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Dokumentenidentifikation DE19955543A1 23.05.2001
Titel Diebstahlwarnanlage für ein Kraftfahrzeug
Anmelder Volkswagen AG, 38440 Wolfsburg, DE
Erfinder Stock, Friedrich, 38442 Wolfsburg, DE;
Zawade, Torsten, 31228 Peine, DE;
Lübke, Andreas, 38442 Wolfsburg, DE
DE-Anmeldedatum 18.11.1999
DE-Aktenzeichen 19955543
Offenlegungstag 23.05.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.05.2001
IPC-Hauptklasse B60R 25/10
IPC-Nebenklasse B60R 11/02   
Zusammenfassung Der zunehmende Diebstahl von Bauteilen aus einem geparkten Kraftfahrzeug, wie zum Beispiel ein Autoradio, Airbag, Steuergeräte, Scheinwerfer und dergleichen, erfordert neue Maßnahmen zur Ermittlung und/oder Verhinderung derartiger Diebstähle. Es ist bekannt, den Ausbau eines Bauteils aus dem Kraftfahrzeug durch Sensoren zu ermitteln und daraufhin einen Alarm auszulösen.
Aufgabe ist es, den Aufwand für eine derartige Ermittlung oder Verhinderung eines Diebstahls eines Bauteils aus einem Kraftfahrzeug zu verringern.
Das Alarmsignal (S2) wird aus dem Ausfall eines ohnehin ständig oder regelmäßig in das Bauteil (3) fließenden Stroms abgeleitet, der an sich zur Anzeige des Betriebsausfalls eines Bauteils oder einer Bauteilfunktion dient.

Beschreibung[de]

Die Erfindung geht aus von einer Diebstahlwarnanlage für ein Kraftfahrzeug gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

In letzter Zeit werden in zunehmendem Maße elektrische Baugruppen aus einem geparkten Kraftfahrzeug entwendet, zum Beispiel eine komplette Scheinwerfereinheit, eine Antenne, ein Autoradio, ein Airbag oder dergleichen. Es besteht daher der Bedarf, einen unberechtigten Ausbau eines Bauteils aus dem Kraftfahrzeug möglichst schnell zu erkennen und daraufhin ein Alarmsignal auszulösen oder an eine mit dem Kraftfahrzeug kommunizierende Zentrale zu melden. Zu diesem Zweck sind somit Meßmittel notwendig, die den unberechtigten Ausbau eines Bauteiles möglichst schnell erkennen und eine entsprechende Maßnahme auslösen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Aufwand für eine derartige Erkennung des Ausbaus eines Bauteils zu verringern. Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 angegebene Erfindung gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

Bei der Erfindung wird also ein ohnehin in ein Bauteil fließender Strom, zum Beispiel ein Ruhestrom, ein Betriebsstrom oder ein spezieller Meßstrom, zur Erkennung der unberechtigten Entfernung eines Bauteils aus dem Kraftfahrzeug und zur Auslösung eines Alarmsignals oder einer sonstigen Maßnahme ausgenutzt. Derartige Ruheströme fließen zum Beispiel in einem Kraftfahrzeug auch im nichtbenutzten Zustand in bestimmte Baugruppen, wie zum Beispiel eine Uhr oder ein Motorsteuergerät zur Aufrechterhaltung von Betriebs- und Servicedaten, die über einen längeren Zeitraum in einem Speicher abgelegt und beim nächsten Kundendienst ausgewertet werden. Vorzugsweise wird für die Ableitung des Alarmsignals eine ohnehin in dem Kraftfahrzeug vorhandene Schaltung zur Überwachung der Betriebsfähigkeit des Bauteils ausgenutzt.

In manchen Fällen kann aus dem Ausfall oder der Verringerung eines in ein Bauteil fließenden Stromes nicht eindeutig erkannt werden, ob das Bauteil wegen eines Defektes keinen Strom mehr aufnimmt oder aus dem Kraftfahrzeug entwendet wurde. Deshalb erfolgt gemäß einer Ausführungsform der Erfindung eine gleichzeitige Überwachung mehrerer funktionell zusammenhängender Bauteile oder mehrerer Funktionen desselben Bauteils. Wenn zum Beispiel bei einem Scheinwerfer mit drei Funktionen, wie Standlicht, Fahrlicht und Fernlicht, der Ausfall aller drei Funktionen ermittelt wird, .ist es unwahrscheinlich, daß zufällig alle drei Systeme ausgefallen sind. Aus diesem gleichzeitigen Ausfall mehrerer Funktionen oder Systeme kann daher mit ausreichender Sicherheit auf eine Entfernung des gesamten Bauteils geschlossen und ein Alarm ausgelöst werden.

Für Bauteile, die an sich bei Nicht-Benutzung des Kraftfahrzeugs keinen Strom aufnehmen, wird gemäß einer Ausführungsform der Erfindung in regelmäßigen Zeitabständen durch Anlegen einer Spannung ein Meßstrom in das Bauteil eingespeist. Wenn dieser Strom von einem vorgegebenen Nennwert nennenswert abweicht, zum Beispiel vollständig ausfällt, kann dadurch auf den vorgenommenen Ausbau des Bauteils geschlossen und ein entsprechender Alarm ausgelöst werden. Zur Vereinfachung der Schaltung kann der Meßstrom auch durch mehrere, für den Meßstrom in Reihe geschaltete Bauteile fließen, so daß jedes Bauteil für sich bei seinem Ausbau den Meßstrom unterbricht. Dann kann zwar nicht erkannt werden, welches Bauteil aus dieser Reihenschaltung entwendet wurde. In vielen Fällen ist es jedoch ausreichend, nur zu erkennen, daß aus einer bekannten Gruppe von Bauteilen eines oder mehrere Bauteile entwendet wurden.

Das gewonnene Alarmsignal betätigt vorzugsweise eine auffällige optische oder akustische Anzeige, zum Beispiel ein einen Diebstahlversuch anzeigendes Hupsignal, eine Einschaltung der Warnblinkanlage oder dergleichen.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung kann das erzeugte Alarmsignal auch über eine Funkverbindung an eine mit dem Kraftfahrzeug ohnehin kommunizierende Zentrale gesendet werden. Die Zentrale, in der Daten über das Kraftfahrzeug gespeichert sind und die über ein Navigationssystem ständig Nachrichten über den Standort des Fahrzeuges empfängt, kann gegebenenfalls eine nahegelegene Polizeistation über den ermittelten Diebstahl oder Diebstahlversuch informieren.

Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:

Fig. 1 in Form eines vereinfachten Blockschaltbildes die grundsätzliche Wirkungsweise der Erfindung und

Fig. 2 eine entsprechende Abfrage über einen Datenbus.

Fig. 1 zeigt eine Tastatur 1 am Armaturenbrett eines Kraftfahrzeuges. Die Tastatur 1 enthält Bedientasten 2 zum Einstellen verschiedener Funktionen wie zum Beispiel der einzelnen Systeme eines Scheinwerfers 3, wie Standlicht, Fahrlicht und Fernlicht. Die Tastatur 1 enthält außerdem Anzeigeelemente 4, die anzeigen, wenn eine bestimmte Funktion ausgefallen, zum Beispiel wenn ein Glühfaden in einer Birne des Scheinwerfers 3 durchgebrannt ist. Durch Betätigen einer der Bedientasten 2 kann eine durch den Akku A symbolisch dargestellte Betriebsspannung an bestimmte Systeme des Scheinwerfers 3 angelegt werden. Die Tastatur 1 ist mit dem Scheinwerfer 3 über einen Kabelbaum 5 verbunden. In den Kabelbaum 5 ist eine Meßschaltung 6 eingefügt, die die über den Kabelbaum 5 fließenden Ströme für die einzelnen Funktionen des Scheinwerfers 3 mißt. Die Meßergebnisse werden über einen Kabelbaum 7 einer Auswertschaltung A1 zugeführt. Die Auswertschaltung A1 wertet die einzelnen, jeweils dem Scheinwerfer 3 zugeführten Ströme aus. Wenn einer dieser Ströme seinen Nennwert nennenswert unterschreitet oder gleich null wird, erzeugt die Auswertschaltung A1 ein Signal S1. Dieses Signal aktiviert ein Anzeigeelement 4, das einer bestimmten Funktion, zum Beispiel der Funktion "Fernlicht", des Scheinwerfers 3 zugeordnet ist. Dieses Anzeigeelement 4 zeigt somit an, daß diese Funktion ausgefallen ist und eine Glühbirne ersetzt werden muß. Die soweit beschriebene Schaltung ist bekannt.

Der Ausgang der Meßschaltung 6 ist über den Kabelbaum 7 zusätzlich mit einer zweiten Auswertschaltung A2 verbunden. Die Auswertschaltung A2 analysiert auch die Stromwerte der den einzelnen Funktionen zugeordneten Ströme, jedoch mit dem Zweck, daß Fehlen einer ganzen, aus dem Fahrzeug entfernbaren Baueinheit zu ermitteln. Die Auswertschaltung A2 detektiert zum Beispiel, daß die Ströme für alle drei Funktionen in dem Scheinwerfer 3 ausgefallen sind. Da es unwahrscheinlich ist, daß alle Glühbirnen in dem Scheinwerfer 3 gleichzeitig durchgebrannt sind, wird dieses als ein Indiz dafür gewertet, daß der gesamte Scheinwerfer 3 aus dem Fahrzeug entwendet worden ist. Die Auswertschaltung A2 erzeugt dadurch ein Alarmsignal S2. Das Alarmsignal S2 gelangt über einen Verstärker 8 auf einen Lautsprecher 9 und erzeugt ein für eine Diebstahlwarnanlage typisches Signal in der Form eines intermittierenden Huptons. Statt des Lautsprechers 9 kann auch eine optische Anzeige erfolgen, zum Beispiel durch Einschalten der Warnblinkanlage oder ständiges Blinken des Fernlichtes.

Die Meßschaltung 6 erfüllt also zwei Aufgaben, einmal die Anzeige einer defekten Funktion eines Bauteils, zum Beispiel einer durchgebrannten Glühbirne, und zum anderen die Anzeige, daß ein gesamtes Bauteil, zum Beispiel ein kompletter Scheinwerfer, unberechtigt aus dem Fahrzeug entfernt worden ist. Die technische Realisierung dieser Meßschaltung kann zum Beispiel durch Halbleiterschalter mit integrierter Stromsensierung erfolgen.

Fig. 2 zeigt eine Ausführung mit drei Steuergeräten 14, 15, 16, die über einen Datenbus 17, zum Beispiel einen sogenannten CAN-Bus, miteinander verbunden sind und über diesen Bus miteinander kommunizieren. Durch die Steuergeräte 14, 15, 16 erfolgt jeweils für die Bauteile eine Abfrage, ob das Bauteil noch vorhanden ist. Das Fehlen von Bauteilen (z. B. am Steuergerät 14) kann über den Datenbus 17 (z. B. CAN-Bus) an ein Steuergerät 16 gemeldet werden, welches die Auswertschaltung A2 und den Verstärker 8 beinhaltet und somit über den Lautsprecher 9 den Alarm signalisieren kann. Die Auswertschaltung A2, der Verstärker 8 und der Lautsprecher 9 müssen somit in einem Kraftfahrzeug nur einmal verbaut werden. Bezugszeichenliste 1 Tastatur

2 Bedientasten

3 Scheinwerfer

4 Anzeigeelemente

5 Kabelbaum

6 Meßschaltung

7 Kabelbaum

8 Verstärker

9 Lautsprecher

14 Steuergerät

15 Steuergerät

16 Steuergerät

17 Datenbus

A Akku

A1 Auswertschaltung

A2 Auswertschaltung

S1 Signal

S2 Alarmsignal


Anspruch[de]
  1. 1. Diebstahlwarnanlage für ein Kraftfahrzeug, bei der bei Entwendung eines Bauteils aus dem Kraftfahrzeug automatisch ein Alarmsignal (S2) ausgelöst wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Alarmsignal (S2) aus dem Ausfall eines ohnehin ständig oder regelmäßig in das Bauteil (3) fließenden Stroms abgeleitet ist.
  2. 2. Diebstahlwarnanlage für ein Kraftfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß für die Ableitung des Alarmsignals (S2) eine ohnehin in dem Kraftfahrzeug vorhandene Schaltung zur Überwachung der Betriebsfähigkeit des Bauteils (3) ausgenutzt ist.
  3. 3. Diebstahlwarnanlage für ein Kraftfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der gleichzeitige Ausfall mehrerer Bauteile oder mehrerer Teilfunktionen desselben Bauteils als Kriterium für die Auslösung des Alarmsignals (S2) dient.
  4. 4. Diebstahlwarnanlage für ein Kraftfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ständig oder in regelmäßigen Zeitabständen ein Meßstrom in das Bauteil (3) eingespeist wird und eine Abweichung des von dem Bauteil (3) aufgenommenen Stroms von einem Nennwert als Kriterium für die Auslösung des Alarmsignals (S2) dient.
  5. 5. Diebstahlwarnanlage für ein Kraftfahrzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Meßstrom durch mehrere in Reihe geschaltete Bauteile geführt ist.
  6. 6. Diebstahlwarnanlage für ein Kraftfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Alarmsignal (S2) zur Auslösung eines auffälligen optischen oder akustischen Signals (9) im Sinne einer Diebstahlwarnanlage dient.
  7. 7. Diebstahlwarnanlage für ein Kraftfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Alarmsignal (S2) über eine Funkverbindung an eine mit dem Kraftfahrzeug kommunizierende Zentrale gesendet wird.






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