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Dokumentenidentifikation DE10103037A1 09.08.2001
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Behandeln von Druckformen
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Detmers, Andreas, 68542 Heddesheim, DE
DE-Anmeldedatum 24.01.2001
DE-Aktenzeichen 10103037
Offenlegungstag 09.08.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.08.2001
IPC-Hauptklasse B41C 1/00
IPC-Nebenklasse B41C 1/10   B41C 1/18   
Zusammenfassung Die Erfindung bezieht sich auf ein Druckwerk (14) mit einem Druckformzylinder (15), an dessen Mantelfläche (16) eine przessfreie Druckform (1, 21) aufgenommen ist. Diese wird durch eine Bebilderungseinheit (22) im Druckwerk (14) bebildert. Die Oberfläche der prozessfreien Druckform (1, 21) wird durch die Auftragswalzen (26, 27, 28, 29) eines Farbwerks (25) eingefärbt, wobei der Mantelfläche (16) des Druckformzylinders (15) auch ein Feuchtwerk (30) zugeordnet ist. Zur Wärmebehandlung der prozessfreien Druckform (1, 21) ist der Mantelfläche (16) eines Druckformzylinders (15) eine Wärmequelle (23) zugeordnet, deren Einstrahlbereich (24) einen Sektor der Mantelfäche (16) des Druckformzylinders (15) überstreicht.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Behandeln von Druckformen, die beispielsweise an einem Druckformzylinder eines Druckwerks zum Bedrucken bahn- oder bogenförmigen Druckstoffes eingesetzt werden.

DE 196 12 927 A1 bezieht sich auf eine Druckmaschine und ein Bilderzeugungsverfahren für eine Druckmaschine. Es ist ein Druckwerk mit einem nahtlosen Bildzylinder vorgesehen, der mittels eines direkten Bilderzeugungsverfahrens innerhalb des Druckwerks mit einem trockenbaren Polymer beschichtet wird. Nach dem Trocknen wird die Oberflächeneigenschaft des auf dem Bildzylinder aufgetragenen Polymers mittels selektiver Laserstrahlung vollständig oder bereichsweise umgewandelt, um ihre Affinität bezüglich einer Druckfarbe zu verändern. Der Bildzylinder wird anstelle eines Plattenzylinders in einer konventionellen Offset-Druckmaschine verwendet und zwar im Nass-Offsetdruck oder im Trocken-Offsetdruck. Nach dem Drucken wird der Bildzylinder von der mit einem Bild versehenen Schicht gereinigt. Die Schicht muss dabei nicht vollständig abgetragen werden. Das System ist in bereits bestehenden Druckwerken einsetzbar.

Zunächst wird der Bildzylinder gereinigt, bevor eine dünne Schicht eines umwandelbaren Materials auf die Zylinderoberfläche des Bildzylinders aufgebracht wird, wobei das umwandelbare Material in der Lage ist, seine Affinität bezüglich Öl und Wasser entsprechend der Umwandlung seiner Oberfläche zu ändern. Anschließend wird das umwandelbare Material getrocknet, um seine Verfestigung zu erzielen. Daran schließt sich ein vollständiges oder bereichsweises umwandeln der Oberfläche des umwandelbaren Materials an, um darauf entsprechend den zu druckenden Zeichen ein Bildmuster auszubilden.

Mittels des Offset-Druckverfahrens werden die auf der umwandelbaren Material-Oberfläche zu einem Bildmuster aufgebrachten Zeichen gedruckt, wobei die unterschiedliche Affinität der umgewandelten und nicht umgewandelten Bereiche bezüglich einer Druckfarbe verwendet werden, um die farbabnehmenden Bereiche zu definieren.

Bei der hier offenbarten Druckmaschine sind eine Strahlungsquelle, eine Beschichtungseinheit in Gestalt einer Sprühvorrichtung für ein mittels Keton-Lösungsmittel verdünntes Polymer aus tetrahydro-pyranylmodifiziertem Methylacrylat sowie eine Trockeneinheit nebeneinander auf einer Schraubenspindel angeordnet und werden entsprechend der Drehung der Schraubenspindel entlang der Länge der zu bebildernden Zylinderoberfläche bewegt. Die direkt auf die nahtlose Oberfläche des Bildzylinders aufgebrachte dünne Polymerschicht liegt in einem Dickenbereich zwischen 1 und 10 Mikrometern. Durch die zeilenweise Beschichtung der Oberfläche des Bildzylinders dauert der Beschichtungsprozess recht lange, was die Rüstzeiten und die Druckvorbereitungszeiten bei Auftragswechsel entsprechend verlängert.

Bei "computer to plate", "computer to press"-Anwendungen werden Thermo-Druckplatten eingesetzt, wobei zwischen Thermo-Druckplatten für die Entwicklung im Nassprozess und prozessfreien Thermo-Druckplatten der zweiten Generation unterschieden wird.

Bei Plattenbebilderung durch thermische Lösung von Polymeren werden die nicht druckenden Plattensegmente durch Wärme gelöst und anschließend ausgewaschen. Bei der Plattenbebilderung durch thermische Vernetzung und einer Vorwärmung kommt es zu einer Teilvernetzung der druckenden Plattensegmente durch Wärme. Eine totale Vernetzung der druckenden Plattensegmente und eine Teilvernetzung der nicht druckenden Plattensegmente wird in einer Vorwärmphase erreicht, nach deren Ablauf die nicht druckenden Plattensegmente ausgewaschen werden.

Schließlich ist ein Plattenbebilderungsverfahren durch ein thermisches Maskierungsverfahren bekannt geworden, bei dem eine Maskenschicht über den druckenden Plattensegmente thermisch gehärtet wird. Danach wird die Maskenschicht über den nicht druckenden Plattensegmenten ausgewaschen, bevor in einem weiteren Verfahrensschritt durch eine Flutlichtnachbelichtung diejenigen Plattensegmente zerstört werden, die nicht durch die Maske geschützt sind. Danach wird die über den druckenden Plattensegmenten sich noch befindende Maskenschicht ausgewaschen.

Bei diesen Thermo-Druckplatten sind demnach verschiedene Verfahrensschritte für die Entwicklung der druckfähigen Druckform notwendig, die bei Auftragswechsel zu durchlaufen sind und naturgemäß Zeit kosten.

Demgegenüber stellen die prozessfreien Thermo-Druckplatten eine Weiterentwicklung dar. Bei einem bekannten Verfahren (Presstek) wird die Druckplatte durch thermische Ablation der druckenden Segmente bebildert. Mittels eines Lasers wird das Druckbild in eine mittlere, das Bild formende Mehrschichtstruktur eingebrannt. Das Wischwasser löst die bebilderten Segmente zusammen mit der Deckschicht beim Anlauf der Druckmaschine; eine seifige Schicht wird über das Gummituch auf die ersten Vorlaufbogen übertragen. Danach gelangt nach und nach Farbe auf die Bild formende Mehrschichtstruktur und färbt das dort vorhandene Polyester ein.

Gemäß eines weiteren Verfahrens zur Plattenbebilderung durch thermischen Transfer der druckenden Segmente wird eine farbfreundliche Garbonschicht durch Wärme von einer Trägerfolie auf die Platte übertragen. In einem zweiten notwendigen Verfahrensschritt außerhalb des "computer to plate"-Systems werden die nicht bebilderten Segmente zusammen mit einer Trägerfolie von der Platte abgezogen.

Die Plattenbebilderungsverfahren für prozessfreie Druckplatten befinden sich teilweise noch im Laborzustand.

Bei prozessfreien Druckformen ist die Lebensdauer begrenzt. Nach der Standzeit müssen die prozessfreien Thermo-Druckplatten in der Regel ausgetauscht und durch neue ersetzt werden.

Angesichts des aufgezeigten Standes der Technik und den skizzierten mehrere Verfahrensschritte erfordernden Bebilderungsprozessen von Thermo-Druckplatten außerhalb der Druckmaschine liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die Lebensdauer prozessfreier Thermo-Druckplatten zu verlängern.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale der Patentansprüche 1 und 9 gelöst.

Die Integration einer Wärmequelle in das Druckwerk einer Digitaldruckmaschine macht die Entnahme der jeweils neu bebilderten Druckform vom Druckformzylinder überflüssig und erspart den Arbeitsgang, die Druckform von der Mantelfläche des Druckformzylinders abzunehmen und nach der externen Wärmebehandlung, beispielsweise in einen Brennofen, wieder auf die Mantelfläche des Druckformzylinders aufzubringen. Das mit einer internen Wärmebehandlungsquelle versehene Druckwerk gestattet die Fixierung des durch die Bebilderungseinheit erzeugten Druckbildes, so dass die Standzeit einer dergestalt behandelten prozessfreien Druckform mehr als verdoppelt werden kann.

In weiterer Ausgestaltung des der Erfindung zugrunde liegenden Gedankens kann die Wärmequelle als Infrarot-Trockner oder als ein Wärmestrahler ausgestaltet werden, wobei die erzeugte Wärmestrahlung über einen Umfangsbereich des Druckformzylinders aufgebracht werden kann, so dass jeweils ein größerer Sektor der prozessfreien, neu bebilderten Druckform wärmebehandelt werden kann. In vorteilhafter Weise befindet sich die Wärmequelle zwischen der Bebilderungseinheit und dem Farbwerk und kann in Umfangsrichtung des Druckformzylinders gesehen je nach Anwendungsfällen innerhalb dieses Bereiches entweder näher an das Farbwerk oder näher an die Bebilderungseinheit positioniert werden. Die Wärmequelle kann als ein sich über die gesamte Breite des Druckformzylinders erstreckende Einheit ausgebildet werden.

Die prozessfreie Druckform kann entweder als endliche Druckplatte ausgeführt sein, die an ihren Enden mit Abkantungen versehen ist, die in beispielsweise einen Spannkanal am Umfang des Druckformzylinders hineinragen, wodurch die Druckplatte an der Mantelfläche des Druckformzylinders befestigt werden kann. Die prozessfreie Druckform kann ebensogut als hülsenförmiges Bauteil ausgebildet sein, welches durch seitliches Einschieben in einer Öffnung in der Seitenwand des Druckwerkes auf die Mantelfläche des Druckformzylinders aufgebracht werden kann.

Neben einer endlichen, plattenförmigen Konfiguration der Druckform oder einer Ausbildung als hülsenförmiges Bauteil, kann die Druckform auch als Spray-on-Bauteil auf die Mantelfläche eines Bildzylinders oder einer Blanko-Platte, beispielsweise aus Aluminium bestehend, aufgesprüht werden; dazu kann in eine direkt-bebildernde Druckmaschine eine Sprühvorrichtung integriert werden.

Gemäß des erfindungsgemäß vorgeschlagenen Verfahrens zur Behandlung einer prozessfreien Thermo-Druckform wird diese zunächst auf die Mantelfläche des Druckformzylinders aufgebracht, woran sich in einem weiteren auszuführenden Verfahrensschritt das Bestrahlen der Oberfläche der prozessfreien Druckform mit einer Bebilderungseinheit anschließt. Danach werden überschüssige Beschichtungsträgerpartikel von der Oberfläche der prozessfreien Druckform entfernt, woran sich das Fixieren der neu bebilderten prozessfreien Druckform im Rahmen einer im Druckwerk durchzuführenden Erwärmung dieser prozessfreien Druckform anschließt.

In vorteilhafter Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens emittiert die Wärmequelle Wärmestrahlung im Infrarotbereich, so dass die neu bebilderte Druckformoberfläche widerstandsfähiger gegen die im Druckspalt herrschenden hohen Druckkräfte wird. Durch Vorbeibewegen an dem dem Druckzylinder zugeordneten Feuchtwerk können die überschüssigen, nicht bestrahlten Beschichtungspartikel ausgewaschen werden. Dazu können die zu reinigenden Bereiche der prozessfreien Druckform intermittierend am Feuchtwerk vorbeibewegt werden und durch dessen, an die prozessfreie Druckform angestellte, Feuchtauftragswalze gereinigt werden.

Die prozessfreien Druckformen lassen sich als endliche Druckplatte, als hülsenförmige Trägerstruktur oder auch als bahnförmiger Materialvorrat auf Spulen im Druckzylinder ausbilden, oder auch als auf die Mantelfäche des Druckformzylinders aufzusprühendes Bauteil ausbilden.

Neben Digital-Druckmaschinen, die bogenförmiges Material bedrucken, lässt sich die erfindungsgemäße Lösung durchaus auch auf bahnverarbeitende Druckmaschinen übertragen.

Anhand der Zeichnung wird die Erfindung näher erläutert.

Es zeigt:

Fig. 1a-1c die Abfolge des Bebilderungsprozesses an einer prozessfreien Druckform schematisch vereinfacht und

Fig. 2 ein Druckwerk mit einer der prozessfreien Druckform zugeordneten Wärmequelle.

Fig. 3 eine seitlich auf den Druckformzylinderumfang aufschiebbare, hülsenförmige, prozessfreie Druckform und

Fig. 4 eine auf Vorratsspulen im Inneren des Druckformzylinders aufgenommene, aufwickelbare, prozessfreie Druckform und

Fig. 5 eine dem Druckformzylinderumfang zugeordnete Sprüheinrichtung im Druckwerk.

In der Darstellung gemäß der Fig. 1a-1c ist der Bebilderungsvorgang einer prozessfreien Druckform schematisch dargestellt.

Fig. 1a zeigt eine prozessfreie Druckform 1 beispielsweise bestehend aus einer geschlossen Beschichtung 2, die auf einen Beschichtungsträger 3, beispielsweise aus Aluminium gefertigt, aufgenommen ist. Wenn nachstehend von einer prozessfreien Druckform 1 die Rede ist, ist darunter eine bebilderbare Thermo-Druckform zu verstehen, die ohne Zwischenschaltung nass ablaufender Entwicklungsvorgänge unter Ausschaltung chemischer Umwandlungsvorgänge im computer-to-plate oder im computer-to-press- Verfahren einsetzbar ist. In der in Fig. 1a und den Fig. 1b bzw. 1c dargestellten Ausführungsvarianten einer prozessfreien Druckform, wird der den druckenden Bereich darstellende Teil der Beschichtung gehärtet und mit dem darunterliegenden Beschichtungsträger 3 - beispielsweise Aluminium - verbunden, während die nicht durch die Bebilderungseinheit belichteten Bereichen nachfolgend ausgewaschen und so vom Beschichtungsträger entfernt werden.

Fig. 1b zeigt die Aufnahme von Strahlung beispielsweise auf einen vergrößert dargestellten druckenden Bereich einer prozessfreien Druckform.

Die von einer Bebilderungseinheit 22 (vergl. Fig. 2) ausgesandte Laserstrahlung 4 trifft im Strahlungsbereich 5 auf die Oberfläche 2 der prozessfreien Druckform 1 auf und bewirkt, dass sich Punktkanten 7 zwischen bestrahltem Bereich 6 und unbestrahltem Beschichtungsmaterial 8 ausbilden. Das im Strahlungsbereich 5 liegende Material der Beschichtung 2 reagiert unter Bildung von Trennkanten zu benachbart liegendem unbestrahltem Material der geschlossen Beschichtungsfläche 2 oberhalb des Beschichtungsträgers 3, der vorzugsweise aus Aluminium besteht.

In Fig. 1c ist der Beschichtungsträger 3 dargestellt, an dem beispielsweise eine druckende Punktfläche 6 ausgebildet ist.

Die vergrößerte Darstellung der druckenden Punktfläche 6 zeigt, dass das diese umgebende nicht bestrahlte Beschichtungsmaterial 8 gemäß Fig. 1b ausgewaschen ist. Dadurch sind beidseitig der Flanken 13 des scharfkantigen Druckpunktes 12 frei gelegte, Feuchtmittel führende Zonen 9 ausgebildet. Die Oberfläche 6 des scharfkantigen Druckpunktes 12 stellt die druckende Punktfläche 6 dar, die im Druckspalt die Farbe auf die Oberfläche des jeweils gegenüberliegenden Übertragungszylinders 17 im Wege der Farbspaltung überträgt. Bei anderen Varianten prozessfreier Druckformen 1 werden aus der Beschichtung 2 auf dem Beschichtungsträger 3 die späteren farbfreundlichen Bereiche ausgebrannt. In einem nachfolgenden Reinigungsschritt werden Reste der ausgebrannten Partikel von der Druckform entfernt; die erhaben hervorstehend verbleibenden Bereiche, die späteren feuchtmittelführenden Bereiche der Beschichtung solcherart beschaffener Druckformen, lassen sich dann aushärten und somit die Standzeit der Druckform erhöhen.

Fig. 2 zeigt ein Druckwerk mit der Mantelfläche des Druckformzylinders zugeordneter Wärmequelle.

Im Druckwerk 14 ist ein Druckformzylinder 15 dargestellt, an dessen Mantelfläche 16 ein prozessfreie Druckform 21 aufgenommen werden kann. Die prozessfreie Druckform 1, 21 kann als endliche Platte ausgestaltet sein, sie kann innerhalb des Druckformzylinders 15 angeordneter Auf- bzw. Abwickelspulen bevorratet sein und schließlich kann sie auch als hülsenförmiger Träger seitlich auf den an einem Ende freilegbaren Druckformzylinder 15 durch eine Öffnung in der Seitenwand des Druckwerkes 14 aufgeschoben werden. Dem um eine Rotationsachse 19 rotierenden Druckformzylinder 15 ist ein Übertragungszylinder 17 - beispielsweise ein Gummituchzylinder - zugeordnet. Im zwischen den beiden Zylindern 15 bzw. 17 des Druckwerkes 14 gebildeten Druckspalt wird das Druckbild der prozessfreien Druckform 1, 21 an den auf Mantelfläche 18 des Übertragungszylinders 17 aufgenommenen Aufzug übertragen. Dieser Aufzug kann ein endliches, an seinen beiden Enden gespanntes Gummituch sein, als Aufzug eignet sich ebensogut ein hülsenförmiges endloses Gummituch, welches seitlich auf den Übertragungszylindermantel aufgeschoben werden kann.

In der Konfiguration des Druckwerks 14 gemäß Fig. 2 ist eine prozessfreie Druckform 21 an der Mantelfläche 16 des Druckformzylinders 15 aufgenommen. Die prozessfreie Druckform 21 umfasst eine Beschichtung 21.1, sowie einen darunter liegenden Beschichtungsträger 21.2, der vorzugsweise aus Aluminium gefertigt ist. Die prozessfreie Druckform 21 ist mit ihren jeweiligen Enden 21.3 in einem Spannkanal des Druckformzylinders 15 befestigt, aus welchem sie durch Lösen der Spannvorrichtung einfach entfernt und durch Festziehen der Spannvorrichtung beim Aufspannen einfach arretierbar ist. Anstelle einer endlichen Druckplatte 21 kann die prozessfreie Druckform auch aus einem endlosen hülsenförmigen Trägerkörper bestehen, an dem eine Beschichtung analog zur Beschichtung 21.1 gemäß Fig. 2 vorgesehen ist. Dem um seine Rotationsachse 19 rotierenden Druckformzylinder 15 ist eine Bebilderungseinheit 22 zugeordnet, die vorzugsweise als ein Mehrstrahllaser ausgebildet ist. In Drehrichtung 20 des Druckformzylinders 15 gesehen, schließt sich an die Bebilderungseinheit 22 eine Wärmequelle 23 an, deren Einstrahlfläche 24 der Beschichtung 21.1 der prozessfreien Druckform 21 zugewandt ist. Die Wärmequelle könnte aber auch an jeder beliebigen anderen Stelle des Umfangs des Druckformzylinders 1 untergebracht werden.

Die Wärmequelle 23 kann in Richtung des eingezeichneten Doppelpfeiles 34 entweder näher an die Bebilderungseinheit 22 verschoben oder näher an die erste Farbauftragwalze 26 eines Farbwerks 25 positioniert werden. Die Wärmequelle 23 kann als ein sich über die gesamte Länge erstreckender balkenförmiger Wärmestrahler ausgebildet sein; die Wärmequelle 23 kann ebensogut aus einer Vielzahl räumlich voneinander über die Breite des Druckformzylinders beabstandeter einzelner Wärmequellen beschaffen sein. Durch die Erstreckung der Einstrahlfläche 24 über ein Segment des Zylinders kann eine gleichmäßige Wärmebehandlung eines Bereiches der prozessfreien Druckform 21 gewährleistet werden und eine dadurch erzielbare kürzere Konditionierungszeit für eine neu bebilderte prozessfreie Druckform 21.

Der Mantelfläche 16 des Druckformzylinders 15 sind eine erste Auftragswalze 26, eine zweite Auftragswalze 27, eine dritte Auftragswalze 28 sowie optional eine vierte Auftragswalze 29 eines Farbwerks 25 zugeordnet, über welche Farbe an die druckenden Punktflächen 6 der Beschichtung 21.1 der prozessfreien Druckform 21 übertragen wird. Die sich zwischen den Oberflächen der Auftragswalzen 26-29 einerseits und den druckenden Punktflächen 6 einstellende Farbspaltung wird die Farbe an die druckenden Punktflächen 6 der Beschichtung 21.1 der prozessfreien Druckform 21 übertragen. An die neben den druckenden Punktflächen 6 ausgebildeten Feuchtmittel führenden Zonen 9, 10 gemäß Fig. 1c wird hingegen keine Farbe übertragen, diese sind farbabweisend.

In Drehrichtung 20 des Druckformzylinders 1 S gesehen schließt sich an die letzte Auftragswalze 29 des Farbwerks 25 ein Feuchtwerk 30 an, welches eine Feuchtmittelauftragswalze 31 umfasst, die Feuchtmittel auf die Beschichtung 21.1 der prozessfreien Druckform 21 aufbringt. Die Feuchtauftragswalze 31 ihrerseits wird aus einem Feuchtmittelbehälter 33 durch einen in diesen eintauchenden Dosier-/Tauchwalze 32 versorgt. Nach erfolgter Bebilderung durch die Bebilderungseinheit 22 kann mittels der an die neu gebildete Beschichtung 21.1 jeweils angestellten Feuchtauftragswalze 31 ein Auswaschen der gemäß Fig. 1c freigelegten Zonen 9, die die Feuchtmittel führenden Zonen 10 und 11 beidseits eines Druckpunktes 6 bilden, vorgenommen werden. Dazu wird die Druckform intermittierend jeweils unter Anstellung der Feuchtauftragswalze 31 an die Beschichtung 21 um die Rotationsachse 19 bewegt, so dass eine Reinigung der gesamte Umfangsfläche 21 vor Einsetzen der Fixierung mittels der Wärmequelle 23 einsetzt.

Die mittels der angestellten Feuchtauftragswalze 31 von der Beschichtung 21.1 abgetragenen Partikel, können zur Verhindern der Rückübertragung auf die Druckform 21 im Feuchtwerk 30 ausgefiltert werden. Dies kann beispielsweise im Rahmen einer Temperierung des Feuchtmittels bei dessen Zirkulation geschehen, so dass sichergestellt ist, dass über die Feuchtauftragswalze 31 sowie die Dosier-/Tauchwalze 32 nur partikelfreies, gefiltertes Feuchtmittel auf die Oberfläche der Druckform 21 gelangt.

Je nach zu bebilderndem Bereich auf der Beschichtung 21.1 der prozessfreien Druckform 21 kann die Wärmequelle 23 näher an die Bebilderungseinheit 22 herangerückt werden oder näher an das Farbwerk herangerückt sein. An der Wärmequelle 23 ist neben einer Anpassung der Einstrahlfläche 24 an der der Beschichtung 21.1 zugewandten Seite auch eine Erhöhung oder Verminderung der Strahlintensität angepasst an die jeweiligen Einsatzbedingungen möglich.

In Fig. 3 ist in stark schematisierter Weise ein Druckwerk 14 einer Rotationsdruckmaschine wiedergegeben. Über ein aufgeschwenktes Tor 40 wird eine Öffnung 39 in einer Druckwerkseitenwand freigegeben, wodurch die als endlose, hülsenförmige Struktur ausgebildete, prozessfreie Druckform 1, 21 in Pfeilrichtung auf die Mantelfläche 16 des Druckformzylinders 15 aufgeschoben werden kann. Zu diesem Zwecke sind die Auftragswalzen, von denen die Auftragswalze 27 des Farbwerkes 25 hierbei beispielsweise dargestellt ist, von der Mantelfläche 16 des Druckformzylinders 15 abgestellt, gleiches gilt für den unterhalb des Druckformzylinders 15 vorgesehenen Übertragungszylinder 17. Auf der gegenüberliegenden Seitenwand ist in schematischer Form ein Halterarm 35 dargestellt, welcher den Druckformzylinder 15 während des Druckformwechsels abstützt.

In Fig. 4 ist in stark schematisierter Form eine Druckform 1, 21 dargestellt, die auf einer Vorratsspule 38 im Inneren des Druckformzylinders 15 aufgenommen ist, während das gegenüberliegende Ende auf einer Aufwickelspule 37 im Inneren des Druckformzylinders 15 vorgesehen ist. Durch eine Öffnung 36 in der Mantelfläche des Druckformzylinders, wird sowohl der neu auf die Mantelfäche 16 aufzubringende Vorrat der prozessfreien Druckform 1, 21 auf die Umfangsfläche aufgebracht, während mittels der Spule 37 der verbrauchte Druckformvorrat der prozessfreien Druckform 1, 21 aufgewickelt wird. Mit Bezugszeichen 19 ist die Rotationsachse des Druckformzylinders 15 bezeichnet, der mit der Umfangsfläche 18 des Übertragungszylinders 17 zusammenarbeitet.

Fig. 5 zeigt eine dem Druckformzylinderumfang zugeordnete Sprüheinrichtung im Druckwerk.

Die Sprüheinrichtung 35, die dem Umfang des Druckformzylinders 15 zugeordnet ist, kann an beliebiger Position an dessen Umfangsfläche vorgesehen sein und beispielsweise als eine sogenannte Air-Brush-Sprüheinrichtung ausgebildet sein.

Neben einer permanenten Druckluft- bzw. Treibgasversorgung kann die Sprühvorrichtung auch mit einer auswechselbaren, entsprechend des Pfeiles verdrehbaren Kartusche versehen sein. Bezugszeichenliste 1 prozessfreie Druckform

2 geschlossen Beschichtung

3 Beschichtungsträger

4 Strahlung

5 Strahlungsbereich

6 druckende Punktfläche

7 Punktkanten

8 unbestrahlte Beschichtung

9 freigelegte Zone

10 Feuchtmittel führende Schicht

11 Feuchtmittel führende Schicht

12 scharfkantiger Druckpunkt

13 Flanke

14 Druckwerk

15 Druckformzylinder

16 Mantelfläche

17 Übertragungszylinder

18 Mantelfläche

19 Rotationsachse

20 Drehrichtung

21 Druckform

21.1 Beschichtung

21.2 Beschichtungsträger

21.3 Einspannkanten

22 Bebilderungseinheit

23 Wärmequelle

24 Einstrahlbereich

25 Farbwerk

26 erste Auftragswalze

27 zweite Auftragswalze

28 dritte Auftragswalze

29 vierte Auftragswalze

30 Feuchtwerk

31 Feuchtauftragswalze

32 Dosier-/Tauchwalze

33 Feuchtmittelbehälter

34 Verschiebungsbereich in Umfangsrichtung

35 Sprühvorrichtung


Anspruch[de]
  1. 1. Druckwerk mit einem Druckformzylinder (15), an dessen Mantelfläche (16) eine prozessfreie Druckform (1, 21) aufgenommen ist, die durch eine Bebilderungseinheit (22) im Druckwerk bebildert wird und über Auftragswalzen (26, 27, 28, 29) eines Farbwerks (25) eingefärbt wird, dadurch gekennzeichnet, dass zur Wärmebehandlung der prozessfreien Druckform (1, 21) der Mantelfläche (16) des Druckformzylinders (15) eine Wärmequelle (23) zugeordnet ist, deren Einstrahlbereich (24) einen Sektor der Mantelfläche (16) überstreicht.
  2. 2. Druckwerk gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmequelle (23) als Infrarot-Trockner ausgebildet ist.
  3. 3. Druckwerk gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmequelle (23) als Wärmestrahler ausgebildet ist.
  4. 4. Druckwerk gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmequelle (23) in Umfangsrichtung des Druckformzylinders (15) verschiebbar angeordnet ist.
  5. 5. Druckwerk gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmequelle (23) parallel zur Rotationsachse (19) des Druckformzylinders (15) verschiebbar ist.
  6. 6. Druckwerk gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die prozessfreie Druckform (1, 21) an Einspannstellen (21.3) an der Mantelfläche (16) des Druckformzylinders (15) befestigt wird.
  7. 7. Druckwerk gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die prozessfreie Druckform (1, 21) als hülsenförmige Druckform seitlich auf den Druckformzylinder (15) aufschiebbar und auf diesen festlegbar ist.
  8. 8. Druckwerk gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die prozessfreie Druckform (1, 21) als aufgesprühte Druckform auf die ununterbrochene Oberfläche eines Druckformzylinders (15) aufgebracht ist.
  9. 9. Verfahren zur Druckvorbereitung einer prozessfreien Thermo-Druckform (1, 21) mit nachfolgenden Verfahrensschritten:
    1. - dem Aufbringen der prozessfreien Druckform (1, 21) auf die Mantelfläche (16) eines Druckformzylinders (15),
    2. - dem Bestrahlen druckender Bereiche (6) durch die Strahlung (5) einer Bebilderungseinheit (22),
    3. - dem Entfernen unbestrahlter Beschichtungsbereiche (8) vom Beschichtungsträger (3) der prozessfreien Druckform (1, 21),
    4. - der Fixierung der bebilderten prozessfreien Druckform (1, 21) durch eine Wärmequelle (23) innerhalb des Druckwerks (14).
  10. 10. Verfahren gemäß Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Fixierung der prozessfreien Druckform (1, 21) durch von der Wärmequelle (23) emittierte Wärmestrahlung im Infrarotbereich erfolgt.
  11. 11. Verfahren gemäß Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Entfernen unbestrahlter Beschichtungsbereiche (8) von der prozessfreien Druckform (1, 21) durch intermittierende Rotation des Druckformzylinders (15) entlang des Feuchtwerks (30) erfolgt.
  12. 12. Verfahren gemäß Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das zu bebildernde Plattenmaterial (1, 21) als gewickelter Materialvorrat auf Vorratsspulen im Inneren des Druckformzylinders (15) aufgenommen ist.
  13. 13. Verfahren gemäß Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Wärmebehandlungsbereich durch Relativverstellung der Wärmequelle (23) zur Mantelfläche (16) des Druckformzylinders (15) einstellbar ist.
  14. 14. Verfahren gemäß Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die von der Druckform (1, 21) entfernten Partikel der Beschichtung (21.1) aus dem im Feuchtmittel (30) zirkulierenden Feuchtmittelvorrat permanent ausgefiltert werden.






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