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Dokumentenidentifikation DE69426051T2 10.05.2001
EP-Veröffentlichungsnummer 0639640
Titel Impfstoff für Geflügel
Anmelder Akzo Nobel N.V., Arnheim/Arnhem, NL
Erfinder Cook, Jane Kathleen Alexandra, Huntingdon, Cambs, PE1 87XQ, GB
Vertreter WUESTHOFF & WUESTHOFF Patent- und Rechtsanwälte, 81541 München
DE-Aktenzeichen 69426051
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 27.07.1994
EP-Aktenzeichen 943055616
EP-Offenlegungsdatum 22.02.1995
EP date of grant 04.10.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.05.2001
IPC-Hauptklasse C12N 7/00
IPC-Nebenklasse A61K 39/215   

Beschreibung[de]

Die Vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen neuen infektiösen Bronchitisvirus-Stamm, der zu einem neuen Serotyp gehört, auf abgeschwächte infektiöse Bronchitisvirus-Stämme, die von diesem neuen Stamm abstammen und auf einen lebenden Impfstoff zur Verwendung für eine Immunisierung von Geflügel, wobei der Impfstoff den abgeschwächten Stamm des infektiösen Bronchitisvirus enthält. Die Erfindung bezieht sich auch auf einen inaktivierten Impfstoff, der entweder den neuen Stamm enthält, der inaktiviert wurde oder einen inaktivierten abgeschwächten Stamm, der davon abstammt. Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung von Impfstoffen aus lebenden infektiösen Bronchitisviren.

Das infektiöse Bronchitisvirus (IBV) ist ein Mitglied des Genus Coronavirus der Familie der Coronaviridae. Das Virus ist gewöhnlich ungefähr 80-100 nm gross, ist rund mit von ihm abstehenden 20 nm Spikes. IBV ist das verursachende Agents einer akuten, höchst ansteckenden Krankheit in Hühnern jeden Alters, und beeinträchtigt das respiratorische, reproduktive und renale System.

IBV wurde in allen Ländern beobachtet, in denen sich eine intensive Geflügelindustrie entwickelt hat. Junge Hühner im Alter bis zu 4 Wochen sind am empfänglichsten für respiratorische Erkrankungen, die Infektionen führen zu einer hohen Rate an Morbidität und Mortalität, was aus sekundären bakteriellen Infektionen resultiert. Die Infektion von Legehühnern resultiert in einer Abnahme der Eiproduktion oder dem Unvermögen mit voller Kapazität zu legen, zusammen mit einem Anstieg in der Anzahl von Eiern schlechter Qualität mit dünnen, missgebildeten, rauhen und weichen Schalen. Obwohl sich die Legehühner gewöhnlich von der Krankheit erholen, bildet sich ihre Eiproduktion nur selten zu dem Präinfektionsniveau zurück. Daher kann die Infektion einer Hühnerherde mit IBV ernste ökonomische Auswirkung haben.

Spackman und Cameron (Veterinary Record, (1983), 113,354-355.) isolierten IBV aus Fasanen mit einer Krankheitsgeschichte, dierespiratorische Anzeichen und anormale Eiproduktion zeigte. Dieses Krankheitsproblem in Fasanen wurde erfolgreich durch die Verwendung eines auf Öl basierenden inaktivierten IBV-Impfstoffs kontrolliert. Die Bezeichnung Geflügel, wie hier verwendet, schliesst sowohl Hühner als auch Fasane und jegliche andere domestizierte Vögel ein, die als eine Quelle von Eiern oder Fleisch dienen und die für eine Infektion durch TBV empfänglich sind.

Anfänglich stammten die meisten virulenten IBV-Stämme vom Massachesetts-Serotyp ab und während vieler Jahre dachte man, dass dies der einzige Serotyp von IBV ist. Es ist jedoch jetzt bekannt, dass verschiedene Serotypen offensichtlich irvverschiednen geografischen Bezirken auftreten; zum Beispiel Arkansas 99 (Johnson et al., Avian Dis.,(1973),17,518-523) wurde in den USA isoliert während der D274 Serotyp (Davelaar et al.,Proc. World Vet. Poultry Assoc.,Oslo,1ß81,Seite 44) nicht in den USA isoliert wurde.

Das einzig praktikable Mittel einer infektiösen Bronchitis in Geflügel zu verhindern ist die Impfung gegen die Infektion. Zwei Hauptarten von Impfstoffen sind verfügbar und diese sind attenuiert oder inaktiviert.

In den verschiedenen Ländern gab es in den letzten Jahren zahlreiche Berichte über neue Serotypen. Kürzlich wurde zum Beispiel von Gough et al., in The Veterinary Record, (1992), 130, 493-494 von einem möglicherweise neuen IBV-Stamm in infizziertem domestiziertem Geflügel in Grossbritannien berichtet. Sie zeigten, dass der neue IBV-Stamm antigene Unterschiede von M41 und den holländischen Varianten zeigte, von denen viele gegenwärtige IBV-Impfstoffe abstammen.

Auch Parsons et al., in The Veterinary Record, (1992), 131, 408- 411 hat Isolate von IBV beschrieben, die "serologisch unterschiedlich von Isolaten sind, die zuvor beschrieben wurden und die fähig sind, charakteristische infektiöse Bronchitis ähnliche respiratorische Infektionen in jungen Hühnern zu verursachen."

Es ist bekannt, dass viele neue Serotypen keine infektiöse Bronchitis in Vögeln verursachen, die geimpft wurden. Es wurde jetzt jedoch ein neuer IBV-Serotyp isoliert, von dem festgestellt wurde, dass er offene Infektionen in geimpften Hühnern verursacht.

Keine dieser beiden kürzlich erschienen Publikationen beschreibt den Serotyp oder Stamm auf solch eine Weise, dass der Fachmann in der Lage ist, ein IBV-Isolat als zu diesem neuen Serotyp gehörig zu identifizieren.

Gemäss einem Aspekt der Erfindung wird ein IBV-Stamm zur Verfügung gestellt der zu einem neuen Serotyp gehört, wobei der neue Serotyp durch einen IBV-Stamm gekennzeichnet ist, von dem eine Probe bei der European Collection of Animal Cell Cultures, Porton Down, U. K. unter der Hinterlegungsnummer V93070612 hinterlegt wurde, wobei der genannte IBV-Stamm signifikant durch Antiseren neutralisiert wird, die in Hühnern gegen den genannten hinterlegten Stamm gezüchtet wurden.

Ein neuer IBV-Stamm der vorliegenden Erfindung, hiernach als 4/91 bezeichnet, wurde aus Hühnern isoliert, die zuvor mit einem im Handel erhältlichen inaktivierten bivalenten infektiösen Bronchitisimpfstoff geimpft wurden und die die charakteristischen Symptome einer IBV-Infektion zeigen. Von toten infizierten Vögeln wurden Gewebsproben aus der Trachea und den Tonsillen entnommen, homogenisiert und in Kulturen aus Hühnerembryo- Trachealorganen passagiert. Nach der zweiten oder dritten Organkulturpassage wurden Viruspartikel mit typischer Coronavirus- Morphologie mittels Elektronenmikroskopie in Organkulturüberständen beobachtet.

Ausser der Identifikation unter Verwendung von Elektronenmikroskopie wurde festgestellt, dass das isolierte Virus Nukleinsäure des RNA-Typs besitzt. Ein ELISA verwendend konnte gezeigt werden, dass die Viren die gleichen Antigene enthielten wie von aviären Coronaviren bekannt waren, z. B. vom IBV-Referenzstamm M41. Das Virus wurde ebenfalls als IBV identifiziert, indem eine Polymerase-Kettenreaktion mit viraler RNA durchgeführt wurde unter Verwendung von universellen Primern für IBV gemäss Lin,Z.,Archives of Virology, (1991), 116,19.

Serum-Neutralisationstests wurden in trachealen Organkulturen durchgeführt. Monospezifisches Antiserum gegen jeden der 41 bekannten Serotypen wurde in Hühnern hergestellt und verwendet, um den neuen Serotyp 4/91 zu testen. Tabelle 1 fasst die Ergebnisse der Virus-Neuralisationstests zusammen. Von den isolierten Viren wurde auch festgestellt, dass sie spontan rote Hühnerblutzellen hämagglutinieren und dass diese Hämagglutination durch spezifisches Antiserum inhibiert werden konnte.

Kreuz-Neutralisationstests wurden zwischen dem neuen IBV-Serotyp 4/91 und sieben anderen IBV-Serotypen ausgeführt. Dies wurde in trachealen Organkulturen ausgeführt. Jedes monospezifische Antiserum wurde im Bereich von Doppelverdünnungen gegen log10 2.0 C050 mit jedem Virus (CD50 = mittlere ziliostatische Dosis) getestet. Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 dargestellt.

Tabelle 3 zeigt die Ergebnisse der Datenanalyse gemäss der Methode von Archetti,I. und Horsfall,F. L., J. Expt. Med.,(1950), 92,441-462, das die Beziehung (r) zwischen den Stämmen als eine Prozentzahl ausdrückt. Diese Methode auf IB-Neutralisationstests in Embryos anwendend, wurde vorgeschlagen (Locher et al., Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift, (1983), 96,2697 274) dass r-Werte, die grösser als 50 sind, eine nahe Verwandschaft indizieren, Werte zwischen 25 und 50 einen niedrigeren Grad an Verwandtschaft zeigen, während Werte unter 25 nur eine geringe Verwandtschaft aufzeigen.

Daher bedeutet die Bezeichnung "signifikant kreuzneutralisiert", dass unter Verwendung der Methode von Archetti und Horsfall ein IBV Stamm mit einem r-Wert, der grösser als 50 ist, als nahverwandt mit dem neuen Serotyp der vorliegenden Erfindung betrachtet werden kann.

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auch auf ein infektiöses Bronchitisvirus, das zu dem IBV-Serotyp 4/91 gehört, welcher attenuiert ist. Solch ein attenuiertes IBV ist durch Passagieren des IBV in einer Kultur auf einem geeigneten Medium erhältlich, die Passagen werden so oft wie nötig durchgeführt, um seine Pathogenität zu reduzieren, während es seine Immunogenität behält. Vorzugsweise wird das IBV mindestens 30-mal passagiert.

Ein attenuierter Stamm des neuen IBV-Serotyps wurde am 6. Juli 1993 bei der European Collection of Animal Cell Cultures, Porton Down, UK, unter dem Budapester Abkommen unter der Hinterlegungsnummer V93070611 hinterlegt.

Um einen IBV-Stamm der vorliegenden. Erfindung zu attenuieren, kann das Virus in embryonierten Eiern passagiert werden. Eine Inokulation der Eier kann via die Allantoishöhle, Chorioallantoismembran, den Dottersack, die amniotische Höhle oder sogar direkt in den Embryo erfolgen. Das Virus kann in regelmässigen Intervallen von 7 Stunden bis zu 4 Tagen passagiert werden. Gewöhnlich werden Passagen zwischen 16 und 36 Stunden, vorzugsweise alle 24 Stunden durchgeführt.

Als Alternative kann die Attenuierung durch Passagieren des Virus in aviären Zellkulturen, wie z. B. Hühnerembryonierenzellen erfolgen.

Das attentuierte IBV, das wie oben beschrieben hergestellt wurde oder der hinterlegte attentuierte Stamm können zur Herstellung einer Lebendvakzine verwendet werden. Daher wird gemäss einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung ein lebender infektiöser Bronchitisimpfstoff zur Verwendung für die Immunisierung von Geflügel zur Verfügung gestellt, wobei der genannte Impfstoff von dem oben beschriebenen IBV abstammt.

Gemäss einem anderen Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zur Herstellung eines lebenden infektiösen Bronchitisimpfstoffes zur Verfügung gestellt, welches Passagieren eines neuen IBV-Stammes oder eines Stammes wie zuvor beschrieben, in einer Kultur auf einem geeigneten Medium umfasst, wobei das Passagieren häufig genug durchgeführt wird, um seine Pathogenität zu reduzieren, während es seine Immunogenität beibehält und Verarbeiten des geernteten Materials, um einen Impfstoff zu produzieren: Vorzugsweise wird das Virus mindestens 30 mal passagiert.

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auch auf die Verwendung eines attenuierten infektiösen Bronchitis-Virusstamms wie zuvor beschrieben, zur Herstellung eines Impfstoffes zur Verwendung bei der Impfung von Geflügel gegen IBV.

Solche lebende Impfstoffe können durch Augentropfung, Nasentropfung, im Trinkwasser oder durch Besprühen der Vögel, in jedem Alter von Tag eins bis zu dem Zeitpunkt an dem sie beginnen zu legen (ungefähr 18 Wochen) verabreicht werden. Die verwendete Dosierung ist vorzugsweise in dem Bereich von 1og10 3.0 bis 1og10 7.0 EID50 pro Vogel, vorzugsweise zwischen 1og10 4.0 und 1og10 5.0 EID50 pro Vogel.

Solch ein attenuierter IB-Impfstoff kann in Kombination mit anderen lebenden aviären Impfstoffen verabreicht werden, z. B. Newcastle Disease Virus (NDV), Mareks Disease Virus (MDV), infektiöse bursale Krankheit (IBD), Reovirus, aviäre Enzephalomyelitis, Hühneranämieagens (CAA) und andere IBV-Serotypen.

Als Alternative kann ein IBV-Stamm gemäss der Erfindung und/oder ein attenuierter IBV-Stamm wie oben beschrieben als ein inaktivierter Impfstoff präsentiert werden. Gemäss einem weiteren Aspekt der Erfindung wird ein inaktivierter infektiöser Bronchitisimpfstoff zur Verwendung bei der Immunisierung von Geflügel zur Verfügung gestellt, wobei der Impfstoff IBV enthält, der von einem neuen, wie oben definierten, IBV-Stamm oder von einem attenuierten IBV-Stamm wie zuvor beschrieben stammt.

Sowohl für die lebende als auch die inaktivierte Impfstoffproduktion wird das IBV gewöhnlich in embryonierten spezifisch pathogenfreien (SPF) Hühnereiern gezüchtet. Nach dem Ernten kann das Virus z. B. unter Verwendung von Formaldehyd oder β- Propiolakton inaktiviert werden, zur Verwendung in einem inaktivierten Impfstoff.

Nach der Inaktivierung und, falls notwendig, Anpassen des pH und Neutralisierung des inaktivierten Agens kann das inaktivierte Virus mit einem Adjuvans gemischt werden. Das Adjuvans kann Aluminiumhydroxid oder eine Zusammensetzung bestehend aus Mineralöl (z. B. Marcol 82) oder einem Pflanzenöl oder einem oder mehreren Emulsionslösungen wie Tween 80 und Span 80 sein.

Inaktivierte Impfstoffe werden gewöhnlich durch subkutane oder intramuskuläre Injektion im Alter zwischen 10 und 20 Wochen verabreicht. Inaktivierter Impfstoff kann das antigene Äquivalent von log10 5.0 bis log10 8.0 EID50 pro Vogeldosis, vorzugsweise log10 6.0 bis log10 8.0 EID50 enthalten.

Solch ein inaktivierter IBV-Impfstoff kann in Kombination mit anderen aviären Impfstoffen verabreicht werden, z. B. NDV, CAA, Eifallsyndrom 1976 und andere IBV-Serotypen.

Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele illustriert.

Beispiel 1 Isolierung von infektiösem Bronchitisvirus.

Proben aus der Trachea, den Nieren und den Tonsillen wurden von toten Vögeln aus Herden genommen, die klinische Symptome einer Infektion mit IBV zeigten. Die Gewebsproben wurden in Eagle's serumfreien Medium homogenisiert, das Penizillin und Streptomyzin enhielt, um eine 10%-ige (W/V)-Suspension zu ergeben.

Nach der Zentrifugation bei 1,500 g für 15 Minuten wurden 0,1 ml des Überstandes auf jede von 10 abgetropften trachealen Organkulturen (TOC) gegeben. Nach einer 1-stündigen Adsorption bei 37ºC wurden 0.5 ml Eagle's serumfreies Medium zu jeder Kultur zugegeben. Die TOC wurden bei 37ºC auf einer Rolltrommel inkubiert und täglich auf Ziliostasis hin untersucht. Bis zu drei 'blind'-Passagen wurden durchgeführt, bevor eine Probe als negativ verworfen wurde.

IBV war in einer Probe indiziert, in der Ziliostasis der TOC beobachtet wurde. Überstände der 'positiven' Proben wurden auf Abwesenheit einer Hämagglutination untersucht (um einen Befall durch Newcastle Desease Virus auszuschliessen), dann wurde ihre Identität als 18 durch serologische Analyse bestätigt.

Ein ELISA-Assay wurde angewendet, um die Isolate weiter zu charakterisieren (siehe Mockett. A. P. A. und Cook, J. K. A., Avian Pathology, (1986), 15, 437.). Antiserum gegen den Serotyp 4/91 wurde in spezifischen pathogenfreien roten Rhode Island Hühnern gezüchtet, die intranasal inoculiert wurden und 4 Wochen ausgeblutet wurden. Das monospezifische Antiserum, das gegen das Isolat 4/91 gezüchtet wurde, reagierte in dem ELISA-Test bei einem Titer von log2 13.0, unter Verwendung von Platten, die mit dem M41-Stamm von IBV überzogen waren, als Beweis dass die Isolate aus infektiösem Brochitisvirus bestanden.

Beispiel 2. Attenuierung des IBV-Stamms 4/91.

Embryonierte Eier von weissen SPF Leghornhühnern, die zwischen 8 und 11 Tagen Präinkubation verwendet wurden, wurden anfänglich mit 0.1 ml eines pathogenen IBV 4/91 inokuliert, der log10 6.4 CD50/ml Virus enthielt, via die Allantoishöhle inokuliert und bei 37ºC 24 Stunden inkubiert. Die Allantoisflüssigkeit der Hälfte der Embryos pro Gruppe wurde zu einem bestimmten Zeitpunkt geerntet. Die übrigen embryonierten Eier wurden bis zum 17. bis 18. Tag inkubiert, und wurden dann auf Abnormalitäten hin untersucht, die eine IBV-Infektion anzeigen.

Die geerntete Allantoisflüssigkeit wurde in einer angemessenen Verdünnung (0.1 ml) in die Allantoishöhle von 10 Embryonen inokuliert und wie oben nach 24-stündiger Inkubation geernte. Dieses Passagieren wurde kontinuierlich durchgeführt, bis eine ausreichende Anzahl von Passagen (mindestens 30) erreicht wurde, mit Inkubationszeiten, die zwischen 7 und 36 Stunden variierten.

Bei ausgewählten Passagen wurde die Allantoisflüssigkeit, die geerntet wurde, titriert. Eine Serie von 10-fachen Verdünnungen der Flüssigkeit wurde hergestellt und in entweder 9 bis 11 Tage alten Embryonen (über die Allantoisroute inokuliert) oder in Hühnerembryotrachealorgankulturen (TOC) untersucht.

In Intervallen wurde die Identität des passagierten Virus mittels eines Neutralisationstests in TOC untersucht. Serielle zweifache Verdünnungen eines bekannten positiven 4/91- spezifischen Hühner-Antiserums wurden mit dem gleichen Volumen IBV 4/91 (log10 2.0 CD50)gemischt, das in Embryonen passagiert wurde, bei 37ºC eine Stunde inkubiert, dann in TOC ohne Medium (5/Verdünnung) inokuliert. Nach einer einstündigen Adsorptionperiode bei 37ºC wurde auf die TOC mit Eagles MEM (0.5 ml) gegeben, das Hepes und α-Methylglukosid enthielt, dann weiterhin bei 37ºC inkubiert und 3 bis 4 Tage später abgelesen.

Beispiel 3. Herstellung und Beurteilung des attenuierten IBV-Impfstoffs.

Das wie im Beispiel 2 beschriebene attenuierte IBV wurde aus der Allantoishöhle geerntet. Die Allantoisflüssigkeit wurde durch Zentrifugation und/oder Filtration geklärt und anschliessend in eine geeignete Impfstoffpräparation mittels einer an sich bekannten Methode verarbeitet.

Gruppen von 9 Tage alten Hühnern wurden durch Augentropfung (0.1 ml) entweder mit dem attenuierten IBV-Impfstoff wie oben beschrieben, oder dem Massachusetts Impfstoff (H120) oder dem MA5-Impfstoff inokuliert. Im Alter von 30 Tagen wurde mit den Hühnern ein Challenge durch Inokulation mit 1og10 4.6 CD50 des IBV-Serotyps 4/91, der in Trachealorgankulturen gezüchtet wurde, durchgeführt. 7 Tage später wurden 5 Hühner pro Gruppe getötet und ihre Tracheen entfernt, um einen "Ziliostasis"-Test durchzuführen (siehe Darbyshire, J. H., Avian Pathology, (1980), 9, 179- 184.).

Die Hühner wurden durch intravenöse Injektion mit Euthatal getötet. Ihre Tracheen wurden sorgfältig entfernt und unter Verwendung eines Skalpells wurden 10 Ringe sorgfältig herausgeschnitten (3 von oben, 4 aus der Mitte und 3 von unten). Die 10 Ringe wurden mit niedriger Vergrösserung untersucht und jedes auf einer Skala von 0 (100% Zilienaktivität) bis 4 (100% Ziliostasis) bewertet.

Ergebnisse

Die in Tabelle 4 zusammengefassten Ergebnisse zeigen, dass zur Testzeit (7 Tage post Challenge) der in Beispiel 2 hergestellte IBV-Stamm sehr gut gegen einen homologen Challenge schützt. Die beiden Impfstämme (H120 und MAS) ergaben nur einen geringen Schutz gegen diesen hohen Challenge; in jedem Fall waren 1/5 der Hühner geschützt.

Beispiel 4. Herstellung des inaktivierten IBV-Impfstoffes.

IBV wurde via die Allantoishöhle in embryonierte Eier inokuliert, die zwischen 8 und 11 Tagen vorinkubiert wurden. Nach ungefähr 1 bis 3 Tagen Inkubation wurde die Allantoisflüssigkeit geerntet, gepoolt, durch Zentrifugation geklärt und das Virus wurde durch die Zugabe von Formalin inaktiviert. Die Inaktivierung des IBV-Virus wurde durch Inokulation via die Allantoishöhle von 9 Tagen alten embryonierten Eiern und anschliessende Untersuchung der Embryos auf Anzeichen einer IB-Infektion bestätigt. Ein Öl-Emulsionsimpfstoff wurde dann unter Anwendung von Standardverfahren hergestellt Dieser wurde entweder subkutan oder intramuskulär in Gruppen von Hühnern inokuliert, die entweder durch eine frühere Verabreichung eines lebend attenuierten IB-Impfstoffes geprimed waren oder nicht. Diese Hühner wurden mindestens 7 Wochen später ausgeblutet und ihre Seren auf IBspezifische Antikörper durch ein ELISA untersucht.

Ergebnisse.

1). Nichtgeprimed, inaktivierter Impfstoff verabreicht, ausgeblutet 7 Wochen später. mittlerer Titer (log2)9.1 Bereich log2 7.6-10.6

2) . Geprimed, inaktivierter Impfstoff verabreicht 7 Wochen später ausgeblutet mittlerer Titer (log2)12.6 Bereich log2 11.6-13.6

Tabelle 1

IB Virus-Serotyp 4/91 wurde in einem Neuralisationstest gegen monospezifisches Antiserum getestet, das gegen jeden der folgenden IBV-Serotypen gezüchtet wurde.

In jedem Fall betrug der Neutralisationstiter das mathematische Zeichen < 1 : 8.

UK Serotypen

A; B; C; D; F; F1; H; I; J; 690; 317; 183; 918; 225; HV1-a116; D41; VF70-861, Allen

Holland

D207; D3896; D3128; D212

Portugal

135355/82

Israel

IBV-11

Deutschland

5423/86; 332/88; IBV-10

Italien

1767/84; Forli 1; Forli 2

Belgien

B-1486

USA

Massachusetts; Connecticut; Iowa 609, Iowa 97; Holte; Gray; Arkansas; 632

Südafrika

890/80; 145/86

Tabelle 2 Kreuzneutralisation zwischen IBV-Serotyp 9/91 und anderen IBV-Serotypen
Tabelle 3 Ergebnisse, analysiert mittels der Methode von Archetti und Horsfall (1950)
Tabelle 4 Ciliärer Aktivitätswert von Trachen von S Vögeln, die 7 Tage nach dem Challenge mit dem virulenten IBV-Stamm 4/91 getötet wurden.

Gesamtwert von 10 Ringen, die von jedem einzelnen Vogel untersucht wurden.


Anspruch[de]

1. Infektiöses Bronchitisvirus (IBV)-Stamm, das zu einem neuen Serotyp gehört, wobei der genannte neue Serotyp mittels eines IBV-Stamms charakterisiert ist, von dem eine Probe bei der Europäischen Sammlung von Tierzellkulturen, Porton Down, UK unter der Hinterlegungsnummer V93070612 hinterlegt ist, wobei der genannte infektiöse Bronchitisvirus-Stamm signifikant durch Antiseren kreuz-neutralisisiert wird, die in Hühnern gegen den hinterlegten Stamm erzeugt werden.

2. Infektiöses Bronchitisvirus nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Virus attenuiert ist.

3. Attenuiertes infektiöses Bronchitisvirus nach Anspruch 2, das durch ausreichend häufiges Passagieren des infektiösen Bronchitisvirus in einer Kultur auf einem geeigneten Medium erhältlich ist, um seine Pathogenität zu reduzieren, dabei jedoch seine Immunogenität zu bewahren.

4. Attenuiertes infektiöses Bronchitisvirus nach Anspruch 3, das durch mindestens 30-maliges Passagieren des Virus erhältlich ist.

5. Attenuiertes Bronchitisvirus, das bei der Europäischen Sammlung von Tierzellkulturen, Porton Down, UK unter der Hinterlegungsnununer V93070611 hinterlegt ist.

6. Lebender infektiöser Bronchitisvirus-Impfstoff zur Verwendung beim Immunisieren von Geflügel, der von einem infektiösen Bronchitisvirus gemäss einem der Ansprüche 1 bis 5 stammt.

7. Inaktivierter infektiöser Bronchitisvirus-Impfstoff zur Verwendung beim Immunisieren von Geflügel, der von einem

infektiösen Bronchitisvirus gemäss einem der Ansprüche 1 bis 5 stammt.

8. Verfahren zur Herstellung eines lebenden infektiösen Bronchitisvirus-Impfstoffes, welches durch ausreichend häufiges Passagieren des infektiösen Bronchitisvirus-Stammes nach Anspruch 1 in einer Kultur auf einem geeigneten Medium umfasst, um seine Pathogenität zu reduzieren, dabei jedoch seine Immunogenität zu bewahren, Ernten des attenuierten Virus und Verarbeiten des geernteten Materials, um einen Impfstoff herzustellen.

9. Verfahren gemäss Anspruch 8, worin das infektiöse Bronchitisvirus mindestens 30-mal passagiert wird.

10. Verwendung des attenuierten infektiösen Bronchitisvirus- Stammes nach einem der Ansprüche 2 bis 5, zur Herstellung eines Impfstoffes zur Verwendung beim Impfen von Geflügel gegen infektiöses Bronchitis Virus.







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