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Dokumentenidentifikation DE69702952T2 01.03.2001
EP-Veröffentlichungsnummer 0812687
Titel Farbwerk für Druckmaschine und Verfahren
Anmelder Paper Converting Machine Co., Green Bay, Wis., US
Erfinder Compton, Craig T., Green Bay, Wisconsin, 54313, US;
Zeman, Dale E., Denmark, Wisconsin, 43208, US
Vertreter Ruschke, Hartmann & Becker, 81679 München
DE-Aktenzeichen 69702952
Vertragsstaaten DE, ES, FR, GB, IT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 06.06.1997
EP-Aktenzeichen 971092408
EP-Offenlegungsdatum 17.12.1997
EP date of grant 30.08.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.03.2001
IPC-Hauptklasse B41F 31/02

Beschreibung[de]
Farbwerk für Druckmaschine und Verfahren HINTERGRUND UND ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG

Die Erfindung betrifft ein Farbwerk für eine Druckpresse und ein Verfahren sowie insbesondere die neuartige Arbeitsweise und den neuartigen Aufbau der Enddichtungen des Farbkastens, der einer zylindrischen Farbhebewalze - d. h. einer Anilox-Walze - zugeordnet ist.

Der Typ einer Vorrichtung, mit dem sich die Erfindung befaßt, ist aus der US-A-5 125 341 der Anmelderin ersichtlich, eine mit dieser konkurrierende Vorrichtung aus der EP 0 401 250 B1. Der derzeitige Industriestandard zum dichten Abschluss der Enden einer mit einer Rakel ausgerüsteten geschlossenen Kammer gegen eine Anilox- oder Farbhebewalze ist die Verwendung eines Polyolefinschaum- Werkstoffs. Obgleich dieser Werkstoff anfänglich einen sehr guten Abschluss erzeugt, wird schon nach kurzer Zeit Druckfarbe an der Dichtung vorbei austreten und auf den Enden der Anilox-Walze trocknen. Diese getrocknete Farbe zerstört die Schaumdichtung sehr schnell; infolge der fehlenden Abstützung der Rakel über die Ausdehnung der Dichtung kann sich unter der Rakel dann Farbe ansammeln, die die Dichtung von der Rakel wegdrückt, so dass Farbe in erheblicher Menge austritt und über die Anilox-Walze auf die Druckpresse geschleudert wird. Dieses Problem hat für einen Druckbetrieb ernsthafte wirtschaftliche Konsequenzen, da Druckfarbe verloren geht, das Produkt ruiniert wird und die Druckpresse zwischen Druckaufträgen zeitaufwendig gesäubert werden muss.

Die US-A-4 821 672 beschreibt eine Enddichtung aus mehreren Teilen, die jeweils aus unterschiedlichen Werkstoffen ausgebildet sind. Jede Enddichtung weist eine Endplatte aus Delrin oder dergl. auf, die die Endfläche der Anilox-Rolle überlappt. Die Endplatte legt sich nicht an die gekrümmte Oberfläche der Anilox-Rolle an. Die Enddichtung weist auch eine innere Endplatte mit einem Laschenbereich auf, der eine innere Tasche zwischen der inneren Platte und der Endplatte bildet. In der Tasche ist ein Dichtungselement festgelegt.

Die EP-A-0 499 382 beschreibt eine mehrteilige Enddichtung. Eine verhältnismäßig steife Endplatte weist winklige Schultern auf, die an den Klingen anliegen. Eine massive elastische Dichtung ist in die Ausnehmung eingeklebt und liegt am Ende der Farbhebewalze an. Eine zweite massive elastische Dichtung ist auf den Absatz der starren Endplatte geklebt.

Die DE-A-43 02 671 beschreibt eine Anordnung aus mehreren Teilen, die sich separat justieren lassen, um unterschiedliche Liniendrücke aufzubringen.

Die US-A-5 182 992 beschreibt eine Anordnung mit allgemein gleichbleibender elastischer Druckwirkung auf die Dichtungsfläche.

Die allgemeine Umgebung, zu der die Erfindung gehört, ist ein Fluid-Farbwerk mit einer Farbhebewalze und einer Kammer, die von einem Halter gebildet wird, der an der Farbhebewalze anliegt. Der Halter trägt die Rakel bzw. Streichklinge,. die Einschließklinge und die Enddichtungen, die allesamt an der Farbhebewalze anliegen.

Ein erster Aspekt der Erfindung ist im Anspruch 1, ein zweiter im Anspruch 11 definiert.

Für den Druck auf der Farbhebewalze haben sich Liniendrücke in einer Größenordnung von 0,0175 Newton pro linearem Millimeter (0.1 lbs. pro linearem Inch) bis 0,35 Newton pro linearem Millimeter (2 lbs. pro linearem Inch), für den Druck auf den Klingen Drücke in der Größenordnung von 0,175 Newton pro linearem Millimeter (1 1b. pro linearem Inch) bis 4, 4 Newton pro linearem Millimeter (25 lbs. pro linearem Inch) bei 0,25 mm (0.010 Inches) Auslenkung der Dichtkante auf der Walze als vorteilhaft erwiesen.

In der dargestellten Ausführungsform wird das Liniendruckverhältnis vorzugsweise eingestellt, indem man jede Enddichtung auf deren (der Kammer zugewandter) Innenfläche bzw. -Wand mit einer Ausnehmung bzw. einem Hohlbereich versieht, der allgemein mit der Farbhebewalze ausgerichtet ist - im Gegensatz zu den massiveren Bereichen unter den Klingen. Dadurch erhält man eine örtliche Dichtungssteife, die an der Klingenoberfläche höher ist als an der Walzenauflagefläche. So erfährt die Rakel eine starre Abstützung, die einen guten Aufstrich ermöglicht, aber nur leicht auf die Anilox-Walze drückt, so dass man eine gute Abdichtwirkung bei langer Nutzungsdauer erhält. Die Dichtung ist in der Lage, sowohl anfänglich sehr gut abzudichten, als auch gegenüber getrockneter Farbe auf den Enden der Anilox-Walze verschleißfester zu sein als eine typische Schaumstoffdichtung. In Tests war die Nutzungsdauer der erfindungs gemäßen Dichtungen etwa 15mal höher als die der Schaumstoffdichtung. Ist die erfindungsgemäße Dichtung abgenutzt, leckt sie, was gleichermaßen wichtig ist, nur allmählich und nicht etwa plötzlich und stark wie eine Schaumstoffdichtung; es findet also kein katastrophales Ausbrechen von Druckfarbe statt. Der Vorteil für eine Druckerei liegt in einem minimalen Farbverlust und - ausschleudern und einem geringeren Zeitaufwand zum Säubern zwischen den Druckaufträgen.

Andere Ziele und Vorteile der Erfindung ergeben sich ausführlich aus der folgenden Beschreibung.

KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNG

Die Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispiels beschrieben, das in den beigefügten Zeichnungen gezeigt ist.

Fig. 1 ist eine teilgeschnittene Perspektivdarstellung, die das erfindungsgemäße Farbwerk an einer zylindrischen Farbhebewalze zeigt;

Fig. 2 zeigt in einer vergrößerten Perspektive die erfindungsgemäße Enddichtung, wie man sie im rechten Teil der Fig. 1 sehen würde;

Fig. 3 zeigt in einer vergrößerten Perspektive die linke Enddichtung der Fig. 1 sowie gestrichelt die Streich- und die Einschließklinge sowie einen Teil der Anilox-Walze;

Fig. 4 ist ein Schnitt durch die Dichtung der Fig. 2 in der Ebene 4-4;

Fig. 5 ist eine Teilperspektive ähnlich dem unteren Teil der Fig. 3, zeigt aber eine modifizierte Ausführungsform der Enddichtung; und

Fig. 6 zeigt die Enddichtung verkleinert in einem Aufriß.

AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG

Wie zunächst die Fig. 1 zeigt, bezeichnet das Bezugszeichen F allgemein das Gestell einer Druckpresse oder dergl., in dem das erfindungsgemäße Farbwerk 10 schwenkbar gelagert ist. Das Farbwerk 10 ist an eine Farbhebe- bzw. Anilox-Walze 11 angesetzt gezeigt, die im Gestell drehbar gelagert ist. Die Einheit 10 weist ihrerseits ein Hilfsgestell auf, das auch als Halter (für die Rakel usw.) bezeichnet wird. Auf jeden Fall bildet das Hilfsgestell 12 eine Farbkammer 13. Ebenfalls auf dem Gestell F befindet sich ein Paar Arme 14, mit denen das Gestell zur Anilox-Walze 11 zustellbar ist. Die Arme 14 sind vorteilhafterweise mit einer Farbausgabeeinrichtung wie bei 15 versehen, die betrieblich das Farbniveau in der Kammer 13 aufrecht erhält. Zu weiteren Einzelheiten dieser Halterung und Speisung sei auf die erwähnte US-A-5 125 341 der Anmelderin und den dort genannten Stand der Technik verwiesen.

Weiterhin in der Fig. 1 bezeichnet das Bezugszeichen 16 die Rakel bzw. Streichklinge, die, wie ersichtlich, rückwärts gewinkelt ist. Dies ist aus der Drehung der Anilox-Walze 11 gem. Fig. 3 ersichtlich, wo der Richtungspfeil im Uhrzeigersinn um die Achse A des Zylinders 11 verlaufend gezeigt ist. Eine Klemmleiste 17 legt die Rakel 16 lösbar auf dem Hilfsgestell bzw. Halter 12 fest. Um die Darstellung nicht zu überlasten, sind Festziehschrauben und dergl. für die Klemmleisten weggelassen. Ebenfalls auf dem Gestell 12 sitzt die Einschließklinge 18, die von einer anderen Klemmleiste 19 in der Solllage gehalten wird.

Das Bezugszeichen 20 bezeichnet in den Fig. 1 und 3 allgemein eine, d. h. die linke Enddichtung, während die rechte Enddichtung (in den Fig. 1 und 3 nicht gezeigt) in der Fig. 2 gezeigt und mit dem Bezugszeichen 20' gekennzeichnet ist. Wie einzusehen ist, sind die Enddichtungen 20, 20' - wie gezeigt - umgekehrt identisch ausgebildet. Die Umkehrung läßt sich aus dem Umstand ersehen, dass in Fig. 3 eine allgemein mit 21 bezeichnete Ausnehmung gestrichelt gezeigt ist, die Fig. 2 und 6 diese aber - wie bei 21' - durchgezogen darstellen. Um die Gleichheit bei unterschiedlicher Orientierung darzustellen, sind in den Fig. 2 und Fig. 3 für gleiche Elemente die gleichen Bezugszeichen, aber in Fig. 2 um einen Hochstrich (') ergänzt, benutzt.

Diese Gleichheit erleichtert ihre Verwendung in der Pressenkonstruktion unabhängig von der Drehung der Anilox-Rolle. Ist bspw. die Drehung der in Fig. 3 gezeigten entgegen gesetzt, kehren sich die Funktionen der Streich- und der Einschließklinge um. In Fig. 6 ist die Enddichtung 20' bspw. um die Mittelebene B symmetrisch ausgeführt.

AUFBAU DER ENDDICHTUNG

Jede Enddichtung 20, 20' weist einen einheitlichen Körper der allgemeinen Gestalt eines rechteckigen Massivkörpers auf, der ein Paar gegenüberliegender Seitenwände 22, 23 bzw. 22', 23' hat. Die allgemein mit 22, 22' bezeichnete innere Wand ist der Kammer 13 zugewandt und enthält die Ausnehmung 21, 21'. Die Seitenwand 23 liegt also "außenbords" und ist am besten in der Fig. 3 zu ersehen. Der allgemein rechtwinklige Massivkörper wird von den Endwänden 24, 24', den allgemein mit 25, 25' bezeichneten Vorderseiten und den Rückseiten 26, 26' abgeschlossen.

Die Vorderseiten 25, 25' weisen drei Bereiche auf - den ersten bei 27, 27' in der Mitte, der an der Farbhebewalze 11 anliegt und daher gekrümmt, d. h. Teil eines Zylinders ist. Seitlich schließen an diese die Klingenauflageflächen 28, 28' und 29, 29' an, die mit dem Klingenneigungswinkel selbst winklig verlaufen.

In den Ausführungsformen der Fig. 2 und 3 verläuft die Vorderwand 25, 25' nicht vollständig zwischen den Seitenwänden 22, 22' und 23, 23', sondern endet kurz vor der äußeren Seitenwand 23, 23', um einen Absatz 30, 30' zu bilden - vergl. die Fig. 2 und 3 jeweils unten. Die Erfindung läßt sich jedoch mit gleichem Vorteil mit winkligen Vorderseiten ausführen, die ununterbrochen von einer Seitenwand zur anderen verlaufen - vergl. bei 129' der Dichtung 120' in Fig. 5. Sie verlaufen über die gesamte Strecke von einer Seitenwand 122' zur anderen (nicht nummeriert, aber entsprechend der Wand 23').

Die der Walze 11 zugewandte gekrümmte, verjüngt geführte Auflagefläche 27, 27', setzt sich aus zwei Teilen zusammen - einem ersten, frei auskragenden Teil 31' über der Ausnehmung 21' und einem stabiler abgestützten Teil 32' außerhalb der Ausnehmung 21' - vergl. Fig. 4. Der Teil 31' der Oberfläche 27' ist der biegsamste Bereich der Dichtung und erlaubt der Bedienungsperson, den auf die Anilox-Walze 11 wirkenden Klingendruck ohne Verlust des dichten Abschlusses zu justieren. Weiterhin ist er auf minimalen Verschleiß der Dichtung hin aufgebaut und angeordnet. Wie oben gezeigt, wird der frei auskragende Teil mittels der allgemein mit 21, 21' bezeichneten Ausnehmung hergestellt - vergl. am besten den Mittelteil der Fig. 2. Diese Ausnehmung hat allgemein die Gestalt des Äußeren eines massiven Vierecks, d. h. einer vierseitigen Figur mit einer diskreten dritten Dimension. Diese dritte Dimension kann etwa ein bis etwa zwei Drittel der Dicke der Enddichtung 20' tief sein - vergl. in Fig. 4 die Dicke der Teile 31' und 32'.

Findet eine Anilox-Walze normaler Abmessungen, d. h. etwa 150 mm (6") Durchmesser Einsatz, liegt die Dicke des auskragenden Teils 31' (vergl. Fig. 4) in der Größenordnung von 1,6 mm (0.06") bis etwa 6,4 mm (0.250"). Vorteilhafterweise ist die Abmessung der Ausnehmung 21' parallel zur Seitenwand 22' geringfügig kleiner als die der gekrümmten Oberfläche 27'. Die Oberfläche 27' ist vorteilhafterweise ein Segment bzw. Teil eines Zylinders, so dass mit fortschrei tendem Verschleiß der inneren Kante 33' (vergl. Fig. 2 und 4) der Kantenrest immer noch der Form der Anilox-Walze entspricht. Weiterhin liegt die Abmessung der Ausnehmung 21' in Querrichtung, d. h. zwischen der Vorder- und der Rückseite 25, 26 in der Größenordnung von etwa 6,4 mm (0,250") bis etwa 38 mm (1.5"). Die Größe, Gestalt und die Anzahl der Ausnehmungen kann jedoch in großem Umfang variieren, um die gewünschten Dichtungseigenschaften zu erreichen.

Der Dichtungswerkstoff ist ein thermoplastischer/wärmehärtender Verbundgummi, der unter der Handelsbezeichnung SANTOPRENE von der Fa. Advanced Elastomer Systems in Akron, Ohio, V.S.t A., erhältlich ist. In der Familie der Thermoplaste fallen die Eigenschaften dieses Werkstoffs zwischen die der olefinischen und der Urethan-Materialien. In der Familie der wärmehärtenden Gummis liegen die Eigenschaften zwischen denen der Polychloroprene und der chlorsulfonierten Polyethylene. Die Shore-A-Durometer-Härte liegt bspw. in der Größenordnung von etwa 70; das spezifische Gewicht beträgt 0,98, die Zugfestigkeit 8,3 MPa (1200 psi), die spezifische Dehnung 410% und der 100%-Modul 3,2 MPa (470 psi). Die erfindungsgemäße Dichtung 20 ist gegen vorhandene Enddichtungen aus Polyolefinschaumstoff unmittelbar austauschbar. Weiterhin, wie oben bereits erwähnt, hat der Bediener die Möglichkeit, beide erfindungsgemäßen Dichtungen am Ende des gleichen Rakelhalters zu verwenden. Ein Austausch oder ein Aufrüsten vorhandener Schaumstoffdichtungen läßt sich erreichen, indem man eine Enddichtung mit den Abmessungen vorheriger Enddichtungen vorsieht.

Eine weitere vorteilhafte Besonderheit der Erfindung ist die Anordnung der winkligen Flächen 28, 29, wie sie im unteren Mittelteil der Fig. 3 mit der Fläche 29 relativ zur angrenzenden Querkante 34 der gekrümmten Fläche 27 gezeigt ist. Für eine Anilox-Walze von 15,2 cm (6") Durchmesser liegt ein diskreter Abstand 35 in der Größenordnung von etwa 1-2 mm (1/16") vor, der vorteilhaft ist, weil er der zugeordneten Klinge 16 oder 18 erlaubt, die innere Ecke der gekrümmten Fläche direkt zu erreichen - in der soeben beschriebenen Darstellung den Schnitt der Kante 34 mit der freien Kante 33. Verläuft das angeformte keilförmige Element 36, das die Auflagefläche 29 bietet, bis zur Kante 34 (nicht an der Wand 37 endet), bildet die zugehörige Klinge an der Ecke im Schnitt der Kanten 33, 34 u. U. keinen perfekten Abschluss. Daher ist ein geringer Versatz des angrenzenden Endes des angeformten Ansatzes 36 von der angrenzenden Kante der gekrümmten Fläche 27 vorgesehen. Dies gilt auch für die Ausführungsform in Fig. 5, wo die gekrümmte Fläche 127' bei 134' kurz vor der axial verlaufenden Wand 137' am Ende der Auflagefläche 129' endet, was eine allgemein ebene Fläche bzw. einen Abstand 135' ergibt - vergl. auch 35' in Fig. 2. Dieser Vorteil ergibt sich aus dem einheitlichen Aufbau der Enddichtungen 20, 20'.

Die vorteilhafte Besonderheit, die man mit der Ausnehmung 31' erhält, ist auch mit dem Maß "z" illustriert, vergl. Fig. 6. Wie ersichtlich, ist die Ausnehmungswand 21a' von der Kante 34' der gekrümmten Fläche 27' aus einwärts beabstandet. Für eine Anilox-Walze von 150 mm (6") Durchmesser liegt dieses Maß z im Bereich von etwa 0,4 mm (0.015") bis etwa 1,2 mm (0.045"). Damit erhält man eine gute Abdichtung am Schnitt Walze-Klinge bei 34', da dieser schwierige Dichtungsbereich eine steife Abstützung erfährt.

Andererseits bietet die Dichtung 20 oder 20' eine Biegsamkeit (oder Einstellbarkeit), mit der der Bediener die Streich- und der Einschließklinge auf der Anilox- Walze ohne Verlust des erforderlichen dichten Abschlusses justieren kann.

Typische Klingenauslenkungen liegen - abhängig von der Farbart, den Walzeneigenschaften und der Klingendicke - im Bereich von etwa 0,25 mm (0.010") bis et wa 1,5 mm (0.060"). Ein Maß "W" von min. 1,5 mm (0.060") - vergl. Fig. 4 - hat sich als vorteilhaft erwiesen.

Für den vorteilhaftesten Einsatz sollte die Rakel bzw. Streichklinge 16 um eine Strecke "x" über die Dichtungskante 33 hinaus vorstehen - vergl. Fig. 3. Dabei kann es sich um die Gesamtbreite der Auflageflächen 28, 28', 29, 29' oder 129' in der Größenordnung von etwa 10 mm (1/3") handeln. Die Einschließklinge 18 darf nicht weiter als das Maß "x" (vergl. Fig. 3) vorstehen, das kleiner ist als das Maß "x". Das Maß "y" kann in der Größenordnung von etwa 1 mm (1/32") liegen. Steht die Einschließklinge 178 weiter vor als die Streichklinge 16 (Rakel), kann letztere u. U. keine Farbe von den Enden der Anilox-Walze 11 schaben, was zu Farbschleudern und verfrühtem Dichtungsverschleiß führen kann.

Eine zusätzliche vorteilhafte Besonderheit der ersten dargestellten Ausführungsform ist die Querkontur der winkligen Anlageflächen 28, 28', 29; 29'. Sie weisen eine geringfügig höhere, in Längsrichtung verlaufende Zone 38' (vergl. Fig. 4) und eine etwas niedrigere Zone 39' auf. Die Zone 38' grenzt unmittelbar die innere Kante 33' (die Fortsetzung der freien Kante des gekrümmten Auflageteils 27) an, während die Zone 39' von der Kante 33' beabstandet liegt. Entsprechende Zonen 38, 39 (Fig. 3) sind auch in den winkligen Flächen 28, 29 der Enddichtung 20 vorgesehen.

Die Einzelheiten der Enddichtung 20' in der Fig. 4 sind übertrieben dargestellt - die Höhe der Zone 38' gegenüber der der Zone 39' (für eine Anilox-Walze mit 150 mm (6") Durchmesser) liegt in der Größenordnung von etwa 0,5 mm (0.02") bis etwa 1,25 mm (0.050"). Besonders vorteilhafte Ergebnisse erhält man, wenn die Zone 38 größenordnungmäßig 0,75 mm (0.030") über die Zone 39 vorsteht. In der gegebenen Darstellung ist die Breite der mit 28 bezeichneten Gesamtfläche gleich dem Maß "y" der Fig. 3. Die Zone 38 hat eine Breite "z"; die Breite der Zone 28 beträgt daher "x-y".

Allgemeiner gesagt, beträgt die Breite der ersten Zonenfläche 38 etwa 10% bis etwa 30% der Gesamtbreite der kombinierten Flächen 38, 39, d. h. die Breitenausdehnung der Flächen 28, 28', 29, 29' und/oder 129'. So ist die erste Zonenfläche 38 schmaler als die zweite Zonalfläche 39.

Im Betrieb stellen die Umfangs- bzw. Kantenflächen der Dichtungen den dichten Abschluss unter der Streich- und der Einschließklinge 16 bzw. 18 her. Da, wenn die Streich- und die Einschließklinge 16 und 18 auf die Zonalflächen 39, 39' gedrückt werden, die Zonalflächen 38, 38' geringfügig über die die Klingen stützenden Zonalflächen 28, 28', 29, 29', 129' vorstehen, verformt das Material sich und stellt einen dichten Abschluss unter diesen beiden Klingen her.

Wie erwähnt, stellen die breiteren angrenzenden Zonalflächen 39, 39' die Haupt- Stützflächen für die beiden Klingen dar, während die Zonalflächen 38, 38' die Haupt-Abdichtflächen sind. Dieser breitere Teil der Enddichtung ist massiv ausgeführt und der steifste Bereich der Dichtung. Wie anhand der Fig. 5 diskutiert, brauchen die Zonalflächen 39' (vergl. Fig. 4) nicht kurz vor der Seitenwand 122' auszulaufen; vielmehr können sie bis an diese heran reichen, wie ebenfalls in Fig. 4 bei 129' gezeigt. Bspw. bietet die Zonalfläche 38 oder 38' eine steife Abstützung für die Streichklinge 16, die dann Farbe von der Anilox-Walze 11 abschaben kann, die an der Dichtung vorbei austritt. Folglich wird Farbe daran gehindert, sich auf der Anilox-Walze 11 anzusammeln und die Dichtung 20 verfrüht zu verschleißen.

Die Erfindung schafft also ein Farbwerk für eine Druckpresse mit einer verhältnismäßig langgestreckten zylindrischen Farbhebewalze 11, die um die Zylinder achse A drehbar gelagert ist, einem verhältnismäßig langgestreckten Farbkasten 10, der an der Walze und parallel zu dieser gehaltert ist und mit einer Streich- und einer Einschließklinge 16 bzw. 18, die allgemein ebenflächig sind, sowie mit Enddichtungen 20, 20' zwischen den Klingen ausgerüstet ist, wobei alle Klingen und Enddichtungen mit freien Kanten an der Walze anliegen, um eine geschlossene Farbkammer zu bilden, und die Enddichtungen jeweils eine erste und eine zweite, winklig verlaufende beabstandete Auflageflächen 28, 28', 29, 29', die verhältnismäßig langgestreckt und der Streich- und der Einschließklinge zugewandt sind, und zwischen den winkligen Flächen eine gekrümmte Auflagefläche 27, 27' aufweisen, die der Walze zugewandt sind. In den Enddichtung sind Ausnehmungen wie bei 21, 21' vorgesehen, um einen gekrümmten, geschrägten und auskragenden Bereich 31' (vergl. Fig. 4) auszubilden. Damit erhält man auf der Farbhebewalze 11 einen niedrigeren Liniendruck als auf den Klingen 16, 18.


Anspruch[de]

1. Verfahren zum Betreiben einer Druckpresse, bei dem man ein Farbwerk (10) einschließlich einer Farbhebewalze (11) und einer Kammer (13) vorsieht, die durch eine Halterung neben der Farbhebewalze (11) definiert wird, wobei die Kammer (13) Streich- und Einschließklingen (16, 18) sowie einheitliche elastische Enddichtungen (20) aufweist, die allesamt an der Farbhebewalze anliegen, dadurch gekennzeichnet, dass die Enddichtungen (20) im wesentlichen durchgehende Anlageflächen bereitstellen, die auf die Farbhebewalze (11) und die Streich- bzw. Einschließklingen (16, 18) drücken, und dass man einen ersten Liniendruck mittels der Enddichtungen auf die Farbhebewalze sowie einen zweiten und höheren Liniendruck mittels der Enddichtungen auf die Streich- und Einschließklingen aufbringt.

2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem der erste Liniendruck im Bereich von 0,0175 Newton pro linearem Millimeter (0.1 lbs. per lineal inch) bis 0,35 Newton pro linearem Millimeter (2 lbs. per lineal inch) und der zweite Liniendruck im Bereich von 0,175 Newton pro linearem Millimeter (1 lb. per lineal inch) bis 4, 4 Newton pro linearem Millimeter (25 lbs. per lineal inch) bei einer Dichtkantenauslenkung von 0,25 mm (0.010 inches) liegen.

3. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem der erste und der zweite Liniendruck erzeugt werden, indem man jede Enddichtung in einer Wandfläche (22) derselben mit einer Ausnehmung (21) versieht und diese in der Längsausdehnung mit der Farbhebewalze allgemein ausrichtet.

4. Verfahren nach Anspruch 3, bei dem man an jeder Enddichtung eine Anlagefläche vorsieht, die den Klingen und der Farbhebewalze zugewandt ist, wobei die Anlagefläche einen der Farbhebewalze zugewandten gekrümmten Teil (27) sowie winklige, allgemein ebenflächige Teile (28, 29) aufweist, die den Klingen zugewandt sind, und die Länge der Ausnehmung auf weniger als die der gekrümmten Anlagefläche beschränkt.

5. Verfahren nach Anspruch 4, bei dem man zum Beschränken die gekrümmte Anlagefläche jeweils das Ende der Ausnehmung überlappen läßt, wobei die Überlappungsweite (z) im Bereich von 0,4 mm (0.015 inches) bis 1,2 mm (0.045 inches) liegt.

6. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem man die Stirndichtungen jeweils aus einem thermoplastischen wärmehärtenden Gummi mit einer Shore-A- Härte von etwa 70 herstellt.

7. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem man jede Enddichtung mit einer den Klingen und der Farbhebewalze zugewandten Anlagefläche versieht, die einen der Farbhebewalze zugewandten gekrümmten Teil (27) sowie winklige, allgemein ebenflächige Teile (28, 29) aufweist, die den Klingen zugewandt sind, und bei dem man die winkligen, allgemein ebenflächigen Teile kurz vor der gekrümmten Anlagefläche enden läßt (37).

8. Verfahren nach Anspruch 7, bei dem man seitlich jedes Endes der gekrümmten Anlagefläche eine allgemein ebenflächige Abstandsfläche (35) vorsieht und die Abstandsfläche jeweils an einer Stirnwand (37) einer winkligen Anlagefläche enden läßt.

9. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem man jede Enddichtung mit einer den Klingen und der Farbhebewalze zugewandte Anlagefläche (25) versieht, die einen der Farbhebewalze zugewandten gekrümmten Teil (27) sowie den Klingen zugewandte winklige, allgemein ebenflächige Teile (28, 29) aufweist, wobei die winkligen, allgemein ebenflächigen Teile jeweils eine an die Kammer (13) angrenzende Kante (33) aufweist, und die winkligen, allgemein ebenflächigen Teile jeweils mit einer ersten, längs verlaufenden Zone (38) neben der Kante und einer zweiten, längs verlaufenden Zone (39) versieht, die von der Kante entfernt liegt, und die erste über die zweite Zone anhebt.

10. Verfahren nach Anspruch 9, bei dem man die erste Zone schmaler als die zweite ausführt.

11. Farbwerk für eine Druckpresse mit einem Gestell (F), einer verhältnismäßig langgestreckten zylindrischen Farbhebewalze (11), die um die Zylinderachse drehbar im Gestell gelagert ist, einem verhältnismäßig langgestreckten Farbkasten (10), der neben der Walze und parallel zu ihr auf dem Gestell angeordnet ist, wobei der Farbkasten mit einer Farbzufuhreinrichtung (15), mit der das Farbniveau in ihm aufrecht erhaltbar ist, und mit allgemein ebenflächigen Streich- und Einschließklingen (16, 18) sowie Enddichtungen (20) versehen ist, die allesamt Kanten haben, die an der Walze anliegen und dabei eine geschlossene Farbkammer bilden, wobei jede der Enddichtungen jeweils eine erste und eine zweite dazu winklige Auflagefläche (2ä, 29), die verhältnismäßig langgestreckt und zueinander beabstandeten ausgeführt sind und den Streich- und Einschließklingen (16, 18) gegenüberliegen, und eine gekrümmte Auflagefläche (27) aufweisen, die der Walze zwischen den winkligen Anlageflächen gegenüberliegt, wobei jede der Auflageflächen eine langgestreckte Kante (33) neben der Farbkammer hat, und wobei die Enddichtung eine erste Seitenwandung (22) besitzt, die sich von der ersten Kante weg erstreckt, gekennzeichnet durch eine einen geschlossenen Umfang aufweisende Ausnehmung (21) in der ersten Seitenwandung (22), die mit der gekrümmten Anlagefläche (27) allgemein ausgerichtet ist, um eine lokale Steifigkeit der Dichtung herzustellen, die an den Auflageflächen (28, 29) der Klingen höher ist als an der Auflagefläche (27) der Walze.

12. Farbwerk nach Anspruch 11, bei dem die Kompressionssteife der Dichtkante für den Druck auf der Farbhebewalze angenähert im Bereich von 0,0175 Newton pro linearem Millimeter (0.1 lbs. per lineal inch) bis 0,35 Newton pro linearem Millimeter (2 lbs. pro lineal inch) liegt und die Kompressionssteife an der Grenzfläche zwischen der Klinge und der Stirndichtung im Bereich von 0,175 Newton pro linearem Millimeter (1 lb. per lineal inch) bis 4, 4 Newton pro linearem Millimeter (25 lbs. per lineal inch) bei einer freien Auslenkung der Dichtkante von 0,25 mm (0.010 inches) liegt.

13. Farbwerk nach Anspruch 11, bei dem die Enddichtungen jeweils mit einer der Kammer zugewandten Seitenwandfläche ausgeführt sind und eine Ausnehmung in dieser Seitenwandfläche mit der jeweiligen gekrümmten Anlagefläche allgemein ausgerichtet ist.

14. Farbwerk nach Anspruch 13, bei dem die gekrümmte Anlagefläche (27) an beiden Enden der Ausnehmung (21) über diese hinaus verläuft.

15. Farbwerk nach Anspruch 11, bei dem die winkligen Anlageflächen (28, 29) jeweils angrenzend an die Kante eine erste, längs verlaufende Zone (38) und von der Kante entfernt eine zweite, längs verlaufende Zone (39) aufweist, wobei die erste Zone über die zweite hinaus vorsteht.

16. Farbwerk nach Anspruch 15, bei dem die erste Zone (38) schmaler ist als die zweite Zone (39).

17. Farbwerk nach Anspruch 11, bei dem die axiale Erstreckung der Einschließklinge nicht größer ist als die der Streichklinge.

18. Farbwerk nach Anspruch 11, bei dem eine allgemein ebenflächige Abstandsfläche (35) jedes Ende der gekrümmten Fläche flankiert und die winkligen Anlageflächen jeweils eine axial verlaufende Wandung (37) aufweisen, die die ihr zugeordnete Abstandsfläche schneidet.







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