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Dokumentenidentifikation DE10000509A1 12.07.2001
Titel Verfahren zum gleichzeitigen Einzug von Druckplatten beim automatischen oder halbautomatischen Druckplattenwechsel an Druckmaschinen
Anmelder Koenig & Bauer AG, 97080 Würzburg, DE
Erfinder Jentzsch, Arndt, Dipl.-Ing., 01640 Coswig, DE;
Singer, Stefan, Dipl.-Ing., 01445 Radebeul, DE
DE-Anmeldedatum 08.01.2000
DE-Aktenzeichen 10000509
Offenlegungstag 12.07.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.07.2001
IPC-Hauptklasse B41F 7/06
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum gleichzeitigen Einzug von Druckplatten beim automatischen oder halbautomatischen Druckplattenwechsel an Druckmaschinen.
Die Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zu entwickeln, bei dem auch bei der Betriebsart Schön- und Widerdruck ein Plattenwechsel an mindestens einem Schöndruckwerk zeitgleich zum Plattenwechsel an mindestens einem Widerdruckwert erfolgen kann.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass vor dem Druckplattenwechsel zum Herstellen der Synchronität von mindestens einem Schöndruckwerk (1) zu einem Widerdruckwerk (2) die Schöndruck-Lage der Druckwerke (1, 2) hergestellt wird, indem die Einrichtung (431) zur Format-Umstellung betätigt wird und so die als Schöndruckwerk betriebenen Druckwerke (1) und die als Widerdruckwerke betriebenen Druckwerke (2) mittels der Format-Umstellung (431) relativ zueinander verdreht werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum gleichzeitigen. Einzug von Druckplatten beim automatischen oder halbautomatischen Druckplattenwechsel an Druckmaschinen, wobei die Druckmaschine aus einzelnen, je einen Plattenzylinder zum Aufspannen flexibler Druckplatten aufweisenden Druckwerken mit gleichem Aufbau besteht, mindestens zwei dieser Druckwerke eine synchrone Phasenlage zueinander aufweisen und die Anordnung der Druckwerke so erfolgt, dass in die Folge der Druckwerke eine Wendeeinrichtung mit einer Einrichtung zur Format-Umstellung und zum Ändern der Betriebsart eingeordnet ist, so dass die nachfolgenden Druckwerke im Widerdruck betrieben werden können.

Aus der DE 40 32 442 C2 ist eine Druckmaschine bekannt, bei der eine derartige Bogen- Wendeinrichtung zwischen den Druckwerken angeordnet ist. Die Druckzylinder und die Übergabetrommeln dieser Druckmaschine stehen in einem Winkel zueinander, der eine gleiche Konstellation der Druckwerke zueinander bewirkt. Die Bogen-Wendeeinrichtung ist so gestaltet, dass beim Schöndruck diese Konstellation erhalten bleibt. Damit wird erreicht, dass die Kanäle der Plattenzylinder immer in der gleichen Stellung stehen, so dass der Plattenwechsel in der Betriebsart Schöndruck gleichzeitig durchgeführt werden kann.

Der gleichzeitige Wechsel der Druckplatten ist jedoch nur bei Schöndruck möglich. Bei Betriebsart-Wechsel, das heißt also beim Übergang vom Schöndruck zum Schön- und Widerdruck, muss die Konstellation der Schöndruckwerke gegenüber den Widerdruckwerken verändert werden. Der Grund dafür ist, dass dann der Bogen an dessen Hinterkante gegriffen wird und mit dieser voran dem folgenden Zylinder übergeben wird. Damit ist ein gleichzeitiger Wechsel an allen Druckwerken nicht mehr möglich.

Aus der DE 44 16 974 ist es bekannt, die Phasenwinkel zwischen den Druckwerken versetzt zueinander anzuordnen. Dabei wird unter der Phasenwinkel der Winkel zwischen den Druckwerken verstanden, um den die gleichen Druckereignisse, z. B. der Druckanfang, von Druckwerk zu Druckwerk versetzt eintreten. Es soll erreicht werden, dass gleiche Druckereignisse in wenigstens zwei Druckwerken zeitgleich ablaufen. Diese Konstellation wird bei halbtourig drehenden Druckzylinder und Übergabezylinder dadurch erreicht, dass der Winkel, den die gerade Verbindungslinie der Achsen der Druckzylinder und des sich anschließenden Übergabezylinders mit der Waagerechten einschließen, einem Achtel des Phasenwinkels entspricht.

Ein gleichzeitiger Plattenwechsel unter Ausnutzung dieser Konstellationen ist auch hier nicht möglich, da für die Betriebsart Schön- und Widerdruck die Phasenlage ebenfalls verloren geht.

Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren zu entwickeln, bei dem auch bei der Betriebsart Schön- und Widerdruck ein Plattenwechsel an mindestens einem Schöndruckwerk zeitgleich zum Plattenwechsel an mindestens einem Widerdruckwerk erfolgen kann.

Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des 1. Anspruchs gelöst.

Der Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung besteht darin, dass nunmehr unter Anwendung vorhandener Verstelleinrichtung mit wenigen Handgriffen die für den Schöndruck gegebene Synchronität der Druckwerke wieder hergestellt werden kann.

Die Erfindung soll nachfolgend näher erläutert werden. Das Ausführungsbeispiel wird an Hand einer Dreitrommel-Wendeeinrichtung beschrieben werden. Die dazugehörigen Figuren zeigen:

Fig. 1 Schematische Darstellung der Anordnung der Zylinder

Fig. 2 Draufsicht mit schematischer Darstellung der Antriebszahnräder

Wie aus den Figuren ersichtlich, besteht eine Bogenoffsetdruckmaschine zum Schön- und Widerdruck aus mindestens einem Schöndruckwerk 1 und aus mindestens einem Widerdruckwerk 2. Zwischen dem Schöndruckwerk 1 und dem Widerdruckwerk 2 ist eine Bogen- Wendeeinrichtung 4 angeordnet.

Sowohl das Schöndruckwerk 1 als auch das Widerdruckwerk 2 weisen Druckzylinder 13, 23 auf, denen Gummizylinder 12, 22 zugeordnet sind. Mit den Gummizylindern 12, 22 in Kontakt stehen Plattenzylinder 11, 21, die mit hier nicht dargestellten Druckplatten bestückt sind. Zwischen den Druckzylindern 13, 23 sind Übergabetrommeln 31, 32 angeordnet. Dabei haben die Druckzylinder 13, 23 und die Übergabetrommeln 31, 32 einen Durchmesser, der doppelt so groß wie der Durchmesser der Plattenzylinder 11, 21 bzw. der Gummizylinder 12, 22 ist.

Sowohl die Plattenzylinder 11, 21, die Gummizylinder 12, 22, die Druckzylinder 13, 23 als auch die Übergabetrommel 31, 32 des Widerdruckwerkes weisen Greiferkanäle mit Bogengreifereinrichtungen zum Erfassen und Übergeben der Druckbögen auf. Diese Greiferkanäle kann man in der Fig. 1 erkennen, sind aber dort nicht mit Bezugszeichen versehen. Dabei sind die beiden Greiferkanäle auf den doppeltgroßen Druckzylindern 13, 23 bzw. den Übergabetrommeln 31, 32 genau gegenüberliegende angeordnet.

Die Bogen-Wendeeinrichtung 4 besteht aus einer Übergabetrommel 41, einer Speichertrommel 42 und einer Wendetrommel 43. Diese Trommeln 41, 42, 43 weisen ebenfalls Greiferkanäle auf. Der Durchmesser der Speichertrommel 42 ist dabei doppelt so groß wie der Durchmesser der Übergabetrommel 41 und der Wendetrommel 43.

Wie in der Fig. 2 erkennbar, sind die Übergabetrommel 31 des Schöndruckwerkes, der Druckzylinder 13, die Übergabetrommel 41 der Bogen-Wendeeinrichtung und die Speichertrommel 42 über das Druckzylinderzahnrad 131, das Übergabetrommel-Zahnrad 411 und das Doppelzahnrad 431 miteinander verbunden. Das Doppelzahnrad 431 korrespondiert mit dem Druckzylinder-Zahnrad 231 als Bestandteil des Räderzuges der Widerdruckwerkes 2.

Die Lage der beiden Teile des Doppelzahnrades 431 zueinander ist veränderbar. Der Aufbau des Doppelzahnrades 431 und die Einrichtung zum Verstellen und Fixieren der beiden Teile des Doppelzahnrades 431 zueinander ist aus dem Stand der Technik bekannt und wird hier nicht näher beschrieben.

Zur Wirkungsweise der erfindungsgemäßen Vorrichtung:

Bei der im Ausführungsbeispiel dargestellten Druckmaschine ist, der Phasenwinkel, wie aus dem Stand der Technik bekannt, so gewählt, dass entweder jedes Druckwerk, jedes zweite Druckwerk, jedes dritte Druckwerke u. s. w. eine einheitliche Phasenlage aufweist.

Beim Drucken im Schöndruck, also ohne Wenden des Bogens innerhalb eines Bogendurchlaufs, wird nach erfolgter Beschichtung die Druckzylinder in eine Position gefahren, in der die Entnahme der abgedruckten Druckplatten möglich wird. Je nach der konstruktiv festgelegten Konstellation der Druckzylinder zueinander (siehe hierzu Winkel α in Fig. 2), also in Abhängigkeit Stellung des Druckzylinder 13, der Übergabetrommel 41, der Speichertrommel 42, der Wendetrommel 43 und des Druckzylinders 23 zueinander, kann der Plattenwechsel dann gleichzeitig an allen Druckwerken oder an jedem zweiten, jedem dritten Druckwerk u. s. w. erfolgen.

Nach der Entnahme der Druckplatten erfolgt das Zuführen der neuen Druckplatten. Die Stellung der Zylinder wird hierbei nicht verändert. Die Druckplatten werden gleichzeitig zugeführt und mit den bekannten Mitteln am Zylinderumfang der Plattenzylinder 11, 21 fixiert.

Das Verfahren zum automatischen oder halbautomatische Plattenwechsel ist bekannt. Daher wird auf dieses Verfahren, ebenso wie auf die begleitenden Arbeiten, wie Waschen der Gummizylinder 12, 22 o. ä., nicht näher eingegangen.

Soll die Druckmaschine von Schöndruck auf Schön- und Widerdruck umgestellt werden, dann werden die beiden Teile des Doppelzahnrad 431 zueinander verdreht. Die dazu erforderlicher Verstelleinrichtung ist aus dem Stand der Technik bekannt, so dass hier nicht darauf eingegangen wird. Mit dieser Verstellung wird der Räderzug des Schöndruckwerkes 1 (Druckzylinderzahnrad 131, Übergabetrommel-Zahnrad 411, Speichertrommel-Zahnrad 421) gegenüber dem Räderzug des Widerdruckwerkes 2 verstellt. Nach der Veränderung ist die Position der Zylinder so, dass entsprechend des zu verarbeitenden Druckbogen-Formates der nicht dargestellte Greifer der Wendetrommel 43 den Druckbogen an seiner Hinterkante erfassen und dem Druckzylinder 23 zuführen kann. Auch das ist aus dem Stand der Technik bekannt.

Mit diesen Vorgang verbunden ist eine Änderung des Phasenwinkels der Schöndruckwerke gegenüber den Widerdruckwerken. Nach Erledigung des Druckauftrages ist ein gleichzeitiger Plattenwechsel analog zum oben beschriebenen Schöndruck nicht mehr möglich bzw. nur noch dann möglich, wenn die Konstellation der Druckwerke im Widerdruck zufällig mit der Konstellation der Druckwerke im Schöndruck übereinstimmt.

Um einen gleichzeitigen Plattenwechsel analog zum Schöndruck möglich zu machen, wird erfindungsgemäß die Stellung der Teile des Doppelzahnrades 431 zueinander so wieder hergestellt, dass diese dem Schöndruck entspricht. Zur Erleichterung des Wiederfindens dieser Stellung, also zur Reproduktion der Schöndruck-Lage, werden konstruktiv Anschläge, Rasten o. ä. vorgesehen. Diese Maßnahmen sind jedem Konstrukteur geläufig, so dass hier nicht näher darauf eingegangen wird.

Der Plattenwechsel erfolgt nunmehr analog zum Schöndruck.

In oben beschriebenen Ausführungsbeispiel erfolgte die Beschreibung an Hand einer Drei- Trommel-Wendeeinrichtung. Es ist selbstverständlich auch möglich, das erfindungsgemäße Verfahren an einer Bogen-Wendeeinrichtung mit einer einzigen Übergabetrommel einzusetzen. Aufstellung der verwendeten Bezugszeichen 1 Schöndruckwerk

11 Plattenzylinder

12 Gummizylinder

13 Druckzylinder

131 Druckzylinder-Zahnrad

2 Widerdruckwerk

21 Plattenzylinder

22 Gummizylinder

23 Druckzylinder

231 Druckzylinder-Zahnrad

31 Übergabetrommel des Schöndruckwerkes

32 Übergabetrommel des Widerdruckwerkes

4 Wendeeinrichtung

41 Übergabetrommel

411 Übergabetrommel-Zahnrad

42 Speichertrommel

421 Speichertrommel-Zahnrad

43 Wendetrommel

431 Doppelzahnrad


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum gleichzeitigen Einzug von Druckplatten beim automatischen oder halbautomatischen Druckplattenwechsel an Druckmaschinen, wobei die Druckmaschine aus einzelnen, je einen Plattenzylinder (1121), zum Aufspannen flexibler Druckplatten aufweisenden Druckwerken (1, 2) mit gleichem Aufbau besteht, mindestens zwei dieser Druckwerke (1, 2) synchrone Phasenwinkel zueinander aufweisen und die Anordnung der Druckwerke (1, 2) so erfolgt, dass in die Folge der Druckwerke (1, 2) eine Wendeeinrichtung (4) mit einer Einrichtung (431) zur Format-Umstellung und zum Ändern der Betriebsart eingeordnet ist, so dass die nachfolgenden Druckwerke (2) im Widerdruck betrieben werden können, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Druckplattenwechsel zum Herstellen der Synchronität von mindestens einem Schöndruckwerk (1) zu einem Widerdruckwerk (2) die Schöndruck-Lage der Druckwerke (1, 2) hergestellt wird, indem die Einrichtung (431) zur Format-Umstellung betätigt wird und so die als Schöndruckwerk betriebenen Druckwerke (1) und die als Widerdruckwerke betriebenen Druckwerke (2) mittels der Format-Umstellung (431) relativ zueinander verdreht werden.
  2. 2. Verfahren zum gleichzeitigen Einzug von Druckplatten beim automatischen oder halbautomatischen Druckplattenwechsel an Druckmaschinen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Format-Umstellung (431) alle Schöndruckwerke (1) gegenüber den Widerdruckwerken (2) verdreht werden, bis deren Synchronität hergestellt ist.
  3. 3. Verfahren zum gleichzeitigen Einzug von Druckplatten beim automatischen oder halbautomatischen Druckplattenwechsel an Druckmaschinen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Format-Umstellung (431) konstruktive Mittel zur Reproduzierbarkeit der Schöndruck-Lage zugeordnet sind.






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