PatentDe  


Dokumentenidentifikation EP0787914 31.10.2001
EP-Veröffentlichungsnummer 0787914
Titel Gleitlageranordnung mit einem buchsenförmigen Gleitlagerelement
Anmelder KS Gleitlager GmbH, 68789 St Leon-Rot, DE
Erfinder Bickle, Wolfgang, 68799 Reilingen, DE;
Storch, Thomas, 68782 Brühl, DE
Vertreter Dreiss, Fuhlendorf, Steimle & Becker, 70188 Stuttgart
DE-Aktenzeichen 59607773
Vertragsstaaten DE, FR, GB
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 29.11.1996
EP-Aktenzeichen 961191269
EP-Offenlegungsdatum 06.08.1997
EP date of grant 26.09.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.10.2001
IPC-Hauptklasse F16C 33/08
IPC-Nebenklasse F16C 17/08   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein buchsenförmiges Gleitlagerelement zur Lagerung einer Welle, einer Achse, eines Zapfens oder eines sonstigen umdrehbaren Bauteils sowie eine Gleitlageranordnung aus einem in eine Gehäusedurchgangsöffnung eingesetzten Gleitlagerelement und einer darin gelagerten Welle.

Zur Lagerung von Wellen und Achsen werden Gleitlagerelemente in Form von Buchsen oder Bundbuchsen oder auch in Form von Lagerschalen, die zur Bildung einer Lagerbuchse aneinandergesetzt werden, verwendet. Bei buchsenförmigen Gleitlagerelementen tritt das Problem auf, daß abrasiv wirkende Stoffe, wie Schmutz, Abrieb oder dergleichen, von außen zur Lagerstelle gelangen und sich dort schadhaft auswirken können. Desweiteren tritt das Problem auf, daß unerwünschte Stoffe, wie zum Beispiel Blei, Fett, Öl, aus der Lagerstelle nach außen gelangen. Wenn ein buchsenförmiges Gleitlagerelement in einer Durchgangsöffnung eines Gehäuses angeordnet ist, wurde der vorstehenden Problematik bislang dadurch begegnet, daß ein zusätzliches Dichtungselement in die Durchgangsöffnung eingesetzt oder eingepreßt wurde, um die Lagerstelle abzudichten. Die beschriebene Vorgehensweise ist zeitaufwendig und mit hohen Montagekosten sowie mit Kosten für das zusätzliche Dichtelement verbunden. Ein weiterer Nachteil ist darin zu sehen, daß aufgrund der für einen sicheren Preßsitz des zusätzlichen Dichtelements in der Durchgangsöffnung erforderliche axiale Bauraum entweder auf Kosten der Buchsenbreite des Gleitlagerelements geht oder die Gehäusewand entsprechend stärker ausgebildet werden muß.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Gleitlagerelement sowie eine Gleitlageranordnung der eingangs beschriebenen Art im Hinblick auf die vorstehend geschilderten Nachteile zu verbessern.

Diese Aufgabe wird bei einem Gleitlagerelement der genannten Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß dieses topfförmig ausgebildet ist, so daß die von der Einsteckseite für die Welle, den Zapfen oder dergleichen abgewandte Seite des Gleitlagerelements von einem Bodenbereich begrenzt ist.

Die mit der Gegenlauffläche der Welle oder Achse zusammenwirkende Gleitfläche des Gleitlagerelements ist dann gegen die von der Einsteckseite für die Welle abgewandte Seite durch den Bodenbereich abgedichtet. Hierbei ist es jedoch denkbar, daß der Bodenbereich ein Schmierloch aufweist, durch welches der Lagerstelle Schmiermittel zugeführt werden kann, sofern dies im Einzelfall gewünscht wird.

Obschon die Ausgestaltung des Bodenbereichs des Gleitlagerelements für dessen bestimmungsgemäße Funktion nicht zwingend vorgeschrieben ist, sofern die wellenabgewandte Seite von dem Bodenbereich begrenzt ist, erweist es sich als platzsparend und daher vorteilhaft, wenn der Bodenbereich im wesentlichen senkrecht zur Buchsenlängsachse verläuft.

Bei dem erfindungsgemäßen Gleitlagerelement könnte es sich beispielsweise um eine gedrehte oder gerollte Buchse handeln, der in beliebiger Weise ein Bodenbereich angeformt ist. Bei gedrehten Buchsen besteht auch die Möglichkeit, das Buchseninnere durch Aufbohren eines stabförmigen Rohlings unter Belassung des Bodenbereichs herzustellen. Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Gleitlagerelement aber ein Tiefziehteil. Zur Herstellung des Gleitlagerelements wird hierfür eine Platine aus einer Flachmaterialbahn gestanzt und diese vorzugsweise in mehreren Zügen tiefgezogen, wobei die topf-, napf- oder hutähnliche Form gebildet wird.

Das Gleitlagerelement kann aus einem Massiv- bzw. Monowerkstoff bestehen, es kann aber auch verbundartig aufgebaut sein. Im letzteren Fall kann das Gleitlagerelement einen metallischen Träger mit einer darauf aufgebrachten Gleitschicht umfassen. Es kann aber auch einen Folienwerkstoff, z.B. in Form eines mit Kunststoff imprägnierten Gewebes oder Gewirkes umfassen.

Bei einer Gleitlageranordnung der eingangs erwähnten Art wird die Aufgabe durch die Verwendung eines erfindungsgemäßen Gleitlagerelements gelöst, wobei die von der Welle abgewandte Seite der Gehäusedurchgangsöffnung durch den Bodenbereich des Gleitlagerelements geschlossen bzw. gegen die Lagerstelle abgedichtet ist.

Das Gleitlagerelement wird vorzugsweise von der von der Welle abgewandten Seite der Durchgangsöffnung in diese eingepreßt, so daß bei Einhaltung der üblichen Richtwerte für die Gestaltung der Anschlußteile die entstehende Reibungswärme an das Gehäuse und auch an die Welle abgeführt werden kann.

Es kann sich desweiteren als vorteilhaft erweisen, wenn die Gehäusedurchgangsöffnung eine abgesetzte Bohrung zur definierten Aufnahme des Gleitlagerelements aufweist.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung weist das Gleitlagerelement einen krempenförmigen Bund- oder Flanschbereich an der vom Boden abgewandten Seite auf. Dieser Bund- oder Flanschbereich kann zum Abstützen des Gleitlagerelements dienen.

Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den beigefügten Schutzansprüchen sowie der zeichnerischen Darstellung und nachfolgenden Beschreibung zweier bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung. Es zeigen:

Figur 1
eine erste erfindungsgemäße Gleitlageranordnung, und
Figur 2
eine zweite erfindungsgemäße Gleitlageranordnung.

Die Figur 1 zeigt eine abschnittsweise dargestellte Gehäusewand 2 eines Kfz-Vergasers. In der Gehäusewand 2 ist eine Durchgangsbohrung 4 ausgebildet, in welcher ein Drosselklappenstutzen 6, der eine mit dem Bezugszeichen 8 angedeutete Drosselklappe trägt, umdrehbar gelagert ist. Hierfür ist ein im Querschnitt topfförmig ausgebildetes Gleitlagerelement 10 vorgesehen, das von der dem Stutzen 6 abgewandten Seite der Bohrung 4 in diese eingepreßt ist. Hierfür weist die Bohrung 4 eine abgesetzte Erweiterung 12 auf, die einen Anschlag 14 für das Gleitlagerelement 10 bildet. Das Gleitlagerelement 10 umfaßt einen metallischen Träger 16 mit einer Gleitschicht 18. Bei dem aus Träger 16 und Gleitschicht 18 gebildeten Gleitlagermaterial kann es sich beispielsweise um das von der Anmelderin unter dem Handelsnamen "Permaglide" hergestellten und vertriebenen Werkstoff handeln, ohne daß die Erfindung jedoch hierauf beschränkt ist.

Zur Herstellung des topfförmigen Gleitlagerelements wird ein in ansich bekannter Weise herzustellendes Band zur Gewinnung einer Platine gestanzt. Die Platine wird dann in vorzugsweise mehreren Zügen mit verschiedenen im Durchmesser abnehmenden Tiefziehwerkzeugen tief gezogen bis die dargestellte topfförmige Gestalt mit einem Bodenbereich 20 und einem zylindrischen Mantelabschnitt 22 gebildet ist. Die inneren Mantelflächen 23 bilden die Gleitflächen und übernehmen die Lagerungsfunktion, während der Bodenbereich 20 des Gleitlagerelements 10 die Abdichtung der Lagerstelle bewirkt.

Eine weitere erfindungsgemäße Gleitlageranordnung 30 zeigt Figur 2. In eine Öffnung 31 einer mit dem Bezugszeichen 32 bezeichneten Gehäusewand ist ein buchsenförmiges Gleitlagerelement 34 mit einem krempenförmigen Bund- oder Flanschbereich 36 an der vom Boden 38 abgewandten Seite des Gleitlagerelements eingesetzt. Das Gleitlagerelement 34 stützt sich dabei mit der von einer Gleitschicht 40 abgewandten Seite 42 des Flanschbereichs 36 gegen die Gehäusewand 32 ab. Mit dem Bezugszeichen 41 ist eine Welle bezeichnet. Zur Herstellung des Flanschbereichs 36 wurde das in mehreren Zügen tiefgezogene Gleitelement 34 mit einem Bundanstellwerkzeug nach außen geformt.


Anspruch[de]
  1. Buchsenförmiges Gleitlagerelement (10, 34) zur Lagerung einer Welle (6, 41), eines Zapfens oder eines sonstigen umdrehbaren Bauteils, dadurch gekennzeichnet, daß das Gleitlagerelement (10, 34) topfförmig ausgebildet ist, so daß die von der Einsteckseite für die Welle (6, 41), den Zapfen oder dergleichen abgewandte Seite des Gleitlagerelements von einem Bodenbereich (20, 38) begrenzt ist.
  2. Gleitlagerelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es ein Tiefziehteil ist.
  3. Gleitlagerelement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß es aus einem Massiv- oder Monowerkstoff besteht.
  4. Gleitlagerelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es einen metallischen Träger (16) mit einer darauf aufgebrachten Gleitschicht (18, 40) umfaßt.
  5. Gleitlagerelement nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der metallische Träger (16) Stahl, Bronze, Messing oder Aluminium umfaßt.
  6. Gleitlagerelement nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleitschicht (18, 40) ein Kunststoffmaterial, Aluminium, Messing oder Bronze umfaßt.
  7. Gleitlagerelement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß es einen Folienwerkstoff umfaßt.
  8. Gleitlagerelement nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es einen krempenförmigen Bund- oder Flanschbereich an der vom Boden abgewandten Seite aufweist.
  9. Gleitlageranordnung aus einem in eine Gehäusedurchgangsöffnung (4) eingesetzten Gleitlagerelement (10) nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche und einer darin gelagerten Welle (6), wobei die von der Welle abgewandte Seite der Durchgangsöffnung (4) durch einen Bodenbereich (20) des Gleitlagerelements (10) geschlossen ist.
  10. Gleitlageranordnung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Gleitlagerelement von der von der Welle (6) abgewandten Seite der Gehäusedurchgangsöffnung (4) in diese eingepreßt ist.
  11. Gleitlageranordnung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Gehäusedurchgangsöffnung (4) eine abgesetzte Bohrung (12) zur Aufnahme des Gleitlagerelements (10) aufweist.
  12. Gleitlageranordnung nach Anspruch 9, 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Gleitlagerelement (10) derart in die Durchgangsöffnung (4) eingepreßt ist, daß seine nach außen weisende Oberfläche des Bodenbereichs (20) innerhalb der Durchgangsöffnung (4) vom Öffnungsrand abgesetzt angeordnet ist.
  13. Gleitlageranordnung nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Gleitlagerelement (34) von der der Welle (41) zugewandten Seite in eine Gehäusedurchgangsöffnung (31) eingepreßt ist und sich dabei mit einem krempenartigen Bund (36) gegen eine Gehäusewand (32) abstützt.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com