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Dokumentenidentifikation EP1130350 11.10.2001
EP-Veröffentlichungsnummer 1130350
Titel Geradezugverschluss mit Drehwarzenverriegelung für Repetiergewehre
Anmelder Sommer + Ockenfuß GmbH, 72270 Baiersbronn, DE
Erfinder Ockenfuss, Ulrich, 72270 Baiersbronn, DE
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, TR
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 26.01.2001
EP-Aktenzeichen 011018033
EP-Offenlegungsdatum 05.09.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.10.2001
IPC-Hauptklasse F41A 3/20

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Geradezugverschluss mit Drehwarzenverriegelung für Repetiergewehre, mit einer in einem Verschlussgehäuse geführten und einen Kammerstengel für das händische Hin- und Herbewegen tragenden Verschlusshülse, in der mittels eines Schaftes ein Verriegelungswarzen tragender Verschlusskopf zwangsgeführt drehbeweglich gelagert ist und die einen Schlagbolzen umfasst, der von einer Schlagbolzenfeder beaufschlagt ist, welche ferner der Erzeugung eines Drehimpulses dient, um den Verschlusskopf in der Verschlussstellung in die mit den Verriegelungswarzen korrespondierende Verriegelungskammer einzudrehen.

Hierzu ist der Verschlusskopf, welcher von der Schlagbolzenfeder ständig beaufschlagt ist, in Spiralnuten geführt und wird durch die Vorspannung der Schlagbolzenfeder beim Erreichen des vorderen Bereiches des Verschlussgehäuses durch eine rechtsdrehende Bewegung in die Verriegelungsstellung überführt; vergleiche Steyr-Repetiergewehr Modell 1895.

Diese ständige Beaufschlagung des Verschlusskopfes hat aber zur Folge, dass die rechte Verriegelungswarze über den gesamten Bereich der Führungsbahnen des Verschlussgehäuses auf diesen federnd aufliegt, was das Vor- und Zurückbewegen des Geradezugverschlusses erheblich erschwert, ganz abgesehen von dem dabei auftretenden Verschleiß.

Aus US 3 653 140 A ist ferner ein Geradezugverschluss bekannt, bei dem zur lösbaren Verriegelung des Verschlusses in der Verschlussstellung Verschlusskopf, Schaft, Verschlussöse und Verschlussgehäuse in einem vorbestimmten Bereich als Klemmrichtgesperre mit einem lose hin und her beweglichen Wälzkörper ausgebildet sind.

Eine solche Ausbildung erfordert eine hohe Herstellungsgenauigkeit und genaue Dimensionierung der betroffenen Bauteile, da nur in der Sperrstellung über den Normaldruck quer zur Bewegungsrichtung des Verschlusskopfes das Festlegen des den Schlagbolzen umfassenden Schaftes in der Verschlussöse erfolgen darf. Dieser relativ starke Normaldruck führt zu hohen Flächendrücken an den Berührungsstellen von Wälzkörperschaftverschlusshülse und der zugeordneten Wandung des Verschlussgehäuses, die bereits nach kurzer Betätigungszeit Formänderungen ergeben können, welche die gesamte Funktion des Verschlusses in Frage stellen können.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, hier Abhilfe zu schaffen durch eine neue Gestaltung eines Geradezugverschlusses der eingangs genannten Art, der ohne den genannten Verschleiß einfacher als bisher zu betätigen ist.

Ausgehend von dem bekannten eingangs genannten Geradezugverschluss ist diese Aufgabe gemäß der Erfindung dadurch gelöst, dass ein Relativbewegungen zwischen der Verschlusshülse und dem Verschlusskopf unterbindendes Arretiermittel als ein von einer Feder in Arretierrichtung beaufschlagter und an der Verschlusshülse kippbeweglich gelagerter Arretierhebel ausgebildet ist, dessen einer Hebelarm einen mit einer Rastnut im Schaft des Verschlusskopfes korrespondierenden Rastvorsprung und dessen anderer Hebelarm eine mit einer Schaltkante der Verschlussbrücke zusammenwirkende Steuerrampe aufweist, dies alles in derartiger Anordnung, dass beim Bewegen von Verschlusshülse und Verschlusskopf in die Verschlussstellung der Arretierhebel mit Erreichen der Verschlussstellung über die Steuerrampe entgegen der Wirkung der Feder außer Eingriff mit der Rastnut gebracht wird, während beim Bewegen aus der Verschlussstellung heraus der freiwerdende Arretierhebel mit dessen Rastvorsprung in die Rastnut des Verschlusskopfes federnd wieder einrastet.

Die Relativbewegungen zwischen der den Kammerstengel tragenden Verschlusshülse und dem Verschlusskopf werden erfindungsgemäß durch zwei im Schaft des Verschlusskopfes einander gegenüberliegend angeordnete Spiralnuten erzwungen, denen damit korrespondierende ortsfeste Nutensteine in der Verschlusshülse zugeordnet sind.

Darüber hinaus weist die Verschlusshülse einander gegenüberliegende und mit Führungsflächen des Verschlussgehäuses zusammenwirkende Führungswarzen auf, von denen die eine Führungswarze als Lager für den Arretierhebel dient.

Vorteilhafterweise ist der Schaft des Verschlusskopfes am hinteren Ende mit einer Schlagbolzenfederbundschraube versehen, die als Widerlager für die am Bund des Schlagbolzens abgestützte Schlagbolzenfeder dient, über die die Schlagbolzenfeder mit dem Verschlusskopf in Wirkverbindung steht.

Durch die erfindungsgemäße Ausbildung des Geradezugverschlusses wird der erhebliche Drehimpuls auf den Verschlusskopf so lange blockiert, bis dessen Verriegelungswarzen in den Bereich der Verriegelungskammer gelangt sind. Damit entfällt beim händischen Vor- und Zurückbewegen des Verschlusses mittels des Kammerstengels das federnde Anliegen der rechten Verriegelungswarze des Verschlusskopfes an der jeweils zugeordneten Führungsbahn im Verschlussgehäuse, was die Bedienung wesentlich erleichtert. Die über den Kammerstengel zu bewegende Masse der Verschlusshülse wird durch den Arretierhebel nur unwesentlich erhöht, ist also für den Bedienungskomfort vernachlässigbar. Der Verschleiß der Verschlussteile wird ebenfalls verringert, was sich auf die sichere Verriegelung des Verschlusskopfes günstig auswirkt.

Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines in der Zeichnung mehr oder minder schematisch dargestellten Geradezugverschlusses für ein Repetiergewehr beschrieben.

Es zeigen:

Figur 1
die wesentlichen Teile eines Geradezugverschlusses gemäß der Erfindung in unverriegelter Stellung seines Verschlusskopfes in perspektivischer Darstellung,
Figur 1a
einen vergrößerten Ausschnitt der Figur 1, Figur 2 einen Längsschnitt durch den Geradezugverschluss gemäß Figur 1,
Figur 3
einen Schnitt gemäß der Linie A-A in Figur 2,
Figur 4
den Geradezugverschluss nach Figur 1 in verriegelter Stellung des Verschlusskopfes,
Figur 4a
einen vergrößerten Ausschnitt der Figur 3,
Figur 5
einen Längsschnitt durch den Verschluss gemäß Figur 1 in der verriegelten Stellung,
Figur 6
einen Schnitt gemäß der Linie B-B in Figur 5, und
Figur 7
in vergrößerter Darstellung eine Einzelheit der drehbeweglichen Lagerung zwischen der Verschlusshülse und dem Verschlusskopf des Geradezugverschlusses gemäß Figur 1.

In den Figuren der Zeichnung sind der Übersicht halber im wesentlichen lediglich die Verschlusshülse (24) und die ihr zugeordneten erfindungsgemäß ausgebildeten Teile dargestellt, während das zugeordnete Repetiergewehr mit dem Lauf, dem Patronenlager und dem Abzug weggelassen sind.

Ein insgesamt mit der Bezugsziffer 20 bezeichneter Geradezugverschluss umfasst ein eine Verschlussbrücke 21 aufweisendes Verschlussgehäuse 22 mit einer einen Schlagbolzen 23 umfassenden Verschlusshülse 24, in der über einen Schaft 26 ein Verschlusskopf 27 zwangsgeführt drehbeweglich gelagert ist. Die Verschlusshülse 24 trägt einen Kammerstengel 28 für das händische Hin- und Herbewegen im Verschlussgehäuse 22.

Zur Lagerung der Verschlusshülse 24 im Verschlussgehäuse 22 dienen an der Innenwandung des Verschlussgehäuses 22 vorgesehene Führungsflächen 30, 31 und 32, von denen die einander gegenüberliegenden Führungsflächen 30 und 32 eine Führungsnut 34 bilden; vergleiche Figur 3.

Die Verschlusshülse 24 greift mit einer linken Führungswarze 36 in die genannte Führungsnut 34 ein und liegt mit einer größeren gegenüberliegenden rechten Führungswarze 38 auf der genannten Führungsfläche 31 auf.

Dem in bezug auf die Figur 2 freien Ende der Verschlusshülse 24 sind eine Schlossmutter 40 mit deren im einzelnen nicht dargestellten Funktionsteilen - Sicherungsflügel und ähnliches - sowie der bereits genannte Kammerstengel 28 zugeordnet. Der Verschlusskopf 27 trägt zwei einander gegenüberliegende Verriegelungswarzen 42 und 43. Über einen integralen Schaft 26 ist der Verschlusskopf 27 in der Verschlusshülse 24 zwangsgeführt drehbeweglich gelagert, wie dies die Figur 7 zeigt. Hierzu sind in der Verschlusshülse 24 zwei einander gegenüberliegende Spiralnuten 48 und 49 vorgesehen, in die damit korrespondierende Nutensteine 50, 51 eingreifen, welche in der Verschlusshülse 24 fest angeordnet sind. Eine zwischen einer Schlagbolzenfederbundschraube 52, die am hinteren Ende des Schaftes 26 sitzt, und einem Bund 54 des Schlagbolzens 23 eingespannte Schlagbolzenfeder 53 umfasst in bekannter Weise den Schlagbolzen 23 und wirkt somit auf den Verschlusskopf 27, hat also das Bestreben, dem Verschlusskopf 27 längs der Spiralnuten 48 und 49 einen in bezug auf Figur 1 nach rechts gerichteten Drehimpuls aufzuzwingen.

Um diesen Drehimpuls nur dann wirksam werden zu lassen, wenn sich die Verriegelungswarzen 42 und 43 des Verschlusskopfes 27 im Bereich der Verriegelungskammer 44, also in der Verriegelungsstellung befinden, ist ein Arretierhebel 58 vorgesehen, der an der rechten Führungswarze 38 der Verschlusshülse 24 um den Drehpunkt 59 schwenkbar gelagert ist und einen kurzen Hebelarm 61 mit einem Rastvorsprung 62 sowie einen langen Hebelarm 63 mit einer Steuerrampe 64 umfasst, sowie im Bereich der Steuerrampe 64 von einer Feder 65 im Gegenuhrzeigersinne beaufschlagt ist, die sich in Sacklochbohrungen des Arretierhebels 58 und der Wandung der Verschlusshülse 24 befindet; vergleiche Figur 2. Dem Rastvorsprung 62 ist eine Rastnut 66 zugeordnet, die sich in der Wandung des Verschlusskopfes 27 befindet. In der in Figur 2 dargestellten Schaltstellung "Verschluss geöffnet" greift der Rastvorsprung 62 in die Rastnut 66 ein und verhindert somit Relativbewegungen zwischen dem Verschlusskopf 27 und der ihn lagernden Verschlusshülse 24. Das hintere Ende des langen Hebelarmes 63 mit der Steuerrampe 64 befindet sich hinter der Verschlussbrücke 21, deren Schaltkante 69 in die Bewegungsbahn der Steuerrampe 64 ragt.

Wird der vorstehend beschriebene Geradezugverschluss 20 mittels des Kammerstengels 28 in bezug auf die Waffenachse nach vorne bewegt, so gibt der am Drehpunkt 59 gelagerte Arretierhebel 58 durch das Auflaufen der Steuerrampe 64 auf die Schaltkante 69 der Verschlussbrücke 21 im Uhrzeigersinne entgegen der Kraft der Feder 65 durch das Ausrasten des Rastvorsprungs 62 aus der Rastnut 66 den Verschlusskopf 27 frei, wie dies aus Figur 5 zu ersehen ist. Hierdurch kann der Verschlusskopf 27 über den durch die Schlagbolzenfeder 53 erzeugten Drehimpuls mit seinen Verriegelungswarzen 42 und 43 in der mit diesen korrespondierenden Verriegelungskammer 44 mit einer Drehung von 90° nach rechts eindrehen und damit den Verschlusskopf 27 verriegeln, wie dies in Figur 5 dargestellt ist. Wird der Verschluss geöffnet und die Verschlusshülse 24 über den Kammerstengel 28 in bezug auf die Waffenachse nach hinten bewegt, also geöffnet, so wird die Steuerrampe 64 des Arretierhebels 58 unter der Verschlussbrücke 21 hindurch gezogen und, sobald sie diese passiert hat, freigegeben. Über die in einer Sacklochbohrung im hinteren Bereich des langen Hebelarms 63 des Arretierhebels 58 gelagerte Feder 65 wird dieser sofort nach der Freigabe um den Drehpunkt 59 im Gegenuhrzeigersinne bewegt, bis der Rastvorsprung 62 erneut in die Rastnut 66 einrastet und damit den Verschlusskopf 27 gegenüber der Verschlusshülse 24 festlegt. Jedwede Relativbewegungen zwischen dem Verschlusskopf 27 und der Verschlusshülse 24 sind damit erneut blockiert, und der Geradezugverschluss 20 lässt sich gleitend leicht hin und her bewegen.


Anspruch[de]
  1. Geradezugverschluss mit Drehwarzenverriegelung für Repetiergewehre, mit einer in einem Verschlussgehäuse geführten und einen Kammerstengel für das händische Hin- und Herbewegen tragenden Verschlusshülse, in der mittels eines Schaftes ein Verriegelungswarzen tragender Verschlusskopf zwangsgeführt drehbeweglich gelagert ist und die einen Schlagbolzen umfasst, der von einer Schlagbolzenfeder beaufschlagt ist, welche ferner der Erzeugung eines Drehimpulses dient, um den Verschlusskopf in der Verschlussstellung in die mit den Verriegelungswarzen korrespondierende Verriegelungskammer einzudrehen,

    dadurch gekennzeichnet, dass ein Relativbewegungen zwischen der Verschlusshülse (24) und dem Verschlusskopf (27) unterbindendes Arretiermittel als ein von einer Feder (65) in Arretierrichtung beaufschlagter und an der Verschlusshülse (24) kippbeweglich gelagerter Arretierhebel (58) ausgebildet ist, dessen einer Hebelarm (61) einen mit einer Rastnut (66) im Schaft (26) des Verschlusskopfes (27) korrespondierenden Rastvorsprung (62) und dessen anderer Hebelarm (63) eine mit einer Schaltkante (69) der Verschlussbrücke (21) zusammenwirkende Steuerrampe (64) aufweist, dies alles in derartiger Anordnung, dass beim Bewegen von Verschlusshülse (24) und Verschlusskopf (27) in die Verschlussstellung der Arretierhebel (58) mit Erreichen der Verschlussstellung über die Steuerrampe (64) entgegen der Wirkung der Feder (65) außer Eingriff mit der Rastnut (66) gebracht wird, während beim Bewegen aus der Verschlussstellung heraus der freiwerdende Arretierhebel (58) mit dessen Rastvorsprung (62) in die Rastnut (66) des Verschlusskopfes (27) federnd wieder einrastet.
  2. Geradezugverschluss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Schaft (26) des Verschlusskopfes (27) zwei einander gegenüberliegend angeordnete Spiralnuten (48, 49) vorgesehen sind, denen damit korrespondierende ortsfeste Nutensteine (50, 51) der Verschlusshülse (24) zugeordnet sind.
  3. Geradezugverschluss nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschlusshülse (24) einander gegenüberliegende und mit Führungsflächen (30, 31, 32) des Verschlussgehäuses (22) zusammenwirkende Führungswarzen (36, 38) aufweist, von denen die eine Führungswarze (38) als Lager für den Arretierhebel (58) dient.
  4. Geradezugverschluss nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der den Schlagbolzen (23) über dessen Bund (54) beaufschlagenden Schlagbolzenfeder (53) eine auf dem den Schlagbolzen (23) umfassenden, den Verschlusskopf (27) aufweisenden Schaft (26) sitzende und als Widerlager wirkende Schlagbolzenfederbundschraube (52) zugeordnet ist, derart dass nach Freigabe des Schaftes (26) die Schlagbolzenfeder (53) auf den Verschlusskopf (27) zwecks Erzeugung des Drehimpulses einwirkt.






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