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Dokumentenidentifikation DE10000684A1 12.07.2001
Titel Regallager mit Entnahmevorrichtung
Anmelder Marquardt, Michael, 10623 Berlin, DE
Erfinder Marquardt, Michael, 10623 Berlin, DE
Vertreter Schneiders & Behrendt Rechts- und Patentanwälte, 44787 Bochum
DE-Anmeldedatum 10.01.2000
DE-Aktenzeichen 10000684
Offenlegungstag 12.07.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.07.2001
IPC-Hauptklasse B65G 1/02
IPC-Nebenklasse A47B 53/00   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Regallager, bestehend aus einer Vielzahl von neben- und übereinander angeordneten offenen Fächern zur Aufnahme von Stückgut (5, 6), wobei vor den Regalen eine verfahrbare, rechnergesteuerte Entnahmevorrichtung zur Entnahme und Kommissionierung des Stückgutes (5, 6) aus den Fächern des Regals angeordnet ist. Bei Regalen der eingangs erwähnten Art wurde bisher das Stückgut (5, 6) nicht unmittelbar in die Fächer eingelagert, sondern zuvor in Behälter gelegt, die in die Fächer gestellt wurden. Die Erfindung schlägt vor, daß jedes Fach des Regals mit einer rechnergesteuerten verschiebbaren Verschiebevorrichtung (8) versehen ist, durch die das unmittelbar auf dem V-förmigen Boden (4) des Faches aufliegende Stückgut (5, 6) in die Entnahmevorrichtung verschiebbar ist. Beim Regallager mit Entnahmevorrichtung gemäß der Erfindung entfallen in vorteilhafter Weise die in den Fächern angeordneten Schalen vollständig und die Arbeitsvorgänge bei der Entladung und Kommissionierung werden erheblich beschleunigt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Regallager mit Entnahmevorrichtung für Stückgut, insbesondere für die Lagerung und Kommissionierung von Arzneimittelpackungen, mit mindestens einem offenen Regal mit einer Vielzahl von neben und übereinander angeordneten Fächern zur Aufnahme des Stückgutes, wobei jedes Fach einen V-förmigen Boden aufweist und vor dem Regal eine verfahrbare, rechnergesteuerte Entnahmevorrichtung zur Entnahme und Kommissionierung des Stückgutes aus den Fächern des Regals angeordnet ist.

Derartige Regallager mit Entnahmevorrichtung werden in Apotheken für die Lagerung und Kommissionierung von Arzneimittelpackungen verwendet. Sie sind aber auch anderswo verwendbar, wo kleinteiliges Stückgut gelagert oder kommissioniert werden muß. Ein Regallager mit Entnahmevorrichtung der genannten Art ist beispielsweise aus der DE 43 43 631 A1 bekannt.

Bei dem vorbekannten Regallager mit Entnahmevorrichtung für Stückgut der eingangs genannten Art liegen die einzelnen Arzneimittelpackungen jeweils in Schalen, die ihrerseits einen V-förmigen Boden aufweisen, der mit dem V-förmigen Boden der Fächer des Regals derart zusammenwirkt, daß die Schalen in den Fächern exakt zentriert werden. Diese Selbstzentrierung erleichtert die rechnergesteuerte Entnahme der einzelnen Schalen mittels des Greifers der rechnergesteuerten Entnahmevorrichtung. In den Entnahmevorrichtung werden sodann die Arzneimittel der Schale entnommen. Die leere Schale wird anschließend - gegebenfalls mit neuen Arzneimittelpackungen gefüllt - in das System zurückgeführt.

Ein Nachteil des vorbekannten Regallagers mit Entnahmevorrichtung der genannten Art besteht darin, daß die Handhabung und Rückführung der Schalen die Entladung und Beladung der Regalfächer kompliziert und zeitaufwendig macht.

Es ist also Aufgabe der Erfindung, das Regallager mit Entnahmevorrichtung der eingangs genannten Art dahingehend weiterzubilden, daß insbesondere die Arbeitsvorgänge bei der Entladung und Kommissionierung erheblich beschleunigt werden.

Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung ausgehend von dem Regallager mit Entnahmevorrichtung der eingangs genannten Art vor, daß jedes Fach des Regallagers mit einer rechnergesteuerten Verschiebevorrichtung versehen ist, durch die das unmittelbar auf dem V-förmigen Boden des Faches aufliegende Stückgut entlang dem V-förmigen Boden in die Entnahmevorrichtung verschiebbar ist.

Beim Regallager mit Entnahmevorrichtung gemäß der Erfindung entfallen in vorteilhafter Weise die in den Fächern angeordneten Schalen vollständig. Statt dessen liegen die Arzneimittellpackungen unmittelbar auf dem V-förmigen Boden des jeweiligen Faches auf. Da die Arzneimittelpackungen in aller Regel quaderförmig oder zylindrisch sind, zentrieren sie sich automatisch in der tiefsten Stelle des V-förmigen Bodens. Das Entladen des Faches in die Entnahmevorrichtung erfolgt durch die in dem Fach angeordnete rechnergesteuerte Verschiebevorrichtung, die das unmittelbar auf dem V-förmigen Boden des Faches aufliegende Stückgut entlang dem V-förmigen Boden in die Entnahmevorrichtung schiebt. Der besondere Vorteil des Regallagers mit Entnahmevorrichtung gemäß der Erfindung liegt darin, daß die Arzneimittelpackungen von dem System unmittelbar gehandhabt werden können, ohne daß wesentliche Beeinträchtigungen durch die unterschiedliche Form und Größe der Packungen eine Rolle spielen.

Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, daß die Verschiebevorrichtung von einem unterhalb des Bodens des Faches angeordneten Linearantrieb angetrieben ist. Hierdurch wird erreicht, daß die Verschiebevorrichtung sicher jede auf dem Boden aufliegende Arzneimittelpackung erfassen kann, weitgehend unabhängig von deren Form und Größe.

Der Linearantrieb wird zweckmäßig von einem rechnergesteuerten Drehantrieb angetrieben. Derartige rechnergesteuerte Drehantriebe, insbesondere Schrittmotore, sind günstig in der Anschaffung und arbeiten außerordentlich präzise.

Zur Reduzierung der Anzahl der erforderlichen rechnergesteuerten Drehantriebe ist weiterhin vorgesehen, daß der rechnergesteuerte Drehantrieb für die Linearantriebe der einzelnen Fächer der verfahrbaren Entnahmevorrichtung zugeordnet ist und jeweils über eine lösbare Kupplung mit dem Linearantrieb verbindbar ist. Der rechnergesteuerte Drehantrieb ist also Bestandteil der verfahrbaren Entnahmevorrichtung. Dies ist möglich, weil dieser Drehantrieb jeweils nur dann benötigt wird, wenn die Entnahmevorrichtung vor ein bestimmtes Fach verfahren worden ist, dem Arzneimittelpackungen entnommen werden sollen.

Ein besonders einfacher Linearantrieb ergibt sich, wenn der Linearantrieb einen mit dem Schieber verbundenen umlaufenden Zahnriemen aufweist, der von einem mit dem Drehantrieb verbundenen Zahnritzel angetrieben wird.

Alternativ kann der Linearantrieb auch als Schraubspindelantrieb ausgebildet sein, dessen Schraubspindel von dem Drehantrieb angetrieben ist. Auch solche Schraubspindelantriebe können auf einfache Weise und billig hergestellt werden, so daß der für jedes Fach des Regals erforderliche bauliche Aufwand verhältnismäßig gering bleibt.

Weiterhin ist vorgesehen, daß die Entnahmevorrichtung einen der V-Form der Fachböden des Regals angepaßten V-förmigen Boden hat. Hierdurch erfahren die einzelnen Arzneimittelpackungen innerhalb der Entnahmevorrichtung die gleiche Führung, wie auf den Fachböden des Regals.

Schließlich ist vorgesehen, daß der Boden der Entnahmevorrichtung mit mindestens einem in Verschieberichtung des Stückgutes verlaufenden, rechnergesteuerten Förderband versehen ist. Dieses Förderband ist dazu da, die Arzneimittelpackungen im Bedarfsfall jeweils aus dem Grenzbereich zwischen der Entnahmevorrichtung und der Vorderseite des Regals herauszubewegen. Damit die Entnahmevorrichtung nach der erfolgten Entnahme in andere Positionen verfahren werden kann, ohne von überstehenden Arzneimittelpackungen behindert zu werden.

Dieses Förderband kann gegebenenfalls auch zum Aussortieren von nicht zur Kommission gehörenden Arzneimittelpackungen aus der Entnahmevorrichtung verwendet werden.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 Schematisch perspektivisch zwei Regale mit zwischenliegender Entnahmevorrichtung gemäß der Erfindung;

Fig. 2 Schematisch perspektivisch zwei nebeneinander angeordnete Regale Fachböden des Regals mit Schieber;

Fig. 3 Schematisch eine Stellenansicht von drei nebeneinander angeordneten Fachböden;

Fig. 4 Schematisch perspektivisch die Entnahmevorrichtung;

Fig. 5 Schematisch perspektivisch einen Linearantrieb mit umlaufenden Zahnriemen;

Fig. 6 Einen Linearantrieb mit Schraubspindelantrieb;

In Fig. 1 sind zwei Regale mit den Bezugszeichen 1 und 2 bezeichnet. Die Regale (1) und (2) sind jeweils mit Fächern (3) versehen, die in Reihen neben- und übereinander sind. Die Fächer (3) haben jeweils einen V-förmigen Boden (4) auf welchem die Arzneitmittelpackungen (5) (prismatisch) oder (6) (zylindrisch) unmittelbar aufliegen.

Zwischen den beiden Regalen (1) und (2) befindet sich eine rechnergesteuert verfahrbare Entnahmevorrichtung (7), die derart verfahrbar ist, daß sie exakt vor jedem Fach (3) positioniert werden kann, aus welchem Arzneimittelpackungen (5) oder (6) entnommen werden sollen.

Wie den Fig. 2 und 3 entnommen werden kann, ist jedes Fach (3) der Regale (1) und (2) mit einem rechnergesteuert verschiebbaren Schieber (8) versehen, durch den die auf dem V-förmigen Boden (4) aufliegende Arzneimittelpackung (5) bzw. (6) entlang dem V-förmigen Boden (4) aus dem Fach (3) ausgeschoben werden können. Und zwar in die vor dem jeweiligen Fach (3) befindliche Entnahmevorrichtung (7).

Der Schieber (8) wird von einem Linearantrieb (9) angetrieben, der unterhalb des Bodens (4) des Faches (3) angeordnet ist.

Dieser Linearantrieb (9) kann beispielsweise als Zahnriementrieb mit einem umlaufenden Zahnriemen (10) ausgebildet sein, an welchem der Schieber (8) befestigt ist. (vergl. Fig. 5). Alternativ kann der Linearantrieb (9) auch als Schraubspindelantrieb ausgebildet sein, dessen Schraubspindel mit dem Bezugszeichen (11) bezeichnet ist.

Die Linearantriebe (9) werden jeweils von einem rechnergesteuerten Drehantrieb (12) angetrieben, der in der Entnahmevorrichtung (7) angeordnet ist und über eine lösbare Kupplungsvorrichtung (13) mit dem Linearantrieb (9) des jeweils gegenüber der Entnahmevorrichtung (7) befindlichen Faches verbunden werden können.

Die Entnahmevorrichtung (7) (vergl. Fig. 6) weist ebenfalls einen V-förmigen Boden (14) auf, in den die Arzneimittelpackungen (5) bzw. (6) eingeschoben werden können. Um die Arzneimittelpackungen (5) bzw. (6) aus dem Grenzbereich zwischen der Entnahmevorrichtung (7) und der Vorderseite der Regale (1) bzw. (2) herausbewegen zu können, ist der Boden (14) der Entnahmevorrichtung (7) zusätzlich mit einem oder mehreren Förderbändern (15) versehen, mit welchem die Arzneimittelpackungen (5) bzw. (6) in das Innere der Entnahmevorrichtung (7) verschoben werden können. Diese rechnergesteuerten Förderbänder (15) werden auch dazu verwendet, die Arzneimittelpackungen wieder aus der Entnahmevorrichtung auszuschieben oder auszuwerfen.


Anspruch[de]
  1. 1. Regallager mit Entnahmevorrichtung für Stückgut, insbesondere für die Lagerung und Kommissionierung von Arzneimittelpackungen, mit mindestens einem offenen Regal mit einer Vielzahl von neben und übereinander angeordneten Fächern zur Aufnahme des Stückgutes, wobei jedes Fach einen V-förmigen Boden aufweist und vor dem Regal eine verfahrbare, rechnergesteuerte Entnahmevorrichtung zur Entnahme und Kommissionierung des Stückgutes aus den Fächern des Regals angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Fach (3) des Regals (1, 2) mit einer rechnergesteuerten verschiebbaren Verschiebevorrichtung (8) versehen ist, durch die das unmittelbar auf dem V-förmigen Boden (4) des Faches (3) aufliegende Stückgut (5, 6) entlang des V-förmigen Bodens (4) in die Entnahmevorrichtung (7) verschiebbar ist.
  2. 2. Regallager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschiebevorrichtung (8) von einem unterhalb des Bodens (4) des Faches (3) angeordneten Linearantrieb (9) angetrieben ist.
  3. 3. Regallager nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Linearantrieb von einem rechnergesteuerten Drehantrieb (12) angetrieben ist.
  4. 4. Regallager nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der rechnergesteuerte Drehantrieb (12) für den Linearantrieb (9) der einzelnen Fächer (3) der verfahrbaren Entnahmevorrichtung (7) zugeordnet ist und jeweils über eine lösbare Kuppelvorrichtung (13) mit dem Linearantrieb (9) verbindbar ist.
  5. 5. Regallager nach den Ansprüchen 1 und 2 oder einem der folgenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Linearantrieb (9) einen mit den Verschiebevorrichtungen (8) verbundenen umlaufenden Zahnriemen (10) aufweist, der von einem mit dem Drehantrieb (12) verbundenen Zahnritzel angetrieben ist.
  6. 6. Regallager nach den Ansprüchen 1 und 2 oder einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Linearantrieb (9) als Schraubspindelantrieb ausgebildet ist, dessen Schraubspindel (11) von dem Drehantrieb (12) angetrieben ist.
  7. 7. Regallager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Entnahmevorrichtung (7) einen der V-Form der Fachböden (4) des Regals (3) angepaßten V-förmigen Boden (14) hat.
  8. 8. Regallager nach den Ansprüchen 1 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Boden (14) der Entnahmevorrichtung (7) mit mindestens einem in Verschieberichtung des Stückgutes verlaufenden, rechnergesteuerten Förderband (15) versehen ist.






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