Die Drehlagerung der Aufnahmeplatte 34 in der Grundplatte 31 ist in Fig. 3 im Schnitt dargestellt. Die Grundplatte 31 besitzt hierzu eine durchgehende, zentrale Stufenbohrung 36 mit einem einen größeren Durchmesser aufweisenden Bohrungsabschnitt 361, der der Aufnahmeplatte 34 zugekehrt ist, und mit einem einen kleineren Bohrungsdurchmesser aufweisenden Bohrungsabschnitt 362, und an der Unterseite der Aufnahmeplatte 34 steht zentral ein Drehzapfen 37 vor, der in dem Bohrungsabschnitt 361 mit Drehspiel aufgenommen ist. Auf dem Drehzapfen 37 ist stirnseitig ein Gegenlagerelement 38 mittels einer in eine Gewindebohrung 39 im Drehzapfen 37 eingeschraubten Schraube 40 festgespannt, das mit einem zentralen Zapfenteil 381 durch den Bohrungsabschnitt 362 mit Spiel hindurchtritt und mit einem Flanschteil 382 die Grundplatte 31 auf deren Unterseite mit Drehspiel übergreift. Durch das Gegenlagerelement 38 ist die Aufnahmeplatte 34 axial unverschieblich an der Grundplatte 31 gehalten, wobei ein für die Relativdrehung beider Platten 31, 34 erforderliches geringes Axialspiel eingestellt ist.

Die manuell betätigbare Arretiervorrichtung 35 ist in Fig. 4 im Längsschnitt im einzelnen dargestellt. Sie weist einen von der Unterseite der Aufnahmeplatte 34 abstehenden Rastring 41 mit einer Vielzahl von um gleiche Abstände längs des Ringumfangs versetzt angeordneten Rastlöchern 42 sowie einen an der Grundplatte 31 radial zum Rastring 41 verschieblich gehaltenen Raststift 43 auf, der mit den Rastlöchern 42 korrespondiert und unter Federkraft in jeweils ein Rastloch 42 einzudringen vermag. Der Rastring 41 ist vorzugsweise als Blechteil geschnitten, aus dem die Rastlöcher 45 ausgestanzt sind, und anschließend rundgebogen und an die Unterseite der Aufnahmeplatte 34 angeschweißt. Der Raststift 43 ist an einem Verschiebestück 44 einstückig ausgebildet, das in einem an der Grundplatte 31 seitlich befestigten Halter 45 aufgenommen ist. Zwischen dem Halter 45 und dem Verschiebestück 44 stützt sich eine Druckfeder 46 ab, die den Raststift 43 in Eingriff mit einem Rastloch 42 hält. Das Verschiebestück 44 kann mittels eines aus dem Halter 45 vorstehenden Griffteils 47 gegen die Kraft der Druckfeder 46 soweit im Halter 45 verschoben werden, daß der Raststift 43 aus dem Rastloch 42 austritt und dadurch die Aufnahmeplatte 34 zur Drehung freigibt. Zum Drehen der Aufnahmeplatte 34 ist ein Handgriff 48 vorgesehen, wie er in Fig. 2 dargestellt ist.

Zur lösbaren Befestigung der Sitzschale 25 auf der Aufnahmeplatte 34 sind in der Aufnahmeplatte 34 randseitig langlochartige Montagelöcher 49 vorgesehen, mittels derer auf die Aufnahmeplatte 34 Halteelemente für die Sitzschale 25 aufgespannt werden können. Um möglichst viele Sitzschalen 25, die im Handel in verschiedenen Ausführungsformen angeboten werden, in Verbindung mit dem Sitzgestell 24 verwenden zu können, wird mit den Halteelementen vorzugsweise ein Adapter festgespannt, der zuvor mit dem jeweiligen Kindersitz mechanisch, z. B. durch Schrauben, verbunden worden ist. Ein solcher Adapter 50 ist in Fig. 2 und 6 beispielhaft als mit der Sitzschale 25 verschraubte Platte dargestellt, die auf der Vorder- und Hinterseite der Sitzschale 25 mit einem Überstehrand 501 bzw. 502 unter der Sitzschale 25 hervorragt. Die Halteelemente zur Befestigung des Adapters 50 weisen einen den Überstehrand 501 des Adapters 50 auf der Vorderseite der Sitzschale 25 übergreifende Spannklammer 51 und ein an der Rückseite der Sitzschale 25 angeordnetes Schnellspannglied 52 auf, das mit einem Spannstift 53 den hinteren Überstehrand 502 des Adapters 50 übergreift. Das Schnellspannglied 52 ist in Fig. 7 im Schnitt dargestellt. Es weist ein Gehäuse 54 auf, in dem der Spannstift 53 gegen die Kraft einer Druckfeder 55 verschieblich geführt ist. Zur Verschiebung des Spannstifts 53 ist mit diesem eine Stange 56 verbunden, die endseitig einen Knopf 57 trägt. Wird auf den Knopf 57 eine Zugkraft manuell aufgebracht, so wird der Spannstift 53 gegen die Kraft der Druckfeder 55 in das Gehäuse 54 eingezogen und gibt den Adapter 50 frei. Wird der Knopf 57 losgelassen, so schiebt sich der Spannstift 53 unter der Kraft der Druckfeder 55 automatisch über den Überstehrand 502 des Adapters 50 und hält die Sitzschale 25 an der Aufnahmeplatte 34 verspannt. Die Spannklammer 51 und das Schnellspannglied 52 sind mittels Befestigungsschrauben 58, 59, die durch je ein Montageloch 49 in der Aufnahmeplatte 34 hindurchgesteckt und in eine hier nicht dargestellte Gewindebohrung in der Spannklammer 51 bzw. im Schnellspannglied 52 eingeschraubt sind, auf der Aufnahmeplatte 34 befestigt.

Durch die separate Befestigung der Halteelemente in den Aufnahmebohrungen 49 können diese gegen andere Halteelemente ausgetauscht werden und mit diesen bei Nichtgebrauch des Kindersitzes andere Hilfsvorrichtungen für die Passagiere der beiden Sitzreihen 13, 14 auf die Aufnahmeplatte 34 aufgespannt werden. In Fig. 11 ist beispielhaft ein Laptop 60 als eine solche Hilfsvorrichtung schematisiert dargestellt, der mittels entsprechend angepaßter, vorgehaltener Halteelemente auf der Aufnahmeplatte 34 festgespannt ist. Zur Aufspannung des Laptop 60 werden zwei Spannklammern 51 verwendet, die wiederum mit durch die Montagelöcher 49 hindurchgesteckten Befestigungsschrauben 58 auf der Aufnahmeplatte 34 festgesetzt werden. Die langlochartige Ausbildung der Montagelöcher 49 erlaubt dabei eine gewisse Anpassung der Position der Spannklammern 51 an die Abmessungen des Laptop 60. Selbstverständlich ist es möglich, auch eine Arbeitstischplatte auf der Aufnahmeplatte 34 aufzuspannen.

Wie in Fig. 2, 8 und 9 zu sehen ist, sind am Sitzgestell 24 Steckmittel zum Aufstecken verschiedener Beschäftigungsobjekte für das Kind vorgesehen. Solche Beschäftigungsobjekte sind beispielsweise ein Kinderlenkrad 61 (Fig. 8) oder ein Spietisch 62 (Fig. 10). Wie insbesondere aus dem Längsschnitt der vergrößerten Ausschnittdarstellung in Fig. 9 hervorgeht, weisen die Steckmittel ein Paar Hülsen 63 auf, die parallel zur Oberseite des Sitzgestells 24 an diesem im Querabstand voneinander angeordnet sind und sich in die Tiefe des Sitzgestells 24 erstrecken. Die Beschäftigungsobjekte sind dabei an gebogenen Haltestangen befestigt, die im Falle des Kinderlenkrads 61 gemäß Fig. 8 und 9 mit 64 und im Falle des Spieltisches 62 gemäß Fig. 10 mit 65 bezeichnet sind. Diese Haltestangen 64 bzw. 65 tragen an ihrem einen Ende das Kinderlenkrad 61 bzw. den Spieltisch 62 und sind an ihrem abgebogenen anderen Ende mit einem Gewindeabschnitt 66 versehen. Die Haltestangen 64, 65 werden mit ihrem Gewindeabschnitt 66 durch die beiden Hülsen 63 hindurchgeführt und mittels einer auf dem Gewindeabschnitt 66 aufgeschraubten Kontermutter 67 in den Hülsen 63 axial verspannt.

Wie in Fig. 10 dargestellt ist, kann an der Haltestange 65 des Spieltisches 62 ein Flaschenhalter 68 zur Aufnahme einer Trinkflasche 69 für das Kleinkind angeordnet sein. Dieser Flaschenhalter 68 kann gleichzeitig als Flaschenwärmer ausgebildet sein, der elektrisch beheizbar ist und über ein Anschlußkabel 70 mit Anschlußstecker 71 an eine im Sitzgestell 24 befestigte Steckdose 72 (Fig. 2) angeschlossen werden kann.

Die Steckdose 72 kann beispielsweise über ein Zuleitungskabel 73 an einen üblicherweise im Armaturenbrett 21 integrierten Zigarettenanzünder angeschlossen werden.

Im Falle des Gebrauchs des Sitzgestells 24 mit einem Laptop 60 (Fig. 11) oder einem Computer erfolgt die Stromversorgung des Laptop 60 oder des Computers ebenfalls über die Steckdose 72.


Anspruch[de]
  1. 1. Kindersitz für Fahrzeuge, der ein mit dem Fahrzeug lösbar verbindbares Sitzgestell (24) und eine auf dem Stitzgestell (24) lösbar angebrachte Sitzschale (25) aufweist, die in Bezug auf das Sitzgestell (24) um dessen Hochachse drehbar und in mindestens einer Drehstellung arretierbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Sitzgestell (24) fußseitige Mittel zum lösbaren Einsetzen in eine am Fahrzeugboden (16) vorgesehene Bodenverankerung zur fußseitigen Halterung eines Einzelsitzes aufweist, wobei die Bodenverankerung am Fahrzeugboden (16) befestigte Längsschienen (17, 18) aufweist und die fußseitigen Mittel am Sitzgestell (24) aus an die Längsschienen (17, 18) angepassten Führungsleisten (26) gebildet sind, die in den Längsschienen (17, 18) aufnehmbar sind.
  2. 2. Kindersitz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Sitzgestell (24) mittels der Führungsleisten (26) in den Längsschienen (17, 18) verschiebbar und verriegelbar ist.
  3. 3. Kindersitz nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Oberseite des Sitzgestells (24) zur drehbaren Aufnahme einer lösbar mit der Sitzschale (25) verbundenen Aufnahmeplatte (34) eine Grundplatte (31) befestigt ist, die mittig eine Stufenbohrung (36) aufweist, und dass von der der Grundplatte (31) zugekehrten Unterseite der Aufnahmeplatte (34) ein Drehzapfen (37) axial vorsteht, der in dem den größeren Bohrungsdurchmesser aufweisenden Bohrungsabschnitt (361) der Stufenbohrung (36) mit Drehspiel einliegt und darin mit geringem Axialspiel axial unverschieblich fixiert ist.
  4. 4. Kindersitz nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß in dem den kleineren Bohrungsdurchmesser aufweisenden Bohrungsabschnitt (362) der Stufenbohrung (36) der Grundplatte (31) ein Zapfenteil (381) eines Gegenlagerelements (38) drehbar einliegt, das auf die Stirnseite des Drehzapfens (37) an der Aufnahmeplatte (34) aufgespannt ist und mit einem Flanschteil (382) die von der Aufnahmeplatte (34) abgekehrte Unterseite der Grundplatte (31) mit Drehspiel Übergreift.
  5. 5. Kindersitz nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß in der Aufnahmeplatte (34) Montagelöcher (49) zur Befestigung von die Sitzschale (25) auf die Aufnahmeplatte (34) aufspannenden Halteelementen (51, 52) vorgesehen sind.
  6. 6. Kindersitz nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Sitzschale (25) auf einem Adapter (50) befestigt ist, der zum Aufspannen auf die Aufnahmeplatte (34) an die Halteelemente (51, 52) angepaßt ist.
  7. 7. Kindersitz nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Halteelemente (51, 52) in den Montagelöchern (49) austauschbar befestigt sind und daß Halteelemente (51) zum Aufspannen eines Computers, insbesondere eines Laptop (60), vorgehalten sind.
  8. 8. Kindersitz nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß am Sitzgestell (24) oder an der Aufnahmeplatte (34) Steckmittel (63) zum Einstecken verschiedener Beschäftigungsobjekte für das Kind, wie Spieltisch (62), Kinderlenkrad (61) u. dgl., vorgesehen sind.
  9. 9. Kindersitz nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Steckmittel mindestens ein Paar Hülsen (63) aufweisen, die parallel zur Oberseite des Sitzgestells (24) an diesem im Querabstand voneinander angeordnet sind und sich in die Tiefe des Sitzgestells (24) erstrecken.
  10. 10. Kindersitz nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschäftigungsobjekte (61, 62) an einem Paar gebogener Haltestangen (64, 65) befestigt sind, die mit ihrem vom Beschäftigungsobjekt (61, 62) abgekehrten Stangenende in die Hülsen (63) eingesteckt und darin gegen axiale Verschiebung gesichert sind.
  11. 11. Kindersitz nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß am Sitzgestell (24) eine an das Stromnetz des Fahrzeugs anschließbare Steckdose (72) angeordnet ist.
  12. 12. Kindersitz nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Bodenverankerung des Fahrzeugbodens (16) bei einer Sitzreihe (13) einer Großraumlimosine seitentürnah angeordnet ist.






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