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Dokumentenidentifikation DE69705204T2 20.09.2001
EP-Veröffentlichungsnummer 0881993
Titel VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG EINER OPTISCHEN FASER MIT ABNEHMENDER DISPERSION UND DISPERSIONSGESTEUERTER OPTISCHER FASER
Anmelder Corning Inc., Corning, N.Y., US
Erfinder DOBBINS, S., Michael, Corning, US
Vertreter PAe Reinhard, Skuhra, Weise & Partner, 80801 München
DE-Aktenzeichen 69705204
Vertragsstaaten DE, FR, GB, IT, NL
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 11.02.1997
EP-Aktenzeichen 979059128
WO-Anmeldetag 11.02.1997
PCT-Aktenzeichen US9702163
WO-Veröffentlichungsnummer 9730944
WO-Veröffentlichungsdatum 28.08.1997
EP-Offenlegungsdatum 09.12.1998
EP date of grant 13.06.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.09.2001
IPC-Hauptklasse C03B 37/027
IPC-Nebenklasse C03B 37/07   C03B 37/075   C03B 37/012   

Beschreibung[de]
Hintergrund der Erfindung

Diese Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung optischer Fasern mit in Längsrichtung variierenden optischen Eigenschaften. Zu den erfindungsgemäß hergestellten optischen Fasern gehören dispersionsvermindernde und dispersionsgeführte Fasern. Solche Fasern können zur Solitonpuls-Transmission eingesetzt werden, wobei ein optischer Solitonpuls seine ursprüngliche Form beibehält, während dieser sich entlang der optischen Faser bewegt. Die Erfindung ist jedoch nicht auf diese Anwendung beschränkt.

Dispersion bezieht sich auf die Ausbreitung von Lichtpulsen, während diese sich in einer optischen Faser bewegen. Diese Ausbreitung eines Solitonpulses bewirkt Abdämpfungsverluste während sich der Puls entlang der Faser bewegt. Die Dispersion kann kompensiert werden, indem die optischen Eigenschaften der Faser verändert werden, um die Gesamtdispersion zu vermindern. Zwei Arten von Fasern, die die Dispersion kompensieren, sind dispersionsvermindernde und dispersionsgeführte Fasern.

Dispersionsvermindernde Fasern (dispersion decreasing fiber) weisen eine geringfügige Änderung der Dispersion über die Faser auf. Dies vermindert die Dispersion in der Faser graduell und vermindert den Effekt von Abschwächungsverlusten auf die Transmission eines Solitonpulses, der sich entlang der Faser bewegt.

Dispersionsgeführte Fasern (dispersion managed fiber) sind durch positive und negative Bereiche der Dispersion mit scharfen Übergängen zwischen jedem Bereich gekennzeichnet. Dispersionsgeführte Fasern haben zum Ziel, eine Faser zu erzeugen, bei der die Gesamtdispersion über die Faser Null ist, die Dispersion an jedem einzelnen Punkt jedoch entweder leicht positiv oder negativ ist. Ein solches Schema minimiert die Effekte der Vier-Wellenmischung (four-wave mixing), Eigenphasenmodulation und anderer nicht-linearer optischer Effekte, die durch die Transmission von Datenpulsen am Null- Dispersionspunkt erzeugt werden, während dennoch chromatische Dispersionseffekte, die über die Länge der Faserverbindung auftreten, wirksam kompensiert werden.

Die vorliegende Erfindung betrifft Verfahren zur Herstellung dispersionsvermindernder und dispersionsgeführter Fasern durch axiale Änderung der optischen Eigenschaften der Faser.

Verfahren nach dem Stand der Technik zur Herstellung von Fasern mit sich axial ändernden optischen Eigenschaften sind jeweils mit Nachteilen verbunden. Beispielsweise verändert die Änderung des Kern-Mantel-Verhältnisses der konsolidierten Rohform oder des Kernrohrs, entweder maschinell oder durch chemisches Ätzen, die optischen Eigenschaften der Faser. Unglücklicherweise treten bei diesem Verfahren weitere Verfahrensschritte und zusätzliche Auswahlverluste, die mit diesen Schritten einhergehen, auf. Eine Änderung der Zugspannung kann die optischen Eigenschaften der Faser ebenfalls axial ändern, dieses Verfahren versagt aber dabei, die Vorteile des Ziehens einer Faser in einem bestimmten Spannungsregime, beizubehalten. Eine andere Alternative, die Änderung der optischen Eigenschaften der Faser durch Ziehen einer Faser mit einem nicht konstanten äußeren Durchmesser, erzeugt unverwünschte Probleme bezüglich der Verbindungen und des Spleißens. Theoretische können die optischen Eigenschaften der Faser geändert werden, indem mehrfache Ummantelungszusammensetzungen auf der Faser angeordnet werden, um Belastungseffekte in der gezogenen Faser zu erhalten. Dieses Verfahren würde jedoch die bestehenden Ablage-(laydown) und Konsolidierungsprozesse in einem solchen Ausmaß verändern, dass es unwahrscheinlich wäre, dass ein durchführbarer Herstellungsprozeß bereitgestellt würde.

Es besteht daher ein Bedürfnis nach einem Verfahren zur Veränderung der optischen Eigenschaften von Fasern, das die mit diesen Verfahren nach dem Stand der Technik verbundenen Nachteile nicht aufweist.

Zusammenfassung der Erfindung

Es ist ein Ziel dieser Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung dispersionsvermindernder und dispersionsgeführter Fasern ohne zusätzliche Herstellungsschritte oder die Auswahlverluste, die mit solchen zusätzlichen Schritten verbunden sind, bereitzustellen.

Ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung dispersionsvermindernder und dispersionegeführter Fasern bereitzustellen, bei dem ein bestimmtes Spannungsregime während des Ziehprozesses beibehalten wird.

Es ist ein Ziel der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung dispersionsvermindernder und dispersionsgeführter Fasern mit einem konstanten äußeren Durchmesser bereitzustellen.

Es ist ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung dispersionsvermindernder und dispersionsgeführter Fasern bereitzustellen, bei dem die bestehenden Ablage- und Konsolidierungsprozesse nicht verändert werden.

Es ist ein Ziel der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung dispersionsvermindernder und dispersionsgeführter Fasern bereitzustellen, das erlaubt, den axialen Ort einer Dispersionsänderung in der Faser zu bestimmen.

Die Nachteile und Einschränkungen anderer Verfahren, die optischen Eigenschaften von Fasern zu verändern, werden durch die vorliegende Erfindung überwunden, die ein Verfahren bereitstellt, um die Zufuhr von Kern- und Mantelmaterial in einen Ofen getrennt zu steuern und zu variieren, und hierdurch den Kerndurchmesser des Produkts, das aus dem Ofen austritt, d. h. entweder Kern oder Faser, beispielsweise durch gleichzeitiges Ziehen eines Stabs und eines Rohrs mit verschiedenen Abwärtsvorschüben, zu kontrollieren.

US-A-4049413 offenbart ein Verfahren zur Herstellung optischer Fasern, die mit einem gleichmäßigen Gesamtdurchmesser gezogen werden, jedoch mit Durchmesservariationen im übertragenden Kern. Variationen des Kerndurchmessers werden erreicht durch Ablagerung von zusätzlichem Glas in Kerben in einem zylindrischen Glasausgangsteil.

Gemäß der Erfindung wird ein Verfahren zur Herstellung einer optischen Faser oder eines optischen Stabs mit einem Kern und einem umgebenen Mantel mit folgenden Verfahrensschritten bereitgestellt:

Zuführen von Kernglasmaterial und Mantelglasmaterial zu einem Ofen, um ein volumetrisches Verhältnis des Kernglasmaterials zu dem Mantelglasmaterial bereitzustellen;

Variieren des volumetrischen Verhältnisses des Kernglasmaterials zu dem Mantelglasmaterial, die dem Ofen zugeführt wurden, um ein vorgewähltes Verhältnis von Kernglasmaterial zu Mantelglasmaterial pro Einheitslänge der optischen Faser oder des optischen Stabs bereitzustellen;

Kombinieren des Kernglasmaterials und des Mantelglasmaterials in dem Ofen; und

Ziehen einer optischen Faser oder eines optischen Stabs mit einem konstanten äußeren Durchmesser und einer Länge aus dem Ofen.

Kurze Beschreibung der Figuren

Obige und andere Ziele und Vorteile der Erfindung werden bei Berücksichtigung der nachfolgenden ausführlichen Beschreibung im Zusammenhang mit den beiliegenden Figuren offensichtlich, in denen gleiche Bezugszeichen sich durchgehend auf gleiche Teile beziehen, und wobei

Fig. 1 ein Diagramm ist, das eine beispielhafte Ausführungsform des Verfahrens zur Herstellung dispersionsvermindernder und dispersionsgeführter Fasern gemäß der vorliegenden Erfindung zeigt; und

Fig. 2 ein Blockdiagramm eines Steuerungssystems der vorliegenden Erfindung ist.

Ausführliche Beschreibung der Erfindung

Das Verfahren der vorliegenden Erfindung beinhaltet das Montieren (1) eines Kernglas enthaltenden Stabs und möglicherweise einer Materialmenge Mantelglas, und (2) eines Rohrs aus Mantelglas, auf verschiedenen Abwärtsvorschüben, die in einen Ziehofen führen, so dass der Stab sich innerhalb des Rohrs befindet. (Wie der Fachmann erkennt, hat das "Kernglas" einen höheren Brechungsindex als das "Mantelglas".) Der Stab und das Rohr werden durch den Ofen abgesenkt und werden kombiniert bzw. vereinigt, um eine Faser zu bilden, die aus dem Ofen gezogen wird. Die Geschwindigkeit jedes Abwärtsvorschubs wird getrennt gesteuert und koordiniert, so dass die Masse Glas, die pro Einheitszeit durch den Ofen geht, konstant bleibt, während gleichzeitig die Menge an Stab- und Rohrmaterial, die durch den Ofen gehen, variiert wird.

Die erhaltende Faser (oder der Stab/das Rohr), die aus dem Ofen gezogen wurden, haben einen konstanten äußeren Durchmesser. Der Durchmesser des Faserkerns variiert jedoch entlang der Länge der Faser entsprechend der Veränderung der Menge an Rohr- oder Stabmaterial, das durch den Ofen geführt wird. Es ist diese erhaltene Änderung im Kerndurchmesser der Faser, durch die die axiale Änderung der optischen Eigenschaften der Faser bereitstellt wird.

Bei der Herstellung von dispersionsvermindernden Fasern ist die Änderung des Kerndurchmessers sehr graduell, um eine langsame Änderung der Dispersion entlang der Länge der Faser zu erlauben. Die Herstellung von dispersionsgeführten Fasern erfordert abruptere Änderungen des Kerndurchmessers der Faser, um Bereiche positiver und negativer Faserdispersion mit relativ scharfen Übergängen zwischen jedem Bereich zu erzeugen. Sowohl graduelle als auch abrupte Änderungen im Kerndurchmesser der Faser können gemäß dem Verfahren der vorliegenden Erfindung erhalten werden.

Fig. 1 ist eine verallgemeinerte Darstellung des Faserziehverfahrens dieser Erfindung. Der Stab (100), bestehend aus sämtlichem Kernmaterial und möglicherweise einer Mantelmaterialmenge wird auf einen Abwärtsvorschub (102) montiert. Das Rohr (200), das vollständig aus Mantelglas besteht, wird auf einen getrennten Abwärtsvorschub (202) montiert. Das Mantelglas des Rohrs (200) kann reines Siliciumdioxid sein. Ein Steuersystem (204)kann manuell oder automatisch betrieben werden, um die Geschwindigkeit der Abwärtsvorschübe (102) und (202) zu steuern. Das Steuersystem (204) beinhaltet eine programmierbare Steuereinrichtung, die zwei Motoren aufweist (nicht gezeigt), wobei der erste Motor mit dem Abwärtsvorschub (102) verbunden ist und der zweite Motor mit dem Abwärtsvorschub (202) verbunden ist. Das Steuersystem (204) steuert mit Einsatz der Motoren die Geschwindigkeit der Abwärtsvorschübe (102) und (202). Durch Steuerung der Geschwindigkeit der Abwärtsvorschübe (102) und (202) gewährleistet das Steuersystem (204), dass die Masse pro Einheitszeit Glas, die durch den Ofen geführt wird, konstant bleibt, während gleichzeitig die Menge an Stab (100) und Rohr (200), die durch den Ofen (300) geführt werden, variiert werden. Der programmierbare Computer wird mit der gewünschten Variation des Kerndurchmessers programmiert als Funktion der Faserlänge und empfängt ein Feedback-Signal von dem Faserziehsystem, dass die Ziehgeschwindigkeit darstellt.

Der Stab (100) und das Rohr (200) werden in dem Ofen (300) kombiniert bzw. vereinigt, wodurch eine Faser oder ein Rohr (600) gebildet wird. Das Rohr ist dicker und kräftiger als eine Faser, beinhaltet eine innere Kernregion und einen umgebenden Mantel und kann später übermantelt und zu einer Faser gezogen werden. Die vorliegende Anwendung ist sowohl für die Herstellung von Fasern als auch Rohren geeignet. Zu Zwecken der Darstellung wird diese Erfindung jedoch hauptsächlich unter Bezug auf die Herstellung von Fasern beschrieben. Die Faser oder das Rohr (600) wird aus dem Ofen mit Hilfe eines Zieheinrichtungssatzes (500) gezogen.

Das Wirkprinzip der Erfindung ist wie folgt. Im Gleichgewichtszustand ist die Menge an Glas, die in den Ziehofen als Stab (100) und Rohr (200) eintritt, gleich der Glasmenge, die als Faser (600) heraustritt. Dies kann durch die folgende Gleichung dargestellt werden:

AStabVStab + ARohrVRohr = AFaserVFaser

wobei

Vx = Geschwindigkeit des Bestandteils x und;

Ax = Querschnittsbereich des Bestandteils x ist.

Der Durchmesser des Kerns der Faser, DKern, kann durch die nachfolgende Gleichung beschrieben werden:

DKern = DFaser*KfAStabVStab / (AStabVStab + ARohrVRohr)

wobei

DFaser = Faserdurchmesser;

K = Verhältnis der Fläche der Faser zur Summe der Flächen von Stab und Rohr; und

f = Verhältnis der Fläche von Kerndurchmesser zum Außendurchmesser der Faser.

Der Außendurchmesser der Faser, DFaser, kann durch die nachfolgende Gleichung beschrieben werden:

Vereinigt man die Gleichung für DKern und DFaser, erhält man den folgenden Ausdruck DKern:

Jeder der Terme dieser Gleichung kann mit der Zeit variiert werden. Es ist wünschenswert, dass die Dimensionen des Stabs und des Rohrs, während sie in den Ofen geführt werden, konstant bleiben. Es ist außerdem wünschenswert, dass die aus dem Ofen gezogene Faser einen konstanten Außendurchmesser aufweist. Daher sind K und f Konstanten, wenn diese Faktoren konstant sind. Eine Untersuchung der Gleichung für DFaser zeigt, dass damit DFaser konstant bleibt, während DKern variiert wird, mindestens zwei der Terme variiert werden müssen. (Obwohl ein konstanter Außendurchmesser nicht für die optische Eigenschaften erforderlich ist, ist dies eine wünschenswerte Eigenschaft für die Verkabelung, das Verbinden und Spleißen).

Die Untersuchung der Gleichung für DKern als eine Funktion der Zeit zeigt, dass DKern auf verschiedene Weise variiert werden kann, so dass eine Faser mit einem konstanten Außendurchmesser erhalten wird. Theoretisch können beliebige zwei der Variablen AStab, ARohr, VRohr oder VFaser so geändert werden, dass eine Faser mit einem konstanten Außendurchmesser erzeugt wird. Diese Erfindung betrifft derartige Kombinationen von Variablen, bei denen eine Änderung von AStab oder ARohr nicht erforderlich ist. Unter Verwendung des Ansatzes, nur die Ziehgeschwindigkeiten oder Abwärtsvorschubgeschwindigkeiten zu variieren, wird es ermöglicht, Änderungen in der Faser mit Änderungen der Zieh- oder Abwärtsvorschubgeschwindigkeit zu korrelieren, was so einfach bei Änderungen von AStab oder ARohr nicht möglich wäre.

Drei mögliche Kombinationen von Geschwindigkeiten können mit der Zeit variiert werden: VFaserVStab VRohrVStab und VFaserVRohr. Variieren von VStabVRohr während VFaser konstant gehalten wird, erfordert, dass die Masse an Glas, die pro Einheitszeit in den Ofen tritt, konstant ist, so dass nur eine geringfügige oder gar keine Änderung der Form der Wurzel (400), die normalerweise mit Änderungen der Fasergeschwindigkeit in Verbindung gebracht wird, auftritt. Dies minimiert ein Ungleichgewichtszustandverhalten und macht es leichter, das Verfahren zu steuern. Dieser Ansatz erleichtert es außerdem, zu bestimmen, wo die Änderungen des Kerndurchmessers in einer Faser auftreten, indem Änderungen der Abwärtsvorschubgeschwindigkeit zur Länge der gezogenen Faser in Korrelation gebracht werden.

Es besteht eine gewisse Verzögerungszeit zwischen dem Zeitpunkt, zu dem die Abwärtsvorschubänderung durchgeführt wird und wann die gezogene Faser sich tatsächlich zu ändern beginnt, unter der relativen Gleichgewichtszustandsbedingung, die durch Konstanthalten von VFaser bereitgestellt wird, ist diese Verzögerungszeit jedoch recht konstant. Dies vermindert außerdem den Verlust, was wiederum die Herstellung von dispersionsvermindernden und dispersionsgeführten Fasern einfacher und kosteneffektiver macht.

Ein Blockdiagramm eines Steuerungssystems, das in der vorliegenden Erfindung eingesetzt werden kann, ist in Fig. 2 dargestellt. Das Steuerungssystem kann unter Einsatz herkömmlicher Bauteile implementiert werden, die die genannten Rechnerfunktionen durchführen, z. B. ein Computer. In diesem Steuerungssystem sind AStab, ARohr, K und f Konstanten, da die chemische und physikalische Zusammensetzung des Stabs und des Rohrs und deren Querschnittsdimensionen nicht wesentlich entlang ihrer Länge variieren. Der Durchmesser der Faser, DFaser, wird auf Grundlage der Faserspezifikation festgelegt. Ein typischer Wert bei Telekommunikationsfasern ist 125 um. VFaser wird festgesetzt und gesteuert auf Basis der Kapazität des Ziehofens und der Fähigkeit, jegliche sekundäre Prozesse, wie beispielsweise Beschichtungsanwendungen im Fall der Faser, geeignet zu steuern. Im Allgemeinen wird VFaser so hoch wie möglich festgesetzt, während die Steuerung bzw. Kontrolle des Verfahrens noch beibehalten wird, um die Ziehkapazität zu maximieren. Der Wert von DKern wird auf Grundlage der Zieldispersion für die bestimmte herzustellende Faser bestimmt und dem Steuerungssystem von dem programmierbaren Computer zugeführt. Beispielsweise würde DKern zur Herstellung einer dispersionsvermindernden Faser langsam über eine Länge der Faser von einigen bzw. mehreren 10 Kilometern in der Länge langsam vermindert werden. Um eine dispersionsgeführte Faser herzustellen, würde der Kerndurchmesser erhöht und anschließend vermindert werden, wie in Fig. 1 durch die Kernbereiche (602 und 604) gezeigt. Die Berechnung zur Bestimmung der Wellenleiterdispersion kann getrennt von dem tatsächlichen Steuerungsprozess durchgeführt werden oder direkt in der Steuerungsschleife, indem DKern bestimmt wird. Die Berechnung kann auch in das Steuerungsschema mit einbezogen werden, wobei in diesem Fall die Wellenleiterdispersion eine unabhängige Variable wäre, und DKern von der Wellenleiterdispersion abhinge. Diese Erfindung erlaubt die Herstellung einer Faser oder eines Rohrs mit einem Kerndurchmesser, der linear oder nicht-linear als eine Funktion der Länge variiert.

Wenn einmal DFaser, VFaser und DKern etabliert sind, wird VStab, aus der folgenden Gleichung berechnet, die aus der Gleichgewichtszustand-Massenbilanz und dem zuvor gezeigten Ausdruck für DKern abgeleitet werden kann:

VStab = πDFaserVFaserDKern / Kf²AStab

Wenn einmal Vstab bestimmt wurde, wird VRohr aus der Gesamtmassenbilanz durch den Ofen berechnet:

VRohr = (VFaserD²Faserπ - AStabVStab) / ARohr

Um eine dispersionsvermindernde Faser herzustellen, würde DKern langsam verändert werden, wenn der Stab und das Rohr zu der Faser gezogen werden. Während DKern vermindert wird, wird Vstab erhöht werden mit einem Faktor:

πDFaserVFaser / Kf²AStab

Zur gleichen Zeit wird VRohr um den Faktor AStab/ARohr zunehmen, wodurch eine konstante Massenbilanz im Ofen beibehalten wird.

Ähnliche Steuerungsschemata können für die Fälle eingesetzt werden, bei denen VRohr konstant gehalten wird und VFaser und VStab, variiert werden, oder wo VRohr konstant gehalten wird und VFaser und VRohr variiert werden. Im oben beschriebenen Fall ist es außerdem möglich, die Berechnung von VRohr und VStab, umzudrehen, so dass VRohr eine Funktion von DKern ist und VStab, aus der Massenbilanz berechnet wird.

Somit wird ein Verfahren zur Erzeugung dispersionsvermindernder und dispersionsgeführter Fasern bereitgestellt. Obwohl besonders illustrative Ausführungsformen offenbart wurden, wird der Fachmann erkennen, dass die vorliegende Erfindung auch mit anderen als mit den offenbarten Ausführungsformen ausgeführt werden kann, die zu Darstellungszwecken präsentiert wurden und nicht einschränkend sind, und die vorliegende Erfindung wird nur durch die nachfolgenden Ansprüche beschränkt.


Anspruch[de]

1. Verfahren zur Herstellung einer optischen Faser oder eines optischen Stabs mit einem Kern und einem umgebenden Mantel, mit folgenden Verfahrensschritten:

Zuführen von Kernglasmaterial und Mantelglasmaterial zu einem Ofen, um ein volumetrisches Verhältnis des Kernglasmaterials zu dem Mantelglasmaterial bereitzustellen;

Variieren des volumetrischen Verhältnisses des Kernglasmaterials zu dem Mantelglasmaterial, die dem Ofen zugeführt wurden, um ein vorgewähltes Verhältnis von Kernglasmaterial zu Mantelglasmaterial pro Einheitslänge der optischen Faser oder des optischen Stabs bereitzustellen;

Kombinieren des Kernglasmaterials und des Mantelglasmaterials in dem Ofen; und

Ziehen einer optischen Faser oder eines optischen Stabs mit einem konstanten äußeren Durchmesser und einer Länge aus dem Ofen.

2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Schritt des Ziehens der optischen Faser oder des optischen Stabs mit einer konstanten Geschwindigkeit durchgeführt wird.

3. Verfahren nach Anspruch 2, wobei der Durchmesser des Kerns der optischen Faser oder des optischen Stabs entlang der Länge der Faser variiert.

4. Verfahren nach Anspruch 3, wobei der Durchmesser des Kerns der optischen Faser oder des optischen Stabs kontinuierlich zunimmt.

5. Verfahren nach Anspruch 3, wobei der Kern der optischen Faser oder des optischen Stabs zwischen Bereichen abnehmenden Durchmessers und Bereichen zunehmenden Durchmessers entlang der Länge der gezogenen Faser oder des gezogenen Stabs alterniert.

6. Verfahren nach Anspruch 1, weiterhin mit dem Verfahrensschritt:

Aufrechterhalten eines konstanten volumetrischen Stroms von Kernglas und Mantelglas durch den Ofen;

Bereitstellen eines ersten Signals, das eine gewünschte Variation im Durchmesser des Kerns der Faser oder des Stabs darstellt; und

in Antwort auf das erste Signal, Variieren des volumetrischen Verhältnisses des Kernglasmaterials zu dem Mantelglasmaterial, das in den Ofen geführt wird, um ein vorgewähltes Verhältnis von Kernglasmaterial zu Mantelglasmaterial pro Einheitslänge der optischen Faser oder des optischen Stabs bereitzustellen.

7. Verfahren nach Anspruch 6, wobei zu dem Variationsschritt folgende Schritte gehören:

in Antwort auf das erste Signal, Variieren der Geschwindigkeit, mit der das Kernglas in den Ofen geführt wird;

Erzeugen eines zweiten Signals, das die Geschwindigkeit, mit der das Kernglas in den Ofen geführt wird, darstellt; und

in Antwort auf das zweite Signal, Variieren der Geschwindigkeit, mit der das Mantelglas in den Ofen geführt wird.

8. Verfahren nach Anspruch 6, wobei zu dem Variationsschritt die Schritte gehören:

in Antwort auf das erste Signal, Variieren der Geschwindigkeit, mit der das Mantelglas in den Ofen geführt wird;

Erzeugen eines zweiten Signals, das die Geschwindigkeit, mit der das Mantelglas in den Ofen geführt wird, darstellt; und

in Antwort auf das zweite Signal, Variieren der Geschwindigkeit, mit der das Kernglas in den Ofen geführt wird.

9. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Kernglasmaterial als Kernglasstab aus Kernmaterial bereitgestellt wird und das Mantelmaterial als ein Glasrohr aus Mantelmaterial bereitgestellt wird.

10. Verfahren nach Anspruch 9, weiterhin mit folgenden Verfahrensschritten:

Anordnen des Kernglasstabs in dem Rohr;

Anbringen eines Endes des Kernglasstabs an eine erste Führungseinrichtung;

Anbringen eines Endes des Rohrs an eine zweite Führungseinrichtung;

Absenken des anderen Endes des Kernglasstabs in einen Ofen mit einer ersten Geschwindigkeit und des Rohrs in einen Ofen mit einer zweiten Geschwindigkeit, um ein Verhältnis von Stabmaterial zu Rohrmaterial bereitzustellen; und

unabhängig Variieren der ersten Geschwindigkeit und der zweiten Geschwindigkeit des Absenkens des Kernglasstabs und des Rohrs in den Ofen.

11. Verfahren nach Anspruch 1, weiterhin mit einem Durchmesser des Kerns, der sinusförmig entlang der Länge der gezogenen Faser oder des gezogenen Stabs variiert.

12. Verfahren nach Anspruch 1, weiterhin mit einem Durchmesser des Kerns, der eine periodische Variation entlang der Länge der gezogenen Faser oder des gezogenen Stabs aufweist.







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