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Dokumentenidentifikation DE10002013A1 26.07.2001
Titel Vorrichtung zur Verschiebung und Positionierung einer Werkzeugmaschinenspindel
Anmelder Alfing Kessler Sondermaschinen GmbH, 73431 Aalen, DE
Erfinder Strobel, Johann-Ludwig, 73433 Aalen, DE
Vertreter HOFFMANN · EITLE, 81925 München
DE-Anmeldedatum 19.01.2000
DE-Aktenzeichen 10002013
Offenlegungstag 26.07.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.07.2001
IPC-Hauptklasse B23Q 1/44
IPC-Nebenklasse B23Q 1/70   B23Q 1/01   B23B 19/02   
IPC additional class // B25J 11/00  
Zusammenfassung Eine Vorrichtung zur Verschiebung und Positionierung einer Werkzeugmaschinenspindel umfasst einen in x-Richtung verschiebbaren ersten Schlitten, einen in x-Richtung verschiebbaren zweiten Schlitten, eine mit dem ersten Schlitten fest verbundene Lagereinrichtung, eine Schwinge, die an ihrem einen Ende in der xy-Ebene drehbar an der Lagereinrichtung gelagert ist, eine an dem freien Ende der Schwinge angebrachte Befestigungseinrichtung für die Werkzeugmaschinenspindel und eine Koppelstange, die jeweils gelenkig an dem zweiten Schlitten und an der Schwinge befestigt ist. Der zweite Schlitten ist dabei verschiebbar auf dem ersten Schlitten gelagert.

Beschreibung[de]
Gebiet der Erfindung

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Positionierung und Verschiebung einer Werkzeugmaschinenspindel zur präzisen Bearbeitung eines Werkstücks.

Zu einer Werkzeugmaschine gehört eine Verschiebe- und Positioniervorrichtung für die Werkzeugmaschinenspindel. Mit dieser wird das Werkzeug, das die Bearbeitung eines Werkstücks durchführt, in die entsprechenden, gewünschten Bearbeitungspositionen gebracht. Die Verschiebe- und Positioniervorrichtung stellt dabei die Verstellung des Werkzeugs sicher, wobei bei modernen Bearbeitungsmaschinen das Werkzeug in allen drei Raumrichtungen, x, y, z, verschoben wird und dort positioniert wird, wobei die Bearbeitungspositionen innerhalb eines Bearbeitungsgebiets liegen, so dass xmin ≤ x ≤ xmax, ymin ≤ y ≤ ymax, zmin ≤ z ≤ zmax.

Die Vorrichtung zur Verschiebung und Positionierung dient dazu, die Bewegung der an ihr befestigten Werkzeugspindel und das daran befestigte Werkzeug zu bewirken und somit das Werkzeug in diejenige Position zu bringen, an der eine Bearbeitung vorgenommen werden soll. Die Bewegung des Werkzeugs soll dabei als kontinuierlicher Vorgang geschehen. Eine Verschiebung und Positionierung des Werkzeugs ohne nennenswerte räumliche Einschränkung ist erforderlich, um komplexe Bearbeitungen durchzuführen. Die Vorrichtung dient ferner dazu, die Werkzeugmaschinenspindel sicher und ruhig an den eingestellten Positionen halten zu können bzw. das Werkzeug mit gleichmäßigem Vortrieb bewegen zu können, so dass eine Bearbeitung auch mit großen Vorschüben, was insgesamt zu einer raschen Bearbeitung führt, ermöglicht wird.

Stand der Technik

In der Technik sind verschiedene Vorrichtungen zur Verschiebung und Positionierung in einer Ebene oder in einem Raum für Werkzeugmaschinen bekannt. Die Mehrzahl der heute in der Industrie eingesetzten Werkzeugmaschinen sind serieller Struktur hinsichtlich der Verschiebung und Positionierung der Werkzeugmaschinenspindel. Die dabei vorhandenen Maschinenkinematiken sind gekennzeichnet durch kartesisch aufeinander aufbauende Bewegungsachsen. Durch diese Anordnung ist eine verhältnismäßig einfache Steuerung räumlicher Bewegungen der Werkzeugspindel möglich, da die Achsen voneinander unabhängig sind. Allerdings wirken sich Verformungsanteile der einzelnen beanspruchten Bauteile kumulativ auf den Bearbeitungspunkt aus. Ferner müssen, bedingt durch die serielle Achsanordnung, die einzelnen Achsen alle weiteren entlang der kinematischen Kette tragen und beschleunigen, wodurch eine Begrenzung der Bearbeitungsgeschwindigkeit vorgegeben wird.

Zur Vermeidung der obigen Nachteile wurden Werkzeugmaschinen zur mehrachsigen Bearbeitung von Werkstücken vorgeschlagen, die in einer xy-Ebene verstellbare Koppeln aufweisen, die gelenkig miteinander verbunden sind, wobei ein an einer Koppel angeordneter Werkzeugträger einen von der Bewegung in der xy-Ebene unabhängigen in Z-Richtung beweglichen Schlitten aufweist. Unter xy-Ebene wird hier und im Folgenden ein Schnitt durch das Bearbeitungsgebiet verstanden, wobei die Verstellung und Positionierung in diesen Schnittebenen durch die beschriebenen Vorrichtungen erfolgt.

Die europäische Patentanmeldung EP 0916446 A1 beschreibt eine Werkzeugmaschine zur dreiachsigen Bearbeitung von Werkstücken der beschriebenen Gattung. Bei der dort beschriebenen Vorrichtung sind mindestens zwei Koppeln an zwei Schlitten gelagert, die in gestellfesten Führungen mit Hilfe je eines Antriebs verstellbar sind. Die Führungen sind im wesentlichen zueinander parallel angeordnet und die Koppeln, betrachtet in der Projektion auf eine xy-Ebene, liegen zwischen den Führungen. An den in einer xy-Ebene verstellbaren Koppeln ist ein Werkzeugträger angeordnet, der einen in der von der xy- Ebene unabhängigen in z-Richtung beweglichen Schlitten aufweist.

In der deutschen Patentanmeldung DE 195 25 482 A1 ist eine Vorrichtung beschrieben, bei der zwei voneinander unabhängige Schlitten auf einer gemeinsamen Führungsschiene bewegt werden. Diese Schlitten sind über zwei Koppeln miteinander verbunden, wobei an dem Verbindungspunkt der Koppeln der Werkzeugträger sich befindet.

Nachteilig ist bei den beschriebenen Konstruktionen jedoch, dass sich das Werkstück zwischen den einzelnen Elementen der Vorrichtung zur Verschiebung und Positionierung befindet. Dadurch sind der Zugänglichkeit Grenzen gesetzt.

Aufgabe der Erfindung

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu schaffen, mit der ein Werkzeug vorzugsweise in einer Ebene beliebig bewegt werden kann, wobei ohne Beeinträchtigung der Stabilität die Zugänglichkeit zum Werkstück und zum Werkzeug gegenüber dem Stand der Technik verbessert ist.

Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung zur Verschiebung und Positionierung einer Werkzeugmaschinenspindel mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, zwei translatorisch beweglichen Schlitten, die sich in den aus dem Stand der Technik bekannten Vorrichtungen auf beiden Seiten des Werkstücks bzw. des Werkzeugträgers befinden, auf einer Seite des Bearbeitungsgebiets zusammenzufassen, so dass die Zugänglichkeit zum Werkstück nur von einer Seite begrenzt ist. Gleichzeitig soll die Positionierung des Werkzeugträgers durch Schlitten und damit verbundene Koppeln beibehalten werden. Gemäß den bekannten Vorrichtungen sind die Koppeln durch Schwingen und/oder Koppelstangen realisiert. Dieser robuste, mechanische Aufbau soll beibehalten werden, indem die Verbindung zum Werkzeugträger durch eine Schwinge, eine Lagereinrichtung und eine Koppelstange zum Bewegen der Schwinge gestaltet wird.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung ermöglicht es, eine kompakte Bauweise zu erreichen, wobei die gesamte Vorrichtung zur Verschiebung und Positionierung der Werkzeugmaschinenspindel auf einer Seite der Werkzeugmaschinenspindel angebracht ist. Dennoch bleibt die Bewegung in einer xy-Ebene im Rahmen eines vorher definierten Bearbeitungsgebiets uneingeschränkt möglich. Dadurch, dass die Schlitten nur translatorisch verschoben werden, ist eine verhältnismäßig einfache Ansteuerung und Positionierung möglich. Diese ist insbesondere der Fall, da der Schlitten, unabhängig vom ersten, eine Einstellung der y-Koordinate ermöglicht, indem er um eine bestimmte Länge auf dem ersten Schlitten in bezug auf seine Ruheposition darauf verschoben wird. Die Positionierung kann weiterhin, ebenfalls aufgrund der rein translatorischen Bewegung der Schlitten, mit der die Koppeln bewegt werden, sehr präzise erfolgen. Bei großen Bearbeitungsgeschwindigkeiten, also hohen Vorschüben, ist es gewährleistet, dass die Kräfte von der Vorrichtung aufgenommen werden, ohne große Verformungen hervorzurufen, die zu einer Positionierungenauigkeit der Werkzeugmaschinenspindel führen. Dies wird ebenfalls durch die translatorisch bewegbaren Schlitten, insbedsondere deren Dimensionierung, unterstützt.

Vorteilhafte Ausführungsformen sind durch die übrigen Ansprüche gekennzeichnet.

So ist nach einer bevorzugten Ausführungsform ein Lagerpunkt der Koppelstange, die den zweiten in X-Richtung verschiebbaren Schlitten mit der Schwinge verbindet, vorteilhafter Weise an einem dem freien Ende nahen Bereich der Schwinge gelagert. Die Lagerung in der Nähe des freien Endes bzw. an diesem erleichtert es, die Werkzeugmaschinenspindel genau zu positionieren, insbesondere in y-Richtung. Die Positionierung der Werkzeugmaschinenspindel in y-Richtung erfolgt, indem der zweite Schlitten auf dem ersten Schlitten translatorisch in x-Richtung bewegt wird. Aufgrund der drehbaren Lagerung der Schwinge an der Lagereinrichtung, die ihrerseits fest mit dem ersten Schlitten verbunden ist, wird durch die Bewegung des zweiten Schlittens die Koppelstange und mit ihr die Schwinge bewegt. Die Schwinge führt somit eine rotatorische Bewegung um die z-Achse aus. Befindet sich der Lagerpunkt der Koppelstange an der Schwinge möglichst entfernt vom Lagerpunkt der Schwinge an der Lagereinrichtung, so ist die rotatorische Bewegung in kleinen Einheiten gut steuerbar.

Bevorzugter Weise weist die Befestigungseinrichtung für die Werkzeugmaschinenspindel eine Bewegungseinrichtung für die Werkzeugmaschinenspindel in z-Richtung auf. Wird eine solche zusätzliche Bewegungseinrichtung in z-Richtung vorgesehen, die unabhängig von der Bewegung der Befestigungseinrichtung für die Werkzeugmaschinenspindel in der xy-Richtungsebene ist, so ist eine Bearbeitung des Werkstücks in allen drei Raumrichtungen möglich. Dadurch, dass die Bewegung in der dritten Raumrichtung unabhängig von der Bewegung in der xy- Ebene ist, ist eine verhältnismäßig einfache Steuerbarkeit gewährleistet.

Vorteilhafter Weise ist diese Bewegungseinrichtung für die Werkzeugmaschinenspindel in z-Richtung ein an der Schwinge angebrachtes Führungssystem und ein darauf verschiebbar gelagerter dritter Schlitten. Diese Anordnung ermöglicht eine Bewegung der Werzeugmaschinenspindel in z-Richtung unabhängig von der Bewegung in xy-Richtung und ist aufgrund des translatorischen Charakters einfach anzusteuern. Ferner zeichnet sich die Konstruktion, die ein Führungssystem und einen darauf translatorisch bewegbaren Schlitten umfasst, hinsichtlich ihrer Einfachheit, Robustheit und Präzision aus, da translatorische Bewegungen mit bekannten Steuerungen präzise ausführbar sind.

Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist die Werkzeugmaschinenspindel als Motorspindel ausgeführt. Durch einen unabhängigen Motor an der Werkzeugmaschinenspindel kann diese, und damit das an ihr befestigte Werkzeug, zur Rotation gebracht werden.

Vorteilhafterweise sind die Abmessungen des ersten Schlittens in x-Richtung größer ausgeführt als die Abmessungen der Schwinge, wenn sie sich in einer Position parallel zur x- Richtung befindet. Dies ermöglicht es, dass Drehkräfte, die auftreten, wenn ein Werkstück bearbeitet wird, durch den ersten Schlitten aufgenommen werden können, ohne dass eine Verkantung oder Deformation der Vorrichtung zu befürchten ist. Dies ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn die Werkzeugmaschinenspindel und das Werkzeug mit großen Vorschüben bei der Bearbeitung eines Werkstücks bewegt werden.

Vorzugsweise ist die Lagereinrichtung an einem Ende bezüglich der x-Richtung des ersten Schlittens vorgesehen und die Schwinge erstreckt sich in Richtung auf das gegenüberliegende Ende des ersten Schlittens. Durch diese Anordnung wird der Bearbeitungsraum bestmöglich ausgenützt, so dass Bearbeitungen auf einem verhältnismäßig großen Gebiet möglich sind. Ferner können verhältnismäßig lange Verschiebewege realisiert werden, wodurch wiederum die Präzision der Vorrichtung sichergestellt wird.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Nachfolgend wird die Erfindung rein beispielhaft anhand der beigefügten Figuren beschrieben, in denen

Fig. 1 eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Verschiebung und Positionierung einer Werkzeugmaschinenspindel ist, wobei sich das Werkzeug an einem linken unteren Punkt des Bearbeitungsgebiets befindet;

Fig. 2 eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Verschiebung und Positionierung einer Werkzeugmaschinenspindel ist, wobei sich die Werkzeugmaschinenspindel an einem rechten unteren Punkt des Bearbeitungsgebiets befindet;

Fig. 3 eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Verschiebung und Positionierung einer Werkzeugmaschinenspindel ist, wobei sich die Werkzeugmaschinenspindel an einem rechten oberen Punkt des Bearbeitungsgebiets befindet; und

Fig. 4 eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Werkzeugmaschinenspindel ist, wobei sich die Werkzeugmaschinenspindel an einem linken oberen Punkt des Bearbeitungsgebiets befindet.

Wege zur Ausführung der Erfindung

In Fig. 1 bis 4 ist jeweils eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung 10 zur Verschiebung und Positionierung einer Werkzeugmaschinenspindel dargestellt.

Die Vorrichtung 10 zur Verschiebung und Positionierung der Werkzeugmaschinenspindel 12 umfaßt einen ersten Schlitten 14, der translatorisch verschiebbar auf einer Führungsschiene 16gelagert ist. Die Führungsschiene 16 hat eine Länge, die es ermöglicht, dass mit der Werkzeugmaschinenspindel das gesamte, gewünschte Bearbeitungsgebiet 40 erreicht werden kann. Auf dem ersten Schlitten 14 ist eine Führungsschiene 18 für einen zweiten Schlitten 20 vorgesehen. Der zweite Schlitten 20 weist in x-Richtung (Links-Rechts-Richtung in der Zeichnung) deutlich kürzere Abmessungen auf als der erste Schlitten 14. Der erste Schlitten 14 und der zweite Schlitten 20 sind jeweils an ihrer Unterseite mit geeigneten Führungssystememn 16; 18 versehen. Die Ruhe- oder Ausgangsposition der Schlitten 14, 20 befindet sich an einem Rand der jeweiligen Gleitschienen, hier beispielsweise am linken Rand jeweils in der Zeichnung. Diese Ausgangsposition kann gleichzeitig die Referenzposition für die Steuerung sein.

An dem ersten Schlitten 14 ist ferner eine Lagereinrichtung 22 in Form eines Lagerbocks fest fixiert. Die Lagereinrichtung 22 ragt im wesentlichen in y-Richtung (Hoch- Tief-Richtung in der Zeichnung) über den ersten und zweiten Schlitten 14, 20 hinaus. An dem freien Ende des Lagerbocks 22 ist ein Drehgelenk vorgesehen, an dem eine Schwinge 24 drehbar um die z-Achse (Achse senkrecht zur Zeichenebene) gelagert ist. Die Schwinge weist ferner an ihrem freien Ende Führungsysteme 26, 28 auf, und damit den die Werkzeugmaschinenspindel tragenden Schlitten 30 bewegen. Die Führungsschienen 26 sind dabei so angeordnet, dass sie sich im wesentlichen parallel zur z-Richtung erstrecken.

An dem Schlitten zur Bewegung in z-Richtung 30 ist die Werkzeugmaschinenspindel, hier als Motorspindel 12 ausgeführt, angebracht.

Die Vorrichtung umfasst ferner eine Koppelstange 32. An ihrem ersten Ende ist die Koppelstange 32 gelenkig mit dem zweiten Schlitten 20 verbunden. Das andere Ende der Koppelstange ist, ebenfalls gelenkig, an der Schwinge 24 angebracht. Der Lagerpunkt der Koppelstange 32 an der Schwinge 24 befindet sich dabei in einem vorderen Bereich der Schwinge. Damit ist das Ende gemeint, an dem die Bewegungseinrichtung 26, 28 für den Schlitten 30 in z-Richtung angebracht ist. Die Lagerung der Koppelstange 32 an dem zweiten Schlitten 20 ist vorzugsweise, wie in den Figuren dargestellt, an dem der Bearbeitungsfläche abgewendeten Ende des zweiten Schlittens 20.

In den Fig. 1 bis 4 ist ferner ein Bearbeitungsgebiet 40 dargestellt. Das Bearbeitungsgebiet 40 ist im wesentlichen rechteckig und durch die Eckpunkte P1 bis P4 begrenzt. Selbstverständlich ist das Bearbeitungsgebiet im dargestellten Fall nicht eine Ebene, sondern erstreckt sich über bzw. unter dem dargestellten Schnitt 40 in z-Richtung, also senkrecht zur Zeichenebene, so dass der Bearbeitungsraum insgesamt im wesentlichen quaderförmig ist.

Anhand der Fig. 1 bis 4 wird nachfolgend die Positionierung der Werkzeugmaschinenspindel repräsentativ an vier Eckpunkten des Bearbeitungsgebiets beschrieben. Die Positionierung der Werkzeugmaschinenspindel in z-Richtung erfolgt unabhängig von der Positionierung in der xy-Ebene, vorzugsweise mit einem eigenen Antrieb. Selbstverständlich können auch Zwischenpositionen angesteuert werden, was allerdings nicht weiter ausgeführt wird.

In Fig. 1 ist eine Position der Werkzeugmaschinenspindel dargestellt, in der sich die Werkzeugmaschinenspindel am in der Zeichenebene linken unteren Rand des Bearbeitungsgebiets (P4) befindet. Wie in Fig. 1 dargestellt ist, wird dieser Punkt einzig durch eine Bewegung des ersten Schlittens 14 in eine mit X4 gekennzeichnete Position erreicht. Der zweite Schlitten 20 befindet sich in der Ausgangsposition, was bedeutet, dass er sich am linken Rand in der Zeichnung, also dem dem Bearbeitungsgebiet abgewendeten Rand des ersten Schlittens 14 befindet. Dadurch, dass der zweite Schlitten 20gegenüber dem ersten Schlitten 14 sich in der Ausgangsposition befindet, ist die Schwinge 24 nicht ausgelenkt und befindet sich in der mit der gezeigten Konfiguration maximal unteren Position. Die Koppelstange 32 schließt mit der x-Richtung in diesem Zustand einen Winkel α1 ein, der dem kleinsten Auslenkwinkel der Schwinge gegenüber der x-Achse entspricht.

In Fig. 2 ist die Bearbeitungsposition dargestellt, in der das in der Zeichnung rechte untere Ende des Bearbeitungsgebiets erreicht wird. Wie in der Fig. 1, ist zur Bearbeitung am Punkt P3 keine Verschiebung des zweiten Schlittens 20 gegenüber dem ersten Schlitten 14 erforderlich, da sich die Werkzeugmaschinenspindel am in y-Richtung geringsten Koordinatenpunkt des Bearbeitungsgebiets befindet. Insbesondere bedeutet dies, dass die Koppelstange 32 mit der x-Achse wiederum den Winkel α1 einschließt, der dem kleinstmöglichen Auslenkwinkel der Koppelstange gegenüber der x-Achse entspricht. Damit der rechte untere Punkt P3 des Bearbeitungsgebiets erreicht werden kann, ist der erste Schlitten 14 gegenüber seiner Ruheposition (linker Rand der Führungsschiene 16 in der Zeichnung) um eine Strecke X3 ausgelenkt. Die Strecke X3 ist dabei größer als die Auslenkung am Punkt X4, die zur Bearbeitung am Punkt P4 benötigt wird. Aus den Fig. 1 und 2 geht hervor, dass eine Verschiebung der Werkzeugmaschinenspindel in x-Richtung ausschließlich durch eine Verschiebung des ersten Schlittens 14 translatorisch auf der Führungsschiene 16 für den ersten Schlitten erreicht wird.

Fig. 3 und 4 zeigen die Position der Werkzeugmaschinenspindel an den oberen Bearbeitungspunkten P1 bzw. P2. Damit die y- Positionen erreicht werden können, ist der zweite Schlitten 20 bezüglich seiner Ruheposition auf dem ersten Schlitten 14 um die Strecke X10 verschoben. Aus Fig. 3 und 4 ist ersichtlich, dass zum Erzielen einer bestimmten y-Position eine bestimmte, zugehörige Verschiebung des zweiten Schlittens 20 auf dem ersten Schlitten 14 erforderlich ist. Diese Verschiebung ist unabhängig von der gewünschten x- Position. Es ist jedoch festzuhalten, dass die x-Verschiebung des ersten Schlittens 14 angepaßt werden muß an die y- Position. Insbesondere bedeutet dies, dass die Auslenkung X2 des ersten Schlittens 14 zur Bearbeitung am Punkt P2 größer sein muß als die Auslenkung X3 des ersten Schlittens 14 zur Bearbeitung am Punkt P3 (Fig. 2, 3). Entsprechendes gilt für die Bearbeitungspositionen zur Bearbeitung am Punkt P1 bzw. P4.

Der Auslenkwinkel α2 der Koppelstange 32 gegenüber der x- Achse ist bei der Bearbeitung an den Punkten P1 bzw. P2 selbstverständlich größer als bei einer Bearbeitung an den Punkte P3 bzw. P4.

Aus den Figuren wird deutlich, dass eine Lagerung der Koppelstange 32 an der Schwinge 24 an deren ihrem Drehpunkt abgewendeten Ende oder in der Nähe davon günstig ist, da eine großer Auslenkwinkel der Schwinge einen verhältnismäßig großen Verstellweg des zweiten Schlittens gegenüber dem ersten erfordert. Dadurch ist eine präzise Positionierung möglich. Allerdings sind dem dadurch Grenzen gesetzt, dass eine gewisse Stabilität und Steifigkeit des Systems gewährleistet sein muß, die mit zunehmender Länge der Koppelstange sinkt.

Der wesentliche Aspekt der erfindunsgemäßen Vorrichtung zur Verschiebung und Positionierung einer Werkzeugmaschinenspindel liegt darin, dass eine kompakte Bauweise der Anordnung möglich ist. Darüber hinaus ensteht nur eine geringe Beeinträchtigung der Zugänglichkeit zu dem Werkstück und zum Werkzeug, nämlich nur von einer Seite. Die Steuerung der Vorrichtung zur Verschiebung und Positionierung der Werkzeugmaschinenspindel ist zudem einfach, da es genügt, einfache, translatorische Bewegungen in x-Richtung bzw. eine davon unabhängige translatorische Bewegung in z-Richtung anzusteuern.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zur Verschiebung und Positionierung einer Werkzeugmaschinenspindel (12), umfassend

    einen in x-Richtung verschiebbaren ersten Schlitten (14);

    einen in x-Richtung verschiebbaren zweiten Schlitten (20);

    eine mit dem ersten Schlitten (14) fest verbundene Lagereinrichtung (22);

    eine Schwinge (24), die an ihrem einen Ende in der xy- Ebene drehbar an der Lagereinrichtung (22) gelagert ist; eine am freien Ende der Schwinge (24) angebrachte Befestigungseinrichtung (26, 28, 30) für die Werkzeugmaschinenspindel (12); und

    eine Koppelstange (32), die jeweils gelenkig an dem zweiten Schlitten (20) und an der Schwinge (24) befestigt ist;

    dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Schlitten (20) verschiebbar auf dem ersten Schlitten (14) gelagert ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Lagerpunkt der Koppelstange (32) an der Schwinge (24) sich in einem dem freien Ende der Schwinge (24) nahen Bereich befindet.
  3. 3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungseinrichtung (26, 28, 30) für die Werkzeugmaschinenspindel (12) eine Bewegungseinrichtung für die Werkzeugmaschinenspindel in z-Richtung umfasst.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegungseinrichtung (26, 38, 30) für die Werkzeugmaschinenspindel (12) eine an der Schwinge (24) angebrachte Führungsschiene (26) und einen in z-Richtung auf der Führungsschiene verschiebbaren dritten Schlitten (30) umfasst.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Werkzeugmaschinenspindel (12) eine Motorspindel ist.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abmessungen des ersten Schlittens (14) in x-Richtung größer sind als die Abmessungen der Schwinge (24) im vollständig in x- Richtung ausgeschwungenen Zustand.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagereinrichtung (22) an einem Ende bezüglich der x-Richtung des ersten Schlittens (14) vorgesehen ist und die Schwinge (24) in Richtung auf das gegenüberliegende Ende des ersten Schlittens (14) ausschwingbar ist.






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