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Dokumentenidentifikation DE19941763A1 08.03.2001
Titel Verfahren zur Herstellung von Polyisocyanat-Polyadditionsprodukten
Anmelder BASF AG, 67063 Ludwigshafen, DE
Erfinder Scherzer, Dietrich, Dr., 67433 Neustadt, DE;
Gaus, Günter, Dr., 68647 Biblis, DE;
Jacob, Christophe, 68165 Mannheim, DE;
Mohr, Bernhard, 67150 Niederkirchen, DE;
Lutter, Heinz-Dieter, Dr., 69151 Neckargemünd, DE
DE-Anmeldedatum 02.09.1999
DE-Aktenzeichen 19941763
Offenlegungstag 08.03.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.03.2001
IPC-Hauptklasse C08G 18/16
IPC-Nebenklasse C08G 18/20   
Zusammenfassung Verfahren zur Herstellung von Polyisocyanat-Polyadditionsprodukten durch Umsetzung von (a) Isocyanaten mit (b) gegenüber Isocyanaten reaktiven Verbindungen mit einem Molekulargewicht von 500 bis 8500 und gegebenenfalls (c) Kettenverlängerungs- und/oder Vernetzungsmitteln mit einem Molekulargewicht von 60 bis 499 in Gegenwart von (e) Katalysatoren sowie gegebenenfalls (f) Hilfs- und/oder Zusatzstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß man als Katalysatoren (e) 1-(3-Aminopropyl)-imidazol und 3-(Dimethyl-amino)-propylamin einsetzt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich Verfahren zur Herstellung von Polyisocyanat-Polyadditionsprodukten durch Umsetzung von (a) Isocyanaten mit (b) gegenüber Isocyanaten reaktiven Verbindungen mit einem Molekulargewicht von 500 bis 8500 und gegebenenfalls (c) Kettenverlängerungs- und/oder Vernetzungsmitteln mit einem Molekulargewicht von 60 bis 499 in Gegenwart von (e) Katalysatoren sowie gegebenenfalls (f) Hilfs- und/oder Zusatzstoffen. Des weiteren betrifft die Erfindung derart erhältliche Polyisocyanat-Polyadditionsprodukte, insbesondere Polyurethanschaumstoffe und Mischungen enthaltend 3-(Dimethylamino)-propylamin, im Folgenden auch als Dimethylaminpropylamin bezeichnet, und 1-(3-Aminopropyl)-imidazol.

Der Ausdruck "Schaumstoffe" bedeutet im Folgenden Hart-, Halbhart- und Weichschaumstoffe auf der Basis von Polyurethanen, die gegebenenfalls Harnstoff und/oder Isocyanuratstrukturen enthalten können. Insbesondere sind unter dem Begriff "Schaumstoffe" Weichschaumstoffe zu verstehen.

Der Einsatz von Aminoalkyl- und/oder Aminophenylimidazolen als Katalysatoren zur Herstellung von Polyurethanschaumstoffen, insbesondere Weichschaumstoffen, mit vermindertem Geruch und verminderten Foggingwerten ist aus EP-A 677 540 allgemein bekannt. Zusätzlich zu diesen Katalysatoren können gemäß EP-A 677 540 weitere Katalysatoren eingesetzt werde, beispielsweise organische Metallverbindungen und/oder stark basische Amine, wobei bevorzugt ausschließlich die Imidazole eingesetzt werden (Seite 8, Zeilen 47 und 48). Während die Aufgabe der EP-A 677 540, den Geruch und die Foggingwerte der Schaumstoffe deutlich zu vermindern, durch den Einsatz der Imidazole gelöst werden konnte, wirkt sich die benötigte, sehr hohe Katalysatormenge zur Herstellung der Schaumstoffe negativ aus, zumal die beschriebenen Imidazole teurer sind als bekannte stark basische Amin-Katalysatoren. Ein weiterer Nachteil in der Umstellung von üblichen Reaktionssystemen zur Herstellung der Polyurethanweichschaumstoffe ergibt sich dadurch, daß sich das Reaktionsprofil des Systems durch den Einsatz eines neuen Katalysators mit einer anderen katalytischen Aktivität ändern kann und die Systeme und Produktionsanlagen somit bezüglich der verwendeten Mengen aufwendig angepaßt werden müssen. In Bezug auf den Einsatz bekannter tertiärer Amine wie z. B. Triethylendiamin ergibt sich das Problem, daß diese Verbindungen häufig kristallin vorliegen und üblicherweise in Lösung mit niedermolekularen Diolen, beispielsweise Ethylenglykol, Propylenglykol, Diethylenglykol oder Dipropylenglykol eingesetzt werden. Diese Diole sind gegenüber Isocyanaten reaktiv und beeinflussen damit in unerwünschter Weise die Polyadditionsreaktion.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand somit darin, Polyisocyanat-Polyadditionsprodukte, beispielsweise Polyurethane, bevorzugt Hart- und Weichschaumstoffe, insbesondere Weichschaumstoffe, durch Umsetzung von (a) Isocyanaten mit (b) gegenüber Isocyanaten reaktiven Verbindungen mit einem Molekulargewicht von 500 bis 8500 und gegebenenfalls (c) Kettenverlängerungs- und/oder Vernetzungsmitteln mit einem Molekulargewicht von 60 bis 499 in Gegenwart von (e) Katalysatoren und bevorzugt (d) Treibmitteln sowie gegebenenfalls (f) Hilfs- und/oder Zusatzstoffen mit einem verminderten Geruch und verminderten Foggingwerten, insbesondere mit einer verminderten Abgabe des Katalysators aus dem Schaumstoff, und einem verbesserten Durchhärteverhalten sowie Verfahren zu deren Herstellung zu entwickeln.

Diese Aufgabe konnte dadurch gelöst werden, daß man als Katalysatoren (e) 1-(3-Aminopropyl)-imidazol und Dimethylaminpropylamin einsetzt.

Üblicherweise werden die erfindungsgemäßen Katalysatoren in einer Menge von 0,1 bis 3,0 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der Komponente (b), eingesetzt, wobei sich diese Angabe auf die Summe der Gewichte von 1-(3-Aminopropyl)-imidazol und Dimethylaminpropylamin bezieht. Das Gewichtsverhältnis von Dimethylaminpropylamin zu 1-(3-Aminopropyl)-imidazol beträgt bevorzugt 1 : 3 bis 3 : 1, besonders bevorzugt 1 : 2 bis 2 : 1.

Durch den Einsatz der erfindungsgemäßen Katalysatoren kann der Geruch und das Fogging der Schaumstoffe, insbesondere der Weichschaumstoffe deutlich gesenkt werden. Die Kombination von 1-(3-Aminopropyl)-imidazol und Dimethylaminpropylamin bietet aber zusätzlich den Vorteil, daß relativ geringe Mengen der Katalysatoren, insbesondere der Katalysatormischungen, eingesetzt werden können und die Katalysatormischungen als solches aufgrund ihres vergleichsweise geringen Geruchs angenehm im Umgang sind.

Ein zusätzlicher Vorteil der erfindungsgemäßen Mischungen enthaltend 1-(3-Aminopropyl)-imidazol und Dimethylaminpropylamin ergibt sich dadurch, daß sich Dimethylaminpropylamin und 1-(3-Amino- propyl)-imidazol sehr gut ineinander lösen. Auf den Einsatz von Verbindungen, die im allgemeinen gegenüber Isocyanaten reaktiv sind und damit die Herstellung der Polyurethanschaumstoffe stark beeinflussen, zur Lösung der Katalysatoren kann damit verzichtet werden.

Bevorzugt sind erfindungsgemäß Mischungen enthaltend Dimethylaminpropylamin und 1-(3-Aminopropyl)-imidazol, bevorzugt in einem Gewichtsverhältnis von Dimethylaminpropylamin zu 2-(3-Aminopropyl)-imidazol von 3 : 1 bis 1 :3, besonders bevorzugt 2 : 1 bis 1 : 2.

Zur Herstellung der Polyisocyanat-polyadditionsprodukte, vorzugsweise der Polyurethanschaumstoffe und insbesondere der Polyurethanweichschaumstoffe nach dem erfindungsgemäßen Verfahren, finden, mit Ausnahme der Katalysatoren (e), die an sich bekannten Aufbaukomponenten (a) bis (c), Treibmittel (d) und gegebenenfalls Zusatzstoffe (f) Verwendung, zu denen folgendes ausgeführt werden kann.

Als Isocyanate (a) werden können allgemein bekannte aliphatische, cycloaliphatische Und/oder aromatische Isocyanate eingesetzt werden, beispielsweise 1,6-Hexamethylendiisocyanat, 1-Isocyanato-3,3,5-trimethyl-5-isocyanatomethylcyclohexan, 2,4- und/oder 2,6-Toluylendiisocyanat (TDI) und/oder 4,4'-, 2,2'- und/oder 2,4'-Diphenylmethandiisocyanat (MDI) und/oder mehrkernige Homologe des Diphenylmethandiisocyanats, bevorzugt 2,4- und/oder 2,6-Toluylendiisocyanat (TDI) und/oder 4,4'-, 2,2'- und/oder 2,4'-Diphenylmethandiisocyanat (MDI), besonders bevorzugt 2,4- und/oder 2,6-Toluylendiisocyanat, wobei die Isocyanate gegebenenfalls modifiziert verwendet werden können. Beispielsweise können die Isocyanate (a) Ester-, Harnstoff-, Biuret-, Allophanat-, Carbodiimid-, Isocyanurat-, Uretdion- und/oder Urethangruppen aufweisen. Gegebenenfalls können zusätzlich zum TDI und/oder MDI weitere Isocyanate, z. B. allgemein bekannte aliphatische, cycloaliphatische, araliphatische und vorzugsweise aromatische mehrwertige Isocyanate, eingesetzt werden. Besonders bevorzugt werden die erfindungsgemäßen Weichschaumstoffe ausschließlich mit TDI und/oder MDI, insbesondere TDI hergestellt.

Als gegenüber Isocyanaten reaktive Verbindungen (b) werden insbesondere zur Herstellung von Weichschaumstoffen zweckmäßigerweise solche mit einer Funktionalität von 2 bis 4, vorzugsweise 2 bis 3 und insbesondere 2,0 bis 2,6 und einem Molekulargewicht von 500 bis 8500, vorzugsweise von 1500 bis 6500 und insbesondere 1800 bis 5000 verwendet (die Molekulargewichte wurden berechnet mit Hilfe der experimentell gemessenen Hydroxylzahl). Besonders bewährt haben sich Hydroxylverbindungen, ausgewählt aus der Gruppe der Polyether-polyole, Polyester-polyole, Polythioetherpolyole, hydroxylgruppenhaltigen Polyesteramide, hydroxylgruppenhaltigen Polyacetale, hydroxylgruppenhaltigen aliphatischen Polycarbonate und polymermodifizierten Polyether-polyole oder Mischungen aus mindestens zwei der genannten Polyole. Vorzugsweise Anwendung finden Polyester-polyole und/oder insbesondere Polyether-polyole.

Die erhaltenen Polyester-polyole besitzen vorzugsweise eine Funktionalität von 2 bis 3, insbesondere 2 bis 2,6 und ein Molekulargewicht von 500 bis 3600, vorzugsweise 1500 bis 3000 und insbesondere 1800 bis 2500 und können, sofern dies zur Bildung foggingarmer Polyisocyanat-polyadditionsprodukte vorteilhaft ist, einer nochmaligen Reinigung, z. B. durch Destillation unter vermindertem Druck in einem Dünnschichtverdampfer oder Fallstromverdampfer, unterworfen werden.

Die Polyether-polyole, vorzugsweise Polyoxypropylen- und Polyoxypropylen-polyoxyethylen-polyole, besitzen eine Funktionalität von vorzugsweise 2 bis 3 und insbesondere 2,0 bis 2,6 und Molekulargewicht von 500 bis 8500, vorzugsweise von 2200 bis 6500 und geeignete Polyoxytetramethylen-glykole ein Molekulargewicht bis ungefähr 4500, vorzugsweise von 650 bis 2200.

Die Funktionalitäten beziehen sich jeweils auf die mittlere Funktionalität, die das eingesetzte Polyol aufweist.

Die Polyurethanschaumstoffe können ohne oder unter Mitverwendung von Kettenverlängerungs- und/oder Vernetzungsmitteln (c) hergestellt werden. Zur Modifizierung der mechanischen Eigenschaften, z. B. der Härte, kann sich jedoch der Zusatz von Kettenverlängerungsmitteln, Vernetzungsmitteln oder gegebenenfalls auch Gemischen davon als vorteilhaft erweisen. Als Kettenverlängerungs- und/oder Vernetzungsmittel verwendet werden mehrwertige Alkohole, vorzugsweise Diole und/oder Triole, mit Molekulargewichten bevorzugt kleiner als 499, vorzugsweise von 60 bis 300. In Betracht kommen beispielsweise als Kettenverlängerungsmittel aliphatische, cycloaliphatische und/oder araliphatische Diole mit 2 bis 14 Kohlenstoffatomen, wie z. B. Ethylenglykol, Propandiol-1,3, Decandiol-1,10, o-, m-, p-Dihydroxycyclohexan, Diethylenglykol, Dipropylenglykol und vorzugsweise Ethylenglykol, Butandiol-1,3, Butandiol-1,4, Hexandiol-1,6 und Bis-(2-hydroxyethyl)-hydrochinon und als Vernetzungsmittel, Triole, wie z. B. 1,2,4-, 1,3,5-Trihydroxycyclohexan, Trimethylolethan, Glycerin und Trimethylolpropan.

Sofern die Verbindungen der Komponente (c) mitverwendet werden, können diese in Form von Mischungen oder einzeln eingesetzt werden und werden vorteilhafterweise in Mengen von 1 bis 40 Gew.- Teilen, vorzugsweise von 5 bis 20 Gew.-Teilen, bezogen auf 100 Gew.-Teile der höhermolekularen Polyhydroxylverbindungen (b), angewandt.

Als Treibmittel (d) findet vorzugsweise Wasser Verwendung, das mit den organischen, gegebenenfalls modifizierten Polyisocyanaten (a) unter Bildung von Kohlendioxid und Harnstoffgruppen reagiert und dadurch die Druckfestigkeit der Endprodukte beeinflußt. Zur Erzielung des gewünschten Raumgewichts wird das Wasser üblicherweise in Mengen von 0,05 bis 6 Gew.-%, vorzugsweise von 0,1 bis 5 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der Aufbaukomponente (a) bis (c) verwendet.

Als Treibmittel (d) können anstelle von Wasser oder vorzugsweise in Kombination mit Wasser auch niedrigsiedende Flüssigkeiten, die unter dem Einfluß der exothermen Polyadditionsreaktion verdampfen und vorteilhafterweise einen Siedepunkt unter Normaldruck im Bereich von -40 bis 90°C, vorzugsweise von 10 bis 50°C besitzen, oder Gase eingesetzt werden.

Die als Treibmittel geeigneten Flüssigkeiten der oben genannten Art und Gase können z. B. ausgewählt werden aus der Gruppe der Alkane und Alkene wie z. B. Propan, n- und iso-Butan, n- und iso- Pentan und vorzugsweise der technischen Pentangemische, Cycloalkane wie z. B. Cyclobutan, Cyclopentan, Cyclohexan und vorzugsweise Cyclopentan und/oder Cyclohexan, Dialkylether, wie z. B. Dimethylether, Methylethylether und Diethylether, Cycloalkylenether, wie z. B. Furan, Ketone, wie z. B. Aceton, Methylethylketon, Carbonsäureester, wie Ethylacetat und Methylformiat, Carbonsäuren wie Ameisensäure, Essigsäure und Propionsäure, Fluoralkane, die in der Troposphäre abgebaut werden und deshalb für die Ozonschicht unschädlich sind, wie z. B. Trifluormethan, Difluormethan, Difluorethan, Tetrafluorethan und Heptafluorethan und Gase, wie z. B. Stickstoff, Kohlenmonoxid und Edelgase wie z. B. Helium, Neon und Krypton.

Die zweckmäßigste Menge an niedrigsiedender Flüssigkeit und Gase, die jeweils einzeln als Flüssigkeits- oder Gasmischungen oder als Gasflüssigkeitsgemische eingesetzt werden können, hängt ab von der Dichte, die man erreichen will und der eingesetzten Menge Wasser. Die erforderlichen Mengen können durch einfache Handversuche leicht ermittelt werden. Zufriedenstellende Ergebnisse liefern üblicherweise Flüssigkeitsmengen von 0,5 bis 20 Gew.- Teilen, vorzugsweise von 2 bis 10 Gew.-Teilen und Gasmengen von 0,01 bis 30 Gew.-Teilen, vorzugsweise von 2 bis 20 Gew.-Teilen, jeweils bezogen auf 100 Gew.-Teile der Komponente (b) und gegebenenfalls (c).

Als Treibmittel (d) vorzugsweise verwendet werden Wasser, Alkane mit 3 bis 7 Kohlenstoffatomen, Cycloalkane mit 4 bis 7 Kohlenstoffatomen oder Mischungen enthaltend mindestens zwei der als bevorzugte Treibmittel genannten Verbindungen.

Wie bereits dargelegt wurde, finden als Katalysatoren (e) zur Herstellung der Schaumstoffe nach dem erfindungsgemäßen Verfahren die eingangs dargestellten Verbindungen oder Mischungen Verwendung. Gegebenenfalls können die erfindungsgemäßen Katalysatoren mit weiteren, bevorzugt gegenüber Isocyanaten reaktiven Katalysatoren eingesetzt werden, beispielsweise 4-Chlor-2,5-dimethyl-1-(N-methylaminoethyl)-imidazol, 2-Aminopropyl-4, 5-dimethoxy-1-methylimidazol, 1-Aminopropyl-2,4,5-tributylimidazol, 1-Aminoethyl-4-hexylimidazol und 1-Aminobutyl-2,5-dimethylimidazol, 1-(3-Aminopropyl)-2-ethyl-4-methylimidazol, organischen Metallverbindungen, vorzugsweise organischen Zinnverbindungen, wie Zinn-(II)salzen von organischen Carbonsäuren, z. B. Zinn-(II)-diacetat, Zinn-(II)-dioctoat, Zinn-(II)-diethylhexoat und Zinn-(II)-dilaurat und Dialkylzinn-(IV)-salzen von organischen Carbonsäuren, z. B. Dibutyl-zinndiacetat, Dibutylzinn-dilaurat, Dibutylzinn-maleat und/oder Dioctylzinn-diacetat.

Durch die Umsetzung der Aminoalkyl- und/oder Aminophenylgruppen mit Polyisocyanaten werden stabile Harnstoffgruppen gebildet, die unter den bei der Schaumbildung auftretenden Reaktionsbedingungen nicht in die Ausgangskomponenten zurückgespalten werden. Die gebildeten Harnstoffgruppen können in Folgereaktionen in Biuretgruppen enthaltende Additionsprodukte, die ihrerseits zwei freie Isocyanatgruppen gebunden enthalten, überführt werden. Durch die Bildung von difunktionellen Additionsprodukten wird die Polyadditionsreaktion nicht gestört und die katalytische Wirksamkeit des Imidazolrestes bleibt unverändert erhalten.

Zur Herstellung der Schaumstoffe, vorzugsweise Polyurethan-Weichschaumstoffe nach dem erfindungsgemäßen Verfahren können gegebenenfalls Zusatzstoffe (f) Verwendung finden. Als derartige Zusatzstoffe seien beispielsweise genannt: oberflächenaktive Substanzen, Schaumstabilisatoren, Zellregler, Gleitmittel, Füllstoffe, Farbstoffe, Pigmente, Flammschutzmittel, Hydrolyseschutzmittel, fungistatisch und bakteriostatisch wirkende Substanzen.

Zur Herstellung der Schaumstoffe können (a), (b) und gegebenenfalls (c) in solchen Mengen zur Umsetzung gebracht werden, daß das Äquivalenz-Verhältnis von NCO-Gruppen der Polyisocyanate (a) zur Summe der reaktiven Wasserstoffatome der Komponenten (b) und gegebenenfalls (c) 0,70 bis 1,50 : 1, vorzugsweise 0,85 bis 1,15 : 1 und insbesondere 0,9 bis 1,1 : 1 beträgt.

Die Schaumstoffe können nach dem Prepolymer oder vorzugsweise nach dem one-shot-Verfahren mit Hilfe der Niederdruck-Technik oder der Hochdrucktechnik in offenen oder geschlossenen, zweckmäßigerweise temperierbaren Formwerkzeugen, beispielsweise metallischen Formwerkzeugen, z. B. aus Aluminium, Gußeisen oder Stahl, oder Formwerkzeugen aus faserverstärkten Polyester- oder Epoxidformmassen hergestellt werden.

Als besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, nach dem Zweikomponenten-Verfahren zu arbeiten und die Aufbaukomponenten (b), (d), (e) und gegebenenfalls (c) und (f) in der Komponente (A) zu vereinigen und als Komponente (B) die organischen Polyisocyanate, modifizierten Polyisocyanate (a) oder Mischungen aus den genannten Polyisocyanaten und gegebenenfalls Treibmittel (d) zu verwenden.

Die Ausgangskomponenten werden üblicherweise bei einer Temperatur von 15 bis 80°C, vorzugsweise von 25 bis 55°C, gemischt und können drucklos in ein offenes Formwerkzeug oder gegebenenfalls unter erhöhtem Druck in ein geschlossenes Formwerkzeug eingebracht werden. Die Vermischung kann mechanisch mittels eines Rührers oder einer Rückschnecke oder unter hohem Druck im sogenannten Gegenstrominjektionsverfahren durchgeführt werden. Die Formwerkzeugtemperatur beträgt zweckmäßigerweise 20 bis 120°C, vorzugsweise 30 bis 80°C und insbesondere 45 bis 60°C. Werden z. B. Polyurethanweichschaumstoff-Formkörper unter Verdichtung hergestellt, liegen die Verdichtungsgrade üblicherweise im Bereich von 1,1 bis 8,3, vorzugsweise von 2 bis 7 und insbesondere von 2,4 bis 4,5.

Die Menge des in das Formwerkzeug eingebrachten Reaktionsgemisches wird vorteilhafterweise so bemessen, daß die erhaltenen Formkörper eine Gesamtdichte von 0,01 bis 0,9 g/cm3, vorzugsweise von 0,03 bis 0,7 g/cm3, besitzen. Die Polyurethanweichschaumstoffe können auch nach dem Blockschaumverfahren hergestellt werden. Die Blockschaumstoffe besitzen üblicherweise Dichten von 0,02 bis 0,06 g/cm3.

Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Polyisocyanat-Polyadditionsprodukte enthaltend Dimethylaminpropylamin und 1-(3-Aminopropyl)-imidazol, insbesondere die Blockschaumstoffe und Polyurethanweichschaumstoff-Formkörper finden beispielsweise Verwendung in der Kraftfahrzeugindustrie, z. B. als Armlehnen, Kopfstützen und Sicherheitsverkleidungen im Kraftfahrzeuginnenraum, sowie als Fahrrad- oder Motorradsattel, Schuhsohlen und als Innenschuh für Skistiefel. Sie eignen sich ferner als Polstermaterialien in der Möbelindustrie und Automobilindustrie.

Beispiele

Die Herstellung der Polyurethanschaumstoffe der Beispiele 1 bis 4 erfolgte in einem 1000 ml fassenden Becher, wobei jeweils 40 g der verschiedenen Reaktionssysteme mit einem Laborrührer innig vermischt wurden. Das Schäumprofil wurde mit einem üblichen Foamrise-Gerät mittels Ultraschall bestimmt.

Die Polyolkomponenten sowie die Eigenschaften der verschiedenen Systeme und Produkte sind in der Tabelle 1 dargestellt. Die Polyolkomponenten wurden mit der Isocyanatkomponente bei einer Kennzahl von 110 umgesetzt. Tabelle 1



Isocyanatkomponente:

11 Gew.-% Lupranat® M (BASF Aktiengesellschaft)

47 Gew.-% Lupranat® MI (BASF Aktiengesellschaft)

42 Gew.-% Lupranat® M20W (BASF Aktiengesellschaft)

Polyol 1: Lupranol® 2040 (BASF Aktiengesellschaft)

Polyol 2: Lupranol® 2047 (BASF Aktiengesellschaft)

Lupragen® N 206: Bis(dimethylaminoethyl)ether (BASF Aktiengesellschaft)

Entformzeit: Zeit, nach der der Schaumstoff aus der auf eine Temperatur von 50°C beheizten Form entnommen werden konnte.

Das Beispiel 4 stellt ein erfindungsgemäßes Beispiel dar.

In dem erfindungsgemäßen Beispiel 4 konnte die Katalysatormenge im Vergleich zum Beispiel 2, in dem lediglich ein grobporiger Schaum zugänglich war, reduziert werden. Im Vergleich zur ausschließlichen Verwendung von Dimethylaminpropylamin gemäß Beispiel 3 konnte der Geruch erheblich gesenkt werden. Beispiel 1 zeigt deutlich höhere VOC-Werte. Diese Vergleiche belegen, daß gemäß der Aufgabe der vorliegenden Erfindung Geruch und Fogging vermindert werden konnte, ohne die Nachteile in der Reaktionskinetik eingehen zu müssen.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Herstellung von Polyisocyanat-Polyadditionsprodukten durch Umsetzung von (a) Isocyanaten mit (b) gegenüber Isocyanaten reaktiven Verbindungen mit einem Molekulargewicht von 500 bis 8500 und gegebenenfalls (c) Kettenverlängerungs- und/oder Vernetzungsmitteln mit einem Molekulargewicht von 60 bis 499 in Gegenwart von (e) Katalysatoren sowie gegebenenfalls (f) Hilfs- und/oder Zusatzstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß man als Katalysatoren (e) 1-(3-Aminopropyl)-imidazol und 3-(Dimethylamino)-propylamin einsetzt.
  2. 2. Verfahren zur Herstellung von Polyurethanschaumstoffen durch Umsetzung von (a) Isocyanaten mit (b) gegenüber Isocyanaten reaktiven Verbindungen mit einem Molekulargewicht von 500 bis 8500 und gegebenenfalls (c) Kettenverlängerungs- und/oder Vernetzungsmitteln mit einem Molekulargewicht von 60 bis 499 in Gegenwart von (d) Treibmitteln, (e) Katalysatoren sowie gegebenenfalls (f) Hilfs- und/oder Zusatzstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß man als Katalysatoren (e) 1-(3-Aminopropyl)-imidazol und 3-(Dimethylamino)-propylamin einsetzt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man als (a) Isocyanat 2,4- und/oder 2,6-Toluylendiisocyanat und/oder 4,4'-, 2,2'- und/oder 2, 4'-Diphenylmethandiisocyanat und/oder mehrkernige Homologe des Diphenylmethandiisocyanats einsetzt.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man 3-(Dimethylamino)-propylamin gelöst in 1-(3-Aminopropyl)- imidazol einsetzt.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man Weichschaumstoffe herstellt und als Isocyanat (a) 2,4- und/oder 2,6-Toluylendiisocyanat einsetzt.
  6. 6. Polyisocyanat-Polyadditionsprodukte enthaltend 3-(Dimethylamino)-propylamin und 1-(3-Aminopropyl)-imidazol.
  7. 7. Mischung enthaltend 3-(Dimethylamino)-propylamin und 1-(3-Aminopropyl)-imidazol.






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