PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE69519793T2 02.08.2001
EP-Veröffentlichungsnummer 0736806
Titel Bildelement zur Herstellung einer lithographischen Druckplatte
Anmelder Agfa-Gevaert N.V., Mortsel, BE
Erfinder Deprez, Lode, 2640 Mortsel, BE;
Kiekens, Eric, 2640 Mortsel, BE
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Aktenzeichen 69519793
Vertragsstaaten BE, DE, FR, GB, NL
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 07.04.1995
EP-Aktenzeichen 952008829
EP-Offenlegungsdatum 09.10.1996
EP date of grant 03.01.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.08.2001
IPC-Hauptklasse G03C 8/06
IPC-Nebenklasse G03F 7/07   G03F 7/105   

Beschreibung[de]
1. Technisches Gebiet der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft ein bilderzeugendes Element zur Herstellung einer lithografischen Druckplatte nach dem Silbersalz-Diffusionsübertragungsverfahren und insbesondere ein bilderzeugendes Material zur Herstellung von Druckplatten mit verbesserten lithografischen Druckeigenschaften wie einer verbesserten Farbanziehung.

2. Allgemeiner Stand der Technik

Die Prinzipien des Silberkomplex-Diffusionsübertragungs- Umkehrverfahrens, im nachfolgenden als DTR-Verfahren bezeichnet, werden z. B. in der US-P 2 352 014 und im Buch "Photographic Silver Halide Diffusion Processes" von André Rott und Edith Weyde - The Focal Press - London und New York, (1972), beschrieben.

Beim DTR-Verfahren wird das nicht entwickelte Silberhalogenid eines informationsmäßig belichteten fotografischen Silberhalogenid-Emulsionsschichtmaterials mittels eines sogenannten Silberhalogenid-Lösungsmittels in lösliche Silberkomplexverbindungen umgewandelt, die man dann in ein Bildempfangselement diffundieren läßt, wo sie mit einer Entwicklersubstanz, in der Regel in Gegenwart physikalischer Entwicklungskeime, reduziert werden, wobei ein Silberbild mit im Vergleich zu dem schwarzen Silberbild, das in den belichteten Bereichen des fotografischen Materials erhalten wurde, umgekehrten Bilddichtewerten ("DTR-Bild") erzeugt wird.

Ein Material, das ein DTR-Bild trägt, kann als Flachdruckplatte, in der die DTR-Silberbildbereiche die wasserabweisenden farbaufnehmenden Bereiche auf einem wasseraufnehmenden farbabstoßenden Untergrund bilden, benutzt werden. Typische lithografische Druckplatten sind zum Beispiel in den EP-A 423 399 und EP-A 410 500 beschrieben.

Die Erzeugung des DTR-Bildes kann in der Bildempfangsschicht eines Blatt- oder Bahnmaterials, das bezüglich des fotografischen Silberhalogenid-Emulsionsschichtmaterials ein separates Element darstellt (ein sogenanntes DTR-Doppelblattelement) erfolgen, oder in der Bildempfangsschicht eines sogenannten Einzelträgerelements, das ebenfalls als Einblattelement bezeichnet wird und das mindestens eine fotografische Silberhalogenid-Emulsionsschicht enthält, die mit einer Bildempfangsschicht, die dazu in wasserdurchlässiger Beziehung steht, eine Einheit bildet. Diese letztere Einblattvariante wird für die Herstellung von Offsetdruckplatten nach dem DTR-Verfahren bevorzugt.

Was andere Druckplatten betrifft, so müssen die nach dem DTR-Verfahren erhaltenen Druckplatten eine hohe Auflagenfestigkeit, eine gute Farbaufnahme in den druckenden Bereichen und keine Farbaufnahme in den nicht-druckenden Bereichen (keine Fleckenbildung) aufweisen. Des weiteren ist es insbesondere bei niedrigen Auflagen wünschenswert, daß die Anzahl der Abdrucke, die infolge unzulänglicher Farbaufnahme in den Druckbereichen und/oder Farbaufnahme in den nicht-druckenden Bereichen während der Anlaufstufe des Druckvorgangs verworfen werden müssen, beschränkt wird.

Bei der Herstellung dieser Druckplatten schließt an die Belichtung und Entwicklung des bilderzeugenden Elements meist eine Neutralisierungsstufe an. Diese Stufe ist sehr wichtig für die Anzahl der Abdrucke, die infolge schwacher Farbanziehung in den Druckbereichen während der Anlaufstufe des Druckvorgangs zu verwerfen sind. Bei zu hohem pH der Neutralisierflüssigkeit (d. h. mehr als 8) wird die erhaltene Druckplatte eine (sehr) schwache Farbanziehung aufweisen. Es ist demnach sehr wichtig, die Neutralisierflüssigkeit rechtzeitig zu erneuern, um den pH der Neutralisierflüssigkeit genügend niedrig zu halten.

Dies ist insbesondere wichtig für in einem Plattenautomaten hergestellte Druckplatten. Bei einem Plattenautomaten handelt es sich um einen integrierten Apparat, in dem die Belichtung und Entwicklung des strahlungsempfindlichen Materials in einem einzelnen Apparat erfolgen und zum Steuern der Neutralisierflüssigkeit der Gesamtvorgang der Plattenherstellung unterbrochen werden muß. Weiterhin werden die in solch einem Plattenautomaten hergestellten Druckplatten in vielen Fällen einige Tage nach ihrer Herstellung zum Drucken eingesetzt, während die Herstellung neuer Druckplatten im Plattenautomaten weitergeht. Ergibt sich dann, daß die Farbanziehung einer Druckplatte infolge einer erschöpften Neutralisierflüssigkeit schwach ist, so werden ebenfalls die in der Zwischenzeit hergestellten Druckplatten eine schwache Farbanziehung aufweisen, wodurch für all diese Platten eine zusätzliche Verarbeitung mit einem Starter benötigt wird, um Druckplatten mit guter Farbanziehung zu erhalten. Diese Maßnahme ist ein ökologisch nicht interessanter, zeitraubender und also kostspieliger Vorgang, der sogar nicht für großformatige Druckplatten möglich ist.

In der JP-A 06-301216 wird ein Verfahren zum Nachweisen des Erschöpfungsgrads einer Verarbeitungslösung für eine lithografische Druckplatte beschrieben, wobei ein Säure/Base-Indikator in die Lösung eingearbeitet wird. Mit dieser Lösung sind jedoch wichtige Nachteile verbunden. Zur visuellen Beobachtung der Flüssigkeit muß ja der Plattenautomat eingestellt werden, was in Einbuße an Produktionskapazität resultiert und in vielen Fällen infolge Verfärbung der Neutralisierlösung und der Anwesenheit von Schlamm in der Lösung nahezu unmöglich ist.

3. Zusammenfassung der vorliegenden Erfindung

Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein bilderzeugendes Element zum Nachweisen des Erschöpfungsgrads einer Neutralisierflüssigkeit, die bei der Herstellung einer lithografischen Druckplatte aus einem strahlungsempfindlichen Material nach dem DTR-Verfahren eingesetzt wird.

Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung einer lithografischen Druckplatte nach dem DTR-Verfahren mit guten Druckeigenschaften, d. h. einer guten Farbanziehung in den Druckbereichen, keiner Farbanziehung in den nicht-druckenden Bereichen und einer niedrigen Anzahl von Abdrucken, die infolge unzulänglicher Farbaufnahme in den Druckbereichen und/oder Farbaufnahme in den nicht-druckenden Bereichen während der Anlaufstufe des Druckvorgangs verworfen werden müssen.

Weitere Gegenstände der vorliegenden Erfindung werden aus der nachstehenden Beschreibung ersichtlich.

Die vorliegende Erfindung verschafft ein bilderzeugendes Element, das auf einer Seite eines Trägers eine strahlungsempfindliche Silberhalogenid-Emulsionsschicht und eine physikalische Entwicklungskeime enthaltende Bildempfangsschicht in wasserdurchlässiger Beziehung zur Emulsionsschicht und auf der anderen Trägerseite wenigstens eine Rückschicht mit Gelatine und einem Farbstoff und/oder einem Farbstoffvorläufer enthält, dadurch gekennzeichnet, daß der Farbstoff oder Farbstoffvorläufer derartig ist, daß nach einer 20sekündigen Verarbeitung des bilderzeugenden Elements in einer alkalischen Lösung mit einem pH von 10,9 bei einer Temperatur von 30ºC die Rückschicht nach einer 20sekündigen Verarbeitung in einer Neutralisierlösung mit einem pH von 7,5 bei einer Temperatur von 20ºC ein Reflexionsspektrum aufweist, das visuell zum Reflexionsspektrum unterschiedlich ist, das nach einer 20sekündigen Verarbeitung in einer Neutralisierlösung mit einem pH von 8,5 bei einer Temperatur von 200 erhalten ist.

Die vorliegende Erfindung verschafft ein Verfahren zur Herstellung einer lithografischen Druckplatte nach dem Silbersalz-Diffusionsübertragungsverfahren, das folgende Stufen umfaßt:

- die bildmäßige Belichtung eines obenbeschriebenen bilderzeugenden Elements,

- die Entwicklung des bilderzeugenden Elements mittels einer alkalischen Verarbeitungslösung in Gegenwart einer oder mehrerer Entwicklersubstanzen und eines oder mehrerer Silberhalogenid- Lösungsmittel, und

- die Verarbeitung des so erhaltenen entwickelten bilderzeugenden Elements mit einer Neutralisierlösung mit einem pH bei 20ºC zwischen 5 und 8.

4. Detaillierte Beschreibung der Erfindung

Man hat gefunden, daß durch Einsatz eines obenbeschriebenen bilderzeugenden Elements ein sehr einfaches Verfahren zum Nachweisen des Erschöpfungsgrads einer Neutralisierflüssigkeit, die bei der Herstellung einer lithografischen Druckplatte aus einem strahlungsempfindlichen Material nach dem DTR-Verfahren eingesetzt wird, verschafft wird. Es gibt tatsächlich einen visuellen Unterschied im Reflexionsspektrum zwischen einer Druckplatte, die durch Neutralisierung eines belichteten und entwickelten bilderzeugenden Elements in einer Neutralisierflüssigkeit mit einem pH von höchstens 7,5 erhalten ist (diese Neutralisierflüssigkeit ist noch immer wirksam), und einer Druckplatte, die durch Neutralisierung eines belichteten und entwickelten bilderzeugenden Elements in einer Neutralisierflüssigkeit mit einem pH von wenigstens 8,5 (erschöpfte Neutralisierflüssigkeit) erhalten ist.

Man kann sich problemlos ein System vorstellen, bei dem der letzte Teil eines solchen Plattenautomaten einen Aufsichtsdensitometer umfaßt, der das Reflexionsspektrum einer verarbeiteten Druckplatte mißt und ein Signal gibt, wenn das Reflexionsspektrum der verarbeiteten Druckplatte nicht mehr dem vorgegebenen, bei Verarbeitung in einer Neutralisierflüssigkeit mit einem pH von 7,5 ermittelten Reflexionsspektrum entspricht.

Ein visueller Unterschied in den Reflexionsspektren heißt eine Verschiebung um wenigstens 20 nm in der Wellenlänge der Mindest- und Höchstwerte der Reflexionsspektren oder eine Steigung oder Abnahme um wenigstens 10%, besonders bevorzugt wenigstens 20% des Absorptionskoeffizienten bei der Wellenlänge der Mindest- und Höchstwerte der Reflexionsspektren im Bereich zwischen 400 und 700 nm.

Die alkalische Lösung ist vorzugsweise eine wäßrige Lösung mit 10,6 g/l Natriumcarbonat, 8,4 g/l Natriumwasserstoffcarbonat und 60 ml/l 2-Aminoethylaminoethanol. Die Lösung kann weiterhin beliebige andere Ingredienzien enthalten, die wie nachstehend beschrieben wahlweise in einer Aktivatorlösung enthalten sind.

Die Lösung soll keinen Farbstoff oder Farbstoffvorläufer enthalten.

Die Neutralisierlösung mit einem pH von 7,5 bei 20ºC enthält 10 g/l Triethanolamin, 40 g/l NaH&sub2;PO&sub4; · H&sub2;O und Natriumhydroxid, um den erwünschten pH zu erhalten. Die Neutralisierlösung mit einem von 8,5 bei 20ºC enthält 10 g/l Triethanolamin, 40 g/l NaH&sub2;PO&sub4; · H&sub2;O und Natriumhydroxid, um den erwünschten pH zu erhalten.

Zwar ist die Menge Farbstoff oder Farbstoffvorläufer in der Rückschicht u. a. abhängig von der Struktur des Farbstoffes oder Farbstoffvorläufers, jedoch liegt sie vorzugsweise zwischen 5 und 1.000 mg/m², besonders bevorzugt zwischen 10 und 500 mg/m², ganz besonders bevorzugt zwischen 15 und 300 mg/m².

Als erfindungsgemäß geeignete Farbstoffe kommen z. B. Oxazine, Monomethinpyrazolonoxonole und p-Aminotriphenylmethane in Frage. Ein Beispiel für solche Farbstoffe ist ein Farbstoff entsprechend der folgenden Formel:

Farbstoff 1

Das erfindungsgemäße bilderzeugende Element enthält im wesentlichen auf einer Seite eines Trägers eine strahlungsempfindliche Silberhalogenid-Emulsionsschicht und eine physikalische Entwicklungskeime enthaltende Bildempfangsschicht in wasserdurchlässiger Beziehung zur Emulsionsschicht und auf der anderen Trägerseite wenigstens eine Rückschicht mit Gelatine und einem Farbstoff oder einem Farbstoffvorläufer.

In wasserdurchlässigem Kontakt miteinander stehende Schichten sind Schichten, die aneinander grenzen oder nur durch eine oder mehrere wasserdurchlässige Schichten voneinander getrennt sind. Bei der Wahl der wasserdurchlässigen Schicht wird darauf Rücksicht genommen, daß sie die Diffusion von Wasser oder von in einer wäßrigen Lösung enthaltenen Verbindungen, z. B. Entwicklern oder komplexierten Silberionen, nicht weitgehend hemmt oder beschränkt.

Erfindungsgemäß nutzbare Träger können lichtundurchlässig oder lichtdurchlässig sein, wobei es sich z. B. um einen Träger aus Papier oder Harz handeln kann. Bei Verwendung eines Trägers aus Papier ist ein auf einer oder beiden Seiten mit einem α-Olefinpolymeren beschichteter Träger bevorzugt, z. B. eine gegebenenfalls einen Lichthofschutzfarbstoff oder ein Lichthofschutzpigment enthaltende Polyethylenschicht. Es ist ebenfalls möglich, einen Träger aus organischem Harz wie z. B. eine Cellulosenitratfolie, eine Celluloseacetatfolie, eine Polyvinylacetalfolie, eine Polystyrolfolie, eine Polyethylenterephthalatfolie, eine Polycarbonatfolie, eine Polyvinylchloridfolie oder Folien aus Poly-α-olefinen wie eine Polyethylenfolie oder Polypropylenfolie zu benutzen. Solch eine Folie aus organischem Harz ist vorzugsweise 0,07 bis 0,35 mm stark. Diese Träger aus organischem Harz sind vorzugsweise mit einer hydrophilen Haftschicht, die wasserunlösliche Teilchen wie Kieselerde oder Titandioxid enthalten kann, überzogen.

Die Herstellung der fotografischen Silberhalogenidemulsionen kann aus löslichen Silbersalzen und löslichen Halogeniden nach verschiedenen Verfahren erfolgen, wie z. B. von P. Glafkidés in "Chimie et Physique Photographiques", Paul Montel, Paris (1967), von G. F. Duffin in "Photographic Emulsion Chemistry", The Focal Press, London (1966), und von V. L. Zelikman et al. in "Making and Coating Photographic Emulsion", The Focal Press, London (1966), beschrieben.

Die erfindungsgemäße(n) Emulsion(en) besteht (bestehen) vorzugsweise hauptsächlich oder völlig aus Silberchlorid mit einem eventuellen Bruchteil an Silberbromid im Bereich von 1 mol-% bis 40 mol-%. Bei einem Silberbromid-Bruchteil von 5% oder mehr gehört die Emulsion vorzugsweise zu dem den Fachleuten allgemein bekannten Kern/Hüllentyp, dies heißt, daß wesentlich die Gesamtmenge Bromid im Kern konzentriert ist. Dieser Kern enthält vorzugsweise 10 bis 40% der Gesamtmenge gefällten Silberhalogenids, während die Hülle vorzugsweise aus 60 bis 90% der Gesamtmenge gefällten Silberhalogenids besteht.

Die mittlere Teilchengröße der Silberhalogenidkörner kann variieren zwischen 0,10 und 0,70 um, vorzugsweise zwischen 0,25 und 0,45 um.

Vorzugsweise werden während der Fällungsstufe iridium- und/oder rhodiumhaltige Verbindungen oder eine Mischung aus beiden Verbindungen zugegeben. Das Verhältnis dieser zugegebenen Verbindungen variiert zwischen 10&supmin;&sup8; und 10&supmin;³ Mol pro Mol AgNO&sub3;, vorzugsweise zwischen 0,5 · 10&supmin;&sup7; und 10&supmin;&sup5; Mol pro Mol AgNO&sub3;.

Die Emulsionen können z. B. durch Zugabe schwefelhaltiger Verbindungen, wie z. B. Allylisothiocyanat, Allylthioharnstoff und Natriumthiosulfat, während der, chemischen Reifungsstufe chemisch sensibilisiert werden. Reduktionsmittel, z. B. die in den BE-A 493 464 und 568 687 beschriebenen Zinnverbindungen, und Polyamine wie Diethylentriamin oder Derivate von Aminomethansulfonsäure können ebenfalls als chemische Sensibilisierungsmittel eingesetzt werden. Als weitere chemische Sensibilisierungsmittel sind Edelmetalle und Edelmetallverbindungen wie Gold, Platin, Palladium, Iridium, Ruthen und Rhodium geeignet. Dieses chemische Sensibilisierungsverfahren wird in dem Artikel von R. KOSLOWSKY, Z. Wiss. Photogr. Photophys. Photochem. 46, 65-72 (1951), beschrieben.

Außer negativarbeitenden Silberhalogenidemulsionen, die aufgrund ihrer hohen Lichtempfindlichkeit bevorzugt werden, können auch ein Positivsilberbild in der (den) Emulsionsschicht(en) und ein Negativbild auf der Bildempfangsschicht erzeugende Direktpositiv-Silberhalogenidemulsionen benutzt werden.

Geeignete Direktpositiv-Silberhalogenidemulsionen zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung sind vorverschleierte Silberhalogenidemulsionen oder hauptsächlich ein Innenlatentbild erzeugende Silberhalogenidemulsionen.

Erfindungsgemäß nutzbare Silberhalogenidemulsionen der Art mit latentem Innenbild sind z. B. in den US-A 2 592 250, 3 206 313, 3 271 157, 3 447 927, 3 511 662, 3 737 313, 3 761 276, GB-A 1 027 146 und in der JP-Veröffentlichung Nr. 34 213/77 beschrieben. Trotzdem beschränken sich die erfindungsgemäß verwendeten Silberhalogenidemulsionen nicht auf die in diesen Schriften erwähnten Silberhalogenidemulsionen.

Der andere Typ erfindungsgemäß nutzbarer, vorverschleierter Direktpositiv-Silberhalogenidemulsionen kann durch Gesamtbelichtung einer Silberhalogenidemulsion mit Licht und/oder durch chemische Verschleierung einer Silberhalogenidemulsion hergestellt werden. Die Herstellung von chemischen Schleierkeimen kann nach verschiedenen chemischen Sensibilisierungsverfahren erfolgen.

Chemische Verschleierung kann durch Reduktion oder mittels einer Verbindung, die elektropositiver als Silber ist, z. B. Goldsalze, Platinsalze und Iridiumsalze oder eine Kombination beider erfolgen. Reduktionsverschleierung der Silberhalogenidkörner kann bei Silberhalogenidfällungs- oder Silberhalogenidnachreifungsbedingungen mit hohem pH und/oder niedrigem pAg erfolgen, wie z. B. von Wood in J. Phot. Sci. 1 (1953), 163 beschrieben, oder durch Verarbeitung mit Reduktionsmitteln, z. B. Zinn(II)-salzen wie Zinn(II)-chlorid, Zinnkomplexen und Zinnchelaten des in der GB-P 1 209 050 beschriebenen (Poly)amino(poly)carbonsäure-Typs, Formaldehyd, Hydrazin, Hydroxylamin, Schwefelverbindungen, z. B. Thioharnstoffdioxid, Phosphoniumsalzen, z. B. Tetra(hydroxymethyl)-phosphoniumchlorid, Polyaminen, z. B. Diethylentriamin, Bis(p-aminoethyl)-sulfid und dessen wasserlöslichen Salzen, Hydrazin-Derivaten, Alkaliarsenit, Aminboran oder deren Mischungen.

Erfolgt die Verschleierung der Silberhalogenidkörner mittels eines Reduktionsmittels, z. B. Thioharnstoffdioxid, und einer Verbindung eines Metalls, das elektropositiver als Silber ist, insbesondere einer Goldverbindung, so wird zunächst vorzugsweise das Reduktionsmittel und danach die Goldverbindung benutzt. Allerdings können beide Verbindungen ebenfalls in umgekehrter Reihenfolge oder gleichzeitig benutzt werden.

Außer den obenbeschriebenen chemischen Verschleierungsverfahren kann die chemische Verschleierung ebenfalls mit den eingangs genannten Schleiermitteln in Kombination mit einem schwefelhaltigen Sensibilisator, z. B. Natriumthiosulfat, oder einer Thiocyansäureverbindung, z. B. Kaliumthiocyanat, erfolgen.

Die Emulsionen des DTR-Elements können je nach der Spektralemission der Belichtungsquelle, für die das DTR-Element entworfen ist, spektral sensibilisiert werden.

Als Sensibilisierungsfarbstoffe für den sichtbaren Spektralbereich kommen Methinfarbstoffe wie die von F. M. Hamer in "The Cyanine Dyes and Related Compounds", 1964, John Wiley & Sons, beschriebenen in Frage. Zu den für diesen Zweck einsetzbaren Farbstoffen zählen Cyaninfarbstoffe, Merocyaninfarbstoffe, Cyaninkomplexfarbstoffe, Merocyaninkomplexfarbstoffe, homöopolare Cyaninfarbstoffe, Hemicyaninfarbstoffe, Styrylfarbstoffe und Hemioxonolfarbstoffe. Zu den Cyaninfarbstoffen, Merocyaninfarbstoffen und Merocyaninkomplexfarbstoffen gehörende Farbstoffe sind besonders wertvoll.

Im Falle einer herkömmlichen Lichtquelle, wie z. B. Wolframlicht, wird ein Sensibilisierungsfarbstoff für den grünen Bereich benötigt. Bei Belichtung mit einem Argon-Ionenlaser wird ein Sensibilisierungsfarbstoff für den blauen Bereich einverleibt. Bei Belichtung mit einer Rotlichtquelle, wie zum Beispiel einer LED-Diode oder einem He-Ne-Laser, wird ein Sensibilisierungsfarbstoff für den roten Bereich verwendet. Bei Belichtung mit einem Halbleiterlaser werden besondere, für das nahe Infrarot geeignete spektralsensibilisierende Farbstoffe benötigt. In Frage kommende Sensibilisierungsfarbstoffe für den Infrarotbereich sind u. a. aus den US-PS'en 2 095 854, 2 095 856, 2 955 939, 3 482 978, 3 552 974, 3 573 921, 3 582 344, 3 623 881 und 3 695 888 bekannt.

Erfindungsgemäß bevorzugte Sensibilisierungsfarbstoffe für den blauen, grünen, roten und Infrarotbereich sind in der EP-A 554 585 beschrieben.

Zum Verbessern der Empfindlichkeit im roten Bereich oder im nahen Infrarotbereich können sogenannte Supersensibilisatoren in Kombination mit Rot- oder Infrarotsensibilisierungsfarbstoffen benutzt werden. Geeignete Supersensibilisatoren sind dem Aufsatz 28952 in Research Disclosure, Band 289, Mai 1988, zu entnehmen. Die Spektralsensibilisatoren können den fotografischen Emulsionen in Form einer wäßrigen Lösung, einer Lösung in einem organischen Lösungsmittel oder in Form einer Dispersion zugesetzt werden.

Die Silberhalogenidemulsionen können die üblichen Stabilisatoren enthalten. Als Emulsionsstabilisatoren kommen Azaindene, vorzugsweise Tetra- oder Pentaazaindene, insbesondere die mit Hydroxyl- oder Aminogruppen substituierten, in Frage. Derartige Verbindungen werden von BIRR in Z. Wiss. Photogr. Photophys. Photochem. 47, 2-27 (1952), beschrieben. Als weitere geeignete Stabilisatoren sind u. a. heterocyclische Mercaptoverbindungen zu nennen, z. B. Phenylmercaptotetrazol, quaternäre Benzthiazol- Derivate und Benztriazol. Bevorzugte Verbindungen sind mercaptosubstituierte Pyrimidin-Derivate, wie in der US-P 3 692 527 beschrieben.

Die Silberhalogenidemulsionen können pH-steuernde Ingredienzien enthalten. Vorzugsweise wird die Emulsionsschicht bei einem in der Nähe des isoelektrischen Punkts der Gelatine liegenden pH-Wert aufgetragen, um die Stabilitätseigenschaften der aufgetragenen Schicht zu verbessern. Weitere Ingredienzien wie Antischleiermittel, Entwicklungsbeschleuniger, Netzmittel und Härter für Gelatine können ebenfalls in den Emulsionen enthalten sein. Die Silberhalogenid-Emulsionsschicht kann Schirmfarbstoffe enthalten, durch die das Streulicht absorbiert und dadurch die Bildschärfe erhöht wird. Geeignete lichtabsorbierende Farbstoffe werden u. a. in den US-P 4 092 168, US-P 4 311 787 und DE-P 24 53 217 beschrieben.

Genauere Angaben über Zusammensetzung, Herstellung und Auftrag von Silberhalogenidemulsionen sind z. B. dem Product Licensing Index, Band 92, Dezember 1971, Aufsatz 9232, S. 107-109, zu entnehmen.

Die physikalische Entwicklungskeime enthaltende Schicht kann zwar frei von hydrophilem Bindemittel sein, enthält jedoch vorzugsweise zur Verbesserung der Hydrophilie der Oberfläche geringe Mengen von z. B. bis zu 80 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht dieser Schicht, eines hydrophilen Kolloids wie z. B. Polyvinylalkohol.

Als Entwicklungskeime zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung werden Sulfide von Schwermetallen, wie z. B. Antimon-, Wismut-, Cadmium-, Cobalt-, Blei-, Nickel-, Palladium-, Platin-, Silber- und Zinksulfide bevorzugt. Erfindungsgemäß besonders geeignete Entwicklungskeime sind Palladiumsulfidkeime. Als weitere geeignete Entwicklungskeime sind Schwermetallsalze wie z. B. Selenide, Polyselenide, Polysulfide, Mercaptane und Zinn(II)-halogenide zu nennen. Schwermetalle, vorzugsweise Silber, Gold, Platin, Palladium und Quecksilber, können in kolloidaler Form eingesetzt werden.

Zwischen dem Träger und der Silberhalogenid-Emulsionsschicht ist vorzugsweise eine Grundierschicht eingefügt, die vorzugsweise einen Lichthofschutzstoff enthält, wie z. B. lichtabsorbierende Farbstoffe, die das für die bildmäßige Belichtung des bilderzeugenden Elements benutzte Licht absorbieren. Als Alternative kann als Lichthofschutzsubstanz feinverteilter Gasruß benutzt werden. Andererseits können zur Steigerung der Empfindlichkeit lichtreflektierende Pigmente wie z. B. Titandioxid in der Grundierschicht enthalten sein. Weiterhin kann diese Schicht Härter, Mattiermittel, wie z. B. Kieselerdeteilchen, und Netzmittel enthalten. Geeignete Mattiermittel weisen vorzugsweise einen mittleren Durchmesser zwischen 2 und 10 um und besonders bevorzugt zwischen 2 um und 5 um auf. Die Mattiermittel werden in der Regel in einer Gesamtmenge zwischen 0,1 g/m² und 2,5 g/m² im bilderzeugenden Element benutzt. Zumindest ein Teil dieser Mattiermittel und/oder Lichtreflexionspigmente kann ebenfalls in der Silberhalogenid- Emulsionsschicht und/oder der Deckschicht vorliegen. Als weitere Alternative können die lichtreflektierenden Pigmente in einer separaten, zwischen der Lichthofschutzschicht und der lichtempfindlichen Silberhalogenid-Erüulsionsschicht angeordneten Schicht vorliegen. Vorzugsweise wird die Grundierschicht wie die Emulsionsschicht bei einem in der Nähe des isoelektrischen Punkts der Gelatine in der Grundierschicht liegenden pH-Wert aufgetragen.

In einem erfindungsgemäßen bilderzeugenden Element ist an der lichtunempfindlichen Seite des Trägers eine Rückschicht angebracht. Diese Schicht, die als Rollschutzschicht dienen kann, kann u. a. Mattiermittel, wie z. B. Kieselerdeteilchen, Gleitmittel, Antistatika, lichtabsorbierende Farbstoffe, Trübungsmittel, z. B. Titandioxid, und die üblichen Ingredienzien wie Härter und Netzmittel enthalten. Die Rückschicht kann als eine einzelne Schicht oder aber als Doppelschichtverband aufgetragen werden. Wird als Rückschicht ein Doppelschichtverband angebracht, so kann die Gelatine und einen Farbstoff und/oder einen Farbstoffvorläufer enthaltende Schicht irgendwelche dieser zwei Schichten des Verbands sein, ist jedoch vorzugsweise die Außenschicht des Verbands.

Die hydrophilen Schichten enthalten in der Regel Gelatine als hydrophiles Kolloidbindemittel. Zum Anpassen der rheologischen Eigenschaften der Schicht können Mischungen aus unterschiedlichen Gelatinen mit unterschiedlichen Viskositätswerten benutzt werden. Wie bei der Emulsionsschicht erfolgt der Auftrag der anderen hydrophilen Schichten vorzugsweise bei einem in der Nähe des isoelektrischen Punkts der Gelatine liegenden pH-Wert. Anstelle von oder zusammen mit Gelatine kann man aber ein oder mehrere natürliche und/oder synthetische hydrophile Kolloide verwenden, z. B. Albumin, Casein, Zein, Polyvinylalkohol, Alginsäuren oder deren Salze, Cellulose-Derivate wie Carboxymethylcellulose und modifizierte Gelatine wie zum Beispiel Phthaloylgelatine.

Das Härten der hydrophilen Schichten des fotografischen Elements, insbesondere bei Verwendung von Gelatine als Bindemittel, kann mit geeigneten Härtern erfolgen, wie solchen des Vinylsulfon-Typs, z. B. Methylenbis(sulfonylethylen), Aldehyden, wie z. B. Formaldehyd, Glyoxal und Glutaraldehyd, N-Methylolverbindungen, wie z. B. Dimethylolharnstoff und Methyloldimethylhydantoin, aktiven Halogenverbindungen, wie z. B. 2,4-Dichlor-6- hydroxy-s-triazin, Triacrylformal und Mucohalogensäuren, wie z. B. Mucochlorsäure und Mucophenoxychlorsäure. Diese Härter können allein oder kombiniert eingesetzt werden. Die Bindemittel können ebenfalls mit Schnellhärtern wie Carbamoylpyridiniumsalzen der in der US 4 063 952 beschriebenen Art gehärtet werden.

Vorzugsweise werden als Härter solche des Aldehyd-Typs verwendet. Die Härter können in einem weiten Konzentrationsbereich eingesetzt werden, kommen jedoch vorzugsweise in einer Menge von 4% bis 7%, bezogen auf das hydrophile Kolloid, zum Einsatz. In den verschiedenen Schichten des bilderzeugenden Elements können unterschiedliche Mengen Härter verwendet werden oder das Härten einer Schicht kann durch Diffusion eines Härters aus einer anderen Schicht angepaßt werden.

Weiterhin können im erfindungsgemäß benutzten bilderzeugenden Element verschiedene Arten oberflächenaktiver Mittel (Tenside) in der fotografischen Emulsionsschicht oder in wenigstens einer anderen hydrophilen Kolloidschicht enthalten sein. Beispiele für geeignete Tenside sind z. B. in der EP 545452 beschrieben. Vorzugsweise werden Verbindungen mit perfluorierten Alkylgruppen verwendet.

Das erfindungsgemäße fotografische Material kann weiterhin verschiedene andere Zusatzmittel wie z. B. Verbindungen zur Verbesserung der Maßhaltigkeit des fotografischen Elements, UV-Absorptionsmittel, Abstandshalter und Weichmacher enthalten.

Als Zusatzmittel zur Verbesserung der Maßhaltigkeit des fotografischen Elements kommen z. B. Dispersionen eines wasserlöslichen oder schwerlöslichen, synthetischen Polymeren, wie z. B. Polymere von Alkyl(meth)acrylaten, Alkoxy(meth)acrylaten, Glycidyl(meth)acrylaten, (Meth)acrylamiden, Vinylestern, Acrylnitrilen, Olefinen und Styrolen, oder Copolymere der obengenannten Monomeren mit Acrylsäuren, Methacrylsäuren, α,β-ungesättigten Dicarbonsäuren, Hydroxyalkyl(meth)acrylaten, Sulfoalkyl(meth)acrylaten und Styrolsulfonsäuren in Frage.

Das erfindungsgemäße obenbeschriebene bilderzeugende DTR- Einblattelement wird in einem je nach seiner spezifischen Anwendung ausgewählten Apparat belichtet, z. B. in einer herkömmlichen Reprokamera mit einer herkömmlichen Lichtquelle oder einer Kurzzeitbelichtungsquelle hoher Intensität wie z. B. einer Laservorrichtung. Anschließend wird das bebilderte Element in Gegenwart einer oder mehrerer Entwicklersubstanzen und eines oder mehrerer Silberhalogenid-Lösungsmittel mit einer alkalischen Verarbeitungsflüssigkeit entwickelt.

Erfindungsgemäß nutzbare Silberhalogenidentwickler sind vorzugsweise des p-Dihydroxybenzol-Typs, z. B. Hydrochinon, Methylhydrochinon oder Chlorhydrochinon, vorzugsweise in Kombination mit einem Hilfsentwickler des 1-Phenyl-3- pyrazolidinon-Typs und/oder p-Monomethylaminophenol. Besonders nutzbare Hilfsentwickler sind solche des Phenidon-Typs wie z. B. 1-Phenyl-3-pyrazolidinon, 1-Phenyl-4-monomethyl-3-pyrazolidinon, und 1-Phenyl-4,4-dimethyl-3-pyrazolidinon. Andere Entwickler kommen aber ebenfalls in Frage. Die Entwicklersubstanzen können in einer alkalischen Verarbeitungsflüssigkeit enthalten sein, sind jedoch vorzugsweise in einer oder mehreren Schichten des fotografischen Elements eingebettet. Im letzteren Fall dient die alkalische Verarbeitungsflüssigkeit lediglich als alkalische Aktivierflüssigkeit.

Der pH-Wert der alkalischen Verarbeitungsflüssigkeit liegt vorzugsweise zwischen 9 und 14, besonders bevorzugt zwischen 10 und 14. Der pH-Wert läßt sich mit Hilfe einer organischen oder anorganischen alkalischen Substanz einstellen. Beispiele für geeignete alkalische Substanzen sind z. B. Natriumhydroxid, Carbonate, Phosphate, Alkanolamine oder deren Gemische.

Die alkalische Verarbeitungsflüssigkeit enthält vorzugsweise ebenfalls ein Konservierungsmittel mit antioxidierender Wirkung, wie z. B. Sulfitionen. Weiterhin können ein Verdickungsmittel, Antischleiermittel, wie z. B. ein Benztriazol, mit dem bekanntlich die Auflagenfestigkeit verbessert wird, Calciumkomplexbildner, Silberschlammschutzmittel, Entwicklungsbeschleuniger und Härter, einschließlich latenter Härter, in der alkalischen Verarbeitungsflüssigkeit enthalten sein.

Erfindungsgemäß nutzbare Silberkomplexbildner, ebenfalls als Silberhalogenid-Lösungsmittel bezeichnet, sind z. B. Thiosulfat oder Thiocyanat in einer Menge zwischen 5 g und 50 g pro Liter. Weitere interessante Silberhalogenid-Komplexbildner sind z. B. Sulfit, Amine, 2-Mercaptobenzoesäure, cyclische Imidverbindungen wie z. B. Uracil, 5,5-Dialkylhydantoine, Alkylsulfone und Oxazolidone.

Als weitere erfindungsgemäß nutzbare Silberhalogenid- Lösungsmittel kommen Alkanolamine in Frage. Die Alkanolamine können in einer vorzugsweise zwischen 0,1 Gew.-% und 5 Gew.-% eingestellten Konzentration in der alkalischen Verarbeitungsflüssigkeit benutzt werden. Das Alkanolamin kann jedoch teilweise oder vollständig in einer oder mehreren Schichten des bilderzeugenden Elements vorhanden sein.

Noch weitere zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung bevorzugte Silberhalogenid-Lösungsmittel sind Thioether, vorzugsweise Di- oder Polythioether, wie sie z. B. in den US-P-4 960 683 und EP-A 554 585 beschrieben werden.

Noch weitere geeignete Silberhalogenid-Lösungsmittel sind mesoionische Verbindungen, vorzugsweise 1,2,4-Triazolium-3- thiolate, wie z. B. in der EP-A 554 585 beschrieben.

Kombinationen von unterschiedlichen Silberhalogenid- Lösungsmitteln kommen ebenfalls in Frage und es ist ebenfalls möglich, wenigstens ein Silberhalogenid-Lösungsmittel einer geeigneten Schicht des bilderzeugenden Elements und wenigstens ein anderes Silberhalogenid-Lösungsmittel der Entwicklerlösung oder Aktivatorlösung einzuverleiben. Vorzugsweise werden sie in die alkalische Verarbeitungsflüssigkeit eingebettet.

Nach der Entwicklungsstufe folgt eine Neutralisierung der Oberfläche des bebilderten Elements, das zu diesem Zweck durch eine Neutralisierflüssigkeit mit einem pH zwischen 4 und 8 geführt wird. Der pH-Wert einer frischen Neutralisierlösung liegt vorzugsweise zwischen 5 und 7. Die Neutralisierflüssigkeit enthält vorzugsweise einen Puffer, z. B. einen Phosphatpuffer, einen Citratpuffer, ein Amin oder eine Mischung derselben. Die Neutralisierlösung kann weiterhin Bakterizide, z. B. Phenol, Thymol oder 5-Brom-5-nitro-1,3-dioxan, wie in der EP 0 150 517 beschrieben, und Netzmittel wie z. B. Saponine oder Pluronic® usw. enthalten. Die Flüssigkeit kann weiterhin Substanzen, z. B. Kieselsäure, enthalten, die das nach der Verarbeitung des DTR-Elements erhaltene Hydrophob-hydrophil-Gleichgewicht der Druckplatte beeinflussen. Schließlich kann die Neutralisierlösung Netzmittel, vorzugsweise Verbindungen mit Perfluoralkylgruppen, enthalten.

Zum Verbessern der Differenzierung zwischen dem hydrophoben Silberbild und dem hydrophilen Hintergrund enthalten die alkalische Verarbeitungsflüssigkeit und/oder die Neutralisierflüssigkeit vorzugsweise ein oder mehrere Hydrophobierungsmittel. In der Regel enthalten diese Verbindungen eine Mercaptogruppe oder Thiolatgruppe und einen oder mehrere hydrophobe Substituenten, z. B. die in den US-P 3 776 728 und US-P 4 563 410 beschriebenen. Bevorzugte Hydrophobierungsmittel sind 2-Mercapto-1,3,4-thiadiazole wie in den DE-A 12 28 927 und US-P 4 563 410 beschrieben, 2-Mercapto-5-alkyl-1,3,4-oxadiazole, 3-Mercapto-5-alkyl-1,2,4-triazole und langkettige (wenigstens 5 Kohlenstoffatome enthaltende) alkylsubstituierte Mercaptotetrazole. Besonders bevorzugte Verbindungen sind 2-Mercapto- 5-n-heptyl-1,3,4-oxadiazol und 3-Mercapto-4-acetamido-5-n- heptylalkyl-1,2,4-triazole.

So wird eine lithografische Druckplatte erhalten.

Die vorliegende Erfindung wird jetzt anhand des folgenden Beispiels veranschaulicht, ohne sie jedoch darauf zu beschränken. Alle Teile bedeuten Gewichtsteile, wenn nichts anders vermerkt ist.

BEISPIEL Herstellung der Gießlösung der Silberhalogenidemulsion

Die Herstellung einer Silberchloridiodidemulsion erfolgt durch Doppeleinlauf von 99,7 mol-% Chlorid und 0,3 mol-% Iodid. Die mittlere Teilchengröße der Silberhalogenidkörner beträgt 0,38 um (Durchmesser einer Sphäre mit gleichem Volumen) und die Emulsion enthält Rhodiumionen als Innendotierstoff. Die Emulsion wird orthochromatisch sensibilisiert und mit 1-Phenyl-5- mercaptotetrazol stabilisiert.

Eine Grundierschichtgießlösung mit den nachstehenden Bestandteilen wird hergestellt:

Gelatine 5,5%

Gasruß 0,76%

Kieselerdeteilchen (5 um) 1,6%

Herstellung des bilderzeugenden Elements I

Die Emulsionsgießlösung und die Grundierschichtgießlösung werden gleichzeitig nach der Kaskadengießtechnik auf einen mit einem Verband von zwei Rückschichten überzogenen Polyethylenterephthalatträger vergossen, wobei der Grundierschichtguß direkt auf die Seite des Trägers, die der die Rückschichten enthaltenden Seite gegenüberliegt, vergossen wird. Die Emulsionsschicht wird so aufgetragen, daß pro m² 1,5 g als AgNO&sub3; ausgedrücktes Silberhalogenid und 1,5 g Gelatine enthalten sind. Die Emulsionsschicht enthält weiterhin 0,15 g/m² 1-Phenyl-4,4'- dimethyl-3-pyrazolidon und 0,25 g/m² Hydrochinon. Die Grundierschicht wird in einem Gelatineverhältnis von 3 g/m² aufgetragen.

Die an den Träger des Rückschichtenverbands grenzende Schicht enthält 0,3 g/m² Gelatine und 0,5 g/m² des Copolymeren aus Tetraallyloxyethan, Methacrylat und Acrylsäure-K-Salz als Antistatikmittel. Die zweite Rückschicht enthält 4 g/m² Gelatine, 0,15 g/m² eines aus durchsichtigen kugelförmigen polymeren Perlen mit einem mittleren Durchmesser von 3 um bestehenden Mattiermittels nach EP-A 080 225, 0,05 g/m² des Härters Triacrylformal, 0,030 g/m² Farbstoff 1 und 0,021 g/m² des Netzmittels F&sub1;&sub5;C&sub7;-COONH&sub4;.

Das so erhaltene Element wird getrocknet und anschließend 5 Tage bei einer Temperatur von 40ºC aufbewahrt. Danach überzieht man die Emulsionsschicht mit einer Schicht, die PdS als physikalische Entwicklungskeime, Hydrochinon in einem Verhältnis von 0,4 g/m² und Formaldehyd in einem Verhältnis von 100 mg/m² enthält.

Das so erhaltene Element wird getrocknet und erneut 5 Tage bei einer Temperatur von 40ºC aufbewahrt.

Die folgenden Verarbeitungslösungen werden hergestellt:

Aktivator

Natriumcarbonat (g) 10,6

Natriumwasserstoffcarbonat 8,4

Natriumsulfitanh. (g) 35

1-Methyl-4-allyl-1,2,4-triazolium- 3-thiolat (mg) 1.000

2-Aminoethylaminoethanol (ml) 60

3-Mercapto-4-acetamido-5-n.heptyl- 1,2,4-triazol (mg) 150

Wasser zum Auffüllen auf 1 l

pH 10,9

Neutralisierlösungen K L

Feuchtwasser

Wasser 880 ml

Zitronensäure 6 g

Borsäure 8,4 g

Natriumsulfatanh. 25 g

Ethylenglycol 100 g

kolloidale Kieselerde 28 g

Zwei bilderzeugende Elemente I werden bildmäßig belichtet, 20 s bei 30ºC mit dem obenbeschriebenen Aktivator verarbeitet, anschließend 20 s bei 20ºC mit einer der Neutralisierlösungen K oder L neutralisiert und getrocknet.

Die erhaltenen Druckplatten weisen einen visuell deutlichen Unterschied auf. Die erste Druckplatte hat eine Absorption bei 460 nm von 0,35, während die zweite Druckplatte eine Absorption bei 460 nm von 0,40 aufweist.

Die so hergestellten Druckplatten werden in dieselbe Offsetdruckpresse (AB Dick 9860) eingespannt und unter identischen Bedingungen zum Drucken eingesetzt. Man verwendet das obenerwähnte Feuchtwasser in einem Verhältnis von 5% in einer wäßrigen Lösung mit 15% Isopropanol als Feuchtlösung und als Druckfarbe AB Dick 1020. Man benutzt ein zusammendrückbares Gummituch.

Die Druckplatten werden bezüglich der Anzahl der Abdrucke, die wegen schlechter Qualität und hauptsächlich infolge fehlender Farbanziehung in den Druckbereichen während der Anlaufstufe des Druckvorgangs zu verwerfen sind, ausgewertet. Wir haben gefunden, daß die Anzahl zu verwerfender Kopien bei Verwendung von Neutralisierlösung K 15 beträgt, während die erste Farbanziehung im Druckbereich und somit der Erhalt der ersten guten Kopie bei Verwendung von Neutralisierlösung L erst nach mehr als 50 Kopien zu beobachten ist.


Anspruch[de]

1. Ein bilderzeugendes Element, das auf einer Seite eines Trägers eine strahlungsempfindliche Silberhalogenid-Emulsionsschicht und eine physikalische Entwicklungskeime enthaltende Bildempfangsschicht in wasserdurchlässiger Beziehung zur Emulsionsschicht und auf der anderen Trägerseite wenigstens eine Rückschicht mit Gelatine und einem Farbstoff und/oder einem Farbstoffvorläufer enthält, dadurch gekennzeichnet, daß der Farbstoff oder Farbstoffvorläufer derartig ist, daß nach einer 20sekündigen Verarbeitung des bilderzeugenden Elements in einer alkalischen Lösung mit einem pH von 10,9 bei einer Temperatur von 30ºC die Rückschicht nach einer 20sekündigen Verarbeitung in einer Neutralisierlösung mit einem pH von 7,5 bei einer Temperatur von 20ºC ein Reflexionsspektrum aufweist, das sich in der Wellenlänge der Mindest- und Höchstwert der Reflexionsspektren im Wellenlängenbereich zwischen 400 und 700 nm um wenigstens 20 nm vom Reflexionsspektrum unterscheidet, das nach einer 20sekündigen Verarbeitung in einer Neutralisierlösung mit einem pH von 8,5 bei einer Temperatur von 20ºC erhalten ist.

2. Bilderzeugendes Element nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Farbstoff aus der Gruppe bestehend aus Oxazinen, Monomethinpyrazolonoxonolen und p-Aminotriphenylmethanen ausgewählt wird.

3. Bilderzeugendes Element nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Farbstoff ein Farbstoff der folgenden Formel ist:

Farbstoff 1

4. Bilderzeugendes Element nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Farbstoff in einer Menge zwischen 5 und 1.000 mg/m² in der Rückschicht enthalten ist.

5. Bilderzeugendes Element nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Farbstoff in einer Menge zwischen 15 und 300 mg/m² in der Rückschicht enthalten ist.

6. Bilderzeugendes Element nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der visuelle Unterschied in den Reflexionsspektren eine Steigung oder Abnahme um wenigstens 10% des Absorptionskoeffizienten bei der Wellenlänge der Mindest- und Höchstwerte der Reflexionsspektren im Bereich zwischen 400 und 700 nm ist.

7. Ein Verfahren zur Herstellung einer lithografischen Druckplatte nach dem Silbersalz-Diffusionsübertragungsverfahren, das folgende Stufen umfaßt:

- die bildmäßige Belichtung eines nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 7 definierten bilderzeugenden Elements,

- die Entwicklung des bilderzeugenden Elements mittels einer alkalischen Verarbeitungslösung in Gegenwart einer oder mehrerer Entwicklersubstanzen und eines oder mehrerer Silberhalogenid- Lösungsmittel, und

- die Verarbeitung des so erhaltenen entwickelten bilderzeugenden Elements mit einer Neutralisierlösung mit einem pH bei 25ºC zwischen 5 und 8.

8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der pH einer frischen Neutralisierlösung zwischen 5 und 7 liegt.







IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com