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Verfahren zum Steuern eines Webmaschinen-Fadenliefergeräts - Dokument DE10014623A1
 
PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE10014623A1 27.09.2001
Titel Verfahren zum Steuern eines Webmaschinen-Fadenliefergeräts
Anmelder IRO PATENT AG, Baar, CH
Erfinder Josefsson, Pär, Asunden, SE;
Jedheimar, Patrik, Mölndal, SE
Vertreter Grünecker, Kinkeldey, Stockmair & Schwanhäusser, 80538 München
DE-Anmeldedatum 24.03.2000
DE-Aktenzeichen 10014623
Offenlegungstag 27.09.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.09.2001
IPC-Hauptklasse D03D 47/34
IPC-Nebenklasse B65H 51/22   D03D 51/16   
Zusammenfassung Bei einem Verfahren zum Steuern eines Webmaschinen-Fadenlierfergeräts, bei dem ein Antriebsmotor für ein drehantreibbares Wickelelement durch eine Steuervorrichtung bedarfsabhängig zur Fadenspeicherung beschleunigt, verzögert oder zum Stillstand gebracht wird, und bei dem zum Beseitigen einer beim Anhalten des Antriebsmotors entstandenen Fadenentspannung der Antriebsmotor während einer Kriechgangphase bedarfsunabhängig langsam angetrieben wird, wird der Antriebsmotor zuerst zum Stillstand gebracht und erst nach dem Stillstand in der Kriechgangphase langsam drehangetrieben.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Bei einem aus EP-A-580 267 bekannten Verfahren wird der Antriebsmotor des Mess- Fadenliefergeräts zunächst stark bis auf die geringe Geschwindigkeit der Kriechgangphase verzögert, dann mit langsamer Geschwindigkeit über einen vorbestimmten Winkel oder eine vorbestimmte Zeitdauer weitergedreht und erst am Ende der Kriechgangphase angehalten, um eine Schlaufenformung im Faden zwischen der Vorratsspule und dem Aufwickelelement zu vermeiden. Durch die starke Verzögerung des Antriebsmotors und die Trägheit des Fadens kommt es nämlich zu einer Fadenentspannung zwischen der Vorratsspule und dem Wickelelement, die zur Schlaufenformung führen kann. Diese Gefahr ist insbesondere dann hoch, wenn der Antriebsmotor aus hoher oder maximaler Geschwindigkeit sehr stark verzögert wird. Beim bedarfsabhängig nächstfolgenden Anlauf des Antriebsmotors kommt es zum momentanen Strecken des Fadens, woraus ein Fadenbruch resultieren kann. Durch die die Verzögerungsphase unmittelbar fortsetzende Kriechgangphase wird entweder verhindert, dass sich eine Schlaufe formt, oder wird eine geformte Schlaufe ausgezogen.

Bei dem aus EP-A-261 683 bekannten Verfahren schließt sich unmittelbar an eine Verzögerung des Antriebsmotors des Fadenliefergeräts auf Kriechganggeschwindigkeit eine Kriechgangphase an, die über beispielsweise 200 ms durchgeführt wird. Die Kriechgangphase hat den Zweck, das Entstehen von Kringeln im Faden zwischen dem Aufwickelelement und der Speicherfläche zu verhindern bzw. das Lockerwerden des Fadens in diesem Bereich durch eine Rückdrehbewegung des Wickelelements entgegen der Wickelrichtung zu unterdrücken.

Beiden bekannten Verfahren liegt die Aufgabe zugrunde, eine durch das Verzögern des Antriebsmotors auftretende Schlaufenbildung zu unterdrücken oder noch vor dem Stillstand des Aufwickelelements zu beseitigen. Die Kriechgangphase wird üblicherweise durch eine softwareseitige Vorbereitung der Steuervorrichtung gesteuert, wobei es schwierig sein kann, den Beginn der Kriechgangphase bei noch laufendem Antriebsmotors genau zu bestimmen, weil der Antriebsmotor abhängig von den Betriebsbedingungen und der Fadenqualität unterschiedliche Auslaufphasen haben kann. Deshalb wird die Kriechgangphase, um eine ausreichende nachgezogene Fadenlänge zu garantieren, sicherheitshalber länger eingestellt als notwendig. Bei Webmaschinen mit hohen Eintragfrequenzen und extrem hohen Fadengeschwindigkeiten im Fadenliefergerät ist es jedoch wichtig, den Antriebsmotor so schnell wie möglich zum Stillstand zu bringen, falls die Anzahl der Windungen im Fadenliefergerät das Maximum erreicht und kein Fadenverbrauch stattfindet. Eine aus Sicherheitsgründen zu lange Kriechgangphase führt aber leicht zu einer Überfüllung im Fadenliefergerät. In jedem Fall muss beim neuen Anlauf die statische Losbrechreibung des Fadens und im Antriebsmotor überwunden werden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art anzugeben, das eine korrekte Fadenkontrolle an der Zulaufseite eines Webmaschinen-Fadenliefergeräts einfach und auf andere Weise ermöglicht.

Die gestellte Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Erfindungsgemäß wird davon ausgegangen, dass ein trägheitsbedingt oder in Abhängigkeit von der Elastizität des Fadens auftretendes Entspannen des zulaufenden Fadens beim Verzögern des Antriebsmotors zunächst weder für den Faden noch für das Fadenliefergerät oder die nachgeschaltete Webmaschine besonders kritisch ist, sondern erst für den nächstfolgenden Anlauf. Die Kriechgangphase mit ihrem vorbestimmten Drehwinkel oder der vorbestimmten Zeitdauer wird deshalb erst nach dem Stillstand und in Ruhe durchgeführt. Deshalb wird verfahrensgemäß zunächst der Antriebsmotor vollständig zum Stillstand gebracht, und zwar wegen der Gefahren einer Überfüllung so schnell wie möglich, und dann die zur Verfügung stehende Zeitspanne bis zum bedarfsabhängig nächstfolgenden Anlauf genutzt, die Kriechgangphase über die exakte Zeitdauer bzw. den exakt notwendigen Drehwinkel durchzuführen. Dies ist steuerungstechnisch einfacher. Erfahrungsgemäß steht nämlich nach dem Anhalten des Antriebsmotors aus hoher Geschwindigkeit immer eine ausreichende Zeitspanne zur Verfügung. Es wird bewusst eine gegebenenfalls durch Trägheit, durch Rückdrehen des Aufwickelelements unter der Fadenspannung oder aus anderen Gründen entstehende Fadenentspannung toleriert, um das rasche Anhalten des Antriebsmotors zur Vermeidung einer Überfüllung des Fadenliefergeräts zu gewährleisten, und wird erst zu einem späteren Zeitpunkt eine Maßnahme eingeleitet, um die für den Anlauf bedeutsamen Gefahren einer Schlaufenbildung zu beseitigen.

Verfahrensgemäß wird die Kriechgangphase mit vorbestimmter Zeitdauer und vorbestimmter Geschwindigkeit zwischen einem bedarfsabhängigen Stillstand und einem bedarfsabhängig nächstfolgenden Anlauf ausgeführt. Die Kriechganggeschwindigkeit kann dabei konstant oder variabel sein.

Insbesondere das Multicolorweben kann für ein eine Farbe lieferndes Fadenliefergerät webmusterabhängig längere Stillstandspausen bedingen. Falls sich auch während einer längeren Stillstandspause der Faden entspannt, beispielsweise durch Zurückziehen des Aufwickelelementes entgegen der Wickelrichtung, ist es zweckmäßig, die Kriechgangphase zeitlich nicht dem Abbremsen sondern dem Anlauf zuzuordnen, d. h. erst unmittelbar vor dem bedarfsabhängig nächstfolgenden Anlauf auszuführen, so dass eine korrekte Fadenkontrolle gewährleistet ist, wenn der Antriebsmotor wieder anläuft.

Dabei kann es zweckmäßig sein, das zeitliche Ende der Kriechgangphase genau auf den Zeitpunkt oder sogar kurz nach dem Zeitpunkt des nächstfolgenden Anlaufes einzustellen. Damit wird der Vorteil erzielt, dass beim bedarfsabhängig nächstfolgenden Anlauf der zulaufende Faden noch in Bewegung ist und noch keinen Zustand eingenommen hat, in dem der Faden bzw. das Wickelelement Losbrechreibung überwinden muss. Ein gleitender Übergang von der Kriechgangphase mit ggfs. ansteigender Geschwindigkeit in den bedarfsabhängig nächstfolgenden Anlauf ist gerade für empfindliche Fadenqualitäten sehr vorteilhaft. Auch im Antriebsmotor braucht dann keine Losbrechreibung mehr überwunden werden, so dass dieser besser beschleunigt.

Dabei kann die Anlaufphase des Antriebsmotors grundsätzlich die vorausgehende Kriechgangphase enthalten, um ohne Stillstand gleich von der Kriechganggeschwindigkeit aus voll zu beschleunigen. Diese kombinierte Anlaufphase wird beispielsweise mit dem bedarfsabhängigen Startsignal für den Antriebsmotor ausgelöst und routinemäßig durchfahren. Dann braucht die Kriechgangphase nicht gesondert gesteuert zu werden und sind keine Losbrechreibungen zu überwinden. Der Antriebsmotor kann effizienter beschleunigt werden.

Grundsätzlich ist es zweckmäßig, den Zeitpunkt des bedarfsabhängig nächstfolgenden Anlaufes zu kennen, um die Kriechgangphase exakt darauf einzustellen. Dies wird bei einer weiteren Verfahrensvariante erzielt, indem webmusterabhängige Informationen bereitgestellt und an die Steuervorrichtung übermittelt werden, die anzeigen, zu welchem Zeitpunkt oder bei welchem Drehwinkel etwa der Antriebswelle der Webmaschine oder nach wie vielen abzuwartenden Eintragvorgängen der Antriebsmotor dieses Fadenliefergeräts wieder anlaufen muss. Auf der Basis dieser Information lässt sich die Kriechgangphase exakt und optimal durchführen, insbesondere auch so, dass ein gleitender Übergang von der Kriechgangphase in den bedarfsabhängig nächstfolgenden Anlauf stattfindet.

Mit dieser Vorabinformation der Steuervorrichtung des Fadenliefergeräts wird die Voraussetzung geschaffen, die Kriechgangphase mit ihrem zeitlichen Ende sogar kurz vor, genau auf den oder kurz nach dem Zeitpunkt einzustellen, zu dem der bedarfsabhängig nächstkommende Anlauf stattfindet. Damit kann ggfs. nicht nur ein gleitender Übergang in den nächstfolgenden Anlauf bewirkt werden, sondern ist es möglich, die Kriechgangphase exakt so einzustellen, dass nur gerade die Fadenlänge nachgezogen wird, die eine eventuelle Schlaufenbildung kompensiert.

Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes werden anhand der Zeichnung erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 eine Schemaansicht eines fadenverarbeitenden Systems, das als Grundkomponenten einen Fadenvorrat, ein Webmaschinen-Liefergerät und eine Webmaschine umfasst,

Fig. 2-4 Geschwindigkeits/Zeitdiagramme zur Steuerung des Fadenliefergeräts bei verschiedenen Verfahrensvarianten.

Ein fadenverarbeitendes System S in Fig. 1 umfasst einen Fadenvorrat 1, z. B. eine Vorratsspule, für darauf aufgewickelten Faden Y, ein Fadenliefergerät F, das den Faden Y vom Fadenvorrat 1 abzieht und in Windungen zwischenspeichert, und eine fadenverarbeitende Textilmaschine, z. B. eine Webmaschine W in Form einer Greifer- oder Projektilwebmaschine oder einer Luft- oder Wasserdüsenwebmaschine, in deren Webfach 2 der Faden Y als Schussfaden intermittierend in einzelnen Eintragvorgängen eingetragen wird. In Fig. 1 ist nur ein Fadenliefergerät F gezeigt. Es liegt auf der Hand, dass der Webmaschine W mehrere Fadenliefergeräte F zugeordnet sein können, die nach einer vorbestimmten Abfolge oder webmusterabhängig ausgewählt betrieben werden.

Das Fadenliefergerät F enthält in einem Gehäuse 3 einen elektrischen Antriebsmotor M für ein Wickelelement 4, dem der Faden Y von links etwa geradlinig zuläuft, und mit dem der Faden Y nach außen umgelenkt und auf einem Speicherkörper 5 in nebeneinanderliegenden Windungen zwischengespeichert wird. Der Speicherkörper 5 ist bei dieser Ausführungsform des Fadenliefergeräts stationär angeordnet. Vom Speicherkörper 5 wird der Faden, ggfs. über eine zentrale Abzugsöse Ö, abgezogen, und zwar durch eine nicht dargestellte Eintragvorrichtung der Webmaschine W. Das Fadenliefergerät könnte einen drehangetriebenen Speicherkörper aufweisen, und kann ein Fadenliefergerät für eine Greifer- oder Projektilwebmaschine oder ein Messliefergerät für eine Luft- oder Wasserdüsenwebmaschine sein.

Für den Antriebsmotor M ist eine, beispielsweise im Gehäuse 3 untergebrachte, elektronische Steuervorrichtung C vorgesehen, die beispielsweise an Sensoren 6 angeschlossen ist, welche die Anzahl der Windungen oder die Größe des Zwischenvorrats auf dem Speicherkörper 5 abtasten und entsprechende Signale an die Steuervorrichtung C übermitteln, damit diese den Elektromotor M bedarfsabhängig anlaufen lässt, beschleunigt, eine bestimmte Geschwindigkeit einsteuert, verzögert bzw. sogar abbremst und stillsetzt, und diesen über bedarfsabhängige Stillstandsperioden anhält. Hat beispielsweise die Anzahl der Windungen auf dem Speicherkörper 5 bei mit maximaler Geschwindigkeit in Wickelrichtung laufendem Antriebsmotor einen vorbestimmten Maximalwert erreicht, der von dem in Abzugsrichtung vorderen Sensor detektiert wird, so wird der Antriebsmotor so schnell wie möglich zum Stillstand gebracht. Unterschreitet hingegen die Anzahl der Windungen auf dem Speicherkörper 5 eine vorbestimmte Anzahl, dann spricht der andere Sensor an, worauf die Steuervorrichtung den Antriebsmotor M entweder beschleunigt oder aus dem Stillstand mit einer vorbestimmten Beschleunigungs- oder Anlaufcharakteristik beschleunigt. Ferner kann die Steuervorrichtung C so programmiert sein, dass sie eine in etwa gleichbleibende Geschwindigkeit des Antriebsmotors einsteuert, mit der dieser in der Lage ist, den Verbrauch durch die Webmaschine W auch ohne Stillstandsperioden laufend zu ergänzen. Beim sogenannten Multicolorweben mit mehreren Fadenliefergeräten F gibt es webmusterabhängig oft längere Stillstandsperioden für das Fadenliefergeräte.

In Fig. 1 ist eine Steuereinrichtung C1 angedeutet, die der Webmaschine W zugeordnet sein kann und die webmusterabhängige Informationen bereitstellt, die, zweckmäßigerweise, an die Steuervorrichtung C des Fadenliefergeräts übermittelbar sind. Solche Informationen können beispielsweise für das betroffene Fadenliefergerät F anzeigen, dass nach einer bestimmten Zeit oder Anzahl von Eintragvorgängen nach Abgabe einer Information kein Verbrauch mehr oder wieder Verbrauch in bestimmtem Ausmaß und für eine bestimmte Zeit oder über eine bestimmte Anzahl von Eintragvorgängen stattfinden wird. Die Steuervorrichtung C kann dann, um abrupte, für den Faden schädliche Zustandsänderungen im Fadenliefergerät zu vermeiden, eine Vorsorgesteuerung des Antriebsmotors M vornehmen. Bedeutet die Information, dass das Fadenliefergerät in Kürze aus dem Verbrauch genommen wird, dann kann z. B. die Steuervorrichtung die dann noch gegebenenfalls hohe Geschwindigkeit des Antriebsmotors bereits voreilen senken, um ein abruptes Abstoppen zu vermeiden. Zeigt die Information an, wann erneut starker Verbrauch und somit ein Anlauf mit voller Beschleunigung erwartet werden, dann kann die Steuervorrichtung den Antriebsmotor schon langsam hochlaufen lassen, um einen scharfen Anlaufruck zu vermeiden. Auch ist es möglich, mit den gegebenen Vorab-Informationen die Geschwindigkeit des laufenden Antriebsmotors vorbereitend zu erhöhen oder zu vermindern.

Bei laufendem Antriebsmotor M, insbesondere bei hoher Laufgeschwindigkeit, wird der Faden Y im Wesentlichen geradlinig und gespannt vom Fadenvorrat 1 in das Wickelelement 4 gezogen. Wird bei Ansprechen des vorderen Sensors 6 der Antriebsmotor M schnell zum Stillstand gebracht, etwa weil die Anzahl der Fadenwindungen das Maximum erreicht, dann wird der Antriebsmotor M gegebenenfalls sogar abgebremst und stillgesetzt, damit das Maximum so wenig wie möglich überschritten wird. Trägheitsbedingt kann sich der Faden beim Anhaltevorgang entspannen, und beispielsweise zwischen dem Fadenvorrat 1 und dem Wickelelement 4 eine Schlaufe L bilden. Auch zwischen dem Wickelelement 4 und dem Speicherkörper 5 kann sich ein lockerer Fadenabschnitt bilden. Es kann die Spannung in einem elastischen Faden das Wickelelement 4 nach dem Stillstand des Antriebsmotors M zurückdrehen, so dass auch dann der Faden entspannt wird. Sobald später der Antriebsmotor bedarfsabhängig wieder anläuft, wird der lose Faden schlagartig gestreckt, wobei es sehr leicht zu einem Fadenbruch kommt. Oder es werden Schlaufen oder Kringel, die im Stillstand und bei der Entspannung des Fadens gebildet worden sind, in die Windungen auf den Speicherkörper 5 und sogar bis in das Webfach 2 der Webmaschine transportiert.

Um dies zu vermeiden, wird mit der Steuervorrichtung C in der Stillstandsphase eine langsame Kriechgangphase für den Antriebsmotor eingesteuert. Die Kriechgangphase ist dadurch gekennzeichnet, dass der Antriebsmotor mit sehr niedriger konstanter, variierter oder zunehmender Geschwindigkeit über eine vorbestimmte Zeitdauer oder einen bestimmten Drehwinkel des Wickelelementes 4 in Wickelrichtung gedreht wird, um entspannte Abschnitte im Faden Y zwischen dem Vorrat 1 und dem Speicherkörper 5 zu strecken bzw. sogar unter eine bestimmte Spannung zu setzen.

Erfindungsgemäß wird die Kriechgangphase gemäß Fig. 2 jedoch erst nach dem Stillstand des Antriebsmotors M und des Wickelelementes 4 eingesteuert. Ggfs. wird die Kriechgangphase sogar dem bedarfsabhängig nächstfolgenden Anlauf des Antriebsmotors M zugeordnet.

Eine in Fig. 2 (Geschwindigkeits/Zeit- oder Webmaschinen-Drehwinkel-Diagramm) gezeigte Kurve 6 repräsentiert den Lauf des Antriebsmotors M mit hoher Geschwindigkeit, ehe an einem Zeitpunkt t1 die Steuervorrichtung C einen Anhaltebefehl gibt, beispielsweise weil der vordere Sensor 6 angesprochen hat. Zum Zeitpunkt t2 kommt der Antriebsmotor M bzw. das Wickelelement 4 trägheitsbedingt zum Stillstand. Zum Zeitpunkt t3 nach t2 wird die durch eine Kurve 8 repräsentierte Kriechgangphase eingesteuert, die sich über eine bestimmte Zeitdauer (von t5 bis t4) oder über einen bestimmten Drehbereich des Wickelelements 4 erstreckt und mit langsamer Geschwindigkeit, vorzugsweise mit in etwa konstanter oder variierter Geschwindigkeit abläuft. Nachdem die Kriechgangphase zum Zeitpunkt t4 abgeschlossen ist, findet zum Zeitpunkt t5 der bedarfsbedingt nächstfolgende Anlauf des Antriebsmotors, z. B. mit hoher Beschleunigung, statt (Kurve 7). Eine zum Zeitpunkt t2 oder t3 aufgetretene Schlaufe L im Faden wird während der Kriechgangphase beseitigt, so dass beim bedarfsbedingt nächstfolgenden Anlauf eine korrekte Fadenkontrolle gegeben ist.

Steuerungsseitig kann die Steuervorrichtung C ab dem Zeitpunkt t1 des Stoppsignals eine bestimmte Zeitspanne (t1-t3) bis zum Beginn der Kriechgangphase festlegen, oder einen korrespondierenden Drehwinkelbereich der Hauptwelle der Webmaschine W. Diese bzw. dieser ist so gewählt, dass dem individuellen Verzögerungsverhalten des Antriebsmotors mit dem Wickelelement der damit rotierenden Komponenten Rechnung getragen wird, und die Kriechgangphase erst nach dem Stillstand t2 des Antriebsmotors beginnt. Es kann zweckmäßig sein, das Ende (Zeitpunkt t4) der Kriechgangphase nahe zum bedarfsbedingt nächstfolgenden Anlauf (Zeitpunkt t5) einzustellen, um jegliche Entspannungen des Fadens, auch während der Stillstandsphase aufgetretene, zu beseitigen. Auslöser für die Kriechgangphase ist das Stoppsignal bei t1. Die Kriechgangphase könnte auch durch einen Taktgenerator mit Zähler oder einem Uhrwerk eingesteuert werden. Sollte das Fadenliefergerät mit im Wesentlichen gleichbleibenden Stillstandsperioden arbeiten, dann könnte die Steuervorrichtung C die Kriechgangphase (Kurve 8) durch entsprechende softwareseitige Vorbereitung innerhalb jeder Stillstandsperiode so plazieren, dass die Voraussetzungen, z. B. wie in Fig. 2 gezeigt, erfüllt werden.

In Fig. 3 ist die durch die Kurve 8 repräsentierte Kriechgangphase in die Anlaufphase eingegliedert, damit ein gleitender Übergang von der Kriechgangphase in die starke Anlauf-Beschleunigung eintritt. Dabei ist steuerungsseitig die Anlaufphase des Antriebsmotors M so festgesetzt, dass mit dem Startsignal zum Zeitpunkt t5 für den Antriebsmotor automatisch zuerst die Kriechgangphase, ggfs. mit zunehmender Geschwindigkeit, durchfahren und dann ohne Stillstand ab dem Zeitpunkt t6 mit gleitendem Übergang weiter beschleunigt wird. Dann werden auch statische Losbrechreibungen für den Faden und ein Losbrechmoment für den Antriebsmotor beim Anlauf vermieden. Die starke Anlaufbeschleunigung wird also zugunsten der Kriechgangphase etwas nach dem Zeitpunkt t5 verzögert.

Da Stillstandsperioden bedarfsabhängig unterschiedlich lang dauern können, wird gemäß Fig. 4 (und wie anhand Fig. 1 für die Steuereinrichtung C1 erläutert) beispielsweise zu einem Zeitpunkt t6 der Steuervorrichtung C, z. B. von einer das Webmuster überwachenden Steuerung, die Information gegeben, dass in Kürze der Fadenverbrauch aufhört, und dass erst zum späteren Zeitpunkt t5 oder kurz nach t5 wieder Fadenverbrauch von diesem Liefergerät stattfinden wird. Mit dieser die Stillstandsphase definierenden Information kann die Steuervorrichtung C die Kriechgangphase so einsteuern, dass sie innerhalb der Stillstandsperiode und beispielsweise nahe beim bedarfsbedingt neuerlichen Anlauf t5 durchgeführt wird und bis dahin entweder vollständig abgeschlossen ist, oder direkt zum Zeitpunkt t5 abgeschlossen wird oder mit dem Ende t4" sogar überlappend mit dem Zeitpunkt t5 abgeschlossen wird. In den beiden letztgenannten Fällen ist der Faden noch nicht zur Ruhe gekommen, wenn der Antriebsmotor voll anläuft (gleitender Übergang), so dass sich eine schonende Fadenbehandlung erzielen lässt bzw. der Antriebsmotor effizienter beschleunigt.

Zum korrekten Einstellen der Kriechgangphase kann die Steuervorrichtung nach Erhalt der Vorabinformation etwa zum Zeitpunkt t1 beispielsweise den Zeitpunkt t3 (ggfs. auch t4', t4") berechnen, und die Kriechgangphase durchführen.

In jedem Fall werden der Antriebsmotor M und das Wickelelement 4 zunächst vollständig zu t2 zum Stillstand gebracht, ehe die Kriechgangphase eingesteuert wird. Dies kann routinemäßig anhand des Stoppsignals bei t1 oder dem Startsignal bei t5 getan werden, oder individuell auf der Basis der Vorabinformationen.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Steuern eines Webmaschinen-Fadenliefergeräts (F), bei dem ein Antriebsmotor (M) für ein drehantreibbares Wickelelement (4), das einen von einem Fadenvorrat (1) abgezogenen Faden (Y) in nebeneinanderliegenden Windungen zur Fadenspeicherung aufwickelt, bei der Fadenspeicherung durch eine Steuervorrichtung (C) bedarfsabhängig beschleunigt, verzögert oder zum Stillstand gebracht wird, und bei dem der Antriebsmotor zum Beseitigen einer beim Anhalten entstandenen Fadenentspannung (L) in Aufwickelrichtung zusätzlich über eine Kriechgangphase bedarfsunabhängig mit langsamer Geschwindigkeit über eine vorbestimmte Zeitdauer oder einen vorbestimmten Drehwinkel angetrieben wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Antriebsmotor (M) zuerst zum Stillstand gebracht wird, und die Kriechgangphase (8) erst nach dem Stillstand (t2) in zeitlicher oder drehwinkelbezogener Zuordnung zum Stillstand (t2) oder einem bedarfsabhängig nächstfolgenden Anlauf (t5) ausführt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Antriebsmotor die Kriechgangphase nach einem bedarfsabhängigen Stillstand (t2) und vor dem bedarfsabhängig nächstfolgenden Anlauf (t5) ausführt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Antriebsmotor die Kriechgangphase (8) erst unmittelbar vor dem bedarfsabhängig nächstfolgenden Anlauf (t5) ausführt.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das zeitliche Ende (t4, t4', t4") der Kriechgangphase auf den oder kurz nach dem Zeitpunkt (t5) des bedarfsabhängig nächstfolgenden Anlaufs eingestellt wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Antriebsmotor den bedarfsabhängigen Anlauf mit der direkt in die Anlaufbeschleunigung übergehenden vorausgehenden, mit einem Startsignal zum Zeitpunkt (t5) eingeleiteten Kriechgangphase durchführt, um zwischen der Kriechgangphase und dem Anlauf statische Losbrechreibung zu vermeiden.
  6. 6. Verfahren nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass webmusterabhängige Informationen zumindest über mehrere Eintragvorgänge ohne Fadenverbrauch oder nachfolgende Eintragvorgänge mit Fadenverbrauch vorab bereitgestellt und an die Steuervorrichtung (C) übermittelt werden, und dass die Steuervorrichtung mittels der Informationen nach einem Stillstand eine Kriechgangphase (8) vor dem oder bis zum bedarfsabhängig nächstfolgenden Anlauf durchführt.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das zeitliche oder drehwinkelbezogene Ende (t4, t4', t4") der Kriechgangphase kurz vor den, auf den oder kurz nach dem Zeitpunkt (t5) oder Drehwinkel des bedarfsabhängig nächstfolgenden Anlaufs eingestellt wird.






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