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Dokumentenidentifikation EP0763438 15.02.2001
EP-Veröffentlichungsnummer 0763438
Titel Radaufhängung für ein Kraftfahrzeug mit einer radführenden Blattfeder
Anmelder Dr.Ing.h.c. F. Porsche AG, 70435 Stuttgart, DE
Erfinder Baumann, Hans-Uwe, 70437 Stuttgart, DE
DE-Aktenzeichen 59606296
Vertragsstaaten DE, FR, GB, IT
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 26.07.1996
EP-Aktenzeichen 961121043
EP-Offenlegungsdatum 19.03.1997
EP date of grant 10.01.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.02.2001
IPC-Hauptklasse B60G 11/08
IPC-Nebenklasse F16F 1/368   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Radaufhängung für ein Kraftfahrzeug mit einer radführenden und quer zum Fahrzeug angeordneten Blattfeder.

Aus der US-PS 2,697,613 ist eine Blattfeder für eine Radaufhängung eines Kraftfahrzeuges bekannt, welche beidseitig einer Fahrzeuglängsmittenebene in aufbauseitigen Lagerungen eingespannt gehalten ist. Die freien Federenden sind in einem Radträger angelenkt und aufbauseitige Lagerungen der Blattfeder umfassen zwischen Lagerschalen angeordnete elastische Elemente, die unmittelbar an der Blattfeder anliegen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gelagerte Querblattfeder für eine Radaufhängung eines Kraftfahrzeuges zu schaffen, die eine Bewegung im Fahrbetrieb in aufbauseitigen Lagerungen ohne große Widerstände ermöglicht und diese Lagerungen in einfacher Weise ausgebildet und montierbar sind.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Weitere vorteilhafte Merkmale beinhalten die Unteransprüche.

Die mit der Erfindung hauptsächlich erzielten Vorteile bestehen darin, daß durch die beidseitige Lagerung der Blattfeder zwischen halbzylindrischen Spannelementen, welche über Lagerschalen in elastischen Aufnahmen gehalten sind, Federbewegungen ohne wesentliche Widerstände möglich sind. Auch hohe bis sehr hohe Kräfte und Momente können in allen Richtungen bei geringer Verformung aufgenommen werden. Längenunterschiede der Blattfeder zwischen den beiden Lagerungen beim Durchfedern (Nulldurchgang) sind weitestgehend ohne Klemmung möglich. Auch ist bei einer Kunststoffeder über die Lagerungen eine Befestigung an den Einspannstellen ohne eine Beschädigung der Kunststoffoberfläche gewährleistet.

Die eine obenseitig der Blattfeder angeordnete Lagerschale überdeckt die Blattfeder bis zu den Lagerstellen und ist konvex bogenförmig ausgeführt, damit die sich im Fahrbetrieb wölbende Blattfeder einen entsprechenden Freiraum besitzt. Die Lagerschale kann als Blechschale ausgebildet sein oder aus einem Gußteil bestehen.

Die Lagerstellen für die Blattfeder können nach der Erfindung auch in einem Vorderachsträger vorgesehen sein, die dann von Lagerdeckeln abgeschlossen sind.

Die Lagerschalen für die halbzylindrischen Spannelemente und die umschließenden elastischen Aufnahmen sind entsprechend ausgerundet. Die elastischen Aufnahmen können auf die Spannelemente aufvulkanisiert sein. Auch eine gemeinsame Vulkanisation von Spannelement mit elastischer Aufnahme und Lagerschale ist möglich.

Die Spannelemente können entweder über korrespondierende Verzahnungsprofile mit der Blattfeder gegen ein Verrutschen gesichert sein oder die Spannelemente sind über Stifte auf der Blattfeder gehalten. Die Stifte werden hierbei in Bohrungen der Blattfeder befestigt und in angeformten Hülsen der Lagerschalen eingesteckt.

Die Lagerschalen werden zusammen über Befestigungsschrauben mit am Fahrzeugaufbau gehaltenen Konsolen verbunden.

Durch die Ausgestaltung der elastischen Aufnahmen und/oder der Innenform der Lagerschalen lassen sich die Kennungen des Lagers den Erfordernissen entsprechend abstimmen.

So kann beispielsweise über Taschen eine hohe Steifigkeit bei äußeren Seitenkräften und geringere Steifigkeiten bei innerem Längenausgleich (Nulldurchgang) erzielt werden.

In vorteilhafter Weise können die halbzylindrischen Spannelemente auch stirnseitig angeordnete und halbseitig wegragende Nasen besitzen, die beim Zusammenfügen der Spannelemente sich zu einer durchgehenden Fläche ergänzen. Zwischen diesen Nasen an den Stirnseiten der Spannelemente ist dann die Blattfeder gehalten bzw. geführt. Die elastischen Aufnahmen können zweigeteilt ausgeführt sein, wodurch eine schnelle und einfache Montage möglich wird, da diese elastischen Elemente dann von der Stirnseite her auf die Spannelemente aufsteckbar sind.

Die Querblattfeder kann zur zusätzlichen Abstützung von Kräften und zur exakten Radführung einen unter einem Winkel angestellten Lenker aufweisen. Dieser ist zum einen in der Nähe des Führungsgelenks angeordnet und kann zusammen mit diesem Führungsgelenk in einem Lagerkopf gelagert sein. Dieser Lagerkopf ist fest mit der Blattfeder verbunden.

Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden im folgenden näher beschrieben.

Es zeigen

Fig. 1
eine Vorderansicht einer Querblattfeder mit Lagerungen,
Fig. 2
eine Unteransicht zu Fig. 1 in Pfeilrichtung X gesehen,
Fig. 3
eine Draufsicht zu Fig. 1 in Pfeilrichtung Z gesehen,
Fig. 4
einen Schnitt nach der Linie IV-IV gemäß Fig. 3 ohne aufbauseitige Konsole,
Fig. 5
eine schaubildliche Darstellung einer unterseitigen Lagerschale,
Fig. 6
eine Vorderansicht einer weiteren Ausführung einer Lagerung für die Blattfeder,
Fig. 7
eine Unteransicht zur Fig. 6 in Pfeilrichtung Y gesehen,
Fig. 8
einen Schnitt durch die Lagerstelle nach der Linie VIII-VIII gemäß Fig. 7,
Fig. 9
eine Ausführung der Querblattfeder mit einem verbundenen Lenkerarm,
Fig. 10
eine weitere Ausführung einer Lagerung für die Blattfeder in schaubildlicher Darstellung mit Spannelementen, elastischen Aufnahmen und Lagerschale und
Fig. 11
eine Darstellung der als Querträger ausgebildeten oberseitigen Lagerschale in Verbindung mit der unterseitigen Lagerschale.

Eine nicht näher dargestellte Radaufhängung eines Kraftfahrzeuges umfaßt eine quer im Fahrzeug angeordnete Blattfeder 1, die beidseitig einer Fahrzeuglängsmittenebene X-X in Lagerungen 2, 3 (Fig. 1) und 4 (Fig. 7) zum Fahrzeugaufbau 5 hin abgestützt und mit diesem über eine Konsole 6 verbunden ist.

Die Lagerungen 2, 3 gemäß der Ausführung nach den Fig. 1 bis 5 bestehen jeweils aus zwei halbzylindrischen Spannelementen 7, 8, welche sich quer zur Blattfeder 1 erstrecken. Die Elemente 7, 8 spannen zwischen ebenen Flächenabschnitten 9, 10 die Blattfeder 1 ein. In diesen Flächenabschnitten 9, 10 der Elemente 7, 8 und/oder der Oberflächen der Blattfeder 1 sind miteinander korrespondierende Verzahnungsprofile 11, 12 vorgesehen, die ein Verrutschen der Blattfeder 1 in den Lagerstellen verhindern sollen.

Die Spannelemente 7, 8 sind von elastischen Aufnahmen 13 umschlossen, welche in Lagerschalen 14, 15 der Lagerungen 2, 3 gehalten sind. Die Lagerschalen 14, 15 sowie die elastischen Aufnahmen 13 sind entsprechend der halbzylindrischen Form der Spannelemente 7, 8 ausgebildet.

Die obenseitig der Blattfeder 1 angeordneten Lagerschalen 14 sind als Querträger 14a ausgeführt und weisen an ihren freien Enden eingeformte Lagerungen für die Spannelemente 7, 8 auf. Der Querträger ist konvex gewölbt und bildet zur Blattfeder 1 einen Freiraum.

Unterseitig der Blattfeder 1, gegenüberstehend der oberen Lagerungen 14 sind die aus einem länglichen Teil bestehenden Lagerschalen 15 angeordnet. Eine Befestigung der beiden gegenüberstehenden Lagerschalen 14, 15 an der Konsole 6 erfolgt über Schrauben 16.

In Fig. 10 ist eine weitere Ausführung einer Lagerung 2, 3 für eine Blattfeder 1 dargestellt. Bei dieser Ausführung weisen die halbzylindrischen Spannelemente 7a, 8a jeweils stirnseitig wegragende, halbseitige Nasenteile 30, 31 auf. Im zusammengefügten Zustand der Spannelemente 7a, 8a ergänzen sich diese halbseitigen Nasen zu einer ganzen Nase, welche die Stirnseiten der Spannelemente flächig abschließen.

Zugleich wird über diese Nasen ein fester Halt auf der Blattfeder gewährleistet und die Blattfeder 1 darüberhinaus geführt.

Die elastischen Aufnahmen 13a, 13b für die Spannelemente 7a, 8a können zweiteilig ausgeführt sein und werden von der Stirnseite der Spannelemente 7a, 8a her in Pfeilrichtung auf diese aufgesteckt.

In den Fig. 6 bis 8 ist eine weitere Ausführung einer Lagerung 4 für eine Blattfeder 1 dargestellt. Es ist nur eine Lagerung 4 dargestellt. Die Lagerungen 4 sind entsprechend der Lagerungen 2, 3 der Ausführung gemäß Fig. 1 auf der Blattfeder angeordnet.

Die Spannelemente 20, 21 sind innenseitig mit angeformten Hülsen 22 versehen, die sich gegenüberstehen und die Blattfeder 10 zwischen sich einspannen. Über in der Blattfeder 1 gehaltene Stifte 23 sind die Hülsen 22 und somit die Spannelemente 20, 21 miteinander verbunden. Die umgebenden Lagerschalen 25, 26 weisen innenseitig jeweils eine elastische Aufnahme 24 auf, die die halbzylindrischen Spannelemente 20, 21 umgeben und welche über Schrauben 27 miteinander verbunden sind. Eine Befestigung am Fahrzeugaufbau erfolgt über weitere Schrauben 28. Die Spannelemente 20, 21 sind schalenförmig ausgeführt, wobei die Hülsen 22 in diesen Schalen freistehend vorragend sind.

Fig. 11 ist der Querträger 14a mit den oberseitigen Lagerschalen 14 in Verbindung mit den unterseitigen Lagerschalen 15 gezeigt. Die Verbindung erfolgt über abgebogene Schenkel 35, 36 des Querträgers 14a, welche die Ränder der Lagerschalen 15 klemmend umgreifen.

Die Blattfeder 1 kann mit den Lagerungen 2, 3; 4 auch mit einem Lenkerarm 40 endseitig verbunden sein. Dieser ist über ein Lager 41 in einem Lagerkopf 42 angelenkt, welcher auch mit der Blattfeder 1 befestigt ist. Das freie Ende 43 des Lenkerarmes 40 ist über ein weiteres Lager 44 am Fahrzeugaufbau gehalten. Im Lagerkopf 42 ist ein Führungsgelenkt 45 angeordnet.


Anspruch[de]
  1. Radaufhängung für ein Kraftfahrzeug mit einer radführenden und quer zum Fahrzeug angeordneten Blattfeder, insbesondere einer Blattfeder aus Kunststoff, die am Fahrzeugaufbau gelagert und mit ihren freien Enden am Radträger angelenkt ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Blattfeder (1) beidseitig einer Fahrzeuglängsmittenebene (X-X) zwischen zwei quer zur Blattfeder (1) liegenden halbzylindrischen Spannelementen (7, 8; 7a, 8a; 20, 21) gehalten ist, welche über gegenüberstehende elastische Aufnahmen (13; 13a, 13b; 24) in umgebenden Lagerschalen (14, 15; 25, 26) angeordnet sind.
  2. Radaufhängung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die obenseitig der Blattfeder (1) angeordneten ersten Lagerschalen (14) in einen Querträger (14a) angeordnet sind, welche ausgerundete Lagerungen für die in den elastischen Aufnahmen (13; 13a, 13b; 24) eingebetteten Spannelemente (7, 8; 7a, 8a; 20, 21) aufweisen.
  3. Radaufhängung nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Querträger (14a) eine konvexe bogenförmige Form zwischen den endseitig angeordneten Lagerschalen (14) besitzt und im Bereich dieser beiden Lagerschalen (14) jeweils mit einer aufbauseitig befestigbaren Konsole (6) sowie mit einer unterseitig der Blattfeder (1) angeordneten weiteren Lagerschale (15) verbindbar ist.
  4. Radaufhängung nach den Ansprüchen 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die unterseitig angeordneten Lagerschalen (15) jeweils aus einem länglichen das halbzylindrische Spannelement (8) aufnehmenden Teil besteht, das über Schrauben (16) mit dem Querträger (14a) und der Konsole (6) verbindbar ist.
  5. Radaufhängung nach Anspruch 1 oder einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die halbzylindrischen Spannelemente (7, 8) mit ihren ebenen Flächenabschnitten (9, 10) die den Oberflächen der Blattfeder (1) zugerichtet sind und in diesen Abschnitten (9, 10) und/oder in der Blattfeder (1) zusammenwirkende Verzahnungsprofile (11, 12) angeordnet sind.
  6. Radaufhängung nach Anspruch 1 oder einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die halbzylindrischen Spannelemente (20, 21) schalenförmig ausgeführt sind, die innenseitig mehrere gegenüberstehende Hülsen (22) aufweisen, zwischen denen die Blattfeder (1) eingespannt angeordnet ist und in denen mit der Blattfeder (1) verbundene Stifte (23) gehalten sind.
  7. Radaufhängung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannelemente (20, 21) in elastischen Aufnahmen (24) gehalten sind, welche von den über Schrauben (27) miteinander verbundenen Lagerschalen (25, 26) aufgenommen werden.
  8. Radaufhängung nach Anspruch 1 oder einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die halbzylindrischen Spannelemente (7a, 8a) die Blattfeder (1) von beiden Seiten randseitig mit jeweils einem wegragenden halbseitigen Nasenteil (30, 31) übergreifen und diese Nasenteile (30, 31) des Spannelements (7a, 8a) im verbundenen Zustand zu ganzen Nasen zusammenfügbar sind.
  9. Radaufhängung nach Anspruch 1 oder einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die elastischen Aufnahmen (13a, 13b) zweiteilig ausgeführt sind und jede Aufnahme auf die Spannelemente (7, 8; 7a, 8a; 20, 21) von der Stirnseite her aufsteckbar ausgebildet sind.
  10. Radaufhängung nach Anspruch 1 oder einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die als Querträger (14a) ausgebildete obenseitige Lagerschale (14) die weiteren unterseitigen Lagerschalen (15) randseitig mit Schenkel (35, 36) umgreift und klemmend hält.
  11. Radaufhängung nach Anspruch 1 oder einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Blattfeder (1) endseitig jeweils mit einem unter einem Winkel angestellten Zusatzlenker (40) verbunden ist, der über ein Lager (41) in einem Lagerkopf (42) gehalten und dieser mit dem Federende fest verbunden ist.






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